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Wirtschaftlichkeit

Zahnarztpraxis mit PV-Anlage: Kompressor, Sprechzeiten und Eigenverbrauch

Kompressor, Sterilisator, freie Nachmittage: Kennzahlen aus der proKlima-Broschüre, das Lastprofil G1 und eine Praxis mit 10.150 kWh mit echten Sprechzeiten und Praxisurlaub gegen PVGIS gerechnet.

⏱️ 13 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
  1. 1.Wofür eine Zahnarztpraxis Strom braucht
  2. 2.Energiekennzahl: 4 kWh je Patientenkontakt
  3. 3.Behandlungszeit und Druckluft: wann der Kompressor läuft
  4. 4.Welches Lastprofil gilt: G1 für Zahnarztpraxen
  5. 5.Nachgerechnet: Sprechzeiten gegen Standardprofil
  6. 6.Praxisurlaub im Sommer: 8,9 % des Jahresertrags
  7. 7.Batteriespeicher: die freien Nachmittage füllen
  8. 8.Erst sparen: Kompressor, Sterilisator und Standby
  9. 9.Steuern: Heilbehandlung, Kleinunternehmer und Umlagen
  10. 10.So planst du die Solaranlage für die Zahnarztpraxis
  11. 11.Checkliste für Zahnarztpraxen
  12. 12.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  13. 13.Häufige Fragen zu PV in der Zahnarztpraxis

In einer Zahnarztpraxis laufen die großen Stromverbraucher genau dann, wenn Patienten auf dem Stuhl sitzen: Der Kompressor liefert Druckluft für Turbine und Luft-Wasser-Spritze, nach jeder Behandlung wandern Instrumente in den Sterilisator. Nachts und am Wochenende steht fast alles still. Das klingt nach dem idealen Betrieb für eine Solaranlage auf dem Praxisdach. Ganz so einfach ist es nicht, denn Mittagspause, freie Nachmittage und der Praxisurlaub im Sommer fallen ebenfalls in die Sonnenstunden.

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen für Zahnarztpraxen, zeigt, welches Standardlastprofil der Netzbetreiber ansetzt, und rechnet eine Praxis mit 10.150 kWh Strom im Jahr mit echten Sprechzeiten gegen eine PVGIS-Stundenreihe durch.

Kurz gesagt: In der Zahnarztpraxis gehen nach proKlima 38 % des Stroms in die Druckluft und 29 % in die Sterilisation. Für Praxen gilt das Standardlastprofil G1. Mit G1 gerechnet bleiben bei 10.150 kWh und 5 kWp 70,3 % des Solarstroms in der Praxis, mit typischen Sprechzeiten samt freiem Mittwoch- und Freitagnachmittag nur 61,8 %. Ein kleiner Speicher gleicht genau diese Lücken aus und kommt dann auf 276 volle Ladezyklen im Jahr.

Wofür eine Zahnarztpraxis Strom braucht

Die Broschüre Informationen für Zahnarztpraxen des Klimaschutzfonds proKlima in Hannover (erstellt Januar 2013, Texte der Energieagentur-Gemeinschaft ASEW) teilt den durchschnittlichen Stromverbrauch ohne elektrische Warmwasserbereitung so auf:

StromverbraucherAnteil am Strom
Druckluft (Kompressor)38 %
Sterilisationsgeräte29 %
Laborgeräte10 %
EDV und PC8 %
Wäschegeräte6 %
Beleuchtung5 %
sonstige Geräte5 %

Druckluft und Sterilisation machen zusammen 67 % aus (eigene Rechnung). Beide hängen direkt an den Behandlungen: Ohne Patient kein Druckluftbedarf, ohne benutzte Instrumente kein Sterilisationszyklus. Das unterscheidet die Zahnarztpraxis deutlich von der Arztpraxis, in der nach der Schwesterbroschüre für Arztpraxen die Beleuchtung mit 48 % der größte Posten ist, gefolgt von Raumwärme und Klima mit 19 %, Büro und EDV mit 14 % und Kühlen mit 11 %. Medizinische Geräte stehen dort nur mit 5 % in der Grafik.

Zum Kompressor nennt die Zahnarzt-Broschüre eine Leistung von 3 bis 15 kW und eine durchschnittliche Betriebsdauer von 600 Stunden im Jahr. Im Fließtext schreibt sie ihm rund 45 % des Gesamtstromverbrauchs zu, in der eigenen Grafik stehen für die Druckluft 38 %. Die Broschüre löst diesen Widerspruch nicht auf. Wir rechnen mit dem Wert aus der Grafik weiter. Zur Einordnung: 38 % von 10.150 kWh sind 3.857 kWh, verteilt auf 600 Stunden entspricht das einer mittleren Leistung von 6,4 kW (eigene Rechnung), also mitten in der genannten Spanne.

Balkendiagramm: In der Zahnarztpraxis entfallen 38 Prozent des Stroms auf Druckluft, 29 auf Sterilisationsgeräte, 10 auf Laborgeräte, 8 auf EDV, 6 auf Wäschegeräte, je 5 auf Beleuchtung und sonstige Geräte.
Zwei Drittel des Stroms hängen direkt an den Behandlungen. · Foto: Eigene Grafik

Energiekennzahl: 4 kWh je Patientenkontakt

proKlima bietet zwei Kennzahlen, mit denen du den eigenen Verbrauch einordnen kannst: Strom je Patientenkontakt und Strom je Quadratmeter Praxisfläche. Für die Arztpraxis nennt die Schwesterbroschüre dieselben Kennzahlen, allerdings auf einem ganz anderen Niveau.

KennzahlgeringDurchschnitthoch
Zahnarztpraxis, Strom je Patientenkontaktunter 3 kWh4 kWhüber 5 kWh
Zahnarztpraxis, Strom je m² Praxisflächeunter 60 kWh75 kWhüber 90 kWh
Arztpraxis, Strom je Patientenkontaktunter 0,25 kWh0,35 kWhüber 0,45 kWh
Arztpraxis, Strom je m² Praxisflächeunter 35 kWh42 kWhüber 50 kWh

In einem Infokasten gibt die Zahnarzt-Broschüre den Durchschnitt mit 3,1 bis 5,0 kWh je Patientenkontakt an. Ihr Rechenbeispiel ist eine Praxis mit 10.150 kWh auf 130 Quadratmetern, also 78 kWh je Quadratmeter, und 2.105 Patientenkontakten im Jahr. Die Broschüre gibt dafür 4,72 „kWh/kg“ an. Das ist ein Druckfehler: 10.150 geteilt durch 2.105 ergibt 4,82 kWh je Patientenkontakt. Das Beispiel der Arztpraxis kommt mit 4.116 kWh auf 98 Quadratmetern aus.

Eine Zahnarztpraxis braucht damit je Quadratmeter fast doppelt so viel Strom wie eine Arztpraxis und je Patientenkontakt mehr als das Zehnfache. Für die Solaranlage heißt das: Selbst eine kleine Zahnarztpraxis hat einen Verbrauch in der Größenordnung eines Einfamilienhauses mit Wärmepumpe, und er fällt tagsüber an.

Eigene Kennzahl bilden: Nimm den Jahresverbrauch von der Stromrechnung und teile ihn durch die Zahl der Patientenkontakte aus der Abrechnung. Liegt das Ergebnis über 5 kWh, lohnt sich ein Blick auf Kompressor und Sterilisator vor der Planung der Solaranlage.

Behandlungszeit und Druckluft: wann der Kompressor läuft

Wie viele Stunden die Geräte laufen, hängt an der Behandlungszeit. Das Statistische Jahrbuch 2025 der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung nennt für Praxisinhaber im Jahr 2023 eine Gesamtarbeitszeit von 44,0 Stunden pro Woche, davon 32,5 Stunden am Behandlungsstuhl und 8,5 Stunden Praxisverwaltung (Tabelle 5.31, Grundlage ist das Zahnärzte-Praxis-Panel des Zentralinstituts). In den alten Bundesländern waren es 32,6, in den neuen 31,8 Behandlungsstunden.

Die Behandlungsstunden sind die Stunden, in denen Druckluft und Absaugung arbeiten. Wie groß der Kompressor sein muss, richtet sich nach der Zahl der gleichzeitig arbeitenden Behandler. Der Hersteller Dürr Dental gibt in seiner Kompressoren-Broschüre für das kleinste Modell Duo 115 bis 130 Liter je Minute bei 5 bar an, ausgelegt für maximal 2 Behandler. Das Modell Trio mit 160 Litern je Minute reicht für 3 Behandler, der Quattro für bis zu 4, und die größte Ausbaustufe versorgt bis zu 20 Behandler. Eine Leistungsaufnahme in kW nennt die Tabelle nicht.

Typischer Fehler: Leckagen im Druckluftnetz übersehen. Ein undichter Schlauch lässt den Kompressor auch außerhalb der Sprechstunde anspringen. proKlima empfiehlt, Anschlüsse und Schläuche regelmäßig auf Leckagen zu prüfen. Wer nach Praxisschluss den Kompressor hört, hat einen Verbrauch, den keine Solaranlage deckt.

Welches Lastprofil gilt: G1 für Zahnarztpraxen

Kleine Gewerbekunden ohne Lastgangmessung bekommen vom Netzbetreiber ein Standardlastprofil zugewiesen. Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 führt die Zahnarztpraxis unter „Dentist“ im Profil G1, also Gewerbe werktags von 8 bis 18 Uhr. Dasselbe gilt für Arzt- und Facharztpraxen. Apotheken stehen dort unter G4, dem Profil für Läden. Für ein eigenes Dental-Labor sieht die Zuordnung in der Regel eine Lastprofilmessung vor, bei kleinen Anlagen G1.

Wir haben G1 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet. Von 9 bis 17 Uhr fallen 68,5 % des Jahresverbrauchs an, von 17 bis 24 Uhr nur 11,2 %. Das Profil kennt aber keine Mittagspause und keine freien Nachmittage. Eine echte Praxis hat beides, und genau das verschiebt den Eigenverbrauch.

Wie andere Branchen im Vergleich abschneiden, zeigen die Ratgeber zur Bäckerei mit Nachtarbeit in der Backstube und zum Einzelhandel mit dem Profil G4.

Nachgerechnet: Sprechzeiten gegen Standardprofil

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1.127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Alle Verläufe haben 10.150 kWh im Jahr, den Verbrauch aus dem proKlima-Beispiel. Die drei Praxisverläufe sind unsere Annahmen:

  • Sprechzeiten: Montag bis Freitag 8 bis 13 Uhr, Montag, Dienstag und Donnerstag zusätzlich 14 bis 18 Uhr, danach eine Stunde Sterilisation. Rund um die Uhr eine kleine Grundlast für Kühlschrank, Server und Standby. Wochenende und Feiertage geschlossen.
  • mit Abendsprechstunde: wie oben, Dienstag und Donnerstag bis 20 Uhr.
  • mit Praxisurlaub: wie Sprechzeiten, zusätzlich drei Wochen geschlossen vom 20. Juli bis 9. August.
Verlauf3 kWp5 kWp7,5 kWp10 kWp15 kWp
Standardprofil G177,9 %70,3 %57,5 %47,7 %35,6 %
Sprechzeiten67,6 %61,8 %53,5 %45,4 %34,5 %
mit Abendsprechstunde66,8 %60,9 %51,5 %43,5 %32,8 %
mit Praxisurlaub64,3 %58,2 %50,9 %43,5 %33,3 %

Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. Bei kleinen Anlagen liegt das Standardprofil rund 8 bis 10 Prozentpunkte über der Praxis mit Sprechzeiten (eigene Rechnung). Der Grund sind die freien Nachmittage: Mittwochs und freitags ab 13 Uhr scheint die Sonne auf ein Dach, unter dem nur noch Kühlschrank und Server laufen. Mit wachsender Anlage schrumpft der Abstand, bei 15 kWp beträgt er nur noch 1,1 Punkte.

Die Autarkie, also der Anteil des Strombedarfs, den die Anlage deckt, liegt bei 10 kWp im Standardprofil bei 53,0 %, mit Sprechzeiten bei 50,5 % und mit Abendsprechstunde oder Praxisurlaub bei je 48,3 %.

Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 10.150 kWh und 5 kWp: Standardprofil G1 70,3 Prozent, Sprechzeiten 61,8, mit Abendsprechstunde 60,9, mit Praxisurlaub 58,2 Prozent.
Freie Nachmittage und Urlaub senken den Eigenverbrauch gegenüber dem Standardprofil. · Foto: Eigene Grafik
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Praxisurlaub im Sommer: 8,9 % des Jahresertrags

Viele Praxen schließen im Hochsommer für einige Wochen. Genau dann liefert die Solaranlage am meisten. In unserer PVGIS-Reihe fallen auf die drei Wochen vom 20. Juli bis 9. August 8,9 % des Jahresertrags, auf Juli und August zusammen 23,1 %.

Der Effekt ist spürbar, aber kleiner als oft befürchtet. Bei 5 kWp sinkt der Eigenverbrauch durch den Urlaub von 61,8 auf 58,2 %, bei 10 kWp von 45,4 auf 43,5 %. Der Solarstrom in den Urlaubswochen geht ja nicht verloren, er wird eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet. Er ersetzt nur keinen teuren Netzstrom.

Wer die Wahl hat, legt verschiebbare Arbeiten nicht in den Urlaub, sondern in die Wochen davor: Wartung des Kompressors, Validierung des Sterilisators oder das Brennen von Keramik im eigenen Labor laufen dann tagsüber mit Solarstrom.

Vorsicht bei Angeboten mit Standardprofil: Ein Angebot, das den Eigenverbrauch nur mit G1 berechnet, kennt weder deine freien Nachmittage noch deinen Praxisurlaub. Bei 5 kWp liegt es in unserem Modell 12,1 Punkte über der Praxis mit Urlaub (eigene Rechnung). Gib die Sprechzeiten in jeder Anfrage an.

Batteriespeicher: die freien Nachmittage füllen

Ein Speicher lädt in den Stunden, in denen die Praxis weniger braucht, und gibt den Strom am Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen wieder ab. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet.

Verlauf und Anlageselbst genutztAutarkieaus dem Speichervolle Ladezyklen
Sprechzeiten, 10 kWp ohne Speicher45,4 %50,5 %0 kWh0
Sprechzeiten, 10 kWp, 5 kWh57,7 %64,1 %1.378 kWh276
Sprechzeiten, 10 kWp, 10 kWh62,0 %68,9 %1.869 kWh187
Standardprofil G1, 10 kWp, 5 kWh57,3 %63,7 %1.084 kWh217
Sprechzeiten, 5 kWp, 5 kWh79,5 %44,2 %998 kWh200

Hier dreht sich das Bild: In der Praxis mit Sprechzeiten arbeitet derselbe 5-kWh-Speicher deutlich mehr als im Standardprofil, 276 statt 217 volle Zyklen im Jahr. Die Mittagspause, die freien Nachmittage und die Stunden nach der Sterilisation sind genau die Lücken, die er füllt. Ein doppelt so großer Speicher bringt nur noch 4,8 Punkte mehr Autarkie, weil er seltener voll wird. Wie du die Größe bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Balkendiagramm: Autarkie bei 10 kWp mit Sprechzeiten: ohne Speicher 50,5 Prozent, mit 5 kWh Speicher 64,1 Prozent, mit 10 kWh Speicher 68,9 Prozent.
Schon ein kleiner Speicher füllt Mittagspause und freie Nachmittage. · Foto: Eigene Grafik
Vorsicht bei Speicherzahlen ohne Verluste: Unsere Rechnung setzt einen verlustfreien Speicher an. Prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad von Speicher und Wechselrichter und rechne die Werte damit nach.

Erst sparen: Kompressor, Sterilisator und Standby

Die proKlima-Broschüre nennt Maßnahmen, die vor jeder Solaranlage wirken, weil sie auch außerhalb der Sonnenstunden sparen:

  • Druckluft: Leistung des Kompressors an den Bedarf der Behandlungseinheiten anpassen, Leckagen an Anschlüssen und Schläuchen beseitigen.
  • Sterilisation: Gerät mit kurzer Zykluszeit wählen, auf das tägliche Instrumentenvolumen auslegen und möglichst nur voll beladen starten. Der Dampf arbeitet nach der Broschüre bei 180 °C.
  • Röntgen: Bei konventioneller Filmentwicklung den Standby des Entwicklerautomaten nach Praxisschluss ausschalten.
  • Keramikbrennofen: nur bedarfsgerecht betreiben und die Brenntemperatur auf das Material abstimmen.
  • Bürogeräte: Memo-Switch-Schalter, die Geräte selbstlernend in den Standby schicken, sparen nach proKlima circa 40 %.
  • Beleuchtung: Der Tausch der Glühlampen in Empfang, Wartezimmer und Behandlungsräumen senkt die Kosten der Akzentbeleuchtung um rund 80 %.

Für die Solaranlage ist der Sterilisator besonders interessant. Er läuft oft am Ende des Behandlungstags, also am späten Nachmittag, wenn die Anlage schon weniger liefert. Wer die Zyklen auf die Mittagspause legt, verschiebt Last in die Stunden mit dem höchsten Ertrag.

Sterilisator nach dem Solarertrag starten: Die Sterilisationsgeräte stehen bei proKlima für 29 % des Stroms. Starte einen voll beladenen Zyklus in der Mittagspause statt nach Praxisschluss. An den freien Nachmittagen am Mittwoch und Freitag lässt sich die Wochenwäsche der Wäschegeräte mit 6 % des Stroms ebenso in die Sonnenstunden legen.

Steuern: Heilbehandlung, Kleinunternehmer und Umlagen

Zahnärztliche Heilbehandlungen sind nach § 4 Nr. 14 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Eine Solaranlage auf der Praxis wirft deshalb eigene Fragen auf: Färbt der Stromverkauf auf die freiberufliche Praxis ab, wie wirkt die Bagatellgrenze, und lohnt eine eigene PV-GbR? Das alles steht ausführlich im Ratgeber zur Arztpraxis mit PV-Anlage, der für Zahnarztpraxen genauso gilt.

Selbst verbrauchter Solarstrom trägt keine Umlagen nach dem Energiefinanzierungsgesetz, weil diese an der Netzentnahme ansetzen; Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Umlagen und Eigenverbrauch. Ob für den Solarstrom Stromsteuer anfällt, klärt der Ratgeber Stromsteuer und Zoll. Mit einer Leistung des Kompressors von bis zu 15 kW kann ein Speicher auch Lastspitzen kappen; das beschreibt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung im Gewerbe.

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So planst du die Solaranlage für die Zahnarztpraxis

1 Schritt für Schritt
  1. Kennzahl bilden: Jahresverbrauch je Patientenkontakt mit 4 kWh vergleichen.
  2. Sprechzeiten aufschreiben: Wann wird behandelt, welche Nachmittage sind frei, wann ist Praxisurlaub?
  3. Zählerstand notieren: an einem normalen Tag vor Praxisbeginn, zur Mittagspause, bei Praxisschluss und am nächsten Morgen.
  4. Sparen: Druckluftnetz auf Leckagen prüfen, Sterilisator voll beladen, Standby abschalten.
  5. Größe wählen: mit dem eigenen Tagesverlauf rechnen, nicht mit dem Standardprofil G1.
  6. Speicher gegenrechnen: für freie Nachmittage und Abendsprechstunde, mit Systemwirkungsgrad und Preis aus dem Angebot.

Checkliste für Zahnarztpraxen

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele kWh Strom stehen auf den Rechnungen der letzten zwölf Monate?
  • Wie viele Patientenkontakte hatte die Praxis im Jahr?
  • Wie viele Behandlungsstühle arbeiten gleichzeitig, wie groß ist der Kompressor?
  • Gibt es ein eigenes Labor mit Keramikbrennofen?
  • Wann ist Sprechstunde, wann Praxisurlaub?
  • Gehört das Dach der Praxis, der Eigentümergemeinschaft oder einem Vermieter?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Eine veröffentlichte Lastgangmessung einer Zahnarztpraxis haben wir nicht gefunden. Die drei Praxisverläufe sind Annahmen, die den Einfluss von Sprechzeiten, Abendsprechstunde und Urlaub zeigen sollen, keine Messung. Das Standardprofil G1 beruht auf Messungen von 1999.

Die Aufteilung des Stroms und die Kennzahlen stammen aus Broschüren von 2013 ohne Angabe der Erhebungsgrundlage; die Zahnarzt-Broschüre enthält den Widerspruch 38 zu 45 % beim Kompressor und einen Rechenfehler im Beispiel. Eine Leistungsaufnahme der Dentalkompressoren in kW haben wir in der gelesenen Herstellerbroschüre nicht gefunden. Wie lange Zahnarztpraxen im Durchschnitt Urlaub machen, ist nicht belegt; die drei Wochen sind eine Annahme. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 13.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Zahnarztpraxis

Wie viel Strom braucht eine Zahnarztpraxis? +
Nach proKlima im Durchschnitt 4 kWh je Patientenkontakt oder 75 kWh je Quadratmeter Praxisfläche im Jahr. Das Rechenbeispiel der Broschüre liegt bei 10.150 kWh auf 130 Quadratmetern.
Wofür braucht die Zahnarztpraxis den meisten Strom? +
Für die Druckluft mit 38 %, danach folgen die Sterilisationsgeräte mit 29 % und die Laborgeräte mit 10 %.
Welches Lastprofil hat eine Zahnarztpraxis? +
Nach der BDEW-Zuordnung G1, wie Arzt- und Facharztpraxen. Apotheken haben G4, ein eigenes Dental-Labor wird in der Regel gemessen.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Zahnarztpraxis selbst? +
Bei 10.150 kWh und 5 kWp in unserem Modell 61,8 % mit Sprechzeiten und freien Nachmittagen, mit Standardprofil gerechnet 70,3 %. Bei 10 kWp sind es 45,4 %.
Schadet der Praxisurlaub im Sommer? +
Etwas. Drei Wochen Ende Juli bis Anfang August enthalten 8,9 % des Jahresertrags. Bei 5 kWp sinkt der Eigenverbrauch dadurch von 61,8 auf 58,2 %.
Lohnt sich ein Speicher in der Zahnarztpraxis? +
Er ist gut ausgelastet: Ein 5-kWh-Speicher an 10 kWp kommt auf 276 volle Zyklen im Jahr und hebt die Autarkie von 50,5 auf 64,1 %. Ob sich das rechnet, hängt vom Preis im Angebot ab.
Wie groß ist ein Dentalkompressor? +
proKlima nennt 3 bis 15 kW Leistung und 600 Betriebsstunden im Jahr. Dürr Dental legt sein kleinstes Modell mit 115 bis 130 Litern je Minute für maximal 2 Behandler aus.
Gilt der Steuer-Ratgeber für Arztpraxen auch für Zahnärzte? +
Ja. Zahnärztliche Heilbehandlungen sind wie ärztliche nach § 4 Nr. 14 UStG steuerfrei, die Fragen zu Abfärbung und PV-GbR sind dieselben.