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Wirtschaftlichkeit

Hallenbad mit PV: Dauerlast, Sommerrevision und Eigenverbrauch

Energiebericht Weinheim gelesen, Stromaufteilung aus dem DBU-Bericht zum Lippe-Bad eingeordnet, Süd und Ost-West gegen PVGIS Weinheim gerechnet.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 17. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 14 Abschnitte
  1. 1.Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Hallenbad?
  2. 2.Wie viel Strom braucht ein Hallenbad?
  3. 3.Wofür ein Hallenbad Strom braucht
  4. 4.Der Jahresverlauf: Nur der August fällt aus
  5. 5.Welches Lastprofil gilt für ein Hallenbad?
  6. 6.Das Modell: Dauerlast, Nachtabsenkung und Badebetrieb
  7. 7.Süddach oder Ost-West: Was passt besser?
  8. 8.Lohnt ein Speicher beim Hallenbad?
  9. 9.Was spart ein Hallenbad im Jahr?
  10. 10.Was ausgeführte Anlagen zeigen
  11. 11.Wer die Anlage betreibt: Kommune, Stadtwerke oder Verein
  12. 12.Hallenbad im Vergleich mit Sporthalle, Jugendzentrum und Freibad
  13. 13.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  14. 14.Häufige Fragen

Ein Hallenbad braucht Strom rund um die Uhr: Umwälzpumpen und Lüftung laufen auch nachts und am Wochenende. Für eine Solaranlage ist das fast der Idealfall, denn jede Kilowattstunde vom Dach trifft auf Verbrauch. Mit einer Ausnahme: der Sommerpause. Dieser Ratgeber rechnet mit den gemessenen Monatswerten des Hallenbads Hohensachsen in Weinheim nach, wie groß die Anlage werden darf, bevor der Eigenverbrauch einbricht, ob Ost-West besser ist als Süd und warum der August die Auslegung bestimmt.

Stand: 16.09.2026. Alle verlinkten Seiten und Berichte wurden an diesem Tag direkt beim Herausgeber gelesen.

Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Hallenbad?

Ja. Die Mehrzweckhalle Hohensachsen mit Hallenbad verbrauchte 2023 laut Energiebericht 115.911 kWh Strom, fast gleichmäßig über das Jahr verteilt. Im Modell nutzt eine Anlage mit 20 kWp auf einem Süddach 94,4 % ihres Stroms selbst, eine mit 30 kWp 84,3 % und eine mit 50 kWp noch 63,0 %.

Erst wenn die Anlage rechnerisch den ganzen Jahresverbrauch deckt, hier bei 104,9 kWp, sinkt der Eigenverbrauch auf 37,4 %. Bei 50 kWp entsteht der größte Monatsüberschuss nicht im Juni, sondern im August, wenn das Bad weitgehend stillsteht.

Das Wichtigste in Zahlen
  • Die Mehrzweckhalle Hohensachsen mit Hallenbad verbrauchte 2023 laut Energiebericht Weinheim 115.911 kWh Strom, im Mittel 15,5 kW im Januar und 3,0 kW im August.
  • Im Lippe-Bad in Lünen entfallen laut DBU-Bericht 33 % des Stroms auf die Lüftung und 23 % auf die Großpumpen der Schwimmbadtechnik.
  • Bis 20 kWp liegt der Eigenverbrauch im Modell über 92 %, bei 50 kWp zwischen 57,3 und 63,9 %.
  • Der August hat 1,9 % des Jahresverbrauchs, aber 10,3 % des Solarertrags.

Wie viel Strom braucht ein Hallenbad?

Der Energiebericht 2024 der Stadt Weinheim führt die Mehrzweckhalle Hohensachsen mit dem Hallenbad im Untergeschoss als Schwimmhalle mit 1.574,40 m² beheizter Fläche. Der Stromverbrauch lag von 2018 bis 2023 zwischen 115.005 und 132.808 kWh im Jahr. Für 2024 schreibt der Bericht selbst, die Verbräuche seien wegen der Badsanierung nicht repräsentativ. Gerechnet wird deshalb mit 2023. Der Zähler erfasst Turnhalle und Bad gemeinsam, der Bericht ordnet die Liegenschaft aber als Schwimmhalle ein.

MZH Hohensachsen mit Hallenbad, Strom 2023Verbrauch
Januar11.529 kWh
März (höchster Monat)11.590 kWh
Juni9.734 kWh
Juli9.034 kWh
August2.237 kWh
Dezember9.540 kWh
Jahr115.911 kWh

Quelle: Energiebericht 2024 der Stadt Weinheim, Liegenschaft 37. Je Quadratmeter sind das 73,6 kWh. Der Bericht nennt als Vergleichswert für Schwimmhallen 155 kWh je Quadratmeter, das Bad liegt also deutlich darunter.

Ohne den August schwanken die Monate nur um den Faktor 1,28. Das ist sehr gleichmäßig. Zum Vergleich: Die Stadthalle Weinheim hatte im Januar 2,6-mal so viel Verbrauch wie im August, wie der Ratgeber Stadthalle mit PV zeigt.

Größere Bäder brauchen ein Vielfaches. Für das Lippe-Bad in Lünen nennt der unten zitierte DBU-Bericht 710 bis 820 MWh im Jahr, für das neue Hallenbad in Verl rechnet die Stadt mit 250 MWh.

Balkendiagramm: Lippe-Bad Lünen, Anteile am Stromverbrauch. Lüftung einschließlich Wärmepumpe: 33 Prozent. Großpumpen der Schwimmbadtechnik: 23 Prozent. Beleuchtung und Steckdosen: 10 Prozent. Hilfsstrom für Heizung und Sanitär: 3 Prozent. Diverses, darunter restliche Schwimmbadtechnik: 31 Prozent.
Lüftung und Pumpen laufen auch nachts, zusammen mehr als die Hälfte des Stroms. · Foto: Eigene Grafik

Wofür ein Hallenbad Strom braucht

Eine gemessene Aufteilung stammt aus dem ersten Passivhaus-Hallenbad. Der Abschlussbericht des Passivhaus Instituts für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt aus dem Juni 2018 wertet die Messdaten des Lippe-Bads von 2013 bis 2017 aus:

Verbrauchsgruppe im Lippe-BadAnteil am Strom
Lüftung einschließlich Wärmepumpe33 %
Großpumpen der Schwimmbadtechnik23 %
Beleuchtung und Steckdosen10 %
Hilfsstrom für Heizung und Sanitär3 %
Diverses, darunter restliche Schwimmbadtechnik31 %

Für die Solaranlage ist entscheidend, wann diese Verbraucher laufen. Der Bericht schreibt, die Umwälzpumpen seien ganzjährig in Betrieb und hätten vergleichsweise hohe Leistungen. Auch die Hallenlüftung hat eine Untergrenze: Laut Österreichischem Institut für Bauen und Ökologie muss sie nach VDI 2089 mit mindestens 30 % Außenluft laufen, um Nebenprodukte der Chlorung abzuführen.

Nur die Beleuchtung, ein Teil der Lüftung und Attraktionen wie Rutschen oder Düsen hängen stark an den Öffnungszeiten. Der DBU-Bericht nennt die Nachtabsenkung als Beispiel für einen Betriebspunkt, den ein Frequenzumformer an der Pumpe effizient fährt. Genau diese Absenkung ist im Modell als Szenario enthalten.

Lastgang anfordern: Frag beim Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber, ob für den Zähler des Bads Viertelstundenwerte vorliegen. Mit dem Lastgang eines Jahres muss niemand mit Annahmen rechnen. Notiere dazu, in welchen Wochen die Revision lief.

Der Jahresverlauf: Nur der August fällt aus

Für das Modell wurde die Stundenreihe von PVGIS, dem Solarrechner der EU-Kommission, für Weinheim abgerufen, Wetterjahr 2020, Abruf am 16.09.2026. Ein Süddach mit 35 Grad Neigung liefert dort 1.105,4 kWh je kWp, ein flaches Ost-West-Dach mit 10 Grad 929,0 kWh je kWp.

Der Verbrauch des Bads bleibt von Januar bis Juli fast gleich, der Solarertrag steigt bis April auf mehr als das Dreifache des Januars. Das passt gut zusammen, solange das Bad läuft. Im August 2023 verbrauchte das Bad aber nur 2.237 kWh, das ist 1,9 % des Jahres. In diesen Monat fallen 10,3 % des Solarertrags. Im Juli sind es 7,8 % des Verbrauchs und 13,0 % des Ertrags.

Warum der August so niedrig ist, sagt der Weinheimer Bericht nicht. Der DBU-Bericht zum Lippe-Bad zeigt dasselbe Muster und nennt es beim Namen: In der Monatsdarstellung seien die sommerlichen Revisionszeiten zu erkennen.

Bei einer Anlage mit 50 kWp entsteht im Modell der größte Monatsüberschuss mit 4.430 kWh im August, mehr als im April mit 2.995 kWh.

Balkendiagramm: Hallenbad Hohensachsen, Juli und August, Anteil an Verbrauch und Solarertrag. Juli: Anteil am Jahresverbrauch: 7,8 Prozent. Juli: Anteil am Solarertrag: 13,0 Prozent. August: Anteil am Jahresverbrauch: 1,9 Prozent. August: Anteil am Solarertrag: 10,3 Prozent.
Im August fällt der Verbrauch weg, der Solarertrag nicht. · Foto: Eigene Grafik
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Welches Lastprofil gilt für ein Hallenbad?

Die Zuordnungsliste des BDEW zu den Standardlastprofilen führt Hallenbad, Freibad und Schwimmbad unter dem Schlüssel 934 mit dem Profil G2, also Gewerbe mit Schwerpunkt am Abend. Für ein Bad mit Dauerlast passt das schlecht, der Fehler ist aber kleiner als bei Abendbetrieben. Mit G2 nutzt eine Anlage mit 50 kWp 67,2 % selbst, im Modell mit Dauerlast sind es 57,3 bis 63,9 %. Bei 20 kWp liegen beide über 92 %.

Wichtiger als das Profil ist die Revision: G2 kennt keine Sommerpause. Wer mit G2 rechnet, überschätzt vor allem den August.

Das Modell: Dauerlast, Nachtabsenkung und Badebetrieb

Ein Stundenlastgang des Weinheimer Bads ist nicht veröffentlicht. Das Modell verteilt deshalb jeden Monatswert von 2023 nach drei Regeln:

  • Dauerlast: gleichmäßig über alle Stunden des Monats.
  • Nachtabsenkung: zwischen 22 und 6 Uhr nur 60 % der Tagesleistung.
  • Badebetrieb: 70 % gleichmäßig, 30 % zusätzlich zwischen 7 und 22 Uhr.
Süddach, NachtabsenkungEigenverbrauchDeckung des Bedarfsselbst genutzt
10 kWp97,5 %9,3 %10.777 kWh
20 kWp94,4 %18,0 %20.874 kWh
30 kWp84,3 %24,1 %27.952 kWh
50 kWp63,0 %30,0 %34.815 kWh
80 kWp45,7 %34,9 %40.404 kWh
104,9 kWp (Jahresausgleich)37,4 %37,5 %43.424 kWh

Die drei Regeln liegen eng beieinander. Bei 50 kWp ergibt die reine Dauerlast 57,3 %, die Nachtabsenkung 63,0 % und der Badebetrieb 63,9 %. Wie der Strom über den Tag verteilt ist, zählt beim Hallenbad also wenig. Entscheidend ist das Verhältnis von Anlagengröße zu Jahresverbrauch: Bis etwa 0,17 kWp je MWh Jahresverbrauch, hier 20 kWp, bleibt fast der ganze Strom im Haus.

Süddach oder Ost-West: Was passt besser?

Ist das Dach flach, kommt auch eine Aufständerung nach Osten und Westen in Frage, die Genossenschaftsanlage in Weinstadt ist so ausgerichtet. Die Ost-West-Anlage erzeugt weniger, verteilt den Ertrag aber breiter über den Tag. Im Modell mit Nachtabsenkung:

AnlageSüd 35 GradOst-West 10 Grad
30 kWp, Eigenverbrauch84,3 %89,4 %
50 kWp, Eigenverbrauch63,0 %71,3 %
50 kWp, selbst genutzt34.815 kWh33.127 kWh
80 kWp, Eigenverbrauch45,7 %53,9 %
80 kWp, selbst genutzt40.404 kWh40.031 kWh

Die Ost-West-Anlage hat die höhere Eigenverbrauchsquote, nutzt aber nicht mehr Kilowattstunden selbst. Bei gleicher Leistung liegen beide Varianten bei 80 kWp fast gleichauf. Die höhere Quote entsteht, weil Ost-West weniger Überschuss erzeugt, nicht weil das Bad mehr Solarstrom verbraucht. Ob Ost-West auf dem eigenen Dach mehr Leistung unterbringt, zeigt erst die Belegungsplanung. Mehr dazu im Ratgeber Ost-West-Ausrichtung.

Vorsicht bei der Eigenverbrauchsquote als Vergleich: Ein Angebot mit Ost-West und 71 % Eigenverbrauch klingt besser als eines mit Süd und 63 %. Prüfe im Angebot immer die selbst genutzten Kilowattstunden. Im Modell sind es bei 50 kWp 33.127 gegen 34.815 kWh, der Süden liegt also sogar leicht vorn.
Balkendiagramm: Hallenbad Hohensachsen, Eigenverbrauch nach Ausrichtung und Anlagengröße. 30 kWp Süd: 84,3 Prozent. 30 kWp Ost-West: 89,4 Prozent. 50 kWp Süd: 63,0 Prozent. 50 kWp Ost-West: 71,3 Prozent. 80 kWp Süd: 45,7 Prozent. 80 kWp Ost-West: 53,9 Prozent.
Ost-West hat die höhere Quote, aber nicht mehr selbst genutzte Kilowattstunden. · Foto: Eigene Grafik

Lohnt ein Speicher beim Hallenbad?

Kaum. Weil die Dauerlast nachts weiterläuft, bringt ein Speicher erst bei großen Anlagen etwas. Bei 80 kWp hebt ein Speicher mit 50 kWh den Eigenverbrauch von 45,7 auf 58,6 %. Bei 50 kWp bringt ein Speicher mit 25 kWh 72,7 statt 63,0 %.

Den eigentlichen Überschuss im August kann kein Batteriespeicher lösen, denn er dauert Wochen. Hier helfen nur zwei Wege: die Anlage so klein halten, dass der August kaum ins Gewicht fällt, oder den Überschuss einspeisen. Wie sich beides rechnet, zeigen die Ratgeber Speichergröße berechnen und Eigenverbrauch oder Volleinspeisung.

Revision in den Winter legen? Ob sich die Revision verschieben lässt, hängt von Schulen, Vereinen und Personal ab. Rechne es trotzdem einmal durch: Bei einer Anlage mit 50 kWp stehen im August 4.430 kWh Überschuss im Modell, im Dezember nur 196 kWh.

Was spart ein Hallenbad im Jahr?

Der Energiebericht nennt für das Bad Stromkosten von 23.718 € im Jahr 2019, 29.205 € im Jahr 2022 und 52.021 € im Jahr 2023. Geteilt durch den Verbrauch sind das 19,61, 24,67 und 44,88 Cent je kWh. Der Sprung 2023 zeigt, wie stark der Strompreis die Rechnung bestimmt:

Süddach, Nachtabsenkungbei 19,61 ct (2019)bei 24,67 ct (2022)bei 44,88 ct (2023)
20 kWp4.093 €5.150 €9.368 €
30 kWp5.481 €6.896 €12.545 €
50 kWp6.827 €8.589 €15.625 €
80 kWp7.923 €9.968 €18.133 €

Die Tabelle zeigt nur den vermiedenen Strombezug im Jahr. Einspeisevergütung, Anschaffung, Wartung und Versicherung sind nicht enthalten. Lies deinen aktuellen Arbeitspreis auf der Rechnung ab, bevor du mit einem der drei Werte planst.

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Was ausgeführte Anlagen zeigen

Vier Beispiele, jeweils mit dem, was die Quelle tatsächlich sagt:

  • Lippe-Bad Lünen: Laut DBU-Bericht deckte der direkt genutzte Solarstrom zwischen 4 und 13 % des Stromverbrauchs, im Mittel über sechs Jahre 9 %. Die Leistung der Anlage nennt der ausgewertete Abschnitt nicht.
  • Hallenbad Verl: Laut Stadt Verl vom 29.08.2024 sind 80 kWp auf dem Dach und 88 kWp in der Fassade geplant, mit rund 68 und 36 MWh im Jahr. Bei 250 MWh Verbrauch könnten rein bilanziell 41 % vor Ort erzeugt werden. Das ist eine Deckungsquote, keine Eigenverbrauchsquote.
  • Hallenbad Weinstadt: Laut Remstal Bürgerenergie sind auf Dach und Fassade rund 250 kWp gebaut. 170 kWp bleiben bei den Stadtwerken und versorgen die Technik des Bads direkt, 80 kWp betreibt die Genossenschaft in Ost-West-Ausrichtung als Volleinspeisung mit rund 80.000 kWh im Jahr und zahlt dafür ein Nutzungsentgelt.
  • Bäder in Braunschweig: Laut Pressemitteilung vom 08.07.2026 haben die städtischen Bäder zusammen 983 kWp und erzeugten in zwölf Monaten 900.000 kWh. Im Freizeitbad Wasserwelt werden weit über 90 % des Solarstroms selbst genutzt.

In der Praxis teilen sich also oft zwei Modelle ein Dach: ein Teil für den Eigenverbrauch des Bads, der Rest als Einspeiseanlage eines Dritten. Weinstadt zeigt diese Aufteilung auf einem Dach.

Dach aufteilen: Reicht die Dachfläche für mehr als den Eigenbedarf, leg den Teil für das Bad nach dem Verhältnis zum Jahresverbrauch aus, im Modell bis etwa 0,17 kWp je MWh. Den Rest kannst du als Volleinspeisung verpachten, wie es Weinstadt mit der Bürgerenergiegenossenschaft macht.

Wer die Anlage betreibt: Kommune, Stadtwerke oder Verein

Das Hallenbad Hohensachsen liegt im Untergeschoss der städtischen Mehrzweckhalle, betrieben wird es laut Stadt Weinheim vom Verein Aquafun. Die Öffnungszeiten des Viktor-Dulger-Bads nennen freies Baden als Frauenbad am Dienstagvormittag und als Familienbad am Mittwochnachmittag und Sonntagvormittag, dazu Kurse an allen Tagen. Schul- und Vereinsschwimmen stehen dort nicht. Für den Lastgang zählt vor allem die Technik, für die Frage, wer den Strom bezahlt und wer spart, zählt der Betreiber.

Gehört das Bad zu Stadtwerken, kommt der steuerliche Querverbund dazu, den der Ratgeber Freibad mit PV erklärt. Für Vereinsbäder gilt der Ratgeber zum Vereinsheim, für Dachpacht und Genossenschaften die Ratgeber Dach verpachten und Bürgerenergiegesellschaft.

Typischer Fehler bei Badsanierungen: Die Anlage wird nach dem Verbrauch des Sanierungsjahres ausgelegt. In Weinheim fiel der Stromverbrauch 2024 wegen der Sanierung auf 77.698 kWh, von August bis Oktober lagen die Monate bei 1.088 bis 1.237 kWh. Wer damit plant, baut die Anlage zu klein oder rechnet den Eigenverbrauch zu schlecht.
1 So prüfst du dein Hallenbad in drei Schritten:
  1. Lies die Monatswerte des letzten normalen Jahres auf der Rechnung oder im Energiebericht ab und markiere die Revisionswochen.
  2. Teile die geplante Anlagenleistung in kWp durch den Jahresverbrauch in MWh. Unter 0,2 bleibt im Modell fast alles im Haus, über 0,4 wird der Überschuss groß.
  3. Vergleiche im Angebot die selbst genutzten Kilowattstunden, nicht nur die Eigenverbrauchsquote, und frag, ob die Sommerrevision eingerechnet ist.

Hallenbad im Vergleich mit Sporthalle, Jugendzentrum und Freibad

Das Hallenbad unterscheidet sich von den anderen kommunalen Gebäuden durch seine Dauerlast. Die Sporthalle hängt an Schul- und Vereinszeiten, das Jugendzentrum öffnet erst am Nachmittag und das Freibad braucht nur im Sommer Strom. Beim Hallenbad bestimmt deshalb nicht die Uhrzeit die Anlagengröße, sondern das Verhältnis zum Jahresverbrauch und die Länge der Revision.

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

  • Einen Stundenlastgang des Hallenbads Hohensachsen. Die Verteilung auf Tag, Nacht und Badebetrieb ist eine Annahme.
  • Warum der Verbrauch im August 2023 auf 2.237 kWh fiel. Revision oder Sommerpause liegen nahe, der Bericht nennt den Grund nicht.
  • Ob und wie groß eine Solaranlage auf dem sanierten Bad in Hohensachsen ist. Ein Presseartikel dazu ließ sich am 16.09.2026 nicht abrufen.
  • Die Leistung der Solaranlage am Lippe-Bad und die Eigenverbrauchsquote der Anlagen in Verl und Weinstadt.
  • Wie groß der Anteil von Hallenbad und Mehrzweckhalle am gemeinsamen Zähler ist. Der Energiebericht führt beide als eine Liegenschaft.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Hallenbad? +
Die Mehrzweckhalle Hohensachsen in Weinheim mit Hallenbad verbrauchte 2023 laut Energiebericht 115.911 kWh, das Lippe-Bad in Lünen laut DBU-Bericht 710 bis 820 MWh im Jahr. Für das neue Hallenbad in Verl rechnet die Stadt mit 250 MWh.
Wofür braucht ein Hallenbad Strom? +
Im Lippe-Bad entfielen 33 % auf die Lüftung einschließlich Wärmepumpe, 23 % auf die Großpumpen der Schwimmbadtechnik, 10 % auf Beleuchtung und Steckdosen und 31 % auf Diverses, darunter die restliche Schwimmbadtechnik.
Wie viel Solarstrom nutzt ein Hallenbad selbst? +
Im Modell für Hohensachsen mit Nachtabsenkung 94,4 % bei 20 kWp, 84,3 % bei 30 kWp und 63,0 % bei 50 kWp auf einem Süddach. Deckt die Anlage den ganzen Jahresverbrauch, sind es 37,4 %.
Welches Standardlastprofil gilt für ein Hallenbad? +
Die BDEW-Zuordnungsliste führt Hallenbad unter dem Schlüssel 934 mit dem Profil G2. Es kennt keine Sommerrevision und überschätzt den Eigenverbrauch bei 50 kWp leicht: 67,2 statt 57,3 bis 63,9 %.
Ist Ost-West beim Hallenbad besser als Süd? +
Die Quote ist höher, die selbst genutzte Strommenge nicht. Bei 50 kWp nutzt die Ost-West-Anlage im Modell 71,3 % selbst, das sind 33.127 kWh. Die Südanlage nutzt 63,0 % oder 34.815 kWh.
Lohnt sich ein Speicher für ein Hallenbad? +
Meist nicht. Die Dauerlast verbraucht den Solarstrom schon direkt. Erst bei großen Anlagen bringt ein Speicher mehr, bei 80 kWp mit 50 kWh steigt der Eigenverbrauch im Modell von 45,7 auf 58,6 %. Den Überschuss der Sommerrevision löst er nicht.
Was spart ein Hallenbad mit einer Solaranlage? +
Bei 30 kWp im Modell zwischen 5.481 € im Jahr beim Weinheimer Preis von 2019 und 12.545 € beim Preis von 2023. Anschaffung und Einspeisevergütung sind dabei nicht eingerechnet.