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Förderung & Recht

Solarförderung 2026: Diese Zuschüsse gibt es jetzt noch

Welche Förderung es 2026 für eine Solaranlage wirklich noch gibt — Bundesebene, Länder, Kommunen — und warum der 31.12.2026 finanziell schwerer wiegt als jeder Zuschuss.

⏱️ 8 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 11. September 2026
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Jan Kotzorek

Gründer & Chefredakteur, Solarliebhaber.de

1.092 erhobene Solar-Fachbetriebe · Recherche in Primärquellen wie Bundesnetzagentur und Fraunhofer ISE · Fördersätze zuletzt geprüft am 11. September 2026

Ich werde zu keiner Frage so oft angeschrieben wie zu dieser — und in fast jeder Mail steht dieselbe falsche Annahme: dass es reicht, den Vertrag noch 2026 zu unterschreiben. Das reicht nicht. Entscheidend ist, wann die Anlage läuft.

Wohnhaus mit vollflächiger Photovoltaikanlage auf dem Dach

Foto: Pixabay / RoyBuri

Inhaltsverzeichnis · 8 Abschnitte
  1. 1.Welche Bundesförderung gibt es 2026 für Solaranlagen?
  2. 2.Wie funktioniert der Nullsteuersatz von 0 Prozent?
  3. 3.Welche Landes- und Kommunalförderungen gibt es noch?
  4. 4.Warum der 31. Dezember 2026 wichtiger ist als jeder Zuschuss
  5. 5.In welcher Reihenfolge beantrage ich die Förderung?
  6. 6.Welche Fehler kosten die Förderung?
  7. 7.Häufige Fragen
  8. 8.Quellen und Stand

Die kurze Antwort: Einen Zuschuss vom Bund für eine normale Dachanlage gibt es 2026 nicht mehr. Was es gibt, ist ein Bündel aus Steuerbefreiung, Förderkredit, wenigen regionalen Programmen — und der Einspeisevergütung, die für Neuanlagen ab 2027 wegfallen soll. Diese Frist ist der mit Abstand größte Posten, und sie ist der einzige, der abläuft.

Das Wichtigste in Kürze: 0 % Umsatzsteuer sparen bei einer 15.000-Euro-Anlage rund 2.850 Euro, ganz ohne Antrag. Der KfW-Kredit 270 ist ein Kredit, kein Zuschuss. Echte Zuschüsse zahlen nur noch einzelne Länder und Kommunen — von dreizehn geprüften Länderprogrammen ist genau eines ein offener Direktzuschuss. Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, sichert 7,70 ct/kWh für 20 Jahre; ab 2027 sind 5,2 ct/kWh für 36 Monate vorgesehen.

Welche Bundesförderung gibt es 2026 für Solaranlagen?

Auf Bundesebene sind zwei Steuerregeln und ein Kredit übrig — Zuschüsse gibt es keine mehr.

BausteinArtVorteilAntrag
Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG)Steuerbefreiung0 % Umsatzsteuer auf Kauf und Montagenicht nötig
Einkommensteuerbefreiung (§ 3 Nr. 72 EStG)SteuerbefreiungEinnahmen steuerfrei bis 30 kWp je Einheitnicht nötig
KfW-Kredit 270Kredittagesaktueller Zins, bis 100 % der Kostenvor Vorhabenbeginn, über die Hausbank
KfW-HeizungsförderungZuschussbis zu 70 % — aber für die Wärmepumpe, nicht die PVüber das KfW-Portal

Die früheren Programme KfW 442 („Solarstrom für Elektroautos") und KfW 275 (Speicher) wurden eingestellt und nicht neu aufgelegt. Wer im Netz auf Übersichten stößt, die sie noch führen, liest einen veralteten Artikel.

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Wie funktioniert der Nullsteuersatz von 0 Prozent?

Das ist der einfachste Baustein und der einzige, bei dem Sie nichts tun müssen. Seit dem 1. Januar 2023 gilt für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Erfasst sind Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage, Netzanschluss und Batteriespeicher — auch dann, wenn der Speicher erst später nachgerüstet wird. Bei Anlagen bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen laut Bundesministerium der Finanzen regelmäßig als erfüllt. Eine Befristung ist nicht beschlossen. Wie Umsatz- und Einkommensteuer bei einer Anlage zusammenspielen, steht in Photovoltaik und Steuern.

Prüfen Sie, wie es im Angebot steht. In der Praxis tauchen Angebote auf, die 19 Prozent Umsatzsteuer ausweisen und den Betrag anschließend „als Rabatt" wieder abziehen. Das ist keine Ersparnis, sondern Rechenkosmetik. Auf einer korrekten Rechnung steht schlicht 0 Prozent. Vergleichen Sie deshalb ausschließlich Bruttobeträge.

Welche Landes- und Kommunalförderungen gibt es noch?

Hier stehen die meisten Übersichten im Netz falsch — sie führen Programme, die seit Jahren beendet sind. Der geprüfte Stand:

EbeneProgrammStatus (Stand: 10.09.2026)
BerlinSolarPLUSAktiv — 250 €/kWp, gedeckelt auf 4.750 €, Speicher ist Fördervoraussetzung
HessenWIBank-DarlehenKredit 10.000–50.000 € mit Zinszuschuss von 1,5 % p. a.
Baden-WürttembergL-BankNur Kredit. Batteriespeicher werden nach Auskunft des Ministeriums nicht gefördert
Nordrhein-Westfalenprogres.NRWPausiert seit dem 10.12.2025
Bayern10.000-Häuser-ProgrammBeendet am 24.04.2022
Kölnkommunales ProgrammAktiv seit 05.01.2026 — 300 €/kWp, 250 €/kWh Speicher
FreiburgKlimafreundlich WohnenMittel für 2026 ausgeschöpft, nächstes Fenster ab 01.01.2027
So finden Sie Ihr lokales Programm in fünf Minuten: Öffnen Sie die Förderdatenbank des Bundes, filtern Sie auf Ihr Bundesland, und rufen Sie parallel die Seiten Ihrer Stadtwerke und Ihres Landkreises auf. Notieren Sie zu jedem Treffer nur zwei Dinge: die Antragsfrist vor Auftragsvergabe und den Budgetstand. Eine nach Ländern sortierte Übersicht speziell für Speicher steht in Speicherförderung der Bundesländer.

Bei kommunalen Programmen entscheidet nicht die Förderhöhe, sondern das Budget. Erfahrungsgemäß sind die Töpfe wenige Wochen nach Jahresbeginn leer. Die verbindliche Auskunft gibt die Förderdatenbank des Bundes unter foerderdatenbank.de, ergänzt um die Seite Ihrer Stadt und Ihres Landkreises.

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Warum der 31. Dezember 2026 wichtiger ist als jeder Zuschuss

Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der die feste Einspeisevergütung für alle Anlagen streicht, die ab dem 1. Januar 2027 erstmals in Betrieb gehen.

Inbetriebnahme bis 31.12.2026Inbetriebnahme ab 01.01.2027
Satz je eingespeister kWh7,70 ct (Teileinspeisung bis 10 kWp)5,2 ct Übergangszahlung
Garantiedauer20 Jahre + Restjahr (§ 100 EEG)36 Monate, danach Börsenpreis
Einspeiseleistungunbegrenztauf 50 % der installierten Leistung gekappt
Maßgeblich ist die Inbetriebnahme, nicht der Auftrag. Es zählt allein die erstmalige Inbetriebsetzung nach § 3 Nr. 30 EEG. Das Datum von Angebot, Auftrag oder Rechnung spielt keine Rolle. Der Netzanschluss ist umgekehrt nicht erforderlich — läuft die Anlage bis Silvester und wird der Zähler erst im Januar getauscht, bleibt der Bestandsschutz (Clearingstelle EEG, Rechtsfragen 79 und 80). Von der Unterschrift bis zur betriebsbereiten Anlage vergehen typischerweise drei bis sieben Monate. Rechnen Sie das einmal rückwärts.

Der Entwurf ist noch kein geltendes Recht: Bundestag und Bundesrat beraten seit September 2026, zusätzlich muss die EU-Kommission das Modell beihilferechtlich genehmigen. Für Ihre Entscheidung ändert das wenig — wer 2026 in Betrieb geht, hat den Bestandsschutz in jedem Fall. Wer wartet, kann nur verlieren oder auf null herauskommen. Ausführlich gerechnet in Was ein Jahr Warten kostet, der Verfahrensstand in EEG-Reform 2027.

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In welcher Reihenfolge beantrage ich die Förderung?

Die Reihenfolge entscheidet: Bei praktisch allen Programmen muss der Antrag vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Ein nachträglicher Antrag wird abgelehnt, ohne Ermessensspielraum.

1

Fördercheck. Bund, Land und Kommune parallel prüfen. Notieren Sie zu jedem Programm die Frist und ob das Budget noch offen ist.

Angebote einholen, noch nicht beauftragen. Für den KfW-Antrag genügt ein belastbares Angebot. Vergleichen Sie mindestens drei, und zwar an Modulleistung, Wechselrichter und Speichergröße — nicht am Endpreis.

KfW-Antrag über die Hausbank. Vor Vertragsabschluss. Je nach Institut ein bis drei Wochen.

Landes- und Kommunalförderung beantragen. Ebenfalls vor der Auftragsvergabe.

Erst jetzt beauftragen — und sich den Fertigstellungstermin schriftlich in den Vertrag schreiben lassen, nicht als „voraussichtlich" in die Angebotsmail.

Inbetriebnahme dokumentieren und innerhalb eines Monats danach im Marktstammdatenregister melden.

Welche Fehler kosten die Förderung?

Ihre Checkliste für: Welche Fehler kosten die Förderung?

Ein Wort zum Zeitdruck, weil es dazugehört: Wer im Herbst unterschreibt, um eine Frist zu halten, vergleicht weniger gründlich und verhandelt schlechter. Eine überteuerte oder falsch dimensionierte Anlage kostet leicht mehr, als die Frist einbringt. Vorsicht bei jedem Betrieb, bei dem der Stichtag das einzige Verkaufsargument ist und niemand über Ausrichtung, Verschattung und Speichergröße reden will. Die Frist ist ein Grund, jetzt anzufangen — kein Grund, das erstbeste Angebot zu nehmen.
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Häufige Fragen

Gibt es 2026 noch einen Zuschuss vom Bund für eine Solaranlage? +
Nein. Für reine Photovoltaikanlagen existiert keine Investitionsförderung des Bundes mehr; KfW 442 und KfW 275 wurden eingestellt. Geblieben sind der Nullsteuersatz, die Einkommensteuerbefreiung, die Einspeisevergütung und der KfW-Kredit 270. Zuschüsse zahlen nur noch einzelne Länder und Kommunen.
Muss ich den Nullsteuersatz beantragen? +
Nein, er wirkt automatisch. Der Fachbetrieb weist auf der Rechnung 0 Prozent aus. Bei Anlagen bis 30 kWp auf oder nahe einem Wohngebäude gelten die Voraussetzungen laut Bundesministerium der Finanzen regelmäßig als erfüllt.
Zählt für die Einspeisevergütung das Datum von Auftrag oder Rechnung? +
Weder noch. Maßgeblich ist die Inbetriebnahme nach § 3 Nr. 30 EEG. Ein im Dezember unterschriebener Vertrag über eine im Februar montierte Anlage fällt vollständig unter das neue Recht.
Kann ich KfW-Kredit und Landesförderung kombinieren? +
In der Regel ja, solange kein Programm die Kumulierung ausschließt. Ein Kredit plus Zuschuss ist meist zulässig, zwei Zuschüsse für dieselben Kosten meist nicht. Prüfen Sie die Kumulierungsregeln, bevor Sie beide Anträge stellen.
Wird der Batteriespeicher gefördert? +
Nicht vom Bund. Er fällt aber unter den Nullsteuersatz — auch bei späterer Nachrüstung — und kann über den KfW-Kredit 270 mitfinanziert werden. Direkte Zuschüsse gibt es nur in wenigen Ländern und Kommunen, etwa in Berlin und Köln. Die vollständige Übersicht aller Bausteine steht in Photovoltaik-Förderung 2026.
Wie viel Zeit brauche ich bis zur Inbetriebnahme? +
Typischerweise drei bis sieben Monate. Angebot und Vertrag: ein bis drei Wochen. Planung, Material und Montagetermin: 13 bis 26 Wochen, in Stoßzeiten länger. Netzanmeldung: bis zu acht Wochen, parallel. Die Montage selbst dauert nur zwei bis fünf Werktage.

Quellen und Stand

Stand aller Angaben: 11. September 2026. Förderprogramme von Ländern und Kommunen ändern sich laufend und sind meist budgetiert — prüfen Sie vor der Auftragsvergabe die Programmseite selbst. Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

  1. Bundesministerium der Finanzen, FAQ zum Nullsteuersatz; § 12 Abs. 3 UStG
  2. § 3 Nr. 72 EStG — Steuerbefreiung für Photovoltaikanlagen
  3. § 3 Nr. 30 EEG und § 100 EEG — Inbetriebnahme und Bestandsschutz
  4. Clearingstelle EEG|KWKG, Rechtsfragen 79 und 80
  5. Bundesnetzagentur — Fördersätze für Solaranlagen
  6. Förderdatenbank des Bundes; IBB Business Team (SolarPLUS Berlin); Stadt Köln; Stadt Freiburg
  7. Energie-Atlas Bayern; Bezirksregierung Arnsberg (progres.NRW)
  8. KfW — Programm 270 und Heizungsförderung