Marktstammdatenregister: PV-Anlage richtig anmelden (Schritt für Schritt)
Wer muss die PV-Anlage im Marktstammdatenregister anmelden, welche Daten brauchst du dafür, und was passiert, wenn du die Ein-Monats-Frist verpasst? Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung durch das MaStR-Portal der Bundesnetzagentur.

Foto: Pixabay / AymaneJed
Inhaltsverzeichnis · 9 Abschnitte
- 1.Was ist das Marktstammdatenregister überhaupt?
- 2.Was im Marktstammdatenregister fehlt: die Lücke zwischen Anmeldung und Bestand
- 3.Wer muss die Anlage anmelden – du oder dein Solarteur?
- 4.Welche Daten du vor der Anmeldung parat haben solltest
- 5.Schritt für Schritt: So meldest du deine PV-Anlage im MaStR an
- 6.Die Frist: Ein Monat nach Inbetriebnahme – und was „Inbetriebnahme" wirklich bedeutet
- 7.Bestehenden Eintrag korrigieren oder aktualisieren
- 8.Checkliste: Vor und nach der MaStR-Anmeldung
- 9.Häufige Fragen
Die Anlage läuft seit Wochen – und die Marktstammdatenregister-Anmeldung ist schlicht untergegangen. Meistens, weil niemand den Betreibern gesagt hat, dass das ihre Aufgabe ist und nicht die des Installationsbetriebs. Es gibt beide Seiten: den Solarteur, der die Anmeldung im Kundenauftrag miterledigt, und den Betreiber, der am Ende rechtlich dafür geradesteht, wenn im Register nichts steht.
Deshalb gibt es diesen Ratgeber als reinen Praxis-Leitfaden – kein Gesetzestext, sondern eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deine PV-Anlage korrekt, fristgerecht und ohne Stress im Marktstammdatenregister anmeldest. Für den größeren rechtlichen Rahmen – EEG-Reform, Einspeisevergütung, Fristen rund um den Bestandsschutz – findest du alles Weitere in unserem Ratgeber Förderung & Recht. Hier geht es nur um die Anmeldung selbst.
Ein Nebeneffekt der Registrierung wird selten erwähnt: Mehrere Vorschriften des Stromsteuerrechts knüpfen ausdrücklich daran an, ob eine Anlage im Marktstammdatenregister eingetragen ist – etwa § 1a Absatz 5a der Stromsteuer-Durchführungsverordnung und § 5 Absatz 4 des Stromsteuergesetzes. Was daran hängt, steht im Ratgeber Stromsteuer bei Photovoltaik.
Was ist das Marktstammdatenregister überhaupt?
Das Marktstammdatenregister, kurz MaStR, ist das zentrale Register der Bundesnetzagentur für sämtliche Strom- und Gaserzeugungsanlagen in Deutschland. Es wurde eingeführt, damit Netzbetreiber, Übertragungsnetzbetreiber, Behörden und die Bundesnetzagentur selbst jederzeit wissen, wie viele Anlagen welcher Art, Größe und Leistung an welchem Ort ans Netz angeschlossen sind.
Für Photovoltaik-Anlagen ist das keine Kür, sondern eine gesetzliche Pflicht: Jede Erzeugungsanlage, die mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist, muss registriert werden – vom Balkonkraftwerk mit 800 Watt bis zur großen Freiflächenanlage. Die Größe spielt für die Registrierungspflicht selbst keine Rolle, nur für den Umfang der abgefragten Daten.
Wichtig für die Einordnung: Das MaStR ist öffentlich einsehbar, aber die meisten Detaildaten wie genaue Adressen oder Betreiberkontakte sind nur für Netzbetreiber, Behörden und dich selbst sichtbar. Öffentlich abrufbar sind in erster Linie aggregierte und anonymisierte Werte, etwa wie viel PV-Leistung in einer Postleitzahl installiert ist.
Seit dem Solarpaket I, das am 16. Mai 2024 in Kraft trat, ist die separate Meldung beim Netzbetreiber ausdrücklich für steckerfertige Balkonkraftwerke innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen entfallen – hier reicht seither die Registrierung im MaStR, die Daten laufen automatisiert beim Netzbetreiber auf, wie die Bundesnetzagentur in ihren FAQ bestätigt.
Für reguläre Dach- oder Freiflächenanlagen bleibt das Netzanschlussbegehren beim Netzbetreiber dagegen ein eigener, von der MaStR-Registrierung getrennter Vorgang, den in der Praxis meist der Solarteur übernimmt. Das hat den Papierkram für Balkonkraftwerk-Betreiber spürbar reduziert, ändert aber nichts an der MaStR-Fristenlage.
Was im Marktstammdatenregister fehlt: die Lücke zwischen Anmeldung und Bestand
Ein Register ist nur so gut wie seine Meldequote – und bei den kleinsten Anlagen klafft die auffällig auseinander. Die Zeitung für kommunale Wirtschaft hat am 11. Juni 2025 drei Zahlen nebeneinandergestellt, die denselben Gegenstand betreffen und trotzdem nicht dasselbe messen.
Der Bundesverband Solarwirtschaft schätzte, im Juni 2025 dürften mehr als eine Million Steckersolargeräte bei der Bundesnetzagentur registriert sein – mit dem Hinweis, dass Nachmeldungen erfahrungsgemäß erst mit einigen Wochen Verzug eingehen.
Energy Charts am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme sah dieselbe Marke schon Ende Mai 2025 überschritten – zählt dabei aber alle Gebäudeanlagen unter 2 Kilowattpeak mit, während ein Steckersolargerät im engeren Sinn auf 800 Watt Wechselrichterleistung begrenzt ist.
Zwei Zahlen, zwei Abgrenzungen, kein Widerspruch – aber ein Hinweis darauf, wie wenig eine Stückzahl ohne die zugehörige Definition trägt.
Die dritte Zahl ist die interessante. Leonhard Probst, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer ISE und Leiter von Energy Charts, beziffert im selben Bericht den tatsächlich installierten Bestand auf rund 1,1 Millionen Kleinstanlagen mit zusammen über 1 Gigawattpeak – und hält die Dunkelziffer für zwei- bis dreimal so hoch, woraus sich etwa 2,5 Gigawattpeak tatsächlich installierter Leistung ergäben.
Eine Studie der HTW Berlin aus dem Jahr 2022 kam laut demselben Bericht auf eine Anmeldequote von unter 50 Prozent.
Gegengerechnet: Bei gut einer Million registrierter Geräte und einem Bestand vom Zwei- bis Dreifachen liegt die Registrierungsquote zwischen rund 33 und 50 Prozent. Von der Leistungsseite kommt derselbe Faktor noch einmal heraus – 2,5 Gigawattpeak geschätzter Bestand gegen gut 1 Gigawattpeak registrierte Leistung. Die HTW-Quote von 2022 liegt in demselben Band. Drei Wege, ein Ergebnis: Jedes zweite bis dritte Balkonkraftwerk in Deutschland steht nicht im Register.
Für dich als Betreiber hat das zwei praktische Folgen. Erstens: Dass „das doch fast niemand macht“, stimmt bei Steckersolargeräten tatsächlich – ändert aber nichts an der Pflicht und nichts an den Folgen, die weiter unten in diesem Ratgeber stehen. Zweitens, und wichtiger für die Praxis: Wer aus MaStR-Auswertungen ableitet, wie viel Photovoltaik in seiner Straße oder Postleitzahl steht, unterschätzt den kleinen Anlagenbestand systematisch. Bei Dachanlagen ist die Lage anders – die laufen über den Netzanschluss und die Einspeiseabrechnung und tauchen deshalb praktisch vollständig auf.
Eine Einschränkung gehört dazu: Alle vier Angaben stammen aus einem Bericht vom Juni 2025 und beziehen sich auf 2025 beziehungsweise 2022. Eine aktuellere Stückzahl direkt von der Bundesnetzagentur war für diesen Ratgeber nicht auffindbar – weder die MaStR-Seite der Behörde noch ihre FAQ zu Balkon-Solaranlagen nennen Registerstände. Kursierende Zahlen für 2026 stammen durchweg aus zweiter Hand und stehen hier deshalb nicht.
Wer muss die Anlage anmelden – du oder dein Solarteur?
Die Registrierungspflicht trifft nach § 5 Absatz 1 Marktstammdatenregisterverordnung den Betreiber der Anlage – und genau hier entstehen die meisten Missverständnisse. Rechtlich verpflichtet ist immer der Anlagenbetreiber – also die Person oder das Unternehmen, in dessen Namen die Anlage läuft und die wirtschaftlich über den erzeugten Strom verfügt.
Das bist in aller Regel du als Eigentümer des Hauses beziehungsweise der Anlage, nicht dein Installationsbetrieb. Der Solarteur baut die Anlage, nimmt sie in Betrieb und stellt dir das Inbetriebnahmeprotokoll aus – aber die Pflicht, das Register zu füttern, bleibt bei dir, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde.
In der Praxis übernehmen viele seriöse Solarteure die Anmeldung als Serviceleistung im Rahmen des Installationsauftrags. Das ist kundenfreundlich, aber kein Automatismus und rechtlich nicht verpflichtend für den Betrieb. Auch einige reine Balkonkraftwerk-Händler wie priwatt werben mit einem kostenlosen Anmeldeservice für ihre Kunden.
Verlass dich deshalb nie stillschweigend darauf. Frag aktiv nach, wer die Anmeldung übernimmt, und lass dir das am besten schriftlich im Angebot oder Auftrag bestätigen. Falls dein Solarteur die Anmeldung nicht anbietet oder du selbst mehr Kontrolle willst, ist der Weg über das MaStR-Portal in unter 20 Minuten erledigt – die Schritte dazu findest du weiter unten.
Etwas komplizierter wird es, wenn die Anlage nicht einer einzelnen Person, sondern mehreren gemeinsam gehört – etwa Ehepaaren, Erbengemeinschaften oder eigens für die Anlage gegründeten GbRs bei Mehrfamilienhäusern. In diesem Fall registriert sich in der Regel eine Person stellvertretend als Marktakteur, während im Formular zusätzlich alle wirtschaftlich Berechtigten hinterlegt werden.
Wichtig ist dabei vor allem eines: Die Person, die im Register als Betreiber eingetragen ist, sollte auch tatsächlich diejenige sein, auf deren Namen die Einspeisevergütung später ausgezahlt wird. Weicht das voneinander ab, etwa weil formal der Ehemann eingetragen ist, die Auszahlung aber auf ein gemeinsames Konto der Ehefrau erfolgen soll, kommt es in der Praxis erfahrungsgemäß zu Rückfragen des Netzbetreibers – ein Anruf vorab erspart hier oft Wochen an Klärungsaufwand.
Welche Daten du vor der Anmeldung parat haben solltest
Das Formular im MaStR-Portal fragt eine ganze Reihe technischer Details ab. Wenn du alle Angaben vorher gesammelt hast, dauert die eigentliche Eingabe nur wenige Minuten. Die folgende Übersicht zeigt, welche Angaben typischerweise verlangt werden und wo du sie findest.
| Angabe | Beispiel | Wo du sie findest | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Inbetriebnahmedatum | 14.03.2026 | Inbetriebnahmeprotokoll des Solarteurs | Startpunkt der 1-Monats-Frist |
| Installierte Leistung | 9,8 kWp | Datenblatt der Module × Modulanzahl | Bestimmt Vergütungssatz und Meldeumfang |
| Zählpunktbezeichnung (MaLo-ID) | DE00... | Zählerstammblatt oder Netzanschlussbestätigung des Netzbetreibers | Verknüpft Anlage mit dem Netzanschlusspunkt |
| Zuständiger Netzbetreiber | z. B. örtlicher Verteilnetzbetreiber | Stromrechnung oder Netzanschlussbestätigung | Wird im Formular als Anlagenbetreiber-Netzbetreiber-Zuordnung hinterlegt |
| Standortadresse der Anlage | Straße, PLZ, Ort | Grundbuch bzw. Adresse des Gebäudes | Muss mit Netzanschluss übereinstimmen |
| Modulanzahl und Ausrichtung | 28 Module, Süd-Ost 30° | Anlagenplanung des Solarteurs | Technische Detailangaben im Formular |
| Speicherdaten (falls vorhanden) | Kapazität in kWh | Datenblatt des Batteriespeichers | Speicher werden im MaStR separat als eigene Einheit erfasst |
Die Zählpunktbezeichnung – oft auch Marktlokations-ID oder MaLo-ID genannt – ist erfahrungsgemäß der Punkt, an dem die meisten Betreiber ins Stocken geraten, weil sie das Dokument nicht wiederfinden. Sie steht in der Regel auf der Netzanschlussbestätigung, die dein Netzbetreiber nach der Zählerinstallation verschickt, teilweise auch auf der Jahresstromrechnung. Wenn du sie partout nicht findest, hilft ein kurzer Anruf beim Netzbetreiber – die Nummer ist dort in Sekunden nachschlagbar.
Schritt für Schritt: So meldest du deine PV-Anlage im MaStR an
Die Registrierung läuft über das kostenlose Online-Portal www.marktstammdatenregister.de und gliedert sich in zwei getrennte Vorgänge: Erst registrierst du dich einmalig als Marktakteur, dann meldest du in einem zweiten Schritt die konkrete Anlage an. Wer bereits als Marktakteur registriert ist – etwa weil vorher schon ein Balkonkraftwerk oder eine andere Anlage gemeldet wurde – überspringt den ersten Teil und beginnt direkt mit der Anlagenregistrierung.
Schritt 1: Als Marktakteur registrieren. Auf der Startseite des Portals wählst du „Registrierung" und dann, ob du dich als natürliche Person oder als Unternehmen anmeldest – für ein privates Einfamilienhaus ist das in aller Regel die natürliche Person. Du gibst eine gültige E-Mail-Adresse sowie deine Stammdaten (Name, Adresse, Kontaktdaten) ein. Besondere Unterlagen brauchst du dafür nicht.
Schritt 2: Konto per E-Mail aktivieren. Nach dem Absenden erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit einem Aktivierungslink. Klickst du diesen Link an, führt dich der Registrierungsassistent des Portals durch die restlichen Angaben, bis dein Marktakteurs-Konto vollständig angelegt ist. Erst danach kannst du dich mit deinen Zugangsdaten regulär einloggen.
Schritt 3: Neue Einheit registrieren. Im eingeloggten Bereich gehst du auf „Meine Einheiten" und wählst dort „Neue Einheit registrieren" sowie als Sparte „Stromerzeugung". Anschließend wählst du die Anlagenart Photovoltaik aus und trägst die technischen Daten aus deiner Vorbereitungsliste ein: Standort, installierte Leistung in kWp, Modulanzahl und -ausrichtung, Inbetriebnahmedatum sowie die Zählpunktbezeichnung und den zuständigen Netzbetreiber.
Schritt 4: Angaben prüfen und absenden. Vor dem endgültigen Absenden zeigt dir das Portal eine Zusammenfassung aller Eingaben. Kontrolliere hier besonders das Inbetriebnahmedatum und die kWp-Leistung noch einmal gegen dein Inbetriebnahmeprotokoll, denn genau diese beiden Werte werden später am häufigsten fehlerhaft übernommen. Nach dem Absenden ist die Anlage sofort im Register erfasst, eine Freischaltung durch Dritte ist nicht nötig.
Schritt 5: Bestätigung sichern. Speichere die vom Portal angezeigte oder per E-Mail zugesandte Bestätigung der Registrierung als PDF ab. Sie ist dein Nachweis gegenüber Netzbetreiber, Steuerberater und – falls es doch einmal zu einer Rückfrage der Bundesnetzagentur kommt – auch gegenüber der Behörde selbst.

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Der gesamte Vorgang ist für Privatpersonen kostenlos und lässt sich, wenn alle Daten vorliegen, in der Regel innerhalb von 10 bis 15 Minuten abschließen. Fachwissen brauchst du dafür nicht – der Registrierungsassistent führt dich Feld für Feld durch das Formular und erklärt die meisten Begriffe direkt in der Eingabemaske.
Die Frist: Ein Monat nach Inbetriebnahme – und was „Inbetriebnahme" wirklich bedeutet
Die gesetzliche Frist für die Registrierung im Marktstammdatenregister beträgt einen Monat nach Inbetriebnahme deiner Anlage (§ 5 Absatz 5 Marktstammdatenregisterverordnung).
Entscheidend ist dabei nicht das Datum der Montage, nicht der Tag der Rechnung und auch nicht das Bestelldatum – maßgeblich ist der Zeitpunkt, an dem erstmals selbst erzeugter Solarstrom genutzt wurde. Diesen Zeitpunkt dokumentiert dein Solarteur im Inbetriebnahmeprotokoll, das damit zur zentralen Beweisgrundlage sowohl gegenüber dem Netzbetreiber als auch für das Register wird.
Die teurere Folge steht nicht in der Marktstammdatenregisterverordnung, sondern im EEG – und sie wird in Ratgebern zu diesem Thema fast durchgängig übersehen. Nach § 52 Absatz 1 Nummer 11 EEG 2023 kann eine unterbliebene Registrierung eine Zahlung an den Netzbetreiber auslösen. Absatz 2 beziffert sie auf 10 Euro pro Kilowatt installierter Leistung und Kalendermonat, in dem der Pflichtverstoß ganz oder zeitweise vorliegt.
Bei einer Anlage mit 9,2 Kilowatt und zwölf Monaten Verspätung sind das 1.104 Euro – deutlich mehr, als die meisten für eine vergessene Formalie erwarten.
Absatz 3 Nummer 1 enthält aber den Hebel, der die Sache entschärft: Sobald die Pflicht erfüllt wird, sinkt die Zahlung auf 2 Euro pro Kilowatt und Monat – und diese Verringerung wirkt zurück bis zum Beginn des Pflichtverstoßes. Aus 1.104 Euro werden im selben Beispiel 220,80 Euro. Die Reihenfolge ist damit vorgegeben: erst nachmelden, dann über die Rechnung diskutieren. Wer zuerst Widerspruch einlegt und die Registrierung liegen lässt, zahlt für jeden weiteren Monat den vollen Satz.
Ein Halbsatz derselben Vorschrift entscheidet allerdings darüber, ob die Zahlung überhaupt entsteht – und er fehlt in fast allen Darstellungen, auch in dieser hier bis zuletzt. § 52 Absatz 1 Nummer 11 EEG 2023 knüpft die Zahlung im Wortlaut daran, dass die Registrierungsdaten nicht an das Register übermittelt wurden „und keine Meldung nach § 71 Absatz 1 Nummer 1 erfolgt ist“. Beide Bedingungen müssen zusammentreffen.
§ 71 Absatz 1 Nummer 1 EEG 2023 verlangt, dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Jahres alle für die Endabrechnung des Vorjahres erforderlichen Daten anlagenscharf zur Verfügung zu stellen – dieselbe Frist, die weiter unten in diesem Ratgeber noch einmal auftaucht.
Praktisch heißt das: Wer die MaStR-Anmeldung verschlafen, die jährliche Abrechnungsmeldung an den Netzbetreiber aber geliefert hat, erfüllt nur eine der beiden Voraussetzungen – nach dem Wortlaut entsteht die Zahlung dann nicht. Wer beides liegen lässt, zahlt. Für eine 9,2-Kilowatt-Anlage sind das die oben gerechneten 220,80 Euro nach dem Nachmelden statt der 1.104 Euro davor, und im günstigen Fall gar nichts.
Prüfe deshalb bei einer entdeckten Versäumnis zuerst, ob die Februar-Meldung für das betroffene Jahr beim Netzbetreiber liegt, bevor du eine bereits gestellte Rechnung akzeptierst.
Belastbar ist an dieser Stelle der Gesetzeswortlaut. Wie einzelne Netzbetreiber ihn anwenden, ist damit nicht gesagt, und eine veröffentlichte Entscheidung zu genau dieser Konstellation ist uns nicht bekannt. Wer sich darauf beruft, sollte den Nachweis über die Februar-Meldung parat haben – und im Zweifel die Clearingstelle EEG einschalten, die für Auslegungsfragen zum EEG genau dafür da ist.
Prüfe deshalb deine nächste Einspeisegutschrift auf eine Position „Zahlung nach § 52 EEG". Taucht sie auf, gleiche das dort genannte Startdatum mit dem Inbetriebnahmedatum im Protokoll ab – beides muss zusammenpassen.
Die gute Nachricht: Eine verspätete Anmeldung ist kein Weltuntergang und lässt sich jederzeit nachholen. Sobald die Registrierung im System steht, zahlt der Netzbetreiber die währenddessen aufgelaufene Einspeisevergütung nach – anders als oft angenommen ist sie nicht verloren, sondern nur verzögert ausgezahlt, weil die Fälligkeit bis zur Registrierung gehemmt war (§ 23 MaStRV).
Ein echter, nicht mehr aufholbarer Schaden entsteht erst dann, wenn zusätzlich zur MaStR-Registrierung auch die jährliche EEG-Meldung an den Netzbetreiber (Frist: 28. Februar des Folgejahres) versäumt wird – dazu gleich mehr. Genau deshalb lohnt es sich trotzdem, die Anmeldung so früh wie möglich zu erledigen: Du vermeidest damit sowohl den Liquiditätsnachteil der ausbleibenden Abschlagszahlungen als auch das Risiko, die zweite Frist aus den Augen zu verlieren.
Eine Beobachtung, die viele Betreiber überrascht: Der Netzbetreiber prüft die Registrierung in aller Regel nicht sofort nach Inbetriebnahme, sondern erst im Zuge der jährlichen Abrechnung der Einspeisevergütung. Das führt dazu, dass eine fehlende Anmeldung häufig erst Monate später auffällt. Die Auszahlung verzögert sich dadurch entsprechend lange, dein Anspruch selbst bleibt aber bestehen und wird bei der Nachmeldung vollständig nachgezahlt.
Teuer wird es nur, wenn parallel eine zweite Pflicht verletzt wurde: Bleiben sowohl die MaStR-Registrierung als auch die EEG-Jahresmeldung aus, wertet die Bundesnetzagentur das als "Doppelverstoß" nach § 52 Absatz 1 Nummer 11 EEG – dafür wird eine echte Sanktionszahlung von 10 Euro je Kilowatt installierter Leistung und Kalendermonat an den Netzbetreiber fällig, die anders als die gehemmte Vergütung nicht einfach nachgeholt werden kann.
Ein Reminder direkt am Tag der Inbetriebnahme, sei es im Kalender des Smartphones oder als Notiz neben der Solaranlagen-Unterlage, kostet eine Minute und erspart im Zweifel sowohl den Liquiditätsnachteil als auch dieses Sanktionsrisiko.
| Konsequenz | Rechtsgrundlage | Was passiert | Quelle |
|---|---|---|---|
| Gehemmte Auszahlung | § 23 MaStRV | Netzbetreiber darf erst nach Registrierung zahlen, holt aufgelaufene Beträge dann vollständig nach - kein endgültiger Verlust | Bundesnetzagentur-FAQ |
| Sanktionszahlung (nur bei Doppelverstoß) | § 52 Abs. 1 Nr. 11, Abs. 2 und 3 EEG | 10 Euro je kWp und Monat, wenn zusätzlich zur MaStR-Registrierung auch die EEG-Jahresmeldung (Frist 28.2. des Folgejahres) fehlt; sinkt rückwirkend auf 2 Euro je kWp und Monat, sobald beide Pflichten erfüllt sind - dieser Betrag bleibt geschuldet | Bundesnetzagentur-FAQ |
| Bußgeld | § 21 MaStRV i. V. m. § 95 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. e, Abs. 2 Nr. 5 EnWG | Ordnungswidrigkeit, Bußgeldrahmen bis zu 50.000 Euro | Gesetze im Internet (BMJ) |
Bestehenden Eintrag korrigieren oder aktualisieren
Anlagen verändern sich über die Jahre: Ein Speicher kommt dazu, ein Wechselrichter wird getauscht, die Leistung wird durch zusätzliche Module erhöht, oder das Haus – und damit die Anlage – wechselt den Eigentümer. In all diesen Fällen bist du als sogenannter Dateninhaber verpflichtet, den MaStR-Eintrag aktuell zu halten.
Die Daten müssen laut Registerregeln stets dem tatsächlichen Stand entsprechen und sind in der Regel spätestens einen Monat nach der jeweiligen Änderung zu aktualisieren – dieselbe Monatsfrist gilt also nicht nur für die Erstanmeldung, sondern für jede spätere Änderung ebenso.
Technisch läuft die Korrektur so ab: Du loggst dich in dein Marktakteurs-Konto ein, gehst über „Meine Einheiten" in die Detailansicht der betroffenen Anlage und wählst dort die passende Option. Das Portal unterscheidet zwischen zwei Fällen, die du nicht verwechseln solltest: Geht es um einen reinen Tippfehler oder eine falsch übernommene Angabe von Anfang an, wählst du „Irrtum korrigieren".
Hat sich dagegen an der Anlage selbst tatsächlich etwas verändert – etwa durch eine Leistungserweiterung –, wählst du stattdessen die Option zur Meldung einer technischen Änderung. Der Unterschied ist mehr als Formsache: Bei einer echten Änderung wird der alte Wert nicht überschrieben, sondern zusammen mit dem Änderungsdatum als sogenannte Leistungshistorie im Register archiviert, während eine Korrektur den ursprünglichen Fehler einfach ersetzt.
Ein Sonderfall ist der Eigentümerwechsel, etwa beim Hausverkauf: Hier reicht eine einfache Datenkorrektur nicht aus, sondern es muss eine formale Marktakteursübertragung im Portal durchgeführt werden, bei der die Anlage vom bisherigen auf den neuen Betreiber umgeschrieben wird. Sprich das Thema bei einem Hausverkauf am besten frühzeitig mit dem Notar oder direkt mit dem neuen Eigentümer an, damit die Übertragung nicht in der Übergabehektik untergeht.
Checkliste: Vor und nach der MaStR-Anmeldung
Damit du den Überblick behältst, hier die wichtigsten Punkte rund um die Anmeldung in kompakter Form zum Abhaken.
✅ Ihre Checkliste für: Checkliste: Vor und nach der MaStR-Anmeldung
Wenn du dir unsicher bist, ob deine bestehende Anlage überhaupt korrekt gemeldet ist – etwa weil du sie vor Jahren gekauft hast und die Unterlagen nicht mehr vollständig sind –, kannst du deinen eigenen Eintrag im MaStR-Portal jederzeit einsehen, sobald du als Marktakteur eingeloggt bist.
Ein kurzer Abgleich mit deiner tatsächlichen Anlage lohnt sich besonders dann, wenn demnächst ein Speicher oder eine Erweiterung ansteht, bei der ohnehin Daten aktualisiert werden müssen. Wie sich die Kosten für eine Erweiterung oder einen Speicher realistisch einordnen lassen, erfährst du in unserem Ratgeber zu PV-Kosten.

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Häufige Fragen
Muss ich mein Balkonkraftwerk auch im Marktstammdatenregister anmelden? +
Kostet die Anmeldung im Marktstammdatenregister etwas? +
Was passiert, wenn ich die Anmeldung ganz vergesse und sie erst Jahre später auffällt? +
Muss ich meinen Netzbetreiber zusätzlich zur MaStR-Anmeldung separat informieren? +
Wer trägt die Verantwortung, wenn mein Solarteur die Anmeldung zugesagt, aber vergessen hat? +
Kann ich die MaStR-Anmeldung auch für eine Anlage nachholen, die ich gebraucht gekauft habe? +
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