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Wasserwerk mit PV-Anlage: Pumpen verschieben, Versorgungsbetrieb und Umsatzsteuer

Ein Wasserwerk braucht rund 0,5 kWh je Kubikmeter, vor allem für Pumpen, und kann Pumparbeit über den Hochbehälter in die Sonnenstunden legen. Eigene Modellrechnung, fünf Praxisanlagen und der steuerliche Gegenfall zur Kläranlage.

⏱️ 10 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 9 Abschnitte
  1. 1.Das Wasserwerk als Stromverbraucher: 0,5 kWh je Kubikmeter Trinkwasser
  2. 2.Hochbehälter statt Batterie: Pumpen in die Sonnenstunden legen
  3. 3.Fünf Anlagen im Vergleich: Wasserwerk, Brunnen und Pumpstation
  4. 4.Versorgungsbetrieb nach § 4 Abs. 3 KStG: der Gegenfall zur Kläranlage
  5. 5.Umsatzsteuer: Beim Trinkwasser ist die Kommune stets Unternehmer
  6. 6.Nullsteuersatz über 30 kW: für das Wasserwerk nicht vorgesehen
  7. 7.Checkliste für Stadtwerk und Wasserzweckverband
  8. 8.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  9. 9.Häufige Fragen zu PV am Wasserwerk

Ein Wasserwerk pumpt Tag und Nacht: Brunnenpumpen fördern Rohwasser, Netzpumpen drücken Trinkwasser in die Leitungen und in den Hochbehälter. Anders als die Kläranlage kann ein Wasserwerk einen Teil dieser Arbeit zeitlich verschieben, denn der Hochbehälter ist ein Speicher, nur eben für Wasser statt für Strom.

Dieser Ratgeber rechnet mit einer eigenen PVGIS-Stundenreihe nach, wie viel die Verschiebung der Pumpenlast in die Sonnenstunden bringt, und legt fünf dokumentierte Anlagen nebeneinander. Danach geht es um den steuerlichen Unterschied zur Kläranlage: Das Wasserwerk ist im Körperschaftsteuergesetz ausdrücklich ein Betrieb gewerblicher Art, und beim Wasser ist eine Kommune für die Umsatzsteuer stets Unternehmer.

Kurz gesagt: Die deutsche Wasserversorgung braucht im Mittel rund 0,5 kWh je Kubikmeter, etwa 80 Prozent davon für Pumpen. Bei einem Wasserwerk mit 500.000 kWh im Jahr deckt eine 200-kWp-Anlage mit konstanter Last nach unserer Rechnung 26,8 Prozent des Verbrauchs, mit in die Sonnenstunden verschobenen Pumpen 38,9 bis 42,1 Prozent. Steuerlich ist das Wasserwerk nach § 4 Abs. 3 KStG ein Versorgungsbetrieb und nach § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG stets Unternehmer, anders als die hoheitliche Kläranlage.

Das Wasserwerk als Stromverbraucher: 0,5 kWh je Kubikmeter Trinkwasser

Nach einem Projekteinblick von energieforschung.de zum Forschungsprojekt ENERWAG brauchte die deutsche Wasserversorgung 2020 rund 8,35 TWh. Je Kubikmeter sind das durchschnittlich rund 0,5 kWh, bei großen Höhenunterschieden über 1 kWh.

Wassergewinnung und -aufbereitung machen danach rund 15 Prozent des kommunalen Strombedarfs aus, etwa 80 Prozent davon entfallen auf Pumpen. Zum Vergleich: Kläranlagen kommen nach dem Umweltbundesamt auf durchschnittlich 20 Prozent, die Zahlen stehen im Ratgeber zur Kläranlage mit PV.

Nicht optimierte Pumpprozesse verlieren nach derselben Quelle bis zu 50 Prozent der Energie, Praxismessungen zeigten bis zu 30 Prozent Einsparung. Wer eine PV-Anlage plant, sollte deshalb erst die Pumpen prüfen: Jede eingesparte Kilowattstunde verschiebt die sinnvolle Anlagengröße nach unten.

Balkendiagramm: Bei 500.000 kWh Verbrauch deckt eine 200-kWp-Anlage mit konstanter Last 26,8 Prozent, mit verschobenen Pumpen 38,9 und 42,1 Prozent; bei 300 kWp 30,5 gegen bis zu 55,7 Prozent.
Pumpen in die Sonnenstunden verschoben: eigene Modellrechnung mit PVGIS-Stundenreihe. · Foto: Eigene Grafik

Hochbehälter statt Batterie: Pumpen in die Sonnenstunden legen

Die Stadtwerke Traunreut haben das vorgemacht. Nach ihrer Meldung vom 11.06.2024 versorgt eine 215-kWp-Anlage die Brunnengalerie Traunwalchen, und zwar ohne Batteriespeicher. Die Betriebsweise der Brunnenpumpen werde dafür von Nacht- auf Tagbetrieb umgestellt, geplant und simuliert seit 2022.

Wie viel das bringt, haben wir für ein Musterwasserwerk gerechnet: 1 Million Kubikmeter im Jahr mal 0,5 kWh ergeben 500.000 kWh, im Mittel 56,9 kW. Die Stundenreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Nordhessen, Südausrichtung, 30 Grad, Wetterjahr 2020, 1.052 kWh je kWp. Im Modell „verschoben“ bleibt die Tagesmenge gleich, die Pumpen dürfen aber mit dem 2- oder 3-Fachen der mittleren Leistung laufen, solange die Sonne scheint.

AnlageErtragkonstante Lastverschoben bis 2-fachverschoben bis 3-fach
50 kWp52.583 kWh10,5 % Deckung, 100 % Eigenverbrauch10,5 %10,5 %
100 kWp105.165 kWh19,5 % Deckung, 92,5 % Eigenverbrauch21,0 %21,0 %
200 kWp210.331 kWh26,8 % Deckung, 63,7 % Eigenverbrauch38,9 %, Eigenverbrauch 92,5 %42,1 %, Eigenverbrauch 100 %
300 kWp315.496 kWh30,5 % Deckung, 48,3 % Eigenverbrauch47,9 %, Eigenverbrauch 75,9 %55,7 %, Eigenverbrauch 88,3 %

Bis 100 kWp ändert die Verschiebung wenig, weil die Anlage die mittlere Last ohnehin kaum überschreitet. Bei 200 und 300 kWp wird sie zum eigentlichen Hebel: Mehr als die Hälfte des Verbrauchs aus Solarstrom ist bei einem Wasserwerk ohne Batterie rechnerisch erreichbar, bei einer Kläranlage mit fester Last nicht.

Typischer Fehler: den Hochbehälter wie eine Batterie voll ausnutzen. Unser Modell kennt keine Mindestfüllstände, keine Druckzonen und keine Mindestlaufzeiten der Pumpen. In der Praxis muss ein Behälter Reserven für Störungen und Spitzenverbrauch halten. Wie weit die Pumpen verschoben werden dürfen, entscheidet der Wassermeister, nicht das PV-Angebot.
Balkendiagramm: Warstein 874 kWh je kWp, PVGIS-Südrechnung 1.052 kWh je kWp, Speyer 1.136 kWh je kWp.
Spezifischer Ertrag aus den Meldungen berechnet, gegen die PVGIS-Rechnung. · Foto: Eigene Grafik

Fünf Anlagen im Vergleich: Wasserwerk, Brunnen und Pumpstation

AnlageLeistungJahresertragAngabe zur Nutzung
Wasserwerk Hohe Ward, Münsterzwei Dachanlagenfast 100.000 kWhdirekt vor Ort genutzt
Wasserwerk Am Hillenberg, Warstein240 Module je 405 Wbis zu 85.000 kWhweitgehend Eigenbedarf
Wasserwerk Süd, Speyer2,2 MWp Freiflächerund 2,5 Millionen kWhmehr als 50 % im Wasserwerk
Brunnengalerie, Traunreut215 kWpnicht angegebenPumpen auf Tagbetrieb
Abwasser-Pumpstation, Ibbenbüren246 Modulerund 98.500 kWhknapp die Hälfte direkt genutzt

Münster: Die Stadtwerke Münster meldeten am 26.10.2022 zwei Anlagen auf Nebengebäuden. Der Rundbau des Wasserwerks von 1906 steht unter Denkmalschutz und eignet sich schon wegen seiner Form nicht.

Warstein: 240 Module mit je 405 Watt ergeben 97,2 kWp. Nach stadt+werk vom 15.01.2025 sind sie so ausgerichtet, dass über den ganzen Tag Strom entsteht; die Investition lag bei etwa 180.000 Euro. Aus 85.000 kWh folgen 874 kWh je kWp, deutlich weniger als die 1.052 kWh unserer Südrechnung. Das passt zu einer Ausrichtung auf den Tagesverlauf: weniger Spitze, dafür mehr Strom am Morgen und am Abend, wenn die Pumpen auch laufen.

Speyer: Die Freiflächenanlage liegt nach stadt+werk vom 22.05.2026 in einer Wasserschutzzone. Vor dem Bau waren Artenschutzgutachten, archäologische Prüfungen und Behördenabstimmungen nötig. 2,5 Millionen kWh aus 2,2 MWp sind 1.136 kWh je kWp.

Ibbenbüren: Die Anlage an der Abwasser-Pumpstation Bockraden steht nach stadt+werk vom 01.06.2026 auf dem Gelände einer ehemaligen Kläranlage, 216 Module auf der Freifläche, 30 auf Dächern. Knapp die Hälfte des Stroms nutze die Pumpstation, der Rest gehe in die Direktvermarktung.

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Schema: Links die Kläranlage als Hoheitsbetrieb nach § 4 Abs. 5 KStG ohne Unternehmereigenschaft, rechts das Wasserwerk als Versorgungsbetrieb nach § 4 Abs. 3 KStG, stets Unternehmer nach § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG.
Kläranlage und Wasserwerk: zwei Steuerwelten in derselben Kommune. · Foto: Eigene Grafik

Versorgungsbetrieb nach § 4 Abs. 3 KStG: der Gegenfall zur Kläranlage

§ 4 Abs. 3 KStG zählt Betriebe, die der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Gas, Elektrizität oder Wärme dienen, ausdrücklich zu den Betrieben gewerblicher Art. Absatz 5 nimmt Hoheitsbetriebe aus und fügt hinzu, dass Zwangs- oder Monopolrechte dafür nicht ausreichen. Der Anschlusszwang ans Wassernetz macht das Wasserwerk also nicht hoheitlich.

Das hat Folgen für die Zusammenfassung mehrerer Betriebe. Nach Absatz 6 Satz 1 Nr. 3 können Betriebe im Sinne des Absatzes 3 ohne weitere Voraussetzung zusammengefasst werden, etwa Wasser- und Stromversorgung eines Stadtwerks. Satz 2 schließt die Zusammenfassung mit einem Hoheitsbetrieb aus, und genau das ist die Kläranlage.

Für das Freibad verlangt das BMF-Schreiben vom 10.10.2025 dagegen mehr.

Nach Randnummer 11 kommt für die Zusammenfassung über eine hybride PV-Anlage nur ein Energieversorgungsbetrieb in Betracht, dessen Umsatz regelmäßig mindestens 10 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Freibad und Querverbund. Ob eine PV-Anlage, deren Strom fast vollständig im Wasserwerk verbraucht wird, selbst ein Betrieb zur Elektrizitätsversorgung der Bevölkerung ist, beantwortet der Gesetzeswortlaut nicht; näher liegt, dass sie zu dem Betrieb gehört, dem sie dient.

Umsatzsteuer: Beim Trinkwasser ist die Kommune stets Unternehmer

Für die Kläranlage gilt § 2b Abs. 1 UStG, die Kommune ist dort kein Unternehmer. Beim Wasser greift § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG: Juristische Personen des öffentlichen Rechts gelten mit den Tätigkeiten aus Anhang I der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie stets als Unternehmer, sofern deren Umfang nicht unbedeutend ist.

Nummer 2 dieses Anhangs I nennt die Lieferung von Wasser, Gas, Elektrizität und thermischer Energie. Leitungswasser ist nach Anlage 2 Nr. 34 UStG ermäßigt besteuert; ausgenommen sind nur Wasser in Fertigpackungen, Heilwasser und Wasserdampf.

Für die PV-Anlage heißt das: Wird der Solarstrom im Wasserwerk verbraucht, dient er einer unternehmerischen Tätigkeit. Nach dem Gesetzeszusammenhang spricht das für den Vorsteuerabzug aus der Anlage, anders als bei der Kläranlage. Prüfe mit der Steuerberatung, ob das Finanzamt die Anlage dem Wasserbetrieb zuordnet, bevor der Auftrag vergeben wird.

Nullsteuersatz über 30 kW: für das Wasserwerk nicht vorgesehen

§ 12 Abs. 3 Nr. 1 UStG gewährt 0 Prozent für Anlagen auf oder nahe bei Wohnungen und Gebäuden für dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten; bis 30 kW (peak) gilt das als erfüllt. Welche Tätigkeiten gemeint sind, zählt Abschnitt 12.18 Abs. 3 Satz 5 UStAE auf: bestimmte steuerfreie Umsätze nach § 4 UStG, Umsätze nach § 12 Abs. 2 Nr. 8 UStG sowie hoheitliche und ideelle Tätigkeiten. Die Wasserlieferung steht nicht darin.

Über 30 kW fällt beim Wasserwerk deshalb in der Regel der volle Steuersatz an. Für einen Versorger mit Vorsteuerabzug ist das meist neutral. Der Nachteil liegt in der Liquidität: Die Umsatzsteuer muss erst gezahlt und dann über die Voranmeldung zurückgeholt werden.

Stromsteuer: Selbst verbrauchter Strom aus Anlagen bis 2 Megawatt aus Sonnenenergie ist nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG steuerfrei, wenn der Betreiber ihn als Eigenerzeuger im räumlichen Zusammenhang verbraucht. Für größere Anlagen wie in Speyer mit 2,2 MWp gilt Nr. 1: steuerfrei, wenn der Betreiber den Strom am Ort der Erzeugung selbst verbraucht. Die Anzeigepflichten erklärt der Ratgeber zur Stromsteuer beim Zoll.
Vorsicht bei Anlagen im Wasserschutzgebiet. Speyer zeigt, wie viel Vorarbeit eine Freifläche neben dem Wasserwerk kosten kann. Plane Gutachten und Abstimmungen mit den Behörden von Anfang an ein, bevor Dachflächen von Nebengebäuden verworfen werden.
1 So gehst du die Planung an
  1. Pumpen prüfen: Wirkungsgrade und Fahrweise vor der PV-Planung untersuchen.
  2. Verschiebbare Menge klären: mit dem Wassermeister festlegen, wie viel Pumparbeit in den Tag wandern darf.
  3. Anlage auslegen: Größe gegen den verschobenen Fahrplan rechnen, nicht gegen die mittlere Last.
  4. Ausrichtung wählen: Ost-West oder Tagesausrichtung prüfen, wenn Morgen- und Abendlast hoch sind.
  5. Steuer klären: Zuordnung zum Wasserbetrieb, Vorsteuer und Stromsteuer vor der Vergabe festhalten.
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Checkliste für Stadtwerk und Wasserzweckverband

Vor der Ausschreibung klären
  • Prüfe den spezifischen Verbrauch in kWh je Kubikmeter und vergleiche ihn mit rund 0,5 kWh.
  • Notiere, wie viele Stunden die Brunnen- und Netzpumpen heute nachts laufen.
  • Schau im Behälterfahrplan nach, welche Reserve jederzeit vorgehalten werden muss.
  • Welche Dachflächen von Nebengebäuden eignen sich, und steht ein Hauptgebäude unter Denkmalschutz?
  • Liegt eine mögliche Freifläche in einer Wasserschutzzone?
  • Ist die Wasserversorgung mit anderen Versorgungsbetrieben zusammengefasst?
  • Überschreitet die Anlage 30 kW (peak) oder 2 Megawatt?

Wie eine Kommune ausschreiben muss, steht im Ratgeber zum Vergaberecht. Die Direktvermarktung des Überschusses erklärt der Ratgeber zur Direktvermarktung, die Grundrechnung zu Eigenverbrauch oder Volleinspeisung.

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Unser Verschiebungsmodell ist eine Näherung. Es kennt weder Mindestfüllstände noch Druckzonen, Pumpenkennlinien oder Rohwasserqualität, die eine gleichmäßige Förderung verlangen kann. Einen veröffentlichten Pumpenfahrplan eines deutschen Wasserwerks vor und nach einer PV-Anlage haben wir nicht gefunden.

Die Münsteraner Meldung nennt keine Leistung in kWp, die Warsteiner keinen Verbrauch des Wasserwerks. Die DVGW-Regelwerke zur Behälterbemessung sind nicht frei zugänglich und wurden nicht gelesen. Ob eine eigene PV-Anlage des Wasserwerks als Elektrizitätsversorgungsbetrieb im Sinne des § 4 Abs. 3 KStG gilt, lässt auch das BMF-Schreiben vom 10.10.2025 offen.

Häufige Fragen zu PV am Wasserwerk

Wie viel Strom braucht ein Wasserwerk? +
Im deutschen Durchschnitt rund 0,5 kWh je Kubikmeter, bei großen Höhenunterschieden über 1 kWh. Etwa 80 Prozent entfallen auf Pumpen.
Braucht ein Wasserwerk einen Batteriespeicher? +
Oft nicht. Traunreut versorgt seine Brunnengalerie mit 215 kWp ohne Batterie und hat die Brunnenpumpen auf Tagbetrieb umgestellt.
Wie viel bringt die Verschiebung der Pumpen? +
In unserer Rechnung für 500.000 kWh und 200 kWp steigt die Deckung von 26,8 auf 38,9 bis 42,1 Prozent, bei 300 kWp von 30,5 auf bis zu 55,7 Prozent.
Ist das Wasserwerk ein Betrieb gewerblicher Art? +
Ja, § 4 Abs. 3 KStG nennt die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser ausdrücklich. Anschluss- und Monopolrechte machen es nach Absatz 5 nicht zum Hoheitsbetrieb.
Ist die Kommune beim Wasser für die Umsatzsteuer Unternehmer? +
Ja, nach § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG in Verbindung mit Anhang I der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie, sofern der Umfang nicht unbedeutend ist.
Gilt der Nullsteuersatz für PV auf dem Wasserwerk? +
Bis 30 kW (peak) gilt er als erfüllt. Darüber fehlt die Wasserlieferung in der Aufzählung des Abschnitts 12.18 UStAE.
Kann das Wasserwerk mit der Stromsparte zusammengefasst werden? +
Nach § 4 Abs. 6 Satz 1 Nr. 3 KStG können Versorgungsbetriebe im Sinne des Absatzes 3 zusammengefasst werden. Mit der hoheitlichen Kläranlage geht das nicht.
Welche Ausrichtung passt zu einem Wasserwerk? +
Laufen die Pumpen auch morgens und abends, kann eine Tagesausrichtung sinnvoll sein. Warstein kommt so auf 874 kWh je kWp statt 1.052 kWh bei Südausrichtung in unserer Rechnung.

Wer eine Anlage mit Lastspitzen und Speicher plant, findet die Grundlagen im Ratgeber zur Lastspitzenkappung.

Quelle: energieforschung.de, Projekteinblick ENERWAG (2023); § 4 KStG, § 2b und § 12 UStG, Anlage 2 UStG (gesetze-im-internet.de); Richtlinie 2006/112/EG, Anhang I (EUR-Lex); BMF-Schreiben vom 10.10.2025, IV C 2 - S 2706/00061/003/134; Stadtwerke Münster vom 26.10.2022; stadt+werk vom 15.01.2025, 22.05.2026 und 01.06.2026; Stadtwerke Traunreut vom 11.06.2024; PVGIS 5.3, eigene Stundenreihe und Modellrechnung. Abruf aller Quellen am 13.09.2026.