Trampolinhalle mit PV: Öffnungszeiten, Ferien und Lastgang
Öffnungszeiten von fünf Trampolinparks und die amtlichen Stromkennwerte für Sporthallen und Fitnessstudios gelesen, drei Öffnungsmuster gegen PVGIS Hannover, G2 und G6 gerechnet.
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
- 1.Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik in der Trampolinhalle?
- 2.Welches Lastprofil passt zur Trampolinhalle?
- 3.Wie viel Strom braucht eine Trampolinhalle?
- 4.Öffnungszeiten: Nachmittag, Wochenende, Schulferien
- 5.Drei Öffnungsmuster im Modell
- 6.Warum Schulgruppen am Vormittag mehr bringen als lange Abende
- 7.Süd oder West: Welche Ausrichtung passt zur Nachmittagshalle?
- 8.Lohnt ein Speicher in der Trampolinhalle?
- 9.Erst das Licht, dann das Dach
- 10.Häufige Fragen
Eine Trampolinhalle öffnet, wenn die Schule aus ist. Unter der Woche springen Kinder und Jugendliche meist ab dem frühen Nachmittag bis in den Abend, am Wochenende und in den Schulferien ab dem Vormittag. Die Solaranlage auf dem Hallendach liefert dagegen um die Mittagszeit am meisten. Dieser Ratgeber rechnet nach, wie viel Solarstrom eine Trampolinhalle selbst nutzt, welche Öffnungszeiten den Unterschied machen und warum das Standardlastprofil die Halle zu schlecht rechnet. Stand: 14.09.2026.
Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik in der Trampolinhalle?
Die Trampolinhalle nutzt Solarstrom besser, als ihre Öffnungszeiten vermuten lassen. Eine Anlage, die ein Viertel des Jahresbedarfs erzeugt, wird im Modell zu 76,2 bis 90,9 % in der Halle verbraucht. Bei der Hälfte des Bedarfs sind es 68,0 bis 77,6 %, bei einer Anlage in Höhe des vollen Bedarfs 44,3 bis 51,1 %.
Der Grund liegt im Kalender. Von Frühling bis Herbst scheint die Sonne am Nachmittag noch lange, und an Wochenenden und in den Ferien ist die Halle ohnehin tagsüber offen. Auf die Ferien fallen 26,7 % des Solarertrags, und in dieser Zeit öffnen die Parks ab 10 Uhr.
Die größte Schwäche der Halle ist der Schulvormittag. 31,0 % des Jahresertrags einer Südanlage fallen an Schultagen vor 14 Uhr an, wenn die meisten Hallen noch geschlossen sind. Wer diese Stunden mit Gruppen füllt, gewinnt mehr als mit jeder späteren Schließzeit.
Welches Lastprofil passt zur Trampolinhalle?
Die BDEW-Liste M-24 ordnet Kundengruppen den Standardlastprofilen zu, eine Trampolinhalle kennt sie nicht. Am nächsten liegen drei Einträge in der Zuordnung der VDEW-Lastprofile zum Kundengruppenschlüssel: „Sporthalle G2,G6“ mit G6 bei dominierendem Wochenendbetrieb, „Vergnügungspark G2“ und „Spielhalle (Automaten-) G2“.
G2 ist das Profil für Gewerbe mit Schwerpunkt am Abend, G6 das für Wochenendbetrieb. Beide stammen aus Messungen an vielen Betrieben und bilden keine Schulferien ab. In der Praxis rechnet ein Planer ohne eigene Messdaten mit einem dieser Profile. Für eine Anlage, die die Hälfte des Bedarfs erzeugt, ergibt G2 62,7 % und G6 65,2 % Eigenverbrauch.
Das eigene Modell mit echten Öffnungszeiten liegt 3 bis 15 Prozentpunkte darüber. Ein Angebot, das auf G2 rechnet, unterschätzt den selbst genutzten Strom und damit die Ersparnis.
Wie viel Strom braucht eine Trampolinhalle?
Für Trampolinhallen gibt es keinen veröffentlichten Stromkennwert. Weder Betreiber noch Verbände nennen Kilowattstunden je Quadratmeter, die Suche nach einer Trampolinhalle mit veröffentlichter Solaranlage blieb ohne Ergebnis. Brauchbar sind zwei amtliche Nachbarn.
Die Bekanntmachung der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 15.
April 2021 nennt Teilenergiekennwerte je Gebäudekategorie. Der Vergleichswert Strom setzt sich laut Nummer 6.3 aus Lüftung, eingebauter Beleuchtung, elektrischer Kühlung, Sonstigem und dezentralem Warmwasser zusammen. Ohne Warmwasser ergibt das für Sporthallen 19,4 kWh/(m²·a) und für Fitnessstudios 53,5 kWh/(m²·a).
| Teilenergiekennwert | Sporthallen | Fitnessstudios |
|---|---|---|
| Lüftung | 4,6 | 11,9 |
| Eingebaute Beleuchtung | 14,3 | 24,5 |
| Kälte und Hilfsenergie Kälte | 0,4 | 8,2 |
| Sonstiges | 0,1 | 8,9 |
| Strom ohne Warmwasser | 19,4 | 53,5 |
Eine Trampolinhalle liegt dazwischen. Sie ist hoch und hell wie eine Sporthalle, hat aber Bistro, Kühltheke, Kassensystem und bei vielen Springern mehr Lüftung. Für eine Halle mit 2.500 m² ergibt die Spanne 48.500 bis 133.750 kWh im Jahr. Das ist ein Faktor von fast drei, und genau deshalb ersetzt kein Kennwert die eigene Stromrechnung.
Öffnungszeiten: Nachmittag, Wochenende, Schulferien
Die Öffnungszeiten deutscher Trampolinparks folgen einem gemeinsamen Muster. Werktags öffnen sie am frühen Nachmittag, montags bleiben mehrere Hallen geschlossen, in den Schulferien öffnen alle ab dem Vormittag. Fünf Beispiele, abgerufen am 14.09.2026:
| Park | Fläche | Werktage | Wochenende | Schulferien |
|---|---|---|---|---|
| AIRTIME Nürnberg | rund 2.000 m² Sprungfläche | Mo–Do 14–21, Fr 14–22 Uhr | Sa 10–22, So 9–21 Uhr | Mo–Do ab 10 Uhr |
| Sprung.Raum Troisdorf | rund 2.400 m² | Mo zu, Di–Fr 13:30–19 Uhr | Sa 10:30–19, So 10:30–18 Uhr | täglich 9:30–19 Uhr |
| TIGER JUMP Oberhausen | über 3.500 m² | Mo zu, Di–Fr 12:45–20 Uhr | Sa–So 11:15–19 Uhr | Mo–So 11:30–19 Uhr |
| JUMP Halle | keine Angabe | Mo zu, Di–Do 15–19, Fr 15–20 Uhr | Sa 10–20, So 10–19 Uhr | täglich ab 10 Uhr |
| Trampolino Hilden | keine Angabe | Mo/Di/Do/Fr 14–19, Mi 10–19 Uhr | Sa–So 10–19:30 Uhr | täglich ab 10 Uhr |
TIGER JUMP bietet Schulklassen und Gruppen ab 20 Personen von Montag bis Freitag auch Sprungzeiten am Vormittag an. Das ist für die Solaranlage der interessanteste Punkt der Tabelle. Das JUMP House in Hamburg-Stellingen, laut hamburg.de 2014 der erste multidisziplinäre Trampolinpark Deutschlands, hat 3.000 m² und über 120 Trampoline. Das zeigt die Größenordnung der Dächer.
Drei Öffnungsmuster im Modell
Das Modell rechnet mit PVGIS 5.3 für Hannover, Wetterjahr 2020, Stundenwerte einer Südanlage mit 35 Grad Neigung (1060,5 kWh je kWp). Die Ferien stammen aus dem KMK-Ferienkalender für Niedersachsen, zusammen 89 Tage. Die Öffnungszeiten gelten in Ortszeit, die Sommerzeit ist berücksichtigt.
Drei Muster gehen ein. „Lange Abende“ folgt AIRTIME mit 3.400 offenen Stunden im Jahr. „Kurze Nachmittage“ folgt JUMP Halle mit Montag als Ruhetag, 2.252 Stunden. „Mit Schulgruppen am Vormittag“ folgt TIGER JUMP und ergänzt an Schultagen von 9 bis 12 Uhr Gruppenbetrieb mit halber Last, 2.436 Stunden.
Ein Viertel des Verbrauchs läuft als Grundlast rund um die Uhr: Kühlung im Bistro, Notbeleuchtung, Server, Brandmeldeanlage. Licht und Lüftung laufen eine halbe Stunde vor und nach der Öffnung. Die Grundlast ist eine Annahme. Mit 15 % statt 25 % sinkt der Eigenverbrauch bei kurzen Nachmittagen von 68,0 auf 66,0 %, mit 35 % steigt er auf 69,1 %.
| Muster | Verbrauch in Ferien | 25 % Deckung | 50 % Deckung | 100 % Deckung | Autarkie bei 50 % |
|---|---|---|---|---|---|
| Lange Abende (AIRTIME-Muster) | 27,6 % | 83,3 % | 68,5 % | 44,3 % | 34,2 % |
| Kurze Nachmittage (JUMP-Halle-Muster) | 31,4 % | 76,2 % | 68,0 % | 47,7 % | 34,0 % |
| Mit Schulgruppen am Vormittag | 23,7 % | 90,9 % | 77,6 % | 51,1 % | 38,8 % |
| Standardprofil G2 | 23,1 % | 91,4 % | 62,7 % | 38,5 % | 31,3 % |
| Standardprofil G6 | 23,7 % | 93,7 % | 65,2 % | 39,6 % | 32,6 % |
Lange Abende und kurze Nachmittage liegen bei halber Deckung fast gleichauf, 68,5 gegen 68,0 %. Die Stunden nach 19 Uhr bringen der Solaranlage fast nichts, weil dann nur noch im Hochsommer Strom vom Dach kommt. Die kurze Halle holt den Rückstand über die Ferien auf, in denen sie 31,4 % ihres Stroms verbraucht.
Warum Schulgruppen am Vormittag mehr bringen als lange Abende
Schulgruppen am Vormittag heben den Eigenverbrauch bei halber Deckung um 9,6 Prozentpunkte auf 77,6 %. Kein anderer Hebel im Modell wirkt so stark, auch nicht eine Schließzeit um 22 Uhr.
Der Vormittag trifft die Stunden mit dem höchsten Ertrag. 31,0 % des Jahresertrags fallen an Schultagen vor 14 Uhr an. Der Montag als Ruhetag kostet zusätzlich: Auf die Montage außerhalb der Ferien entfallen 10,1 % des Solarertrags, und die Halle braucht dann nur ihre Grundlast.
Ein typischer Fehler ist, den Ruhetag für Wartung und Reinigung ungenutzt zu lassen. Wer Reinigungsmaschinen lädt, die Gastronomie vorbereitet oder den Wartungstag in die Mittagsstunden legt, verschiebt Verbrauch in die Sonnenzeit, ohne einen Springer mehr zu brauchen.

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Süd oder West: Welche Ausrichtung passt zur Nachmittagshalle?
Eine Westanlage mit 10 Grad Neigung erzeugt in Hannover 865,0 kWh je kWp, eine Südanlage mit 35 Grad 1060,5 kWh. Das sind 18,4 % weniger Ertrag je kWp. Dafür liegt der Ertrag später am Tag und passt besser zur Öffnung am Nachmittag.
| Muster | Süd 35 Grad | West 10 Grad | Ost und West 10 Grad |
|---|---|---|---|
| Lange Abende (AIRTIME-Muster) | 68,5 % | 72,8 % | 70,2 % |
| Kurze Nachmittage (JUMP-Halle-Muster) | 68,0 % | 71,8 % | 69,2 % |
| Mit Schulgruppen am Vormittag | 77,6 % | 80,8 % | 78,2 % |
| Standardprofil G2 | 62,7 % | 64,8 % | 63,5 % |
Bei gleicher Deckung von 50 % des Jahresbedarfs gewinnt die Westanlage bei kurzen Nachmittagen 3,8 Prozentpunkte Eigenverbrauch. Sie braucht dafür aber mehr Module. Hallendächer sind oft flach aufgeständert oder in Ost-West-Ausrichtung belegt. Der Ost-West-Aufbau liegt im Modell zwischen Süd und West.
Die Ausrichtung ist bei einer Halle selten frei wählbar. Entscheidend ist, dass die Planung mit den echten Öffnungszeiten rechnet und nicht mit einem Standardprofil.
Lohnt ein Speicher in der Trampolinhalle?
Ein Speicher mit 1 kWh je kWp hebt die Autarkie bei halber Deckung deutlich. Bei langen Abenden steigt sie von 34,2 auf 43,2 %, bei kurzen Nachmittagen von 34,0 auf 41,2 %, mit Schulgruppen von 38,8 auf 46,5 %.
Die Zahl der Vollzyklen bleibt mäßig: 189 im Jahr bei langen Abenden, 153 bei kurzen Nachmittagen. Im Winter lädt der Speicher kaum, weil die Halle tagsüber offen ist und den Strom sofort verbraucht. Die Rechnung ohne Speicherverluste ist eine Obergrenze.
Wie groß der Speicher sein sollte, zeigt der Ratgeber Speichergröße berechnen. Für eine Halle mit Leistungspreis lohnt zusätzlich ein Blick auf Lastspitzenkappung im Gewerbe.
Erst das Licht, dann das Dach
Die Beleuchtung ist in beiden amtlichen Kennwerten der größte Stromposten: 14,3 kWh/(m²·a) in Sporthallen, 24,5 kWh/(m²·a) in Fitnessstudios. Für eine Halle mit 2.500 m² sind das rund 35.750 bis 61.250 kWh im Jahr allein für Licht.
Der Sportstättenrechner beziffert die LED-Sanierung einer Dreifachsporthalle mit ca. 1.250 m² auf 58.000 bis 94.000 Euro, je nach Qualität und Beleuchtungsstärke von 300 oder 500 lux. Eine Trampolinhalle mit Leuchtstoffröhren sollte diese Rechnung vor der Solaranlage machen, denn jede eingesparte Kilowattstunde muss das Dach nicht mehr liefern.
Die Reihenfolge ändert auch die Anlagengröße. Bei 19,4 kWh/(m²·a) reichen für die Hälfte des Bedarfs 22,9 kWp, bei 53,5 kWh/(m²·a) sind es 63,1 kWp. Bei kurzen Nachmittagen nutzt die Halle davon 16.514 bis 45.504 kWh im Jahr selbst.
- Jahresverbrauch notieren: Lies auf der Rechnung der letzten zwölf Monate die Kilowattstunden ab.
- Grundlast messen: Zählerstand am Ruhetag morgens und abends.
- Öffnungszeiten auflisten: Werktage, Wochenende und Ferien getrennt, dazu feste Gruppenzeiten.
- Beleuchtung prüfen: Leuchtentyp und Leistung im Datenblatt nachsehen, LED-Tausch zuerst rechnen.
- Angebot mit Lastgang anfordern: Der Planer soll mit deinen Öffnungszeiten rechnen, nicht mit G2.
- Wie hoch ist der Jahresverbrauch laut Rechnung?
- Wie groß und wie belastbar ist das Hallendach?
- Wann öffnet die Halle an Schultagen, am Wochenende und in den Ferien?
- Gibt es Gruppenzeiten am Vormittag, oder lassen sie sich einführen?
- Ist die Beleuchtung schon auf LED umgestellt?
Verwandte Rechnungen mit ähnlichem Kalender: Fitnessstudio, Kino mit Abendlast, Eishalle, Schuldach in den Sommerferien und Vereinsheim. Ob sich Einspeisen oder Selbstnutzen mehr lohnt, erklärt Eigenverbrauch oder Volleinspeisung.
Häufige Fragen
Welches Standardlastprofil gilt für eine Trampolinhalle? +
Wie viel Solarstrom nutzt eine Trampolinhalle selbst? +
Wie viel Strom verbraucht eine Trampolinhalle? +
Bringt eine Öffnung bis 22 Uhr mehr Eigenverbrauch? +
Ist eine Westanlage besser als eine Südanlage? +
Wie viele Zyklen schafft ein Speicher in der Trampolinhalle? +
Was kostet LED-Licht für eine große Halle? +

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