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Infrarotheizung mit Photovoltaik: Warum das Dach im Winter nur ein Viertel des Heizstroms liefert

Infrarotheizung und PV-Anlage klingen nach Heizen mit eigenem Strom. Unsere Rechnung mit PVGIS und zehn Jahren DWD-Gradtagen zeigt, warum das Dach im Winter höchstens ein Viertel liefert – und wann die Kombination trotzdem passt.

⏱️ 10 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 11 Abschnitte
  1. 1.Die Lage in drei Sätzen
  2. 2.Wie viel Heizstrom eine Infrarotheizung braucht
  3. 3.Wann das Haus heizt: zehn Jahre DWD-Gradtage
  4. 4.Wann das Dach liefert: PVGIS für Kassel
  5. 5.Die Monatsbilanz: höchstens 52,8 Prozent, im Winter 24,2 Prozent
  6. 6.Infrarotheizung oder Wärmepumpe: derselbe Strom, andere Wärme
  7. 7.§ 46 GModG: Wann die Infrarotheizung überhaupt eingebaut werden darf
  8. 8.§ 14a EnWG: kein reduziertes Netzentgelt für die Direktheizung
  9. 9.Wo die Infrarotheizung mit PV trotzdem Sinn ergibt
  10. 10.Was wir nicht belegen konnten
  11. 11.Häufige Fragen

Die Rechnung im Prospekt klingt verlockend: Infrarotheizung an die Wand, Photovoltaik aufs Dach, und die Heizung läuft mit eigenem Strom. Kein Heizungskeller, kein Schornsteinfeger, keine Wärmepumpe im Garten. Die Frage ist nur, ob das Dach den Strom dann liefert, wenn die Heizung ihn braucht. Wir haben das mit einer eigenen PVGIS-Rechnung und zehn Jahren Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes nachgerechnet — Monat für Monat. Stand: 13.09.2026.

Die Lage in drei Sätzen

Eine Infrarotheizung setzt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme um, und rund 44 Prozent dieser Wärme wird nach den DWD-Gradtagen in Nordhessen im Dezember, Januar und Februar gebraucht. In genau diesen drei Monaten liefert eine 10-kWp-Anlage in Kassel laut PVGIS nur 10,6 Prozent ihres Jahresertrags. Selbst wenn jede Kilowattstunde vom Dach in die Heizung ginge, blieben im Winter mindestens drei Viertel des Heizstroms Netzstrom zu 37,0 ct/kWh.

Kurz gesagt: Als Hauptheizung passt die Infrarotheizung schlecht zur Photovoltaik, weil beide gegeneinander laufen. Als Zusatzheizung für selten genutzte Räume kann sie sinnvoll sein. Vor dem Einbau in ein bestehendes Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen gilt § 46 GModG.
Säulendiagramm je Monat: Heizstrom einer Infrarotheizung ist im Januar mit 1.593 kWh am höchsten, der PV-Ertrag einer 10-kWp-Anlage mit 310 kWh fast am niedrigsten; im Juni ist es umgekehrt.
Heizbedarf nach DWD-Gradtagen und PV-Ertrag nach PVGIS laufen gegeneinander. · Foto: Eigene Grafik

Wie viel Heizstrom eine Infrarotheizung braucht

Der ADAC rechnet in seinem Ratgeber „Infrarotheizung an Wand oder Decke" mit einem Beispiel: 100 m² Wohnfläche, 70 W je Quadratmeter, 8 Stunden am Tag, 180 Heiztage. Das ergibt 8 h × 180 Tage × 7 kW = 10.080 kWh Strom im Jahr. Der ADAC setzt dafür einen Strompreis von 0,27 Euro an und kommt auf 2.721 Euro.

Der Preis ist überholt. Nach der BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 zahlen Haushalte 2026 bisher durchschnittlich 37,0 ct/kWh. Dieselben 10.080 kWh kosten damit rund 3.730 Euro im Jahr, wenn sie vollständig aus dem Netz kommen.

Einen günstigeren Heizstromtarif gibt es dafür selten. Die Verbraucherzentrale schreibt (Stand 23.07.2021), dass Infrarotheizungen meist mit teurem Haushaltsstrom laufen und kein Anspruch auf Heizstrom besteht. Nachtspeichertarife nützen wenig, weil der günstige Strom nachts fließt, geheizt aber tagsüber wird.

Typischer Fehler: die Anschlussleistung mit dem Verbrauch verwechseln. Eine Leistungstabelle wie die des ADAC (10 m² brauchen 500 bis 700 W) sagt nur, wie stark das Paneel sein muss. Was es kostet, entscheidet die Laufzeit — und die ist im Januar am längsten.

Wann das Haus heizt: zehn Jahre DWD-Gradtage

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht für seine Stationen monatliche Gradtagzahlen nach VDI 3807. Sie messen, wie weit die Außentemperatur unter der Raumtemperatur von 20 Grad liegt, und bilden damit den Heizbedarf eines Monats ab. Wir haben die 120 Monatsdateien von 2014 bis 2023 ausgewertet.

Für die Station Schauenburg-Elgershausen, rund 9 km westlich von Kassel, entfallen im Mittel 15,8 Prozent der jährlichen Gradtage auf den Januar, 13,8 Prozent auf den Februar und 14,6 Prozent auf den Dezember — zusammen 44,2 Prozent. Juni, Juli und August kommen zusammen auf 3,7 Prozent. Über alle 454 Stationen mit mindestens 108 Monatswerten liegt der Median für Dezember bis Februar bei 45,1 Prozent. Nordhessen ist also kein Sonderfall.

Wann das Dach liefert: PVGIS für Kassel

Das Photovoltaic Geographical Information System der EU-Kommission rechnet Erträge aus Satellitendaten. Unsere Abfrage in PVGIS 5.3 für eine 10-kWp-Anlage in Kassel, 35 Grad Neigung, Südausrichtung und 14 Prozent Systemverlust ergibt auf Basis der Strahlungsdaten SARAH3 von 2005 bis 2023 einen Jahresertrag von 10.132 kWh.

Davon fallen 310 kWh in den Januar, 514 kWh in den Februar und 255 kWh in den Dezember. Zusammen sind das 1.079 kWh oder 10,6 Prozent. Im Juni liefert dieselbe Anlage 1.263 kWh, fünfmal so viel wie im Dezember. Der Ratgeber PV im Winter kommt mit einer eigenen Rechnung auf 11,1 Prozent und nennt als Spanne 7 bis 11 Prozent — der Befund ist robust.

MonatAnteil GradtageHeizstrom (Beispiel)PV-Ertrag 10 kWpdavon höchstens nutzbar
Januar15,8 %1.593 kWh310 kWh310 kWh
Februar13,8 %1.391 kWh514 kWh514 kWh
März12,7 %1.280 kWh917 kWh917 kWh
April9,3 %937 kWh1.190 kWh937 kWh
Mai5,9 %595 kWh1.257 kWh595 kWh
Juni1,6 %161 kWh1.263 kWh161 kWh
Juli1,1 %111 kWh1.252 kWh111 kWh
August1,0 %101 kWh1.161 kWh101 kWh
September3,9 %393 kWh990 kWh393 kWh
Oktober8,2 %827 kWh671 kWh671 kWh
November12,1 %1.220 kWh354 kWh354 kWh
Dezember14,6 %1.472 kWh255 kWh255 kWh
Jahr100 %10.080 kWh10.132 kWh5.319 kWh

Heizstrom: ADAC-Beispiel mit 10.080 kWh, verteilt nach den DWD-Gradtagen der Station Schauenburg-Elgershausen 2014 bis 2023. PV-Ertrag: PVGIS 5.3. „Höchstens nutzbar" ist der kleinere der beiden Werte im Monat.

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Die Monatsbilanz: höchstens 52,8 Prozent, im Winter 24,2 Prozent

Die Tabelle zeigt eine Obergrenze. Wir haben angenommen, dass jede Kilowattstunde vom Dach in die Heizung geht, solange die Heizung sie braucht. Über das Jahr kommen so höchstens 5.319 kWh aus der Anlage — 52,8 Prozent des Heizstroms. Mindestens 4.761 kWh müssen aus dem Netz kommen, bei 37,0 ct/kWh rund 1.760 Euro.

Im Winter ist die Lücke größer. Von Dezember bis Februar braucht das Beispielhaus 4.455 kWh Heizstrom, das Dach liefert höchstens 1.079 kWh. Das deckt höchstens 24,2 Prozent. Die übrigen 3.376 kWh kosten rund 1.250 Euro in drei Monaten.

Die echte Deckung liegt darunter, aus zwei Gründen. Erstens braucht der Haushalt selbst Strom für Kühlschrank, Licht und Kochen, und der steht im Winter um dieselben Kilowattstunden in Konkurrenz. Zweitens liefert die Anlage nur tagsüber, geheizt wird auch morgens und abends. Beides ist in der Rechnung nicht abgezogen.

Umgekehrt bleibt im Sommer Strom übrig, den keine Heizung braucht: Von Mai bis August sind es in der Rechnung 3.965 kWh. Die gehen für 7,70 ct/kWh ins Netz — der Satz, den die Bundesnetzagentur für Gebäudeanlagen bis 10 kW mit Teileinspeisung nennt (abgerufen am 13.09.2026).

Zwei Balken: Übers Jahr deckt die PV-Anlage höchstens 5.319 von 10.080 kWh Heizstrom, von Dezember bis Februar höchstens 1.079 von 4.455 kWh.
Obergrenze ohne Haushaltsstrom und Abendbedarf: 52,8 Prozent im Jahr, 24,2 Prozent im Winter. · Foto: Eigene Grafik
Ein Stromspeicher löst das nicht. Ein Heimspeicher verschiebt Strom vom Mittag in den Abend, nicht vom Juli in den Januar. Wie groß ein Speicher sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Speichergröße berechnen.

Infrarotheizung oder Wärmepumpe: derselbe Strom, andere Wärme

Der Nachteil der Infrarotheizung liegt nicht im Winterproblem, das hat die Wärmepumpe genauso. Er liegt darin, dass sie für dieselbe Wärme mehr Strom braucht. Das Fraunhofer ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern im Bestand gemessen und Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 5,4 festgestellt (Presseinformation vom 03.11.2025).

Für die 10.080 kWh Wärme aus dem Beispiel hieße das: 3.877 kWh Strom bei einer Jahresarbeitszahl von 2,6, 1.867 kWh bei 5,4. Aus dem Netz zu 37,0 ct/kWh wären das rund 1.434 Euro oder 691 Euro statt rund 3.730 Euro. Dieser Vergleich unterstellt denselben Wärmebedarf; Anbieter von Infrarotheizungen argumentieren, dass Strahlungswärme niedrigere Raumtemperaturen erlaubt. Eine unabhängige Messung dazu haben wir nicht gelesen.

HeizungStrom für 10.080 kWh WärmeKosten aus dem Netz (37,0 ct/kWh)Quelle Effizienz
Infrarotheizung10.080 kWhrund 3.730 Euro1 kWh Strom = 1 kWh Wärme
Wärmepumpe, JAZ 2,63.877 kWhrund 1.434 EuroFraunhofer ISE, unteres Ende
Wärmepumpe, JAZ 5,41.867 kWhrund 691 EuroFraunhofer ISE, oberes Ende

Wie Wärmepumpe und PV-Anlage zusammen ausgelegt werden, steht im Ratgeber PV mit Wärmepumpe kombinieren.

Gegenrechnung anfordern: Wer dir eine Infrarotheizung mit PV-Anlage anbietet, sollte die Deckung Monat für Monat ausweisen, nicht als Jahressumme. Eine Jahresbilanz von 100 Prozent sagt nichts darüber, wer im Januar den Strom liefert. Rechne nach: Januarertrag laut Prognose geteilt durch den Heizstrom im Januar ergibt die Deckung im kältesten Monat.

§ 46 GModG: Wann die Infrarotheizung überhaupt eingebaut werden darf

Das frühere Gebäudeenergiegesetz heißt inzwischen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Beim Heizungsersatz nennt § 42 Abs. 2 Nr. 8 GModG die Stromdirektheizung ausdrücklich als eine von zehn Optionen. Für bestehende Gebäude setzt § 46 GModG eine Grenze.

Nach § 46 Abs. 1 darf eine Stromdirektheizung in ein bestehendes Gebäude mit Wohnungen nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nach den §§ 16 und 19 um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Das gilt nicht für ein Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. Nach Abs. 2 gilt die Vorschrift außerdem nicht beim Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung.

Für das selbst bewohnte Einfamilienhaus gibt es damit keine Dämmhürde. Für den Vermieter eines Mehrfamilienhauses schon. Die Anforderungen an Neubauten haben wir im Normtext nicht ausgewertet; dazu kursierende Prozentwerte übernehmen wir deshalb nicht. Wie eine PV-Anlage in die Energiebilanz nach dem Gesetz eingeht, erklärt der Ratgeber PV-Anrechnung im Nachweis.

Prüfweg nach § 46 GModG: Austausch einer Einzelraum-Stromdirektheizung, höchstens zwei Wohnungen mit selbst bewohnter Wohnung, sonst Wärmeschutz mindestens 30 Prozent besser als gefordert.
Drei Fragen entscheiden, ob die Infrarotheizung im Bestand eingebaut werden darf. · Foto: Eigene Grafik
1 So prüfst du, ob die Infrarotheizung zu deinem Haus passt:
  1. Gebäudetyp klären: Einfamilienhaus selbst bewohnt, oder Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen beziehungsweise vermietet?
  2. Bei Vermietung oder Mehrfamilienhaus: Nachweis anfordern, dass der Wärmeschutz die Anforderungen um mindestens 30 Prozent unterschreitet.
  3. Heizbedarf in kWh schätzen und nach Monaten verteilen — der Januar zählt, nicht der Jahresdurchschnitt.
  4. Schau dir den PV-Ertrag deines Dachs Monat für Monat in PVGIS an und vergleiche ihn mit dem Heizbedarf desselben Monats.
  5. Netzstrom für die Lücke mit dem eigenen Arbeitspreis bewerten und mit einer Wärmepumpe vergleichen.

§ 14a EnWG: kein reduziertes Netzentgelt für die Direktheizung

Die Bundesnetzagentur hat in Anlage 1 zum Beschluss BK6-22-300 vom 27.11.2023 festgelegt, welche Geräte als steuerbare Verbrauchseinrichtungen gelten: nicht öffentliche Ladepunkte, Wärmepumpenheizungen, Anlagen zur Raumkühlung und Stromspeicher, jeweils mit mehr als 4,2 kW. Die Stromdirektheizung steht nicht in dieser Liste.

Das Gesetz selbst nennt in § 14a Abs. 3 EnWG zwar Nachtstromspeicherheizungen, aber keine Direktheizungen. Nach dem Wortlaut der Festlegung kommt eine Infrarotheizung deshalb nicht in den Genuss des reduzierten Netzentgelts. Ob einzelne Netzbetreiber das anders handhaben, haben wir nicht geprüft. Die Grundlagen stehen im Ratgeber § 14a EnWG und Netzentgelte.

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Wo die Infrarotheizung mit PV trotzdem Sinn ergibt

Die Infrarotheizung ist dort stark, wo wenig Wärme für kurze Zeit gebraucht wird. Ein Gästezimmer, ein Hobbyraum oder ein Bad, das morgens eine halbe Stunde warm sein soll, braucht keine Wärmepumpe. Die Leistungstabelle des ADAC nennt für 10 m² 500 bis 700 W.

Beispielannahme: ein Paneel mit 600 W im Bad, 1 Stunde am Tag, 150 Tage im Jahr. Das sind 0,6 kW × 1 h × 150 = 90 kWh im Jahr, aus dem Netz zu 37,0 ct/kWh rund 33 Euro. Ob diese Stunde in den Mittag fällt, ist dabei fast egal — die Summe ist klein genug, dass der Netzstrom nicht ins Gewicht fällt.

Ein typischer Fehler ist, aus diesem Kleinfall auf das ganze Haus zu schließen. Was im Bad mit 90 kWh funktioniert, wird bei 10.080 kWh zum Winterproblem, weil dann die Gradtage den Verbrauch bestimmen und nicht die Sonne.

Sommerüberschuss anders nutzen: Der Strom, den die Heizung im Sommer nicht braucht, kann Warmwasser bereiten. Wann ein Heizstab dafür sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Heizstab für Warmwasser.
Unterlagen, bevor du unterschreibst:
  • Heizlastberechnung oder Energieausweis mit Endenergiebedarf
  • Ertragsprognose der PV-Anlage je Monat, nicht nur als Jahreswert
  • Stromtarif mit Arbeitspreis in ct/kWh
  • Bei Vermietung: Nachweis zum Wärmeschutz nach § 46 GModG
  • Angebot für eine Wärmepumpe als Vergleich

Was wir nicht belegen konnten

  • Keine unabhängige Messung zur Strahlungswärme. Ob Infrarotheizungen bei gleichem Komfort weniger Wärme brauchen als eine Wasserheizung, haben wir nicht in einer gelesenen Studie gefunden. Die Rechnung setzt denselben Wärmebedarf an.
  • Kein Tagesprofil. Die Monatsbilanz ist eine Obergrenze. Wie viel Heizstrom tatsächlich zeitgleich vom Dach kommt, hängt vom Tagesverlauf ab; dazu haben wir keine Messreihe ausgewertet.
  • Keine Neubau-Anforderung. Die Regeln für Stromdirektheizungen in Neubauten haben wir im Gesetzestext nicht gelesen.
  • Nur ein Standort. PVGIS und Gradtage gelten für Kassel und Umgebung; der Median der Gradtage über 454 Stationen zeigt aber, dass der Winteranteil bundesweit ähnlich ist.

Häufige Fragen

Kann ich eine Infrarotheizung komplett mit Photovoltaik betreiben? +
Nein, nicht im Winter. In unserer Rechnung für Kassel deckt eine 10-kWp-Anlage von Dezember bis Februar höchstens 24,2 Prozent des Heizstroms, übers Jahr höchstens 52,8 Prozent — und das ohne Haushaltsstrom.
Warum reicht eine Jahresbilanz nicht? +
Weil Erzeugung und Bedarf gegeneinander laufen. Die Anlage erzeugt übers Jahr 10.132 kWh, fast so viel wie der Heizbedarf von 10.080 kWh. Im Juni liefert sie aber 1.263 kWh bei 161 kWh Bedarf, im Januar 310 kWh bei 1.593 kWh Bedarf.
Hilft ein größerer Stromspeicher? +
Kaum. Ein Heimspeicher verschiebt Strom über Stunden, nicht über Monate. Der Sommerüberschuss von 3.965 kWh aus Mai bis August lässt sich nicht in den Januar tragen.
Darf ich im Altbau eine Infrarotheizung einbauen? +
Im selbst bewohnten Haus mit höchstens zwei Wohnungen ja, ohne Dämmhürde. In anderen bestehenden Gebäuden mit Wohnungen nur, wenn der Wärmeschutz die Anforderungen um mindestens 30 Prozent unterschreitet (§ 46 GModG); der Austausch einer Einzelraum-Stromdirektheizung ist ausgenommen.
Bekomme ich für die Infrarotheizung ein reduziertes Netzentgelt nach § 14a? +
Nach dem Wortlaut der Festlegung BK6-22-300 nicht. Dort sind Wärmepumpenheizungen, Ladepunkte, Raumkühlung und Stromspeicher genannt, Stromdirektheizungen nicht.
Gibt es günstigen Heizstrom für Infrarotheizungen? +
Selten. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass meist nur Haushaltsstrom verfügbar ist und kein Anspruch auf einen Heizstromtarif besteht. Nachtspeichertarife passen nicht, weil die Direktheizung tagsüber heizt.
Wann ist eine Infrarotheizung mit PV sinnvoll? +
Für kleine, selten genutzte Räume. Ein Paneel mit 600 W im Bad, eine Stunde täglich an 150 Tagen, braucht rund 90 kWh im Jahr. Als Hauptheizung für ein ganzes Haus ist eine Wärmepumpe nach den ISE-Messwerten deutlich sparsamer.