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Apotheke mit PV-Anlage: Öffnungszeiten, Klimaanlage und Notdienst im Lastprofil

Licht, Klimaanlage, Kommissionierer: Kennzahlen aus der proKlima-Broschüre, Öffnungszeiten nach § 23 ApBetrO, Notdienstzahlen der ABDA und eine Apotheke mit 16.375 kWh gegen PVGIS gerechnet.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 14 Abschnitte
  1. 1.Wofür eine Apotheke Strom braucht
  2. 2.Energiekennzahl: 135 kWh je Quadratmeter
  3. 3.Öffnungszeiten und Notdienst: was die Apothekenbetriebsordnung vorgibt
  4. 4.Welches Lastprofil gilt: G4, und warum es nicht passt
  5. 5.Nachgerechnet: Öffnungszeiten, Klimaanlage und Notdienst
  6. 6.Klimaanlage im Sommer: passt, bringt aber wenig zusätzlich
  7. 7.Notdienst: 26 Nächte kosten 0,7 Punkte
  8. 8.Batteriespeicher: im Standardprofil überschätzt
  9. 9.Erst sparen: Licht, Schaufenster und Standby
  10. 10.Steuern, Umlagen und Mietfläche
  11. 11.So planst du die Solaranlage für die Apotheke
  12. 12.Checkliste für Apotheken
  13. 13.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  14. 14.Häufige Fragen zu PV in der Apotheke

Eine Apotheke hat Öffnungszeiten, die wie für eine Solaranlage gemacht scheinen: werktags bis 18:30 Uhr, samstags bis mittags, sonntags zu. Licht, Kassen und die Klimaanlage im Verkaufsraum laufen fast nur in dieser Zeit. Trotzdem rechnet der Netzbetreiber für Apotheken mit einem Standardprofil, das ein gutes Viertel des Verbrauchs in den Abend legt. Wer mit diesem Profil plant, legt die Anlage zu klein aus.

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen für Apotheken, zeigt, was Apothekenbetriebsordnung und Notdienst für den Tagesverlauf bedeuten, und rechnet eine Apotheke mit 16.375 kWh Strom im Jahr gegen eine PVGIS-Stundenreihe mit Außentemperatur durch.

Kurz gesagt: In der Apotheke gehen nach proKlima 59 % des Stroms in die Beleuchtung und 18 % in Klimageräte. Das Standardprofil G4 legt 27,5 % des Verbrauchs nach 17 Uhr, eine Apotheke mit üblichen Öffnungszeiten nur 15,0 %. Bei 16.375 kWh und 20 kWp deckt die Anlage in unserem Modell 62,3 % des Strombedarfs, mit G4 gerechnet nur 48,1 %. Die Klimaanlage im Sommer und der Nachtdienst verschieben das Ergebnis jeweils um weniger als einen Prozentpunkt.

Wofür eine Apotheke Strom braucht

Die Broschüre Informationen für Apotheken des Klimaschutzfonds proKlima in Hannover (erstellt Januar 2013, Texte der Energieagentur-Gemeinschaft ASEW) nennt Strom als Ursache von rund 42 % der Energiekosten einer Apotheke und teilt den Stromverbrauch so auf:

StromverbraucherAnteil am Strom
Beleuchtung59 %
Klimageräte18 %
PC11 %
Kühlgeräte6 %
sonstige Geräte5 %

Die Beleuchtung umfasst Allgemein-, Akzent- und Schaufensterlicht sowie die Außenwerbung. Sie ist mit Abstand der größte Posten, noch vor der Klimatisierung. Die Kühlgeräte für kühlpflichtige Arzneimittel laufen nach der Broschüre im Dauerbetrieb, machen aber nur 6 % aus. Zusammen mit den sonstigen Geräten ergibt das eine Grundlast von 11 % rund um die Uhr (eigene Rechnung), der Rest hängt an den Öffnungszeiten.

Einen Kommissionierautomaten führt die Broschüre von 2013 nicht eigens auf. In der Praxis zählt er heute in vielen Apotheken zu den großen Verbrauchern. Die Rathaus-Apotheke am Marienplatz in München nannte gegenüber apotheke adhoc am 07.11.2022 die Klimaanlage und den Kommissionierautomaten als ihre zwei größten Stromfresser. Belastbare Verbrauchswerte für Kommissionierer haben wir in keiner direkt gelesenen Quelle gefunden.

Balkendiagramm: In der Apotheke entfallen 59 Prozent des Stroms auf Beleuchtung, 18 auf Klimageräte, 11 auf PC, 6 auf Kühlgeräte und 5 auf sonstige Geräte.
Licht ist in der Apotheke der mit Abstand größte Stromverbraucher. · Foto: Eigene Grafik

Energiekennzahl: 135 kWh je Quadratmeter

Zur Einordnung nennt proKlima eine Kennzahl je Quadratmeter Betriebsfläche. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei 135 kWh im Jahr, unter 110 kWh sieht die Broschüre geringes, über 160 kWh großes Einsparpotenzial. Im Infokasten gibt sie den Durchschnitt mit 120 bis 150 kWh je Quadratmeter an.

KennzahlgeringDurchschnitthochBeispielbetrieb
Strom je m² Betriebsflächeunter 110 kWh135 kWhüber 160 kWh131 kWh

Das Rechenbeispiel der Broschüre ist eine Apotheke mit 16.375 kWh auf 125 Quadratmetern, also 131 kWh je Quadratmeter und damit knapp unter dem Durchschnitt. Mit diesem Verbrauch rechnen wir unten weiter. Zum Vergleich: Eine Zahnarztpraxis liegt nach derselben Broschürenreihe bei 75 kWh je Quadratmeter.

In Deutschland gab es nach dem Statistischen Jahrbuch der ABDA Ende 2024 noch 17.041 Apotheken, betrieben von 12.530 Inhaberinnen und Inhabern.

Eigene Kennzahl bilden: Nimm den Jahresverbrauch von der Stromrechnung und teile ihn durch die Quadratmeter von Offizin, Lager, Labor und Büro. Liegt das Ergebnis über 160 kWh, lohnt sich zuerst ein Blick auf Licht und Klimaanlage.

Öffnungszeiten und Notdienst: was die Apothekenbetriebsordnung vorgibt

Nach § 23 der Apothekenbetriebsordnung sind Apotheken zur ständigen Dienstbereitschaft verpflichtet. Die Behörde befreit aber einen Teil der Apotheken zu festen Zeiten davon: montags bis samstags von 0 bis 8 Uhr, montags bis freitags ab 18:30 Uhr, samstags ab 14 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen. Auch Mittwochnachmittage, Samstage und Betriebsferien können befreit werden, wenn eine andere Apotheke die Versorgung übernimmt.

Wer nicht befreit ist, hat Notdienst. Nach dem Faktenblatt der ABDA zum Nacht- und Notdienst (Stand Juni 2026) leisten Apotheken 334.000 Notdienste im Jahr, pro Nacht versorgen etwa 900 Apotheken rund 20.000 Patienten. Die Last ist ungleich verteilt: Eine Apotheke in München hat 13 Notdienste im Jahr, eine im Berchtesgadener Land 26. Der Nacht- und Notdienstfonds zahlte 2025 durchschnittlich 544 € je Notdienst aus.

Für die Solaranlage ist der Notdienst eine Nachtlast. Licht, Kasse und Heizung oder Klimaanlage laufen dann auch zwischen 20 und 6 Uhr, also genau dann, wenn kein Solarstrom kommt.

Welches Lastprofil gilt: G4, und warum es nicht passt

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 ordnet die Apotheke dem Profil G4 zu, dem Profil für Läden und Friseure. Wir haben G4 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet und einer Apotheke mit üblichen Öffnungszeiten gegenübergestellt.

Verlauf9 bis 17 Uhr17 bis 24 UhrSamstage
Standardprofil G447,5 %27,5 %13,3 %
Apotheke (Modell)71,8 %15,0 %9,1 %

G4 ist ein Durchschnitt über viele Ladengeschäfte, darunter solche mit langen Abendöffnungszeiten. Eine Apotheke schließt in der Regel um 18:30 Uhr und samstags mittags. Wie andere Läden, Friseure und Supermärkte abschneiden, zeigt der Ratgeber zum Einzelhandel.

Typischer Fehler: mit dem Ladenprofil planen. Ein Angebot, das den Eigenverbrauch mit G4 rechnet, schätzt bei großen Anlagen zu niedrig und empfiehlt deshalb eher eine zu kleine Anlage oder einen Speicher, den die Apotheke kaum braucht. Die tatsächlichen Öffnungszeiten gehören in jede Anfrage.

Nachgerechnet: Öffnungszeiten, Klimaanlage und Notdienst

Die Ertrags- und Temperaturreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1.127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Alle Verläufe haben 16.375 kWh im Jahr. Die Apothekenverläufe sind unsere Annahmen:

  • Apotheke: geöffnet montags bis freitags 8 bis 18:30 Uhr, samstags 8 bis 13 Uhr. Licht (59 %) und PC (11 %) laufen zur Öffnungszeit, Kühlgeräte und sonstige Geräte (11 %) rund um die Uhr. Die Klimageräte (18 %) laufen zur Öffnungszeit, zur Hälfte gleichmäßig, zur Hälfte umso stärker, je weiter die Außentemperatur über 20 °C liegt.
  • Klima gleichmäßig: wie oben, aber die Klimageräte laufen das ganze Jahr gleich stark.
  • mit Notdienst: wie Apotheke, zusätzlich 26 Notdienste im Jahr von 20 bis 8 Uhr mit 30 % der Tageslast.
Verlauf5 kWp10 kWp15 kWp20 kWp
Apotheke78,8 %68,6 %54,5 %44,8 %
Klima gleichmäßig78,8 %67,9 %53,8 %44,3 %
mit Notdienst78,9 %67,9 %53,6 %44,0 %
Standardprofil G485,6 %58,0 %43,5 %34,9 %

Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. Bei 5 kWp liegt G4 vorn, weil das Profil auch sonntags eine gleichmäßige Grundlast hat, während die Apotheke an Sonntagen nur Kühlung und Standby braucht. Ab 10 kWp dreht sich das deutlich: Die Apotheke nutzt 10,6 Punkte mehr selbst, bei 20 kWp 9,9 Punkte (eigene Rechnung). Die Autarkie liegt bei 20 kWp in der Apotheke bei 62,3 %, mit Notdienst bei 61,2 %, mit gleichmäßiger Klimatisierung bei 61,6 % und im Standardprofil G4 bei 48,1 %.

Balkendiagramm: Autarkie bei 16.375 kWh und 20 kWp: Apotheke 62,3 Prozent, Klima gleichmäßig 61,6, mit Notdienst 61,2, Standardprofil G4 48,1 Prozent.
Das Ladenprofil G4 unterschätzt die Apotheke um rund 14 Punkte. · Foto: Eigene Grafik
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Klimaanlage im Sommer: passt, bringt aber wenig zusätzlich

Nach § 4 der Apothekenbetriebsordnung sind die Betriebsräume ausreichend zu beleuchten, zu belüften und erforderlichenfalls zu klimatisieren. Die Klimaanlage läuft vor allem an heißen Tagen, und die fallen mit hohem Solarertrag zusammen. Das zeigt auch der Ratgeber zur Klimaanlage mit Solarstrom. In unserer Wetterreihe liegen 642 Öffnungsstunden über 20 °C, und von Mai bis August erzeugt die Anlage 46,0 % ihres Jahresertrags (eigene Rechnung).

Der Gewinn für den Eigenverbrauch ist trotzdem klein. Mit temperaturabhängiger Klimaanlage nutzt die Apotheke bei 10 kWp 68,6 % des Solarstroms selbst, mit ganzjährig gleichmäßiger 67,9 %, also 0,7 Punkte weniger. Der Grund: Im Sommer produziert die Anlage ohnehin mehr, als die Apotheke verbraucht. Die zusätzliche Kühllast nimmt einen Teil des Überschusses auf, verändert die Jahresbilanz aber kaum.

Vorsicht bei der Temperaturangabe aus zweiter Hand: Ein Fachportal schrieb 2016, laut Apothekenbetriebsordnung müsse eine Lagerung unter 25 °C möglich sein. Der Paragraf zur Lagerung, § 16, nennt keine Temperatur, sondern verweist auf die Lagerungshinweise des Arzneibuches. Welche Temperatur einzuhalten ist, steht auf den einzelnen Arzneimitteln.

Notdienst: 26 Nächte kosten 0,7 Punkte

Auch der Notdienst verändert weniger, als man erwartet. Mit 26 Notdiensten im Jahr, der Zahl für eine Apotheke im Berchtesgadener Land, sinkt der selbst genutzte Anteil bei 10 kWp von 68,6 auf 67,9 %, bei 20 kWp von 44,8 auf 44,0 %. Der Nachtverbrauch fehlt der Solaranlage einfach, und an 26 Nächten ist er zu klein, um die Jahresbilanz zu drehen.

Für einen Speicher spricht der Notdienst deshalb kaum. Anders sieht es bei Verbrauchern aus, die sich verschieben lassen. Die Rathaus-Apotheke am Marienplatz ließ die Lageroptimierung des Kommissionierers, die früher nachts lief, nach dem Bericht von 2022 in der Stunde vor Ladenschluss laufen und schaltete den Automaten nachts ganz ab.

Kommissionierer umprogrammieren: Frag den Hersteller, ob sich Inventur, Lageroptimierung und Einlagerungsläufe in die Mittagszeit legen lassen. Nachts abgeschaltet und tagsüber mit Solarstrom betrieben, verschiebt der Automat Last genau in die Stunden mit dem höchsten Ertrag.

Batteriespeicher: im Standardprofil überschätzt

Ein Speicher verschiebt Solarstrom in den Abend und in die Nacht. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet.

Verlauf und Anlageselbst genutztAutarkieaus dem Speichervolle Ladezyklen
Apotheke, 10 kWp ohne Speicher68,6 %47,7 %0 kWh0
Apotheke, 10 kWp, 5 kWh77,5 %53,9 %1.002 kWh200
Apotheke, 15 kWp, 10 kWh65,5 %68,4 %1.859 kWh186
G4, 10 kWp, 5 kWh69,4 %47,8 %1.280 kWh256
G4, 15 kWp, 10 kWh59,6 %61,6 %2.719 kWh272

Im Standardprofil G4 arbeitet der Speicher deutlich mehr, 256 statt 200 volle Zyklen beim 5-kWh-Speicher und 272 statt 186 beim 10-kWh-Speicher. Das liegt am hohen Abendanteil des Profils. Eine echte Apotheke mit Ladenschluss um 18:30 Uhr hat abends wenig zu versorgen. Wer den Speicher mit G4 rechnen lässt, überschätzt seinen Nutzen. Wie du die Größe bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Balkendiagramm: Volle Ladezyklen im Jahr: Apotheke mit 10 kWp und 5 kWh 200, G4 256; Apotheke mit 15 kWp und 10 kWh 186, G4 272.
Mit Ladenschluss um 18:30 Uhr hat der Speicher weniger zu tun, als das Standardprofil unterstellt. · Foto: Eigene Grafik
Vorsicht bei Speicherzahlen ohne Verluste: Unsere Rechnung setzt einen verlustfreien Speicher an. Prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad von Speicher und Wechselrichter und rechne die Werte damit nach.

Erst sparen: Licht, Schaufenster und Standby

Weil die Beleuchtung 59 % des Stroms ausmacht, setzt die proKlima-Broschüre dort an:

  • Akzentbeleuchtung: Der Tausch von Glühlampen senkt ihre Kosten um rund 80 %.
  • Schaufenster: Strahler mit Spiegel oder 35-Watt-Lampen statt 70-Watt-Halogenstrahlern sparen bis zu 50 % Energie im Jahr.
  • Allgemeinbeleuchtung: T5-Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät sparen gegenüber T8-Lampen mit konventionellem Vorschaltgerät bis zu 30 %.
  • Außenwerbung: Ein Dämmerungsschalter senkt den Verbrauch um bis zu 50 %.
  • Klimaanlage: Türen und Fenster geschlossen halten; weniger Lichtleistung im Verkaufsraum senkt auch die nötige Kühlleistung.
  • Bürogeräte: Memo-Switch-Schalter sparen circa 40 %, der Schlafmodus in Pausen bis zu 15 %.

Die Rathaus-Apotheke am Marienplatz tauschte ab 2016 die Leuchtmittel in Schaufenster, Handverkauf, Büro, Labor und Lager gegen LED und senkte den Stromverbrauch nach eigener Angabe um 15 %. Wer das noch vor sich hat, sollte es vor der Planung der Solaranlage erledigen, sonst ist die Anlage für einen Verbrauch ausgelegt, den es bald nicht mehr gibt.

Reihenfolge einhalten: Erst Licht umrüsten, dann ein Jahr Verbrauch messen, dann die Solaranlage auslegen. Die Leuchtreklame läuft abends und bringt der Solaranlage nichts, der Dämmerungsschalter schon.

Steuern, Umlagen und Mietfläche

Selbst verbrauchter Solarstrom trägt keine Umlagen nach dem Energiefinanzierungsgesetz, weil diese an der Netzentnahme ansetzen; Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Umlagen und Eigenverbrauch. Ob für den Solarstrom Stromsteuer anfällt, klärt der Ratgeber Stromsteuer und Zoll. Anders als die Arztpraxis erzielt die Apotheke umsatzsteuerpflichtige Umsätze; die Abfärbungsfrage aus dem Ratgeber zur Arztpraxis mit PV-Anlage stellt sich für einen Gewerbebetrieb so nicht.

Viele Apotheken liegen in gemieteten Ladenlokalen. Dann gehört das Dach dem Vermieter, und die Solaranlage braucht dessen Zustimmung oder einen Vertrag über die Dachnutzung. Wie Mieter im Handel damit umgehen, beschreibt der Einzelhandel-Ratgeber mit dem Befund, dass 84 Prozent der Handelsflächen gemietet sind.

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So planst du die Solaranlage für die Apotheke

1 Schritt für Schritt
  1. Kennzahl bilden: Jahresverbrauch je Quadratmeter mit 135 kWh vergleichen.
  2. Licht umrüsten: vor der Auslegung, sonst ist die Anlage zu groß.
  3. Öffnungszeiten und Notdienste aufschreiben: inklusive Mittwochnachmittag und Betriebsferien.
  4. Nachtlast messen: Notiere den Zählerstand am Zähler bei Ladenschluss und am nächsten Morgen vor Öffnung. Die Differenz ist die Nachtlast von Kühlschränken, Server und Kommissionierer, die keine Solaranlage deckt.
  5. Kommissionierer prüfen: Welche Läufe finden nachts statt, welche lassen sich in den Tag legen?
  6. Größe wählen: mit dem eigenen Tagesverlauf rechnen, nicht mit dem Ladenprofil G4.
  7. Speicher kritisch gegenrechnen: mit Ladenschluss, Systemwirkungsgrad und Preis aus dem Angebot.

Checkliste für Apotheken

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele kWh Strom stehen auf den Rechnungen der letzten zwölf Monate?
  • Wie groß sind Offizin, Lager, Labor und Büro in Quadratmetern?
  • Wann ist geöffnet, wie viele Notdienste stehen im Jahr an?
  • Gibt es einen Kommissionierautomaten, und läuft er nachts?
  • Wie viele Klimageräte und Medikamentenkühlschränke gibt es?
  • Gehört das Dach der Apotheke oder einem Vermieter?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Eine veröffentlichte Lastgangmessung einer Apotheke haben wir nicht gefunden. Die drei Apothekenverläufe sind Annahmen, die den Einfluss von Öffnungszeiten, Klimaanlage und Notdienst zeigen sollen, keine Messung. Das Standardprofil G4 beruht auf Messungen von 1999.

Die Aufteilung des Stroms und die Kennzahl stammen aus einer Broschüre von 2013 ohne Angabe der Erhebungsgrundlage und ohne Kommissionierautomaten. Verbrauchswerte für Kommissionierer kursieren in Suchergebnissen, auf den verlinkten Seiten standen sie beim Abruf nicht; wir nennen deshalb keine. Wie viel Last im Notdienst tatsächlich anfällt, ist nicht belegt; die 30 % sind eine Annahme. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 13.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Apotheke

Wie viel Strom braucht eine Apotheke? +
Nach proKlima im Durchschnitt 135 kWh je Quadratmeter Betriebsfläche im Jahr, meist zwischen 120 und 150 kWh. Das Rechenbeispiel liegt bei 16.375 kWh auf 125 Quadratmetern.
Wofür braucht eine Apotheke den meisten Strom? +
Für die Beleuchtung mit 59 %, danach folgen Klimageräte mit 18 % und PC mit 11 %.
Welches Lastprofil hat eine Apotheke? +
Nach der BDEW-Zuordnung G4, das Profil für Läden. Es legt 27,5 % des Verbrauchs nach 17 Uhr, eine Apotheke mit Ladenschluss um 18:30 Uhr in unserem Modell nur 15,0 %.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Apotheke selbst? +
Bei 16.375 kWh in unserem Modell 68,6 % bei 10 kWp und 44,8 % bei 20 kWp. Mit G4 gerechnet wären es nur 58,0 und 34,9 %.
Bringt die Klimaanlage mehr Eigenverbrauch? +
Kaum. Sie läuft an heißen, sonnigen Tagen, aber dann gibt es ohnehin Überschuss. Gegenüber einer ganzjährig gleichmäßigen Klimatisierung sind es bei 10 kWp 0,7 Punkte.
Wie oft hat eine Apotheke Notdienst? +
Nach der ABDA hat eine Apotheke in München 13 Notdienste im Jahr, im Berchtesgadener Land 26. Bundesweit sind es 334.000 Notdienste pro Jahr.
Lohnt sich ein Speicher in der Apotheke? +
Weniger, als ein Angebot mit Standardprofil verspricht. Ein 5-kWh-Speicher an 10 kWp kommt in unserem Modell auf 200 volle Zyklen, mit G4 gerechnet auf 256.
Schreibt die Apothekenbetriebsordnung eine Klimaanlage vor? +
§ 4 verlangt, die Betriebsräume erforderlichenfalls zu klimatisieren. Eine feste Höchsttemperatur nennt die Lagerungsvorschrift in § 16 nicht; maßgeblich sind die Lagerungshinweise des Arzneibuches.