Kletterhalle mit PV: Stoßzeit, Eigenverbrauch und Speicher
Betreiberangaben aus Freiburg, Hamburg, Kaufering und Karlsruhe gelesen, Stoßzeiten aus der DAV-Umfrage eingeordnet, gegen PVGIS Freiburg gerechnet.
Inhaltsverzeichnis · 14 Abschnitte
- 1.Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf der Kletterhalle?
- 2.Wie viel Strom braucht eine Kletterhalle?
- 3.Wann ist eine Kletterhalle voll?
- 4.Wann die Solaranlage ihren Strom liefert
- 5.Welches Lastprofil gilt für eine Kletterhalle?
- 6.Das Modell: Grundlast, Stoßzeit und Sommer
- 7.Monatsbilanz ist nicht Eigenverbrauch
- 8.Wie groß die Anlage sein sollte
- 9.Was ein Speicher bringt
- 10.Blockheizkraftwerk und Solaranlage im selben Haus
- 11.Wer die Anlage baut: Sektion, Genossenschaft oder Pächter
- 12.Kletterhalle im Vergleich mit Sporthalle, Fitnessstudio und Hallenbad
- 13.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
- 14.Häufige Fragen
Eine Kletterhalle ist an sieben Tagen in der Woche bis spät abends offen, und die meisten Gäste kommen nach Feierabend. Das Dach ist groß und flach, der Solarertrag entsprechend hoch. Dieser Ratgeber rechnet mit dem Stromverbrauch des DAV-Kletterzentrums Freiburg und seinen echten Öffnungszeiten nach, wie viel Solarstrom eine Halle zur passenden Stunde nutzt, warum eine gute Monatsbilanz wenig über den Eigenverbrauch sagt und wann ein Speicher sinnvoll wird.
Stand: 17.09.2026. Alle verlinkten Seiten und Berichte wurden an diesem Tag direkt beim Herausgeber gelesen.
Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf der Kletterhalle?
Ja, und die Halle kann mehr Solarstrom nutzen als die meisten Vereinsgebäude. Das liegt an den langen Öffnungszeiten: Im Modell fallen 89,6 % des Solarertrags in Stunden, in denen die Halle geöffnet ist. Eine Anlage mit 34 kWp nutzt bei 120.000 kWh Jahresverbrauch 87,0 % ihres Stroms selbst und deckt 29,8 % des Bedarfs. Mit 80 kWp sind es 53,8 % Eigenverbrauch und 43,5 % Deckung.
Die Grenze setzt der Abend. Die Stoßzeit liegt werktags zwischen 16 und 20 Uhr, und in diesen vier Stunden fallen nur 10,0 % des Solarertrags an. Eine sehr große Anlage erzeugt deshalb im Jahr fast doppelt so viel Strom, wie die Halle verbraucht, deckt aber zur gleichen Stunde nur 54,0 % des Bedarfs. Erst ein Speicher mit 100 kWh hebt diesen Wert im Modell auf 77,1 %.
- Das DAV-Kletterzentrum Freiburg und seine Geschäftsstelle verbrauchen laut Betreiber etwa 10.000 kWh Strom im Monat, die Anlage auf dem Dach erzeugt im Schnitt rund 19.500 kWh im Monat.
- Die Nordwandhalle in Hamburg erzeugt mit 60 kWp etwa 53.000 kWh im Jahr, laut Bericht rund 25 % ihres Strombedarfs.
- Die Kletterhalle in Kaufering braucht mit Büros und Restaurant rund 350.000 kWh im Jahr und bezieht nur etwa 6.000 kWh aus dem Netz.
- Laut DAV-Umfrage 2023 füllen sich die Hallen werktags ab 16 Uhr, die meisten Gäste checken nach 18 Uhr ein.
- Im Modell liegen 40,0 % des Stromverbrauchs zwischen 18 und 6 Uhr.
Wie viel Strom braucht eine Kletterhalle?
Eine Kennzahl je Quadratmeter, wie sie Energieberichte für Schulen oder Rathäuser ausweisen, habe ich für Kletterhallen in keinem gelesenen Bericht gefunden. Laut DAV-Umfrage gibt es 220 DAV-Kletteranlagen, dazu kommen private Hallen. Belastbar sind einzelne Betreiberangaben, und die liegen weit auseinander.
| Halle | Strom im Jahr | Solaranlage | Quelle, Datum |
|---|---|---|---|
| DAV-Kletterzentrum Freiburg mit Geschäftsstelle | etwa 120.000 kWh (10.000 kWh je Monat) | rund 19.500 kWh je Monat, Leistung nicht genannt | Betreiber, 19.04.2026 |
| Nordwandhalle Hamburg-Wilhelmsburg | rund 212.000 kWh (eigene Rückrechnung) | 60 kWp, etwa 53.000 kWh | energie-experten.org, Anlage seit 04.04.2023 |
| Die Kletterei, Kaufering, mit Büros und Restaurant | rund 350.000 kWh | 99 kW, dazu Blockheizkraftwerk mit bis zu 20 kW elektrisch | Energie & Management, 04.10.2022 |
| DAV-Kletter- und Boulderzentrum Karlsruhe | nicht genannt | 78 kWp, 76.800 kWh | pv magazine, 14.03.2022 |
Die Freiburger Zahlen stehen im Beitrag des Kletterzentrums Freiburg vom 19.04.2026. Die Anlage läuft seit über 13 Jahren und wurde von der Bürger-Energie-Genossenschaft Solargeno gebaut.
Der Hamburger Wert stammt aus dem Projektbericht über die Nordwandhalle: 145 Module mit je 410 Watt, rund 25 % des Strombedarfs. Teilt man 53.000 kWh durch 0,25, ergibt sich ein Bedarf von rund 212.000 kWh. Das ist eine eigene Rechnung, keine Angabe des Betreibers.
Die Kauferinger Zahlen nennt der Bericht bei Bayern Innovativ, der sich auf Energie & Management vom 04.10.2022 stützt. Dort gehören ein Restaurant und Büros zur Anlage, und die Heizungs- und Lüftungsanlage wird ausdrücklich als größter Stromverbraucher genannt.
Mit 6.000 kWh Netzbezug bei 350.000 kWh Bedarf kommen rechnerisch nur 1,7 % aus dem Netz. Das leistet aber nicht die Solaranlage allein, sondern sie zusammen mit dem Blockheizkraftwerk, das die Grundlast trägt.
Wo der Strom hingeht, beschreiben die Berichte nur in Worten. In Kaufering sind Heizung und Lüftung der größte Posten. Laut Bericht des Herstellers RMB Energie vom 18.05.2022 muss dort viel Kalk- und Magnesiumpulver aus der Raumluft abtransportiert werden, und die Halle soll zugfrei belüftet sein.
Im DAV-Kletterzentrum Bremen lässt sich das Gebäude dagegen gut auf Durchzug lüften, die Lüftungsanlage muss nur im Winter laufen.
Die Beleuchtung ist der zweite große Block: Die rockerei in Stuttgart meldet für die Sanierung ihrer gesamten Hallenbeleuchtung zwischen Oktober 2020 und September 2021 eine Stromeinsparung von 66 % pro Jahr. Worauf sich der Prozentwert bezieht, steht dort nicht.
Wann ist eine Kletterhalle voll?
Die bundesweite Antwort gibt die Kletterhallenumfrage des DAV. Zwischen dem 01.09. und dem 31.12.2023 haben Gäste von 66 DAV-Anlagen teilgenommen. Werktags füllen sich die Hallen ab 16 Uhr, die meisten checken nach 18 Uhr ein. Am Wochenende kommen die meisten schon am Vormittag. 67 % der Befragten verbringen 1 bis 3 Stunden in der Woche in der Halle.
Die Öffnungszeiten sind lang. Das Kletterzentrum Freiburg öffnet in der Hauptsaison von Oktober bis Mai montags und dienstags von 12 bis 23 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 bis 23 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr.
Als Stoßzeit nennt die Halle Montag bis Donnerstag von 16 bis 20 Uhr, ausgelöst durch Kinder- und Jugendgruppen und Feierabendgäste. Günstigere Frühtarife gelten werktags vor 14 Uhr, Spättarife nach 20:30 Uhr. Das Kletter- und Boulderzentrum Karlsruhe hat an allen Tagen bis 23 Uhr offen, mittwochs schon ab 7:30 Uhr, und wirbt mit 365 Öffnungstagen.
| Zeitfenster (Freiburg, Hauptsaison) | Öffnung | Auslastung laut Halle bzw. DAV-Umfrage |
|---|---|---|
| Montag, Dienstag | 12 bis 23 Uhr | voll ab 16 Uhr |
| Mittwoch bis Freitag | 9 bis 23 Uhr | Vormittag ruhig, voll ab 16 Uhr |
| Samstag, Sonntag, Feiertag | 9 bis 21 Uhr | die meisten Gäste am Vormittag |
Für die Solaranlage ist das eine gute Ausgangslage. Anders als ein Jugendzentrum, das erst am Nachmittag öffnet, ist die Halle an den meisten Tagen schon zur Mittagszeit in Betrieb. Die Last ist dann zwar kleiner als am Abend, aber Licht, Lüftung, Kasse und Bistro laufen.

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Wann die Solaranlage ihren Strom liefert
Für das Modell wurde die Stundenreihe von PVGIS, dem Solarrechner der EU-Kommission, für Freiburg abgerufen: Datenbank SARAH3, 14 % Systemverluste, Wetterjahr 2020. Ein Süddach mit 30 Grad Neigung liefert dort 1.211,1 kWh je kWp im Jahr, eine flache Ost-West-Anlage mit 15 Grad 994,3 kWh je kWp.
Legt man die Freiburger Öffnungszeiten über diese Reihe, fallen 89,6 % des Solarertrags in Stunden, in denen die Halle geöffnet ist. In die Stoßzeit von Montag bis Donnerstag zwischen 16 und 20 Uhr fallen dagegen nur 10,0 %. Auf die Werktagsvormittage bis 12 Uhr entfallen 21,1 %, also mehr als doppelt so viel wie auf die volle Abendzeit.
Der Freiburger Solarertrag von rund 19.500 kWh im Monat ergibt 234.000 kWh im Jahr. Mit dem PVGIS-Wert entspricht das rechnerisch einer Anlage von 193 kWp auf einem Süddach oder 235 kWp in Ost-West-Ausrichtung. Diese Leistung ist eine eigene Rechnung, der Betreiber nennt keine kWp-Zahl.
Welches Lastprofil gilt für eine Kletterhalle?
Die Zuordnungsliste des BDEW kennt keinen eigenen Eintrag für Kletterhallen. Am nächsten liegt der Schlüssel 926 für Sporteinrichtungen und Sportvereine mit dem Profil G2, also Gewerbe mit überwiegendem Abendverbrauch. Bei dominierendem Wochenendbetrieb nennt die Liste G6.
Anders als beim Jugendzentrum liegen die Standardprofile hier nicht weit neben dem Modell. Bei 193 kWp ergibt G2 einen Eigenverbrauch von 24,7 %, G6 von 25,2 % und das Modell mit echten Öffnungszeiten 27,7 %. Bei 20 kWp nennt G2 99,5 %, das Modell 96,1 %. Bei allen gerechneten Größen bleibt die Abweichung unter 5 Prozentpunkten, weil die Halle an fast allen Tagen von mittags bis in die Nacht Strom braucht.
Das Modell: Grundlast, Stoßzeit und Sommer
Die Freiburger Halle nennt nur einen Monatswert. Wie sich der Verbrauch über den Tag verteilt, ist nicht veröffentlicht. Das Modell trifft deshalb Annahmen, die hier offen stehen:
- 120.000 kWh im Jahr, gleichmäßig auf die Monate verteilt, wie es die Angabe von 10.000 kWh im Monat nahelegt.
- 30 % davon als Grundlast rund um die Uhr, etwa für Lüftung, Server, Kühlung und Notbeleuchtung.
- Die Öffnungszeiten der Freiburger Hauptsaison für das ganze Jahr, weil die Sommerzeiten nicht als Text veröffentlicht sind.
- 70 % in den 4.595 Öffnungsstunden des Jahres, in der Stoßzeit doppelt gewichtet, am Wochenende vor 13 Uhr 1,5-fach.
Damit liegt die Last nachts bei rund 4,1 kW und in der Stoßzeit bei rund 33,9 kW. 23,1 % des Jahresverbrauchs fallen in die Stoßzeit, 40,0 % zwischen 18 und 6 Uhr.
Die Annahmen verschieben das Ergebnis wenig. Bei 193 kWp nutzt die Halle mit 15 % Grundlast 28,9 % des Solarstroms selbst, mit 45 % Grundlast 26,5 %. Senkt man den Verbrauch von Juni bis September auf 70 %, weil viele Gäste im Sommer am Fels klettern und die Lüftung weniger läuft, sinkt der Eigenverbrauch von 27,7 auf 27,0 %. Die Uhrzeit schlägt die Saison: Entscheidend ist, dass ein großer Teil der Last nach Sonnenuntergang anfällt.
Monatsbilanz ist nicht Eigenverbrauch
Der Freiburger Beitrag sagt, die Anlage produziere genug, um den eigenen Bedarf zu decken und zusätzlich einzuspeisen. Über das Jahr stimmt das: 234.000 kWh Ertrag stehen 120.000 kWh Verbrauch gegenüber. Selbst im Januar liefert die Anlage im Modell 12.157 kWh bei rund 10.157 kWh Verbrauch. Nur im Dezember reicht es mit 6.234 kWh nicht.
Zur gleichen Stunde gedeckt sind aber nur 64.816 kWh, also 54,0 % des Jahresverbrauchs. Im Januar sind es 4.157 kWh, im Juli 7.385 kWh. Der Rest des Solarstroms geht mittags ins Netz, und am Abend kommt der Strom wieder aus dem Netz. Ob der Freiburger Solarstrom überhaupt direkt ins Haus geht oder die Genossenschaft ihn vollständig einspeist, steht im Beitrag nicht.
| Freiburg-Modell, 193 kWp Süd | Solarertrag | Verbrauch | zur gleichen Stunde genutzt |
|---|---|---|---|
| Januar | 12.157 kWh | 10.157 kWh | 4.157 kWh |
| April | 31.302 kWh | 9.910 kWh | 6.794 kWh |
| Juli | 29.490 kWh | 10.232 kWh | 7.385 kWh |
| Dezember | 6.234 kWh | 10.247 kWh | 2.928 kWh |
Quelle: eigene Rechnung mit PVGIS Freiburg, Wetterjahr 2020, und dem Freiburger Monatsverbrauch.
Wie groß die Anlage sein sollte
Die Tabelle zeigt für eine Halle mit 120.000 kWh Jahresverbrauch, wie viel Solarstrom sie selbst nutzt und welchen Anteil ihres Bedarfs sie damit deckt.
| Anlage Süd | Eigenverbrauch | Deckung des Bedarfs |
|---|---|---|
| 20 kWp | 96,1 % | 19,4 % |
| 34 kWp | 87,0 % | 29,8 % |
| 50 kWp | 72,2 % | 36,4 % |
| 80 kWp | 53,8 % | 43,5 % |
| 120 kWp | 40,2 % | 48,7 % |
| 193 kWp | 27,7 % | 54,0 % |
Quelle: eigene Rechnung, Annahmen wie im Abschnitt zum Modell.
Bis etwa 35 kWp bleibt fast der ganze Strom im Haus. Die 34 kWp entsprechen dem Hamburger Verhältnis: Die Nordwandhalle hat 60 kWp bei rund 212.000 kWh Bedarf, das sind 0,28 kWp je 1.000 kWh. Ab 80 kWp geht mehr als die Hälfte des zusätzlichen Stroms ins Netz. Die Deckung steigt von 80 auf 193 kWp nur noch um 10,5 Prozentpunkte, obwohl die Anlage mehr als doppelt so groß wird.
Karlsruhe hat seine 78 kWp laut pv magazine vom 14.03.2022 ausdrücklich auf den größtmöglichen Eigenverbrauchsanteil ausgelegt. Weil der Verbrauch der Halle nicht genannt ist, lässt sich das nicht nachrechnen.
Die Ausrichtung macht einen kleinen Unterschied. Eine Ost-West-Anlage mit 235 kWp erzeugt im Modell so viel Strom wie 193 kWp nach Süden, deckt aber 56,7 statt 54,0 % des Bedarfs, weil sie am späten Nachmittag länger liefert. Mehr dazu im Ratgeber zur Ost-West-Ausrichtung.
- Lies den Jahresverbrauch der letzten zwei Jahre ab und kläre, ob Bistro, Geschäftsstelle und Sauna am selben Zähler hängen.
- Frag beim Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber nach der Viertelstundenreihe, falls die Halle einen Leistungszähler hat. In der Praxis ersetzt diese Reihe jede Annahme über die Abendlast.
- Lass dir das Angebot für zwei Größen rechnen: eine mit rund 0,3 kWp je 1.000 kWh Verbrauch und eine, die das Dach füllt, jeweils ohne und mit Speicher.
Was ein Speicher bringt
Ein Speicher lädt mittags und gibt den Strom in der Stoßzeit ab. Weil zwischen Mittag und 16 Uhr nur wenige Stunden liegen, arbeitet er in einer Kletterhalle an fast jedem Tag.
| Variante | Eigenverbrauch | Deckung des Bedarfs |
|---|---|---|
| 50 kWp mit 50 kWh Speicher | 88,4 % | 44,6 % |
| 80 kWp ohne Speicher | 53,8 % | 43,5 % |
| 80 kWp mit 50 kWh Speicher | 66,8 % | 53,9 % |
| 193 kWp mit 100 kWh Speicher | 39,6 % | 77,1 % |
| 193 kWp mit 200 kWh Speicher | 44,0 % | 85,7 % |
Quelle: eigene Rechnung, Wirkungsgrad je Lade- und Entladevorgang 95 %.
Zwei Wege führen zur gleichen Deckung: 50 kWp mit 50 kWh Speicher decken 44,6 %, 80 kWp ohne Speicher 43,5 %. Welcher billiger ist, hängt von den Angebotspreisen ab. Wer die Lastspitzen am Abend senken will, findet mehr im Ratgeber zur Lastspitzenkappung mit Speicher. Die passende Kapazität berechnet der Ratgeber Speichergröße berechnen.
Ein Batteriespeicher mit 100 kWh gibt bei 193 kWp im Modell 27.758 kWh im Jahr ab, das sind rechnerisch 278 volle Ladezyklen. Beim Speicher mit 50 kWh an 80 kWp sind es 12.584 kWh und 252 Ladezyklen. Der Speicher arbeitet also an den meisten Tagen des Jahres.
Blockheizkraftwerk und Solaranlage im selben Haus
Kaufering zeigt eine Besonderheit großer Hallen. Das Blockheizkraftwerk mit 10,7 bis 20 kW elektrischer Leistung läuft wärmegeführt und übernimmt seit 2019 die Grundlast. Im Sommer treibt seine Wärme eine Adsorptionskältemaschine mit 25 kW Kälteleistung. Es liefert also auch dann Strom, wenn die Solaranlage mittags auf Hochtouren läuft.
Beide Anlagen konkurrieren dann um dieselbe Last. Wie sich die rechnerisch 344.000 kWh Eigenerzeugung zwischen Blockheizkraftwerk und Solaranlage aufteilen, nennt der Bericht nicht.
Wer die Anlage baut: Sektion, Genossenschaft oder Pächter
Die Beispiele zeigen drei Wege. Freiburg hat die Anlage von der Genossenschaft Solargeno bauen lassen und wirbt heute für den Ökostromtarif der Bürgerwerke. Bremen hat laut DAV-Bericht eine Anlage mit knapp 20 kW von den Stadtwerken Bremen gesponsert bekommen. Karlsruhe hat als Sektion selbst einen Fachbetrieb beauftragt.
Für einen Verein ist die Frage der Gemeinnützigkeit wichtig: Stromverkauf ins Netz kann ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sein. Das erklärt der Ratgeber zur Photovoltaik auf dem Vereinsheim.
Wer das Dach lieber einem Dritten überlässt, findet die Verträge unter Dach verpachten und Contracting und Anlagenpacht. Genossenschaften als Partner beschreibt der Ratgeber zur Bürgerenergiegesellschaft. Ab welcher Größe andere Vermarktungsregeln gelten, steht im Ratgeber zur Direktvermarktung.

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Kletterhalle im Vergleich mit Sporthalle, Fitnessstudio und Hallenbad
Die Kletterhalle liegt zwischen den anderen Sportbauten. Eine reine Vereinssporthalle mit Training am Abend nutzt laut Ratgeber zur Sporthalle bei 10 kWp nur 20,3 % des Solarstroms selbst.
Das Hallenbad Hohensachsen mit 115.911 kWh im Jahr, also ähnlichem Verbrauch, nutzt bei 50 kWp auf einem Süddach 63,0 %, die Kletterhalle im Modell 72,2 %. Die Standorte und Annahmen unterscheiden sich, der Vergleich zeigt nur die Größenordnung. Ähnlich lange Öffnungszeiten haben das Fitnessstudio und die Trampolinhalle.
Die Kletterhalle hat zwei Vorteile: Sie öffnet an vielen Tagen schon mittags, und sie ist am Wochenende gut besucht, wenn andere Gewerbebauten leer stehen. Ihr Nachteil ist die Abendspitze. Laut DAV-Zahlen mit Stand Juli 2026 gibt es in Deutschland rund 570 öffentlich zugängliche Kletter- und Boulderanlagen. Bei so vielen großen Flachdächern lohnt sich der genaue Blick auf den Lastgang, bevor die Anlagengröße festgelegt wird.
Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
- Einen gemessenen Stundenlastgang einer Kletterhalle. Die Verteilung auf Grundlast, Öffnungsstunden und Stoßzeit ist eine Annahme.
- Die Leistung und den Eigenverbrauch der Freiburger Anlage. Die 193 kWp sind aus dem Monatsertrag zurückgerechnet.
- Die Öffnungszeiten der Freiburger Nebensaison von Juni bis September. Sie stehen auf der Seite nicht als Text.
- Wie viel des Kauferinger Stroms die Solaranlage und wie viel das Blockheizkraftwerk liefert.
- Einen Kennwert je Quadratmeter Kletterfläche. Keiner der gelesenen Berichte nennt Verbrauch und Fläche zusammen.