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Photovoltaikanlage und Wärmepumpe kombinieren: So rechnet sich das Duo

Wie viel größer PV-Anlage und Speicher für eine Wärmepumpe wirklich werden müssen, was die §14a-EnWG-Steuerbarkeitspflicht seit 2024 bedeutet, und wie viel das Duo gegenüber einer reinen Netzstrom-Wärmepumpe tatsächlich spart.

⏱️ 14 Lesezeit📅 Juli 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht am 21. Juli 2026 · zuletzt geprüft am 05. September 2026
Nahaufnahme einer anthrazitfarbenen Wärmepumpen-Außeneinheit mit rundem Lüftungsgitter und Ventilator an einer verputzten Hauswand.

Foto: Mueller felix · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
  1. 1.PV-Anlage und Wärmepumpe kombinieren: Warum das Duo 2026 zum Standard wird
  2. 2.Wie viel Strom eine Wärmepumpe wirklich braucht – die Grundlage jeder Dimensionierung
  3. 3.Die Sizing-Faustregel: Wie viel PV-Leistung zusätzlich für die Wärmepumpe?
  4. 4.§14a EnWG: Was die Steuerbarkeitspflicht für deine neue Wärmepumpe bedeutet
  5. 5.Gemeinsam planen oder später nachrüsten? Der Unterschied in der Praxis
  6. 6.Realistische Ersparnis: PV plus Wärmepumpe gegenüber Wärmepumpe allein am Netzstrom
  7. 7.Der teure Fehler: Warum eine unterdimensionierte Anlage bei PV plus Wärmepumpe besonders wehtut
  8. 8.Praxisbeispiel: Musterrechnung für ein Einfamilienhaus
  9. 9.Checkliste: PV und Wärmepumpe sauber zusammen planen
  10. 10.Häufige Fragen

PV-Anlage und Wärmepumpe kombinieren: Warum das Duo 2026 zum Standard wird

Wer heute eine PV-Anlage plant, denkt in vielen Fällen gleichzeitig über eine neue Heizung nach. Beides gehört zusammen betrachtet statt getrennt geplant. Der Grund ist simpel – eine Wärmepumpe ist der mit Abstand größte und planbarste Stromverbraucher, den ein Einfamilienhaus normalerweise hat, und genau das macht sie zum idealen Partner für Solarstrom.

Trotzdem stehen sich zwei Fehler fast spiegelbildlich gegenüber: Auf der einen Seite Haushalte, die eine Wärmepumpe einbauen lassen und ihre bestehende, meist auf den reinen Haushaltsstrom ausgelegte PV-Anlage einfach unverändert weiterlaufen lassen – und sich dann wundern, warum die Stromrechnung trotz Solaranlage kaum sinkt. Auf der anderen Seite Haushalte, denen eine überdimensionierte Anlage samt Riesenspeicher verkauft wird, die sich wegen der hohen Zusatzinvestition nie amortisiert.

Wie weit die Kombination im Neubau bereits Standard ist, sagt die amtliche Statistik: In 73,6 Prozent der rund 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude ist die Wärmepumpe die hauptsächliche Heizung, bei Einfamilienhäusern sind es 77,9 Prozent (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N038 vom 10. Juni 2026).

Bei den 62.100 im selben Jahr genehmigten Wohngebäuden liegt der Anteil sogar bei 83,0 Prozent — was heute geplant wird, ist noch häufiger eine Wärmepumpe als das, was gerade fertig geworden ist.

Diese Neubauquote lässt sich allerdings nicht auf den Gebäudebestand übertragen, und die Zahlen dazu liegen weit auseinander. Nach dem Zensus 2022, den dieselbe Destatis-Mitteilung heranzieht, wurden nur 4,2 Prozent aller bestehenden Gebäude mit Wohnraum mit Solar- oder Geothermie, Umwelt- oder Abluftwärme beheizt — in der Regel also per Wärmepumpe —, während 53,9 Prozent an einer Gasheizung hingen.

Der Bundesverband Wärmepumpe meldet für 2025 zugleich 299.000 abgesetzte Heizungs-Wärmepumpen, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und beziffert den Anteil, der in Bestandsgebäude geht, auf knapp 80 Prozent. Die drei Zahlen widersprechen sich nicht: Der Absatz läuft überwiegend in einen Bestand, in dem die Wärmepumpe trotzdem noch die Ausnahme ist. Praktisch heißt das, dass der typische Fall selten „Neubau mit allem gleichzeitig" lautet, sondern „Haus steht, PV-Anlage vielleicht auch schon, Wärmepumpe kommt später".

Dieser Artikel zeigt dir, wie du die Anlagengröße realistisch an deinen Wärmepumpen-Strombedarf anpasst, was die neuen §14a-EnWG-Regeln für Steuerbarkeit bedeuten, und wie viel du mit der Kombination gegenüber einer reinen Wärmepumpe am Netzstrom wirklich sparst. Grundlagen zur reinen PV-Wirtschaftlichkeit findest du in unserem Ratgeber PV-Wirtschaftlichkeit 2026, Details zu Speichertechnologien in unserem Speicher-Vergleich.

Wie viel Strom eine Wärmepumpe wirklich braucht – die Grundlage jeder Dimensionierung

Bevor überhaupt über zusätzliche kWp gesprochen werden kann, muss der tatsächliche Stromverbrauch der Wärmepumpe feststehen. Und hier gehen die Zahlen je nach Gebäude weit auseinander. Ein gut gedämmter Neubau mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur kommt oft mit 4.300 bis 5.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr aus.

Ein unsanierter Altbau mit Heizkörpern und hoher Vorlauftemperatur kann dagegen 8.000 bis 10.000 kWh pro Jahr benötigen – mehr als doppelt so viel. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Deutschland liegt nach aktuellen Marktbeobachtungen häufig zwischen 3.000 und 6.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr, wobei 5.000 bis 6.000 kWh im Standard-Einfamilienhaus keine Seltenheit sind.

Die genaue Zahl ergibt sich rechnerisch aus dem Wärmebedarf deines Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Anlage. Ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf im Jahr kommt bei einer JAZ von 3,5 auf etwa 4.286 kWh Strombedarf, bei einer JAZ von 4,5 nur noch auf rund 3.333 kWh.

Genau deshalb raten wir dazu, sich vom Heizungsbauer vorab eine seriöse Heizlastberechnung geben zu lassen, statt mit Pauschalwerten aus dem Internet zu planen – die Differenz zwischen einer schlecht und einer gut eingestellten Wärmepumpe kann locker 1.000 bis 2.000 kWh im Jahr ausmachen, und genau diese Zahl entscheidet später darüber, wie groß deine PV-Anlage tatsächlich werden sollte.

Frag deinen Heizungsbauer explizit nach der erwarteten Jahresarbeitszahl für dein konkretes Haus, nicht nach dem Laborwert des Herstellers. Die reale JAZ im Betrieb liegt je nach Vorlauftemperatur und Dämmstandard oft spürbar niedriger als der Katalogwert – das verändert deinen tatsächlichen Strombedarf und damit die passende PV-Anlagengröße.

Wie groß der Unterschied zwischen Wärmepumpentypen in der Praxis tatsächlich ausfällt, zeigt die bislang umfangreichste deutsche Langzeitmessung an Bestandsanlagen: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat vier Jahre lang an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern die tatsächliche Jahresarbeitszahl gemessen, teils als Fortsetzung des 2019 abgeschlossenen Vorgängerprojekts „WPsmart im Bestand“.

Das Ergebnis (Presseinformation vom 03.11.2025) zeigt, warum Katalogwerte mit Vorsicht zu genießen sind: Luft/Wasser-Wärmepumpen – mit Abstand die häufigste Bauart in Deutschland – erreichten im Mittel eine JAZ von 3,4, mit einer Bandbreite von 2,6 bis 4,9 je nach Gebäude und Installationsqualität.

Erdgekoppelte Sole/Wasser-Wärmepumpen lagen im Schnitt bei 4,3 (Bandbreite 3,6 bis 5,4). Eine Korrelation zwischen Baujahr des Gebäudes und Effizienz der Wärmepumpe fanden die Forschenden dabei nicht – ein schlecht ausgelegtes System in einem sanierten Neubau kann also schlechter laufen als eine gut geplante Anlage im Altbau.

WärmepumpentypMittlere JAZ (Feldtest 2025)BandbreiteMittlere JAZ (Vorgängerstudie 2019)
Luft/Wasser-Wärmepumpe3,42,6–4,93,1
Sole/Wasser-Wärmepumpe (Erdreich)4,33,6–5,44,1
Zwei maßstäbliche Spannenbalken auf einer JAZ-Skala bis 6: Luft/Wasser 2,6 bis 4,9 mit Mittelwert 3,4, Sole/Wasser 3,6 bis 5,4 mit Mittelwert 4,3.
Die Bandbreiten überlappen sich zwischen 3,6 und 4,9 — eine gut ausgelegte Luftwärmepumpe läuft besser als eine schlecht ausgelegte Erdwärmepumpe. Werte aus dem Fraunhofer-ISE-Feldtest, 03.11.2025. · Foto: Eigene Grafik

Für die Sizing-Faustregel im nächsten Abschnitt heißt das: Wer mit einer Sole/Wasser-Wärmepumpe plant, kann bei gleichem Wärmebedarf mit einem spürbar niedrigeren Strombedarf und damit einer kleineren PV-Zusatzleistung rechnen als bei einer Luft/Wasser-Wärmepumpe – vorausgesetzt, Auslegung und Installation stimmen.

Laut Fraunhofer ISE waren nämlich viele der gemessenen Anlagen bezogen auf den tatsächlichen Verbrauch überdimensioniert, und bei einem Teil der Systeme mit Kombispeicher war die Temperaturtrennung zwischen Heizkreis und Trinkwassererwärmung nicht sauber umgesetzt – beides erhöht den Strombedarf unnötig, unabhängig von der installierten PV-Leistung.

Die Sizing-Faustregel: Wie viel PV-Leistung zusätzlich für die Wärmepumpe?

Für die Frage, wie viel größer die Anlage wegen der Wärmepumpe werden muss, hat sich eine einfache Faustregel etabliert: Pro 1.000 kWh jährlichem Wärmepumpen-Strombedarf sollte zusätzlich etwa 1 kWp PV-Leistung eingeplant werden – oben drauf auf die Anlagengröße, die du ohnehin für den reinen Haushaltsstrom gebraucht hättest. Bei einem typischen Wärmepumpen-Strombedarf von 4.000 bis 5.000 kWh im Jahr sind das also grob 4 bis 5 kWp zusätzliche Modulleistung.

Für ein normales Einfamilienhaus mit vier Personen, Haushaltsstrom und Wärmepumpe landen die meisten Kombi-Planungen deshalb bei einer Gesamtanlage von 10 bis 15 kWp, kombiniert mit einem Speicher von 8 bis 12 kWh. Ist zusätzlich noch ein E-Auto geplant oder bereits vorhanden, verschiebt sich die sinnvolle Anlagengröße häufig weiter auf 15 bis 20 kWp, weil sich die beiden großen Verbraucher – Wärmepumpe und Wallbox – zeitlich überschneiden können und ein größerer PV-Ertrag beide Lasten gleichzeitig abdecken muss.

HaushaltstypEmpfohlene PV-LeistungEmpfohlener SpeicherTypischer WP-Strombedarf
Nur Haushaltsstrom, kein WP/E-Auto6–8 kWp4–6 kWh–
Haushalt + Wärmepumpe (Neubau)10–12 kWp6–8 kWhca. 4.000–5.000 kWh/Jahr
Haushalt + Wärmepumpe (Altbau)12–15 kWp8–10 kWhca. 6.000–8.000 kWh/Jahr
Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto15–20 kWp10–12 kWhca. 8.000–11.000 kWh/Jahr (WP + Auto)

Wichtig: Diese Tabelle ist keine starre Vorschrift, sondern ein Ausgangspunkt für das Gespräch mit dem Fachbetrieb. Dachfläche, Ausrichtung und Verschattung setzen in der Praxis oft die eigentliche Obergrenze – nicht jedes Dach hat Platz für 15 kWp.

Wer die maximale Dachfläche schon für die reine Haushaltsversorgung ausschöpft, muss die Erwartungen an den Wärmepumpen-Deckungsgrad entsprechend anpassen, statt auf eine Anlagengröße zu bestehen, die technisch gar nicht aufs Dach passt. Wie sich die Gesamtkosten für eine so dimensionierte Anlage zusammensetzen, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber PV-Kosten 2026.

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

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§14a EnWG: Was die Steuerbarkeitspflicht für deine neue Wärmepumpe bedeutet

Seit dem 1. Januar 2024 gilt eine Regelung, von der viele Bauherren erst spät im Prozess erfahren, obwohl sie für praktisch jede neue Wärmepumpe relevant ist: Nach §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) müssen sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit einer Anschlussleistung von mehr als 4,2 kW – dazu zählen Wärmepumpen, private Ladepunkte für E-Autos, Klimaanlagen und auch Batteriespeicher – dem Netzbetreiber gegenüber steuerbar sein, wenn sie ab diesem Stichtag neu ans Netz gehen.

Die allermeisten Wärmepumpen-Außeneinheiten liegen mit ihrer elektrischen Anschlussleistung über dieser Schwelle, das heißt: Wer 2026 eine neue Wärmepumpe einbauen lässt, kommt an dieser Pflicht in aller Regel nicht vorbei.

Praktisch bedeutet das: Der Netzbetreiber kann die Leistungsaufnahme deiner Wärmepumpe in Netzengpass-Situationen kurzzeitig auf einen Mindestwert von 4,2 kW dimmen – nicht komplett abschalten, sondern gedrosselt weiterlaufen lassen.

Für die Steuerung ist in der Regel eine Steuerbox in Verbindung mit einem intelligenten Messsystem (SMGW) notwendig, das dein Energieversorger oder Messstellenbetreiber bereitstellt. 2026 zeigt sich dabei ein Umsetzungsbild mit deutlichem Regionalgefälle: Steuerbox und Smart Meter sind zwar inzwischen vielerorts Pflichtausstattung, wie schnell die Schnittstelle beim jeweiligen Netzbetreiber tatsächlich aktiv geschaltet wird, unterscheidet sich aber von Region zu Region spürbar.

Im Gegenzug für die Steuerbarkeit gibt es ein reduziertes Netzentgelt, das du zwischen drei Modulen wählst (Details in der Bundesnetzagentur-FAQ zu §14a EnWG): Modul 1 ist eine pauschale, netzgebietsabhängige Reduzierung von rund 110 bis 190 Euro im Jahr (Stand 2023). Modul 2 senkt stattdessen den Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 Prozent, verlangt dafür aber einen separaten Stromzähler für die Wärmepumpe. Modul 3 ergänzt seit April 2025 zeitvariable Netzentgelte und lässt sich nur zusammen mit Modul 1 buchen. Das ist zusammen kein Vermögen, aber über die Lebensdauer der Anlage gerechnet ein spürbarer Nebeneffekt, den viele gar nicht auf dem Schirm haben.

Für die Kombination mit einer PV-Anlage ist der wichtige Punkt, dass §14a EnWG und deine eigene PV-Eigenverbrauchssteuerung zwei unterschiedliche, parallel laufende Systeme sind.

Der Netzbetreiber darf nur bei einem echten, angemeldeten Netzengpass eingreifen und auch dann nur auf den Mindestwert drosseln – deine private Steuerung, die die Wärmepumpe bevorzugt dann laufen lässt, wenn viel PV-Überschuss da ist (häufig über SG-Ready-Schnittstelle oder Energiemanagementsystem), bleibt davon unberührt und läuft in der Praxis die meiste Zeit unabhängig von der Netzbetreiber-Steuerung. Beide Ebenen ergänzen sich eher, als dass sie sich gegenseitig einschränken.

Ein Detail, das in Verkaufsgesprächen gerne unterschlagen wird: Ein Multi-Verbraucher-Haushalt mit Wärmepumpe, Wallbox und Batteriespeicher braucht 2026 mehr als nur einen simplen Funkrundsteuerempfänger mit hartem Ein/Aus-Schalten. Notwendig ist eine Energiemanagement-Ebene, die die verfügbaren 4,2 kW im Steuerfall intelligent auf die angeschlossenen Geräte verteilt, statt einfach alles gleichzeitig abzuwürgen. Frag deinen Fachbetrieb konkret, wie diese Verteilung bei deiner geplanten Gerätekombination technisch gelöst wird, bevor du unterschreibst.

Wichtig für die Einordnung: Der Netzbetreiber darf nur bei einer echten, konkreten Überlastungsgefahr eingreifen. Solange in einem Netzbereich noch nicht ausreichend Messdaten für eine laufende Steuerung vorliegen, ist sogar eine rein vorsorgliche Drosselung auf höchstens zwei Stunden täglich begrenzt und darf längstens 24 Monate ab der ersten präventiven Steuerung in diesem Netzbereich andauern.

Für die allermeisten Haushalte bleibt das eine theoretische Randbedingung – die Bundesnetzagentur selbst rechnet mit allenfalls geringen Einschränkungen und unwesentlichen Komforteinbußen, nicht mit Ausfällen von Wärmepumpe oder Ladevorgang.

Oben ein dunkler Balken mit der Steuerbarkeitspflicht ab 4,2 kW Anschlussleistung und dem Dimmen auf denselben Mindestwert, darunter drei Spalten für Modul 1 mit 110 bis 190 Euro Pauschale, Modul 2 mit 60 Prozent geringerem Arbeitspreis und Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten.
Die Pflicht kommt ohne Wahl, das Entgelt mit dreien — und Modul 2 lohnt nur, wer den separaten Zähler ohnehin setzt. · Foto: Eigene Grafik

Gemeinsam planen oder später nachrüsten? Der Unterschied in der Praxis

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Schritt 1 – Verbrauchsdaten zusammentragen. Trag deinen aktuellen Haushaltsstromverbrauch, den geplanten oder von deinem Heizungsbauer berechneten Wärmepumpen-Strombedarf und – falls absehbar – ein künftiges E-Auto zusammen. Diese drei Zahlen sind die Basis für jede seriöse Dimensionierung.

Schritt 2 – Dachfläche und Ausrichtung parallel prüfen lassen. Lass dir vom Solarteur zeigen, wie viel kWp dein Dach überhaupt hergibt, bevor du dich auf eine Zielgröße festlegst. Ost-West-Dächer liefern oft eine gleichmäßigere Tagesverteilung, was gerade für den Wärmepumpenbetrieb tagsüber von Vorteil sein kann.

Schritt 3 – Wechselrichter und Zählerschrank für die Zukunft mit auslegen lassen. Auch wenn die Wärmepumpe erst in zwei oder drei Jahren kommt: Ein Hybrid-Wechselrichter mit ausreichend Reserve und ein Zählerschrank, der zusätzliche Lastkreise aufnehmen kann, sparen später eine komplette Zweitmontage samt Anfahrt und Gerüst.

Schritt 4 – Steuerungskonzept von Anfang an mitdenken. Kläre schon in der PV-Planungsphase, ob eine SG-Ready-Schnittstelle zur Wärmepumpe später einfach nachrüstbar ist und wie die §14a-Steuerbox ins Gesamtkonzept passt.

Eine Möglichkeit, dieses Abstimmungsproblem von vornherein zu umgehen, ist ein Anbieter, der PV, Wärmepumpe, Speicher und Wallbox aus einer Hand plant und montiert – Enpal wirbt beispielsweise genau mit diesem Komplettportfolio.

Der Unterschied zwischen gemeinsamer Planung und späterer Nachrüstung ist in der Praxis größer, als viele erwarten. Wird die PV-Anlage zuerst gebaut und die Wärmepumpe erst Jahre später ergänzt, ist der Wechselrichter meist schon exakt auf den damaligen Bedarf ausgelegt – für die zusätzliche Last der Wärmepumpe reicht die Kapazität dann oft nicht mehr, und es muss ein zweiter Wechselrichter oder ein kompletter Tausch her. Das bedeutet erneutes Gerüst, erneute Anfahrt, teils erneute Elektroinstallation im Zählerschrank – Kosten, die bei gemeinsamer Erstplanung schlicht nicht anfallen.

Der Nachrüstfall ist dabei nicht der Sonderfall, sondern der Regelfall. Von den 299.000 Heizungs-Wärmepumpen, die 2025 in Deutschland abgesetzt wurden, gingen nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe knapp 80 Prozent in Bestandsgebäude — rechnerisch rund 239.000 Anlagen, die in Häuser kommen, deren Elektroinstallation und, wo vorhanden, deren PV-Anlage lange vor der Heizungsentscheidung geplant wurden.

Der Verband nennt für 2025 außerdem über 288.000 Förderzusagen allein für Wärmepumpen, ein Plus von 91 Prozent, und weist darauf hin, dass die KfW-Heizungsförderung nur im Bestand gewährt wird. Wer heute eine PV-Anlage baut und die Heizung noch vor sich herschiebt, gehört also zur Mehrheit, nicht zur Ausnahme.

Was sich nicht belegen lässt, ist der Preis dieser doppelten Montage. Für den Mehraufwand aus zweiter Anfahrt, erneutem Gerüst und Nacharbeit im Zählerschrank existiert keine neutrale Erhebung; die Pauschalen, die dazu kursieren, stammen durchweg von Betrieben, die die Arbeit selbst verkaufen.

Belastbar ist nur die Richtung: Gerüst, Anfahrt und die Arbeit am Zählerschrank fallen zweimal an statt einmal. Lass dir den Aufpreis für Wechselrichter-Reserve und einen größeren Zählerschrank deshalb im Angebot als eigene Position ausweisen — dann vergleichst du eine konkrete Zahl gegen ein Risiko und nicht zwei Schätzungen gegeneinander.

Umgekehrt gilt aber auch: Wer heute schon weiß, dass eine Wärmepumpe erst in einigen Jahren kommt, muss deswegen nicht zwingend schon jetzt die komplette Zielanlage bauen. Sinnvoll ist es, die Infrastruktur – Wechselrichter-Reserve, freie Lastkreise, ausreichend Platz für spätere Speichererweiterung – von Anfang an mitzudenken, die eigentliche Modulanzahl aber erst dann final festzulegen, wenn die Heizungsentscheidung konkret ansteht. So sparst du dir doppelte Planungskosten, ohne unnötig früh Kapital in eine überdimensionierte Anlage zu stecken.

Wer PV und Wärmepumpe bei einem Komplettanbieter aus einer Hand kauft, sollte die Auslegung beider Anlagen trotzdem getrennt im Angebot ausweisen lassen. Bei 1KOMMA5° etwa wird die PV-Montage in Kundenbewertungen oft gelobt, während die Wärmepumpe häufiger mehrere Anläufe bis zur Mängelfreiheit braucht; Details und Belege in unseren 1KOMMA5-Erfahrungen.

Realistische Ersparnis: PV plus Wärmepumpe gegenüber Wärmepumpe allein am Netzstrom

Die Zahl, die am Ende wirklich interessiert: Wie viel spart die Kombination gegenüber einer Wärmepumpe, die komplett über den normalen Netzstrom läuft? Die ehrliche Antwort lautet: deutlich, aber nicht so viel, wie manche Verkaufsprospekte suggerieren.

Ohne PV-Unterstützung zahlst du für den Wärmepumpenstrom entweder den regulären Haushaltsstromtarif – im Schnitt 37,0 Cent pro Kilowattstunde laut BDEW-Strompreisanalyse (Stand August 2026) – oder einen günstigeren Wärmepumpentarif. Bei Letzterem gehen die aktuellen Marktzahlen allerdings spürbar auseinander, je nachdem, ob ein separater Zähler für Modul 2 vorhanden ist:

TarifvariantePreis pro kWhQuelle
Wärmepumpenstrom, Marktdurchschnittrund 20,7 CentVerivox, Wärmepumpenstrom-Preisentwicklung 2026
Mit separatem Zähler, §14a-Modul 2Ø 24 Cent (Spanne 20–29 Cent)Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck 02/2026
Ohne separaten Zähler, §14a-Modul 1Ø 31,5 CentVerbraucherzentrale NRW, Marktcheck 02/2026
Normaler HaushaltsstromtarifØ 37,0 CentBDEW-Strompreisanalyse, Stand 08/2026

Für die eigene Rechnung heißt das: Wer für seine Wärmepumpe einen echten Wärmepumpentarif mit separatem Zähler abgeschlossen hat, sollte mit rund 20 bis 29 Cent pro Kilowattstunde kalkulieren – nicht mit den 37 Cent des Haushaltstarifs. Ohne eigenen Zähler und mit Modul 1 liegt der Tarif meist spürbar höher, aber immer noch unter dem normalen Haushaltsstrompreis.

Vier maßstäbliche Balken auf einer Cent-Skala bis 40: Wärmepumpentarif 20,7 Cent, Modul 2 im Mittel 24 Cent mit Spanne 20 bis 29, Modul 1 im Mittel 31,5 Cent, Haushaltstarif 37,0 Cent.
Vier Preise für dieselbe Kilowattstunde. Wer die PV-Ersparnis gegen die 37 Cent des Haushaltstarifs rechnet, schreibt der Anlage einen Vorteil zu, der aus der Tarifwahl stammt. · Foto: Eigene Grafik

Quelle für die Modul-Faustregel (Modul 2 lohnt sich meist ab rund 4.000 kWh Wärmepumpen-Jahresverbrauch, darunter eher Modul 1) ist ebenfalls der Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW.

Mit einer passend dimensionierten PV-Anlage und Speicher lässt sich nach aktuellen Marktbeobachtungen ein solarer Deckungsgrad des Wärmepumpen-Strombedarfs von realistisch 30 bis 45 Prozent erreichen, in günstigen Fällen mit großzügigerer Anlage und Speicher auch bis zu 60 Prozent.

Wer diesen Anteil zum vollen Haushaltsstrompreis "einspart" statt ihn zum niedrigeren Wärmepumpentarif zu bezahlen, kommt in der Gesamtbetrachtung von Haushalt und Heizung häufig auf eine Reduktion der gesamten Stromkosten von rund 35 Prozent gegenüber einer Wärmepumpe ohne PV, in günstigen Konstellationen mit gut abgestimmtem Energiemanager teils auch mehr.

Rechne bei der Ersparnis immer mit dem Wärmepumpentarif als Vergleichsbasis, nicht mit dem teureren Standard-Haushaltstarif – sonst überschätzt du die Ersparnis der PV-Kombination systematisch. Der tatsächliche Vorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen dem, was du für Netzstrom zum Wärmepumpentarif gezahlt hättest, und dem, was dich die selbst erzeugte Kilowattstunde stattdessen kostet.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Eine Wärmepumpe frisst den meisten Strom in den Wintermonaten, wenn eine PV-Anlage naturgemäß am wenigsten produziert. Das bedeutet, dass der solare Deckungsgrad übers Jahr gemittelt nie annähernd an die 100 Prozent herankommt, egal wie groß die Anlage gebaut wird – anders als beim reinen Haushaltsstrom, wo mit ausreichend Speicher auch mal 70 bis 80 Prozent erreichbar sind.

Wer dir eine PV-Wärmepumpen-Kombination mit angeblich fast vollständiger solarer Deckung verkaufen will, rechnet entweder mit Sommerwerten als Jahresdurchschnitt oder verschweigt die jahreszeitliche Schieflage bewusst.

Der teure Fehler: Warum eine unterdimensionierte Anlage bei PV plus Wärmepumpe besonders wehtut

Der häufigste Fehler beim nachträglichen Einbau einer Wärmepumpe: Die PV-Anlage wurde seinerzeit exakt auf den damaligen Haushaltsstromverbrauch ausgelegt, ohne jeden Puffer für spätere Zusatzverbraucher.

Kommt dann eine Wärmepumpe mit 4.000 bis 6.000 kWh zusätzlichem Jahresverbrauch dazu, bricht der Autarkiegrad der gesamten Anlage regelrecht ein, weil der deutlich gestiegene Gesamtverbrauch des Hauses fast komplett zusätzlich aus dem Netz gedeckt werden muss – die PV-Erzeugung bleibt schließlich exakt so groß wie vorher, während nur der Bedarf wächst.

Zwei Kennzahlen werden hier gerne verwechselt: Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welcher Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms auch selbst verbraucht wird – dieser Anteil kann durch eine Wärmepumpe sogar steigen, weil mehr Verbraucher im Haus den vorhandenen Solarstrom aufnehmen. Der Autarkiegrad beschreibt dagegen, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die PV-Anlage gedeckt wird – und der sinkt fast zwangsläufig, sobald der Gesamtbedarf durch die Wärmepumpe stark wächst, ohne dass mehr PV-Leistung installiert wird. Eine unterdimensionierte Anlage kann also gleichzeitig eine gute Eigenverbrauchsquote und einen schlechten Autarkiegrad haben – beide Zahlen beantworten unterschiedliche Fragen.

Wie groß der Unterschied zwischen beiden Kennzahlen in der Praxis ausfällt, zeigt eine Untersuchung von sechs Wärmepumpen-PV-Kombinationen desselben Fraunhofer-ISE-Feldtests (November 2025): Ohne Batteriespeicher erreichten die untersuchten Gebäude 25 bis 40 Prozent Autarkie bei 22 bis 37 Prozent Eigenverbrauchsanteil.

Mit Batteriespeicher stiegen beide Werte spürbar – auf 32 bis 62 Prozent Autarkie und 40 bis 83 Prozent Eigenverbrauchsanteil.

Szenario (PV + Wärmepumpe)AutarkiegradEigenverbrauchsanteil
Ohne Batteriespeicher25–40 %22–37 %
Mit Batteriespeicher32–62 %40–83 %
Vier Spannenbalken auf einer Prozentskala bis 100: ohne Speicher 25 bis 40 Prozent Autarkie und 22 bis 37 Prozent Eigenverbrauch, mit Speicher 32 bis 62 Prozent Autarkie und 40 bis 83 Prozent Eigenverbrauch.
Beide Kennzahlen tragen Prozent, messen aber Verschiedenes: Autarkie den Anteil am Bedarf, Eigenverbrauch den Anteil an der Erzeugung. · Foto: Eigene Grafik

Beide Kennzahlen steigen mit Speicher also gemeinsam an, aber nicht im Gleichschritt – der Autarkiegrad-Zuwachs fällt oft größer aus, weil ein Speicher genau dort Strom bereithält, wo sonst Netzbezug nötig wäre: abends und nachts, wenn die Wärmepumpe läuft, aber keine Sonne scheint.

Vorsicht bei Angeboten, die eine PV-Anlage ausschließlich am aktuellen Haushaltsstromverbrauch bemessen, obwohl eine Wärmepumpe oder ein Heizungstausch in den nächsten Jahren bereits konkret geplant oder absehbar ist. Eine spätere Nachrüstung kostet durch zusätzliches Gerüst, erneute Anfahrt und oft einen zweiten Wechselrichter deutlich mehr, als die gleiche zusätzliche Modulleistung bei der Erstinstallation gekostet hätte. Frag aktiv nach, ob dein Angebot einen realistischen Wärmepumpen-Puffer schon einrechnet.

Der zweite Effekt, den viele unterschätzen: Eine unterdimensionierte Kombination aus PV und Speicher bei gleichzeitig hoher Wärmepumpen- und Haushaltslast führt dazu, dass der Speicher an sonnigen Tagen schon mittags randvoll ist, aber am Abend und in der Nacht – wenn die Wärmepumpe im Winter oft am längsten läuft – schon wieder leer, bevor der Tag vorbei ist. Die Kapazität wird dann weder für den Haushalt noch für die Wärmepumpe optimal genutzt, und am Ende bleibt von der versprochenen Kombi-Ersparnis in der Jahresabrechnung deutlich weniger übrig, als das Angebot in Aussicht gestellt hatte.

Umgekehrt ist eine maßlos überdimensionierte Anlage genauso wenig die Lösung – wie im Abschnitt zur Sizing-Faustregel beschrieben, verlängert zu viel installierte Leistung ohne entsprechenden Bedarf lediglich die Amortisationszeit, ohne dass der zusätzliche solare Deckungsgrad im Winterhalbjahr wirklich spürbar steigt. Die Kunst liegt darin, die Anlage am tatsächlichen, möglichst realistisch berechneten Wärmepumpen-Strombedarf auszurichten – weder zu knapp noch pauschal auf Vorrat überdimensioniert.

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Praxisbeispiel: Musterrechnung für ein Einfamilienhaus

Damit die bisherigen Prozentwerte greifbar werden, eine Beispielrechnung für einen typischen Vier-Personen-Haushalt mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe und 5.000 kWh Wärmepumpen-Strombedarf im Jahr (Wärmebedarf rund 15.000 bis 17.000 kWh bei einer realen JAZ von etwa 3,4, siehe Fraunhofer-ISE-Feldtest oben). Alle Preise sind die oben belegten Marktdurchschnitte, keine Herstellerangaben.

SzenarioRechnungJahreskosten Wärmepumpenstrom
Wärmepumpe ohne PV, Haushaltsstromtarif5.000 kWh × 37,0 Centrund 1.850 €
Wärmepumpe ohne PV, Wärmepumpentarif (Modul 2)5.000 kWh × 24 Centrund 1.200 €
Wärmepumpe mit PV, 35 % solarer Deckungsgrad, Rest zum Wärmepumpentarif3.250 kWh × 24 Cent + 1.750 kWh Eigenstromrund 780 € Netzstromkosten

Die Differenz zwischen Zeile 1 und Zeile 2 – rund 650 Euro pro Jahr – hat mit der PV-Anlage noch gar nichts zu tun, sondern ergibt sich allein aus der richtigen Tarifwahl. Das ist genau der Fehler, vor dem der Tipp-Kasten weiter oben warnt: Wer die Ersparnis der PV-Kombination gegen den teuren Haushaltstarif statt gegen den Wärmepumpentarif rechnet, überschätzt den PV-Effekt systematisch um diese 650 Euro.

Drei maßstäbliche Balken auf einer Euro-Skala bis 2.000: 1.850 Euro ohne PV zum Haushaltstarif, 1.200 Euro ohne PV zum Wärmepumpentarif, 780 Euro mit PV bei 35 Prozent Deckungsgrad.
Von rund 1.070 Euro Unterschied entfallen 650 Euro auf die Tarifwahl und nur 420 Euro auf die PV-Anlage. · Foto: Eigene Grafik

Der tatsächliche PV-Effekt zeigt sich erst im Sprung von Zeile 2 zu Zeile 3: rund 420 Euro zusätzliche Ersparnis durch den solaren Deckungsgrad – ohne die eigene Erzeugung im Sommer, im Winter frisst die Wärmepumpe den Strom größtenteils aus dem Netz. Beide Effekte zusammen ergeben die im Artikel genannte Größenordnung von rund einem Drittel Gesamtersparnis gegenüber der reinen Netzstrom-Wärmepumpe zum Haushaltstarif – aber eben aus zwei unterschiedlichen Quellen, von denen nur die kleinere tatsächlich der PV-Anlage zuzuschreiben ist.

Checkliste: PV und Wärmepumpe sauber zusammen planen

Bevor du ein Angebot für die Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe unterschreibst, solltest du diese Punkte durchgehen – als ersten Check, bevor überhaupt Preise verglichen werden.

✅ Ihre Checkliste für: Checkliste: PV und Wärmepumpe sauber zusammen planen

Wer diese Punkte vor der Angebotsunterschrift durchgeht, vermeidet die beiden häufigsten teuren Fehler: eine Anlage, die für die Wärmepumpe zu knapp bemessen ist, und eine Anlage, die pauschal überdimensioniert wurde, ohne dass der zusätzliche Nutzen die Mehrkosten rechtfertigt. Einen unabhängigen zweiten Blick auf dein konkretes Angebot bekommst du über unseren Anbieter-Test, und geprüfte Fachbetriebe in deiner Nähe findest du über Solarteure in deiner Region.

Eine Position der Gasrechnung fällt bei der Wärmepumpe komplett weg: der CO2-Preis. Wie hoch er 2026 ist und was er je Kilowattstunde Gas ausmacht, steht im Ratgeber zum CO2-Preis nach dem BEHG.

Häufige Fragen

Wie viel größer muss meine PV-Anlage wegen einer Wärmepumpe werden? +
Als Faustregel gilt: pro 1.000 kWh jährlichem Wärmepumpen-Strombedarf zusätzlich etwa 1 kWp PV-Leistung einplanen. Bei einem typischen Bedarf von 4.000 bis 5.000 kWh im Jahr sind das grob 4 bis 5 kWp zusätzliche Modulleistung oben auf die Anlage, die du für den reinen Haushaltsstrom gebraucht hättest.
Was bedeutet §14a EnWG konkret für meine neue Wärmepumpe? +
Seit 1. Januar 2024 müssen steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung – dazu zählen die meisten Wärmepumpen – für den Netzbetreiber steuerbar sein. Er darf die Leistung in echten Netzengpässen kurzzeitig auf mindestens 4,2 kW drosseln, nicht komplett abschalten. Im Gegenzug gibt es ein reduziertes Netzentgelt von meist 110 bis 190 Euro pro Jahr.
Wie viel Prozent des Wärmepumpenstroms kann eine PV-Anlage realistisch decken? +
Realistisch sind 30 bis 45 Prozent solarer Deckungsgrad des Wärmepumpen-Strombedarfs, in günstigen Fällen mit großzügiger Anlage und passendem Speicher bis zu 60 Prozent. Werte nahe 100 Prozent sind übers Jahr gemittelt nicht realistisch, da die Wärmepumpe im sonnenarmen Winter am meisten Strom braucht.
Was spart die Kombination gegenüber einer Wärmepumpe allein am Netzstrom? +
In der Gesamtbetrachtung von Haushalt und Heizung sind Einsparungen von rund 35 Prozent gegenüber einer Wärmepumpe ohne PV realistisch, in günstigen Konstellationen mit gut abgestimmtem Energiemanagement auch mehr. Wichtig ist, die Ersparnis gegen den günstigeren Wärmepumpentarif zu rechnen, nicht gegen den teureren Haushaltsstromtarif.
Soll ich PV-Anlage und Wärmepumpe zusammen oder nacheinander planen? +
Gemeinsame Planung spart in der Regel Geld, weil Wechselrichter, Zählerschrank und Speicher direkt auf beide Verbraucher ausgelegt werden können. Wird die Wärmepumpe erst Jahre später nachgerüstet, reicht die Kapazität der bestehenden Anlage oft nicht mehr, was einen zweiten Wechselrichter und erneute Installationskosten nach sich zieht.
Was passiert, wenn die PV-Anlage für Haushalt und Wärmepumpe unterdimensioniert ist? +
Der Autarkiegrad bricht ein, weil die zusätzliche Wärmepumpenlast fast komplett aus dem Netz gedeckt werden muss, obwohl die PV-Erzeugung gleich groß bleibt – die Eigenverbrauchsquote kann sogar leicht steigen, weil mehr Verbraucher im Haus den vorhandenen Solarstrom nutzen. Zusätzlich wird der Speicher an sonnigen Tagen oft schon mittags voll, ist aber abends und nachts – wenn die Wärmepumpe im Winter läuft – bereits wieder leer, was die versprochene Ersparnis der Kombination deutlich schmälert.
Brauche ich für Wärmepumpe und Speicher eine gemeinsame Steuerung? +
Ja, sinnvollerweise über eine SG-Ready-Schnittstelle oder ein Energiemanagementsystem, das die Wärmepumpe bevorzugt bei PV-Überschuss laufen lässt. Diese private Steuerung läuft unabhängig von der §14a-Netzbetreiber-Steuerung, die nur bei echten Netzengpässen eingreift.