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Fischzucht und PV: Teichbelüftung mit Solarstrom und Strombedarf der Kreislaufanlage

Belüfter, Speicher, Kreislaufanlage: der LfL-Belüftungsversuch, Destatis-Zahlen und die Studie von Klatt und Kollegen, gegen die PVGIS-Reihe von Höchstadt gerechnet.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 14. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
  1. 1.Fischzucht in Deutschland: 16.600 Tonnen aus Teichen, Rinnen und Hallen
  2. 2.Welches Lastprofil gilt für die Fischzucht?
  3. 3.Karpfenteich ohne Stromanschluss: der LfL-Versuch von 2015
  4. 4.Teichbelüftung direkt am Solarmodul: so haben wir gerechnet
  5. 5.Kleiner Speicher statt Nachtbetrieb
  6. 6.Kreislaufanlage: 0,77 bis 29,40 kWh Strom je Kilogramm Fisch
  7. 7.Nachgerechnet: Kreislaufanlage mit 10 Tonnen im Jahr
  8. 8.Stromausfall: das eigentliche Risiko in der Fischzucht
  9. 9.Floating-PV auf Fischteichen: Ergebnis steht noch aus
  10. 10.So planst du Solarstrom für die Fischzucht
  11. 11.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  12. 12.Häufige Fragen zu PV in der Fischzucht

Ein Karpfenteich braucht Sauerstoff vor allem in warmen Sommernächten, und genau dann liefert eine Solaranlage nichts. Trotzdem ist Solarstrom für die Teichbelüftung eine ernsthafte Option: Ein Versuch der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat gezeigt, dass Belüften am Tag besser wirkt als Belüften in der Nacht. Anders liegt der Fall bei Kreislaufanlagen, in denen Pumpen und Filter rund um die Uhr laufen.

Dieser Ratgeber sammelt die Kennzahlen zur Fischzucht in Deutschland, rechnet einen Belüfter direkt am Solarmodul gegen die stündliche PVGIS-Ertragsreihe von Höchstadt an der Aisch durch und prüft, wie viel Solarstrom eine Kreislaufanlage mit 10 Tonnen Jahresproduktion selbst nutzen kann.

Kurz gesagt: Die LfL hat 2015 Karpfenteiche von 10 bis 17 Uhr und von 22 bis 5 Uhr belüftet. Das Ergebnis: Belüften am Tag ist dem reinen Nachtbetrieb vorzuziehen. In unserer Rechnung treibt 1 kWp einen Schaufelradbelüfter mit 0,55 kW in 41,2 % der Stunden zwischen 10 und 17 Uhr; mit 1 kWh Speicher deckt er 89,9 % des Tagesbetriebs. Eine Kreislaufanlage mit 67.988 kWh im Jahr nutzt von 50 kWp 41,5 % selbst.

Fischzucht in Deutschland: 16.600 Tonnen aus Teichen, Rinnen und Hallen

Die Aquakulturbetriebe in Deutschland haben 2025 rund 16.600 Tonnen Fisch erzeugt, meldet das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung vom 05.06.2026. Forellen, Saiblinge und verwandte Arten machten 9.800 Tonnen aus, das sind 59,5 %. Wichtigste Art war die Regenbogenforelle mit 5.200 Tonnen.

Karpfen, Schleie und andere karpfenartige Fische kamen auf 4.600 Tonnen oder 27,6 %.

Hinter diesen Zahlen stehen drei Haltungsformen mit ganz unterschiedlichem Strombedarf. Forellen wachsen meist in Durchflussanlagen, durch die Quell- oder Bachwasser läuft. Karpfen wachsen in Erdteichen, oft weit weg vom nächsten Hausanschluss. Kreislaufanlagen stehen in Hallen und bereiten ihr Wasser technisch auf.

Für die Durchflussanlagen gibt es keine belastbare Verbrauchszahl. Die Perspektivstudie Aquakultur der BLE (Stand September 2017) schreibt ausdrücklich: „Genaue Zahlen zum Energieverbrauch liegen nicht vor.“ Energie verbrauchen dort Sauerstoffeintrag, Messtechnik, Fischpumpen, Belüfter und Fütterung.

Welches Lastprofil gilt für die Fischzucht?

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 ordnet „Fischerei und Fischzucht“ und „Teichwirtschaft“ dem Profil G3 zu, dem Gewerbe mit durchlaufendem Betrieb. Für eine Kreislaufanlage passt das: Im Modell mit 67.988 kWh schwankt die G3-Last nur zwischen 5,5 und 10,4 kW.

Für einen Karpfenteich mit Belüfter passt G3 nicht. Der Belüfter läuft nur in den warmen Monaten und nur einige Stunden am Tag, im Winter braucht der Teich gar keinen Strom. Wer eine Teichwirtschaft mit G3 rechnet, bekommt eine Grundlast, die es nicht gibt. In der Praxis ist deshalb die Frage, zu welchen Stunden der Belüfter laufen soll, wichtiger als der Jahresverbrauch.

Karpfenteich ohne Stromanschluss: der LfL-Versuch von 2015

Die LfL hat im heißen Sommer 2015 von Anfang Juli bis Mitte September verschiedene Belüftungsstrategien geprüft (LfL, Institut für Fischerei). Sechs Teiche waren mit je 1.500 K2/ha besetzt: zwei Teiche mit je 1.000 m² und einem Schaufelradbelüfter Aquawheel mit 0,55 kW, vier Teiche mit je 200 m² und einem Tauchmotor-Belüfter Aquahobby mit 0,15 kW.

Drei Teiche wurden von 10 bis 17 Uhr belüftet, drei von 22 bis 5 Uhr. Die Wetterdaten kamen von einer Station in Höchstadt.

Den Ausgangspunkt beschreibt die LfL nüchtern: Zur Notbelüftung steht Teichwirten in der Regel kein Stromanschluss zur Verfügung, die Erschließung ist oft zu teuer. Deshalb sei die solare Belüftung in der Diskussion; die Speicherung von Energie sei jedoch aufwändig.

Die Messungen zeigen den Mechanismus. Bei starker Sonne ist das Oberflächenwasser mit Sauerstoff übersättigt, in 1 m Tiefe fehlt er teils völlig. Ein Belüfter am Tag mischt beide Schichten und hebt den Gehalt in der Tiefe rasch an, was bis in die Nacht nachwirkt.

Nachts dagegen konnte die Belüftung den Abfall nur dämpfen; die Sauerstoffzehrung dauerte bis gegen 9 bis 10 Uhr an. Das Fazit der LfL: Belüften tagsüber bei Sonne ist einer ausschließlichen Belüftung während der Nacht vorzuziehen.

Was das für die Solaranlage heißt: Der Belüfter soll dann laufen, wenn die Sonne scheint. Das ist der seltene Fall, in dem Bedarf und Solarertrag nicht gegeneinander arbeiten, sondern zusammenfallen.
Balkendiagramm: Anteil der Stunden zwischen 10 und 17 Uhr, in denen ein Belüfter mit 0,55 kW direkt am Solarmodul volle Leistung hat. 0,6 kWp 0,0 Prozent, 0,8 kWp 15,6 Prozent, 1,0 kWp 41,2 Prozent, 1,5 kWp 68,1 Prozent.
Erst mit knapp dem Doppelten der Motorleistung läuft der Belüfter an vielen Sonnenstunden. · Foto: Eigene Grafik

Teichbelüftung direkt am Solarmodul: so haben wir gerechnet

Für die Rechnung haben wir die stündliche Ertragsreihe aus PVGIS 5.3 für Höchstadt an der Aisch geladen: Südausrichtung, 35 Grad Neigung, 14 % Systemverluste, Wetterjahre 2020 bis 2023. Ein Kilowatt Modulleistung liefert dort im Mittel 1096,3 kWh im Jahr; auf die 77 Tage vom 1. Juli bis 15. September entfallen 2020 29,9 % davon.

Die Regel im Modell ist streng: Der Belüfter läuft in einer Stunde nur, wenn die mittlere Solarleistung dieser Stunde seine Nennleistung erreicht. Teillast gibt es nicht. Gezählt werden die Stunden im LfL-Fenster von 10 bis 17 Uhr, das sind 539 Stunden in der Saison.

Belüfter und Modulleistung, Wetterjahr 2020Laufstunden 10–17 UhrAnteilTage mit mindestens 5 Laufstunden
0,55 kW an 0,6 kWp0 von 5390,0 %0 von 77
0,55 kW an 0,8 kWp84 von 53915,6 %0 von 77
0,55 kW an 1,0 kWp222 von 53941,2 %24 von 77
0,55 kW an 1,5 kWp367 von 53968,1 %51 von 77
0,15 kW an 0,2 kWp15 von 5392,8 %0 von 77
0,15 kW an 0,3 kWp260 von 53948,2 %32 von 77
0,15 kW an 0,4 kWp359 von 53966,6 %50 von 77

Das auffälligste Ergebnis steht in der ersten Zeile: 0,6 kWp bringen den 0,55-kW-Belüfter in keiner einzigen Stunde auf Nennleistung, weil ein Modulfeld nach Verlusten und bei Sommerhitze deutlich unter seiner Nennleistung bleibt. Erst bei knapp dem Doppelten der Motorleistung läuft der Belüfter an einem großen Teil der Sonnenstunden. Mit 1,0 kWp sind es je nach Wetterjahr 33,2 bis 45,5 % der Stunden, mit 1,5 kWp 58,6 bis 69,8 %.

Vorsicht bei knapp bemessenen Modulen: Ein häufig unterschätzter Punkt ist der Anlaufstrom. Ein Schaufelrad- oder Kompressormotor braucht beim Start mehr als seine Nennleistung. Prüfe im Datenblatt, ob der Motor an einem Solarregler mit Sanftanlauf betrieben werden darf, und lege das Modulfeld eher auf das Doppelte der Motorleistung aus als auf das Einfache.

Kleiner Speicher statt Nachtbetrieb

Ein Belüfter mit 0,55 kW braucht bei sieben Stunden Tagesbetrieb über die 77 Tage der Saison 296,5 kWh. Ohne Speicher fällt er bei jeder Wolke aus. Mit einem kleinen Speicher, der morgens vor 10 Uhr und bei Überschuss mittags lädt, schließt sich die Lücke weitgehend.

0,55 kW, 10–17 Uhr, Wetterjahr 2020Deckung des TagesbetriebsTage mit allen 7 Stunden
1,0 kWp mit 1 kWh Speicher89,9 %54 von 77
1,0 kWp mit 2 kWh Speicher93,0 %61 von 77
1,5 kWp mit 2 kWh Speicher97,3 %68 von 77

Die Speicherwerte sind ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet und damit eher zu hoch. Trotzdem ist der Unterschied zur Nachtbelüftung deutlich: Wer denselben Belüfter von 22 bis 5 Uhr betreiben will, braucht je Nacht 3,9 kWh nutzbare Kapazität, ganz ohne Solarstrom in dieser Zeit. Der Tagesbetrieb kommt mit einem Viertel davon aus.

Wie du einen Speicher allgemein bemisst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen; ein komplettes System ohne Netz beschreibt der Ratgeber zur Inselanlage ohne Netzanschluss.

Balkendiagramm: Deckung des Tagesbetriebs eines Belüfters mit 0,55 kW. 1,0 kWp mit 1 kWh Speicher 89,9 Prozent, 1,0 kWp mit 2 kWh 93,0 Prozent, 1,5 kWp mit 2 kWh 97,3 Prozent.
Schon 1 kWh Speicher überbrückt die meisten Wolkenstunden. · Foto: Eigene Grafik
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Kreislaufanlage: 0,77 bis 29,40 kWh Strom je Kilogramm Fisch

Kreislaufanlagen sparen Wasser und kosten Strom. Laut der Landwirtschaftskammer Österreich (1. Auflage Mai 2015) braucht die klassische Forellenzucht rund 30.000 Liter Frischwasser je Kilogramm Fisch; als Nachteil von Kreislaufanlagen nennt die Kammer den hohen Energieverbrauch im Vergleich zu Durchflussanlagen oder Teichen. Auch die BLE-Studie spricht bei Kreislaufanlagen von einem beachtlichen Energiebedarf.

Die bisher breiteste Auswertung stammt von Laura Klatt und Kollegen von der University of Melbourne und der North Carolina State University (Aquaculture, 2026). Das Team hat 25 Datensätze aus 20 Studien der Jahre 2010 bis 2024 ausgewertet.

Nach dem Bericht von mispeces.com vom 16.03.2026 liegt der Strombedarf zwischen 0,77 und 29,40 kWh je Kilogramm Fisch. Kommerzielle Anlagen kamen auf rund 6,8 kWh/kg, Forschungsanlagen auf 18,6 kWh/kg; Süßwasseranlagen lagen meist unter Meerwasseranlagen. Die Definition, kWh je Kilogramm Biomasse ab Hof, nennt landbasedaq.com.

Einschränkung: Den Volltext der Studie konnten wir nicht abrufen; die Zahlen stammen aus den beiden Fachmedien, die über die Studie berichtet haben. Die Spanne um den Faktor 40 zeigt außerdem, dass eine Durchschnittszahl für die eigene Anlage wenig taugt. Lies den Stromzähler deiner Anlage über ein ganzes Jahr ab, bevor du eine Solaranlage danach auslegst.

Nachgerechnet: Kreislaufanlage mit 10 Tonnen im Jahr

Für das Modell nehmen wir eine Kreislaufanlage mit 10 Tonnen Jahresproduktion und dem kommerziellen Wert von 6,8 kWh/kg. Das ergibt 67.988 kWh im Jahr oder eine mittlere Last von 7,7 kW. Gerechnet haben wir zwei Lastgänge: flach, weil Pumpen und Filter durchlaufen, und nach dem Standardprofil G3. Die Solaranlage steht in Höchstadt nach Süden, Wetterjahr 2020.

Lastgang, 67.988 kWh30 kWp EVDeckung50 kWp EVDeckung100 kWp EVDeckung150 kWp EVDeckung
flach (Dauerbetrieb)59,9 %29,2 %41,5 %33,8 %24,1 %39,1 %17,0 %41,6 %
Standardprofil G365,3 %31,9 %45,6 %37,1 %26,6 %43,3 %18,9 %46,2 %

Eine Kreislaufanlage verhält sich damit wie jeder Betrieb mit hoher Grundlast: Kleine Anlagen werden fast vollständig selbst genutzt, große Anlagen decken kaum mehr. Von 50 auf 150 kWp verdreifacht sich der Ertrag, die Deckung im flachen Lastgang steigt aber nur von 33,8 auf 41,6 %. G3 liegt etwas günstiger als der flache Lastgang, weil das Profil tagsüber mehr Last ansetzt.

Ein Speicher hilft hier mehr als bei den meisten Gewerbebetrieben, weil die Nachtlast so hoch ist wie die Taglast. Mit 100 kWp und 50 kWh Speicher steigt die Deckung im flachen Lastgang auf 61,8 %, bei 38,0 % Eigenverbrauch. Ähnlich gleichmäßige Lasten haben wir für den Serverraum und die Kläranlage gerechnet.

Faustregel für Hallen mit Dauerlast: Rechne zuerst, wie viel Solarleistung mittags die Grundlast von 7,7 kW übersteigt, und prüfe erst dann einen Speicher. Mit 30 kWp nutzt die Modellanlage 59,9 % ihres Stroms selbst, deckt aber nur 29,2 % des Bedarfs.
Balkendiagramm: Kreislaufanlage mit 67.988 kWh. 50 kWp Eigenverbrauch 41,5 Prozent, Deckung 33,8 Prozent; 100 kWp Deckung 39,1 Prozent; 100 kWp mit 50 kWh Speicher Deckung 61,8 Prozent.
Bei Dauerlast hebt der Speicher die Deckung stärker als zusätzliche Module. · Foto: Eigene Grafik

Stromausfall: das eigentliche Risiko in der Fischzucht

Für einen Fischzüchter zählt nicht nur die Kilowattstunde, sondern auch die Frage, was bei einem Stromausfall passiert. Die LfL nennt als Nachteile von Warmwasser-Kreislaufanlagen neben Kapitalbedarf und Personal ein höheres Betriebsrisiko (LfL, Warmwasser-Kreislaufanlagen).

Für Forellenanlagen weist die LfL auf stromlos betriebene Sauerstoffeintragsgeräte hin, die kaum laufende Kosten verursachen und bei Stromausfall keine Gefahr von Fischverlusten bergen (LfL, Technik in der Forellenproduktion).

Eine netzgekoppelte Solaranlage schaltet bei Netzausfall ab. Sie ersetzt also keine Notstromversorgung. Wer Fische in einer Halle mit hoher Besatzdichte hält, braucht eine Ersatzstromlösung, die unabhängig vom Wetter läuft; ein Speicher mit Notstromfunktion kann das für wenige Stunden übernehmen. Die Abwärme aus anderen Prozessen ist ein zweiter Hebel: Laut LfL nutzen Betriebe Abwärme aus Biogasanlagen oder Kraftwerken für Wassertemperaturen über 27 °C.

Typischer Fehler: Die Solaranlage wird als Absicherung verkauft. Ohne Speicher mit Ersatzstromfunktion und ohne Inselbetrieb läuft bei einem Netzausfall kein einziger Belüfter.

Floating-PV auf Fischteichen: Ergebnis steht noch aus

Ob Solarmodule auf dem Teich selbst dem Fischertrag schaden, untersucht die LfL in Höchstadt an 30 Versuchsparzellen mit je 25 m² (LfL, Floating-PV auf Teichen). Das Projekt läuft vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2026. Belastbare Ergebnisse gibt es damit frühestens 2027. Bis dahin ist eine schwimmende Anlage auf einem Karpfenteich ein Versuch mit offenem Ausgang, gerade weil Beschattung die Sauerstoffproduktion der Algen am Tag senken könnte, auf die der LfL-Versuch setzt.

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So planst du Solarstrom für die Fischzucht

1 Schritt für Schritt
  1. Haltungsform klären: Teich, Durchflussanlage oder Kreislaufanlage haben völlig verschiedene Lastgänge.
  2. Motorleistung notieren: Lies auf dem Typenschild jedes Belüfters, jeder Pumpe und jedes Kompressors die Leistung ab.
  3. Laufzeiten festlegen: Belüfter am Teich nach LfL tagsüber, Pumpen der Kreislaufanlage durchgehend.
  4. Modulfeld auslegen: für Direktbetrieb rund das Doppelte der Motorleistung.
  5. Speicher rechnen: für den Teich klein, für die Halle nach Nachtlast und Notstrombedarf.
  6. Angebot prüfen: Rechnet es mit G3 oder mit deinen Laufzeiten?

Für kleine Teiche gibt es fertige Solar-Belüftungssysteme. Ein Anbieter nennt für einen Linear-Membrankompressor mit 125 W bei zehn Sonnenstunden eine Umwälzung von 875 bis 1.000 m³ Teichwasser am Tag (Herstellerangabe SolarTeichBelüftung).

In einem Vortrag von 2018 nannte er Systempreise ab rund 1.400 Euro für Teiche mit 0,1 bis 0,5 ha und 2.100 Euro für 0,5 bis 1,0 ha. Das sind Anbieterzahlen, keine unabhängig geprüften Werte. Wie sich eine Pumpe im Garten mit Dauerbetrieb rechnet, zeigt der Ratgeber zur Teichpumpe mit Solarstrom.

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele Belüfter, Pumpen und Kompressoren gibt es, mit welcher Leistung?
  • Zu welchen Stunden und in welchen Monaten laufen sie?
  • Gibt es einen Stromanschluss am Teich, und was kostet die Erschließung?
  • Wie lange überleben die Fische ohne Belüftung bei Sommerhitze?
  • Braucht der Betrieb eine Ersatzstromversorgung?
  • Welche Dachflächen gibt es an Halle oder Bruthaus?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Für Forellen-Durchflussanlagen fehlt eine veröffentlichte Verbrauchszahl je Kilogramm Fisch; die BLE sagt das selbst. Die Zahlen zu Kreislaufanlagen stammen aus einer internationalen Übersicht, deren Volltext wir nicht lesen konnten, und sie streuen um den Faktor 40. Für den LfL-Belüftungsversuch liegen Sauerstoffkurven vor, aber keine Messung, wie viel Solarstrom ein Belüfter tatsächlich aufgenommen hat. Unser Modell kennt keine Teillast, keine Speicherverluste und kein Anlaufverhalten der Motoren. Zu den Kosten eines Stromanschlusses am Teich haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Stand: 14.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Fischzucht

Kann ein Teichbelüfter nur mit Solarstrom laufen? +
Ja, tagsüber. Im Modell treibt 1 kWp einen Belüfter mit 0,55 kW in 41,2 % der Stunden zwischen 10 und 17 Uhr, 1,5 kWp in 68,1 %.
Ist Belüften am Tag nicht sinnlos, wenn der Sauerstoff nachts knapp wird? +
Nein. Die LfL hat 2015 gemessen, dass Belüften am Tag das übersättigte Oberflächenwasser in die Tiefe mischt und bis in die Nacht wirkt. Sie empfiehlt es gegenüber reiner Nachtbelüftung.
Wie groß muss das Solarmodul für einen Belüfter sein? +
Rund das Doppelte der Motorleistung. 0,6 kWp bringen einen 0,55-kW-Belüfter im Modell nie auf Nennleistung, 1,0 kWp in 41,2 % der Tagesstunden.
Wie viel Speicher braucht eine solare Teichbelüftung? +
Für den Tagesbetrieb wenig: 1 kWh an 1 kWp deckt im Modell 89,9 % der sieben Stunden. Für Nachtbetrieb von 22 bis 5 Uhr wären 3,9 kWh je Nacht nötig.
Wie viel Strom braucht eine Kreislaufanlage? +
Nach der Übersicht von Klatt und Kollegen 0,77 bis 29,40 kWh je Kilogramm Fisch, in kommerziellen Anlagen rund 6,8 kWh/kg.
Welches Lastprofil gilt für die Fischzucht? +
Laut BDEW-Zuordnung G3. Für eine Kreislaufanlage passt das, für einen Karpfenteich mit saisonalem Belüfter nicht.
Hilft eine Solaranlage bei Stromausfall? +
Nur mit Speicher und Ersatzstromfunktion. Eine netzgekoppelte Anlage ohne diese Technik schaltet bei Netzausfall ab.