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Wirtschaftlichkeit

Tennishalle mit PV: Hallensaison, Eigenverbrauch und Speicher

Vereinsangaben aus Waldenbuch, Geisenfeld, Stuttgart und Düsseldorf gelesen, Hallensaison eingeordnet, gegen PVGIS Waldenbuch gerechnet.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 17. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 14 Abschnitte
  1. 1.Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf der Tennishalle?
  2. 2.Wie viel Strom braucht eine Tennishalle?
  3. 3.Wann eine Tennishalle genutzt wird
  4. 4.Wann die Solaranlage ihren Strom liefert
  5. 5.Welches Lastprofil gilt für eine Tennishalle?
  6. 6.Das Modell: Saison, Abendstunden und Grundlast
  7. 7.Prognose aus Waldenbuch: 75 % selbst erzeugt
  8. 8.Wie groß die Anlage sein sollte
  9. 9.Erst LED, dann Module
  10. 10.Traglufthallen: Gebläse über den ganzen Winter
  11. 11.Wer die Anlage baut: Verein, Stadtwerk oder Stromlieferant
  12. 12.Tennishalle im Vergleich mit Sporthalle, Sportplatz und Kletterhalle
  13. 13.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  14. 14.Häufige Fragen

Eine Tennishalle wird vor allem im Winter gebraucht, und dann vor allem am Abend. Die Solaranlage auf ihrem Dach liefert dagegen im Sommer und zur Mittagszeit. Dieser Ratgeber rechnet mit dem Stromverbrauch der Tennisabteilung des TSV Waldenbuch und den üblichen Hallenzeiten nach, wie viel Solarstrom eine Tennishalle selbst nutzt, was ein Speicher daran ändert und warum die LED-Beleuchtung oft mehr spart als die Module.

Stand: 17.09.2026. Alle verlinkten Seiten und Berichte wurden an diesem Tag direkt beim Herausgeber gelesen.

Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf der Tennishalle?

Nur mit kleiner Anlage, mit Speicher oder mit Verbrauchern, die auch im Sommer laufen. Im Modell für eine Halle mit 17.500 kWh Jahresverbrauch, die von Oktober bis Mitte April bespielt wird, nutzt eine Anlage mit 5 kWp 56,0 % ihres Stroms selbst. Mit 30 kWp sind es nur noch 19,0 %, und die Halle deckt damit 38,7 % ihres Bedarfs.

Der Grund ist doppelt: 88,5 % des Verbrauchs fallen in die Hallensaison, aber nur 40,4 % des Solarertrags. Und an Werktagen der Saison zwischen 17 und 22 Uhr, wenn die Plätze belegt sind, entsteht nur 1,0 % des Jahresertrags. Ein Speicher mit 30 kWh hebt die Deckung bei 30 kWp auf 63,9 %.

Das Wichtigste in Zahlen
  • Die Tennisabteilung des TSV Waldenbuch verbraucht laut Verein rund 17.500 kWh im Jahr und hat im Juni 2026 eine Anlage mit 30 kWp und 30 kWh Speicher gebaut.
  • Der Verein erwartet, rund 75 % seines Stroms selbst zu erzeugen. Im Modell gelingt das nur, wenn auch im Sommer ein Drittel des Hallenbetriebs anfällt.
  • Der TC Geisenfeld hat den Stromverbrauch seiner Hallenbeleuchtung mit LED von 42.559 auf 11.849 kWh im Jahr gesenkt.
  • Die Wintersaison einer Tennishalle dauert beim SCC Berlin von Anfang Oktober bis Mitte April.
  • Im Modell liegen 45,1 % des Jahresverbrauchs zwischen 17 und 22 Uhr.

Wie viel Strom braucht eine Tennishalle?

Energieberichte weisen Tennishallen selten aus, weil sie meist Vereinen gehören. Belastbar sind Angaben von Vereinen und Anbietern. Sie zählen unterschiedlich viel mit: nur die Halle, die ganze Abteilung oder den Verein mit Gastronomie.

VereinStrom im JahrWas mitgezählt istQuelle, Datum
TC Geisenfeld, nur Hallenbeleuchtung42.559 kWh vor, 11.849 kWh nach LED-UmbauBeleuchtung der HalleVerein, 15.02.2019
TSV Waldenbuch, Tennisabteilungrund 17.500 kWhAbteilung ohne GastronomieVerein, 17.06.2026
Tennisverein mit rund 500 Mitgliedern100.000 kWhHallenbeleuchtung, Flutlicht, Gastronomie, zwei VereinsheimePower2nature, 19.06.2025
TG Nord Düsseldorfrund 100.000 kWhHallenbeleuchtung, Außenanlage, Gastronomie, BürosB&W Energy, 08.06.2021

Die Zahlen aus Waldenbuch stehen im Vereinsbericht vom 17.06.2026. Die Abteilung zahlt 26,62 Cent je kWh. Die Gaststätte hat einen eigenen Zähler und soll erst 2027 an die Anlage angeschlossen werden.

Der Bericht von Power2nature vom 19.06.2025 nennt den Verein nicht, beschreibt aber die Verbraucher: Hallenbeleuchtung, Flutlicht, Gastronomie sowie das alte und das neue Vereinsheim.

Der größte Einzelposten der Halle ist das Licht. Beim TC Geisenfeld brauchte die alte Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren 42.559 kWh im Jahr, bei 16,06 kW Anschlussleistung. Das ist mehr als das Doppelte des gesamten Waldenbucher Abteilungsverbrauchs.

Vorsicht bei Vergleichszahlen: Ob Flutlicht der Außenplätze, Gastronomie, Duschen oder ein Gebläse für eine Traglufthalle am Zähler hängen, verschiebt den Jahresverbrauch um ein Vielfaches. Lies vor dem Angebot die Zähler einzeln ab und schreib dazu, was an jedem hängt.
Balkendiagramm: Stromverbrauch im Jahr. Geisenfeld, Hallenlicht vor LED-Umbau: 42.559 kWh. Geisenfeld, Hallenlicht nach LED-Umbau: 11.849 kWh. Waldenbuch, ganze Tennisabteilung: 17.500 kWh.
Die alte Hallenbeleuchtung in Geisenfeld brauchte mehr Strom als eine ganze Abteilung in Waldenbuch. · Foto: Eigene Grafik

Wann eine Tennishalle genutzt wird

Die Hallensaison liegt im Winter. Laut Hallenordnung des SCC Berlin dauert die Wintersaison der Traglufthalle und der festen Halle von Anfang Oktober bis Mitte April, die Sommersaison der festen Halle von Mitte April bis Ende September.

Der TC Murr vergibt sein Winter-Abo vom 28.09.2026 bis zum 02.05.2027 mit 30 Terminen. Beim TSV Altenfurt läuft die Winter-Abo-Saison vom 21.09.2026 bis zum 25.04.2027.

Innerhalb der Woche ist der Abend gefragt. Altenfurt meldete am 27.07.2026 noch freie Abo-Plätze in den Vormittagsstunden von 8 bis 14 Uhr und bewirbt sie ausdrücklich für Seniorinnen und Senioren. Die Abendstunden nennt der Verein nicht als frei.

VereinHallensaisonQuelle
SCC BerlinAnfang Oktober bis Mitte AprilHallenordnung
TC Murr28.09.2026 bis 02.05.2027Hallennutzung
TSV Altenfurt21.09.2026 bis 25.04.2027Beitrag vom 27.07.2026
Vormittags-Abos lohnen doppelt: Jede Hallenstunde, die vom Abend in den Vormittag rückt, fällt in Stunden mit Tageslicht und Solarstrom. Wer Senioren-, Schul- oder Trainergruppen am Vormittag gewinnt, verbessert Auslastung und Eigenverbrauch zugleich.
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Wann die Solaranlage ihren Strom liefert

Für das Modell wurde die Stundenreihe von PVGIS, dem Solarrechner der EU-Kommission, für Waldenbuch abgerufen: Datenbank SARAH3, 14 % Systemverluste, Wetterjahr 2020. Ein Süddach mit 30 Grad Neigung liefert dort 1.190,0 kWh je kWp im Jahr, eine flache Ost-West-Anlage mit 15 Grad 972,5 kWh je kWp. Eine Anlage mit 30 kWp nach Süden erzeugt damit 35.701 kWh im Jahr, rund das Doppelte des Waldenbucher Verbrauchs.

Die Saison von Oktober bis Mitte April umfasst im Modell 198 Tage. In diese Zeit fallen nur 40,4 % des Solarertrags, aber 88,5 % des Verbrauchs. Im Juni erzeugt die Anlage mit 30 kWp 3.219 kWh, die Halle braucht 359 kWh. Im Dezember erzeugt sie 1.023 kWh, die Halle braucht 2.441 kWh.

Monat, Modell 30 kWp SüdSolarertragVerbrauch
Januar1.784 kWh2.413 kWh
April4.776 kWh1.314 kWh
Juni3.219 kWh359 kWh
Oktober1.755 kWh2.441 kWh
Dezember1.023 kWh2.441 kWh

Quelle: eigene Rechnung mit PVGIS Waldenbuch, Wetterjahr 2020, und der Lastverteilung aus dem Abschnitt zum Modell.

Balkendiagramm: Tennishalle Waldenbuch-Modell, Anteile an Jahresverbrauch und Jahresertrag. Verbrauch in der Hallensaison: 88,5 %. Solarertrag in der Hallensaison: 40,4 %. Verbrauch zwischen 17 und 22 Uhr: 45,1 %. Solarertrag werktags 17 bis 22 Uhr in der Saison: 1,0 %.
Fast der ganze Verbrauch fällt in die Saison, aber weniger als die Hälfte des Solarertrags. · Foto: Eigene Grafik

Welches Lastprofil gilt für eine Tennishalle?

Die Zuordnungsliste des BDEW kennt keine Tennishalle. Sporteinrichtungen, Sporthallen und Sportvereine stehen unter dem Schlüssel 926 mit dem Profil G2, bei dominierendem Wochenendbetrieb G6.

Für eine Winterhalle liegt das Standardprofil deutlich zu hoch. G2 verteilt den Verbrauch über das ganze Jahr. Bei 10 kWp ergibt es 55,6 % Eigenverbrauch, das Modell mit Hallensaison 41,2 %. Mit 30 kWp und 30 kWh Speicher rechnet G2 eine Deckung von 85,2 %, das Saisonmodell 63,9 %. Wer ein Angebot mit Standardprofil bekommt, sollte nach einer Rechnung mit Monatswerten fragen.

Das Modell: Saison, Abendstunden und Grundlast

Für die Halle liegen weder Monats- noch Stundenwerte vor. Das Modell trifft deshalb Annahmen, die hier offen stehen:

  • 17.500 kWh im Jahr wie in Waldenbuch.
  • 25 % davon als Grundlast über das ganze Jahr, etwa für Warmwasser, Kühlschrank, Lüftung und Notbeleuchtung.
  • 75 % als Hallenbetrieb vom 1. Oktober bis zum 15. April: werktags von 8 bis 17 Uhr einfach gewichtet, von 17 bis 22 Uhr dreifach, am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr 1,5-fach.

Damit liegen 45,1 % des Jahresverbrauchs zwischen 17 und 22 Uhr. Eine andere Grundlast verschiebt das Ergebnis mit Speicher spürbar: Bei 10 % Grundlast deckt die Anlage mit 30 kWp und 30 kWh Speicher 58,7 % des Bedarfs, bei 40 % Grundlast 69,1 %.

Ein zweiter Effekt geht in die Gegenrichtung. Hallen mit Fenstern oder Oberlichtern brauchen an hellen Tagen weniger Kunstlicht. Geisenfeld steuert seine LED-Leuchten nach Präsenz und Tageslicht. Halbiert man im Modell den Hallenbetrieb in Stunden mit viel Sonne, sinkt die Deckung bei 30 kWp ohne Speicher von 38,7 auf 34,3 %. Das ist eine Annahme, keine Messung. Sie zeigt aber: Gute Tageslichtnutzung spart Strom und senkt zugleich den Eigenverbrauch.

Prognose aus Waldenbuch: 75 % selbst erzeugt

Waldenbuch erwartet mit 30 kWp und 30 kWh Speicher, rund 75 % des bisherigen Stroms selbst zu erzeugen, und rechnet mit knapp 3.500 € Ersparnis im Jahr. Beide Zahlen passen zusammen: 75 % von 17.500 kWh sind 13.125 kWh, mal 26,62 Cent ergibt 3.494 €.

Im Modell hängt die Prognose an der Frage, was im Sommer läuft. Als reine Winterhalle deckt die Anlage 63,9 % des Bedarfs. Fällt außerhalb der Saison noch 30 % des Hallenbetriebs an, etwa durch Sommerbelegung, Außenplätze oder Vereinsheim, sind es 75,1 %. Bei ganzjährig gleichem Betrieb wären es 87,0 %.

30 kWp mit 30 kWh SpeicherEigenverbrauchDeckung des Bedarfs
Reine Winterhalle31,3 %63,9 %
Winterhalle mit Tageslichtsteuerung29,2 %59,6 %
Sommerbetrieb mit 30 % der Winterlast36,8 %75,1 %
Ganzjährig gleicher Betrieb42,6 %87,0 %
Standardprofil G241,7 %85,2 %

Quelle: eigene Rechnung, Wirkungsgrad je Lade- und Entladevorgang 95 %.

Der Batteriespeicher gibt in der reinen Winterhalle im Modell 4.404 kWh im Jahr ab, das sind rechnerisch 147 volle Ladezyklen. In der Kletterhalle mit ganzjährigem Abendbetrieb waren es mehr als 250, weil dort auch im Sommer jeden Abend Strom gebraucht wird.

Ob der Verein im Sommer entsprechend Strom braucht, sagt der Bericht nicht. Die Prognose ist deshalb nicht falsch, aber sie setzt eine Sommerlast voraus. Die geplante Anbindung der Gaststätte 2027 würde genau diese Last liefern.

Balkendiagramm: Tennishalle Waldenbuch-Modell, Deckung des Bedarfs nach Szenario. Reine Winterhalle: 63,9 %. Winterhalle mit Tageslichtsteuerung: 59,6 %. Sommerbetrieb mit 30 % der Winterlast: 75,1 %. Ganzjährig gleicher Betrieb: 87,0 %. Standardprofil G2: 85,2 %.
Die Prognose von 75 % setzt eine Sommerlast voraus. · Foto: Eigene Grafik
Die Prognose selbst prüfen: Frag den Anbieter, welche Lastverteilung hinter der Quote steht. Steht dort ein Standardprofil, lass eine zweite Rechnung mit deinen Monatswerten erstellen. Der Unterschied lag im Modell bei über 20 Prozentpunkten.

Wie groß die Anlage sein sollte

Die Tabelle zeigt für die reine Winterhalle mit 17.500 kWh, wie viel Solarstrom sie selbst nutzt und welchen Anteil ihres Bedarfs sie deckt.

Anlage SüdEigenverbrauchDeckung des Bedarfs
5 kWp56,0 %19,0 %
10 kWp41,2 %28,0 %
15 kWp31,6 %32,2 %
20 kWp25,7 %35,0 %
30 kWp19,0 %38,7 %

Quelle: eigene Rechnung, Annahmen wie im Abschnitt zum Modell.

Ab 10 kWp geht mehr als die Hälfte des Stroms ins Netz. Von 15 auf 30 kWp steigt die Deckung nur um 6,5 Prozentpunkte, obwohl sich die Anlage verdoppelt. Eine Ost-West-Anlage mit 30 kWp nutzt 22,3 % ihres Stroms selbst und deckt 37,2 %, weil sie weniger Mittagsspitze erzeugt. Mehr dazu im Ratgeber zur Wahl zwischen Eigenverbrauch und Volleinspeisung.

Große Dächer lassen sich trotzdem voll belegen, wenn jemand den Strom abnimmt. Die TG Nord in Düsseldorf hat laut B&W Energy 525 kWp auf Clubhaus und Halle. Der Verein bezieht den Strom als Endverbraucher über NATURSTROM in einem Direktbelieferungsmodell, und ein Großteil seiner rund 100.000 kWh soll aus den Modulen kommen.

Den Tennisclub TEC Waldau in Stuttgart versorgen laut energie-experten.org seit 2017 59 kWp der Stadtwerke Stuttgart mit erwarteten 56.000 kWh im Jahr. Wie viel davon der Verein tatsächlich verbraucht, nennen beide Berichte nicht in Zahlen.

1 So prüfst du deine Tennishalle in drei Schritten:
  1. Lies die Zählerstände zwölf Monate lang jeweils zum Monatsende ab oder frag beim Netzbetreiber nach Monatswerten. Der Unterschied zwischen Januar und Juli zeigt, wie viel Sommerlast es gibt.
  2. Kläre, welche Verbraucher im Sommer laufen: Gastronomie, Duschen, Außenplatzbewässerung, Vereinsheim.
  3. Lass dir das Angebot einmal ohne und einmal mit Speicher rechnen, jeweils mit deinen Monatswerten statt mit einem Standardprofil.

Erst LED, dann Module

In der Praxis spart die Beleuchtung einer Tennishalle oft mehr Strom, als eine Solaranlage zur passenden Stunde liefern kann. Geisenfeld hat mit dem LED-Umbau 30.710 kWh im Jahr eingespart, von 42.559 auf 11.849 kWh. Die Anschlussleistung sank von 16,06 auf 5,78 kW. Die 30 kWp im Waldenbuch-Modell decken als reine Winterhalle 6.779 kWh zur gleichen Stunde.

Der Grund ist die Uhrzeit: Das Licht brennt am Winterabend, wenn die Solaranlage nichts liefert. Jede Kilowattstunde, die LED dort spart, spart Netzbezug.

Die Klimaschutz-Broschüre des Württembergischen Tennis-Bundes nennt bei der Umstellung auf LED Stromersparnisse von bis zu 70 %. Geisenfeld wurde zu 40 % aus Bundesmitteln, zu 20 % vom Bayerischen Landes-Sportverband und zu 20 % von der Stadt gefördert.

Typischer Fehler bei alter Hallenbeleuchtung: Die Solaranlage wird nach dem alten Verbrauch mit Leuchtstoffröhren ausgelegt. Kommt danach die LED-Umrüstung, sinkt der Abendverbrauch, aber kaum der Mittagsverbrauch, und die Anlage ist für den Eigenverbrauch zu groß. Plane die Beleuchtung zuerst.

Traglufthallen: Gebläse über den ganzen Winter

Eine Traglufthalle hat eine zusätzliche Dauerlast: Das Gebläse hält die Membran aufgebläht und läuft die ganze Saison. Der Hersteller Taunus Hallenbau zeigt in seinem Beitrag vom 18.07.2026 ein Rechenbeispiel mit 30.060 kWh Strom für die Gebläseanlage bei 180 Betriebstagen. Rechnerisch entspricht das einer mittleren Leistung von 6,96 kW rund um die Uhr. Das ist ein Wert aus dem Rechner des Herstellers, keine Messung.

Diese Last liegt vollständig im Winter und zur Hälfte in der Nacht. Eine Solaranlage kann sie nur an Wintertagen zur Mittagszeit teilweise decken. In den gelesenen Berichten stehen die Solaranlagen auf festen Dächern von Halle oder Clubhaus.

Gebläse getrennt erfassen: Lass für das Gebläse einer Traglufthalle einen eigenen Zähler setzen oder lies die Betriebsstunden am Gerät ab. Dann siehst du, welcher Teil des Winterverbrauchs auf die Nacht fällt, und das Angebot für die Solaranlage rechnet nicht mit einer Last, die sie gar nicht decken kann.

Wer die Anlage baut: Verein, Stadtwerk oder Stromlieferant

Die Beispiele zeigen drei Wege. Waldenbuch hat die Anlage als Abteilung mit einem regionalen Fachbetrieb gebaut. In Stuttgart gehört die Anlage den Stadtwerken, der Verein nutzt den Strom. In Düsseldorf liefert ein Ökostromanbieter den Strom vom eigenen Dach an den Verein.

Für einen gemeinnützigen Verein ist wichtig, wie der eingespeiste Strom steuerlich einzuordnen ist. Das erklärt der Ratgeber zur Photovoltaik auf dem Vereinsheim. Wer das Dach lieber abgibt, findet die Verträge unter Dach verpachten.

Power2nature berichtet von Preisunterschieden bis zu 230 % zwischen Angeboten für denselben Verein, Vergleichsangebote sind also Pflicht. Was bei der Abnahme auf einem Hallendach schiefgehen kann, zeigt ein BGH-Fall zu einer Tennishalle im Ratgeber zum Abnahmeprotokoll.

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Tennishalle im Vergleich mit Sporthalle, Sportplatz und Kletterhalle

Die Tennishalle hat die ungünstigste Saison der Sportbauten. Eine Kletterhalle ist ganzjährig bis spät offen und nutzt laut Ratgeber zur Kletterhalle bei einer Anlage mit rund 30 % Bedarfsdeckung 87,0 % ihres Stroms selbst. Eine Sporthalle mit Schulsport am Vormittag nutzt laut Ratgeber zur Sporthalle bei 5 kWp 63,0 %. Das Flutlicht der Außenplätze brennt am Abend, siehe Sportplatz mit Flutlicht.

Die Tennishalle braucht Strom, wenn die Sonne am wenigsten liefert. Ihr Vorteil ist das große Dach. Für einen Verein, der die Halle, das Vereinsheim und die Gastronomie an einem Zähler zusammenfasst, verbessert sich das Bild deutlich, weil die Sommerlast dazukommt. Die Speichergröße lässt sich mit dem Ratgeber Speichergröße berechnen abschätzen.

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

  • Monats- oder Stundenwerte einer Tennishalle. Die Verteilung auf Saison, Abend und Grundlast ist eine Annahme.
  • Die Uhrzeiten der Hallenbelegung in Waldenbuch und den Stromverbrauch der Abteilung im Sommer.
  • Wie die Waldenbucher Prognose von 75 % berechnet wurde.
  • Den tatsächlichen Eigenverbrauch in Stuttgart und Düsseldorf.
  • Gemessene Gebläseverbräuche von Traglufthallen. Der Wert von Taunus Hallenbau stammt aus einem Rechner.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Tennishalle? +
Die Tennisabteilung des TSV Waldenbuch braucht laut Verein rund 17.500 kWh im Jahr, ohne Gaststätte. Die alte Hallenbeleuchtung des TC Geisenfeld brauchte allein 42.559 kWh, nach dem LED-Umbau 11.849 kWh. Vereine mit Gastronomie und Flutlicht nennen rund 100.000 kWh.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Tennishalle selbst? +
Im Modell einer Winterhalle mit 17.500 kWh 56,0 % bei 5 kWp, 41,2 % bei 10 kWp und 19,0 % bei 30 kWp. Der Solarertrag fällt überwiegend außerhalb der Hallensaison an.
Welches Standardlastprofil gilt für eine Tennishalle? +
Einen eigenen Eintrag gibt es nicht. Der BDEW ordnet Sporteinrichtungen dem Schlüssel 926 mit G2 zu, bei dominierendem Wochenendbetrieb G6. Für eine Winterhalle überschätzt G2 den Eigenverbrauch: bei 10 kWp 55,6 statt 41,2 %.
Lohnt sich ein Speicher für eine Tennishalle? +
Beim Eigenverbrauch ja. Mit 30 kWh Speicher steigt die Deckung bei 30 kWp im Modell von 38,7 auf 63,9 %. Im Sommer bleibt trotzdem viel Strom übrig, weil die Halle dann kaum Strom braucht.
Wann ist Hallensaison im Tennis? +
Beim SCC Berlin von Anfang Oktober bis Mitte April. Der TC Murr vergibt Winter-Abos vom 28.09.2026 bis zum 02.05.2027, der TSV Altenfurt vom 21.09.2026 bis zum 25.04.2027.
Was bringt LED in der Tennishalle? +
Der TC Geisenfeld hat den Stromverbrauch seiner Hallenbeleuchtung mit LED, Präsenz- und Tageslichtsteuerung um 72 % gesenkt, von 42.559 auf 11.849 kWh im Jahr. Weil das Licht am Abend brennt, spart LED Strom, den eine Solaranlage nicht liefern kann.
Wie groß sollte die Anlage auf einer Tennishalle sein? +
Für eine reine Winterhalle mit rund 17.500 kWh ohne Speicher etwa 5 bis 10 kWp. Mit Speicher oder Sommerlast aus Gastronomie und Vereinsheim sind 30 kWp sinnvoll, wie in Waldenbuch geplant.