Solarliebhaber.de
Wirtschaftlichkeit

Serverraum mit PV-Anlage: Kühlung, PUE und Eigenverbrauch im Betrieb

PUE, Split-Klimagerät, freie Kühlung: Kennzahlen von Borderstep, Bitkom, Umweltbundesamt und EnergieSchweiz und ein Serverraum mit 3 kW IT gegen G3 und PVGIS mit Außentemperatur gerechnet.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 14. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
  1. 1.Wie viel Strom Rechenzentren und Serverräume brauchen
  2. 2.PUE: wie viel Strom neben den Servern anfällt
  3. 3.Das Split-Klimagerät läuft das ganze Jahr
  4. 4.27 °C zulassen und freie Kühlung nutzen
  5. 5.Welches Lastprofil gilt für einen Serverraum?
  6. 6.Nachgerechnet: Serverraum mit 3 kW IT-Last
  7. 7.Wann die Kühlung Strom braucht
  8. 8.Erst die Kühlung, dann die Module
  9. 9.Speicher und USV
  10. 10.So planst du die Solaranlage für einen Betrieb mit Serverraum
  11. 11.Checkliste für Betriebe mit Serverraum
  12. 12.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  13. 13.Häufige Fragen zu PV und Serverraum

Ein Serverraum braucht Strom rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres. Die Server laufen nachts wie mittags, und die Klimaanlage muss ihre Wärme abführen. Für eine Solaranlage ist das ein dankbarer Abnehmer: Jede Kilowattstunde, die mittags erzeugt wird, findet einen Verbraucher.

Dieser Ratgeber sammelt die Kennzahlen zu Rechenzentren und kleinen IT-Installationen in Deutschland, zeigt, wie viel Strom die Kühlung zusätzlich zieht, und rechnet einen Serverraum mit 3 kW IT-Last gegen eine stündliche Ertrags- und Temperaturreihe durch. Das wichtigste Ergebnis betrifft nicht die Module, sondern die Temperatur im Raum.

Kurz gesagt: Ein Serverraum mit 3 kW IT und klassischer Split-Klimaanlage braucht bei einem PUE von 1,7 in unserem Modell 44.798 kWh im Jahr. Eine Anlage mit 10 kWp nutzt davon 88,4 % ihres Ertrags selbst und liefert 9.990 kWh. Mit freier Kühlung und einem PUE von 1,3 sinkt der Bedarf auf 34.258 kWh, das spart 10.540 kWh: mehr, als dieselbe Solaranlage im Serverraum unterbringt.

Wie viel Strom Rechenzentren und Serverräume brauchen

Die Rechenzentren in Deutschland verbrauchten 2022 nach der Studie „Rechenzentren 2022“ des Borderstep Instituts (Hintemann und Hinterholzer, August 2023) 17,9 Mrd. kWh Strom. Knapp 12 Mrd. kWh davon gingen in die IT-Komponenten, also Server, Speicher und Netzwerk. Die Infrastruktur mit Kühlung und unterbrechungsfreier Stromversorgung stieg von 2010 bis 2022 nur von 4,6 auf 6,1 Mrd. kWh.

Kleine IT-Installationen machen laut der Borderstep-Zahl der Woche vom 29. Januar 2026 rund 27 % der Rechenzentrumskapazitäten aus, ihr Anteil ist seit Jahren konstant. Der Bitkom-Leitfaden „Energieeffizienz in Rechenzentren“ (September 2015) zählte über 50.000 Rechenzentren in Deutschland, davon rund 48.000 kleinere Lokationen bis 100 m².

Dort lassen sich laut Leitfaden oft mehr als 30 Prozent der Energiekosten einsparen, meist schon durch Messen und Auswerten der Verbraucher.

PUE: wie viel Strom neben den Servern anfällt

Die Kennzahl PUE (Power Usage Effectiveness) teilt den Jahresstrom des ganzen Rechenzentrums durch den Jahresstrom der IT. Ein PUE von 1,5 bedeutet: Für jede Kilowattstunde, die die Server ziehen, kommen 0,5 kWh für Kühlung, USV und Beleuchtung dazu. Nach Borderstep sank der durchschnittliche PUE der Rechenzentren und kleinen IT-Installationen in Deutschland von 1,82 im Jahr 2010 auf 1,52 im Jahr 2022.

Wie groß der Unterschied im einzelnen Raum sein kann, zeigt ein Steckbrief des Umweltministeriums Baden-Württemberg (Oktober 2023) mit einer Simulation aus dem Projekt EcoRZ: Ein Rechenzentrum mit Kompressionskälte, 20 °C Zulufttemperatur und ohne freie Kühlung kommt auf einen PUE von 1,7. Mit einer Trockenfreikühlanlage und 25 °C Zuluft sind es 1,3, das entspricht über 50 Prozent weniger Strom für die Kühlung.

Der Steckbrief nennt dafür Amortisationszeiten von 4 bis 8 Jahren.

Eigenen PUE messen: Der Bitkom-Leitfaden empfiehlt, die Klimageräte an einem eigenen Abgang der Unterverteilung mit einem eigenen Zähler zu messen. Notiere einen Monat lang wöchentlich den Zählerstand von Klimagerät und IT-Unterverteilung. Das Verhältnis zeigt, wo dein Raum steht, und liefert zugleich den Lastgang für die Solaranlage.

Das Split-Klimagerät läuft das ganze Jahr

Kleine Serverräume werden laut DataCenter-Insider vom 11. September 2014 meist rund um die Uhr mit Split-Umluftkühlgeräten gekühlt, also einem Innen- und einem Außengerät mit Kältemittelleitung. Die Kältemaschine arbeitet ganzjährig, unabhängig von der Außentemperatur, auch im Winter.

Hängt das Gerät an der Decke, muss es wegen der Luftmischung sehr kühle Zuluft erzeugen, etwa 10 °C. Liegt diese unter dem Taupunkt, kondensiert Wasser aus, und die Leistungsaufnahme steigt zusätzlich.

Der Bitkom-Leitfaden hält fest, dass der Stromverbrauch der Kühlung von der Außentemperatur abhängt, und empfiehlt für die Feuchte einen weiten Toleranzbereich von 20 bis 80 Prozent relativer Luftfeuchte, damit weder befeuchtet noch entfeuchtet werden muss.

Vorsicht bei niedrigen Sollwerten: Ein Klimagerät, das auf 18 oder 20 °C eingestellt ist, kühlt deutlich unter die 27 °C, die ASHRAE für die Zuluft zulässt. Prüfe am Display des Klimageräts den Sollwert und miss die Temperatur dort, wo die Server ansaugen, nicht an der Wand.

27 °C zulassen und freie Kühlung nutzen

Moderne Server arbeiten laut EnergieSchweiz-Merkblatt „Kühlen Sie Ihre Server nicht unter 27 °C“ (Bundesamt für Energie, Oktober 2022) auch bei 27 °C Zulufttemperatur zuverlässig. Wer das Split-Gerät erst ab 27 °C im Ansaugstrom kühlen lässt, senkt den Aufwand für das Kühlen um bis zu 60 %. Gemessen wird in der obersten Einbauposition, weil es oben im Rack meist etwas wärmer ist.

Das Merkblatt beschreibt auch die Grenze der freien Kühlung: Außenluft bis 27 °C lässt sich direkt als Zuluft nutzen. Bei indirekter freier Kühlung über Wasser braucht jeder Wärmeübertrager 3 bis 4 K Temperaturdifferenz, deshalb sind dafür Außentemperaturen unter 20 °C nötig.

Das Umweltbundesamt schreibt, bei 26 °C Zuluft könne mit indirekter freier Kühlung an den meisten Tagen auf Kältemaschinen verzichtet werden; über etwa 22 °C Außentemperatur seien weitere Maßnahmen wie Verdunstungskühlung nötig.

Ein Risiko nennt der Steckbrief aus Baden-Württemberg: Bei jährlichen Ausfallraten von 4 Prozent erhöht eine Einlasstemperatur von 28 statt 20 °C die Ausfallrate um 1,6 Prozentpunkte. Nach ASHRAE 2016 sind maximal 27 °C Zuluft zum Rack zulässig. Batterien der USV brauchen dagegen 20 °C.

Nachteil der wärmeren Zuluft: Die USV-Batterien altern bei höherer Temperatur schneller; UBA und Umweltministerium nennen 20 °C als Bedarf. Steht die USV im selben Raum, braucht sie eine eigene Kühlung oder einen eigenen Platz, bevor du den Raum auf 27 °C stellst. Halte dich außerdem an die Vorgaben der Hersteller von Servern, Festplatten und Switches.

Welches Lastprofil gilt für einen Serverraum?

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 führt „Rechenzentrum“ und „Datenverarbeitung (priv. Rechenzentrum)“ unter G1 oder G3, mit dem Hinweis „G3, wenn durchlaufender Betrieb“. Wir vergleichen deshalb mit G3 aus der Profildatei des BDEW. Ein Serverraum in einem Büro oder einer Praxis hängt allerdings meist am Zähler des ganzen Betriebs; für die Anlage zählt dann dessen Lastgang, nicht das Profil des Serverraums allein.

Nachgerechnet: Serverraum mit 3 kW IT-Last

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Dieselbe Reihe liefert die stündliche Lufttemperatur, die 2020 bis 32,7 °C erreichte.

Unsere Annahmen: Die IT zieht konstant 3 kW, das sind 26.352 kWh im Jahr. Die Split-Klimaanlage bringt den Raum auf einen PUE von 1,7, entweder gleichmäßig über das Jahr oder zu 60 % mit der Außentemperatur steigend. Bei freier Kühlung setzen wir einen PUE von 1,3 an. Die Kältemaschine springt erst über 20 °C Außentemperatur an, erreicht bei 27 °C ihre volle Leistung von 1 kW (Leistungszahl 3) und läuft darüber voll; der Rest des Mehrverbrauchs fällt gleichmäßig an.

Serverraum, 3 kW ITkWh im Jahr5 kWp10 kWp15 kWp20 kWp
nur IT, ohne Kühlung26.35294,4 %65,6 %49,8 %40,2 %
Split-Klima, PUE 1,7, gleichmäßig44.798100,0 %88,4 %70,9 %59,0 %
Split-Klima, PUE 1,7, nach Außentemperatur44.798100,0 %90,8 %73,5 %61,2 %
freie Kühlung, PUE 1,334.25899,6 %78,1 %60,8 %49,7 %
Standardprofil G3, gleiche Summe wie PUE 1,744.798100,0 %93,3 %76,8 %64,3 %

Quelle: eigene Rechnung mit PVGIS 5.3, Würzburg, Wetterjahr 2020; die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms.

Bis 5 kWp nimmt der Raum mit Split-Klima den gesamten Solarstrom ab. Bei 10 kWp sind es 88,4 %, bei 20 kWp noch 59,0 %. Das Standardprofil G3 mit derselben Jahressumme kommt bei 20 kWp auf 64,3 %, bei 10 kWp auf 93,3 %.

Balkendiagramm: Jahresstrom eines Serverraums mit 3 kW IT. Split-Klima mit PUE 1,7 44.798 kWh, freie Kühlung mit PUE 1,3 34.258 kWh, nur IT 26.352 kWh.
Die Kühlung entscheidet über ein Viertel des Jahresstroms. · Foto: Eigene Grafik

Wann die Kühlung Strom braucht

Im Wetterjahr 2020 lag die Temperatur in Würzburg in 1.152 Stunden über 20 °C, davon 630 Stunden zwischen 10 und 17 Uhr; über 27 °C waren es 123 Stunden. Bei freier Kühlung läuft die Kältemaschine im Modell nur in diesen warmen Stunden. Auf sie entfallen aber nur 18,6 % des Mehrverbrauchs, weil USV, Lüfter und Pumpen rund um die Uhr laufen.

Zwischen 10 und 17 Uhr fällt der Mehrverbrauch deshalb bei freier Kühlung zu 31,0 % an, bei der gleichmäßigen Split-Klimaanlage zu 29,2 % und mit Temperaturbezug zu 31,3 %. Die Tageszeit ändert sich also kaum; entscheidend ist die Menge.

Von Juni bis August braucht der Raum mit freier Kühlung 26,0 % seines Jahresstroms, mit Split-Klima 25,1 %; die Solaranlage erzeugt in diesen Monaten 33,2 % ihres Ertrags. Die Anlage nutzt bei freier Kühlung weniger selbst: bei 10 kWp 78,1 statt 88,4 %, weil der Raum insgesamt 10.540 kWh weniger braucht.

Die höchste Stundenlast liegt im Modell bei 5,1 kW mit gleichmäßiger Split-Klimaanlage, 6,4 kW mit Temperaturbezug und 4,8 kW mit freier Kühlung.

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

Erst die Kühlung, dann die Module

Der Vergleich in Kilowattstunden zeigt, was zuerst kommen sollte:

Serverraum, 3 kW ITDeckung 5 kWpSolarstrom, kWhDeckung 10 kWpSolarstrom, kWhDeckung 20 kWpSolarstrom, kWh
Split-Klima, PUE 1,712,6 %5.64522,3 %9.99029,7 %13.305
freie Kühlung, PUE 1,316,4 %5.61825,7 %8.80432,7 %11.202

Eine Anlage mit 10 kWp liefert dem Raum mit Split-Klima 9.990 kWh. Der Umstieg auf freie Kühlung spart 10.540 kWh, und zwar in jeder Stunde, auch nachts und im Winter. Beides lässt sich kombinieren: Mit freier Kühlung und 10 kWp kommen 8.804 kWh Solarstrom zur Einsparung dazu, der Raum bezieht dann noch 25.454 kWh aus dem Netz statt 34.808 kWh.

Typischer Fehler: die Anlage auf den alten Verbrauch auslegen. Wer erst die Module plant und danach die Temperatur im Serverraum anhebt, hat eine Anlage, deren Eigenverbrauch sinkt. In der Praxis lohnt es sich, Sollwert und Luftführung vorher zu ändern und ein paar Wochen zu messen.
Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 10 kWp. Standardprofil G3 93,3 Prozent, Split-Klima nach Außentemperatur 90,8, gleichmäßig 88,4, freie Kühlung 78,1, nur IT 65,6 Prozent.
Weniger Kühlstrom senkt den Eigenverbrauch der Anlage. · Foto: Eigene Grafik

Speicher und USV

Weil der Serverraum nachts genauso viel Strom zieht wie tagsüber, findet ein Speicher jede Nacht einen Abnehmer. Mit 10 kWh an 10 kWp steigt der Eigenverbrauch bei Split-Klima von 88,4 auf 98,5 % und die Deckung von 22,3 auf 24,8 %. Bei 15 kWp mit 10 kWh sind es 83,7 % Eigenverbrauch und 31,6 % Deckung.

Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet; prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad.

Ein Solarspeicher ist keine USV. Die USV überbrückt Ausfälle ohne Unterbrechung und muss für die IT ausgelegt sein. Ob ein Speicher mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion den Serverraum bei einem Netzausfall weiter versorgt, hängt von Umschaltzeit und Anschluss ab und gehört mit dem Elektriker und dem IT-Dienstleister geklärt. Wie du die Speichergröße aus dem eigenen Lastgang ableitest, zeigt der Ratgeber zur Speichergröße.

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

So planst du die Solaranlage für einen Betrieb mit Serverraum

1 Schritt für Schritt
  1. Klimagerät und IT getrennt messen: Zwischenzähler an der Unterverteilung, mindestens einen Monat.
  2. Sollwert prüfen: Temperatur im Ansaugstrom der obersten Server messen und mit den Herstellervorgaben vergleichen.
  3. USV klären: Braucht sie einen eigenen, kühleren Platz?
  4. Freie Kühlung anfragen: Beim Kälte- oder Klimafachbetrieb ein Angebot für Freikühlung einholen.
  5. Lastgang anfordern: Viertelstundenwerte des ganzen Betriebs beim Messstellenbetreiber, erst nach den Änderungen an der Kühlung.
  6. Anlage auslegen: mit dem neuen Lastgang, nicht mit G3.

Ob sich Eigenverbrauch oder Volleinspeisung mehr lohnt, zeigt der Vergleich Eigenverbrauch gegen Volleinspeisung. Wie ein einzelner Heimserver oder NAS am Balkonkraftwerk abschneidet, beschreibt der Ratgeber zum Heimserver. Lastspitzen beim Anlauf großer Geräte behandelt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung, einen Gewerbebetrieb mit hoher Grundlast der zur Druckerei.

Sonne vom Serverraum fernhalten: Das EnergieSchweiz-Merkblatt rät, den Serverraum vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Hat der Raum ein Fenster nach Süden, schau dir die Verschattung an, bevor du die Kühlleistung erhöhst.

Checkliste für Betriebe mit Serverraum

Vor der Anfrage klären
  • Wie viel Leistung ziehen Server, Speicher und Netzwerk laut USV-Anzeige oder Zähler?
  • Welches Klimagerät kühlt den Raum, und welche Leistung steht auf dem Typenschild?
  • Auf welche Temperatur ist das Klimagerät eingestellt?
  • Steht die USV im selben Raum?
  • Gibt es einen Zwischenzähler für den Serverraum?
  • Soll ein Speicher auch bei Netzausfall versorgen?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Eine veröffentlichte Messreihe eines kleinen deutschen Serverraums mit Solaranlage haben wir nicht gefunden. Die IT-Last von 3 kW ist ein Beispiel. Die PUE-Werte 1,7 und 1,3 stammen aus einer Simulation für ein Rechenzentrum, nicht aus einem kleinen Raum; wie sich der Kühlstrom über die Stunden verteilt, haben wir angenommen. Die Schwäche des Modells: Die Leistung einer Split-Klimaanlage hängt auch von Teillast und Feuchte ab, beides fehlt.

Der Artikel von DataCenter-Insider stammt von 2014, der Bitkom-Leitfaden von 2015; die Aussagen zur Betriebsweise kleiner Serverräume haben wir aus diesen Quellen übernommen, ohne sie mit neueren Erhebungen gegenprüfen zu können. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 14.09.2026.

Häufige Fragen zu PV und Serverraum

Wie viel Strom braucht ein Serverraum zusätzlich für die Kühlung? +
Das hängt am PUE: Bei 1,7 kommen 70 % der IT-Leistung dazu, bei 1,3 noch 30 %. Der Durchschnitt in Deutschland lag 2022 laut Borderstep bei 1,52.
Wie viel Solarstrom nutzt ein Serverraum selbst? +
Im Modell mit 3 kW IT und Split-Klima bis 5 kWp alles, bei 10 kWp 88,4 % und bei 20 kWp 59,0 %.
Darf ein Serverraum 27 °C warm werden? +
Nach ASHRAE 2016 sind 27 °C Zuluft zum Rack zulässig; EnergieSchweiz nennt bis zu 60 % weniger Aufwand für die Kühlung. Maßgeblich sind die Vorgaben der Gerätehersteller.
Was bringt freie Kühlung? +
Im Modell sinkt der Jahresstrom von 44.798 auf 34.258 kWh. Das ist mehr, als eine Anlage mit 10 kWp dem Raum liefert.
Ab welcher Außentemperatur reicht freie Kühlung nicht mehr? +
Laut EnergieSchweiz braucht indirekte freie Kühlung Außentemperaturen unter 20 °C; das UBA nennt für 26 °C Zuluft eine Grenze bei etwa 22 °C.
Ersetzt ein Solarspeicher die USV? +
Nein. Die USV überbrückt ohne Unterbrechung; ob ein Speicher mit Ersatzstromfunktion den Raum versorgt, muss der Elektriker prüfen.
Welches Lastprofil passt zum Serverraum? +
M-24 ordnet Rechenzentren G1 oder G3 zu, G3 bei durchlaufendem Betrieb. G3 ergibt für 20 kWp 64,3 % Eigenverbrauch, unser Modell mit Split-Klima 59,0 %.
Wie messe ich den Stromverbrauch meines Serverraums? +
Mit einem Zwischenzähler für Klimagerät und IT-Unterverteilung. Der Bitkom-Leitfaden empfiehlt einen eigenen Abgang für die Klimageräte.