Sportplatz mit PV: Flutlicht, Training und Eigenverbrauch
Energiebericht Weinheim mit fünf Sportplätzen, Flutlicht-Umrüstungen in Ober-Abtsteinach, Kronwinkl und Menden gelesen, Stadion gegen PVGIS Weinheim gerechnet.
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
- 1.Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Sportplatz?
- 2.Wie viel Strom braucht ein Sportplatz?
- 3.Was Flutlicht verbraucht
- 4.Wann auf dem Sportplatz Strom fließt
- 5.Das Modell: Monatswerte, Training und Spielbetrieb
- 6.Warum der Winter am Stadion so viel kostet
- 7.Mehr Module oder Speicher?
- 8.Sportplatz im Vergleich mit Eishalle und Vereinsheim
- 9.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
- 10.Häufige Fragen
Ein Sportplatz braucht seinen Strom, wenn die Sonne weg ist. Trainiert wird werktags am Abend, im Winter unter Flutlicht. Dieser Ratgeber rechnet mit gemessenen Monatswerten zweier städtischer Sportplätze nach, wie viel Solarstrom ein Sportgelände selbst nutzt und wann ein Speicher den Unterschied macht.
Stand: 16.09.2026. Alle verlinkten Seiten und Berichte wurden an diesem Tag direkt beim Herausgeber gelesen.
Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Sportplatz?
Nur mit kleiner Anlage oder mit Speicher. Im Modell für das Sepp-Herberger-Stadion in Weinheim mit 17.135 kWh Jahresverbrauch nutzt eine 5-kWp-Anlage 49,5 % ihres Stroms selbst, eine 10-kWp-Anlage 35,3 %. Das Stadion verbraucht 76,7 % seines Stroms von Oktober bis März, der Sportplatz Lützelsachsen 54,9 %, die Anlage liefert in diesen Monaten nur 29,3 % ihres Jahresertrags.
Ein Sportplatz mit gleichmäßigerem Verbrauch schneidet besser ab. Der Sportplatz Lützelsachsen kommt mit 10 kWp im Modell auf 48,8 %. Mit einem Speicher von 10 kWh steigen beide deutlich, das Stadion auf 51,5 %, Lützelsachsen auf 67,3 %.
- Das Sepp-Herberger-Stadion verbrauchte im Februar 2024 laut Energiebericht 3.120 kWh Strom, im Juli 281 kWh.
- Eine Flutlichtanlage mit 8 alten Strahlern kam in Ober-Abtsteinach auf 17.920 W Leistung und etwa 500 Betriebsstunden im Jahr.
- Werktags zwischen 17 und 21 Uhr erzeugt eine Solaranlage im Modell 7,2 % ihres Jahresertrags.
- 10 kWp und 10 kWh Speicher: 51,5 % Eigenverbrauch am Stadion.
Wie viel Strom braucht ein Sportplatz?
Der Energiebericht 2024 der Stadt Weinheim führt fünf städtische Sportplätze mit Jahres- und Monatswerten. Alle sind als Gebäude für Sportplatz- und Freibadanlagen eingestuft, erfasst ist das Gebäude mit seiner Nettogrundfläche.
| Sportplatz in Weinheim | Nettogrundfläche | Strom 2024 |
|---|---|---|
| Lützelsachsen | 231 m² | 21.191 kWh |
| Sepp-Herberger-Stadion | 549 m² | 17.135 kWh |
| Hohensachsen | 461 m² | 13.185 kWh |
| Sulzbach | 292 m² | 11.940 kWh |
| Rippenweier | 194 m² | 6.182 kWh |
Quelle: Energiebericht 2024 der Stadt Weinheim, Kapitel der einzelnen Sportplätze. Die Streuung ist groß, zwischen Rippenweier und Lützelsachsen liegt der Faktor 3,4. Ob die Flutlichtanlage am selben Zähler hängt wie das Gebäude, sagt der Bericht nicht.
Noch größer ist die Streuung über das Jahr. Das Stadion brauchte im Februar 2024 mit 3.120 kWh das 11,1-Fache des Julis mit 281 kWh. In Lützelsachsen lag der höchste Monat, der Oktober mit 2.279 kWh, nicht einmal doppelt so hoch wie der niedrigste, der Juni mit 1.329 kWh. Welche Verbraucher den Unterschied machen, schlüsselt der Bericht nicht auf.
Was Flutlicht verbraucht
Zum Flutlicht nennen Vereine, die auf LED umgerüstet haben, konkrete Zahlen. Beim FC Ober-Abtsteinach bestand die alte Anlage aus 8 Strahlern mit je 2.000 W Lampenleistung, mit Vorschaltgeräten zusammen 17.920 W. Eine Analyse ergab etwa 500 Betriebsstunden im Jahr. Die LED-Umrüstung soll voraussichtlich 6.286 kWh im Jahr sparen.
Der TSV Kronwinkl ersetzte 12 Strahler mit je 2.240 W durch 12 LED-Strahler mit je 1.550 W. Bei mindestens 300 Betriebsstunden sinkt der Jahresverbrauch laut Verein von über 8.000 kWh um etwa 2.500 kWh. In Menden fiel die Leistung einer städtischen Anlage laut Stadt vom 27.01.2023 von 32.200 W auf 15.200 W.
Wann auf dem Sportplatz Strom fließt
Trainiert wird am Abend. Beim VfL Winterbach liegen die Fußballtrainings je nach Mannschaft zwischen 17:30 und 20:15 Uhr, mit getrennten Plänen für Sommer und Winter. Im Modell kommt am Wochenende ein Spielbetrieb am Tag dazu.
Werktags zwischen 17 und 21 Uhr erzeugt eine Solaranlage im Modell nur 7,2 % ihres Jahresertrags. Wie oft dabei das Licht brennt, lässt sich nachrechnen: Wird jeden Werktag von 17:30 bis 21 Uhr trainiert, steht die Sonne in 483,5 dieser Stunden weniger als 5 Grad über dem Horizont. Das passt zu den etwa 500 Betriebsstunden aus Ober-Abtsteinach.
Das Modell: Monatswerte, Training und Spielbetrieb
Die Rechnung verteilt jeden Monatswert 2024 auf die Stunden des Monats. Ein Teil läuft als Grundlast rund um die Uhr, der Rest fällt in die Nutzung: werktags 18 bis 21 Uhr mit halber Last ab 17 Uhr, am Wochenende 10 bis 17 Uhr. Beides sind Annahmen, genauso wie die Grundlast, die das Modell mit 20 %, 40 % und 60 % rechnet.
Den Solarertrag liefert PVGIS für Weinheim, Süd, 35 Grad Neigung, Wetterjahr 2020: 1.105,4 kWh je kWp. Rechnerisch deckt eine Anlage mit 15,5 kWp den Jahresverbrauch des Stadions, für Lützelsachsen wären es 19,2 kWp.
| 40 % Grundlast (Abruf PVGIS: 16.09.2026) | Stadion Eigenverbrauch | Stadion Autarkie | Lützelsachsen Eigenverbrauch |
|---|---|---|---|
| 3 kWp | 61,0 % | 11,8 % | 75,6 % |
| 5 kWp | 49,5 % | 16,0 % | 62,2 % |
| 10 kWp | 35,3 % | 22,8 % | 48,8 % |
| 15 kWp | 28,0 % | 27,1 % | 40,6 % |
| 5 kWp mit 5 kWh Speicher | 66,3 % | 21,4 % | 77,4 % |
| 10 kWp mit 10 kWh Speicher | 51,5 % | 33,2 % | 67,3 % |
Quelle: eigene Rechnung mit PVGIS und den Monatswerten 2024 aus dem Weinheimer Energiebericht. Nutzungszeiten und Grundlast sind Annahmen.

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Warum der Winter am Stadion so viel kostet
Am Stadion fällt die Nutzung dorthin, wo die Sonne am wenigsten liefert: in die Monate Oktober bis März und in die Abendstunden. Selbst eine kleine Anlage mit 3 kWp nutzt im Modell mit 40 % Grundlast nur 61,0 % ihres Stroms selbst, in Lützelsachsen sind es 75,6 %.
Die Grundlast hilft, ändert aber wenig. Mit 60 % statt 20 % steigt der Eigenverbrauch des Stadions bei 10 kWp von 31,4 % auf 37,8 %. Der Winter bleibt der Engpass, egal wie viel Dauerlast das Vereinsheim hat.
Mehr Module oder Speicher?
Am Sportplatz hebt ein Speicher den Eigenverbrauch stark. Er nimmt den Überschuss vom Nachmittag auf und gibt ihn beim Training am Abend ab. Mit 10 kWp und einem Batteriespeicher von 10 kWh steigt der Eigenverbrauch am Stadion von 35,3 % auf 51,5 %, die Autarkie von 22,8 % auf 33,2 %.
In der Praxis hat die Union Blau-Weiß Biesfeld diesen Weg gewählt: Zur bestehenden Photovoltaikanlage kamen zwei Energiespeicher mit je 10 kWh, dazu die Umrüstung des Flutlichts auf LED-Fluter, die laut Verein bis zu 75 % weniger Energie verbrauchen. Messwerte zum Eigenverbrauch nennt der Verein nicht. Wie Kapazität und Ladezyklen zusammenpassen, zeigt Speichergröße berechnen.
Beim Geld hilft der Weinheimer Bericht: 4.815 Euro netto für den Strom des Stadions im Jahr 2024, rund 28,1 Cent je kWh. Die Zeile umfasst alle Tarifgrößen, nicht nur den Arbeitspreis. Als grobe Obergrenze spart eine 5-kWp-Anlage mit 2.736 kWh Eigenverbrauch rund 769 Euro im Jahr, eine 10-kWp-Anlage mit 3.902 kWh rund 1.096 Euro. Ob der Rest eingespeist wird, beschreibt Eigenverbrauch oder Volleinspeisung.
- Hol dir die Monatswerte des Zählers und prüfe beim Netzbetreiber oder Elektriker, ob das Flutlicht daran hängt.
- Notiere den Anteil von Oktober bis März. Liegt er deutlich über der Hälfte, plane klein oder mit Speicher.
- Leg die Trainingszeiten neben das Angebot und prüfe im Angebot den Eigenverbrauch für die Abendstunden.
Sportplatz im Vergleich mit Eishalle und Vereinsheim
Der Sportplatz teilt sein Problem mit der Eishalle: Beide brauchen viel Strom im Winter. Mit dem Feuerwehrhaus teilt er den Abendtermin. Anders als die Bibliothek mit Öffnungszeiten am Tag hat er kaum Last in der Mittagssonne.
Steuerliche Fragen für Vereine, die eine Anlage selbst betreiben, behandelt Verein und Vereinsheim. Gehört der Platz der Kommune, gelten die Schwellenwerte im Vergaberecht.
Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
Drei Lücken bleiben offen. Erstens nennt der Weinheimer Bericht weder Nutzungszeiten noch sagt er, ob Flutlicht und Gebäude an einem Zähler hängen. Zweitens liegt kein gemessener Stundenlastgang eines Sportplatzes vor, Training, Spielbetrieb und Grundlast sind Annahmen. Drittens ist unklar, warum Hohensachsen von April bis Juni 2024 nur 267 bis 287 kWh je Monat verbrauchte, im Vorjahr aber 838 bis 1.286 kWh.
Turniere, Ferien ohne Training und Hallenbelegungen fehlen im Modell. Die Zahlen hier ersetzen keine Rechnung mit den eigenen Zählerdaten.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Sportplatz? +
Wie viel Strom verbraucht eine Flutlichtanlage? +
Wie viel Solarstrom nutzt ein Sportplatz selbst? +
Lohnt sich ein Batteriespeicher am Sportplatz? +
Erst Flutlicht umrüsten oder erst Solaranlage bauen? +
Wann brennt das Flutlicht auf dem Sportplatz? +

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