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PV in der Flurbereinigung 2026: Veränderungssperre und Zustimmung

Laeuft fuer die Gemarkung ein Flurbereinigungsverfahren, steht jede Freiflaechenanlage unter dem Zustimmungsvorbehalt des § 34 FlurbG — von der Bekanntgabe des Beschlusses bis zur Unanfechtbarkeit des Plans. Wer ohne Zustimmung baut, riskiert, dass die Anlage bei der Neuverteilung nicht mitgezaehlt wird und der fruehere Zustand wiederhergestellt werden muss.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 08. September 2026

Warum die Flurbereinigung ein Solarvorhaben aufhalten kann

Eine Freiflächenanlage braucht Fläche, Zuwegung und einen Netzverknüpfungspunkt. Läuft auf demselben Gebiet ein Flurbereinigungsverfahren, kommt eine vierte Bedingung dazu, die in keinem Bauantrag steht: die Zustimmung der Flurbereinigungsbehörde. Sie ist keine Formalie, und sie hat einen eigenen Zeitraum, in dem sie gilt.

Das Unangenehme daran ist die Rechtsfolge. Wer ohne Zustimmung baut, bekommt keine Bußgeldandrohung, sondern riskiert, dass die Anlage bei der Neuverteilung der Grundstücke schlicht nicht mitgezählt wird — und dass der frühere Zustand wiederhergestellt werden muss.

💡 Worum es hier nicht geht. Nicht um das Bergrecht, das steht in PV im Bergbaugebiet. Nicht um die Flächenkategorien der Ausschreibung, dazu Besondere Solaranlagen nach § 37b EEG. Hier geht es um das Verfahren, das die Grundstücke selbst neu ordnet.

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Die Veränderungssperre des § 34 FlurbG

Der Kern steht in § 34 Abs. 1 des Flurbereinigungsgesetzes. Die Einschränkungen gelten „von der Bekanntgabe des Flurbereinigungsbeschlusses bis zur Unanfechtbarkeit des Flurbereinigungsplanes" — ein Zeitraum, der sich über Jahre ziehen kann und der weder mit dem Bauantrag noch mit dem Netzanschluss synchronisiert ist.

Nummer 2 nennt die für Photovoltaik entscheidende Handlung: „Bauwerke, Brunnen, Gräben, Einfriedungen, Hangterrassen und ähnliche Anlagen dürfen nur mit Zustimmung der Flurbereinigungsbehörde errichtet, hergestellt, wesentlich verändert oder beseitigt werden." Eine aufgeständerte Modulreihe, das Trafohäuschen, der Zaun und der Kabelgraben fallen unter diese Aufzählung — Einfriedungen und Gräben sind sogar wörtlich genannt.

Nummer 1 trifft die Nutzung selbst: In der Nutzungsart der Grundstücke dürfen ohne Zustimmung „nur Änderungen vorgenommen werden, die zum ordnungsmäßigen Wirtschaftsbetrieb gehören". Der Wechsel von Ackerbau zu Stromerzeugung ist keine solche Änderung. In der Praxis ist das der Punkt, an dem Vorhaben auffliegen: Der Bauantrag läuft sauber, aber die Nutzungsartänderung war nie mit der Flurbereinigungsbehörde abgestimmt.

Bestandteil der AnlageVon § 34 Abs. 1 FlurbG erfasst?Anknüpfung im Wortlaut
Modultische auf Rammpfostenja„Bauwerke ... und ähnliche Anlagen" (Nr. 2)
Zaun um die Anlageja„Einfriedungen" (Nr. 2), wörtlich genannt
Kabelgraben und Entwässerungja„Gräben" (Nr. 2), wörtlich genannt
Wechsel von Acker zu StromerzeugungjaÄnderung der Nutzungsart (Nr. 1)
Rodung einer Hecke für die Zuwegungja, nur ausnahmsweise zulässig„Hecken, Feld- und Ufergehölze" (Nr. 3)

Was bei einem Verstoß passiert

§ 34 Abs. 2 FlurbG nennt zwei Folgen, und beide treffen den Betreiber. Erstens: Wurden entgegen Absatz 1 Nr. 1 und 2 Änderungen vorgenommen oder Anlagen hergestellt, „so können sie im Flurbereinigungsverfahren unberücksichtigt bleiben". Die Anlage steht dann zwar da, zählt aber bei der Wertermittlung und der Neuverteilung nicht mit — sie kann auf einem Grundstück landen, das anschließend jemand anderem zugeteilt wird.

Zweitens: Die Behörde „kann den früheren Zustand gemäß § 137 wiederherstellen lassen, wenn dies der Flurbereinigung dienlich ist". Das ist der Rückbau, angeordnet nicht von der Bauaufsicht, sondern von der Flurbereinigungsbehörde, und begründet allein damit, dass er dem Verfahren dient.

Für Gehölze ist die Folge sogar zwingend: Nach Absatz 3 „muß die Flurbereinigungsbehörde Ersatzpflanzungen anordnen", wenn entgegen Nummer 3 eingegriffen wurde. Wer für die Zuwegung eine Hecke entfernt, hat damit nicht nur ein naturschutzrechtliches, sondern auch ein flurbereinigungsrechtliches Problem.

⚠️ Die Bekanntmachung entscheidet über den Startzeitpunkt. Nach § 34 Abs. 4 FlurbG sind das Zustimmungserfordernis und die Folgen seiner Nichtbeachtung öffentlich bekanntzumachen. Absatz 5 knüpft daran eine Bedingung: Wurde die Bekanntmachung nicht in den entscheidenden Teil des Flurbereinigungsbeschlusses aufgenommen, treten die Rechtswirkungen „erst mit der besonderen Bekanntmachung" ein. Prüfe deshalb, wann genau bekanntgemacht wurde — davon hängt ab, ob dein Vorhaben überhaupt erfasst ist.

Was die Neugestaltung berücksichtigen muss

§ 37 Abs. 1 FlurbG gibt der Behörde den Auftrag, das Gebiet „unter Beachtung der jeweiligen Landschaftsstruktur" neu zu gestalten, wie es den abzuwägenden Interessen der Beteiligten und dem Wohl der Allgemeinheit entspricht. Absatz 2 zählt die öffentlichen Interessen auf, die dabei zu wahren sind: Raumordnung, Landesplanung, geordnete städtebauliche Entwicklung, Umweltschutz, Naturschutz und Landschaftspflege, Denkmalschutz, Erholung und Wasserwirtschaft.

Die Erzeugung erneuerbarer Energien steht in dieser Aufzählung nicht. Das ist der Nachteil, den ein Vorhaben hier hinnehmen muss: Es kann sich im Verfahren auf die Interessen der Beteiligten stützen, aber nicht auf einen eigenen, ausdrücklich benannten öffentlichen Belang.

Die Landabfindung und was sie für einen Standort bedeutet

Der zweite Grund, warum ein Standort im Verfahren wackelt, ist die Neuverteilung selbst. Nach § 44 Abs. 1 FlurbG ist jeder Teilnehmer „für seine Grundstücke ... mit Land von gleichem Wert abzufinden" — mit Land, nicht mit demselben Land. Absatz 3 verlangt zusätzlich, die Abfindungen „in möglichst großen Grundstücken" auszuweisen; unvermeidbare Mehr- oder Minderausweisungen werden in Geld ausgeglichen.

Absatz 4 mildert das ab, aber nur als Sollvorschrift: Die Abfindung soll in Nutzungsart, Beschaffenheit, Bodengüte und Entfernung vom Wirtschaftshof den alten Grundstücken entsprechen. Eine Garantie, genau die Parzelle zu behalten, auf der die Anlage geplant ist, folgt daraus nicht.

Eine echte Schranke setzt erst Absatz 5: Erfordert die Abfindung „eine völlige Änderung der bisherigen Struktur eines Betriebes", bedarf sie der Zustimmung des Teilnehmers. Vergleiche deshalb früh, was das Verfahren für den Betrieb insgesamt bedeutet — nicht nur für die eine Fläche.

RegelWas sie sichertFundstelle
Wertgleiche Abfindunggleicher Wert, nicht dasselbe Grundstück§ 44 Abs. 1 FlurbG
Möglichst große GrundstückeZusammenlegung, Geldausgleich bei Abweichungen§ 44 Abs. 3 FlurbG
Entsprechung in Art und Lagenur als Sollvorschrift§ 44 Abs. 4 FlurbG
Zustimmung des Teilnehmersnur bei völliger Änderung der Betriebsstruktur§ 44 Abs. 5 FlurbG
Besonders geschützte FlächenHof- und Gebäudeflächen, Parkanlagen, Naturschutzgebiete, Seen, Sportanlagen§ 45 Abs. 1 FlurbG

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Wald im Verfahren: § 85 FlurbG

§ 85 FlurbG enthält Sondervorschriften für Waldgrundstücke. Nummer 2 nennt eine klare Schwelle: „Zur Einbeziehung einer geschlossenen Waldfläche von mehr als zehn Hektar Größe ist die Zustimmung der Forstaufsichtsbehörde erforderlich."

Für Solarvorhaben wichtiger ist Nummer 5: Von der Bekanntgabe des Flurbereinigungsbeschlusses bis zur Ausführungsanordnung bedürfen Holzeinschläge, „die den Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung übersteigen", der Zustimmung der Flurbereinigungsbehörde — und diese darf nur im Einvernehmen mit der Forstaufsichtsbehörde erteilt werden. Wer für eine Freifläche oder eine Trasse Bestand entnehmen will, braucht also zwei Zustimmungen statt einer. Nummer 6 fügt hinzu, dass die Behörde die Wiederaufforstung anordnen kann.

Unternehmensflurbereinigung: warum sie PV meist nicht offensteht

In Diskussionen taucht regelmäßig die Idee auf, den Flächenbedarf eines großen Vorhabens über eine Unternehmensflurbereinigung nach den §§ 87 ff. FlurbG auf viele Eigentümer zu verteilen. Der Wortlaut zieht dem eine Grenze, die selten mitgelesen wird.

§ 87 Abs. 1 FlurbG setzt voraus, dass „aus besonderem Anlaß eine Enteignung zulässig" ist, „durch die ländliche Grundstücke in großem Umfange in Anspruch genommen würden". Eingeleitet wird das Verfahren auf Antrag der Enteignungsbehörde — dieselbe Trennung von Zuständigkeiten, die auch bei bahnrechtlich gebundenen Flächen greift, siehe PV-Anlage an der Bahnstrecke. Ohne eine Enteignungsbefugnis für das Vorhaben fehlt damit die Grundvoraussetzung — und für eine gewöhnliche Freiflächen-Solaranlage besteht sie nicht.

Wo sie besteht, etwa beim Netzausbau, verschiebt sich das Bild deutlich. Nach § 88 Nr. 4 FlurbG sind die benötigten Flächen von den Teilnehmern „nach dem Verhältnis des Wertes ihrer alten Grundstücke zu dem Wert aller Grundstücke des Flurbereinigungsgebietes aufzubringen", und § 45 findet insoweit keine Anwendung. Nummer 5 verpflichtet den Träger des Unternehmens, Nachteile zu beheben oder Geldentschädigung zu leisten; Nummer 2 macht ihn zum Nebenbeteiligten.

Fünf Punkte, die vor dem Spatenstich geklärt sein müssen
  • Läuft für die Gemarkung ein Flurbereinigungsverfahren, und wann wurde der Beschluss bekanntgegeben?
  • Wurde das Zustimmungserfordernis nach § 34 Abs. 4 FlurbG bekanntgemacht — und wenn ja, wann?
  • Liegt eine schriftliche Zustimmung nach § 34 Abs. 1 Nr. 2 für Module, Zaun, Trafostation und Kabelgraben vor?
  • Ist der Zustand des Grundstücks nach § 36 Abs. 2 FlurbG festgestellt, bevor gebaut wird?
  • Bei Gehölzen: Ist geklärt, dass keine Ersatzpflanzung nach § 34 Abs. 3 FlurbG ausgelöst wird?

Die Alternative während des Verfahrens

Solange die Veränderungssperre läuft, ist eine Anlage auf einem vorhandenen Dach der naheliegendere Weg — er berührt die Neuverteilung der Feldflur nicht. Ganz ohne Vorbehalt ist er allerdings nicht: Ob eine Aufdachanlage auf einem bestehenden Gebäude eine „wesentliche Veränderung" eines Bauwerks im Sinne des § 34 Abs. 1 Nr. 2 FlurbG ist, sagt der Wortlaut nicht, und wir haben dazu keine Entscheidung gelesen. Wer sicher gehen will, holt die Zustimmung auch dafür ein.

Wirtschaftlich ist die Dachvariante ohnehin nicht die schlechtere. § 48 Abs. 2 EEG bemisst den anzulegenden Wert für Anlagen, die ausschließlich auf, an oder in einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht sind, mit 8,51 Cent pro Kilowattstunde bis einschließlich 10 kW, 7,43 Cent pro Kilowattstunde bis einschließlich 40 kW und 7,64 Cent pro Kilowattstunde bis einschließlich 1.000 kW. Für Freiflächen mit gesetzlich bestimmtem Wert nennt Absatz 1 Satz 1 dagegen 7 Cent pro Kilowattstunde, und der Höchstwert des ersten Segments liegt nach § 37b Abs. 1 EEG bei höchstens 5,9 Cent pro Kilowattstunde. Gezahlt wird in allen Fällen nach § 25 Abs. 1 Satz 1 EEG für 20 Jahre. Was die Anlage selbst kostet, ordnet Was eine Photovoltaikanlage kostet ein.

💡 In der Praxis ist die Zustimmung meist erreichbar. § 34 FlurbG verbietet nichts endgültig, er stellt unter Vorbehalt. Wer früh mit der Behörde spricht und die Anlage in die Neugestaltung einpassen lässt, statt sie ihr entgegenzustellen, verhandelt über die Lage der Fläche — und nicht über den Rückbau.
💡 Zwei Behörden, zwei Akten. Die Bauaufsicht weiß in der Regel nicht, ob ein Flurbereinigungsverfahren läuft, und die Flurbereinigungsbehörde erfährt vom Bauantrag nicht automatisch. Notiere beide Aktenzeichen und lege die Zustimmung nach § 34 zu den Bauunterlagen — sonst fehlt sie genau dann, wenn jemand danach fragt. Wie die Fristen beim Anschluss laufen, steht in Netzanschluss: Fristen und Pflichten.

Was wir nicht belegen konnten

Vier Punkte bleiben offen; wir benennen sie, statt sie zu füllen.

Erstens die Reichweite der Nummer 2 bei Dachanlagen. Ob eine Aufdachanlage eine „wesentliche Veränderung" eines Bauwerks ist, konnten wir keiner gelesenen Entscheidung entnehmen.

Zweitens § 137 FlurbG. Auf ihn verweist § 34 Abs. 2 für die Wiederherstellung; wir haben ihn nicht im Volltext gelesen und nennen deshalb keine Einzelheiten des Verfahrens und keine Fristen.

Drittens die laufenden Verfahren. Ein bundesweites, zentral abrufbares Verzeichnis der Flurbereinigungsverfahren haben wir nicht gefunden. Die Auskunft gibt die zuständige Flurbereinigungs- oder Landentwicklungsbehörde des Landes.

Viertens das Landesrecht. Die Ausführungsgesetze der Länder zum FlurbG haben wir nicht erhoben; Zuständigkeiten und Verfahrensdetails können dort abweichen.

Die Reihenfolge für ein Vorhaben im Verfahrensgebiet

1 In fünf Schritten zur belastbaren Einordnung
  1. Verfahren feststellen. Läuft für die Gemarkung ein Flurbereinigungsverfahren? Auskunft gibt die Flurbereinigungs- oder Landentwicklungsbehörde, nicht das Bauamt.
  2. Zeitraum prüfen. Die Sperre des § 34 Abs. 1 läuft von der Bekanntgabe des Beschlusses bis zur Unanfechtbarkeit des Plans; Absatz 5 kann den Beginn verschieben.
  3. Zustimmung einholen. Schriftlich und für alle Bestandteile — Module, Zaun, Gräben, Trafostation.
  4. Zustand feststellen lassen. § 36 Abs. 2 FlurbG verlangt die rechtzeitige Feststellung des für Wert und Entschädigung erheblichen Zustands.
  5. Erst danach bauen. Vor der Zustimmung gebaute Anlagen können nach § 34 Abs. 2 unberücksichtigt bleiben — und zurückgebaut werden.
⚠️ Stand und Grenzen dieses Textes. Wiedergegeben ist der Wortlaut der genannten Vorschriften, wie er am 8. September 2026 unter gesetze-im-internet.de abrufbar war. Ob für ein bestimmtes Grundstück ein Verfahren läuft und ob die Zustimmung erteilt wird, entscheidet die zuständige Behörde.

Häufige Fragen

Ab wann gilt die Veränderungssperre? +
Nach § 34 Abs. 1 FlurbG von der Bekanntgabe des Flurbereinigungsbeschlusses bis zur Unanfechtbarkeit des Flurbereinigungsplanes. Absatz 5 verschiebt den Beginn allerdings, wenn das Zustimmungserfordernis nicht in den entscheidenden Teil des Beschlusses aufgenommen wurde — dann treten die Rechtswirkungen erst mit der besonderen Bekanntmachung nach Absatz 4 ein.
Fällt eine Freiflächenanlage unter die Zustimmungspflicht? +
Der Wortlaut des § 34 Abs. 1 Nr. 2 FlurbG erfasst „Bauwerke, Brunnen, Gräben, Einfriedungen, Hangterrassen und ähnliche Anlagen". Zaun und Kabelgraben sind damit ausdrücklich genannt; für die Modultische und die Trafostation greift der Begriff des Bauwerks. Zusätzlich betrifft Nummer 1 die Änderung der Nutzungsart.
Was passiert, wenn ich ohne Zustimmung baue? +
§ 34 Abs. 2 FlurbG lässt zwei Folgen zu: Die Anlage kann im Verfahren unberücksichtigt bleiben, und die Behörde kann den früheren Zustand nach § 137 wiederherstellen lassen, wenn das der Flurbereinigung dienlich ist. Bei Eingriffen in Gehölze muss sie nach Absatz 3 sogar Ersatzpflanzungen anordnen.
Behalte ich mein Grundstück? +
Nicht unbedingt. § 44 Abs. 1 FlurbG verspricht Abfindung „mit Land von gleichem Wert", nicht mit demselben Land. Absatz 4 ist nur eine Sollvorschrift, und Absatz 5 verlangt deine Zustimmung erst dann, wenn die Abfindung eine völlige Änderung der Betriebsstruktur erfordert.
Kann ich mein Vorhaben über eine Unternehmensflurbereinigung durchsetzen? +
In aller Regel nicht. § 87 Abs. 1 FlurbG setzt voraus, dass für das Vorhaben „aus besonderem Anlaß eine Enteignung zulässig" ist und die Einleitung von der Enteignungsbehörde beantragt wird. Für eine gewöhnliche Freiflächen-Solaranlage fehlt diese Voraussetzung.
Darf ich für die Zuwegung Bäume fällen? +
Nur mit Zustimmung und nur ausnahmsweise. § 34 Abs. 1 Nr. 3 FlurbG lässt die Beseitigung von Gehölzen „nur in Ausnahmefällen, soweit landeskulturelle Belange, insbesondere des Naturschutzes und der Landschaftspflege, nicht beeinträchtigt werden" zu. Im Wald kommt § 85 Nr. 5 hinzu: Holzeinschläge über den Rahmen ordnungsmäßiger Bewirtschaftung hinaus brauchen die Zustimmung im Einvernehmen mit der Forstaufsichtsbehörde.
Gilt die Sperre auch für eine Anlage auf dem Stalldach? +
Das ist offen. § 34 Abs. 1 Nr. 2 FlurbG erfasst die wesentliche Veränderung von Bauwerken; ob eine Aufdachanlage darunter fällt, sagt der Wortlaut nicht, und wir haben dazu keine Entscheidung gelesen. Die sichere Variante ist, die Zustimmung auch dafür einzuholen.
Wo erfahre ich, ob ein Verfahren läuft? +
Bei der Flurbereinigungs- beziehungsweise Landentwicklungsbehörde des Landes. Ein bundesweites zentrales Verzeichnis haben wir nicht gefunden und nennen deshalb keines.
Ändert die Flurbereinigung etwas an der Vergütung? +
Nein. Die Werte des EEG hängen an Anlagentyp und Fläche, nicht am Verfahren: 7 Cent pro Kilowattstunde als Referenz für Freiflächen nach § 48 Abs. 1 Satz 1 EEG, höchstens 5,9 Cent pro Kilowattstunde als Höchstwert des ersten Segments nach § 37b Abs. 1 EEG, 20 Jahre Zahlungsdauer nach § 25 Abs. 1 Satz 1 EEG.

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