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Blumenladen mit PV: Kühlzelle, Lastgang und Stoßtage

Kühlaggregat-Datenblatt, drei Ladenöffnungsgesetze und FDF-Umfragen gelesen, Blumenladen mit Kühlzelle gegen PVGIS Hannover, G1, G3 und G4 gerechnet.

⏱️ 13 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 14. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
  1. 1.Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik im Blumenladen?
  2. 2.Wie viel Strom braucht eine Kühlzelle für Schnittblumen?
  3. 3.Welche Temperatur braucht die Blumenkühlung?
  4. 4.Wann verbraucht ein Blumenladen seinen Strom?
  5. 5.Eigenverbrauch nach Anlagengröße und Aufstellort
  6. 6.Muttertag, Totensonntag, Advent: die Stoßtage gegen die Sonne
  7. 7.Monatsbilanz: Wann trägt die Sonne die Kühlung?
  8. 8.Lohnt sich ein Speicher für die Nachtkühlung?
  9. 9.Was vor dem Angebot zu klären ist
  10. 10.Häufige Fragen

Ein Blumenladen hat einen Stromverbraucher, der nie Feierabend macht: die Kühlzelle. Sie läuft nachts, sonntags und in den Wochen, in denen kaum Kundschaft kommt. Gleichzeitig hängen die umsatzstärksten Tage der Branche an Terminen, an denen die Sonne wenig liefert: Valentinstag im Februar, Allerheiligen und Totensonntag im November, die Adventssonntage. Nur der Muttertag im Mai fällt in die Zeit mit viel Solarstrom.

Dieser Ratgeber rechnet einen Blumenladen mit Kühlzelle Stunde für Stunde gegen das Wetterjahr 2020 in Hannover. Die Grundlage: das Datenblatt eines Kühlaggregats, ein veröffentlichtes Laufzeit-Beispiel für Kühlzellen, die Ladenöffnungsgesetze von drei Ländern und die Solarstrahlung aus PVGIS 5.3. Wo eine Branchenzahl fehlt, steht das dabei. Quellen Stand: 14.09.2026.

Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik im Blumenladen?

Im Modell verbraucht der Laden 14.361 kWh im Jahr, davon 6.361 kWh in der Kühlzelle (44,3 %). Eine Anlage mit 10 kWp nach Süden deckt davon 44,9 %, und 60,8 % des Solarstroms werden im Laden selbst verbraucht. Mit 5 kWp steigt der Eigenverbrauch auf 89,8 %, mit 15 kWp sinkt er auf 45,3 %.

Drei Befunde tragen den Artikel:

  • Steht das Aggregat in einem unbeheizten Lager, läuft es im Sommer länger und im Winter kürzer. Bei gleichem Jahresverbrauch steigt der Eigenverbrauch dadurch von 60,8 auf 62,9 %.
  • Das Standardprofil G3, das der BDEW dem Blumengroßhandel mit Kühlanlage zuordnet, unterschätzt den Laden: 48,8 % statt 60,8 % Eigenverbrauch bei 10 kWp.
  • Am Totensonntag 2020 lieferten 10 kWp in Hannover 7,8 kWh, die Kühlzelle brauchte im Lager-Modell 15,2 kWh. Die Feiertage im Winter deckt eine 10-kWp-Anlage nicht.
Kurz gesagt: Ein Blumenladen mit Kühlzelle und 14.361 kWh nutzt im Modell von 10 kWp nach Süden 60,8 % selbst und deckt 44,9 % seines Bedarfs. Die Zelle bringt Grundlast in die Nacht, der Muttertag passt zur Sonne, Totensonntag und Advent nicht.
Balkendiagramm: Eigenverbrauch 10 kWp im Blumenladen. Zelle im beheizten Laden: 60,8 Prozent. Zelle im unbeheizten Lager: 62,9 Prozent. Laden ohne Sonntagsöffnung: 59,5 Prozent. Standardprofil G1: 61,7 Prozent. Standardprofil G3: 48,8 Prozent. Standardprofil G4: 54,7 Prozent.
G3 aus dem Großhandel unterschätzt den Laden. · Foto: Eigene Grafik

Wie viel Strom braucht eine Kühlzelle für Schnittblumen?

Für Blumenläden fand sich keine veröffentlichte Verbrauchsstatistik. Das Modell baut deshalb auf zwei Herstellerangaben auf. Das steckerfertige Wandaggregat Viessmann TectoRefrigo WMC2 2800 ist laut Händlerseite für Normalkühlzellen bis etwa 39 m³ bei 80 mm Wandstärke und +2 °C ausgelegt.

Es liefert 2.765 W Kälteleistung bei +5 °C im Raum und +32 °C Umgebung und hat eine Nennaufnahme von 1.580 W. Aus einem Watt Strom werden unter diesen Bedingungen also rund 1,8 Watt Kälte.

Wie lange ein Aggregat läuft, steht in keinem Datenblatt. Isotech rechnet in einem Beispiel mit einer Kühlzelle bei +4 °C, 2,2 kW Leistungsaufnahme und im Mittel 11 Stunden Laufzeit am Tag: 24,2 kWh pro Tag, 8.833 kWh pro Jahr. Überträgt man diese 11 Stunden auf das WMC2 2800, ergeben sich 6.361 kWh im Jahr. Das ist eine Übertragung, keine Messung. Türöffnungen, frisch angelieferte Ware und die Temperatur am Aufstellort verschieben den Wert in beide Richtungen.

Für den Rest des Ladens, also Licht, Kasse, Kühlvitrine, Heizung der Werkstatt und Wasserkocher, setzt das Modell 8.000 kWh an. Auch dafür gibt es keine belegte Branchenzahl. Die Prozentwerte in diesem Artikel reagieren auf diese Annahme weniger stark als die Kilowattstunden: Wer die eigene Jahresabrechnung und den Zwischenzähler der Zelle kennt, sollte mit diesen Zahlen neu rechnen.

Vorsicht bei Kälteleistung und Nennaufnahme: Viele Angebote für Kühlaggregate nennen zuerst die Kälteleistung, beim WMC2 2800 sind das 2.765 W. Der Strom, den das Aggregat aus der Steckdose zieht, ist die Nennaufnahme mit 1.580 W. Schau im Datenblatt nach beiden Werten, bevor du den Verbrauch schätzt.
Laufzeit der Zelle selbst messen: Notiere eine Woche lang morgens und abends den Zählerstand eines Zwischenzählers vor dem Aggregat, einmal im Sommer und einmal im Winter. Die Differenz zwischen Tag und Nacht zeigt, wie viel Kühlstrom überhaupt in die Sonnenstunden fällt.

Welche Temperatur braucht die Blumenkühlung?

Hier gehen die Angaben weit auseinander, und das ist für den Stromverbrauch wichtiger als jede Modulfrage. INTARCON nennt für den Blumenlagerraum 1 bis 3 °C und schreibt, ein Brautstrauß altere bei 30 °C bis zu 40-mal schneller als bei 2 °C. Der Großhändler Heyl lagert im eigenen Kühlhaus bei 3 bis 5 °C.

Das Produktmanagement von AHT dagegen regelt seine Blumenkühler auf 10 bis 15 °C, weil Sommerblüher tiefe Temperaturen nicht vertragen. Tulpen und Narzissen halten nach derselben Quelle -2 bis -4 °C aus, über 20 °C werden Blattränder braun.

Wie viel das ausmacht, zeigt der Wärmestrom durch die Wände. Die Renocold-Blumenkühlzelle BK243021A misst außen 240 × 300 × 201 cm, hat 80 mm Polyurethan und einen U-Wert von 0,24 W/m²K.

Bei rund 36,1 m² Oberfläche und 20 °C im Laden fließen bei +2 °C innen 156 W durch die Wände, bei +12 °C nur 69 W. Das ist nur der Wandanteil, Tür und Ware kommen hinzu. Die Richtung ist aber eindeutig: Jedes Grad weniger Temperaturunterschied spart Laufzeit, und ein Laden mit überwiegend Sommerblühern kann seine Zelle wärmer fahren als ein Großhandel.

QuelleTemperaturKontext
INTARCON1 bis 3 °CBlumenlagerraum, Schnittblumen
Heyl3 bis 5 °CKühlhaus des Großhändlers
AHT10 bis 15 °CWerkseinstellung Blumenkühler
AHT-2 bis -4 °CTulpen, Narzissen schadlos

Wann verbraucht ein Blumenladen seinen Strom?

Das Modell öffnet montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr. Dazu kommen fünf Stunden am Sonntag, von 10 bis 15 Uhr. Diese fünf Stunden sind kein Zufall: Das Ladenöffnungsgesetz NRW erlaubt Verkaufsstellen, deren Kernsortiment aus Blumen und Pflanzen besteht, an Sonn- und Feiertagen die Öffnung für die Dauer von fünf Stunden.

Hamburg begrenzt das Fenster auf 7 bis 16 Uhr und höchstens fünf Stunden und schließt Ostermontag, Pfingstmontag und den 26. Dezember aus. Brandenburg verlangt fünf zusammenhängende Stunden.

Im Modell entfallen 75 % des Ladenverbrauchs auf die Öffnungszeiten und 25 % auf eine Grundlast rund um die Uhr. Die Kühlzelle läuft zusätzlich Tag und Nacht. Die Sonntagsöffnung hebt den Eigenverbrauch bei 10 kWp nur von 59,5 auf 60,8 %: Fünf Stunden an einem von sieben Tagen ändern am Jahresbild wenig.

Wichtiger ist die Frage, wo das Aggregat steht. Die Händlerseite zum WMC2 2800 warnt, dass Umgebungstemperaturen über 25 °C zu höheren Laufzeiten und höherem Stromverbrauch führen. Renocold schreibt für die Aufstellung im Freien vor, dass unter +10 °C Umgebungstemperatur eine Winterregelung nötig ist. Das Lager-Modell bildet das ab: Die Laufzeit steigt um 2 Prozentpunkte je Grad über dem Jahresmittel von 11,3 °C und fällt entsprechend darunter. Dieser Faktor ist eine Annahme. Der Jahresverbrauch bleibt bei 6.361 kWh, er verschiebt sich nur in den Sommer.

Balkendiagramm: Stoßtage 2020, Solarertrag gegen Kühlzelle. Valentinstag, Fr. 14.02.: Solar: 9,7 kWh. Valentinstag, Fr. 14.02.: Kühlzelle: 12,6 kWh. Muttertag, So. 10.05.: Solar: 32,9 kWh. Muttertag, So. 10.05.: Kühlzelle: 20,4 kWh. Totensonntag, So. 22.11.: Solar: 7,8 kWh. Totensonntag, So. 22.11.: Kühlzelle: 15,2 kWh. 4. Advent, So. 20.12.: Solar: 3,6 kWh. 4. Advent, So. 20.12.: Kühlzelle: 14,1 kWh.
Nur am Muttertag reichte die Sonne für die Zelle. · Foto: Eigene Grafik
Typischer Fehler: Das Angebot rechnet den Blumenladen mit G3, weil M-24 dieses Profil beim Blumenhandel mit Kühlanlage nennt. Der Eintrag gilt aber für den Großhandel. Prüfe im Angebot, welches Lastprofil verwendet wurde, oder gib dem Planer die Viertelstundenwerte deines Zählers.
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Eigenverbrauch nach Anlagengröße und Aufstellort

Gerechnet ist mit PVGIS 5.3, Datensatz SARAH3, Standort Hannover, Wetterjahr 2020 und 14 % Systemverlust. Die Südanlage mit 35° Neigung erzeugt 1060,5 kWh je kWp, die hälftig nach Ost und West verteilte Anlage mit 10° Neigung 872,2 kWh je kWp. Zum Vergleich stehen drei BDEW-Standardprofile, auf denselben Jahresverbrauch von 14.361 kWh skaliert.

Lastgang5 kWp Süd10 kWp Süd15 kWp Süd10 kWp Ost-WestAutarkie 10 kWp Süd
Zelle im beheizten Laden89,8 %60,8 %45,3 %69,5 %44,9 %
Zelle im unbeheizten Lager91,7 %62,9 %47,0 %72,6 %46,5 %
Laden ohne Sonntagsöffnung86,0 %59,5 %44,6 %67,9 %43,9 %
Standardprofil G177,1 %61,7 %47,9 %66,4 %45,5 %
Standardprofil G377,0 %48,8 %35,9 %58,1 %36,0 %
Standardprofil G482,2 %54,7 %40,8 %63,5 %40,4 %

Die BDEW-Zuordnung M-24 kennt für Blumen einen Eintrag im Großhandel: G3 mit Kühlanlagen, G1 ohne. Einen eigenen Eintrag für den Blumeneinzelhandel enthält die Liste nicht. G3 ist ein fast flaches Band über Tag und Nacht, wie es ein Großhandel mit großem Kühlhaus zeigt. Der Laden verbraucht dagegen im Modell mehr als die Hälfte seines Stroms während der Öffnungszeiten, also am Tag. Wer G3 verwendet, rechnet den Laden um 12,0 Prozentpunkte zu schlecht.

Die Ost-West-Anlage erreicht mit 69,5 % den höheren Anteil, erzeugt aber weniger. In Kilowattstunden nutzt der Laden von der Südanlage 6.448 kWh selbst, von der Ost-West-Anlage 6.062 kWh. Mehr zur Abwägung steht im Ratgeber zur Ost-West-Ausrichtung.

Muttertag, Totensonntag, Advent: die Stoßtage gegen die Sonne

Der Fachverband Deutscher Floristen hat nach dem Valentinstag 2020 seine Mitglieder befragt, nicht repräsentativ: Rund 90 % gaben ihrem Geschäft die Note gut, der 14. Februar fiel auf einen Freitag.

Nach dem Muttertag 2020 nannten die Befragten Schnittblumen und Sträuße mit 98 % als Top-Seller, knapp zwei Drittel gaben rund 30 € je Strauß an. Energiewerte für diese Tage veröffentlicht der Verband nicht. Wie viel Strom die Kühlzelle an einem Stoßtag zusätzlich braucht, weil die Tür häufiger aufgeht und mehr Ware eingelagert wird, lässt sich deshalb nicht belegen. Die Tabelle zeigt nur, was Sonne und Temperatur an diesen Tagen hergaben.

Tag 2020Höchsttemperatur HannoverPV-Ertrag 10 kWp SüdKühlzelle Lager-Modell
Valentinstag, Fr. 14.02.7,4 °C9,7 kWh12,6 kWh
Muttertag, So. 10.05.21,8 °C32,9 kWh20,4 kWh
Allerheiligen, So. 01.11.16,6 °C12,4 kWh19,8 kWh
Totensonntag, So. 22.11.9,8 °C7,8 kWh15,2 kWh
4. Advent, So. 20.12.7,8 °C3,6 kWh14,1 kWh

Nur am Muttertag lag der Solarertrag über dem Bedarf der Zelle. Am 4. Advent kamen 3,6 kWh vom Dach, rund ein Viertel dessen, was die Zelle brauchte. Ein Speicher hilft an solchen Tagen nicht, denn es gibt keinen Überschuss, den er vom Vortag mitbringen könnte.

Balkendiagramm: Autarkie nach Anlagen- und Speichergröße. 10 kWp, ohne Speicher: 44,9 Prozent. 10 kWp, 5 kWh: 53,7 Prozent. 10 kWp, 10 kWh: 59,8 Prozent. 5 kWp, ohne Speicher: 33,1 Prozent. 15 kWp, ohne Speicher: 50,2 Prozent.
Die Nachtkühlung gibt dem Speicher Arbeit. · Foto: Eigene Grafik

Monatsbilanz: Wann trägt die Sonne die Kühlung?

Über das Jahr ist das Bild günstiger als an den Feiertagen. Im Lager-Modell braucht die Zelle im August 765 kWh, im Januar 388 kWh. Die Südanlage mit 10 kWp liefert im April 1.555 kWh und im Dezember 269 kWh. Von März bis September erzeugt die Anlage in jedem Monat mehr, als die Zelle braucht. Im Oktober und November liegen beide nah beieinander, im Dezember und Januar reicht der Solarertrag nicht einmal für die Zelle allein.

MonatKühlzelle Lager-ModellKühlzelle im LadenPV 10 kWp Süd
Januar388 kWh539 kWh345 kWh
Februar386 kWh504 kWh427 kWh
März408 kWh539 kWh1.022 kWh
April501 kWh521 kWh1.555 kWh
Mai566 kWh539 kWh1.360 kWh
Juni672 kWh521 kWh1.254 kWh
Juli685 kWh539 kWh1.105 kWh
August765 kWh539 kWh1.187 kWh
September620 kWh521 kWh1.118 kWh
Oktober544 kWh539 kWh510 kWh
November449 kWh521 kWh451 kWh
Dezember378 kWh539 kWh269 kWh

Monatssummen verdecken, dass die Zelle auch nachts läuft. Der Eigenverbrauch in der Jahresrechnung liegt deshalb unter dem, was die Monatstabelle nahelegt. Ähnlich gelagerte Fälle mit Kühlung stehen in den Ratgebern zur Fleischerei und zur Eisdiele, der Laden ohne Kühlung im Ratgeber zum Einzelhandel.

Vorkühlen in die Mittagszeit legen: In der Praxis lässt sich der Sollwert beim WMC2 2800 laut Händlerseite über Drucktasten einstellen. Kühle an sonnigen Tagen mittags ein, zwei Grad tiefer und lass die Zelle abends langsam auf den Sollwert steigen. Achte darauf, dass die empfindlichste Sorte die tiefere Temperatur verträgt.

Lohnt sich ein Speicher für die Nachtkühlung?

Die Kühlzelle ist der Grund, warum ein Speicher im Blumenladen mehr zu tun hat als in einem Laden ohne Kühlung. Mit 10 kWp Süd und 5 kWh Speicher steigt die Autarkie im Modell von 44,9 auf 53,7 %, der Speicher kommt auf 253 rechnerische Vollzyklen im Jahr. Mit 10 kWh sind es 59,8 % bei 214 Vollzyklen. Speicherverluste sind nicht eingerechnet. Zum Vergleich ohne Speicher: 5 kWp decken 33,1 %, 15 kWp 50,2 %.

Der zweite Schritt bringt also 6,1 Prozentpunkte, der erste 8,8. Ob sich das rechnet, hängt vom Preis je Kilowattstunde Speicher ab. Wie man die Größe eingrenzt, zeigt der Ratgeber Speichergröße berechnen.

Eine günstigere Stellschraube ist oft die Zelle selbst: Wer nachmittags vor dem Ladenschluss um ein, zwei Grad vorkühlt, verschiebt Laufzeit in die Sonnenstunden. Das Prinzip beschreibt der Ratgeber zum Eigenverbrauch, bei variablen Preisen kommt ein dynamischer Stromtarif hinzu.

Variante 10 kWp SüdEigenverbrauchAutarkieVollzyklen
ohne Speicher60,8 %44,9 %
5 kWh72,7 %53,7 %253
10 kWh81,0 %59,8 %214

Was vor dem Angebot zu klären ist

Drei Messwerte ersetzen die Annahmen dieses Modells: der Jahresverbrauch aus der Stromrechnung, der Verbrauch der Zelle über einen Zwischenzähler für mindestens eine Woche im Sommer und eine im Winter, und die Solltemperatur. Ein Zwischenzähler zeigt sofort, ob die 11 Stunden Laufzeit aus dem Isotech-Beispiel zum eigenen Aggregat passen. Das WMC2 2800 würde im Dauerlauf 37,9 kWh am Tag aufnehmen, das ist die Obergrenze.

Die Kühlzelle selbst ist kein kleiner Posten: Renocold listet die Blumenkühlzelle BK243021A mit Aggregat für 5.988,50 € netto. Wer ohnehin eine neue Zelle plant, sollte Aufstellort und Temperatur mit der Solaranlage zusammen planen. Ein Aggregat, das seine warme Luft in einen kühlen Raum abgibt, läuft im Sommer weniger, erreicht dann aber auch weniger Deckung durch Solarstrom. Das ist die Schwäche dieses Modells: Es kennt deinen Aufstellort nicht, und in der Praxis wird der Einfluss von Tür und Ware häufig unterschätzt.

1 Schritt für Schritt
  1. Jahresverbrauch notieren: Lies auf der Rechnung der letzten zwölf Monate die Kilowattstunden ab.
  2. Zelle getrennt messen: Zwischenzähler vor das Aggregat, je eine Woche Sommer und Winter.
  3. Solltemperatur prüfen: Zwischen 1 und 15 °C liegen die Empfehlungen, jedes Grad zählt.
  4. Aufstellort festhalten: Laden, beheiztes Lager oder draußen mit Winterregelung.
  5. Angebot vergleichen: Achte auf das Lastprofil und darauf, ob Sonntagsöffnung und Stoßtage vorkommen.
Vor der Anfrage klären
  • Wie hoch ist der Jahresverbrauch laut Rechnung?
  • Welche Nennaufnahme nennt das Typenschild des Kühlaggregats?
  • Auf welche Temperatur ist die Zelle eingestellt?
  • Steht das Aggregat im Laden, im Lager oder draußen?
  • Öffnet der Laden sonntags, und an welchen Feiertagen?
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Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Blumenkühlzelle im Jahr? +
Belegte Branchenwerte gibt es nicht. Mit 1.580 W Nennaufnahme und 11 Stunden Laufzeit am Tag ergeben sich rechnerisch 6.361 kWh.
Welches Standardlastprofil gilt für einen Blumenladen? +
Die BDEW-Liste M-24 nennt nur den Blumengroßhandel: G3 mit Kühlanlagen, G1 ohne. Im Modell trifft G1 den Laden mit Kühlzelle besser als G3.
Wie kalt muss eine Kühlzelle für Schnittblumen sein? +
Die Angaben reichen von 1 bis 3 °C bei INTARCON über 3 bis 5 °C bei Heyl bis 10 bis 15 °C bei AHT. Sommerblüher vertragen tiefe Temperaturen schlecht.
Wie viel Solarstrom nutzt ein Blumenladen selbst? +
Im Modell mit 14.361 kWh und 10 kWp nach Süden sind es 60,8 %, bei 5 kWp 89,8 %.
Darf ein Blumenladen sonntags öffnen? +
In NRW fünf Stunden, wenn Blumen und Pflanzen das Kernsortiment sind. Hamburg erlaubt höchstens fünf Stunden zwischen 7 und 16 Uhr, Brandenburg fünf zusammenhängende Stunden.
Deckt eine Solaranlage den Strombedarf am Totensonntag? +
Nein. Am Totensonntag 2020 lieferten 10 kWp in Hannover 7,8 kWh, die Zelle brauchte im Lager-Modell 15,2 kWh.
Lohnt sich ein Speicher im Blumenladen? +
Er arbeitet wegen der Nachtkühlung viel: 5 kWh kommen im Modell auf 253 Vollzyklen und heben die Autarkie auf 53,7 %.