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Wirtschaftlichkeit

Tischlerei mit PV-Anlage: Späneabsaugung, Werkstattzeiten und Eigenverbrauch

Absaugung, Hobel, Kompressor: Stromanteile für Tischlereien, der Modellbetrieb mit 54.060 kWh aus einer oberösterreichischen Studie und seine Werkstattzeiten gegen PVGIS gerechnet.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
  1. 1.Wofür eine Tischlerei Strom braucht
  2. 2.Der Modellbetrieb: 54.060 kWh, 199,6 kW installiert
  3. 3.Welches Lastprofil gilt: G1 für Tischlerei und Schreinerei
  4. 4.Nachgerechnet: Werkstattzeit, Montagetage und Standardprofil
  5. 5.Batteriespeicher: Feierabend ja, Wochenende nein
  6. 6.Leistungsspitzen: Hobel, Hacker und Breitbandschleifer
  7. 7.Erst sparen: Absaugung, Druckluft und Maschinenleerlauf
  8. 8.Steuern, Umlagen und Holzheizung
  9. 9.So planst du die Solaranlage für die Tischlerei
  10. 10.Checkliste für Tischlereien und Schreinereien
  11. 11.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  12. 12.Häufige Fragen zu PV in der Tischlerei

In der Tischlerei macht nicht die Kreissäge den meisten Stromverbrauch, sondern das Rohr darüber. Die Späneabsaugung muss laufen, sobald eine Maschine eingeschaltet ist, und sie läuft oft auch dann weiter, wenn gerade niemand schneidet. Dazu kommen Hobel, Plattensäge, CNC-Bearbeitungszentrum und Kompressor. Alles zusammen fällt in die Werkstattzeit, werktags zwischen morgens und Nachmittag. Eine Solaranlage auf dem Hallendach passt dazu, aber nicht so gut, wie das Standardlastprofil verspricht.

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen für Tischlereien und Schreinereien, zeigt am Modellbetrieb einer österreichischen Studie, welche Maschine wie viel Strom braucht, und rechnet diesen Betrieb mit 54.060 kWh Strom im Jahr gegen eine PVGIS-Stundenreihe durch.

Kurz gesagt: Die Staub- und Späneabsaugung verbraucht in Tischlereien rund 38 % des Stroms, im untersuchten Modellbetrieb 41,1 %. Für Tischlereien gilt das Standardlastprofil G1. Mit G1 gerechnet bleiben bei 20 kWp 75,7 % des Solarstroms im Betrieb, mit einer echten Werkstattzeit von Montag bis Freitag nur 58,5 %. Der Grund: 31,4 % des Solarertrags fallen auf Wochenenden und Feiertage, an denen die Werkstatt stillsteht.

Wofür eine Tischlerei Strom braucht

Das Portal Energieeffizienz im Handwerk (letztes Update 5. Dezember 2025) nennt für Tischlereien folgende Anteile am Gesamtstromverbrauch. Die Grafik stammt vom Fachverband Holz und Kunststoff und beruht nach Angabe des Portals auf einer Erhebung von 2002:

StromverbraucherAnteil am Strom
Staub- und Späneabsaugung38 %
Maschinen und Werkzeuge27 %
Heizung und Wärmeverteilung10 %
Druckluft7 %
Beleuchtung7 %
Lackierung5 %

Die Anteile summieren sich auf 94 % (eigene Rechnung), den Rest benennt die Quelle nicht. Absaugung und Maschinen machen zusammen 65 % aus und laufen nur, wenn in der Werkstatt gearbeitet wird. Strom ist in der Tischlerei außerdem der wichtigste Energiekostenblock: Nach dem Portal lag er bis 2022 bei zwei Dritteln bis drei Vierteln der Energiekosten, vermutlich weil viele Betriebe ihre Werkstatt mit den eigenen Holzresten heizen.

Die Energiekosten insgesamt sind im Tischlerhandwerk vergleichsweise klein. Das Portal nennt 1 bis 2 % des Umsatzes nach den Bundesbetriebsvergleichen der Jahre 2012 bis 2020, die Broschüre des Energieinstituts der Wirtschaft aus Wien (Sommer 2014) nach der Auswertung von 90 Tischlereien rund 1,5 %. Dort liegen die Stromkosten bei etwa 70 % der Energiekosten.

Balkendiagramm: In Tischlereien entfallen 38 Prozent des Stroms auf die Staub- und Späneabsaugung, 27 auf Maschinen und Werkzeuge, 10 auf Heizung, je 7 auf Druckluft und Beleuchtung und 5 auf Lackierung.
Die Absaugung ist der größte Stromverbraucher der Tischlerei. · Foto: Eigene Grafik

Der Modellbetrieb: 54.060 kWh, 199,6 kW installiert

Eine Pilotstudie des Oberösterreichischen Energiesparverbands, der Ökologischen Betriebsberatung und der Wirtschaftskammer Oberösterreich, die Energiekennzahlen und Sparpotentiale in Tischlereien (PDF erstellt im April 2010), hat elf Betriebe mit 3 bis 45 Mitarbeitern beraten. Für einen davon rechnet sie den Jahresstrombedarf Maschine für Maschine vor: Leistung mal Auslastung mal Nutzungsstunden pro Tag, hochgerechnet auf 206,6 Arbeitstage.

VerbraucherLeistungStunden pro TagkWh im Jahr
Absaugung (größte Anlage)18 kW413.388
Absaugung (zwei kleine Anlagen)2 × 2,5 kW65.578
drei weitere Absaugungen7,5, 5,5 und 1,1 kW1 bis 1,51.395, 1.534 und 307
Kompressor11 kW85.454
zwei Kreissägen5,5 und 7,5 kW64.834
4-seitiger Hobel28 kW23.471
Heizungsanlage1 kW162.644
Hackerca. 15 kW12.479
Büro1,5 kW72.166
Summe aller Verbraucher199,6 kW54.060

Alle Absaugungen zusammen kommen auf 22.202 kWh, das sind 41,1 % des Jahresbedarfs (eigene Rechnung), also etwas mehr als die 38 % aus der deutschen Grafik. Die Studie erklärt, warum: Eine Kreissäge ist eine Stunde eingeschaltet, schneidet aber nur 20 Minuten, ihre Auslastung liegt bei 33 %. Die Absaugung dagegen läuft mit voller Leistung, egal ob die Maschine gerade arbeitet oder wartet. Mit wachsender Betriebsgröße steigt ihr Anteil nach der Studie überproportional.

Als Kennzahl nennt die Studie 2 bis 5 MWh Strom je Mitarbeiter und Jahr als üblich für holzverarbeitende Betriebe. Der Modellbetrieb mit 54.060 kWh entspricht damit einer Tischlerei mit etwa 11 bis 27 Beschäftigten (eigene Rechnung).

Eigene Kennzahl bilden: Teile den Jahresverbrauch von der Stromrechnung durch die Zahl der Beschäftigten und vergleiche das Ergebnis mit 2 bis 5 MWh. Liegt es darüber, schau dir zuerst die Absaugung an.

Welches Lastprofil gilt: G1 für Tischlerei und Schreinerei

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 führt Bautischlerei, Schreinerei, Holzbearbeitung und Zimmerei unter dem Profil G1, also Gewerbe werktags von 8 bis 18 Uhr. Für Betriebe, die Holzbearbeitungsmaschinen herstellen, sieht sie in der Regel eine Lastgangmessung vor. Wir haben G1 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet: Von 7 bis 16 Uhr fallen 76,8 % des Verbrauchs an, von 16 bis 24 Uhr 17,1 %.

Eine Werkstatt mit festen Arbeitszeiten ist deutlich schärfer geschnitten. In unserem Modell des österreichischen Betriebs fallen 94,9 % des Stroms zwischen 7 und 16 Uhr an und nur 3,4 % nach 16 Uhr. Das klingt ideal für eine Solaranlage, hat aber einen Haken: Das Standardprofil verteilt auch am Wochenende noch Verbrauch, die Werkstatt nicht.

Ob für deinen Betrieb ein Profil oder eine gemessene Kurve gilt, steht auf der Netzrechnung. Liegt ein Lastgang vor, ist er für die Planung immer besser als jedes Profil. Wie andere Betriebe mit Tagesschwerpunkt abschneiden, zeigt der Ratgeber zur Zahnarztpraxis.

Nachgerechnet: Werkstattzeit, Montagetage und Standardprofil

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1.127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Die Werkstattverläufe sind unsere Annahmen auf Basis der Maschinentabelle:

  • Werkstatt: Absaugung, Maschinen, Kompressor und Kleingeräte montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr mit Mittagspause, Büro von 8 bis 15 Uhr, Licht von Oktober bis März morgens und nachmittags, Heizungsanlage von Oktober bis April von 6 bis 22 Uhr, dazu 0,3 kW Grundlast rund um die Uhr für Standby, Server und Alarmanlage. Jahressumme 54.060 kWh.
  • mit Montagetagen: wie oben, aber donnerstags und freitags ist das Team auf der Baustelle, die Werkstatt steht. Der Jahresverbrauch sinkt dadurch auf 36.930 kWh.
Verlauf10 kWp20 kWp30 kWp50 kWp
Standardprofil G1 (54.060 kWh)81,9 %75,7 %66,9 %49,8 %
Werkstatt (54.060 kWh)63,7 %58,5 %56,4 %47,3 %
mit Montagetagen (36.930 kWh)55,2 %45,5 %41,6 %33,4 %

Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. Bei 10 kWp liegt das Standardprofil 18,2 Punkte über der Werkstatt (eigene Rechnung), obwohl die Werkstatt tagsüber ein Vielfaches der Anlagenleistung zieht. Der Grund liegt im Kalender: 2020 hatte 114 Samstage, Sonntage und Feiertage, und auf sie entfallen in unserer Ertragsreihe 31,4 % des Jahresertrags. An diesen Tagen braucht die Werkstatt nur ihre Grundlast, der Solarstrom geht fast vollständig ins Netz. Werktags zwischen 7 und 16 Uhr erzeugt die Anlage 61,1 % ihres Ertrags.

Die Autarkie liegt bei 30 kWp im Standardprofil bei 41,9 %, in der Werkstatt bei 35,3 % und im Betrieb mit Montagetagen bei 38,1 %. Der Montagebetrieb deckt also einen größeren Teil seines kleineren Verbrauchs, nutzt aber einen kleineren Teil des Solarstroms selbst.

Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 20 kWp: Standardprofil G1 75,7 Prozent, Werkstatt Montag bis Freitag 58,5 Prozent, mit Montagetagen 45,5 Prozent.
Das Standardprofil übersieht das Wochenende, an dem die Werkstatt steht. · Foto: Eigene Grafik
Typischer Fehler: das Wochenende vergessen. Wer die Anlage nur nach der Werkstattleistung auslegt, sieht 20 bis 30 kW Last am Vormittag und plant großzügig. Samstag und Sonntag liefert die Anlage aber dieselbe Menge Strom in eine leere Halle. Prüfe im Angebot, ob die Eigenverbrauchsrechnung mit fünf oder mit sieben Arbeitstagen rechnet.
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Batteriespeicher: Feierabend ja, Wochenende nein

Ein Speicher kann Solarstrom vom Nachmittag in den nächsten Morgen verschieben, aber nicht vom Sonntag in den Montag, wenn er klein ist. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet.

Verlauf und Anlageselbst genutztAutarkieaus dem Speichervolle Ladezyklen
Werkstatt, 30 kWp ohne Speicher56,4 %35,3 %0 kWh0
Werkstatt, 30 kWp, 20 kWh72,8 %45,6 %5.539 kWh277
Werkstatt, 50 kWp, 50 kWh62,5 %65,2 %8.568 kWh171
G1, 30 kWp, 20 kWh77,0 %48,2 %3.416 kWh171
mit Montagetagen, 30 kWp, 20 kWh55,0 %50,4 %4.518 kWh226

Hier kehrt sich das Bild um. In der Werkstatt arbeitet derselbe 20-kWh-Speicher 277 volle Zyklen im Jahr, im Standardprofil nur 171. Die Werkstatt hat nach 16 Uhr kaum Verbrauch, der Speicher lädt am Nachmittag voll und liefert am nächsten Morgen ab 7 Uhr, bevor die Sonne hoch genug steht. Freitags lädt er für das Wochenende, an dem es nichts zu versorgen gibt, und ist am Montag früh noch voll. Wie du die Größe bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Balkendiagramm: Volle Ladezyklen eines 20-kWh-Speichers an 30 kWp: Werkstatt 277, mit Montagetagen 226, Standardprofil G1 171.
Ohne Abendlast lädt der Speicher jeden Nachmittag voll und liefert am nächsten Morgen. · Foto: Eigene Grafik
Vorsicht bei Speicherzahlen ohne Verluste: Unsere Rechnung setzt einen verlustfreien Speicher an. Prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad von Speicher und Wechselrichter und rechne die Werte damit nach.

Leistungsspitzen: Hobel, Hacker und Breitbandschleifer

Die Jahressumme ist nur die halbe Rechnung. Im Modellbetrieb sind 199,6 kW installiert, im Stundenmittel unseres Modells zieht die Werkstatt höchstens 27,25 kW. Die österreichische Studie beschreibt, dass die bereitgestellte Leistung zwischen einem Fünftel und mehr als der Hälfte der installierten Leistung liegen kann. Der Breitbandschleifer brauche bei den untersuchten Betrieben nur 2 bis 3 % des Jahresstroms, könne aber zusammen mit dem Hacker oder einer elektrischen Furnierpresse eine Spitze über dem vereinbarten Bezugswert verursachen.

Das Portal Energieeffizienz im Handwerk empfiehlt deshalb, beim Stromversorger ein Lastgangdiagramm anzufordern und die Maschinen morgens und nach der Mittagspause zeitversetzt einzuschalten. Eine Solaranlage kappt solche Spitzen nicht zuverlässig, weil sie bei Wolken ausfällt. Ein Speicher mit Lastmanagement kann es; wann sich das bei einem Leistungspreis rechnet, zeigt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung im Gewerbe.

Hacker in die Mittagssonne legen: Der Hacker mit rund 15 kW läuft im Modellbetrieb eine Stunde am Tag. Wer ihn zwischen 11 und 14 Uhr statt morgens um 7 anwirft, nutzt die Stunden mit dem höchsten Solarertrag und schaltet ihn nicht zeitgleich mit Hobel und Absaugung zu.

Erst sparen: Absaugung, Druckluft und Maschinenleerlauf

Die gelesenen Quellen nennen vor allem diese Hebel:

  • Absaugung: automatisch mit den Maschinen ein- und ausschalten, Absaugvolumen und Gleichzeitigkeitsfaktor prüfen, Filterdruck überwachen. Das Portal nennt 10 bis 15 % Einsparpotenzial. Eine typische Maschine mit ein bis zwei Stutzen braucht 1.500 bis 2.000 m³ Absaugluft pro Stunde.
  • Druckluft: Nach der Wiener Broschüre kommen nur etwa 10 % der Energie des Kompressors als Arbeit am Werkzeug an. Zeitschaltuhren schalten die Anlage außerhalb der Arbeitszeit ab, Leckagen gehören regelmäßig gesucht; Einsparpotenzial 20 %.
  • Lackierung: polumschaltbare oder drehzahlgeregelte Motoren statt Drosselklappen, Filter rechtzeitig wechseln.
  • Insgesamt: Die Wiener Auswertung hält 15 % weniger Strom und 25 % weniger Wärme für möglich, im Durchschnittsbetrieb rund 2.500 Euro im Jahr.

In der Praxis wirkt die Absaugsteuerung auch auf die Solaranlage. Eine Zentralabsaugung, die die ganze Arbeitszeit durchläuft, erzeugt eine gleichmäßige Grundlast, die Solarstrom zuverlässig aufnimmt. Eine bedarfsgesteuerte Absaugung spart mehr Strom, schluckt aber weniger Solarstrom. Gespart ist trotzdem besser als selbst verbraucht: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis, jede eingespeiste bringt nur die Einspeisevergütung.

Nachts nachsehen: Notiere an einem Freitag nach Feierabend den Zählerstand am Zähler und am Montag vor Arbeitsbeginn wieder. Unsere angenommene Grundlast von 0,3 kW ergäbe über die 62 Stunden von Freitag 17 Uhr bis Montag 7 Uhr rund 19 kWh (eigene Rechnung). Liegt dein Wert weit darüber, prüfe den Kompressor auf Leckagen und die Absaugung auf Nachlauf.

Steuern, Umlagen und Holzheizung

Selbst verbrauchter Solarstrom trägt keine Umlagen nach dem Energiefinanzierungsgesetz, weil diese an der Netzentnahme ansetzen; Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Umlagen und Eigenverbrauch. Ob für den Solarstrom Stromsteuer anfällt, klärt der Ratgeber Stromsteuer und Zoll. Wer die Anlage nicht selbst kaufen will, findet im Ratgeber zu Contracting und Anlagenpacht einen Rechenfall für eine Schreinerei.

Viele Tischlereien heizen mit ihren eigenen Spänen und Holzresten. Für die Solaranlage heißt das: Im Winter kommt kein Wärmepumpenstrom dazu, der den Eigenverbrauch in der ertragsschwachen Zeit erhöhen würde. Im Modellbetrieb braucht die Heizungsanlage nur 2.644 kWh im Jahr für Pumpen und Steuerung.

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So planst du die Solaranlage für die Tischlerei

1 Schritt für Schritt
  1. Kennzahl bilden: Jahresverbrauch je Beschäftigtem mit 2 bis 5 MWh vergleichen.
  2. Lastgang anfordern: beim Stromversorger oder Messstellenbetreiber, mindestens für ein Jahr.
  3. Wochenendlast messen: Zählerstand Freitagabend und Montagmorgen notieren.
  4. Absaugung und Druckluft optimieren: vor der Auslegung, sonst ist die Anlage für einen Verbrauch geplant, der wegfällt.
  5. Größe wählen: mit fünf Werkstatttagen und den Montagetagen rechnen, nicht mit dem Profil G1.
  6. Speicher gegenrechnen: für Feierabend und Morgen, nicht fürs Wochenende, mit Systemwirkungsgrad und Preis aus dem Angebot.

Checkliste für Tischlereien und Schreinereien

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele kWh Strom stehen auf den Rechnungen der letzten zwölf Monate, gibt es einen Lastgang?
  • Wie viele Beschäftigte arbeiten in der Werkstatt, wie viele auf Montage?
  • Wie groß sind Absaugung und Kompressor in kW, laufen sie durch oder bedarfsgesteuert?
  • Welche Maschinen verursachen Spitzen: Hobel, Hacker, Breitbandschleifer, Furnierpresse?
  • Wie wird geheizt, mit Holzresten, Gas oder Wärmepumpe?
  • Trägt das Hallendach die zusätzliche Last, und gehört es dem Betrieb?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Eine veröffentlichte Lastgangmessung einer Tischlerei mit Stundenwerten haben wir nicht gefunden. Das Portal zeigt ein Tageslastgangdiagramm als Bild ohne Zahlenwerte. Unsere Werkstattverläufe sind Annahmen auf Basis der Maschinentabelle, keine Messung; die Grundlast von 0,3 kW ist geschätzt. Das Standardprofil G1 beruht auf Messungen von 1999.

Die Anteile am Stromverbrauch stammen aus einer Erhebung von 2002, der Modellbetrieb aus einer Studie von 2010 mit 206,6 Arbeitstagen; unser Kalenderjahr 2020 hat mehr Werktage, deshalb ist die Tageslast im Modell etwas niedriger als in der Studie. Die Wiener Broschüre beruht auf Beratungen bis 2013. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 13.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Tischlerei

Wie viel Strom braucht eine Tischlerei? +
Nach einer oberösterreichischen Studie sind 2 bis 5 MWh je Mitarbeiter und Jahr üblich. Der dort durchgerechnete Modellbetrieb kommt auf 54.060 kWh.
Wofür braucht die Tischlerei den meisten Strom? +
Für die Staub- und Späneabsaugung mit rund 38 %, danach folgen Maschinen und Werkzeuge mit 27 % und Heizung mit 10 %.
Welches Lastprofil hat eine Schreinerei? +
Nach der BDEW-Zuordnung G1, ebenso Bautischlerei, Holzbearbeitung und Zimmerei.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Tischlerei selbst? +
Bei 54.060 kWh und 20 kWp in unserem Werkstattmodell 58,5 %, mit dem Standardprofil gerechnet 75,7 %. Der Unterschied kommt vom Wochenende.
Warum ist der Eigenverbrauch trotz hoher Werkstattlast begrenzt? +
Weil 31,4 % des Solarertrags auf Samstage, Sonntage und Feiertage fallen, an denen die Werkstatt steht.
Lohnt sich ein Speicher in der Tischlerei? +
Er ist gut ausgelastet: Ein 20-kWh-Speicher an 30 kWp kommt auf 277 volle Zyklen und hebt die Autarkie von 35,3 auf 45,6 %. Das Wochenende überbrückt er nicht.
Wie viel Leistung hat eine Absauganlage? +
Im Modellbetrieb 18 kW für die größte Anlage; die Studie nennt 1 bis 5 kW je Maschine. Eine Maschine braucht 1.500 bis 2.000 m³ Absaugluft pro Stunde.
Kann die Solaranlage Lastspitzen senken? +
Nicht zuverlässig, weil sie bei Wolken ausfällt. Zeitversetztes Einschalten der Maschinen und ein Speicher mit Lastmanagement wirken sicherer.