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Wirtschaftlichkeit

Druckerei mit PV-Anlage: Offsetdruck, Standby und Schichtbetrieb

Druckmaschinen, Trockner, Druckluft: Kennzahlen für Druckereien, gemessene Leistungen in allen Betriebszuständen und ein Betrieb mit 240.000 kWh im Ein- und Zweischichtbetrieb gegen G1 und PVGIS gerechnet.

⏱️ 13 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 14 Abschnitte
  1. 1.Wie viel Strom eine Druckerei braucht
  2. 2.Wohin der Strom geht
  3. 3.Die Druckmaschine: Trockner und Antrieb
  4. 4.Standby: der Verbrauch, der nachts und am Wochenende weiterläuft
  5. 5.Welches Lastprofil gilt: G1 für Druckereien
  6. 6.Nachgerechnet: Einschicht, Zweischicht und Standardprofil
  7. 7.Weniger Standby: niedrigere Quote, weniger Netzstrom
  8. 8.Batteriespeicher: in der Frühschicht gefragt
  9. 9.Trocknung, Kühlung und Lastspitzen
  10. 10.Erst sparen: Druckluft, Klima, Abschalten
  11. 11.So planst du die Solaranlage für die Druckerei
  12. 12.Checkliste für Druckereien
  13. 13.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  14. 14.Häufige Fragen zu PV in der Druckerei

Eine Offsetdruckerei braucht Strom für Druckmaschinen, Trockner, Druckluft, Schneiden, Falzen und Heften. Ob eine Solaranlage auf dem Hallendach dazu passt, hängt aber weniger an der Größe der Maschinen als an zwei Fragen: Wie viele Schichten laufen, und was läuft weiter, wenn niemand druckt?

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen für Druckereien, zeigt gemessene Leistungen einzelner Druckmaschinen in allen Betriebszuständen und rechnet einen Betrieb mit 30 Beschäftigten im Ein- und Zweischichtbetrieb gegen eine PVGIS-Stundenreihe durch.

Kurz gesagt: Eine Studie des Verbands der Schweizer Druckindustrie hat eine Druckmaschine vom Typ MAN Roland Octoman gemessen: ausgeschaltet noch rund 8 kW, im Standby 18 bis 20 kW, im Druck rund 83 kW. Nach einer Schätzung von energie.ch entfallen in einer durchschnittlichen Druckerei 20 % des Stroms auf Standby. Dieser Dauerverbrauch hebt die Eigenverbrauchsquote einer Solaranlage, weil er auch am Wochenende Solarstrom abnimmt. In unserem Modell mit 100 kWp sind es 62,6 % statt 55,7 % bei gesenktem Standby. Trotzdem bezieht der Betrieb mit hohem Standby 30.538 kWh mehr aus dem Netz.

Wie viel Strom eine Druckerei braucht

Das Schweizer Portal energie.ch (Beitrag vom 8. September 2011) nennt drei Kennzahlen für Druckereien, jeweils als Durchschnitt und Zielwert:

KennzahlDurchschnittZielwert
Strom je kg verarbeitetes Papier0,45 kWh0,20 kWh
Strom je m² Betriebsfläche im Jahr150 kWh100 kWh
Strom je Mitarbeiter im Jahr8.000 kWh4.000 kWh

Die Durchschnittswerte je Fläche und Mitarbeiter stammen laut Portal aus der Datenbank des Zürcher Versorgers ewz, die Zielwerte und der Wert je kg Papier sind Schätzungen des Ingenieurs Rolf Gloor. Das Portal beschreibt dazu eine Beispieldruckerei mit 30 Mitarbeitern, 900 m² Produktionsfläche und 600 Tonnen Papier im Jahr.

Setzt man diese Beispieldruckerei in die drei Kennzahlen ein, streuen die Ergebnisse um den Faktor zwei (eigene Rechnung): 270.000 kWh über das Papier, 240.000 kWh über die Mitarbeiter, 135.000 kWh über die Fläche. Für die Auslegung einer Solaranlage taugt deshalb keine dieser Kennzahlen als Ersatz für die eigene Stromrechnung. Wir rechnen unten mit 240.000 kWh.

Eigene Kennzahl ausrechnen: Teile den Jahresverbrauch von deiner Stromrechnung durch die Zahl der Beschäftigten und durch die Kilogramm Papier, die du im Jahr verarbeitest. Liegst du deutlich über 8.000 kWh je Beschäftigtem oder 0,45 kWh je kg, prüfe zuerst Standby und Druckluft, bevor du die Solaranlage auslegst.

Wie weit reale Betriebe davon abweichen, zeigt eine Studie im Auftrag von EnergieSchweiz, erstellt vom Verband der Schweizer Druckindustrie mit zwei Ingenieurbüros (PDF vom April 2017). Druckerei A verbrauchte 2014 genau 1.123.501 kWh, Druckerei B im Jahr 2015 rund 5.371 MWh.

Wohin der Strom geht

Für die Beispieldruckerei schätzt energie.ch folgende Aufteilung:

VerbraucherDurchschnittZielwert
Offsetdruckmaschinen37 %32 %
Standby von Anlagen und Geräten20 %4 %
Schneiden, Falzen, Heften13 %10 %
Druckluft7 %4 %
Beleuchtung7 %5 %
Digitaldruckmaschinen5 %4 %
Druckvorstufe4 %3 %
Bürogeräte4 %2 %
Klimatisierung3 %2 %
Summe100 %66 %

Auffällig ist der zweitgrößte Posten: Standby. Nach der Schätzung ließe er sich von 20 auf 4 % senken, der größte einzelne Sparhebel der Tabelle. Die Schweizer Pilotbetriebe bestätigen die Größenordnung der Druckmaschinen: Bei Druckerei B brauchten sie rund 55 % des Stroms, bei Druckerei C rund 40 %. Bei Druckerei A ging nach der Studie nur rund ein Drittel in die Produktion.

Druckerei C zeigt einen Posten, den die Schätzung kaum kennt: Die Abwärme der Druckmaschinen wird mit einer zentralen Kälteanlage abgeführt, die rund 12 % des Stroms braucht, ebenso viel wie die Absauganlage. Nach dem Branchenleitfaden Druckerei des Bayerischen Landesamts für Umwelt (Stand 2023) ist die Kälteerzeugung besonders im Sommer ein beachtlicher Kostenfaktor. Für die Solaranlage ist das günstig, weil diese Last mit der Sonne steigt.

Balkendiagramm: Stromaufteilung einer durchschnittlichen Offsetdruckerei: Offsetdruckmaschinen 37 Prozent, Standby 20, Schneiden, Falzen, Heften 13, Druckluft 7, Beleuchtung 7, Digitaldruck 5, Druckvorstufe 4, Bürogeräte 4, Klimatisierung 3 Prozent.
Standby ist in der Schätzung der zweitgrößte Stromverbraucher einer Druckerei. · Foto: Eigene Grafik

Die Druckmaschine: Trockner und Antrieb

Für eine Vierfarben-Offsetdruckmaschine mit 1 m Druckbreite schätzt energie.ch im Beitrag Druckmaschine (23. April 2014) eine installierte Leistung von 76 kW und eine tatsächliche Leistungsaufnahme von 42 kW. Davon entfallen 40 % auf den Infrarottrockner, 35 % auf die Antriebe für Walzen und Papiertransport, 10 % auf Vakuumgebläse und je 5 % auf Druckluft, Kühlung und Abluft.

Die Schweizer Studie hat Maschinen nach der Norm ISO 14955 in allen Betriebszuständen gemessen. An einer MAN Roland Octoman (Druckerei B) ergab sich:

BetriebszustandLeistung
Aus (Trockner und Druckluft aktiv)rund 8 kW
Standbyrund 18 bis 20 kW
Einrichtbetriebrund 62 kW
Druck (Referenzprozess)rund 83 kW

Der Trockner dominierte im Prozess mit 25 bis 40 kW. Nicht gemessen wurden der gasbetriebene Trocknungsofen und die externe Kühlung. An einer Bogenoffsetmaschine in Druckerei A lagen Hauptantrieb, Luftschrank und Infrarottrockner bei 27, 22 und 20 kW; inaktiv zog die Maschine noch rund 12,5 kW.

Wie groß die Last eines ganzen Betriebs werden kann, zeigt ein Praxisbericht des Messgeräteherstellers S0-Recorder: Die Druckerei Variograph mit rund 100 Beschäftigten versorgt zwei Druckmaschinen mit je fünf Farbwerken, UV-Trockner und Weiterverarbeitung mit durchschnittlich 330 kW. Beleuchtung und Lüftung fallen dort nach dem Bericht kaum ins Gewicht. Ein Datum nennt die Seite nicht.

Standby: der Verbrauch, der nachts und am Wochenende weiterläuft

Nach der Schweizer Studie kann der Standby-Zustand, also Leerschicht, Wartung oder Einrichten, selbst in hochproduktiven Zeiten bis zu 40 % der gesamten Betriebszeit im Jahr ausmachen. Oft würden Anlagen nicht abgeschaltet, weil es beim Wiedereinschalten zu Ausfällen kommen könne.

Selbst im Aus-Zustand blieben Komponenten aktiv: vor allem Druckluft, teils als Blattabhebefunktion, teils als Leckage, und ein Abluftventilator am Trockner, der aus Sicherheitsgründen läuft. Beide Funktionen hatten nach der Studie keine Zeitsteuerung und liefen in einer Leerschicht oder im Ferienbetrieb konstant weiter.

In unserem Modell bedeuten 20 % Standby bei 240.000 kWh eine Dauerlast von 5,5 kW oder 48.000 kWh im Jahr. Genau diese Last nimmt am Samstag, am Sonntag und an Feiertagen Solarstrom ab, an denen die Anlage 31,4 % ihres Jahresertrags erzeugt (eigene Rechnung, PVGIS Würzburg 2020).

Typischer Fehler: den Standby als Grundlast einplanen. Ein Angebot, das die Anlage auf den heutigen Wochenendverbrauch auslegt, macht Leerlaufverluste zum Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Sinkt der Standby später, sinkt auch die Eigenverbrauchsquote.

Welches Lastprofil gilt: G1 für Druckereien

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 ordnet Druckerei, Druckgewerbe, Zeitungsdruckerei und Buchbinderei dem Standardlastprofil G1 für Gewerbe zu. Für Hersteller von Druckmaschinen sieht sie in der Regel eine Lastgangmessung vor.

Wir haben G1 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet. Auf Samstage, Sonntage und Feiertage entfallen dort 7,4 % des Jahresverbrauchs, auf die Nacht zwischen 22 und 6 Uhr 6,7 %. Eine Druckerei mit Frühschicht und 20 % Standby liegt in unserem Modell bei 6,2 % an Nicht-Werktagen, mit auf 4 % gesenktem Standby bei nur noch 1,5 %.

Nachgerechnet: Einschicht, Zweischicht und Standardprofil

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1.127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Unsere Annahmen für 240.000 kWh im Jahr: 20 % Standby rund um die Uhr, 14 % für Licht, Klima und Büro montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr, 66 % Produktion im Schichtfenster montags bis freitags, samstags keine Produktion.

Verlauf (240.000 kWh)30 kWp50 kWp100 kWp150 kWp200 kWp
Standardprofil G186,2 %80,8 %73,9 %63,2 %53,4 %
Zweischicht 6 bis 22 Uhr83,4 %78,6 %69,4 %56,2 %46,8 %
Einschicht 6 bis 14 Uhr82,7 %73,6 %62,6 %56,0 %48,0 %

Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. G1 ist für beide Schichtmodelle zu optimistisch, bei 100 kWp um 11,3 Punkte gegenüber der Frühschicht. Der Grund: Werktags zwischen 6 und 14 Uhr erzeugt die Anlage 46,8 % ihres Jahresertrags, zwischen 14 und 22 Uhr noch 21,7 %. Endet die Produktion um 14 Uhr, geht der Nachmittagsstrom zum großen Teil ins Netz.

Die Zweischicht verteilt denselben Verbrauch auf 16 Stunden. Die Spitzenlast sinkt in unserem Modell von 97,4 kW auf 58,1 kW, und die Anlage findet auch am Nachmittag Abnehmer. Ab 150 kWp gleichen sich beide Modelle an, weil dann das Wochenende den Überschuss bestimmt.

Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 100 kWp und 240.000 kWh: Standardprofil G1 73,9 Prozent, Zweischicht 69,4, Einschicht 62,6, Einschicht mit gesenktem Standby 55,7 Prozent.
Das Standardprofil überschätzt den Eigenverbrauch einer Druckerei mit Frühschicht. · Foto: Eigene Grafik
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Weniger Standby: niedrigere Quote, weniger Netzstrom

Was passiert, wenn der Standby wie in der Zielspalte von energie.ch auf 4 % des heutigen Verbrauchs sinkt? Der Jahresverbrauch fällt in unserem Modell um 38.400 kWh auf 201.600 kWh. Für eine Anlage mit 100 kWp ergibt sich:

100 kWp, ohne Speicherselbst genutztAutarkieNetzbezug
Einschicht, Standby 20 %62,6 %29,4 %169.440 kWh
Einschicht, Standby gesenkt55,7 %31,1 %138.902 kWh
Zweischicht, Standby 20 %69,4 %32,6 %161.760 kWh
Zweischicht, Standby gesenkt63,0 %35,3 %130.435 kWh

Die Eigenverbrauchsquote fällt in der Frühschicht um 6,9 Punkte, der Netzbezug aber um 30.538 kWh. Das sind 7.862 kWh weniger als die eingesparten 38.400 kWh, weil ein Teil des alten Standby vorher schon mit Solarstrom gedeckt war; dieser Strom geht jetzt ins Netz. Die Quote allein ist deshalb kein gutes Maß für den Nutzen der Anlage. Entscheidend ist, was am Ende noch aus dem Netz kommt.

Standby am Wochenende messen: Lies am Freitag nach Schichtende und am Montag vor Schichtbeginn den Zählerstand am Zähler ab. Teile die Differenz durch die Stunden dazwischen. Das Ergebnis in kW ist dein Wochenend-Standby. Notiere, welche Kompressoren, Trockner und Abluftventilatoren in dieser Zeit laufen.

Batteriespeicher: in der Frühschicht gefragt

Ein Speicher verschiebt Solarstrom in Stunden ohne Sonne. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet, jeweils mit 100 kWp und 20 % Standby.

100 kWpSpeicherselbst genutztAutarkieaus dem Speichervolle Ladezyklen
Einschicht 6 bis 14 Uhr50 kWh73,7 %34,6 %12.488 kWh250
Zweischicht 6 bis 22 Uhr50 kWh77,4 %36,4 %9.098 kWh182
Standardprofil G150 kWh80,0 %37,6 %6.850 kWh137
Einschicht 6 bis 14 Uhr100 kWh79,7 %37,4 %19.253 kWh193

Hier dreht sich das Bild: Das Standardprofil G1 unterschätzt den Speichernutzen. In der Frühschicht kommt ein 50-kWh-Speicher auf 250 volle Zyklen, mit G1 gerechnet nur auf 137. Der Speicher nimmt den Strom vom Nachmittag auf und gibt ihn abends an den Standby und morgens ab 6 Uhr an die anlaufenden Maschinen ab. In der Praxis hängt ein Teil dieser Zyklen damit am Standby: Sinkt er, arbeitet auch der Speicher weniger. Wie du die Speichergröße bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Balkendiagramm: Volle Ladezyklen eines 50-kWh-Speichers an 100 kWp: Einschicht 250, Zweischicht 182, Standardprofil G1 137.
Bei Frühschicht arbeitet ein Speicher fast doppelt so viel, wie das Standardprofil erwarten lässt. · Foto: Eigene Grafik
Vorsicht bei Speicherzahlen ohne Verluste: Unsere Rechnung setzt einen verlustfreien Speicher an. Prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad von Speicher und Wechselrichter und rechne die Werte damit nach.

Trocknung, Kühlung und Lastspitzen

Nach der Schweizer Studie ist die Trocknung, etwa mit UV-Lampen, energetisch fast immer dominierend und hat oft einen konstanten Leistungsanteil, der auch in unproduktiven Zuständen anliegt. LED-UV-Trockner brauchen danach rund 80 % weniger Energie als konventionelle UV-Trockner. Die Studie rechnet die Umrüstung aber nicht als wirtschaftlich: Umbau und Farben sind teurer, die LED-UV-Farben kosten 1 bis 10 Franken mehr je kg.

Heatset-Trockner laufen nach dem LfU-Leitfaden mit Erdgas; ihr Energiebedarf erscheint dann nicht auf der Stromrechnung. Die Wärmelast der Druckmaschinen muss dagegen oft elektrisch weggekühlt werden. Die Studie nennt als Beispiel einen Wechsel zwischen rund 10 kW im Standby und mehr als 130 kW im Druck; die Kühlleistung sollte sich nach der tatsächlichen Spitzenlast richten.

Solche Sprünge erzeugen Lastspitzen. Nach dem LfU-Leitfaden lohnt es sich, beim Stromanbieter den Lastgang anzufordern. Ob ein Speicher Spitzen wirtschaftlich kappt, zeigt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung im Gewerbe.

Erst sparen: Druckluft, Klima, Abschalten

Die gelesenen Quellen nennen vor allem diese Hebel:

  • Abschalten bei Inaktivität: nach der Schweizer Studie an einer Bogenoffsetmaschine ca. 10 bis 15 % Einsparung; energie.ch empfiehlt einen gut erreichbaren Hauptschalter für den ganzen Raum.
  • Klima und Lüftung: Anpassung auf den tatsächlichen Kühlbedarf ca. 20 % (Studie); in der Kältetechnik bis zu 30 % (LfU).
  • Druckluft: Optimierung des Gesamtsystems bis zu 30 % des Energiebedarfs; 1 bar Druckabsenkung spart bis zu 6 % Leistung (LfU). Das Beheben von Leckagen spart nach dem Massnahmenkatalog der Studie 30 bis 50 MWh im Jahr.
  • Luftschrank im Standby: Abschaltung mit Sperrventil bei Bogenoffset 2,0 bis 6,0 kW, bei Rollenoffset 2,5 bis 4,5 kW.

Für Druckerei A berechnet die Studie mit den ermittelten Maßnahmen ein Einsparpotenzial von 18 %. Selbst verbrauchter Solarstrom trägt keine Umlagen nach dem Energiefinanzierungsgesetz; Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Umlagen und Eigenverbrauch. Den gleichen Profilvergleich zeigen die Ratgeber zur Tischlerei und zur Textilreinigung.

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So planst du die Solaranlage für die Druckerei

1 Schritt für Schritt
  1. Lastgang anfordern: Viertelstundenwerte der letzten zwölf Monate beim Stromanbieter oder Messstellenbetreiber.
  2. Standby messen: Zählerstand Freitag nach Schichtende und Montag vor Schichtbeginn.
  3. Standby senken: Druckluft, Trocknerabluft und Luftschränke in Leerschichten abschalten, bevor die Anlage ausgelegt wird.
  4. Schichtmodell eintragen: Ein- oder Zweischicht, Samstagsarbeit, Betriebsferien.
  5. Größe wählen: mit dem Lastgang nach den Sparmaßnahmen rechnen, nicht mit G1.
  6. Speicher prüfen: vor allem bei Frühschicht, mit Systemwirkungsgrad aus dem Datenblatt.

Checkliste für Druckereien

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele kWh Strom und Gas stehen auf den Rechnungen der letzten zwölf Monate?
  • Wie hoch ist die Last am Wochenende und in den Betriebsferien?
  • Werden Trockner elektrisch oder mit Gas beheizt, UV oder LED-UV?
  • Gibt es eine Kälteanlage für Druckmaschinen oder Drucksaal?
  • Wann beginnt und endet die Produktion, wird samstags gedruckt?
  • Wird die Leistung abgerechnet, und wie hoch ist die Jahreshöchstlast?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Einen veröffentlichten Stunden-Lastgang einer deutschen Druckerei haben wir nicht gefunden. Unsere Verläufe sind Annahmen, keine Messung; die Aufteilung 20 zu 14 zu 66 % folgt der Schätzung von energie.ch, die Schichtfenster sind gesetzt. Die Aufteilung selbst beruht auf zwei Analysen aus dem Jahr 2007, die Messungen der Schweizer Studie auf den Jahren 2014 und 2015.

Eine Zahl, wonach 34 % des Stroms einer Druckerei bei Stillstand anfallen, tauchte in einer Suchvorschau auf; in keiner gelesenen Quelle haben wir sie gefunden und deshalb nicht übernommen. Das Standardprofil G1 beruht auf Messungen von 1999. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 13.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Druckerei

Wie viel Strom verbraucht eine Druckerei? +
Nach energie.ch im Durchschnitt 8.000 kWh je Mitarbeiter, 150 kWh je m² oder 0,45 kWh je kg Papier im Jahr. Die drei Kennzahlen ergeben für denselben Betrieb Werte zwischen 135.000 und 270.000 kWh.
Welches Lastprofil hat eine Druckerei? +
Nach der BDEW-Zuordnung G1, ebenso Zeitungsdruckerei und Buchbinderei.
Wie viel Leistung braucht eine Offsetdruckmaschine? +
Eine gemessene MAN Roland Octoman: rund 83 kW im Druck, 62 kW beim Einrichten, 18 bis 20 kW im Standby und rund 8 kW ausgeschaltet.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Druckerei selbst? +
In unserem Modell mit 240.000 kWh und 100 kWp 62,6 % in der Frühschicht, 69,4 % im Zweischichtbetrieb und 73,9 % nach G1.
Warum sinkt die Eigenverbrauchsquote, wenn der Standby sinkt? +
Weil der Standby auch am Wochenende Solarstrom abnimmt. Der Netzbezug sinkt trotzdem, im Modell um 30.538 kWh.
Lohnt sich ein Speicher in der Druckerei? +
Am ehesten bei Frühschicht: 250 volle Zyklen mit 50 kWh an 100 kWp, nach G1 gerechnet nur 137.
Wie viel spart ein LED-UV-Trockner? +
Nach der Schweizer Studie rund 80 % gegenüber konventionellen UV-Trocknern; wirtschaftlich war der Umbau dort wegen teurerer Farben nicht.
Wo verliert eine Druckerei den meisten Strom außerhalb der Produktion? +
Bei Druckluft, Trockner-Abluft und Luftschränken, die in Leerschichten ohne Zeitsteuerung weiterlaufen.