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PV-Markt 2026 im Rückgang: Ist jetzt trotzdem der richtige Zeitpunkt für deine Anlage?

Der Photovoltaik-Markt kühlt 2026 spürbar ab, die Schlagzeilen sprechen vom Ende des Booms. Wir trennen Marktzahlen von persönlicher Wirtschaftlichkeit und geben dir für vier typische Situationen – vom Eigenheim mit hohem Tagesverbrauch bis zum geplanten Umzug – ein klares, ehrliches Ja oder Nein.

⏱️ 16 Lesezeit📅 Juli 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht am 21. Juli 2026 · zuletzt geprüft am 04. August 2026
Kleine Ortschaft mit mehreren Wohnhaeusern, einige davon mit Photovoltaikanlagen auf den Daechern

Foto: Rainer Halama · CC BY 2.5 · via Wikimedia Commons

PV-Markt 2026 im Rückgang: Ist jetzt trotzdem der richtige Zeitpunkt für deine Anlage?

Die Frage hat sich in den letzten zwei, drei Jahren gedreht. Sie lautet heute seltener "wie schnell bekomme ich einen Termin" und öfter: "Lohnt sich das überhaupt noch, oder ist der Zug abgefahren?" Dahinter steht meist die Meldung, dass der Photovoltaik-Markt 2026 schrumpft, dass die Einspeisevergütung bald ganz wegfallen soll, und der Schluss, dass Photovoltaik ihren Zenit überschritten hat.

Die Kernaussage gleich am Anfang, damit du nicht bis zum Ende lesen musst: Der Markt kühlt tatsächlich ab, das ist keine Erfindung von Panikmache-Portalen. Aber "der Markt schrumpft" und "Photovoltaik lohnt sich nicht mehr" sind zwei völlig unterschiedliche Aussagen, die in der öffentlichen Debatte gerade munter durcheinandergeworfen werden. Dieser Artikel trennt beides sauber: Was an den Rückgangszahlen 2026 wirklich dran ist, warum der Markt schrumpft, und – das ist der eigentliche Kern – ob sich Photovoltaik für DICH konkret noch lohnt, je nachdem in welcher Situation du steckst.

Die komplette Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Amortisationsbeispiel steht in unserem ausführlichen Wirtschaftlichkeits-Ratgeber. Hier geht es um etwas anderes: um die ehrliche, direkte Antwort auf die Zweifel, die gerade kursieren – und um klare Verdikte für die vier häufigsten Ausgangssituationen.

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Die Zahlen hinter dem Gerede vom "Ende des PV-Booms"

Fangen wir mit den Fakten an, bevor wir über Gefühle reden. Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland neue Photovoltaikanlagen mit rund 3,5 Gigawatt Leistung neu in Betrieb genommen – das ist ein Rückgang von etwa 6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Deutlicher fällt der Rückgang bei der reinen Anzahl der Anlagen aus: Rund 18 Prozent weniger neue Anlagen wurden registriert als im Vorjahresquartal, und knapp ein Drittel weniger als noch 2024. Im Februar 2026 fiel der monatliche Zubau auf rund 930 Megawatt – ebenfalls spürbar unter den Werten der Boomjahre.

Besonders auffällig: Der Rückgang trifft nicht alle Anlagengrößen gleich. Am stärksten eingebrochen sind gewerbliche Anlagen zwischen 100 und 750 kW Leistung, mit einem Minus von rund 48 Prozent, sowie Anlagen zwischen 30 und 100 kW mit einem Minus von etwa 39 Prozent. Große Solarparks über 750 kWp dagegen blieben nahezu auf Vorjahresniveau – dort ist von einer Krise wenig zu spüren. Das eigentliche Beben findet also im mittleren Segment statt: bei Gewerbebetrieben, Mehrfamilienhäusern und größeren Dachanlagen. Das klassische Einfamilienhaus-Dach ist zwar auch betroffen, aber deutlich weniger dramatisch als die Schlagzeilen suggerieren.

💡 Praxistipp: Wenn du in Nachrichten von "einbrechendem PV-Markt" liest, prüfe immer, welches Segment gemeint ist. Die dramatischen Rückgänge stammen fast immer aus dem gewerblichen Mittelfeld – nicht aus dem klassischen Eigenheim-Segment, in dem sich die Wirtschaftlichkeit anders darstellt.

Warum weniger Anlagen gebaut werden – und was das für dich bedeutet

Drei Gründe stecken hinter dem Rückgang, und keiner davon ist "Photovoltaik lohnt sich generell nicht mehr". Erstens sind die Netzstrompreise seit den Höchstständen der Energiekrise wieder gesunken, was den unmittelbaren Ersparnis-Hebel durch Eigenverbrauch etwas kleiner macht als 2022 oder 2023 – wirtschaftlich spürbar, aber kein Grund, eine Anlage grundsätzlich in Frage zu stellen. Zweitens sind viele Förderprogramme ausgelaufen oder wurden restriktiver, was vor allem größere gewerbliche Investitionen empfindlich trifft, da dort die Förderquote historisch einen größeren Anteil der Kalkulation ausmachte. Drittens – und das ist der eigentliche Unruheherd – sorgt die EEG-Reform 2027 für erhebliche Verunsicherung. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 29. Juli 2026 beschlossen: Die „fixe Einspeisevergütung für Neuanlagen“ wird darin „konsequent abgeschafft“. An ihre Stelle tritt eine befristete Übergangszahlung von 5,2 Cent pro Kilowattstunde für maximal 36 Monate (§ 48 Absatz 1 und § 53 Absatz 1 in Verbindung mit § 25 Absatz 2 EEG 2027 im Kabinettsentwurf vom 29. Juli 2026), danach die Pflicht zur Direktvermarktung.

Diese Unsicherheit ist real und nachvollziehbar. Wer nicht weiß, ob eine gesetzliche Rahmenbedingung in einem Jahr noch existiert, zögert eine Investition erst einmal hinaus – das ist menschlich nachvollziehbar. Nur: Eine drohende Streichung der Einspeisevergütung ist für die private Wirtschaftlichkeit einer gut geplanten Anlage inzwischen fast irrelevant, weil die Einspeisevergütung schon heute kaum noch der tragende Faktor ist. Für eine Inbetriebnahme zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 liegt sie bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde für überschüssigen Strom bis 10 kWp (zuvor, von Februar bis Juli 2026, waren es 7,78 Cent; Quelle: Bundesnetzagentur, Fördersätze für Solaranlagen, Stand: Abruf 04.08.2026) – während dir jede selbst verbrauchte Kilowattstunde rund 35 bis 40 Cent an Netzstrom erspart. Der Eigenverbrauch war schon vor der Reform-Debatte der eigentliche Werttreiber, nicht die Einspeisung.

⚠️ Achtung: Wer eine Anlage in erster Linie plant, um möglichst viel Strom einzuspeisen und zu verkaufen, rechnet nach dem Modell von 2012 – nicht nach dem von 2026. Wenn die Einspeisevergütung für deine Kalkulation eine tragende Rolle spielt, solltest du dein Konzept grundsätzlich überdenken, unabhängig von der EEG-Reform.

Solarpflicht: Der Markt schrumpft, der politische Druck steigt trotzdem

Ein Aspekt, der in der "Hype vorbei"-Debatte fast komplett untergeht: Während der freiwillige Zubau bei mittelgroßen Anlagen zurückgeht, wächst gleichzeitig der gesetzliche Zwang. Mittlerweile haben 11 von 16 Bundesländern eine Solarpflicht oder eine vergleichbare Regelung für Neubauten und größere Dachsanierungen eingeführt. Baden-Württemberg war 2022 Vorreiter und verlangt PV auf praktisch allen Neubauten und bei Dachsanierungen. Bayern hat seit Januar 2025 eine gesetzliche Soll-Vorschrift für Solaranlagen auf neuen Wohngebäuden. Zuletzt hat auch Schleswig-Holstein 2026 eine eigene Solarpflicht eingeführt. Länder wie Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verlangen je nach Regelung, dass 30 bis 60 Prozent der geeigneten Dachfläche mit Photovoltaik belegt werden.

Das bedeutet: Wenn du gerade neu baust oder ohnehin eine größere Dachsanierung planst, ist die Frage "lohnt sich das noch" in vielen Bundesländern inzwischen zweitrangig – die Anlage kommt so oder so aufs Dach, weil sie vorgeschrieben ist. Interessant wird die Wirtschaftlichkeitsfrage dann vor allem für die Auslegung: Baust du das gesetzliche Minimum, oder planst du gleich eine Anlage, die tatsächlich zu deinem Verbrauch passt und sich selbst trägt? Die Mehrkosten für eine sinnvoll dimensionierte Anlage statt des reinen Pflicht-Minimums fallen dabei geringer aus, als viele Bauherren erwarten, weil die Grenzkosten pro zusätzlichem kWp mit wachsender Anlagengröße sinken – die Preisstaffel in unserem PV-Kosten-Überblick zeigt genau diesen Effekt.

Kurz zur Einordnung: Die wirtschaftlichen Eckdaten 2026

Die komplette Amortisation mit Beispielrechnung steht ausführlich in unserem Wirtschaftlichkeits-Ratgeber, deshalb hier nur die Kurzfassung, die du für die folgenden Situationen brauchst. Eine typische 10-kWp-Anlage kostet 2026 inklusive Montage etwa 10.000 bis 15.000 Euro (rund 1.000 bis 1.500 Euro pro kWp) – deutlich weniger als noch 2022. Ohne Speicher erreichst du in einem normalen Einfamilienhaushalt eine Eigenverbrauchsquote von etwa 25 bis 30 Prozent, mit einem passend dimensionierten Speicher steigt sie auf bis zu 60 bis 70 Prozent. Als grobe Faustregel gilt: Ab einem Jahresstromverbrauch von rund 3.500 kWh aufwärts wird eine Anlage für die meisten Haushalte wirtschaftlich besonders attraktiv, weil genügend Eigenverbrauch möglich ist, um die Investition in überschaubarer Zeit zurückzuholen. Genau dieser Verbrauch – nicht die Dachfläche, nicht die Anlagengröße allein – ist der wichtigste Hebel für die Antwort auf die Ausgangsfrage.

Die Preise für Speicher sind in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gefallen, was Speicherlösungen wirtschaftlich attraktiver macht als noch vor drei, vier Jahren. Einen detaillierten Marktvergleich verschiedener Speichermodelle findest du in unserem Speicher-Vergleich. Mit diesen Eckdaten im Kopf kommen wir jetzt zu dem Teil, der dir wirklich weiterhilft: den konkreten Situationen.

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Situation 1: Eigenheim mit hohem Tagesverbrauch – das klare Ja

Du wohnst im eigenen Einfamilienhaus, arbeitest im Homeoffice oder bist tagsüber sonst regelmäßig zuhause, hast vielleicht eine Wärmepumpe, ein E-Auto oder planst beides in den nächsten Jahren. Das ist mit Abstand die Situation mit der klarsten Antwort. Der Grund ist simpel: Dein Verbrauch findet genau dann statt, wenn die Sonne scheint. Wärmepumpe und E-Auto-Ladung lassen sich zudem oft gezielt in die Sonnenstunden legen, was deine Eigenverbrauchsquote noch weiter nach oben treibt, auch ohne großen Speicher.

In dieser Konstellation sind Eigenverbrauchsquoten von 40 Prozent und mehr selbst ohne Speicher üblich – mit einem passend dimensionierten Speicher sind 65 bis 75 Prozent realistisch. Bei einem Jahresverbrauch von 4.500 kWh oder mehr, wie er mit Wärmepumpe und E-Auto schnell erreicht wird, rechnet sich eine Anlage typischerweise innerhalb von 8 bis 12 Jahren – bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren bleibt danach ein langer Zeitraum, in dem die Anlage praktisch reinen Ertrag liefert. Unser Verdikt: Ja, eindeutig, und je größer dein Tagesverbrauch, desto klarer.

Situation 2: Du bist tagsüber selten zuhause – ein bedingtes Ja

Diese Situation ist die häufigste, in der es wirklich etwas abzuwägen gibt. Du arbeitest außer Haus, bist unter der Woche kaum zwischen 9 und 17 Uhr zuhause, und dein Stromverbrauch konzentriert sich auf frühen Morgen und Abend. Ohne Speicher landet deine Eigenverbrauchsquote in diesem Profil oft bei nur 15 bis 20 Prozent – ein großer Teil deines erzeugten Stroms wird für die aktuell niedrige Einspeisevergütung ins Netz gespeist, statt dir Netzstrom zu ersparen.

💡 Praxistipp: Wenn dein Tagesverbrauch niedrig ist, ist ein Speicher in dieser Situation kein "nice to have", sondern der entscheidende Baustein. Er verschiebt den mittags erzeugten Überschuss in den Abend, wenn du tatsächlich zuhause bist und Strom brauchst.

Unser ehrliches Verdikt hier: Ja, aber nur mit einem realistisch dimensionierten Speicher. Ohne Speicher verlängert sich die Amortisation in dieser Konstellation häufig auf 13 bis 16 Jahre, was die Rechnung deutlich knapper macht, besonders wenn du zusätzlich einen Umzug in den nächsten Jahren in Betracht ziehst. Mit Speicher lässt sich die Eigenverbrauchsquote auf 45 bis 55 Prozent anheben, was die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessert, auch wenn der Speicher selbst die Amortisationszeit durch die Zusatzinvestition wieder etwas streckt. Unter dem Strich bleibt es meist ein Ja – aber ein Ja mit Hausaufgabe: Rechne den Speicher von Anfang an mit ein, statt ihn als spätere Option zu behandeln.

Situation 3: Du vermietest die Immobilie

Hier wird es komplizierter – und das gehört deutlich gesagt, weil viele Vermieter mit falschen Erwartungen in das Thema gehen. Wenn du eine Immobilie vermietest, kannst du den erzeugten Strom nicht einfach selbst verbrauchen – die Wirtschaftlichkeit hängt entweder davon ab, ob du den Strom über ein Mieterstrom-Modell an deine Mieter verkaufst, oder davon, wie viel du tatsächlich einspeisen und vergüten lassen kannst. Mieterstrom-Modelle sind rechtlich und organisatorisch aufwendiger als eine reine Eigenverbrauchs-Anlage, lohnen sich aber bei größeren Mehrfamilienhäusern mit mehreren Wohneinheiten durchaus, weil hier die reine Einspeisevergütung schnell zu wenig abwirft.

Bei einem einzelnen vermieteten Einfamilienhaus ohne Mieterstrom-Modell ist die Rechnung dagegen deutlich vorsichtiger zu führen: Du speist im Zweifel einen Großteil des Stroms zur aktuellen Einspeisevergütung von 7,70 Cent pro Kilowattstunde ein (Bundesnetzagentur; Inbetriebnahme 1.8.2026 bis 31.1.2027), statt vom hohen Eigenverbrauchswert zu profitieren. Unser Verdikt: Bedingtes Ja bei Mehrfamilienhäusern mit organisiertem Mieterstrom-Modell, eher Zurückhaltung bei einer einzelnen vermieteten Wohneinheit ohne ein solches Modell – dort lohnt sich eine genaue Einzelfallprüfung mehr als in jeder anderen hier genannten Situation.

Situation 4 – Warnung: Bevorstehender Umzug oder ungünstiges Dach

Jetzt zu den Fällen, in denen die ehrliche Antwort lautet: eher nicht – und genau das gehört zu einer ehrlichen Einordnung dazu. Wenn du innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre einen Umzug fest planst, ist eine PV-Anlage wirtschaftlich riskant. Die oben genannten Amortisationszeiten liegen fast immer bei acht Jahren oder mehr. Beim Verkauf einer Immobilie mit noch nicht amortisierter Anlage bekommst du die Investition selten vollständig über den Verkaufspreis zurück, weil Käufer eine PV-Anlage in der Regel nicht mit dem vollen Restwert einpreisen, den du in der Kalkulation ansetzt.

⚠️ Achtung: Auch ein stark verschattetes oder reines Nordost-/Nordwest-Dach ohne brauchbare Süd-, Ost- oder Westflächen ist ein Fall, von dem wir abraten – oder zu dem wir zumindest eine sehr genaue Ertragsprüfung empfehlen. Bei dauerhaft mehr als 20 bis 30 Prozent Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude sinkt der Jahresertrag oft so stark, dass sich die Investition erst nach 18 bis 20 Jahren oder gar nicht mehr rechnet – bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren bleibt dann kaum noch Ertragszeit übrig.

Unser Verdikt für beide Fälle: Nein, oder zumindest nicht ohne vorherige Einzelfallprüfung. Das ist keine Panikmache, sondern die Art von Einschätzung, die im Verkaufsgespräch selten von selbst kommt. Wenn eine dieser beiden Bedingungen auf dich zutrifft, sprich das offen mit deinem Solarteur an, bevor du ein Angebot unterschreibst – ein seriöser Betrieb wird dir das nicht verschweigen, sondern gemeinsam mit dir durchrechnen.

Vergleichstabelle: Welche Situation lohnt sich wie stark

Damit du die vier Situationen auf einen Blick vergleichen kannst, fasst die folgende Tabelle die Kernpunkte zusammen. Sie ersetzt keine individuelle Beratung, gibt dir aber eine erste Orientierung, wo du wahrscheinlich stehst.

SituationTypische EigenverbrauchsquoteTypische AmortisationUnser Verdikt
Eigenheim, hoher Tagesverbrauch (Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto)40–75 %8–12 JahreKlares Ja
Selten tagsüber zuhause, ohne Speicher15–20 %13–16 JahreJa, aber nur mit Speicher
Vermietung mit Mieterstrom-Modell (Mehrfamilienhaus)je nach Modell variabelstark projektabhängigBedingtes Ja, Einzelfall
Vermietung ohne Mieterstrom, reine Einspeisunggeringoft über 15 JahreZurückhaltung, prüfen lassen
Umzug in 3–5 Jahren geplantunabhängig vom VerbrauchRestwert beim Verkauf unsicherEher Nein
Stark verschattetes Nord-Dachgering, wenig Ertrag insgesamt18–20 Jahre oder mehrNein ohne Einzelprüfung

Der 5-Minuten-Realitätscheck für deine eigene Situation

Bevor du dich von der Marktstimmung verunsichern oder von übertriebenem Optimismus verleiten lässt, geh diesen kurzen Check bei dir selbst durch. Er dauert wirklich nur ein paar Minuten und ordnet dich grob einer der oben genannten Situationen zu.

1 Schritt 1: Wohnsituation klären

Bist du Eigentümer und bleibst du absehbar mindestens 8 bis 10 Jahre in der Immobilie? Wenn nein – Umzug in Sicht oder Vermietung ohne Mieterstrom – ist besondere Vorsicht angebracht.

2 Schritt 2: Tagesverbrauch grob einschätzen

Bist du unter der Woche tagsüber überwiegend zuhause oder hast du Wärmepumpe, E-Auto oder Homeoffice? Dann tendiert deine Situation stark in Richtung "klares Ja". Falls nicht, prüfe direkt mit, ob ein Speicher ins Budget passt.

3 Schritt 3: Dachlage realistisch bewerten

Süd-, Ost- oder Westausrichtung ohne dauerhafte Verschattung ist der Normalfall, der sich rechnet. Bei reinem Nord-Dach oder starker Verschattung durch Bäume solltest du vor jeder weiteren Planung einen Ertragsgutachten einholen.

4 Schritt 4: Bundesland und Solarpflicht prüfen

Lebst du in einem der 11 Bundesländer mit Solarpflicht und planst ohnehin einen Neubau oder eine größere Dachsanierung? Dann lohnt es sich, gleich eine bedarfsgerechte statt einer minimalen Anlage zu planen.

Wenn du nach diesem Check überwiegend in Richtung "Ja" tendierst, lohnt sich ein konkretes Angebot fast immer mehr, als noch länger abzuwarten – denn die Grundkonstanten Strompreis, Anlagenkosten und Eigenverbrauchslogik ändern sich nicht mehr fundamental, egal wie die EEG-Reform am Ende ausfällt.

Deine Checkliste für: Der 5-Minuten-Realitätscheck für deine eigene Situation

Fazit: Der Hype ist vorbei, die Wirtschaftlichkeit nicht

Die Ausgangsfrage in einem Satz: Der PV-Hype der frühen 2020er-Jahre, in dem fast jede Anlage unabhängig von Verbrauchsprofil und Dachlage als Selbstläufer galt, ist tatsächlich vorbei. Die Zubauzahlen 2026 belegen das eindeutig, besonders im gewerblichen Mittelfeld. Was aber nicht vorbei ist, ist die grundsätzliche Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik für Haushalte mit passendem Verbrauchsprofil und geeignetem Dach. Die Rechnung hat sich lediglich präzisiert: Wer heute noch pauschal "lohnt sich immer" oder "lohnt sich nicht mehr" sagt, macht es sich zu einfach. Die ehrliche Antwort ist immer situationsabhängig – und genau deshalb ist sie in diesem Artikel in vier konkrete Fälle aufgeteilt, statt in eine einzige pauschale Aussage.

Unser Rat: Lass dich weder von reißerischen "Hype vorbei"-Schlagzeilen noch von übertrieben optimistischen Verkaufsversprechen leiten. Geh den Realitätscheck oben ehrlich durch, hol dir mehrere unabhängige Angebote, und vergleiche sie anhand deines tatsächlichen Verbrauchsprofils. Wenn du wissen willst, wie seriöse Anbieter in deiner Region aufgestellt sind, findest du eine Übersicht geprüfter Betriebe in unserem Anbieter-Test sowie eine regionale Solarteur-Suche unter Solarteure in deiner Nähe. Für eine erste grobe Einschätzung deiner Anlagengröße und Kosten kannst du außerdem unseren PV-Rechner nutzen. Und wenn dich die Kostenseite im Detail interessiert, findest du in unserem Artikel zu aktuellen PV-Kosten eine ausführliche Aufschlüsselung.

Häufige Fragen

Ist der Photovoltaik-Boom in Deutschland 2026 wirklich vorbei? +
Der ungebremste Boom-Charakter ist vorbei: Im ersten Quartal 2026 sank der Zubau um rund 6 Prozent bei der installierten Leistung und um etwa 18 Prozent bei der Anzahl neuer Anlagen gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind gewerbliche Anlagen zwischen 30 und 750 kW. Große Solarparks über 750 kWp legten dagegen nahezu stabil zu. Für einzelne Einfamilienhäuser mit passendem Verbrauchsprofil bleibt die Wirtschaftlichkeit davon weitgehend unberührt.
Warum sinkt der PV-Zubau 2026, obwohl die Anlagenpreise gefallen sind? +
Drei Faktoren wirken zusammen: gesunkene Netzstrompreise verkleinern den Ersparnis-Hebel etwas gegenüber den Höchstständen der Energiekrise, ausgelaufene Förderprogramme treffen vor allem größere gewerbliche Investitionen, und die am 29. Juli 2026 vom Kabinett beschlossene EEG-Novelle sorgt für Verunsicherung, weil sie die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 abschafft und durch eine befristete Übergangszahlung von 5,2 Cent pro Kilowattstunde für maximal 36 Monate ersetzt.
Lohnt sich Photovoltaik trotz drohendem Wegfall der Einspeisevergütung noch? +
Ja, für die meisten Haushalte mit nennenswertem Eigenverbrauch. Die Einspeisevergütung liegt bei Inbetriebnahme zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 laut Bundesnetzagentur bei nur noch 7,70 Cent pro Kilowattstunde, während Eigenverbrauch ein Vielfaches davon an Netzstrom spart. Der Wegfall der festen Einspeisevergütung ab 2027 – ersetzt durch eine Übergangszahlung von 5,2 Cent für maximal 36 Monate – verändert die Wirtschaftlichkeit gut geplanter Eigenverbrauchs-Anlagen kaum, weil die Einspeisevergütung heute schon eine untergeordnete Rolle spielt.
Für wen lohnt sich Photovoltaik 2026 am wenigsten? +
Am wenigsten lohnt sich eine Anlage, wenn du innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre einen Umzug fest planst, oder wenn dein Dach stark verschattet ist beziehungsweise ausschließlich nach Nord- oder Nordost/-westen ausgerichtet ist. In beiden Fällen verlängert sich die Amortisationszeit so stark, dass ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Lebensdauer der Anlage für die reine Kostendeckung aufgebraucht wird.
Muss ich wegen der Solarpflicht auch dann eine PV-Anlage bauen, wenn sie sich für mich kaum lohnt? +
Wenn du in einem der 11 Bundesländer mit Solarpflicht neu baust oder eine größere Dachsanierung durchführst, greift die Pflicht in der Regel unabhängig von deiner persönlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung, mit Ausnahmen bei technischen oder wirtschaftlichen Härtefällen. In diesem Fall lohnt es sich, statt der gesetzlichen Mindestanlage gleich eine bedarfsgerecht dimensionierte Anlage zu planen, da die Mehrkosten pro zusätzlichem kWp meist gering sind.
Wie unterscheidet sich dieser Artikel vom ausführlichen Wirtschaftlichkeits-Ratgeber? +
Dieser Artikel beantwortet die grundsätzliche Zweifel-Frage "lohnt sich das überhaupt noch" anhand konkreter Lebenssituationen und aktueller Marktzahlen. Die vollständige Amortisationsrechnung mit detailliertem Rechenbeispiel, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Speicherkalkulation findest du in unserem Wirtschaftlichkeits-Ratgeber.

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