PV-Glossar
Alle wichtigen Photovoltaik-Fachbegriffe von A bis Z – verständlich erklärt, ohne Marketing-Sprech.
A
Aufdachanlage
Eine Aufdachanlage ist eine Photovoltaikanlage, deren Module auf einer Unterkonstruktion über der bestehenden Dacheindeckung montiert werden – die mit Abstand häufigste Bauform bei Einfamilienhäusern.
Autarkiegrad
Der Autarkiegrad gibt an, wie viel Prozent des gesamten Strombedarfs eines Haushalts durch selbst erzeugten Solarstrom – direkt genutzt oder aus dem Speicher – gedeckt werden, und misst damit die Unabhängigkeit vom Stromnetz.
B
Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk ist eine steckerfertige Mini-Solaranlage für Balkon, Terrasse oder Garten, die ohne Elektrofachbetrieb angeschlossen und über das Marktstammdatenregister angemeldet wird.
Bestandsschutz
Bestandsschutz nach § 100 EEG sichert PV-Anlagenbetreibern den zum Zeitpunkt der technischen Inbetriebnahme geltenden Vergütungssatz für die volle Laufzeit von 20 Jahren, unabhängig von späteren Gesetzesänderungen.
D
E
EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die zentrale deutsche Rechtsgrundlage für die Förderung von Solar-, Wind- und anderem Ökostrom; es regelt unter anderem die garantierte Einspeisevergütung, mit der Betreiber kleiner PV-Anlagen 20 Jahre lang eine feste Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde erhalten.
Eigenverbrauch
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt genutzt wird, statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden.
Eigenverbrauchsquote
Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins Netz eingespeist zu werden. Formel: Eigenverbrauch geteilt durch Erzeugung, mal 100.
Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung ist der gesetzlich festgelegte, 20 Jahre lang garantierte Betrag pro Kilowattstunde, den Netzbetreiber für ins öffentliche Netz eingespeisten Solarstrom zahlen müssen.
F
H
I
Inbetriebnahme
Die Inbetriebnahme ist der Zeitpunkt, an dem eine PV-Anlage erstmals betriebsbereit ans Netz geht. Sie markiert den Start der Meldefristen bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister sowie den Beginn der Einspeisevergütung.
Indachanlage
Bei einer Indachanlage ersetzen die Solarmodule die klassische Dacheindeckung und werden bündig in die Dachfläche integriert, statt wie bei einer Aufdachanlage darauf montiert zu werden.
K
L
M
Marktstammdatenregister (MaStR)
Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das zentrale, von der Bundesnetzagentur geführte Register, in dem jede PV-Anlage in Deutschland innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme angemeldet werden muss.
Mikrowechselrichter
Ein Mikrowechselrichter ist ein kleiner Wechselrichter, der direkt an einem einzelnen Solarmodul montiert wird und dessen Gleichstrom eigenständig vor Ort in Wechselstrom umwandelt, statt ihn zentral mit anderen Modulen zusammenzuführen.
Modulwirkungsgrad
Der Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie ein Solarmodul unter Normbedingungen in elektrischen Strom umwandelt. Er ist niedriger als der reine Zellwirkungsgrad, weil Rahmen, Verschaltung und Verglasung zusätzliche Verluste verursachen.
N
Netzeinspeisung
Netzeinspeisung bezeichnet den Teil des selbst erzeugten PV-Stroms, der nicht im eigenen Haushalt verbraucht, sondern über den Netzanschluss ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Dafür erhält der Anlagenbetreiber je nach Modell eine Vergütung oder einen Marktpreis.
Nullsteuersatz
Der Nullsteuersatz ist die seit 1. Januar 2023 geltende Umsatzsteuerbefreiung nach § 12 Abs. 3 UStG für Kauf und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp: 0 Prozent statt 19 Prozent Mehrwertsteuer.
O
P
S
Solarkataster
Ein Solarkataster ist eine kostenlose Online-Karte, meist auf Landes- oder Kommunalebene, die für jedes Gebäude anhand von Sonneneinstrahlung und Verschattung das Solarpotenzial des Daches abschätzt. Es liefert eine erste Orientierung, ersetzt aber keine Vor-Ort-Prüfung durch einen Fachbetrieb.
Solarteur
„Solarteur" ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff (aus Solar + Installateur) für Fachbetriebe, die Photovoltaikanlagen planen und montieren. Anders als „Elektriker" ist es keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung.
Speicherkapazität
Die Speicherkapazität gibt in Kilowattstunden (kWh) an, wie viel elektrische Energie ein Batteriespeicher aufnehmen und wieder abgeben kann. Sie ist die zentrale Kenngröße für die Dimensionierung eines Heimspeichers.
Stringwechselrichter
Ein Stringwechselrichter ist ein zentraler Wechselrichter, der den Gleichstrom mehrerer in Reihe geschalteter Solarmodule (ein „String“) gemeinsam in netzkonformen Wechselstrom umwandelt.
V
Verschattung
Verschattung bezeichnet die teilweise oder vollständige Abschattung von Solarmodulen durch Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder Dachaufbauten, die den Ertrag überproportional zur eigentlich verschatteten Fläche mindert.
Volleinspeisung
Bei der Volleinspeisung fließt der komplette von der PV-Anlage erzeugte Strom ins öffentliche Netz, ohne dass davon etwas im Haus verbraucht wird; dafür erhält der Betreiber die höhere EEG-Vergütung für Volleinspeisung statt der niedrigeren Teileinspeisung-Vergütung.
W
Wallbox
Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektroautos, meist an der Garagen- oder Hauswand montiert, die deutlich höhere und sicherere Ladeleistungen ermöglicht als eine normale Haushaltssteckdose.
Wechselrichter
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom (AC) um und ist damit das zentrale Steuergerät jeder Photovoltaikanlage.
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