Teichpumpe mit Solarstrom: Warum im Dauerbetrieb die Nacht entscheidet
Eine Teichpumpe braucht wenig Leistung, aber rund um die Uhr. Unsere Rechnung mit einer PVGIS-Stundenreihe zeigt, wie viel davon ein Stecker-Solargerät oder eine Hausanlage deckt – und warum ein kleiner Speicher mehr bringt als mehr Module.
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
- 1.Die Teichpumpe mit Solarstrom in drei Sätzen
- 2.Wie viel Strom eine Teichpumpe braucht
- 3.So haben wir gerechnet: eine Dauerlast gegen die PVGIS-Stundenreihe
- 4.Ohne Speicher: die Nacht setzt die Grenze
- 5.Mit Speicher: was 1.000 und 2.000 Wh bringen
- 6.Solarpumpen-Sets ohne Batterie: 789 Stunden im Jahr
- 7.Lohnt sich das? Die Rechnung in Euro
- 8.Pool, Garten, Teich: drei Pumpen, drei Profile
- 9.Was wir nicht belegen konnten
- 10.Häufige Fragen zur Teichpumpe mit Solarstrom
Eine Teichpumpe verbraucht wenig — 25 bis 60 Watt bei den kleinen Filter- und Bachlaufpumpen. Das Problem ist die Uhrzeit: Sie läuft oft Tag und Nacht, von März bis in den Herbst. Wir haben mit einer PVGIS-Stundenreihe für Kassel ausgezählt, welchen Anteil einer solchen Dauerlast ein Stecker-Solargerät oder eine kleine Hausanlage tatsächlich deckt, was ein kleiner Speicher daran ändert und wie lange ein Solarpumpen-Set ohne Batterie am Tag wirklich läuft. Stand: 13.09.2026.
Die Teichpumpe mit Solarstrom in drei Sätzen
Eine Pumpe mit 60 W, die rund um die Uhr läuft, verbraucht im Jahr 525,6 kWh, bei 37,0 ct/kWh rund 194 Euro. Ein Stecker-Solargerät mit 0,8 kWp deckte davon in unserer Rechnung für Kassel 37,6 Prozent, eine Anlage mit 2 kWp nur wenig mehr, weil die Nacht die Grenze setzt. Erst ein Speicher verschiebt das Bild: Mit 1.000 Wh nutzbarer Kapazität stieg die Deckung derselben Pumpe am Stecker-Solargerät auf 76,7 Prozent.
Wie viel Strom eine Teichpumpe braucht
Pontec, eine Marke der OASE-Gruppe, nennt auf seinen Produktseiten diese technischen Daten für drei Filter- und Bachlaufpumpen:
| Pumpe (Pontec) | Leistungsaufnahme | Max. Fördermenge | Max. Wassersäule | Strom im Jahr bei Dauerbetrieb |
|---|---|---|---|---|
| PondoMax Eco 1500 | 25 W | 1.500 l/h | 1,90 m | 219,0 kWh |
| PondoMax Eco 2500 | 40 W | 2.500 l/h | 2,20 m | 350,4 kWh |
| PondoMax Eco 5000 | 60 W | 5.000 l/h | 2,60 m | 525,6 kWh |
Die Jahreswerte sind unsere Rechnung: Leistung mal 8.760 Stunden. Bei einem Strompreis von 37,0 ct/kWh — dem Durchschnitt für Haushalte 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse August 2026 — kostet der Dauerbetrieb im Jahr rund 81 Euro mit 25 W, 130 Euro mit 40 W, 194 Euro mit 60 W und 324 Euro mit 100 W.
Rechne nach, wie lange deine Pumpe wirklich läuft. Wer sie im Winter abschaltet oder nachts per Zeitschaltuhr vom Netz nimmt, halbiert den Verbrauch schnell. Die Leistungsaufnahme steht auf dem Typenschild oder im Datenblatt. Ob dein Filter eine Pause verträgt, sagt die Anleitung des Filterherstellers; eine allgemeine Mindestlaufzeit haben wir in den gelesenen Herstellerangaben nicht gefunden.
So haben wir gerechnet: eine Dauerlast gegen die PVGIS-Stundenreihe
Das Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) der EU-Kommission liefert für jeden Standort die Leistung einer PV-Anlage Stunde für Stunde. Wir haben das Jahr 2023 für Kassel abgerufen (Module 35 Grad nach Süden, 14 Prozent Systemverluste) und für jede Stunde verglichen: Liefert die Anlage mehr als die Pumpe braucht, ist die Stunde gedeckt; liefert sie weniger, zählt nur der Anteil.
Ein Nachteil der Rechnung: Sie nimmt an, dass im Haus sonst nichts Strom braucht. Kühlschrank, Router und Standby-Geräte laufen aber ebenfalls nachts und tagsüber — der Solarstrom, der für die Pumpe übrig bleibt, ist in der Praxis kleiner. Die Werte sind deshalb eine Obergrenze für den Eigenverbrauch der Pumpe.
Ohne Speicher: die Nacht setzt die Grenze
Die Tabelle zeigt, welchen Anteil ihres Jahresverbrauchs eine Pumpe im Dauerbetrieb aus der Anlage bekommt:
| Dauerlast | 0,8 kWp (Stecker-Solargerät) | 2 kWp |
|---|---|---|
| 30 W | 41,5 % | 44,5 % |
| 60 W | 37,6 % | 42,5 % |
| 100 W | 33,8 % | 40,0 % |
| 200 W | 27,7 % | 35,5 % |
Die zweieinhalbfache Modulleistung hebt die Deckung einer 100-W-Pumpe nur von 33,8 auf 40,0 Prozent. Tagsüber reicht schon das kleine Gerät fast immer; zusätzliche Module erzeugen vor allem Überschuss, der als Einspeisung ins Netz geht oder verpufft. Nachts deckt keine Anlage etwas. Selbst im Juni kam die 60-W-Pumpe am Stecker-Solargerät nur auf 53,4 Prozent, im Dezember auf 16,5 Prozent.
Mit Speicher: was 1.000 und 2.000 Wh bringen
Für die Speicherrechnung haben wir dieselbe Stundenreihe genommen und einen Batteriespeicher simuliert, der tagsüber den Überschuss mit 90 Prozent Wirkungsgrad aufnimmt und nachts an die Pumpe abgibt. Die 90 Prozent sind unsere Annahme.
| Monat | 60 W, 0,8 kWp, ohne Speicher | 60 W, 0,8 kWp, 1.000 Wh |
|---|---|---|
| Januar | 19,9 % | 36,8 % |
| Februar | 28,8 % | 66,3 % |
| März | 38,3 % | 83,3 % |
| April | 46,2 % | 93,1 % |
| Mai | 51,8 % | 100,0 % |
| Juni | 53,4 % | 99,4 % |
| Juli | 52,4 % | 99,7 % |
| August | 47,5 % | 98,8 % |
| September | 44,9 % | 97,9 % |
| Oktober | 30,3 % | 67,8 % |
| November | 20,8 % | 44,0 % |
| Dezember | 16,5 % | 32,7 % |
| Jahr | 37,6 % | 76,7 % |
Von April bis September läuft die 60-W-Pumpe mit 1.000 Wh Speicher fast vollständig vom eigenen Dach. Für eine 100-W-Pumpe am Stecker-Solargerät ergab die Rechnung 60,1 Prozent mit 1.000 Wh und 68,1 Prozent mit 2.000 Wh. Die zweite Kilowattstunde Speicher half im April deutlich (von 71,8 auf 84,6 Prozent), im Dezember gar nicht (von 20,2 auf 20,3 Prozent) — im Winter wird schon der kleine Speicher nicht voll. Mit 2 kWp und 2.000 Wh kam die 100-W-Pumpe auf 84,2 Prozent im Jahr.

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Solarpumpen-Sets ohne Batterie: 789 Stunden im Jahr
Im Handel gibt es Sets, bei denen das Modul die Pumpe direkt antreibt. Heissner verkauft etwa eine Solar-Bachlaufpumpe mit zwei 30-Watt-Solarmodulen, 30 W Stromverbrauch, 4.900 l/h Förderleistung und etwa 2,9 m Förderhöhe. Einen Akku erwähnt die Produktseite nicht.
Wir haben näherungsweise ausgezählt, wie oft zwei 30-Watt-Module in Kassel die vollen 30 W liefern: 2023 in 789 Stunden, das sind 9,0 Prozent aller Stunden des Jahres. Im Juni waren es 145 Stunden oder 4,8 Stunden am Tag, im Dezember 5 Stunden im ganzen Monat. In den übrigen Stunden läuft eine solche Pumpe mit weniger Leistung oder steht. Die PVGIS-Werte enthalten Verluste eines Netzsystems, die bei einem direkt gekoppelten Set anders ausfallen — die Zahl ist eine Größenordnung, keine Messung am Gerät.
Für ein Wasserspiel, das bei Sonne plätschern soll, ist das genau richtig. Für eine Filterpumpe, die das Wasser gleichmäßig umwälzen soll, ist ein Set ohne Speicher nach unserer Einschätzung ungeeignet.
Lohnt sich das? Die Rechnung in Euro
Bei 37,0 ct/kWh spart die 60-W-Pumpe am Stecker-Solargerät ohne Speicher rund 197,6 kWh oder 73 Euro im Jahr, mit 1.000 Wh Speicher rund 403,1 kWh oder 149 Euro. Das sind Obergrenzen, weil andere Verbraucher mitkonkurrieren.
An einer Hausanlage mit Einspeisevergütung ist der Vorteil kleiner: Jede Kilowattstunde, die die Pumpe selbst verbraucht, fehlt in der Einspeisung. Die Bundesnetzagentur nennt für Anlagen bis 10 kW mit Teileinspeisung und Inbetriebnahme ab 1. August 2026 einen Satz von 7,70 ct/kWh. Der Eigenverbrauch bringt dann je Kilowattstunde 37,0 minus 7,70, also 29,3 ct. Wie du Verbraucher gezielt in die Mittagsstunden legst, zeigt unser Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.
Pool, Garten, Teich: drei Pumpen, drei Profile
Die Teichpumpe ist der schwierigste der drei Gartenverbraucher, weil sie gleichmäßig über 24 Stunden läuft. Die Filterpumpe eines Pools lässt sich meist auf den Tag legen; die Rechnung dazu steht in Pool mit PV-Überschuss. Die Brunnenpumpe für die Gartenbewässerung braucht zwar viel mehr Leistung, aber nur wenige Stunden — siehe Gartenbewässerung mit Solarstrom. Ein Teich ganz ohne Netzanschluss ist eine Inselanlage; dazu unser Ratgeber zur PV-Inselanlage ohne Netzanschluss.
- Leistungsaufnahme auf dem Typenschild ablesen und die tatsächliche Laufzeit festhalten.
- Prüfen, ob eine kleinere Pumpe die nötige Wassersäule schafft.
- In der App deines Wechselrichters oder Stecker-Solargeräts ansehen, wie viel Überschuss tagsüber übrig bleibt.
- Nachtverbrauch ausrechnen: Leistung mal Nachtstunden ergibt die nötige Speicherkapazität.
- Beim Filterhersteller klären, ob Pausen erlaubt sind, bevor du nachts abschaltest.
- Wintermonate getrennt planen — dort deckt auch ein Speicher wenig.
- Leistungsaufnahme der Pumpe in W
- Laufzeit: rund um die Uhr, nur tagsüber oder saisonal
- Filter oder reines Wasserspiel
- Vorhandene Anlage in kWp und andere Verbraucher im Haus
- Nutzbare Speicherkapazität in Wh
- Strompreis und gegebenenfalls Einspeisevergütung
Was wir nicht belegen konnten
Eine allgemeine Herstellerangabe, wie viele Stunden am Tag ein Teichfilter mindestens umgewälzt werden muss, haben wir nicht gefunden. Die OASE-Produktseiten liefern ihre technischen Daten nur per Skript aus und waren für uns nicht direkt lesbar; wir haben deshalb die Seiten der Schwestermarke Pontec verwendet. Den Wirkungsgrad eines Speichers haben wir mit 90 Prozent angenommen, und die Leistung direkt gekoppelter Solarpumpen-Sets haben wir nicht gemessen.

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