Photovoltaik-Anlagentypen im Überblick: Aufdach, Indach, Freifläche oder Balkonkraftwerk?
Welcher PV-Anlagentyp passt zu deinem Haus? Unsere Redaktion vergleicht Aufdach-, Indach-, Freiflächenanlagen und Balkonkraftwerke nach Eignung, Kosten und Grenzen.

Foto: Molgreen · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons
Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
- 1.Vier Anlagentypen, ein Ziel: der richtige für dein Dach
- 2.Aufdach-Anlage: der Standard, aus gutem Grund
- 3.Indach-Anlage: Optik hat ihren Preis
- 4.Freiflächen- und Garten-Anlage: wenn das Dach nicht mitspielt
- 5.Balkonkraftwerk / Steckersolar: der niedrigschwellige Einstieg
- 6.Abgrenzung: Solarthermie ist kein PV-Anlagentyp
- 7.Der Dach-Check: so ordnest du dein Dach in 5 Minuten selbst ein
- 8.Kosten im direkten Vergleich: was ein kWp wirklich kostet
- 9.Speicher, Förderung und Wirtschaftlichkeit: was noch dazukommt
- 10.So findest du in 3 Schritten deinen Anlagentyp
- 11.Typische Fehler bei der Wahl des Anlagentyps
- 12.Häufige Fragen
Vier Anlagentypen, ein Ziel: der richtige für dein Dach
Die häufigste Frage vor einer Solaranlage ist nicht "was kostet das", sondern "welche Anlage brauche ich überhaupt?". Die meisten Interessenten haben irgendwo Balkonkraftwerk, Indach-Optik und Freiflächenanlage gehört und wissen nicht, dass das technisch und preislich vier völlig verschiedene Welten sind. Genau das klären wir hier: für wen welcher Typ passt, was er wirklich kostet, und wo die typischen teuren Fehlentscheidungen liegen.
Vorweg die Kurzfassung als Tabelle, danach gehen wir jeden Typ einzeln durch – mit ehrlichen Nachteilen, nicht nur Verkaufsargumenten.
| Anlagentyp | Für wen geeignet | Grobe Kosten | Eignung |
|---|---|---|---|
| Aufdach-Anlage | Die meisten Einfamilienhäuser mit Satteldach, Standardlösung | ca. 1.200–1.800 €/kWp | Sehr hoch – Standardfall für 80–90 % aller Dächer |
| Indach-Anlage | Neubau oder ohnehin anstehende Dachsanierung, hoher Anspruch an Optik | ca. 1.500–2.300 €/kWp | Nischenlösung, wirtschaftlich nur in Sonderfällen |
| Freiflächen-/Garten-Anlage | Großes Grundstück, ungeeignetes oder verschattetes Dach | ca. 1.300–2.000 €/kWp inkl. Unterkonstruktion | Gut, aber genehmigungs- und flächenabhängig |
| Balkonkraftwerk | Mieter, Eigentümer mit kleinem Budget, Einstieg in Solarstrom | ca. 300–800 € Komplettset | Niedrig-mittel – deckt nur einen Teil des Verbrauchs |
Wichtig gleich vorweg: Diese Tabelle ersetzt keine Vor-Ort-Einschätzung. Sie ist der erste Filter, mit dem du dich selbst grob einordnen kannst, bevor du in die Details gehst.
Aufdach-Anlage: der Standard, aus gutem Grund
Die Aufdach-Montage ist das, was die meisten Leute meinen, wenn sie "Photovoltaik" sagen: Module werden auf einer Aluminium-Unterkonstruktion über der bestehenden Dacheindeckung montiert, meist auf Dachhaken, die durch die Ziegel bis in die Sparren geschraubt werden. Die Dachhaut selbst bleibt intakt und wettert weiter wie vorher.
Für wen geeignet: für die überwiegende Mehrheit der Einfamilienhäuser mit Satteldach, Walmdach oder Pultdach in gutem baulichem Zustand. Wenn dein Dach noch mindestens 15–20 Jahre Reststandzeit hat und nicht gerade neu gedeckt werden muss, ist Aufdach fast immer die richtige Wahl.
Vorteile: geringste Kosten pro kWp, schnellste Montage (meist 1–2 Tage für ein Einfamilienhausdach), größte Auswahl an Modulherstellern und Modulgrößen, und ein wichtiger technischer Pluspunkt: die Hinterlüftung. Zwischen Modul und Ziegel bleibt ein Luftspalt von mehreren Zentimetern, der die Module im Sommer kühlt.
Das ist kein Detail: Typische kristalline Silizium-Solarzellen verlieren laut einer Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) pro Grad Celsius über den genormten 25 °C Zelltemperatur rund 0,35 bis 0,40 Prozent ihrer Leistung. Wie stark sich die schwächere Hinterlüftung von Indach-Modulen dadurch tatsächlich auf den Jahresertrag auswirkt, ordnen wir im Indach-Abschnitt weiter unten mit einer Quellenvergleichstabelle ein.
Nachteile, ehrlich gesagt: optisch ist Aufdach kompromisslos "aufgesetzt" – für Denkmalschutzgebiete oder sehr repräsentative Neubauten manchen Bauherren zu dominant. Und die Durchdringung der Dachhaut mit den Dachhaken ist zwar Standard und bei fachgerechter Ausführung völlig unproblematisch, erzeugt bei Laien aber oft unbegründete Sorge vor Undichtigkeiten.
Kosten grob: für eine schlüsselfertige Aufdach-Anlage liegst du 2026 nach übereinstimmenden Marktbeobachtungen von photovoltaik.info meist bei 1.200 bis 1.800 Euro pro kWp, je nach Dachhöhe, Verschattung und gewählten Komponenten. Eine ausführliche Preisaufschlüsselung inklusive Speicher findest du in unserem Ratgeber PV-Kosten 2026.
Indach-Anlage: Optik hat ihren Preis
Bei der Indach-Montage werden die Solarmodule nicht auf, sondern anstelle der Dacheindeckung verbaut. Es gibt keine sichtbaren Ziegel mehr in der belegten Fläche – die Module selbst bilden die wetterfeste Dachhaut, meist mit speziellen Rahmenprofilen oder als komplette Solardachziegel-Systeme.
Für wen geeignet: in erster Linie für Neubauten und für Häuser, bei denen ohnehin eine komplette Dachsanierung oder Neueindeckung ansteht. In beiden Fällen spart man sich die Kosten für die reguläre Dacheindeckung auf der belegten Fläche – dieser Effekt relativiert den Aufpreis spürbar. Auch für Bauherren mit hohem Anspruch an eine homogene, unauffällige Dachoptik (etwa in Neubaugebieten mit gestalterischen Vorgaben) ist Indach oft die bevorzugte Lösung.
Vorteile: deutlich hochwertigere, ruhigere Optik ohne sichtbare Aufständerung, oft die einzige genehmigungsfähige Lösung in besonders strengen Bebauungsplänen oder bei denkmalgeschützten Ensembles in der Nachbarschaft, und bei Neubau/Sanierung entfällt die parallele Dacheindeckung.
Nachteile: spürbar höhere Kosten, aufwendigere und witterungsabhängigere Montage, eingeschränkte Hinterlüftung – dadurch im Sommer tendenziell etwas geringerer Ertrag pro kWp als bei Aufdach – und bei Defekt eines einzelnen Moduls ist der Austausch aufwendiger, weil die Dachhautfunktion mit betroffen ist. Auch die Auswahl an Herstellern und Modulformaten ist kleiner als bei Aufdach-Systemen.
Wie groß der Preis- und Ertragsunterschied zu Aufdach wirklich ausfällt, hängt davon ab, welche Quelle man fragt – beide im Folgenden zitierten Quellen bestätigen aber unabhängig voneinander die Kostenspanne von 1.500 bis 2.300 Euro pro kWp für Indach gegenüber 1.200 bis 1.800 Euro pro kWp für Aufdach:
| Quelle | Preisaufschlag Indach ggü. Aufdach | Ertragseinbuße durch schwächere Hinterlüftung |
|---|---|---|
| ADAC (2026) | 10–20 % | bis zu 5 % |
| photovoltaik.info (2026) | 20–30 % | 5–10 % |
Für die Praxis heißt das: Verlass dich nicht auf eine einzelne Prozentzahl, sondern rechne im Angebot mit den absoluten Euro-Beträgen pro kWp – die Spannbreiten selbst decken sich zwischen den Quellen deutlich besser als die daraus abgeleiteten Prozentangaben.
Kosten grob: rechne mit 1.500 bis 2.300 Euro pro kWp beziehungsweise etwa 350 bis 550 Euro pro Quadratmeter belegter Dachfläche – Werte, die sich laut ADAC und photovoltaik.info decken. Bei Neubau oder ohnehin fälliger Sanierung reduziert sich der reale Mehraufwand, weil die sonst nötigen Dachziegel eingespart werden – rechne diesen Effekt bei der Angebotsprüfung unbedingt gegen.

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Freiflächen- und Garten-Anlage: wenn das Dach nicht mitspielt
Eine Freiflächenanlage steht nicht auf dem Dach, sondern auf einer eigenen Unterkonstruktion im Garten oder auf dem Grundstück – meist als Reihen aufgeständerter Module auf Stahl- oder Aluminiumgestellen, seltener auch als Solar-Carport oder überdachte Terrasse mit Doppelfunktion.
Für wen geeignet: für Grundstücke mit ausreichend freier, unverschatteter Fläche – ideal ab etwa 30–50 m² zusätzlichem Platz – und vor allem für Häuser, deren Dach aus technischen Gründen ungeeignet ist: starke Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude, sehr steile oder ungünstig ausgerichtete Dachflächen (reine Nordausrichtung), ein Dach kurz vor der ohnehin geplanten Sanierung, oder ein denkmalgeschütztes Dach, auf dem keine Module erlaubt sind.
Vorteile: freie Wahl von Neigungswinkel und Ausrichtung unabhängig vom Dach – meist optimal auf Ertrag trimmbar –, einfache Wartung und Reinigung vom Boden aus, keine Belastung der Dachkonstruktion, und die Anlage kann bei Bedarf später erweitert oder in Modulen ergänzt werden, ohne das Dach anzufassen.
Nachteile: verbraucht wertvolle Gartenfläche, die dann nicht mehr anderweitig nutzbar ist, benötigt eine eigene, wetterfeste Unterkonstruktion mit Fundament oder Rammpfosten (zusätzliche Kosten gegenüber der reinen Dachmontage), optisch im Garten deutlich präsenter als ein Dach, und je nach Größe und Standort können Genehmigungsfragen dazukommen, die bei einer Dachanlage meist entfallen.
Kosten grob: durch die zusätzliche Unterkonstruktion liegst du meist bei 1.300 bis 2.000 Euro pro kWp – tendenziell etwas über einer reinen Aufdach-Montage, aber häufig unter Indach.
Nach einer Beispielrechnung von photovoltaik.info (2026) macht allein die zusätzliche Unterkonstruktion (Fundament, robusteres Montagesystem) eine Freiflächenanlage im Schnitt 15 bis 25 Prozent teurer als eine vergleichbar große Dachanlage. Dazu kommt in jedem Fall die Anmeldung beim Netzbetreiber, der eine Netzverträglichkeitsprüfung durchführt, üblicherweise innerhalb weniger Wochen.
Balkonkraftwerk / Steckersolar: der niedrigschwellige Einstieg
Ein Balkonkraftwerk – auch Steckersolar-Gerät genannt – besteht aus ein bis zwei Solarmodulen, einem kleinen Wechselrichter und wird einfach in eine normale Steckdose oder eine spezielle Einspeisesteckdose eingesteckt. Keine Montage durch einen Fachbetrieb nötig, kein Eingriff ins Hausnetz, in wenigen Stunden selbst aufgebaut.
Für wen geeignet: vor allem für Mieter und Wohnungseigentümer ohne eigenes Dach, für alle mit kleinem Budget, die unkompliziert in Solarstrom einsteigen wollen, und als Ergänzung für Eigentümer, die (noch) keine große Anlage stemmen wollen oder können.
Aktuelle Rechtslage 2026: Seit dem Solarpaket I und der ergänzenden Produktnorm DIN VDE V 0126-95 (laut VDE-Pressemitteilung vom 14. November 2025 mit Veröffentlichungsdatum Dezember 2025) sind Wechselrichter mit bis zu 800 Watt (800 VA) Ausgangsleistung am Netz zulässig, die angeschlossene Modulleistung darf dabei bis zu 2.000 Watt betragen.
Bis zu einer Modulleistung von 960 Watt (800 Watt plus 20 Prozent Toleranz) darfst du laut dieser Norm einen haushaltsüblichen Schuko-Stecker zur Einspeisung nutzen, darüber ist ein spezieller Energiestecker wie der Wieland-Stecker vorgeschrieben.
Die Anmeldung wurde deutlich vereinfacht: Eine gesonderte Anmeldung beim örtlichen Netzbetreiber ist für typische Balkonkraftwerke nicht mehr nötig, registriert werden muss die Anlage aber weiterhin – laut ADAC innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme – im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur – das dauert meist nur wenige Minuten online.
Vorteile: niedrigste Einstiegskosten aller Anlagentypen, keine Baumaßnahme, oft ohne Vermieter-Zustimmung möglich (Mieter haben mittlerweile einen gesetzlich gestärkten Anspruch auf Zustimmung), und ein schneller erster Kontakt mit eigener Stromerzeugung. Als Vertriebsweg hat sich neben dem Elektro-Fachhandel auch der reine Online-Handel etabliert, etwa über Anbieter wie priwatt, die steckerfertige Sets zur Selbstmontage verkaufen.
Nachteile – und hier gehört Ehrlichkeit dazu: Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Einspeiseleistung deckt in der Realität nur einen kleinen Teil des Haushaltsstromverbrauchs ab: Nach eigenen Berechnungen von Finanztip (Stand November 2025) sind das oft zehn bis 20 Prozent des Strombedarfs eines Haushalts – wie viel genau, hängt stark von Ausrichtung, Verschattung und davon ab, wie gut die Erzeugung mit dem tatsächlichen Verbrauch zeitlich zusammenfällt. Es ist ein sinnvoller Einstieg, aber kein Ersatz für eine Dachanlage, wenn dein Ziel eine spürbare Reduktion der Stromrechnung oder gar weitgehende Unabhängigkeit ist.
Kosten grob: ein komplettes Set mit zwei Modulen, Wechselrichter und Halterung kostet aktuell etwa 300 bis 800 Euro, je nach Modulqualität und Montageart (Balkongeländer, Wandhalterung, Flachdach-Aufständerung).
Kurz zusammengefasst: Balkonkraftwerk ja, aber mit realistischen Erwartungen. Wer unsicher ist, ob 800 Watt reichen oder ob sich eine größere Lösung mehr lohnt, sollte beide Varianten nebeneinander durchrechnen, bevor er sich festlegt – dafür lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber PV-Wirtschaftlichkeit.
Abgrenzung: Solarthermie ist kein PV-Anlagentyp
Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: Solarthermie wird oft mit Photovoltaik verwechselt, obwohl beide Technologien grundlegend Verschiedenes tun. Photovoltaik – alle vier oben beschriebenen Typen – wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um, den du im Haus nutzt, speicherst oder einspeist. Solarthermie dagegen erzeugt keinen Strom, sondern Wärme: Kollektoren auf dem Dach erhitzen eine Trägerflüssigkeit, die über einen Speicher dein Trinkwasser erwärmt oder die Heizung unterstützt.
Die Größenordnung, um die es bei Photovoltaik geht, lässt sich beziffern: Kommerzielle waferbasierte Module aus neuer Produktion erreichten 2025 einen nominalen Wirkungsgrad von knapp 23 Prozent und damit eine Nennleistung von 230 Watt je Quadratmeter Modulfläche.
Der Wert steigt seit Jahren um rund 0,5 Prozentpunkte pro Jahr (Fraunhofer ISE, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026).
Ein Solarthermie-Kollektor liefert dagegen keine elektrische Leistung, sondern Wärme – die beiden Wirkungsgrade stehen auf verschiedenen Skalen und lassen sich nicht gegeneinander rechnen. Genau daran scheitern die Vergleiche, die im Netz kursieren.
Optisch sehen sich Module und Kollektoren auf dem Dach teilweise ähnlich, technisch und wirtschaftlich sind es zwei unabhängige Entscheidungen. Wer sowohl Strom sparen als auch die Heizkosten senken will, kombiniert in der Praxis meist eine PV-Anlage mit einer Wärmepumpe statt mit Solarthermie – dazu findest du mehr in einem eigenen Ratgeber. Für diesen Artikel bleibt wichtig: Wenn du "PV-Anlagentyp" suchst, meinst du mit hoher Wahrscheinlichkeit einen der vier oben beschriebenen Stromerzeuger, nicht Solarthermie.
Der Dach-Check: so ordnest du dein Dach in 5 Minuten selbst ein
Bevor überhaupt ein Solarteur bei dir vorbeikommt, kannst du mit ein paar einfachen Beobachtungen schon grob einschätzen, in welche Richtung es bei dir geht.
Steh im Garten oder schau auf eine Kartenansicht (z. B. Google Maps Satellit) und beurteile, ob dein Dach überwiegend nach Süden, Osten oder Westen zeigt. Die Ausrichtung wirkt sich messbar auf den Ertrag aus: Laut der Studie „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) (Fassung vom 20.8.2026) liefert ein Westdach mit 45 Grad Neigung rund 26 Prozent weniger Jahresertrag als ein gleich geneigtes Süddach; eine senkrechte Südfassade – relevant etwa für senkrecht montierte Steckersolargeräte am Balkon – kommt sogar auf rund 29 Prozent weniger Ertrag als ein 45-Grad-Süddach.
Reine Nordausrichtung ohne weitere Dachflächen ist ein starkes Indiz für "Dach ungeeignet, Freifläche prüfen". Als grobe Faustzahl für die Wirtschaftlichkeitsrechnung gilt außerdem: Neu geplante PV-Anlagen erreichen laut Fraunhofer ISE eine Performance Ratio – das Verhältnis von tatsächlichem zu rechnerisch idealem Ertrag – von 80 bis 90 Prozent im Jahresmittel, weitgehend unabhängig vom Anlagentyp.
Schau dir dein Dach morgens, mittags und abends an – wie viel Schatten werfen Bäume, Nachbarhäuser oder Schornsteine wirklich? Wenn große Teile der Fläche mehrere Stunden am Tag verschattet sind, sinkt der Ertrag deutlich, und eine Freiflächenanlage an unverschatteter Stelle im Garten kann die bessere Wahl sein.
Ist die Eindeckung älter als 25–30 Jahre oder gibt es bereits einzelne kaputte Ziegel, lohnt sich die Frage, ob demnächst ohnehin eine Sanierung ansteht. Falls ja, wird Indach plötzlich wirtschaftlich interessant. Falls dein Dach in gutem Zustand ist, bleibt Aufdach fast immer die wirtschaftlichere Wahl.
Diese Selbsteinschätzung ersetzt keine fachliche Dachaufnahme vor Ort, gibt dir aber schon vor dem ersten Beratungsgespräch eine realistische Richtung, in die du denken solltest.
Kosten im direkten Vergleich: was ein kWp wirklich kostet
Damit du die Größenordnungen noch einmal kompakt vor Augen hast, hier alle vier Typen mit Kosten pro kWp beziehungsweise pro Set, plus der wichtigsten Einschränkung im Alltag.
| Anlagentyp | Kosten pro kWp / Set | Typische Anlagengröße | Größte Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Aufdach | 1.200–1.800 €/kWp | 5–15 kWp (Einfamilienhaus) | Optisch "aufgesetzt" sichtbar |
| Indach | 1.500–2.300 €/kWp | 5–12 kWp | Deutlich höherer Preis, weniger Hersteller-Auswahl |
| Freifläche/Garten | 1.300–2.000 €/kWp | 3–20 kWp, je nach Fläche | Flächenverbrauch, ggf. Genehmigung |
| Balkonkraftwerk | 300–800 € pro Set | ca. 0,8–2 kWp (Modulleistung) | Deckt nur einen Teil des Verbrauchs |
Diese Spannen sind Marktdurchschnitte für 2026 und schwanken je nach Region, Materialqualität und Auftragslage der Betriebe vor Ort – ein detaillierter Angebotsvergleich bleibt trotzdem unverzichtbar. Wie man ein Angebot Zeile für Zeile prüft, erklären wir ausführlich im Ratgeber PV-Kosten 2026.

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Speicher, Förderung und Wirtschaftlichkeit: was noch dazukommt
Egal für welchen Anlagentyp du dich entscheidest – die Frage nach einem Batteriespeicher, nach Förderungen und nach der realen Wirtschaftlichkeit stellt sich am Ende immer gleich. Ein Speicher lässt sich technisch an Aufdach-, Indach- und Freiflächenanlagen gleichermaßen anschließen, bei Balkonkraftwerken gibt es mittlerweile ebenfalls kleine, speziell dafür ausgelegte Mini-Speicher, deren Wirtschaftlichkeit aber stark vom Einzelfall abhängt.
Zwei Zahlen helfen beim Einordnen, bevor du in die Detailratgeber gehst. Erstens: Vom nominalen Modulwirkungsgrad kommt nicht alles an. Eine heute installierte Anlage erreicht im Jahresmittel eine Performance Ratio von 80 bis 90 Prozent – gerechnet ueber Betriebstemperatur, Verschmutzung, Verschattung, Leitungswiderstände und Wandlungsverluste.
Nachlesbar ist das bei Fraunhofer ISE (Fraunhofer ISE, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026). Wer mit 100 Prozent rechnet, rechnet sich die Anlage schön.
Zweitens beim Speicher: Der Stand-by-Verbrauch streut in den Labormessungen der Stromspeicher-Inspektion 2026 zwischen 4 und 64 Watt, und die garantierte Restkapazität am Ende des Garantiezeitraums zwischen 60 und 85 Prozent des Anfangswerts (HTW Berlin / aquu, Stromspeicher-Inspektion 2026, Direktabruf 03.09.2026).
Beide Werte hängen am Gerät, nicht am Anlagentyp – und der Stand-by fällt rund um die Uhr an, unabhängig davon, wie groß du den Speicher wählst.
Ob sich ein Speicher für dich lohnt und welche Größe realistisch passt, haben wir getrennt aufgearbeitet in Speicher im Vergleich. Aktuelle Förderprogramme und rechtliche Rahmenbedingungen – etwa zur Anmeldung, zum Denkmalschutz oder zu kommunalen Auflagen bei Freiflächenanlagen – findest du gebündelt unter Förderung und Recht.
So findest du in 3 Schritten deinen Anlagentyp
Nutze die Vergleichstabelle oben in diesem Artikel, um dich anhand von Wohnsituation (Eigentum/Miete), Budget und Grundstück grob einem oder zwei Typen zuzuordnen.
Führe den Dach-Check aus dem Abschnitt weiter oben durch – Ausrichtung, Verschattung, Zustand der Eindeckung. Das schließt meist schon einen oder zwei Typen aus.
Erst mit einer echten Vor-Ort-Einschätzung durch einen Fachbetrieb wird aus der groben Einordnung eine belastbare Entscheidung. Vergleiche dafür mehrere Angebote statt eines einzelnen.
Eine Größenschwelle solltest du dabei kennen, weil sie über eine vierstellige Position im Angebot entscheidet: Nach § 8 Absatz 1 EEG gilt bei Anlagen mit zusammen höchstens 30 Kilowatt auf einem Grundstück, das schon einen Netzanschluss hat, dieser bestehende Anschluss als günstigster Verknüpfungspunkt. Der Netzbetreiber kann dich also nicht auf einen neuen, teureren Anschlusspunkt verweisen.
Zwischen 30 und 100 Kilowatt gilt dasselbe nach § 8 Absatz 6a EEG, allerdings nur, solange die insgesamt installierte Leistung die Kapazität des vorhandenen Anschlusses nicht übersteigt. Für ein Einfamilienhaus ist das praktisch immer erfüllt; wer über eine große Dach- plus Freiflächenkombination nachdenkt, sollte hier genau rechnen. Direktabruf des Gesetzestextes am 5. September 2026.
Diese Checkliste fasst zusammen, was vor der endgültigen Entscheidung geklärt sein sollte:
✅ Ihre Checkliste für: So findest du in 3 Schritten deinen Anlagentyp
Wenn du nach diesen drei Schritten immer noch zwischen zwei Typen schwankst – etwa zwischen einer kleinen Aufdach-Anlage und einer größeren Freiflächenlösung – lohnt sich am meisten ein direkter Vergleich mehrerer Angebote von Fachbetrieben, die beide Varianten ehrlich durchrechnen, statt nur die für sie bequemere Lösung anzubieten.

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Typische Fehler bei der Wahl des Anlagentyps
Vier Fehler tauchen bei der Wahl des Anlagentyps besonders häufig auf – und alle vier lassen sich, einmal gebaut, nur teuer korrigieren:
Der erste ist bereits beschrieben: Indach aus reinen Kostengründen wählen, ohne den tatsächlichen Aufpreis zu kennen.
Der zweite: ein Balkonkraftwerk als vollwertigen Ersatz für eine Dachanlage betrachten, obwohl ein eigenes, geeignetes Dach vorhanden wäre. Die Größenordnungen liegen weit auseinander – § 8 Absatz 5a EEG begrenzt Steckersolargeräte auf zusammen 2 Kilowatt installierte Leistung und 800 Voltampere Wechselrichterleistung, während eine typische Dachanlage im Einfamilienhaus ein Vielfaches davon leistet. Ein Balkonkraftwerk ersetzt kein Dach, es überbrückt eine Situation, in der keins zur Verfügung steht.
Der dritte, etwas seltenere Fehler: eine Freiflächenanlage planen und bauen, ohne vorher beim Bauamt nachzufragen – und danach feststellen, dass Höhe oder Standort nicht zulässig waren.
Dabei kennt das EEG für genau diesen Fall eine eigene Vergütung: Steht auf dem Grundstück ein Wohngebäude, das sich nach § 48 Absatz 1 EEG nicht für eine Solaranlage eignet, überschreitet die Anlage dessen Grundfläche nicht und bleibt sie unter 20 Kilowatt, beträgt der anzulegende Wert 7 Cent pro Kilowattstunde. Wer die Bedingungen nicht kennt, plant an dieser Vergütung vorbei. Der vierte: sich für den erstbesten Anbieter zu entscheiden, ohne den Anlagentyp überhaupt mit einem zweiten Betrieb gegenzuprüfen, der vielleicht eine andere, besser passende Lösung vorschlägt.
Wenn du direkt mehrere geprüfte Solarteure aus deiner Region gegenüberstellen willst, findest du dafür unseren Anbieter-Test und die Übersicht unter Solarteure in deiner Region. Für eine erste grobe Ertrags- und Kostenschätzung ohne Beratungsgespräch nutze unseren PV-Rechner.
Und falls du am Ende zwischen zwei oder drei Anbietern mit unterschiedlichen Anlagentyp-Empfehlungen sitzt: Ein strukturierter Anbieter-Vergleich hilft mehr als jedes einzelne Verkaufsgespräch – dazu mehr in PV-Anbieter im Vergleich.
Häufige Fragen
Welcher PV-Anlagentyp ist der Standard für Einfamilienhäuser? +
Wie viel teurer ist eine Indach-Anlage im Vergleich zur Aufdach-Montage? +
Brauche ich für eine Freiflächenanlage im eigenen Garten eine Baugenehmigung? +
Wie viel Strom liefert ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt wirklich? +
Muss ich mein Balkonkraftwerk 2026 noch anmelden? +
Kann ich mehrere Anlagentypen miteinander kombinieren? +
Ist Solarthermie eine Alternative zu Photovoltaik? +
Was kostet ein Balkonkraftwerk und lohnt es sich finanziell? +
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