Schweinestall mit PV-Anlage: Lüftung, Ferkelheizung und Eigenverbrauch
Mastplatz, Zuchtsau, Ventilator: Stromkennzahlen von LfL, AEL und Landwirtschaftskammer, die DLG-Luftraten und ein Maststall mit 1.000 Plätzen gegen L2 und PVGIS gerechnet, mit zwei Gegenproben der LfL.
Inhaltsverzeichnis · 15 Abschnitte
- 1.Wie viel Strom ein Schweinebetrieb braucht
- 2.Warum 28 und 115 kWh je Mastplatz beide stimmen können
- 3.Wofür der Strom im Stall gebraucht wird
- 4.Die Lüftung: im Sommer zehnmal so viel Luft
- 5.Welches Lastprofil gilt: L2 für die Schweinehaltung
- 6.Nachgerechnet: Maststall mit 1.000 Plätzen
- 7.Verteilt sich der Verbrauch wie der Solarstrom?
- 8.Fütterung und Futteraufbereitung in die Mittagszeit
- 9.Gegenprobe 1: das LfL-Modell für 374 Sauen
- 10.Gegenprobe 2: Messung auf einem Betrieb mit 300 Sauen
- 11.Batteriespeicher im Schweinestall
- 12.So planst du die Solaranlage für den Schweinestall
- 13.Checkliste für Schweinehalter
- 14.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
- 15.Häufige Fragen zu PV im Schweinestall
Ein Schweinestall braucht Strom rund um die Uhr: für Ventilatoren, Fütterung, Wärmelampen im Abferkelstall, Licht und Entmistung. Der größte Verbraucher, die Lüftung, hängt am Wetter. An heißen Tagen muss ein Maststall ein Vielfaches der Winterluft durch die Abteile bewegen, und genau dann liefert die Solaranlage am meisten.
Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Stromkennzahlen aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, legt die Luftraten der DLG neben eine stündliche Temperatur- und Ertragsreihe und rechnet einen Maststall mit 1.000 Plätzen durch. Zwei veröffentlichte Rechnungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) dienen als Gegenprobe, und beide dämpfen die Erwartung.
Wie viel Strom ein Schweinebetrieb braucht
Das Statistische Bundesamt zählte laut Pressemitteilung Nr. 221 vom 26. Juni 2026 zum Stichtag 3. Mai 2026 in Deutschland 14.700 Betriebe mit Schweinehaltung und rund 21,0 Millionen Schweine, darunter 9,0 Millionen Mastschweine und 10,6 Millionen Ferkel und Jungschweine. Erfasst werden Betriebe ab 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen.
Für den Stromverbrauch gibt es mehrere Kennzahlen, die weit auseinanderliegen:
| Quelle | Mast, kWh je Platz und Jahr | Sauen, kWh je Zuchtsau und Jahr | Grundlage |
|---|---|---|---|
| LfL, Auswertung von Stromrechnungen | rund 115 (unter 200 Plätzen 235, über 1.000 Plätzen 63) | rund 500 (über 200 Sauen 284) | 952 Mast- und 1.051 Sauenbetriebe |
| LfL-Messnetz laut top agrar | knapp 28 ohne, 55 mit Abluftreinigung (Spanne 20 bis 60) | 170 (Spanne 70 bis 250) | Messungen in Pilotbetrieben |
| AEL-Broschüre Stromtipps | 40 | – | Richtwert |
| Landwirtschaftskammer NRW, 2011 | 15 bis 40 | Lüftung 50 bis 55, Licht 28 bis 33 je Platz | Vortrag Feller |
Die Zahlen der ersten Zeile stammen von der Projektseite der LfL zum Vorhaben „Energieeffizienz Gesamtbetrieb“ (Laufzeit 2010 bis 2020). Die zweite Zeile berichtet top agrar am 6. Juli 2022 aus einem Webinar von LfL und ALB Bayern mit Energieberater Josef Neiber.
Den Richtwert von 40 kWh nennt die Broschüre Stromtipps der Arbeitsgemeinschaft für Elektrizitätsanwendung in der Landwirtschaft, die Spanne von 15 bis 40 kWh je Mastschwein der Vortrag von Bernhard Feller (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Januar 2011). Er nennt außerdem 7 bis 11 kWh je Wurf für die Infrarotlampe und 1 bis 4 kWh je Ferkel in der Aufzucht.
Warum 28 und 115 kWh je Mastplatz beide stimmen können
Die hohen Werte beruhen auf den Stromrechnungen ganzer Betriebe. Nach dem Fachartikel von Neser, Neiber und Bonkoss (Heft 11-12/2012 der Zeitschrift „Schule und Beratung“) war das Abrechnungsjahr 2007. Solche Rechnungen enthalten nach der LfL teils auch den Haushalt und andere Betriebszweige, sie eignen sich deshalb nur bedingt als Kennzahl für den Stall. Die niedrigen Werte stammen aus Messungen am Betriebszweig selbst.
Dazu kommt die Betriebsgröße. In der Rechnungsauswertung braucht ein Mastbetrieb mit unter 200 Plätzen rund 235 kWh je Platz, einer mit über 1.000 Plätzen rund 63 kWh. Innerhalb der Größenklassen streuen die Werte stark: Bei Sauenbetrieben bis 50 Sauen lag das Minimum bei 176 und das Maximum bei 1.473 kWh je Zuchtsau. Als Mittelwert taugt keine der Zahlen; für die Planung zählt nur der eigene Zähler.
Wofür der Strom im Stall gebraucht wird
In der Mast entfallen nach der AEL-Broschüre 65 % des Stroms auf das Stallklima, 25 % auf die Fütterung, 4 % auf die Entmistung, 3 % auf die Beleuchtung und 3 % auf die Reinigung. Neiber nennt für die Lüftung rund 60 % in der Mast und etwa 45 % im Sauenbetrieb.
Für Ferkelerzeuger hat die LfL auf acht Betrieben ein Jahr lang gemessen. Die Lüftung kam auf 44 %, die Infrarotlampen auf 18 %, Sonstiges auf 9 %, Fütterung, Beleuchtung und Futteraufbereitung auf je 7 %, der Betriebsstrom der Heizung auf 5 % und die Reinigung auf 3 %. Die Wärmelampen im Abferkelbereich verbrauchten je nach Einschaltzeit zwischen 16 und 66 kWh je Zuchtsau im Jahr. Mit Abluftreinigung steigt der Verbrauch in der Mast laut Neiber etwa auf das Doppelte, durch die Umwälzpumpen der Wäscher und höhere Druckverluste der Lüftung.
Die Lüftung: im Sommer zehnmal so viel Luft
Im Winter soll die Lüftung vor allem Wasserdampf und Kohlendioxid abführen, im Sommer die Wärme der Tiere. Nach der DLG-Arbeitsunterlage „Lüftung von Schweineställen“ übersteigt der Luftvolumenstrom im Sommer den im Winter um den Faktor 10, in extremen Fällen um den Faktor 20. Die Planungswerte nach DIN 18910 aus der Unterlage:
| Tier | Winter, m³/h je Tier | Sommer, Außentemperatur ab 26 °C, m³/h je Tier |
|---|---|---|
| Mastschwein 30 kg | 6,3 | 62 |
| Mastschwein 60 kg | 9,4 | 94 |
| Mastschwein 100 kg | 12,6 | 126 |
| ferkelführende Sau 300 kg | 27 | 266 |
Die DLG rechnet ein Beispiel vor: Ein Abteil mit 300 Mastschweinen von 30 bis 100 kg braucht im Winter 1.890 m³/h und im Sommer 37.800 m³/h. Trotzdem laufen die Ventilatoren fast immer in Teillast, in der Ferkelerzeugung zu 80 % und in der Mast zu 90 % der Zeit im abgeregelten Bereich, so Neiber.
Deshalb entscheidet die Regelung über den Verbrauch. Feller rechnet mit zehn Ventilatoren und 10 kW Anschlussleistung bei 30 bis 50 % Drehzahl: Mit Phasenanschnitt nehmen sie 5,5 kW auf, mit Frequenzumformer 2,5 kW, mit EC-Technik 2,0 kW. In einem Mastabteil sank der Verbrauch eines Lüfters in 320 Tagen von 1.670 kWh mit Triac-Regelung auf 770 kWh mit EC-Motor.
Welches Lastprofil gilt: L2 für die Schweinehaltung
Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 vom 14. August 2000 führt „Schweinehaltung, -Mästerei, -Zucht“ unter L1 oder L2, mit dem Hinweis „L1 bei Milchvieh, L2 andere Tierhaltung“. Für einen Schweinebetrieb gilt also L2. Betriebe mit gemischtem Pflanzenbau und Tierhaltung stehen unter L0; das Milchviehprofil L1 mit seinen zwei Melkzeiten beschreibt der Ratgeber zum Milchviehbetrieb.
Wir haben L2 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet. Zwischen 10 und 17 Uhr fallen 32,8 % des Verbrauchs an; die Solaranlage erzeugt in diesen Stunden 78,8 % ihres Jahresertrags. Von November bis Februar legt L2 35,5 % des Jahresverbrauchs, obwohl dort nur 15,8 % des Solarertrags anfallen. Ein Standardprofil kennt keine Außentemperatur, sondern nur Winter, Sommer und Übergangszeit.
Nachgerechnet: Maststall mit 1.000 Plätzen
Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Dieselbe Reihe liefert die stündliche Lufttemperatur.
Unser Maststall hat 1.000 Plätze und 40.000 kWh im Jahr, also den AEL-Richtwert. Die Aufteilung folgt der AEL-Broschüre. Unsere Annahmen: Die Luftrate steigt linear von 10 % bei 5 °C Außentemperatur und darunter auf 100 % bei 26 °C und darüber, entsprechend dem Faktor 10 der DLG. Die Leistung der Ventilatoren folgt der Luftrate. Die Fütterung läuft zwischen 6 und 20 Uhr, das Licht zwischen 6 und 18 Uhr, die Reinigung zwischen 8 und 17 Uhr, die Entmistung gleichmäßig rund um die Uhr.
Im Juli liegt die Lüftung damit zwischen 12 und 16 Uhr im Mittel bei 85,3 % ihrer Höchstleistung, zwischen 2 und 6 Uhr bei 52,9 %, im Januar bei 13,3 %.
| Maststall, 40.000 kWh | 10 kWp | 20 kWp | 30 kWp | 50 kWp |
|---|---|---|---|---|
| Standardprofil L0 | 85,7 % | 58,4 % | 44,2 % | 29,9 % |
| Standardprofil L2 | 88,6 % | 60,2 % | 45,2 % | 30,6 % |
| Lüftung gleichmäßig, ohne Temperatur | 92,9 % | 63,7 % | 48,0 % | 32,5 % |
| Lüftung nach Außentemperatur | 94,4 % | 71,6 % | 54,9 % | 37,1 % |
| Lüftungsleistung mit dem Quadrat der Luftrate | 91,4 % | 73,3 % | 58,0 % | 39,8 % |
Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. Bis 10 kWp nimmt der Stall fast alles selbst ab. Bei 30 kWp liegt die temperaturgeführte Lüftung 9,7 Punkte über dem Standardprofil L2 und 6,9 Punkte über einer Lüftung ohne Temperaturbezug. Beginnt die Luftrate erst ab 10 °C zu steigen, sind es 56,3 %. Steigt die Ventilatorleistung stärker als die Luftrate, rechnen wir 58,0 %. Die Autarkie, also der Anteil des Stromverbrauchs aus der eigenen Anlage, liegt bei 30 kWp und temperaturgeführter Lüftung bei 46,4 %.

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Verteilt sich der Verbrauch wie der Solarstrom?
Die LfL schreibt zu einer Grafik mit gemessenem Jahreslastgang, der Stromverbrauch in Betrieben mit Schweinehaltung verteile sich auf die einzelnen Monate ähnlich wie die Solarstromerzeugung. Unser Modell stützt das nur zum Teil:
| Monat | Maststall, Lüftung nach Temperatur | Standardprofil L2 | PV-Ertrag |
|---|---|---|---|
| Januar | 4,9 % | 9,1 % | 3,5 % |
| Februar | 5,1 % | 8,5 % | 5,2 % |
| März | 5,6 % | 8,9 % | 9,7 % |
| April | 8,1 % | 8,1 % | 13,5 % |
| Mai | 9,1 % | 8,1 % | 12,8 % |
| Juni | 11,3 % | 7,5 % | 10,1 % |
| Juli | 13,0 % | 7,8 % | 12,6 % |
| August | 13,9 % | 7,8 % | 10,5 % |
| September | 10,8 % | 7,9 % | 9,9 % |
| Oktober | 7,8 % | 8,4 % | 5,1 % |
| November | 5,7 % | 8,8 % | 4,5 % |
| Dezember | 4,8 % | 9,1 % | 2,6 % |
Von Juni bis August fallen im Modell 38,2 % des Verbrauchs an und 33,2 % des Solarertrags; von November bis Februar 20,4 % gegen 15,8 %. Die Richtung stimmt also. Der Verbrauch hinkt der Sonne aber hinterher: Der Solarertrag erreicht im Wetterjahr 2020 schon im April 13,5 %, der Stall erst im August 13,9 %, weil die Luft dann am wärmsten ist. Das Standardprofil L2 läuft mit 35,5 % im Winter sogar gegen die Sonne.
Fütterung und Futteraufbereitung in die Mittagszeit
Als Hebel nennt Neiber, die Futteraufbereitung in Zeiten mit hoher Sonneneinstrahlung zu verlegen. Legen wir im Maststall die gesamte Fütterung, 25 % des Stroms, zwischen 10 und 15 Uhr, steigt der Tagesanteil des Verbrauchs von 41,0 auf 53,5 %. Der Eigenverbrauch bei 30 kWp steigt von 54,9 auf 60,9 %, bei 50 kWp von 37,1 auf 41,1 %.
Die Fütterungszeiten richten sich allerdings nach den Tieren, nicht nach der Anlage. Leichter verschieben lassen sich Mahl- und Mischanlage, Förderschnecken für das Befüllen der Vorratsbehälter und das Anmischen bei Flüssigfütterung. Im Sauenbetrieb unseres zweiten Modells bringt die Futteraufbereitung am Mittag 87,0 % Eigenverbrauch, in der Nacht 79,4 %.
Gegenprobe 1: das LfL-Modell für 374 Sauen
Laut top agrar hat die LfL einen Betrieb mit 374 Zuchtsauen, 1.300 Ferkelaufzuchtplätzen und 75.000 kWh Jahresverbrauch durchgerechnet. Mit einer südlich ausgerichteten Anlage von 30 kW und 30.000 kWh Jahresertrag verbraucht er rund 20.000 kWh selbst, rund 66 %. Mit Batteriespeicher werden es knapp 24.000 kWh oder 80 %. Mit 90 kW sinkt der Anteil auf 33 % ohne und 40 % mit Speicher, selbst genutzt werden dann fast 30.000 kWh.
Wir haben denselben Betrieb mit der Aufteilung aus den LfL-Messungen nachgebaut: Infrarotlampen und Sonstiges rund um die Uhr, Heizung nach Außentemperatur unter 15 °C, Lüftung wie im Maststall, der Rest tagsüber. Die Anlage haben wir auf 30.000 kWh Jahresertrag skaliert, das sind in Würzburg 26,6 kWp.
| 75.000 kWh, 30.000 kWh Solarertrag | selbst genutzt | in kWh |
|---|---|---|
| LfL-Modellrechnung laut top agrar | 66 % | rund 20.000 |
| Standardprofil L2 | 74,2 % | 22.260 |
| unser Modell, Lüftung ohne Temperatur | 77,5 % | 23.250 |
| unser Modell, Lüftung nach Temperatur | 83,9 % | 25.170 |
Alle unsere Varianten liegen über der LfL, selbst das Standardprofil L2. Bei 90.000 kWh Solarertrag rechnen wir 40,2 % mit temperaturgeführter und 34,7 % mit L2, die LfL 33 %. Woran das liegt, lässt sich nicht klären: top agrar nennt weder den Lastgang noch die Ertragsreihe noch die Speichergröße des LfL-Modells. 30 kW mit 30.000 kWh entsprechen 1.000 kWh je kW, weniger als unsere Reihe mit 1127,9 kWh. Nimm die LfL-Werte deshalb als vorsichtige Untergrenze.
Gegenprobe 2: Messung auf einem Betrieb mit 300 Sauen
Der Fachartikel von 2012 enthält eine echte Messung. Ein Ferkelerzeuger- und Mastbetrieb mit rund 300 Zuchtsauen nahm im Januar 2012 eine Anlage mit 70 kWp in Betrieb, Investition rund 120.000 Euro. Vom 30. Januar bis zum 8. Juni 2012 erzeugte sie 34.534 kWh, davon gingen 19.426 kWh ins Netz. Der Betrieb verbrauchte 32.532 kWh, gedeckt durch 15.108 kWh Solarstrom und 17.424 kWh aus dem Netz. Der Eigenverbrauchsanteil lag bei 43,7 %.
Unsere PVGIS-Reihe liefert für 70 kWp im selben Zeitraum 34.763 kWh, also fast dieselbe Menge. Mit Sauen- und Mastmodell zusammen und auf den gemessenen Verbrauch skaliert rechnen wir für diese Monate 48,1 % mit temperaturgeführter Lüftung, 43,1 % ohne Temperaturbezug und 41,3 % mit L2. Die Messung liegt damit zwischen L2 und der gleichmäßigen Lüftung. In der Praxis war der Temperatureffekt im Frühjahr kleiner als in unserem Modell. Den Sommer deckt die Messung nicht ab, und das Wetter von 2012 ist nicht das von 2020.
Batteriespeicher im Schweinestall
Weil Lüftung, Wärmelampen und Entmistung nachts weiterlaufen, findet ein Speicher im Schweinestall jede Nacht Abnehmer. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet, jeweils mit dem Maststall und 30 kWp.
| Maststall, 30 kWp | Speicher | selbst genutzt | Autarkie | volle Ladezyklen |
|---|---|---|---|---|
| Lüftung nach Temperatur | ohne | 54,9 % | 46,4 % | 0 |
| Lüftung nach Temperatur | 20 kWh | 70,6 % | 59,7 % | 266 |
| Standardprofil L2 | 20 kWh | 61,0 % | 51,6 % | 267 |
| Fütterung mittags | 20 kWh | 75,9 % | 64,2 % | 254 |
| Lüftung nach Temperatur | 40 kWh | 80,1 % | 67,7 % | 213 |
| Standardprofil L2 | 40 kWh | 73,2 % | 61,9 % | 236 |
Mit 20 kWh kommt der Speicher auf rund 266 volle Zyklen, gleich ob die Lüftung der Temperatur folgt oder dem Standardprofil. Erst mit 40 kWh trennen sich die Werte (213 gegen 236 Zyklen). Im Sauenbetrieb mit 90.000 kWh Solarertrag hebt ein 50-kWh-Speicher den Eigenverbrauch in unserem Modell von 40,2 auf 56,3 % bei 290 Zyklen. Wie du die Speichergröße aus dem eigenen Lastgang ableitest, zeigt der Ratgeber zur Speichergröße.
Ein Praxisbeispiel beschreibt agrarheute am 20. Mai 2024: Schweinehalter Christoph Fröhle betreibt PV-Anlagen auf sieben Dächern, vier davon für den Eigenverbrauch, unter anderem auf Maststall und Ferkelaufzucht. Sie decken 40 bis 50 % seines Strombedarfs. Mit den ersten beiden Speichern hofft er auf bis zu 80 %; gemessen war das zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht.

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So planst du die Solaranlage für den Schweinestall
- Lastgang anfordern: Viertelstundenwerte der letzten zwölf Monate beim Messstellenbetreiber, am besten mit einem heißen Sommer darin.
- Stall und Haushalt trennen: Unterzähler ablesen oder nachrüsten, damit die Kennzahl je Platz stimmt.
- Lüftung prüfen: Regelung, Verschmutzung und Schutzgitter ansehen, bevor die Anlagengröße festgelegt wird.
- Verschiebbare Lasten sammeln: Mahl- und Mischanlage, Förderschnecken, Reinigung.
- Größe wählen: mit dem eigenen Lastgang rechnen, nicht mit L2 und nicht mit Modellwerten.
- Dach und Steuer klären: Module für Stalldächer und die Umsatzsteuer des Landwirts gesondert prüfen.
Welche Module Ammoniak im Stall aushalten, beschreibt der Ratgeber zu Ammoniak und Salznebel. Ob der Solarstrom unter die Durchschnittssatzbesteuerung fällt, klärt der Ratgeber zur Umsatzsteuer für Landwirte; ob sich Eigenverbrauch oder Volleinspeisung mehr lohnt, der Vergleich Eigenverbrauch gegen Volleinspeisung. Hohe Leistungsspitzen beim gleichzeitigen Anlauf von Mühle, Fütterung und Güllepumpe behandelt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung.
Checkliste für Schweinehalter
- Wie viele kWh stehen auf den Stromrechnungen der letzten zwölf Monate, und wie viel davon ist Wohnhaus?
- Wie viele Mastplätze, Sauen und Aufzuchtplätze hat der Betrieb?
- Welche Ventilatoren sind verbaut: Phasenanschnitt, Frequenzumformer oder EC-Technik?
- Gibt es eine Abluftreinigung?
- Werden Ferkelnester elektrisch oder mit Warmwasser beheizt?
- Wann laufen Mahl- und Mischanlage, und lassen sich die Zeiten verschieben?
Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
Einen veröffentlichten Stunden-Lastgang eines deutschen Schweinestalls haben wir nicht gefunden. Unser Maststall ist ein Modell: Die Zeitfenster, der lineare Anstieg der Luftrate zwischen 5 und 26 °C und der Zusammenhang zwischen Luftrate und Ventilatorleistung sind gesetzt. Die Messung von 2012 deutet darauf hin, dass der Temperatureffekt kleiner ausfallen kann. Warum unser Sauenmodell über der LfL-Modellrechnung liegt, bleibt offen, weil deren Annahmen nicht veröffentlicht sind.
Die Kennzahlen stammen aus verschiedenen Jahren: Stromrechnungen von 2007, ein Vortrag von 2011, ein Webinar von 2021. Die DLG-Arbeitsunterlage gibt den Rechtsstand von Herbst 2003 wieder. Für die AEL-Broschüre haben wir kein Erscheinungsjahr gefunden. Eine in Suchvorschauen genannte Zahl zum Wärmebedarf der Ferkelnestheizung je Platz haben wir nicht in einer gelesenen Quelle gefunden und deshalb nicht übernommen. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 14.09.2026.