Solarliebhaber.de
Wirtschaftlichkeit

Kfz-Werkstatt mit PV-Anlage: Lastprofil, Hallendach und Eigenverbrauch

Hallenlicht, Kompressor, Waschanlage: Stromaufteilung für Kfz-Betriebe, ein Werkstattinhaber mit 71 kWp und eine Werkstatt mit 28.000 kWh gegen das BDEW-Ladenprofil G4 und PVGIS gerechnet.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
  1. 1.Wofür eine Kfz-Werkstatt Strom braucht
  2. 2.Praxisbeispiel: 71 kWp und 22.000 kWh weniger Strom
  3. 3.Welches Lastprofil gilt: G4 wie ein Laden
  4. 4.Nachgerechnet: Werkstatt, Waschanlage und Samstag
  5. 5.Batteriespeicher: im Ladenprofil doppelt so nützlich
  6. 6.Druckluft: bis zu 95 % Abwärme
  7. 7.Erst sparen: Licht, Gebäude und Druckluft
  8. 8.Laden, Heizen, Umlagen
  9. 9.So planst du die Solaranlage für die Kfz-Werkstatt
  10. 10.Checkliste für Kfz-Werkstätten
  11. 11.Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte
  12. 12.Häufige Fragen zu PV in der Kfz-Werkstatt

Eine Kfz-Werkstatt hat große Hallendächer, und unter diesen Dächern laufen tagsüber Hebebühnen, Kompressor, Lüftung und Licht. Nach Feierabend ist die Halle zu. Für eine Solaranlage klingt das nach einem sehr guten Partner. Der Netzbetreiber sieht das anders: Er ordnet Werkstätten dem Profil für Läden zu, das ein gutes Viertel des Verbrauchs in den Abend legt. Wer mit diesem Profil plant, unterschätzt den Eigenverbrauch und überschätzt den Speicher.

Dieser Ratgeber sammelt die veröffentlichten Kennzahlen für Kfz-Betriebe, stellt einen Werkstattinhaber mit 71 kWp auf dem Dach vor und rechnet eine Werkstatt mit 28.000 kWh Strom im Jahr gegen eine PVGIS-Stundenreihe durch.

Kurz gesagt: In Kfz-Betrieben mit Waschanlage geht nach der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz der größte Teil des Stroms, 25 %, in die Beleuchtung. Der BDEW ordnet „Autohaus, Werkstätte“ dem Ladenprofil G4 zu. Bei 28.000 kWh und 20 kWp bleiben in unserem Werkstattmodell 62,9 % des Solarstroms im Betrieb, mit G4 gerechnet nur 52,1 %. Ein 20-kWh-Speicher an 30 kWp kommt in der Werkstatt auf 137 volle Zyklen im Jahr, im Profil G4 auf 280.

Wofür eine Kfz-Werkstatt Strom braucht

Das Portal Energieeffizienz im Handwerk der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (letztes Update 5. Dezember 2025) nennt für Kfz-Betriebe, die eine Waschanlage besitzen und nicht dauerhaft lackieren, diese Aufteilung des Stromverbrauchs. Nach einem Merkblatt der Landesenergieagentur KEA-BW stammt sie aus der Broschüre „Informationen für das Kraftfahrzeug-Gewerbe“ der Energieagentur-Gemeinschaft ASEW mit Stand Oktober 2014:

StromverbraucherAnteil am Strom
Beleuchtung25 %
Waschanlagen15 %
Heizungsinfrastruktur15 %
Lüftung15 %
Druckluft (Kompressoren)15 %
Büro- und Werkstatteinrichtungen15 %

Die Beleuchtung liegt vorn, weil Werkstatt, Lager und Ausstellung lange beleuchtet sind. Waschanlagen sind nach dem Portal eher in größeren Autohäusern zu finden; eine Erhebung im Saarland ordnete drei Viertel der betrachteten Betriebe als reine Werkstatt ohne Waschanlage und Lackierung ein. Wer keine Waschanlage hat, hat diese 15 % nicht, die übrigen Anteile verschieben sich entsprechend.

Strom ist in der Werkstatt nicht der größte Energieträger, aber der teuerste. Das Portal nennt einen Wärmeanteil von im Schnitt 50 %, bisweilen 75 % des Gesamtenergiebedarfs, weil viele Hallen schlecht gedämmt sind. Die Broschüre des Energieinstituts der Wirtschaft aus Wien (Sommer 2014) wertete 250 Kfz-Betriebe aus: Strom machte im Durchschnitt 27 % des Energieeinsatzes aus, aber etwa 50 % der Energiekosten. Die Energiekosten insgesamt lagen je nach Schwerpunkt bei 1 bis 2,5 % des Umsatzes.

Balkendiagramm: Im Kfz-Betrieb mit Waschanlage entfallen 25 Prozent des Stroms auf Beleuchtung und je 15 Prozent auf Waschanlagen, Heizungsinfrastruktur, Lüftung, Druckluft sowie Büro und Werkstatt.
Die Beleuchtung ist der größte Einzelposten. · Foto: Eigene Grafik

Praxisbeispiel: 71 kWp und 22.000 kWh weniger Strom

Die Deutsche Handwerks Zeitung berichtete am 17.05.2022 über drei Kfz-Betriebe, die mit dem Saar-Lor-Lux Umweltzentrum ihren Energieverbrauch gesenkt haben. Jörg Lydorf, Inhaber von Autohaus und Werkstatt, hat Fenster und Tore erneuert, Heizungsleitungen und Dach gedämmt und rund 130 Neonröhren gegen LED getauscht, was etwa 13.000 Euro kostete. Auf dem Werkstattdach steht eine Anlage mit 71 kWp für den Eigenverbrauch, die unter anderem Infrarotheizungen in den Büros versorgt.

Insgesamt sank sein Stromverbrauch nach dem Bericht von 50.000 kWh auf 28.000 kWh, und ein Großteil davon ist selbst erzeugt. Ein zweiter Betrieb, Stefan Boudier, senkte seinen Stromverbrauch allein durch die LED-Umrüstung für 20.000 Euro um ein Drittel.

Wir nehmen die 28.000 kWh als Größenordnung für unser Modell. Wie sich Lydorfs Verbrauch über den Tag verteilt, nennt der Bericht nicht. Eine Anlage mit 71 kWp erzeugt in unserer Ertragsreihe 80.081 kWh im Jahr (eigene Rechnung), fast das Dreifache dieses Verbrauchs. Warum Infrarotheizungen im Winter trotzdem wenig Solarstrom abbekommen, erklärt der Ratgeber zur Infrarotheizung mit Photovoltaik.

Reihenfolge wie im Praxisbeispiel: Erst Licht und Gebäude, dann die Solaranlage. Notiere vor der LED-Umrüstung den Jahresverbrauch und vergleiche ihn ein Jahr danach. Die Solaranlage legst du auf den neuen Wert aus.

Welches Lastprofil gilt: G4 wie ein Laden

Die BDEW-Zuordnung M-24/2000 führt „Autohaus, Werkstätte“ unter dem Profil G4, dem Profil für Läden. Dasselbe gilt für Autoelektrik, Autowaschanlagen und Tankstellen. Wir haben G4 und zum Vergleich das Werktagsprofil G1 aus der Profildatei des BDEW über das Kalenderjahr 2020 ausgewertet und einer Werkstatt mit festen Öffnungszeiten gegenübergestellt.

Verlauf8 bis 18 Uhr17 bis 24 UhrSamstage
Standardprofil G4 (Laden)58,9 %27,5 %13,3 %
Werkstatt (Modell)91,9 %10,7 %8,0 %

G4 ist ein Durchschnitt über Ladengeschäfte, darunter solche mit langen Öffnungszeiten am Abend und starkem Samstag. Eine Werkstatt schließt meist am frühen Abend und hat samstags höchstens vormittags geöffnet. Wie derselbe Profilfehler bei Apotheken wirkt, zeigt der Ratgeber zur Apotheke, wie das Wochenende eine Werkstatt ohne Samstagsbetrieb bremst, der Ratgeber zur Tischlerei.

Typischer Fehler: das Ladenprofil ungeprüft übernehmen. Rechnet ein Angebot mit G4, fällt der Eigenverbrauch bei mittleren Anlagen rund 10 Punkte zu niedrig aus, und ein Speicher sieht doppelt so nützlich aus, wie er ist. Prüfe im Angebot, welches Lastprofil angesetzt wurde, und gib deine Öffnungszeiten an.

Nachgerechnet: Werkstatt, Waschanlage und Samstag

Die Ertragsreihe stammt aus PVGIS 5.3 für Würzburg, Süd, 35 Grad, 14 Prozent Verluste, Wetterjahr 2020, 1.127,9 kWh je kWp, umgerechnet auf mitteleuropäische Zeit. Unser Werkstattverlauf ist eine Annahme auf Basis der Stromaufteilung oben:

  • Werkstatt mit Waschanlage: geöffnet montags bis freitags von 7:30 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 12 Uhr. Beleuchtung, Lüftung, Druckluft, Waschanlage sowie Büro- und Werkstatteinrichtungen laufen zur Öffnungszeit. Die Heizungsinfrastruktur mit Pumpen und Gebläsen läuft von Oktober bis April täglich von 6 bis 20 Uhr. Jahressumme 28.000 kWh.
  • reine Werkstatt: wie oben ohne Waschanlage, 23.800 kWh.
  • ohne Samstag: reine Werkstatt, samstags geschlossen, 22.433 kWh.
Verlauf (28.000 kWh)10 kWp20 kWp30 kWp50 kWp71 kWp
Werkstatt mit Waschanlage78,1 %62,9 %49,0 %33,7 %25,4 %
Standardprofil G176,2 %58,7 %45,0 %30,8 %23,2 %
Standardprofil G479,8 %52,1 %38,6 %25,7 %19,1 %

Die Tabelle zeigt den selbst genutzten Anteil des Solarstroms. Bei 10 kWp liegen alle drei Verläufe nah beieinander, weil die Anlage fast immer weniger liefert, als der Betrieb braucht. Ab 20 kWp zieht die Werkstatt davon: 10,8 Punkte vor G4 bei 20 kWp, 10,4 Punkte bei 30 kWp (eigene Rechnung). Die Autarkie liegt bei 30 kWp in der Werkstatt bei 59,2 %, mit G4 gerechnet bei 46,7 %.

Bei 71 kWp wie im Praxisbeispiel nutzt die Werkstatt nur noch 25,4 % des Solarstroms selbst, deckt aber 72,8 % ihres Bedarfs. Der Rest wird eingespeist. Das passt zur Aussage im Bericht, ein Großteil des Stroms sei selbst erzeugt: Autarkie und Eigenverbrauch sind zwei verschiedene Kennzahlen.

Waschanlage und Samstag ändern weniger als das Profil. Ohne Waschanlage nutzt die Werkstatt bei 20 kWp 57,0 % des Solarstroms selbst, ohne Samstag 53,4 %, weil der Verbrauch sinkt und der Samstag 14,5 % des Solarertrags bringt.

Balkendiagramm: Selbst genutzter Solarstrom bei 28.000 kWh und 20 kWp: Werkstatt mit Waschanlage 62,9 Prozent, Standardprofil G1 58,7, Standardprofil G4 52,1 Prozent.
Das Ladenprofil G4 unterschätzt den Eigenverbrauch der Werkstatt. · Foto: Eigene Grafik
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

Batteriespeicher: im Ladenprofil doppelt so nützlich

Ein Speicher verschiebt Solarstrom in den Abend und die Nacht. Wir haben ohne Lade- und Entladeverluste gerechnet.

Verlauf und Anlageselbst genutztAutarkieaus dem Speichervolle Ladezyklen
Werkstatt, 30 kWp ohne Speicher49,0 %59,2 %0 kWh0
Werkstatt, 30 kWp, 20 kWh57,1 %69,0 %2.734 kWh137
G1, 30 kWp, 20 kWh55,5 %67,0 %3.540 kWh177
G4, 30 kWp, 20 kWh55,2 %66,7 %5.601 kWh280
Werkstatt, 71 kWp, 50 kWh31,1 %89,0 %4.536 kWh91

Im Ladenprofil G4 gibt der 20-kWh-Speicher 5.601 kWh im Jahr ab und kommt auf 280 volle Zyklen, in der Werkstatt nur 2.734 kWh und 137 Zyklen. Der Grund ist der Abendanteil von 27,5 % im Profil, den eine Werkstatt mit Feierabend um 18 Uhr nicht hat. Wer sich einen Speicher mit G4 durchrechnen lässt, bekommt eine doppelt so hohe Nutzung versprochen. Wie du die Größe bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen.

Balkendiagramm: Volle Ladezyklen eines 20-kWh-Speichers an 30 kWp: Standardprofil G4 280, Standardprofil G1 177, Werkstatt mit Waschanlage 137.
Mit Feierabend um 18 Uhr hat der Speicher halb so viel zu tun, wie das Ladenprofil unterstellt. · Foto: Eigene Grafik
Vorsicht bei Speicherzahlen ohne Verluste: Unsere Rechnung setzt einen verlustfreien Speicher an. Prüfe im Datenblatt den Systemwirkungsgrad von Speicher und Wechselrichter und rechne die Werte damit nach.

Druckluft: bis zu 95 % Abwärme

Druckluft betreibt Schlagschrauber, Reifenfüller, Lackierpistolen und manche Hebebühnen. Sie ist nach allen gelesenen Quellen die teuerste Energieform im Betrieb. Die Wiener Broschüre schreibt, dass nur etwa 10 % der im Kompressor eingesetzten elektrischen Energie am Werkzeug ankommen und Leckagen bis zu 30 % Mehrkosten verursachen. Ein Berater des Saar-Lor-Lux Umweltzentrums sagt in der Deutschen Handwerks Zeitung, bis zu 95 % des Energieinputs gingen als Abwärme verloren. Das KEA-Merkblatt nennt für jedes unnötige Bar mehr Druck 7 bis 10 % mehr Strombedarf.

Für die Solaranlage ist der Kompressor ein flexibler Verbraucher. Ein ausreichend großer Druckluftbehälter kann in sonnigen Stunden vollgepumpt werden und die Werkstatt eine Weile versorgen. Wie gut das im eigenen Betrieb geht, hängt von Behältergröße und Druckbedarf ab; belastbare Zahlen dazu haben wir nicht gefunden.

Leckagen nach Feierabend hören: Lass den Kompressor nach Arbeitsschluss laufen und achte darauf, ob er ohne Verbraucher nachpumpt. Lies morgens und abends den Zählerstand am Zähler ab; springt er nachts, prüfe Kupplungen und Schläuche.

Erst sparen: Licht, Gebäude und Druckluft

Die Deutsche Handwerks Zeitung zitiert diese Einsparpotenziale für Kfz-Betriebe:

  • Gebäudehülle: 30 %, vor allem bei der Wärme.
  • Beleuchtung: 20 % und mehr, mit LED 20 bis 50 % der Beleuchtungskosten.
  • Druckluft: 20 %.
  • Lackieranlagen: 10 %.

Die Wiener Auswertung hält im Mittel 18 % weniger Strom und 21 % weniger Wärme für möglich, im Durchschnittsbetrieb rund 4.500 Euro im Jahr. Das Portal nennt für die Beleuchtung im Durchschnitt 25 % Einsparung, das KEA-Merkblatt bis zu 50 % und mehr, wenn Lichtkuppeln mehr Tageslicht in die Halle lassen. Tageslicht wirkt dabei wie eine zweite Solaranlage: Es senkt den Lichtstrom genau in den Stunden, in denen die Module ohnehin viel liefern.

Laden, Heizen, Umlagen

Viele Werkstätten stehen vor der Frage, wie sie Elektroautos von Kunden und die eigene Flotte laden. Solarstrom kann Ladevorgänge tagsüber übernehmen; wie Überschussladen funktioniert, beschreibt der Ratgeber zur Wallbox mit PV-Überschussladen. In der Praxis tragen viele Hallendächer schon Module: Nach dem KEA-Merkblatt wurden Dächer von Kfz-Betrieben häufig mit Solaranlagen belegt, deren Strom früher überwiegend komplett eingespeist wurde, bei neueren Anlagen aber den Eigenbedarf deckt.

Wer eine alte Volleinspeiseanlage hat, sollte vor einer zweiten Anlage prüfen, ob sich die erste auf Eigenverbrauch umstellen lässt.

Selbst verbrauchter Solarstrom trägt keine Umlagen nach dem Energiefinanzierungsgesetz; Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Umlagen und Eigenverbrauch. Wenn Waschanlage, Kompressor und Hebebühnen gleichzeitig anlaufen, entstehen Leistungsspitzen; ob ein Speicher sie wirtschaftlich kappt, zeigt der Ratgeber zur Lastspitzenkappung im Gewerbe.

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ihr persönlicher Solar-Berater –
kostenlos & unverbindlich

Schätzpreis im ~20-Min-Anruf · 3 verbindliche Angebote per Mail

  • Kostenloses PV-Quiz (2 Min.)
  • Bis zu 3 Festpreisangebote lokaler Fachbetriebe
  • Kostenlos & unverbindlich
Kostenlos & unverbindlich · Geprüfte Fachpartner

100 % kostenlos & unverbindlich · Nur geprüfte Partnerbetriebe

So planst du die Solaranlage für die Kfz-Werkstatt

1 Schritt für Schritt
  1. Verbrauch erfassen: Jahresverbrauch der letzten zwölf Monate von der Rechnung, bei mehr als einem Standort getrennt.
  2. Licht und Druckluft zuerst: LED, Leckagen, Druck absenken. Danach neu messen.
  3. Öffnungszeiten aufschreiben: werktags, samstags, Betriebsferien, Waschanlage für Kunden am Wochenende.
  4. Lastprofil im Angebot prüfen: G4, G1 oder die eigene Zeitreihe?
  5. Größe wählen: Autarkie und Eigenverbrauch getrennt betrachten.
  6. Speicher kritisch gegenrechnen: mit Feierabend um 18 Uhr, Systemwirkungsgrad und Preis aus dem Angebot.

Checkliste für Kfz-Werkstätten

Vor der Anfrage klären
  • Wie viele kWh Strom stehen auf den Rechnungen der letzten zwölf Monate?
  • Gibt es Waschanlage, Lackierkabine oder Ausstellungsraum?
  • Wann ist geöffnet, auch samstags?
  • Wie groß ist der Kompressor, und wie groß ist der Druckluftbehälter?
  • Sollen Kundenfahrzeuge oder die eigene Flotte elektrisch geladen werden?
  • Trägt das Hallendach die zusätzliche Last, und gehört es dem Betrieb?

Was dieser Ratgeber nicht belegen konnte

Eine veröffentlichte Lastgangmessung einer Kfz-Werkstatt mit Stundenwerten haben wir nicht gefunden. Unsere Werkstattverläufe sind Annahmen auf Basis der Stromaufteilung, keine Messung. Die Profile G1 und G4 beruhen auf Messungen von 1999.

Die Stromaufteilung gilt nach der Quelle für Betriebe mit Waschanlage ohne dauerhafte Lackierung. Das Original der ASEW-Broschüre von 2014 haben wir nicht gefunden; wir zitieren die Zahlen über das Handwerksportal und das KEA-Merkblatt. Beim Praxisbeispiel kennen wir nur Anlagengröße und Jahresverbrauch, nicht die Lastverteilung. Die Wiener Auswertung beruht auf Beratungen bis 2014. Alle verlinkten Quellen: Abruf am 13.09.2026.

Häufige Fragen zu PV in der Kfz-Werkstatt

Wofür braucht eine Kfz-Werkstatt den meisten Strom? +
In Betrieben mit Waschanlage für die Beleuchtung mit 25 %. Waschanlage, Heizungsinfrastruktur, Lüftung, Druckluft und Werkstatteinrichtungen folgen mit je 15 %.
Welches Lastprofil hat eine Kfz-Werkstatt? +
Nach der BDEW-Zuordnung G4, das Profil für Läden, das 27,5 % des Verbrauchs nach 17 Uhr legt. Eine Werkstatt mit Feierabend um 18 Uhr liegt in unserem Modell bei 10,7 %.
Wie viel Solarstrom nutzt eine Werkstatt selbst? +
Bei 28.000 kWh und 20 kWp in unserem Modell 62,9 %, bei 30 kWp 49,0 %. Mit G4 gerechnet wären es 52,1 und 38,6 %.
Wie viel Strom spart eine LED-Umrüstung in der Werkstatt? +
Im Praxisbeispiel der Deutschen Handwerks Zeitung senkte ein Betrieb seinen Stromverbrauch durch LED um ein Drittel; die Umrüstung kostete 20.000 Euro.
Lohnt sich ein Speicher in der Werkstatt? +
Weniger, als ein Angebot mit Ladenprofil verspricht. Ein 20-kWh-Speicher an 30 kWp kommt in unserem Werkstattmodell auf 137 volle Zyklen, mit G4 gerechnet auf 280.
Was bringt eine Anlage mit 71 kWp bei 28.000 kWh Verbrauch? +
In unserem Modell deckt sie 72,8 % des Bedarfs, nutzt aber nur 25,4 % des erzeugten Stroms selbst. Sie erzeugt rund 80.081 kWh im Jahr.
Wie teuer ist Druckluft? +
Nach der Wiener Broschüre kommen nur etwa 10 % der Kompressorenergie am Werkzeug an. Jedes unnötige Bar Druck kostet nach KEA-BW 7 bis 10 % mehr Strom.
Wie hoch sind die Energiekosten einer Kfz-Werkstatt? +
Nach der Auswertung von 250 Betrieben 1 bis 2,5 % des Umsatzes. Strom macht davon etwa die Hälfte der Kosten aus.