Solarliebhaber.de
Wirtschaftlichkeit

Heutrocknung mit PV-Anlage: Heubelüftung, Entfeuchter und Eigenverbrauch

Ventilator, Dachabsaugung, Entfeuchter: Strombedarf je Tonne Heu, Anschlussgrenzen und ein Heumilchbetrieb mit 20 ha Heuwiese gegen L1 und PVGIS gerechnet – tagsüber trocknen oder rund um die Uhr.

⏱️ 13 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 14. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
  1. 1.Wie viel Strom die Heutrocknung braucht
  2. 2.Ventilator und Hausanschluss: die Leistung ist das Nadelöhr
  3. 3.Dachabsaugung unter den Solarmodulen
  4. 4.Welches Lastprofil gilt: L1 kennt keine Heukampagne
  5. 5.Nachgerechnet: Heumilchbetrieb mit 20 ha Heuwiese
  6. 6.Was die Trocknung am Eigenverbrauch des Hofes ändert
  7. 7.Wie viel Leistung die Anlage an einem Erntetag bringt
  8. 8.Warum der Entfeuchter trotzdem seinen Platz hat
  9. 9.Was die Trocknung kostet und was die Anlage dabei spart
  10. 10.So planst du die Solaranlage für die Heubelüftung
  11. 11.Checkliste für Heumilchbetriebe
  12. 12.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  13. 13.Häufige Fragen zu PV und Heutrocknung

Belüftungsheu wird mit rund 60 % Trockenmasse eingefahren und unter Dach auf etwa 87 % nachgetrocknet. Die Ventilatoren dafür gehören zu den größten Stromverbrauchern eines Grünlandbetriebs, und sie laufen genau in den Wochen, in denen die Sonne am höchsten steht: nach dem ersten Schnitt im Mai und nach jedem weiteren bis in den September.

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen zum Strombedarf der Heubelüftung aus Bayern, Österreich und der Schweiz und rechnet einen Heumilchbetrieb mit 20 ha Heuwiese gegen eine stündliche PVGIS-Reihe durch. Das Ergebnis hängt fast vollständig am Trocknungsverfahren.

Kurz gesagt: Kaltbelüftung mit Dachwärme braucht nach österreichischen Richtwerten 65 kWh Strom je Tonne Heu, der Ventilator läuft tagsüber. In unserem Modell deckt eine 30-kWp-Anlage davon 52,0 %, obwohl zuerst der Stall versorgt wird. Ein Entfeuchter, der rund um die Uhr trocknet, bekommt aus derselben Anlage nur 10,3 % seines Stroms, weil 44,1 % davon zwischen 20 und 6 Uhr anfallen.

Wie viel Strom die Heutrocknung braucht

Frisches Gras enthält rund 80 % Wasser. Nach den Richtlinien für Heubelüftungsanlagen (Agroscope Transfer Nr. 38, November 2014, Autoren aus der Schweiz, Österreich und von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft) müssten bei Frischgras 3,35 kg Wasser je kg Heu abgeführt werden. Belüftungsheu, das am Boden auf 60 % Trockenmasse vorgetrocknet wurde, enthält nur noch rund 0,67 kg Wasser je kg Trockenmasse. Eine um rund 10 % höhere Feuchte verdoppelt die abzutrocknende Wassermenge.

Wie viel Strom das kostet, zeigt eine Tabelle von Gotthard Wirleitner in der Sonderbeilage des „Fortschrittlichen Landwirts“ von 2014, die heute bei der ARGE Heumilch zum Download liegt. Die Werte gelten für eine Tonne Heu, getrocknet von 63 auf 87 % Trockenmasse:

VerfahrenkWh je kg WasserkWh je Tonne Heu
Kaltbelüftung0,2590 (65 bis 115)
Kaltbelüftung mit Sonnenkollektor (Dachabsaugung)0,1865 (40 bis 90)
Kaltbelüftung mit Entfeuchter0,32110 (70 bis 130)
Sonnenkollektor mit Entfeuchter0,2485 (60 bis 120)
Kaltbelüftung mit Heizofen (50 %)0,92255 (200 bis 310)

Bei Schlechtwetter kann die Kaltbelüftung laut Beilage auf 0,7 kWh je kg Wasser steigen, mit Dachwärme sinkt der Mittelwert erheblich unter 0,2 kWh. Die Agroscope-Richtlinie nennt für eine dauernde Warmlufttrocknung 0,9 bis 1,6 kWh je kg Wasser; gemeint ist dort vor allem Wärme aus Warmluftöfen, Brennholz oder Abwärme, nicht Strom.

Balkendiagramm: Strombedarf je Tonne Heu, Kaltbelüftung mit Heizofen 255 kWh, mit Entfeuchter 110, Kaltbelüftung 90, Sonnenkollektor mit Entfeuchter 85, Kaltbelüftung mit Sonnenkollektor 65 kWh.
Die Dachwärme senkt den Strombedarf am stärksten. · Foto: Eigene Grafik

Ventilator und Hausanschluss: die Leistung ist das Nadelöhr

Die Agroscope-Richtlinie rechnet mit einer Motorleistung von 0,11 kW je m² Boxenfläche, also 11 kW je 100 m² belüfteter Fläche oder 0,75 kW je Hektar Schnittfläche. Nach der Richtwerttabelle der Beilage braucht ein Betrieb, der je Schnitt 20 ha auf drei Chargen mäht, eine Box mit 160 m² und einen Ventilator mit 17 kW; bei 38 ha sind es 300 m² und 32 kW.

Dazu kommt der Entfeuchter. Das KTBL im Schlussbericht „Verbesserung der Heubergetechnik“ (4. Oktober 2016) setzt für 20 ha auf zwei Chargen einen Lüfter mit 14 kW und einen Entfeuchter mit 28 kW an, im Verhältnis 1 zu 2, und stellt dafür ein Dieselaggregat mit 42 kW elektrischer Leistung in die Rechnung.

Ein bayerischer Praxisbetrieb aus der LfL-Information von März 2018 arbeitet mit einem Entfeuchter von 30 kW und einem Ventilator von 22 kW.

Wie viel ein Hausanschluss hergibt, zeigt die Agroscope-Richtlinie: bei 25 A 14,4 kW, bei 50 A 28,7 kW, bei 80 A 43,9 kW. Ein 17-kW-Ventilator mit doppelt so starkem Entfeuchter braucht 51 kW und liegt damit über einer 80-A-Absicherung. Eine Solaranlage ändert daran nichts: Sie liefert nachts und bei Regen keine Leistung, und genau dann muss der Entfeuchter laufen.

Typischer Fehler: den Anschluss mit Modulen verstärken wollen. Die Solaranlage senkt den Netzbezug am Tag, nicht die nötige Anschlussleistung. Prüfe beim Netzbetreiber, welche Leistung dein Anschluss sicher hergibt, bevor du einen Entfeuchter bestellst.

Dachabsaugung unter den Solarmodulen

Bei der Dachabsaugung saugt der Ventilator Luft unter der Dachhaut an, die sich dort erwärmt. Nach der Agroscope-Richtlinie erreichen dunkle Dächer aus Faserzement, Profilblech oder Photovoltaikmodulen einen Wirkungsgrad bis rund 50 %, Ziegeldächer bis 37 %. Je m² Dachfläche lässt sich mit 250 bis 300 W nutzbarer Wärmeleistung rechnen; die Kollektorfläche soll das Doppelte bis Dreifache der belüfteten Fläche betragen, ideal ist eine Dachneigung von 20 Grad.

Unter Photovoltaikmodulen ist die Wärmeleistung laut Richtlinie mit der herkömmlicher Abdeckungen vergleichbar. Die Module profitieren: Je 1 °C Kühlung steigt ihr elektrischer Wirkungsgrad um nahezu 0,5 %. Den Kühleffekt nennt auch der KTBL-Bericht als Vorteil. Während der Stillstandszeit der Trocknung soll für eine natürliche oder mechanische Luftströmung unter den Modulen gesorgt werden.

Wie viel Sonne schon beim frühen ersten Schnitt ankommt, rechnet die LfL-Information „Hofeigene Heubelüftungsanlagen“ von März 2016 für den Spitalhof bei Kempten vor: Am 8. Mai 2014 entsprach die Wärme einer 350 m² großen Dachfläche mit 20 Grad Neigung und 40 % Wirkungsgrad dem Heizwert von 87 Litern Heizöl. In den meisten besichtigten bayerischen Anlagen wird die Luft über eine Unterdachabsaugung angewärmt.

Modulfläche doppelt nutzen: Notiere die belüftete Boxenfläche und die geplante Modulfläche auf dem Hallendach. Prüfe, ob die Modulfläche mindestens doppelt so groß ist, und frage den Planer, wie der Sammelkanal unter den Modulen verläuft. Lass dir im Datenblatt den Temperaturkoeffizienten der Module zeigen.

Welches Lastprofil gilt: L1 kennt keine Heukampagne

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 führt die Milchviehhaltung unter L1. Das Profil bildet zwei Melkzeiten und die Milchkühlung ab, die der Ratgeber zum Milchviehbetrieb beschreibt. Eine Heutrocknung, die an wenigen Wochen im Jahr 17 kW und mehr zieht, kommt in keinem Standardprofil vor.

Für den Stall ohne Trocknung haben wir L1 aus der Profildatei des BDEW verwendet. Die Menge folgt der Auswertung der LfL: Spezialisierte Milchviehbetriebe verbrauchen je Kuh zwischen durchschnittlich 815 kWh im Jahr bei bis zu 20 Kühen und rund 454 kWh bei über 80 Kühen. Unser Betrieb hat 50 Kühe mit je 500 kWh, also 25.000 kWh.

Nachgerechnet: Heumilchbetrieb mit 20 ha Heuwiese

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit.

Unsere Annahmen: 20 ha Heuwiese mit 8 t Trockenmasse je Hektar und vier Schnitten im Verhältnis 30, 25, 25 und 20 %, so wie im KTBL-Bericht. Das ergibt 183,9 t Heu mit 87 % Trockenmasse. Der Ventilator hat 17 kW nach der Richtwerttabelle. Als Erntebeginn haben wir in jedem Schnittfenster den sonnigsten Sechs-Tage-Block des Wetterjahrs gewählt, weil Heu nur bei trockenem Wetter eingefahren wird: 28. Mai, 21. Juni, 5. August und 7. September.

Zwei Betriebsweisen: Bei der Kaltbelüftung, mit oder ohne Dachwärme, läuft der Ventilator nur zwischen 9 und 19 Uhr, bis die Strommenge des Schnitts verbraucht ist. Bei der Entfeuchtertrocknung laufen Ventilator und Entfeuchter mit zusammen 51 kW ab 18 Uhr des Erntetags rund um die Uhr. Die Strommenge je Tonne entnehmen wir der Tabelle oben.

Verfahren (20 ha)Strom im JahrBetriebsstundenAnteil nachts (20 bis 6 Uhr)aus 30 kWp gedecktaus 60 kWp gedeckt
Kaltbelüftung mit Dachwärme, 65 kWh/t11.954 kWh7040,0 %52,0 %71,7 %
Kaltbelüftung, 90 kWh/t16.552 kWh9230,0 %46,9 %69,9 %
Dachwärme mit Entfeuchter, 85 kWh/t15.632 kWh30844,1 %10,3 %23,1 %
Kaltbelüftung mit Entfeuchter, 110 kWh/t20.230 kWh39942,3 %10,2 %23,0 %

„Gedeckt“ heißt: Anteil des Trocknungsstroms, der aus der Anlage kommt, nachdem der Stall versorgt ist. Ohne Stall wären es bei der Kaltbelüftung mit Dachwärme 62,5 % aus 30 kWp, beim Entfeuchter 13,1 %. Die Kaltbelüftung verteilt ihren Strom auf viele Sonnenstunden, der Entfeuchter drückt fast die gleiche Menge in wenige Tage und Nächte.

Balkendiagramm: Trocknungsstrom aus der Solaranlage, Kaltbelüftung mit Dachwärme 71,7 Prozent bei 60 kWp und 52,0 bei 30 kWp, Dachwärme mit Entfeuchter 23,1 bei 60 kWp und 10,3 Prozent bei 30 kWp.
Tagsüber trocknen passt zur Sonne, Dauerbetrieb nicht. · Foto: Eigene Grafik
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

Was die Trocknung am Eigenverbrauch des Hofes ändert

Ohne Heutrocknung nutzt der Milchviehbetrieb mit 25.000 kWh von einer 30-kWp-Anlage 29,0 % selbst, von 60 kWp 16,6 %. Die Trocknung hebt diese Werte, weil sie im Sommer zusätzliche Last bringt:

Hof mit 25.000 kWh Stallselbst genutzt, 30 kWpAutarkie, 30 kWpselbst genutzt, 60 kWpAutarkie, 60 kWp
nur Stall (L1)29,0 %39,3 %16,6 %44,8 %
mit Kaltbelüftung und Dachwärme47,4 %43,4 %29,2 %53,5 %
mit Kaltbelüftung ohne Dachwärme52,0 %42,3 %33,7 %54,8 %
mit Dachwärme und Entfeuchter33,8 %28,1 %21,9 %36,5 %

Mit Kaltbelüftung und Dachwärme steigt der selbst genutzte Anteil bei 30 kWp von 29,0 auf 47,4 %. Die Kaltbelüftung ohne Dachwärme hebt ihn noch weiter, auf 52,0 %, weil sie mehr Strom braucht. Das ist kein Vorteil: Die Eigenverbrauchsquote steigt, die Stromrechnung auch. Mit Entfeuchter sind es 33,8 %. In den 75 Tagen, an denen die Kaltbelüftung mit Dachwärme im Modell läuft, erzeugt die Anlage 28,8 % ihres Jahresertrags.

Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 30 kWp, mit Kaltbelüftung und Dachwärme 47,4 Prozent, mit Dachwärme und Entfeuchter 33,8, nur Stall 29,0 Prozent.
Die Heukampagne hebt den Eigenverbrauch des Hofes. · Foto: Eigene Grafik

Wie viel Leistung die Anlage an einem Erntetag bringt

Am ersten Erntetag, dem 28. Mai, lieferte die PVGIS-Reihe zwischen 11 und 15 Uhr im Mittel 0,7 kW je kWp, am 21. Juni nur 0,5 kW. Damit ein 17-kW-Ventilator an einem sonnigen Maitag allein aus der Anlage läuft, braucht es rund 23,1 kWp, zusätzlich zum Verbrauch des Stalls. Ventilator und Entfeuchter mit 51 kW bräuchten rund 69,3 kWp.

Ein Speicher löst die Nacht nicht: Läuft die Entfeuchteranlage zehn Nachtstunden mit 51 kW, sind das 510 kWh in einer einzigen Nacht. Als Nachtquelle nennt die LfL-Information von 2018 deshalb Abwärme einer Biogasanlage, einen Hackschnitzelofen, gespeicherte Wärme der Unterdachabsaugung oder den strombetriebenen Entfeuchter, gegebenenfalls mit Wärmerückgewinnung.

Vorsicht bei Modellwerten zur Deckung: Unsere Rechnung setzt die Erntetage auf die sonnigsten Tage des Wetterjahrs. In einem verregneten Sommer trocknet die Anlage länger bei weniger Sonne, und der Anteil aus der Solaranlage sinkt. Rechne mit deinen eigenen Ernteterminen der letzten Jahre nach.

Warum der Entfeuchter trotzdem seinen Platz hat

Ziel ist nach der LfL-Information von 2018, das Heu mit etwa 60 % Trockenmasse einzufahren und in maximal 40 bis 60 Stunden auf etwa 87 % zu trocknen. Das gelingt auch mit feuchteren Chargen, wenn nachts eine Energiequelle zur Verfügung steht. Die Kaltbelüftung dagegen läuft bei Regen im Intervallbetrieb mit Pausen von typischerweise 2 bis 3 Stunden, und die Agroscope-Richtlinie empfiehlt, Anlagen so auszulegen, dass sie schon beim ersten Schnitt die ganze Stockfläche belüften können.

Wie schwierig die Bedingungen werden, zeigt ein Testlauf in der LfL-Versuchsanlage in Hübschenried, den die Information von 2018 beschreibt. Zwei Boxen mit je 30 m² trockneten beim vierten Schnitt 2017 Gras mit 63 % Trockenmasse in gut 40 Stunden, vom Abend des 18. Oktober bis zum Mittag des 20. Oktober, auf 86 %.

Weil dort keine Unterdachabsaugung möglich war, bei nachts unter 10 °C, 100 % Luftfeuchte und nur 10 Stunden Tageslicht, lag der Energieverbrauch über dem in der Praxis üblichen. Veröffentlichte Verbrauchswerte der Versuchsanlage haben wir weder dort noch auf der Projektseite der LfL gefunden, die zwei Boxen mit Luftentfeuchtung und mit Wärmerückgewinnung vergleicht (Laufzeit 2015 bis 2021).

In der Praxis entscheidet deshalb nicht die Solaranlage über das Verfahren, sondern das Wetter der Region und die verfügbare Wärme. Wer ohnehin einen Entfeuchter braucht, sollte ihn mit der Dachabsaugung kombinieren: Laut Tabelle sinkt der Bedarf dann von 110 auf 85 kWh je Tonne.

Was die Trocknung kostet und was die Anlage dabei spart

Im KTBL-Bericht liegen für 20 ha auf zwei Chargen die Energiekosten der Boxentrocknung, gerechnet für die erste Charge des ersten Schnitts, bei 13 Euro je Tonne Heu mit Unterdachabsaugung und Entfeuchter, 16 Euro mit Hackschnitzelofen und 13 Euro mit Biogaswärme. Die fixen Kosten liegen mit 71, 65 und 59 Euro je Tonne um ein Mehrfaches darüber. Der Bericht rechnet mit 0,24 Euro je kWh Strom.

Zum Vergleich: 65 kWh je Tonne kosten bei diesem Preis 15,6 Euro. Selbst wenn die Solaranlage den Trocknungsstrom zur Hälfte deckt, spart sie je Tonne also nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten. Der größere Hebel ist die Vortrocknung auf dem Feld, denn laut Beilage lassen sich die Trocknungskosten mit 10 bis 15 % weniger Heufeuchte ungefähr halbieren. Ob der eingespeiste Überschuss oder die Eigennutzung mehr bringt, klärt der Vergleich Eigenverbrauch gegen Volleinspeisung.

Trocknungsstrom je Tonne ausrechnen: Lies den Zählerstand des Ventilators vor dem Einfahren und nach dem Abschalten ab und teile die Differenz durch die eingefahrene Heumenge. Liegst du deutlich über 90 kWh je Tonne, lohnt der Blick auf Vortrocknung, Schichthöhe und Luftführung, bevor du die Solaranlage größer planst.
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

So planst du die Solaranlage für die Heubelüftung

1 Schritt für Schritt
  1. Trocknungsstrom messen: Den Ventilator über einen eigenen Zähler führen und je Schnitt ablesen.
  2. Verfahren festlegen: Kaltbelüftung mit Dachabsaugung, Entfeuchter oder Abwärme; das bestimmt, ob die Trocknung tagsüber läuft.
  3. Anschluss prüfen: Absicherung und mögliche Leistung beim Netzbetreiber erfragen.
  4. Dach doppelt planen: Module und Unterdachabsaugung gemeinsam auslegen, Kollektorfläche mindestens doppelt so groß wie die Box.
  5. Größe wählen: mit Stallverbrauch und Trocknungsstrom rechnen, nicht mit L1.
  6. Steuer klären: Umsatzsteuer und Durchschnittssatz vor dem Kauf prüfen.

Ob der Solarstrom unter die Durchschnittssatzbesteuerung fällt, klärt der Ratgeber zur Umsatzsteuer für Landwirte. Wer die Heumilch selbst verkäst, findet den Lastgang der Käserei im Ratgeber zur Hofkäserei. Wie die temperaturgeführte Stalllüftung zur Solaranlage passt, zeigt der Ratgeber zum Schweinestall; hohe Anlaufspitzen von Ventilator, Entfeuchter und Heukran behandelt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung.

Checkliste für Heumilchbetriebe

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele Hektar werden je Schnitt gemäht, und auf wie viele Chargen?
  • Wie groß ist die belüftete Boxenfläche, und welche Leistung hat der Ventilator?
  • Gibt es eine Dachabsaugung, oder soll sie mit den Modulen entstehen?
  • Ist ein Entfeuchter vorhanden oder geplant, mit welcher Leistung?
  • Wie hoch ist der Hausanschluss abgesichert?
  • Gibt es Abwärme aus Biogas oder einen Hackschnitzelofen für die Nacht?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Einen veröffentlichten Stunden-Lastgang einer Heubelüftung haben wir nicht gefunden, auch keine Verbrauchsergebnisse der LfL-Versuchsanlage. Unser Modell ist eine Rechnung mit gesetzten Annahmen: die Erntetermine, die Betriebszeiten von 9 bis 19 Uhr bei der Kaltbelüftung, der Dauerbetrieb des Entfeuchters, 50 Kühe mit je 500 kWh. In der Praxis läuft die Kaltbelüftung nach dem Einfahren auch nachts und bei Regen im Intervall, und die Trocknung eines Schnitts dauert je nach Wetter unterschiedlich lang.

Die Richtwerte je Tonne stammen von 2014 und beziehen sich auf österreichische Berechnungen; die Kostenwerte des KTBL beruhen auf Preisen von 2016. Ein Wetterjahr in Würzburg ist nicht das Wetter im Allgäu oder im Salzburger Land. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 14.09.2026.

Häufige Fragen zu PV und Heutrocknung

Wie viel Strom braucht die Heutrocknung je Tonne Heu? +
Nach österreichischen Richtwerten von 2014 rund 90 kWh bei Kaltbelüftung, 65 kWh mit Dachabsaugung, 85 bis 110 kWh mit Entfeuchter, jeweils für die Trocknung von 63 auf 87 % Trockenmasse.
Wie groß muss der Ventilator sein? +
Als Richtwert 11 kW je 100 m² belüfteter Fläche oder 0,75 kW je Hektar Schnittfläche; für 20 ha je Schnitt nennt die Richtwerttabelle 17 kW.
Wie viel Trocknungsstrom deckt eine 30-kWp-Anlage? +
In unserem Modell bei Kaltbelüftung mit Dachwärme 52,0 %, beim Entfeuchter mit Dauerbetrieb 10,3 %, jeweils nachdem der Stall versorgt ist.
Kann man unter Solarmodulen Warmluft absaugen? +
Ja. Die Wärmeleistung unter Modulen ist laut Agroscope mit herkömmlichen Dächern vergleichbar, und je 1 °C Kühlung steigt der elektrische Wirkungsgrad der Module um nahezu 0,5 %.
Reicht mein Hausanschluss für einen Entfeuchter? +
Das hängt an der Absicherung: 50 A erlauben rund 28,7 kW, 80 A rund 43,9 kW. Ventilator und Entfeuchter im Verhältnis 1 zu 2 überschreiten das bei größeren Anlagen schnell.
Lohnt sich ein Batteriespeicher für die Heutrocknung? +
Kaum. Eine Entfeuchteranlage mit 51 kW braucht in zehn Nachtstunden 510 kWh, und die Trocknung läuft nur an wenigen Wochen im Jahr.
Welches Lastprofil hat ein Heumilchbetrieb? +
Nach der BDEW-Zuordnung L1 für Milchvieh. Die Heutrocknung ist darin nicht abgebildet; sie muss gesondert gerechnet werden.
Was senkt die Trocknungskosten am stärksten? +
Die Vortrocknung auf dem Feld. Laut der Sonderbeilage von 2014 halbieren 10 bis 15 % weniger Heufeuchte die Trocknungskosten ungefähr.