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Tanzschule mit PV: Kursplan, Lastprofil G2 und Eigenverbrauch

BDEW M-24, ADTV und vier Kurspläne gelesen, Abendschule und Tanzschule mit Kinderkursen gegen PVGIS Hannover, Sommerpause, Speicher, G2 und G1 gerechnet.

⏱️ 9 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 14. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 8 Abschnitte
  1. 1.Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik in der Tanzschule?
  2. 2.Welches Lastprofil gilt für eine Tanzschule?
  3. 3.Wann Tanzschulen unterrichten
  4. 4.Das Modell: Abendschule und Tanzschule mit Kinderkursen
  5. 5.Sommerpause: Wenn die Sonne am stärksten ist, ist geschlossen
  6. 6.Lohnt ein Speicher in der Tanzschule?
  7. 7.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  8. 8.Häufige Fragen

Eine Tanzschule ist dann voll, wenn die Sonne untergeht. Die Erwachsenenkurse beginnen nach Feierabend, und das Standardlastprofil der Netzbetreiber heißt ausdrücklich „Gewerbe mit starkem bis überwiegendem Verbrauch in den Abendstunden“. Trotzdem setzt genau dieses Profil für die Solaranlage einen Eigenverbrauch an, den eine reine Abendschule nie erreicht. Dieser Ratgeber rechnet nach, woran das liegt und warum Kinderkurse am Nachmittag mehr bringen als jede Anlagengröße. Stand: 14.09.2026.

Kurz gesagt: Deckt die Solaranlage 30 % des Stroms, nutzt eine Tanzschule mit Kursen ab 18 Uhr im Modell nur 37,6 % davon selbst. Mit Kinderkursen am Nachmittag und am Samstagvormittag sind es 56,0 %. Das Standardprofil G2 rechnet mit 87,0 % und liegt damit fast 50 Prozentpunkte zu hoch.

Kurz gesagt: Was bringt Photovoltaik in der Tanzschule?

Weniger, als ein Standardangebot verspricht. Nach PVGIS fallen in Hannover 72,7 % des Solarertrags zwischen 10 und 16 Uhr an und nur 3,9 % nach 18 Uhr. Die Abendschule braucht in diesem Mittagsfenster 13,5 % ihres Stroms, die Tanzschule mit Kinderkursen 23,0 %.

Eine kleine Anlage lohnt sich trotzdem, wenn sie zum Kursplan passt. Je 10.000 kWh Jahresverbrauch reichen 2,8 kWp für 30 % Deckung. Bei 25 % Deckung liegt der Eigenverbrauch bei 41,9 % in der Abendschule und 59,8 % mit Kinderkursen.

Wer mit einer halben Deckung plant, also 4,7 kWp je 10.000 kWh, speist den größten Teil ins Netz ein: Die Abendschule nutzt dann 27,3 % des Solarstroms selbst, die Schule mit Kinderkursen 45,9 %.

Welches Lastprofil gilt für eine Tanzschule?

Die BDEW-Liste M-24 führt die Tanzschule unter dem Kundengruppenschlüssel 923 mit dem Profil G2. Das steht in der Zuordnung der VDEW-Lastprofile zum Kundengruppenschlüssel. In der VDEW-Profildatei ist G2 mit „Gewerbe mit starkem bis überwiegendem Verbrauch in den Abendstunden“ überschrieben.

Das klingt passend, ist für die Solaranlage aber irreführend. G2 legt im Modell 36,9 % des Verbrauchs auf die Zeit ab 18 Uhr, aber auch 31,7 % auf 10 bis 16 Uhr. Die Abendschule liegt ab 18 Uhr bei 68,0 %. Bei 30 % Deckung ergibt G2 deshalb 87,0 % Eigenverbrauch. Das Werktagsprofil G1 legt sogar 52,1 % auf 10 bis 16 Uhr und kommt auf 78,4 %.

Ein typischer Fehler ist, das Angebot für eine Tanzschule ungeprüft mit G2 zu rechnen. Der Eigenverbrauch der Abendschule liegt im Modell 49,4 Prozentpunkte darunter. Wer so plant, überschätzt die Ersparnis und unterschätzt die Einspeisung.

Balkendiagramm: Eigenverbrauch bei 30 Prozent Deckung. Abendschule: 37,6 Prozent. Tanzschule mit Kinderkursen: 56,0 Prozent. Standardprofil G2: 87,0 Prozent. Standardprofil G1: 78,4 Prozent.
G2 überschätzt den Eigenverbrauch einer Abendschule um fast 50 Prozentpunkte. · Foto: Eigene Grafik

Wann Tanzschulen unterrichten

Laut dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband lernen die meisten Deutschen Tanzen in einer seiner rund 850 Schulen. Der ADTV nennt über 3.000 Tanzlehrende und mehr als zwei Millionen Menschen, die sie jedes Jahr unterrichten, beginnend bei den 3-Jährigen in der tänzerischen Früherziehung. Wann unterrichtet wird, zeigen die Kurspläne (Abruf: 14.09.2026):

TanzschuleKurszeiten laut Kursplan
Tanz-Hof18.00–21.30 Uhr, zum Beispiel Standard und Latein 19.00–20.00 und 20.00–21.30 Uhr, Discofox 19.00–20.00 Uhr
Theuerl die TanzschuleKursbeginne zwischen 18:00 und 20:35 Uhr, sonntags 14:30 und 15:30 Uhr (wechselnd)
Tanzschule Peter ZettlerWelttanzprogramm zum Beispiel 20:00–21:00 und 20:30–21:30 Uhr
TanzZwiEt BerlinMo–Fr ab 15:15 bis 21:30 Uhr, Sa 9:00–16:00 Uhr, So 14:00–17:30 Uhr

Der Kursplan von TanzZwiEt mit drei Berliner Standorten ist der ausführlichste. Er listet 74 Kurse in der Woche, davon 60 für Kinder und Jugendliche. Gezählt nach Kursminuten liegen 42,3 % vor 17 Uhr, 38,0 % zwischen 17 und 19 Uhr und nur 19,7 % ab 19 Uhr. Samstag und Sonntag tragen zusammen 19,7 % bei.

In der Praxis sind das zwei verschiedene Betriebe unter demselben Namen: die klassische Abendschule für Paare und die Tanzschule mit Früherziehung, Kindertanz und Hip-Hop am Nachmittag. Für die Solaranlage ist dieser Unterschied größer als jeder zwischen Modultypen.

Kursplan als Lastgang: Notiere für eine typische Woche jede Kursstunde mit Beginn und Ende. Die Summe der Kursminuten je Stunde zeigt, wann Licht, Musik und Lüftung laufen, genauer als jedes Standardprofil.

Das Modell: Abendschule und Tanzschule mit Kinderkursen

Das Modell verteilt 60 % des Jahresverbrauchs auf die Kursminuten, 15 % auf die Stunde vor und nach jedem Kurs für Empfang, Licht und Lüftung und 25 % als Grundlast rund um die Uhr. Diese Anteile sind Annahmen, keine gelesene Quelle nennt den Stromverbrauch einer Tanzschule. An Feiertagen ist geschlossen.

Die Abendschule unterrichtet nach dem Muster von Tanz-Hof und Theuerl montags bis freitags 18 bis 21:30 Uhr und sonntags 14 bis 17 Uhr. Die Tanzschule mit Kinderkursen folgt stundengenau dem Plan von TanzZwiEt. Der Solarertrag stammt aus PVGIS 5.3 für Hannover, Wetterjahr 2020, Südanlage mit 35 Grad Neigung, 1.060,6 kWh je kWp.

Balkendiagramm: Anteil 10 bis 16 Uhr am Jahr. Abendschule: 13,5 Prozent. Tanzschule mit Kinderkursen: 23,0 Prozent. Standardprofil G2: 31,7 Prozent. Standardprofil G1: 52,1 Prozent. Solarertrag Süd 35 Grad: 72,7 Prozent.
Die Sonne liefert mittags, die Tanzschule braucht abends. · Foto: Eigene Grafik
Variante25 % Deckung30 % Deckung50 % Deckung
Abendschule41,9 %37,6 %27,3 %
Tanzschule mit Kinderkursen59,8 %56,0 %45,9 %
Abendschule mit Sommerpause40,5 %36,2 %25,9 %
Kinderkurse mit Sommerpause55,6 %51,7 %41,7 %
Standardprofil G293,4 %87,0 %65,4 %
Standardprofil G180,1 %78,4 %69,4 %

Die Kinderkurse heben den Eigenverbrauch bei 30 % Deckung um 18,4 Prozentpunkte. Der Grund ist nicht der Samstag allein: Montag bis Freitag beginnen die Kurse bei TanzZwiEt ab 15:15 Uhr, im Sommer steht die Sonne dann noch hoch.

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Sommerpause: Wenn die Sonne am stärksten ist, ist geschlossen

Viele Tanzschulen schließen in den Sommerferien. Ein Beispiel: die neue tanzschule in Aalen bleibt „vom 22. Juli bis 8. September 2026“ geschlossen und nutzt die Ferien diesmal auch für einen Umbau. In genau diesen sieben Wochen fallen im Modell 17,4 % des Jahresertrags der Solaranlage an.

Die Pause kostet die Tanzschule mit Kinderkursen bei 30 % Deckung 4,3 Prozentpunkte Eigenverbrauch, von 56,0 auf 51,7 %. Die Abendschule verliert nur 1,4 Punkte, von 37,6 auf 36,2 %, weil sie auch im Juli abends kaum Solarstrom nutzen kann. Der Anteil des Verbrauchs von April bis September sinkt mit der Pause bei den Kinderkursen von 50,1 auf 44,1 %.

Wie lange andere Schulen pausieren, lässt sich nicht verallgemeinern. Eine zweite Angabe aus der Suche ließ sich nicht bestätigen, die Seite war nicht mehr abrufbar.

Sommerkurse ins Tageslicht: Ein Ferien-Workshop am Vormittag oder ein Dance-Camp zum Ferienende nutzt den Solarstrom, der sonst in der Pause ins Netz fließt. Die neue tanzschule bietet zum Ende der Sommerferien ein Dance-Camp vom 8. bis 10. September an.

Lohnt ein Speicher in der Tanzschule?

In der Tanzschule mehr als in den meisten Gewerbebetrieben, weil der Strom fast vollständig nach Sonnenuntergang gebraucht wird. Ein Batteriespeicher mit 1 kWh Kapazität je kWp hebt bei 50 % Deckung die Autarkie der Abendschule von 13,7 auf 26,2 % und den Eigenverbrauch von 27,3 auf 52,4 %.

Balkendiagramm: Autarkie bei 50 Prozent Deckung. Abendschule, ohne Speicher: 13,7 Prozent. Abendschule, 1 kWh je kWp: 26,2 Prozent. Mit Kinderkursen, ohne Speicher: 22,9 Prozent. Mit Kinderkursen, 1 kWh je kWp: 34,2 Prozent.
Der Speicher verdoppelt fast die Autarkie der Abendschule. · Foto: Eigene Grafik

Mit Kinderkursen steigt die Autarkie von 22,9 auf 34,2 % und der Eigenverbrauch von 45,9 auf 68,5 %. Das Modell rechnet mit 95 % Wirkungsgrad je Lade- und Entladerichtung, das ist eine Annahme. Prüfe im Datenblatt des Wechselrichters, ob ein Speicher später anschließbar ist. Wie groß ein Speicher sein sollte, zeigt der Ratgeber Speichergröße berechnen.

Ob sich Einspeisen oder Selbstnutzen mehr lohnt, erklärt Eigenverbrauch oder Volleinspeisung. Wer im Sommer den Saal kühlt, findet die Rechnung im Ratgeber Klimaanlage mit Solarstrom.

Vorsicht bei Speicher-Versprechen: Ein Speicher verschiebt Mittagsstrom in den Abend, aber keinen Sommerstrom in den Winter und keinen Juli-Ertrag über die Sommerpause. Lies den Zähler an einem Kursabend im Dezember und an einem im Juni ab, bevor du die Kapazität festlegst.

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Drei Größen stehen in keiner gelesenen Quelle. Erstens der Jahresstromverbrauch einer Tanzschule je Quadratmeter Saalfläche oder je Kursstunde. Zweitens die Aufteilung auf Licht, Musik, Lüftung, Klima und Heizung. Drittens, wie viele Tanzschulen im Sommer schließen und wie lange.

Der Kursplan von TanzZwiEt ist ein Beispiel aus Berlin mit hohem Kinderanteil. Eine Tanzschule mit Tanzpartys am Freitag- und Samstagabend liegt näher an der Abendschule. Die Richtung hängt nicht an den Annahmen: Je mehr Kursminuten vor 17 Uhr, desto höher der Eigenverbrauch.

Vorsicht bei Tanzpartys: Übungsabende und Partys bis Mitternacht erhöhen den Stromverbrauch zu Zeiten ohne Solarertrag. Prüfe im Angebot, ob der Planer diese Abende im Lastgang berücksichtigt hat.
1 Schritt für Schritt
  1. Kursplan erfassen: Alle Kurse einer Woche mit Beginn, Ende und Saal notieren.
  2. Verbrauch auswerten: Jahresverbrauch von der Rechnung, Monatswerte beim Netzbetreiber anfragen.
  3. Sommerpause festhalten: Welche Wochen ist geschlossen, welche Workshops laufen?
  4. Nachmittagsangebot prüfen: Lassen sich Kinderkurse oder Seniorentanz in den frühen Nachmittag legen?
  5. Angebot anfordern: Der Planer soll mit deinem Kursplan rechnen und die Variante mit Speicher zeigen.
Vor der Anfrage klären
  • Wie viel Strom verbraucht die Tanzschule im Jahr?
  • Wie viele Kursminuten liegen vor 17 Uhr, wie viele danach?
  • Gibt es eine Sommerpause, und wie lange dauert sie?
  • Werden die Säle im Sommer gekühlt?
  • Gehört das Dach zur Tanzschule, oder ist die Fläche gemietet?
Solarstrom und Kursgebühr: Wer neue Kurse plant, kann einen Vormittagskurs oder einen frühen Nachmittagskurs günstiger anbieten. Das füllt schwache Stunden und verbraucht den Strom vom eigenen Dach, ähnlich wie eine Mittags-Happy-Hour im Waschsalon.

Verwandte Rechnungen: Fitnessstudio und Trampolinhalle.

Häufige Fragen

Welches Standardlastprofil gilt für eine Tanzschule? +
Die BDEW-Liste M-24 ordnet die Tanzschule dem Profil G2 zu, „Gewerbe mit starkem bis überwiegendem Verbrauch in den Abendstunden“.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Tanzschule selbst? +
Bei 30 % Deckung im Modell 37,6 % in einer reinen Abendschule und 56,0 % in einer Tanzschule mit Kinderkursen am Nachmittag.
Warum passt das Standardprofil G2 nicht? +
G2 legt 31,7 % des Verbrauchs zwischen 10 und 16 Uhr, die Abendschule nur 13,5 %. G2 ergibt bei 30 % Deckung deshalb 87,0 % Eigenverbrauch.
Wie viele Tanzschulen gibt es in Deutschland? +
Der ADTV nennt rund 850 Tanzschulen mit über 3.000 Tanzlehrenden, die jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen unterrichten.
Was kostet die Sommerpause an Eigenverbrauch? +
Bei einer Pause vom 22. Juli bis 8. September sinkt der Eigenverbrauch der Tanzschule mit Kinderkursen im Modell von 56,0 auf 51,7 %, die Abendschule verliert 1,4 Prozentpunkte.
Lohnt ein Speicher in der Tanzschule? +
Ja, besonders in der Abendschule. Ein Speicher mit 1 kWh je kWp hebt bei 50 % Deckung die Autarkie von 13,7 auf 26,2 %.
Wie groß sollte die Solaranlage sein? +
Je 10.000 kWh Jahresverbrauch reichen in Hannover 2,8 kWp für 30 % Deckung. Größer lohnt sich eher mit Speicher oder Nachmittagskursen.
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