Solarliebhaber.de
Wirtschaftlichkeit

Jugendzentrum mit PV: Öffnungszeiten, Eigenverbrauch und Speicher

Energiebericht Penzberg und Leverkusen gelesen, Öffnungszeiten aus der DJI-Jugendzentrumserhebung eingeordnet, gegen PVGIS Penzberg gerechnet.

⏱️ 13 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 16. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
  1. 1.Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Jugendzentrum?
  2. 2.Wie viel Strom braucht ein Jugendzentrum?
  3. 3.Wann ist ein Jugendzentrum geöffnet?
  4. 4.Wann die Solaranlage ihren Strom liefert
  5. 5.Welches Lastprofil gilt für ein Jugendzentrum?
  6. 6.Das Modell: Öffnungszeiten, Grundlast und Sommerferien
  7. 7.Wie groß die Anlage sein sollte
  8. 8.Warum ein Speicher hier viel bringt
  9. 9.Was spart das Jugendzentrum im Jahr?
  10. 10.Wer die Anlage baut: Kommune, Träger oder Genossenschaft
  11. 11.Jugendzentrum im Vergleich mit Volkshochschule, Stadthalle und Sporthalle
  12. 12.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  13. 13.Häufige Fragen

Ein Jugendzentrum öffnet meist dann, wenn die Schule aus ist: am Nachmittag und bis in den Abend. Die Sonne liefert ihren meisten Strom aber zwischen 10 und 15 Uhr, und am Wochenende ist das Haus oft zu. Dieser Ratgeber rechnet mit dem gemessenen Jahresverbrauch des Jugendzentrums Penzberg und seinen echten Öffnungszeiten nach, wie viel Solarstrom ein Jugendhaus selbst nutzt, warum die Anlage klein bleiben sollte und warum ein Speicher hier besonders viel bringt.

Stand: 16.09.2026. Alle verlinkten Seiten und Berichte wurden an diesem Tag direkt beim Herausgeber gelesen.

Kurz gesagt: Lohnt Photovoltaik auf dem Jugendzentrum?

Ja, aber nur mit einer kleinen Anlage oder mit Speicher. Im Modell für das Jugendzentrum Penzberg mit 5.047 kWh Stromverbrauch im Jahr 2021 nutzt eine Anlage mit 1 kWp 57,2 % ihres Stroms selbst, eine mit 3 kWp 38,7 % und eine mit 5 kWp nur noch 31,4 %. Der Grund ist die Uhrzeit: Nur 25,9 % des Solarertrags fallen in die Öffnungszeiten des Hauses.

Ein Speicher verschiebt den Mittagsstrom in den Nachmittag. Mit 5 kWp und 10 kWh Speicher steigt der Eigenverbrauch im Modell von 31,4 % auf 62,6 %, und das Haus deckt 73,1 % seines Strombedarfs selbst.

Das Wichtigste in Zahlen
  • Das Jugendzentrum Penzberg mit 390 m² verbrauchte 2021 laut Energiebericht 5.047 kWh Strom, das sind 12,94 kWh je Quadratmeter.
  • Bundesweit öffnen Jugendzentren laut DJI-Erhebung im Median um 14 Uhr und schließen um 20 Uhr, im Durchschnitt 28 Stunden und 45 Minuten pro Woche.
  • Werktags vor der Öffnung erzeugt die Anlage im Modell 42,5 % ihres Jahresertrags, am Wochenende 27,5 %.
  • Eine Anlage mit 4,3 kWp würde rechnerisch den Jahresverbrauch decken, aber nur ein Drittel davon selbst nutzen.

Wie viel Strom braucht ein Jugendzentrum?

Der Energiebericht 2021 der Stadt Penzberg führt das Jugendzentrum in der Nonnenwaldstraße 20b mit 390 m² Fläche. Der Stromverbrauch sank von 5.865 kWh im Vorjahr auf 5.047 kWh im Jahr 2021, ein Minus von 13,9 %. Geheizt wird mit Erdgas, die Heizung steckt also nicht im Stromzähler.

Je Quadratmeter sind das 12,94 kWh. Der Bericht legt für die Nutzungsart Jugendzentrum einen Zielwert von 8 kWh und einen Grenzwert von 19 kWh je Quadratmeter an und verweist dafür auf die Richtlinie VDI 3807. Penzberg liegt damit zwischen Ziel und Grenze.

Wie weit Jugendhäuser auseinanderliegen, zeigt der Energiebericht 2023 der Stadt Leverkusen. Er weist für 2022 die Stromkennzahlen von sechs Jugendhäusern aus.

JugendhausStrom je m² (Jahr)
Jugendzentrum Penzberg (2021)12,94 kWh
Juhaus Rheindorf, Leverkusen (2022)15 kWh
Jugend- und Bürgerhaus Schöne Aussicht, Leverkusen (2022)21 kWh
Mädchentreff Kolberger Straße, Leverkusen (2022, mit Wärmepumpe)30 kWh
Juhaus Kolberger Straße 95, Leverkusen (2022)33 kWh
Juhaus Bunker, Leverkusen (2022)86 kWh

Quelle: Energiebericht 2021 der Stadt Penzberg, Tabelle 5; Energiebericht 2023 der Stadt Leverkusen, Abbildung 19. Die Leverkusener Werte sind im Bericht auf ganze kWh gerundet.

Das Juhaus Bunker braucht je Quadratmeter das 6,6-Fache des Penzberger Hauses. Beim Mädchentreff rechnet der Bericht einen Teil des Stroms der Wärmepumpe zu. Das Juhaus Lindenhof mit 1 kWh je Quadratmeter ist nicht vergleichbar, es wurde beim Hochwasser im Juli 2021 beschädigt. Warum der Bunker so hoch liegt, erklärt der Bericht nicht.

Für die Anlagengröße heißt das: Die eigene Jahresrechnung ist wichtiger als jeder Durchschnitt. Alle fünf vergleichbaren Leverkusener Häuser lagen 2022 über dem Penzberger Wert. Wer mit 5.000 kWh plant, obwohl das eigene Haus das Doppelte braucht, legt die Anlage zu klein aus.

Typischer Fehler vor einer Heizungssanierung: Die Anlage wird nach dem alten Stromverbrauch ausgelegt, obwohl bald eine Wärmepumpe kommt. Mönchengladbach plant laut städtischer Mitteilung zum Energiebericht 2024 die Sanierung des Jugendzentrums STEP samt Wärmepumpe und Photovoltaik für 2026 bis 2028. Eine Wärmepumpe braucht ihren Strom vor allem im Winter, wenn die Anlage wenig liefert. Rechne dann beide Zustände getrennt durch.
Balkendiagramm: Stromverbrauch von Jugendzentren je Quadratmeter. Zielwert Jugendzentrum (Penzberg): 8 kWh je Quadratmeter. Jugendzentrum Penzberg 2021: 12,94 kWh je Quadratmeter. Juhaus Rheindorf 2022: 15 kWh je Quadratmeter. Grenzwert Jugendzentrum (Penzberg): 19 kWh je Quadratmeter. Jugend- und Bürgerhaus Schöne Aussicht 2022: 21 kWh je Quadratmeter. Juhaus Kolberger Straße 95 2022: 33 kWh je Quadratmeter. Juhaus Bunker 2022: 86 kWh je Quadratmeter.
Jugendhäuser brauchen je Quadratmeter zwischen 12,94 und 86 kWh Strom im Jahr. · Foto: Eigene Grafik

Wann ist ein Jugendzentrum geöffnet?

Die beste Quelle ist die bundesweite Erhebung des Deutschen Jugendinstituts. Laut der DJI-Kurzzusammenfassung zu Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind die Häuser im Durchschnitt 29 Stunden in der Woche geöffnet. Samstags haben 40 % geschlossen, sonntags 48 %. Die Befragung stammt aus dem Jahr 2011 und umfasst über 1.000 Einrichtungen.

Genauer wird es im Buch von Seckinger und anderen aus dem Jahr 2016, das dieselbe Erhebung ausführlich auswertet:

  • Im Median öffnen die Einrichtungen um 14 Uhr und schließen um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.
  • Rechnet man nur die Zeiten mit pädagogischem Personal, haben am Samstag 74 % und am Sonntag 91 % der Häuser zu.
  • Die durchschnittliche Öffnungsdauer liegt bei 28 Stunden und 45 Minuten, in kreisfreien Städten bei 32 Stunden und 11 Minuten, in Landkreisen bei 26 Stunden und 13 Minuten.
  • In den Schulferien bleiben die Zeiten bei 34 % der Häuser gleich, 36 % öffnen länger, 30 % kürzer.

Die Strukturdatenerhebung zur offenen Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen zeigt für 2019 eine ähnliche Verteilung: 31,9 % der Angebote haben 21 bis 30 Stunden in der Woche geöffnet, nur 3,8 % mehr als 40 Stunden. Am Wochenende geöffnet sind 41,9 %, im Jahr 2002 waren es 28,8 %.

Zwei Häuser als Beispiel. Das Jugendzentrum Penzberg ist montags von 13 bis 19 Uhr, dienstags und donnerstags von 14 bis 20 Uhr, mittwochs von 14 bis 19 Uhr und freitags von 15 bis 21 Uhr geöffnet, zusammen 31 Stunden. Samstags kann es für Veranstaltungen gemietet werden. Das Kinder- und Jugendhaus Pfinztal der AWO beginnt an einzelnen Tagen schon um 12 Uhr mit einer Sprechzeit, der offene Treff für Jugendliche ab 14 Jahren läuft aber von 18 bis 21 oder 22 Uhr, dazu kommt alle zwei Wochen ein Samstagnachmittag.

Ferienprogramm mitdenken: Laut DJI öffnen 36 % der Häuser in den Schulferien länger. Findet dein Ferienprogramm tagsüber im Haus statt, fällt es in die Wochen mit dem höchsten Solarertrag. Notiere deshalb die Ferienzeiten getrennt, statt nur die Schulwochen anzugeben.
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

Wann die Solaranlage ihren Strom liefert

Für das Modell wurde die Stundenreihe von PVGIS, dem Solarrechner der EU-Kommission, für Penzberg abgerufen: Süddach, 35 Grad Neigung, 14 % Systemverluste, Wetterjahr 2020, Abruf am 16.09.2026. Eine Anlage mit 1 kWp erzeugt dort 1.178,9 kWh im Jahr. Die Feiertage in Bayern gelten als geschlossen.

Legt man die Penzberger Öffnungszeiten über diese Reihe, verteilt sich der Jahresertrag so:

ZeitfensterAnteil am Solarertrag
Montag bis Freitag vor der Öffnung42,5 %
Während der Öffnungszeiten25,9 %
Montag bis Freitag nach Schluss0,2 %
Samstag und Sonntag27,5 %
Feiertage3,9 %

Mehr als zwei Drittel des Solarstroms entstehen also, während das Haus leer ist. Nach 18 Uhr liefert die Anlage übers Jahr nur noch 2,9 % ihres Ertrags. Im Winter wird das Licht zum Thema: Im Dezember sind 68,5 % der Penzberger Öffnungsstunden dunkel, im Juni nur 2,6 %.

Die Pfinztaler Zeiten mit dem späten offenen Treff treffen 23,3 % des Ertrags, der bundesweite Median von 14 bis 20 Uhr an fünf Werktagen 26,2 %. Egal welches Haus: Etwa drei Viertel des Solarstroms fallen außerhalb der Öffnungszeit an.

Balkendiagramm: Jugendzentrum Penzberg, Anteil am Solarertrag nach Zeitfenster. Montag bis Freitag vor der Öffnung: 42,5 Prozent. Während der Öffnungszeiten: 25,9 Prozent. Montag bis Freitag nach Schluss: 0,2 Prozent. Samstag und Sonntag: 27,5 Prozent. Feiertage: 3,9 Prozent.
Nur gut ein Viertel des Solarstroms fällt in die Öffnungszeiten. · Foto: Eigene Grafik

Welches Lastprofil gilt für ein Jugendzentrum?

Netzbetreiber ordnen kleine Gewerbekunden einem Standardlastprofil zu. Die Zuordnungsliste des BDEW zu den Standardlastprofilen ist die Grundlage dafür. Darin Jugendzentrum und Freizeitstätte unter dem Schlüssel 867 und dem Profil G2 zugewiesen. Das ist das Profil für Gewerbe mit Schwerpunkt am Abend.

Für ein Jugendzentrum ist G2 zu optimistisch. Rechnet man die 5.047 kWh aus Penzberg mit dem G2-Profil, nutzt eine Anlage mit 1 kWp 97,3 % selbst. Mit den echten Öffnungszeiten und 30 % Grundlast sind es 57,2 %. Bei 3 kWp liegen G2 und Modell bei 53,0 % und 38,7 %, bei 5 kWp bei 36,4 % und 31,4 %, erst bei 10 kWp nähern sie sich mit 20,7 % und 20,0 % an.

Der Grund: G2 verteilt den Verbrauch auch auf Samstag und Sonntag und hat schon ab 10 Uhr vormittags einen hohen Verbrauch. Ein Haus, das erst um 13 oder 14 Uhr öffnet und am Wochenende zu ist, hat beides nicht. Wer ein Angebot bekommt, sollte fragen, mit welchem Lastprofil gerechnet wurde.

Das Modell: Öffnungszeiten, Grundlast und Sommerferien

Ein Monats- oder Stundenlastgang des Penzberger Hauses ist nicht veröffentlicht. Das Modell verteilt deshalb den Jahresverbrauch nach zwei Regeln:

  • Grundlast: Kühlschrank, Router, Notbeleuchtung, Heizungspumpe laufen rund um die Uhr. Gerechnet sind zwei Varianten mit 30 % und 50 % des Jahresverbrauchs.
  • Nutzung: Der Rest fällt gleichmäßig auf die Öffnungsstunden, in Penzberg 1.466 Stunden im Jahr.
Anlage (Penzberg, 30 % Grundlast)EigenverbrauchDeckung des Bedarfsselbst genutzt
1 kWp57,2 %13,4 %674 kWh
2 kWp44,0 %20,6 %1.037 kWh
3 kWp38,7 %27,1 %1.369 kWh
5 kWp31,4 %36,7 %1.853 kWh
10 kWp20,0 %46,6 %2.353 kWh
3 kWp mit 5 kWh Speicher69,6 %48,8 %2.463 kWh
5 kWp mit 5 kWh Speicher52,5 %61,3 %3.095 kWh
5 kWp mit 10 kWh Speicher62,6 %73,1 %3.690 kWh

Die Grundlast zählt nur bei kleinen Anlagen. Mit 50 statt 30 % Grundlast steigt der Eigenverbrauch bei 1 kWp von 57,2 auf 71,0 %, bei 5 kWp nur von 31,4 auf 33,5 %.

Drei weitere Varianten ändern wenig. Bleibt das Haus in den sechs Sommerferienwochen zu, sinkt der Eigenverbrauch bei 5 kWp von 31,4 auf 28,5 %, weil in diese Wochen 14,3 % des Jahresertrags fallen. Mit den Pfinztaler Öffnungszeiten sind es 29,1 %, mit dem bundesweiten Median 31,3 %. Braucht das Haus in dunklen Stunden eineinhalbmal so viel Strom wie in hellen, sind es 30,2 %.

Was das für die Planung heißt: Ob dein Jugendhaus um 13 oder um 15 Uhr öffnet, verschiebt das Ergebnis um wenige Prozentpunkte. Entscheidend sind die Größe der Anlage und die Frage, ob ein Speicher den Mittagsstrom in den Nachmittag trägt.

Wie groß die Anlage sein sollte

Rechnerisch würde eine Anlage mit 4,3 kWp in Penzberg so viel Strom erzeugen, wie das Haus im Jahr verbraucht. Selbst nutzen würde das Haus davon nur rund ein Drittel. Ohne Speicher ist eine Anlage mit 1 bis 3 kWp die Größe, bei der mehr als ein Drittel des Stroms im Haus bleibt.

Bei größeren Dächern gibt es zwei Wege. Entweder die Anlage wird größer gebaut und der Überschuss eingespeist, dann entscheidet die Vergütung über die Wirtschaftlichkeit. Wie sich Einspeisung und Eigenverbrauch rechnen, steht im Ratgeber Eigenverbrauch oder Volleinspeisung. Oder das Dach wird verpachtet, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

Vorsicht bei Angeboten mit hohem Eigenverbrauch: Nennt ein Angebot für ein Jugendzentrum mit 5 kWp ohne Speicher einen Eigenverbrauch von 50 % oder mehr, ist wahrscheinlich ein Büro- oder Haushaltsprofil hinterlegt. Mit echten Öffnungszeiten ab 13 Uhr liegt er im Modell bei 31,4 bis 33,5 %.
Balkendiagramm: Jugendzentrum Penzberg, 5 kWp, Eigenverbrauch nach Szenario. Standardlastprofil G2: 36,4 Prozent. Öffnungszeiten, 30 % Grundlast: 31,4 Prozent. dazu Sommerferien geschlossen: 28,5 Prozent. Öffnungszeiten mit 5 kWh Speicher: 52,5 Prozent. Öffnungszeiten mit 10 kWh Speicher: 62,6 Prozent.
Ein Speicher mit 10 kWh verdoppelt den Eigenverbrauch fast. · Foto: Eigene Grafik

Warum ein Speicher hier viel bringt

Bei einer Stadthalle mit Veranstaltungen ab 19:30 Uhr muss ein Speicher den Mittagsstrom viele Stunden halten. Beim Jugendzentrum liegt ein großer Teil des Verbrauchs dagegen am Nachmittag, wenige Stunden nach der Mittagsspitze der Anlage. Der Speicher muss den Strom also nur kurz halten. In Zahlen: Bei 5 kWp verdoppelt ein Speicher mit 10 kWh den Eigenverbrauch von 31,4 auf 62,6 %. Bei 3 kWp hebt schon ein Speicher mit 5 kWh den Wert von 38,7 auf 69,6 %.

Ein Praxisbeispiel passt zu diesem Ergebnis. Laut Kraichgau Lokal vom 04.07.2024 ist auf dem Jugendzentrum Pfinztal seit Ende Juni 2024 eine Anlage mit insgesamt 60 kWp in Betrieb, von der ein Teil das Jugendzentrum versorgt. Ein Batteriespeicher mit 10 kWh soll das Haus auch abends und nachts versorgen, die Bürgerenergiegenossenschaft rechnet mit rund 60 % Deckung des Strombedarfs. Im Penzberger Modell erreichen 5 kWp mit 5 kWh Speicher 61,3 % Deckung. Wie viel Strom das Pfinztaler Haus braucht und wie viele der 60 kWp ihm zugeordnet sind, nennt der Bericht nicht, der Vergleich zeigt also nur die Größenordnung.

Ein Nachteil bleibt: Am Wochenende und in geschlossenen Ferienwochen ist der Speicher mittags schnell voll und wird bis Montag kaum entladen. Mehr zur Auslegung steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Nutzbare Kapazität prüfen: Das Modell rechnet mit 5 oder 10 kWh nutzbarer Kapazität und 95 % Wirkungsgrad beim Laden und beim Entladen. Im Datenblatt stehen oft Nennkapazität und nutzbare Kapazität nebeneinander, entscheidend ist die nutzbare. Soll ein Speicher später dazukommen, frag, ob der Wechselrichter dafür vorbereitet ist, siehe Speicher nachrüsten.

Was spart das Jugendzentrum im Jahr?

Der Penzberger Energiebericht nennt für alle städtischen Gebäude zusammen 616.996 kWh Strom und 153.815 € Stromkosten im Jahr 2021. Das sind im Mittel 24,93 Cent je kWh. Mit diesem Preis spart jede selbst genutzte Kilowattstunde den Strombezug:

Anlage (30 % Grundlast)selbst genutztvermiedener Strombezug bei 24,93 ct
1 kWp674 kWh168 € im Jahr
3 kWp1.369 kWh341 € im Jahr
5 kWp1.853 kWh462 € im Jahr
3 kWp mit 5 kWh Speicher2.463 kWh614 € im Jahr
5 kWp mit 10 kWh Speicher3.690 kWh920 € im Jahr

Der Stromverbrauch des ganzen Hauses kostete zu diesem Preis 1.258 € im Jahr. Einspeisevergütung, Anschaffung und Wartung sind in der Tabelle nicht enthalten. Der Preis stammt aus 2021, der eigene Vertrag kann heute deutlich darüber oder darunter liegen.

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

Wer die Anlage baut: Kommune, Träger oder Genossenschaft

Laut DJI-Erhebung werden in Westdeutschland 56 % der Jugendzentren von öffentlichen Trägern verwaltet, in Ostdeutschland 34 %, die übrigen von anderen Trägern. In der Praxis gehört das Gebäude dann oft nicht dem, der das Haus betreibt. In Pfinztal etwa betreibt die AWO das Haus, die Anlage stammt aus einer Kooperation, die die Gemeinde im August 2023 mit der Bürgerenergiegenossenschaft Durmersheim eingegangen ist, um kommunale Dächer mit Photovoltaik zu belegen. Vor der Planung sollte klar sein, wer den Strom bezahlt, denn nur dieser Vertragspartner spart durch den Eigenverbrauch.

Auch Pachtmodelle kommen vor. Laut stadt+werk vom 10.06.2024 hat die Stadt Waghäusel ihre Solaroffensive mit acht Pachtanlagen auf dem Jugendzentrum WaWiKi und einem Friedhofsgebäude begonnen. Alle acht Anlagen zusammen sollen rund 630.000 kWh im Jahr erzeugen, die Gebäude davon rund 134.000 kWh selbst nutzen und knapp 500.000 kWh einspeisen, ergänzt um Speicher mit 192 kWh. Zahlen je Gebäude nennt die Meldung nicht.

Wie Dachpacht und Bürgerenergie funktionieren, erklären die Ratgeber Dach verpachten und Bürgerenergiegesellschaft. Muss die Kommune ausschreiben, hilft der Ratgeber Vergaberecht und Schwellenwerte.

1 So prüfst du dein Jugendzentrum in drei Schritten:
  1. Lies den Jahresverbrauch der letzten zwei Jahre auf der Rechnung ab und teile ihn durch die Fläche. Liegt der Wert weit über 19 kWh je Quadratmeter, frag nach Wärmepumpe, Küche oder Technik.
  2. Notiere die Öffnungszeiten, auch Vermietungen am Samstag und die Ferienzeiten.
  3. Lass dir das Angebot einmal ohne und einmal mit Speicher rechnen und prüfe, welches Lastprofil im Angebot hinterlegt ist.

Jugendzentrum im Vergleich mit Volkshochschule, Stadthalle und Sporthalle

Die kommunalen Gebäude unterscheiden sich vor allem darin, wann sie belegt sind. Die Volkshochschule hat Tages- und Abendkurse und nutzt tagsüber mehr Solarstrom. Die Stadthalle und die Vereinszeiten der Sporthalle liegen am späten Abend, nach Sonnenuntergang.

Das Jugendzentrum liegt dazwischen. Sein Nachmittag nutzt noch die abklingende Sonne, sein Abend nicht mehr. Deshalb bringt der Speicher hier so viel: Er muss nur die Lücke von der Mittagsspitze bis in den Nachmittag überbrücken. Für Häuser mit Kinderbetreuung am Vormittag passen eher die Ratgeber zur Kita und zur Schule, für Vereinsräume der Ratgeber zum Vereinsheim.

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

  • Einen Monats- oder Stundenlastgang eines Jugendzentrums. In den Energieberichten von Penzberg und Leverkusen stehen keine Monatswerte für die Jugendhäuser. Die Verteilung auf Grundlast und Öffnungsstunden ist deshalb eine Annahme.
  • Ob das Penzberger Haus in den Sommerferien schließt und wie oft es samstags vermietet wird. Beides ist als Szenario gerechnet, nicht als Tatsache.
  • Den Stromverbrauch des Pfinztaler Hauses und den Anteil der 60 kWp, der ihm zugeordnet ist.
  • Warum das Juhaus Bunker in Leverkusen 86 kWh je Quadratmeter braucht.
  • Neuere bundesweite Zahlen zu Öffnungszeiten. Die DJI-Erhebung stammt aus dem Jahr 2011, die NRW-Erhebung aus dem Jahr 2019.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Jugendzentrum? +
Das Jugendzentrum Penzberg mit 390 m² verbrauchte 2021 laut Energiebericht 5.047 kWh, das sind 12,94 kWh je Quadratmeter. Jugendhäuser in Leverkusen lagen 2022 zwischen 15 und 86 kWh je Quadratmeter.
Welches Standardlastprofil gilt für ein Jugendzentrum? +
Die BDEW-Zuordnungsliste nennt Jugendzentrum und Freizeitstätte unter dem Schlüssel 867 mit dem Profil G2. Für ein Haus, das erst am Nachmittag öffnet, überschätzt G2 den Eigenverbrauch kleiner Anlagen deutlich: bei 1 kWp 97,3 statt 57,2 %.
Wie viel Solarstrom nutzt ein Jugendzentrum selbst? +
Im Modell mit den Penzberger Öffnungszeiten und 30 % Grundlast 57,2 % bei 1 kWp, 38,7 % bei 3 kWp und 31,4 % bei 5 kWp. Mit 50 % Grundlast sind es bei 5 kWp 33,5 %.
Lohnt sich ein Speicher für ein Jugendzentrum? +
Beim Eigenverbrauch ja. Mit 10 kWh Speicher steigt er bei 5 kWp im Modell von 31,4 auf 62,6 %, weil der Strom nur von der Mittagsspitze bis zum Nachmittag gehalten werden muss. Ob sich das rechnet, hängt vom Speicherpreis und vom eigenen Strompreis ab.
Wann haben Jugendzentren geöffnet? +
Laut der DJI-Erhebung von 2011 im Median von 14 bis 20 Uhr, im Durchschnitt 28 Stunden und 45 Minuten pro Woche. Samstags haben 40 % zu, sonntags 48 %.
Wie groß sollte die Anlage auf einem Jugendzentrum sein? +
Ohne Speicher 1 bis 3 kWp für ein Haus mit rund 5.000 kWh im Jahr. Mit Speicher sind 3 bis 5 kWp sinnvoll. Eine größere Anlage lohnt sich nur über Einspeisung oder Dachpacht.
Was spart ein Jugendzentrum mit einer Solaranlage? +
Beim Penzberger Durchschnittspreis von 24,93 Cent je kWh im Jahr 2021 spart eine Anlage mit 3 kWp rund 341 € im Jahr an Strombezug, mit 5 kWp und 10 kWh Speicher rund 920 €. Anschaffung und Einspeisevergütung sind dabei nicht eingerechnet.