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Wirtschaftlichkeit

Bäckerei mit PV-Anlage: Lastprofil G5, Eigenverbrauch der Backstube und Speicher

Die Backstube braucht Strom ab drei Uhr morgens, die Sonne liefert mittags. Das BDEW-Profil G5 gegen eine PVGIS-Stundenreihe gerechnet: Anlagengröße, Eigenverbrauch und Speicher je 100.000 kWh.

⏱️ 12 Lesezeit📅 September 2026
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Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
  1. 1.Das Lastprofil G5: Backstube ab drei Uhr, Samstag ab Mitternacht
  2. 2.Gilt G5 noch? Die neuen BDEW-Profile von 2025
  3. 3.Nachgerechnet: So viel Solarstrom bleibt in der Backstube
  4. 4.Wofür die Bäckerei ihren Strom braucht
  5. 5.Speicher: In der Backstube wird er jede Nacht leer
  6. 6.Drei Bäckereien, drei Größenordnungen
  7. 7.Stromsteuer und Anmeldung: was für den Betrieb gilt
  8. 8.Checkliste für Bäckereien vor dem Angebot
  9. 9.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  10. 10.Häufige Fragen zu PV in der Bäckerei

In einer Bäckerei mit eigener Backstube beginnt der Stromverbrauch, wenn es draußen noch dunkel ist. Knetmaschinen, Kälte, Gärsteuerung und Ofengebläse laufen ab drei Uhr morgens, am Samstag schon ab Mitternacht. Die Sonne liefert dagegen mittags. Wie gut passt das zusammen?

Dieser Ratgeber rechnet es nach, statt es zu schätzen: mit dem offiziellen Standardlastprofil G5 „Bäckerei mit Backstube“ des BDEW und einer PVGIS-Stundenreihe über ein ganzes Jahr. Dazu kommen Messwerte aus Energieleitfäden für das Bäckerhandwerk und drei Bäckereien, die ihre Anlagen offengelegt haben.

Kurz gesagt: Im Profil G5 fallen nur 37,0 Prozent des Stroms zwischen 9 und 17 Uhr an, bei einem normalen Tagbetrieb (Profil G1) sind es 68,8 Prozent. Je 100.000 kWh Jahresverbrauch bleiben von 20 kWp noch 91,2 Prozent im Betrieb, von 50 kWp nur 57,5 Prozent. Ein Speicher lohnt sich in der Backstube eher als im Büro: 30 kWh verschieben bei G5 rund 4.814 kWh im Jahr in die Nacht, bei G1 nur 2.471 kWh.
Balkendiagramm: Im Bäckereiprofil G5 fallen 37,0 Prozent des Stroms zwischen 9 und 17 Uhr an, im Profil G1 68,8 Prozent; vor 6 Uhr 24,4 gegen 4,8 Prozent.
Die Backstube verbraucht fast ein Viertel ihres Stroms vor sechs Uhr. · Foto: Eigene Grafik

Das Lastprofil G5: Backstube ab drei Uhr, Samstag ab Mitternacht

Netzbetreiber rechnen kleine Gewerbekunden ohne Viertelstundenmessung mit Standardlastprofilen ab. Nach der BDEW-Zuordnung M-24/2000 bekommt eine Bäckerei mit Herstellung das Profil G5, ein reines Bäckereiverkaufsgeschäft ohne Backstube dagegen G4 wie ein normaler Laden. Die Profildatei des BDEW enthält für jeden Profiltag 96 Viertelstundenwerte in Watt, normiert auf rund 1.000 kWh im Jahr.

Wir haben die Werte des Winter-Werktags zu Stundenmitteln zusammengefasst. Nachts um ein Uhr liegt die Last bei 45 W, um drei Uhr bei 90 W, zwischen fünf und sechs Uhr erreicht sie 240 W. Bis zehn Uhr bleibt sie um 230 W, fällt mittags auf 151 W und liegt am Nachmittag bei 104 bis 117 W. Am Samstag beginnt die Backstube früher: 101 W ab Mitternacht, 253 W um fünf Uhr, ab 14 Uhr unter 70 W. Sonntags bleibt es bei 36 bis 73 W.

Uhrzeit (Winter-Werktag)G5 je 1.000 kWhhochgerechnet auf 100.000 kWh
01 bis 02 Uhr45 W4,4 kW
03 bis 04 Uhr90 W8,8 kW
05 bis 06 Uhr240 W23,4 kW
12 bis 13 Uhr151 W14,7 kW
15 bis 16 Uhr108 W10,5 kW
21 bis 22 Uhr58 W5,7 kW

Über das ganze Jahr gerechnet ergibt das eine klare Verteilung. Wir haben die drei Gewerbeprofile auf das Kalenderjahr 2020 gelegt, mit den Jahreszeiten aus dem BDEW-Leitfaden M-05/2000: Winter vom 01.11. bis 20.03., Sommer vom 15.05. bis 14.09., dazwischen Übergangszeit.

Profil9 bis 17 Uhr0 bis 6 UhrSamstagSonntag
G5 Bäckerei mit Backstube37,0 %24,4 %15,4 %6,6 %
G1 Gewerbe werktags 8 bis 18 Uhr68,8 %4,8 %3,7 %2,9 %
G0 Gewerbe allgemein49,5 %12,9 %13,2 %7,9 %

Fast ein Viertel des Bäckereistroms fällt vor sechs Uhr an, also in Stunden, in denen keine Anlage etwas liefert. Das ist der Nachteil der Backstube gegenüber Büro oder Werkstatt. Dafür läuft sie auch samstags, wenn andere Betriebe stillstehen.

Gilt G5 noch? Die neuen BDEW-Profile von 2025

Der BDEW hat am 18.03.2025 erstmals seit über 20 Jahren aktualisierte Standardlastprofile veröffentlicht. Nach den Hinweisen des BDEW vom 17.03.2025 sind das H25, G25 und L25 als Ersatz für H0, G0 und L0 sowie P25 und S25 für Haushalte mit PV und Speicher. Ein neues Bäckereiprofil ist nicht darunter.

Jeder Netzbetreiber darf nach denselben Hinweisen weiterhin die Profile von 1999, die neuen von 2025, eigene Profile oder eine Mischung verwenden. Die Stadtwerke Steinfurt etwa führen G5 in ihrer Übersicht ab 01.01.2026 unverändert weiter. Die Werte in diesem Ratgeber stammen damit aus dem Profil, das für viele Bäckereien heute noch abgerechnet wird. Einen echten Lastgang ersetzen sie nicht.

Lastgang statt Profil: Lies den Stromvertrag und die letzte Netzrechnung: Steht dort „G5“, rechnet dein Netzbetreiber mit dem Bäckereiprofil. Hast du eine registrierende Leistungsmessung, fordere die Viertelstundenwerte eines Jahres an. Nach energie-experten.org bekommen Kunden über 100.000 kWh ihren Lastgang ohnehin vom Versorger.
Balkendiagramm: Eigenverbrauchsquote bei 100.000 kWh, G5 gegen G1: 10 kWp 99,7 zu 89,9 Prozent, 30 kWp 77,4 zu 78,8, 80 kWp 41,5 zu 54,0 Prozent.
Kleine Anlagen passen zur Bäckerei, große verlieren mehr ans Netz. · Foto: Eigene Grafik

Nachgerechnet: So viel Solarstrom bleibt in der Backstube

Für die Rechnung haben wir mit PVGIS 5.3 eine Stundenreihe für Berlin erzeugt: Südausrichtung, 30 Grad Neigung, 14 Prozent Systemverluste, Wetterjahr 2020. Das ergibt 1.089,9 kWh je kWp. Die Last ist G5 bzw. G1, skaliert auf 100.000 kWh im Jahr und Stunde für Stunde gegen den Ertrag gelegt.

AnlageErtrag im JahrG5: selbst genutztG5: AutarkieG1: selbst genutztG1: Autarkie
10 kWp10.899 kWh99,7 %10,9 %89,9 %9,8 %
20 kWp21.799 kWh91,2 %19,9 %82,5 %18,0 %
30 kWp32.698 kWh77,4 %25,3 %78,8 %25,8 %
50 kWp54.497 kWh57,5 %31,3 %68,7 %37,4 %
80 kWp87.195 kWh41,5 %36,2 %54,0 %47,1 %

Das Ergebnis überrascht auf den ersten Blick. Kleine Anlagen passen zur Bäckerei sogar besser als zum Bürobetrieb: Bei 10 kWp bleiben 99,7 Prozent im Haus, weil die Backstube auch samstags und sonntags eine Grundlast hat. Bei 30 kWp liegen beide Profile gleichauf. Erst darüber kippt es: Bei 50 kWp gehen der Bäckerei 42,5 Prozent des Stroms ins Netz, weil nachmittags nur noch Laden und Kühlung laufen.

Weil die Profile normiert sind, lässt sich die Tabelle linear übertragen. Eine Bäckerei mit 50.000 kWh erreicht mit 10 kWp dieselbe Quote wie die Musterbäckerei mit 20 kWp. Rechne nach diesem Verhältnis nach, bevor du ein Angebot über die volle Dachfläche annimmst: Je 100.000 kWh Jahresverbrauch bleibt bis rund 20 kWp fast alles im Betrieb.

Typischer Fehler: die Anlage nach der Dachfläche statt nach dem Lastgang auslegen. Auf einem großen Backstubendach passen schnell 80 kWp. Bei 100.000 kWh Verbrauch nutzt die Bäckerei davon nach unserer Rechnung nur 41,5 Prozent selbst, der Rest wird eingespeist. Ob sich das rechnet, hängt dann an der Einspeisevergütung, nicht am gesparten Strompreis.
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Wofür die Bäckerei ihren Strom braucht

Den größten Teil der Energie einer Bäckerei verbrauchen die Backöfen. Nach der Broschüre „Die energieeffiziente Bäckerei“ der Handwerkskammer Potsdam entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Energieeinsatzes auf die Öfen, das Einsparpotenzial liegt dort bei 15 bis 30 Prozent. Ihr Rechenbeispiel nennt 48.230 kWh Strom, 16.178 kWh Erdgas und 62.320 kWh Heizöl, zusammen 126.728 kWh bei 57.000 kg Mehl. Strom macht darin 38,1 Prozent aus, je kg Mehl sind es 2,22 kWh Energie.

Ob der Ofen mit Gas, Öl oder Strom beheizt wird, entscheidet über den Stromanteil. Ein älterer Fachartikel aus der Initiative „Energie effizient nutzen“ des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg (Stand 1999, Daten der DBU von 1998) nennt für eine kleinere Bäckerei mit Brennstofföfen 20 Prozent Strom am Endenergieeinsatz, aber 60 Prozent der Energiekosten. Aufgeteilt wurde der Strom so:

VerbrauchergruppeAnteil am Stromzeitlich verschiebbar?
Kältebedarf (Kühlräume, Gärunterbrecher)21,5 %begrenzt, über Vorkühlen
Hilfsenergie Öfen (Gebläse, Antriebe)14,0 %kaum, folgt dem Backplan
Drucklufterzeugung11,0 %kaum
Hilfsenergie Siloanlage9,0 %ja, Befüllen tagsüber
Knetmaschinen8,5 %kaum
Kistenwaschanlage6,5 %ja
Beleuchtung6,0 %nein
Büroelektronik4,5 %nein
Restposten19,0 %teilweise

Die Spalte zur Verschiebbarkeit ist unsere Einschätzung, nicht die der Quelle. Der Artikel selbst nennt Kistenwaschanlagen und Kälteanlagen als Verbraucher, die sich für Lastmanagement abschalten lassen. In der Praxis sind das genau die Geräte, die sich auch in die Mittagsstunden legen lassen: Kisten nach der Auslieferung spülen, Kühlräume tagsüber ein bis zwei Grad tiefer fahren. Die Zahlen sind über 25 Jahre alt, heute ist der Stromanteil durch Elektroöfen und Ladenbacköfen in vielen Betrieben höher.

Vorsicht bei der Umstellung auf Elektroöfen allein wegen der PV-Anlage. Der Ofen heizt vor allem morgens, wenn die Anlage wenig liefert. Ein Elektroofen erhöht damit vor allem den Netzbezug in der Morgenspitze. Prüfe zuerst mit dem Lastgang, wie viel Ofenleistung tatsächlich in die Sonnenstunden fällt.
Balkendiagramm: Ein Speicher mit 30 kWh gibt an einer 30-kWp-Anlage in der Bäckerei 4.814 kWh im Jahr ab, im Tagbetrieb 2.471 kWh.
Die Backstube entlädt den Speicher jede Nacht. · Foto: Eigene Grafik

Speicher: In der Backstube wird er jede Nacht leer

Ein Batteriespeicher lohnt sich nur, wenn er regelmäßig entladen wird. Genau hier hat die Bäckerei einen Vorteil: Der Speicher lädt mittags aus dem Überschuss und gibt den Strom in den frühen Morgenstunden an die Backstube ab. Wir haben das vereinfacht gerechnet, ohne Lade- und Entladeverluste und ohne Mindestladestand.

Anlage und Speicherselbst genutztAutarkieaus dem Speicher im JahrVollzyklen
G5, 30 kWp, ohne Speicher77,4 %25,3 %
G5, 30 kWp, 30 kWh92,1 %30,1 %4.814 kWh160
G5, 30 kWp, 60 kWh98,1 %32,1 %6.756 kWh113
G5, 50 kWp, ohne Speicher57,5 %31,3 %
G5, 50 kWp, 30 kWh71,2 %38,8 %7.474 kWh249
G5, 50 kWp, 60 kWh80,9 %44,1 %12.740 kWh212
G1, 30 kWp, 30 kWh86,4 %28,2 %2.471 kWh82
G1, 50 kWp, 30 kWh78,4 %42,7 %5.284 kWh176

Derselbe Speicher mit 30 kWh schafft bei einer 30-kWp-Anlage in der Bäckerei 160 Vollzyklen, im Tagbetrieb nur 82. Der Grund: Ein Büro braucht nach Feierabend kaum Strom, die Backstube leert den Speicher jede Nacht. Bei 50 kWp und 30 kWh kommt der Speicher auf 249 Zyklen, also an fast jedem Tag mit Überschuss auf eine volle Ladung. Der doppelte Speicher bringt dagegen deutlich weniger zusätzlich, weil im Winter der Überschuss fehlt.

Ein Speicher kann außerdem die Lastspitze senken. Die Bäckerei in Bad Endorf hat nach energie-experten.org zu ihrer 163,9-kW-Dachanlage einen Speicher mit 131 kWh und 88 kW Wechselrichterleistung gestellt und damit die benötigte Anschlussleistung um gut 70 kW gesenkt. Wie Leistungspreise berechnet werden, erklärt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung im Gewerbe.

Drei Bäckereien, drei Größenordnungen

Veröffentlichte Zahlen aus echten Betrieben sind selten und stammen fast immer von Anbietern. Wir nennen sie trotzdem, weil sie die Rechnung oben gut einordnen.

BetriebAnlageVerbrauchErgebnis laut Quelle
Bäckerei Gehr, Tübingen54,72 kWp, 171 Moduleca. 500.000 kWhrund 54.000 kWh, 100 % im Betrieb
Würzbauer, Spiegelau9,54 kWp, 13,8 kWh Speicher, BHKW37.000 kWh85 % Autarkie 2017, 5.500 kWh Netzbezug
Bäckerei in Bad Endorf163,9 kW, 131 kWh Speichernicht genanntAnschlussleistung um gut 70 kW gesenkt

Bei der Bäckerei Gehr deckt die Anlage nach Walter Solar vom 10.11.2020 rund 10,8 Prozent des Bedarfs, deshalb bleibt jede Kilowattstunde im Haus. Das entspricht unserer Rechnung: Je 100.000 kWh sind es knapp 11 kWp, und dort liegt die Quote bei G5 nahe 100 Prozent. Die genannten Erzeugungskosten von 7,69 Cent je kWh gegenüber rund 20 Cent Einkauf sind eine Anbieterangabe von 2020.

Die 85 Prozent Autarkie bei Würzbauer erreicht nach der Herstellerreferenz von E3/DC nicht die PV-Anlage allein, sondern die Kombination mit einem wärmegeführten Blockheizkraftwerk. Café und Pension sorgen zudem für Last bis in den Abend. Auf eine reine Backstube ist das nicht übertragbar.

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Stromsteuer und Anmeldung: was für den Betrieb gilt

Strom aus einer PV-Anlage bis 2 MW, den der Betreiber als Eigenerzeuger im räumlichen Zusammenhang selbst verbraucht, ist nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG von der Stromsteuer befreit. Für eine Bäckereianlage mit 20 bis 80 kWp ist die Grenze weit entfernt. Wann der Zoll trotzdem Meldungen verlangt, steht im Ratgeber zur Stromsteuer und Anmeldung beim Zoll.

Gehört das Gebäude nicht der Bäckerei, sondern einem Vermieter, kommt Pacht oder Contracting in Frage. Welche Vertragsformen es gibt und worauf Gewerbemieter achten sollten, erklärt der Ratgeber Contracting und Anlagenpacht im Gewerbe. Die Grundrechnung zu Einspeisung und Selbstverbrauch steht unter Eigenverbrauch oder Volleinspeisung.

Ost-West prüfen: Eine Ost-West-Belegung liefert schon am Vormittag mehr Strom, wenn die Backstube noch hohe Last hat. Vergleiche Süd und Ost-West mit deinem Lastgang, bevor die Belegung feststeht. Die Ertragsunterschiede erklärt der Ratgeber zur Ost-West-Ausrichtung.
1 So gehst du die Planung an
  1. Profil klären: In der Netzrechnung nachsehen, ob G5 abgerechnet wird oder ein gemessener Lastgang vorliegt.
  2. Jahresverbrauch ansetzen: Strom der letzten 12 Monate, getrennt von Filialen mit eigenem Zähler.
  3. Größe ableiten: Je 100.000 kWh bis rund 20 kWp ohne nennenswerte Einspeisung, darüber Einspeisung einplanen.
  4. Verschiebbare Verbraucher suchen: Kistenwaschanlage, Silo, Kühlung in die Mittagsstunden legen.
  5. Speicher rechnen lassen: Zyklen und entladene kWh im Angebot ausweisen lassen.

Checkliste für Bäckereien vor dem Angebot

Vor der Anfrage klären
  • Prüfe die letzte Netzrechnung auf das Lastprofil G5 oder eine Leistungsmessung.
  • Wie hoch war der Stromverbrauch der Backstube in den letzten 12 Monaten?
  • Werden die Öfen mit Strom, Gas oder Öl beheizt?
  • Welche Geräte lassen sich in die Zeit zwischen 10 und 15 Uhr legen?
  • Gehört das Dach der Bäckerei, und trägt es die Anlage?
  • Soll ein Speicher die Morgenspitze zwischen drei und sieben Uhr abdecken?
  • Fotografiere Zählerschrank und Dach, bevor der Planer vorbeikommt.
  • Gibt es Filialen mit eigenem Zähler, die nicht mitgerechnet werden dürfen?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Das Profil G5 stammt aus Messungen von 1999 und bildet eine durchschnittliche Bäckerei ab, keine bestimmte. Wer mit Ladenbacköfen, Tiefkühlteiglingen oder Elektroöfen arbeitet, hat einen anderen Tagesgang. Feiertage haben wir wie normale Wochentage gerechnet, der BDEW behandelt sie als Sonntag; das verschiebt die Quoten nur leicht. Die Speicherrechnung ist verlustfrei und damit etwas zu günstig.

Einen veröffentlichten, gemessenen Jahreslastgang einer deutschen Handwerksbäckerei haben wir nicht gefunden. Die drei Betriebsbeispiele stammen von Anbietern und Herstellern und wurden nicht unabhängig geprüft. Wirtschaftliche Aussagen zu Einspeisevergütung und Strompreis enthält dieser Ratgeber bewusst nicht, weil sie vom Vertrag des einzelnen Betriebs abhängen.

Häufige Fragen zu PV in der Bäckerei

Welches Lastprofil hat eine Bäckerei? +
Eine Bäckerei mit eigener Backstube wird nach BDEW dem Profil G5 zugeordnet, ein Verkaufsgeschäft ohne Herstellung dem Profil G4.
Passt eine PV-Anlage zu einer Bäckerei, die nachts backt? +
Ja, wenn sie nicht zu groß ist. Im Profil G5 fallen 37,0 Prozent des Stroms zwischen 9 und 17 Uhr an. Je 100.000 kWh bleiben von 20 kWp noch 91,2 Prozent im Betrieb.
Wie groß sollte die Anlage sein? +
Als Faustwert aus unserer Rechnung: bis rund 20 kWp je 100.000 kWh Jahresverbrauch ohne nennenswerte Einspeisung. Bei 50 kWp sinkt die Quote auf 57,5 Prozent.
Lohnt sich ein Speicher in der Backstube? +
Eher als im Büro. Ein Speicher mit 30 kWh gibt bei 30 kWp in der Bäckerei 4.814 kWh im Jahr ab, bei Tagbetrieb nur 2.471 kWh.
Gilt das Profil G5 nach den neuen BDEW-Profilen noch? +
Der BDEW hat 2025 kein neues Bäckereiprofil veröffentlicht. Netzbetreiber dürfen die Profile von 1999 weiter verwenden.
Wie viel Strom braucht eine Bäckerei? +
Das hängt von Größe und Ofenart ab. Ein Rechenbeispiel der Handwerkskammer Potsdam nennt 48.230 kWh Strom bei 57.000 kg Mehl, die Bäckerei Gehr rund 500.000 kWh.
Muss die Bäckerei Stromsteuer auf den Solarstrom zahlen? +
Selbst verbrauchter Strom aus Anlagen bis 2 MW ist nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG befreit.
Welche Geräte kann ich in die Mittagszeit legen? +
Vor allem Kistenwaschanlage, Siloförderung und Kühlung. Öfen, Knetmaschinen und Druckluft folgen dem Backplan.

Quelle: BDEW, Repräsentative VDEW-Lastprofile (Profile.zip), M-05/2000 und M-24/2000; BDEW, Hinweise zu den aktualisierten Standardlastprofilen Strom vom 17.03.2025; Handwerkskammer Potsdam, Die energieeffiziente Bäckerei; Energieeinsparung in Bäckereien (Initiative Energie effizient nutzen, Baden-Württemberg, 1999); Walter Solar vom 10.11.2020; E3/DC Referenz Würzbauer; energie-experten.org, Bad Endorf; § 9 StromStG (gesetze-im-internet.de); PVGIS 5.3, eigene Stundenreihe Berlin 2020. Stand: 13.09.2026, Abruf aller Quellen am 13.09.2026.