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Photovoltaik für Rathaus, Schule, Sporthalle und Bad: 29 Gebäude im Vergleich

Für Gemeinden, Vereine und Träger: welches Gebäude Solarstrom gut selbst nutzt, wo die Anlage kleiner ausfallen sollte und wann ein Speicher mehr bringt als zusätzliche Module.

⏱️ 24 Lesezeit📅 Oktober 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 04. Oktober 2026
Volksschule Klaffer am Hochficht mit großem Schriftzug und Photovoltaikmodulen auf dem Dach des Anbaus.

Foto: Thomas Ledl · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
  1. 1.Alle 29 Gebäude im Überblick
  2. 2.Verwaltung, Bauhof, Feuerwehr und Friedhof
  3. 3.Ver- und Entsorgung: Kläranlage und Wasserwerk
  4. 4.Bildung und Betreuung: Kita, Schule, Kurse und Jugend
  5. 5.Kultur und Veranstaltungen: Museum, Theater, Kino, Stadthalle
  6. 6.Sport und Freizeit: Hallen, Plätze und Studios
  7. 7.Bäder und Wintersport: Freibad, Hallenbad, Eishalle, Skilift
  8. 8.Gesundheit und Pflege
  9. 9.Was für alle 29 Gebäude gilt
  10. 10.Steuern und Recht für Gemeinden, Vereine und Träger
  11. 11.Häufige Fragen
  12. 12.Quellen

Diese Seite hilft Gemeinden, Vereinen, Kirchengemeinden und Trägern, die Photovoltaik auf einem von 29 öffentlichen Gebäuden oder Sportstätten planen. Am meisten Solarstrom nutzen Gebäude mit Dauerlast oder Tagesbetrieb selbst, etwa Kläranlage, Hallenbad, Rathaus und Bibliothek. Wo der Strom abends oder im Winter fließt, wie am Sportplatz, in der Tennishalle oder der Eishalle, passt nur eine kleine Anlage, ein Speicher oder ein Abnehmer für den Sommerstrom.

Alle 29 Gebäude im Überblick

GebäudeStrombedarfKernzahlWorauf es ankommt
Rathauswerktags zur Bürozeit72,7 % bei 60 kWpkleiner als der Jahresverbrauch
Bauhofwerktags ab 7 Uhr, Winterdienst früher50,4 % bei 30 kWpbis etwa 20 kWp planen
FeuerwehrhausLadeerhaltung, Dienstabend16,7 % bei 3 kWpkleiner Speicher statt mehr Module
Friedhofvor allem November bis Februar66,4 % bei 5 kWpOrtsfriedhof: Dach verpachten
Kläranlagerund um die Uhr98,5 % bei 50 kWp je 10.000 EWKlärgas-BHKW abziehen
Wasserwerkrund um die Uhr, Pumpen verschiebbarDeckung 26,8 %, verschoben bis 42,1 %Pumpen in die Sonnenstunden
Kitatagsüber, abends leerBörnecke: 40.000 kWh Ertrag, 4.000 kWh BedarfBetreiber und Steuer klären
Schulean Unterrichtstagen14,9 bis 17,6 % des Ertrags in den SommerferienFerien und Wochenenden
MusikschuleNachmittag, früher Abend32,1 % bei 3 kWpFerien drücken die Quote
VolkshochschuleTag- und Abendkurse57,2 % bei 10 kWpKurse in den Vormittag legen
BibliothekÖffnungszeiten, Winter höher61,1 % bei 20 kWpbis 10 kWp ohne Speicher
JugendzentrumNachmittag bis Abend31,4 % bei 5 kWp, mit Speicher 62,6 %1 bis 3 kWp oder Speicher
Jugendherbergemorgens, mittags, abends58,0 % bei halber Deckungeigener Zähler statt Hotelwert
Museumganzjährig gleichmäßig53,5 % bei 10 kWpGrundlast für das Raumklima
TheaterHaustechnik tagsüber, Vorstellung abends4,3 % des Ertrags nach 18 UhrTageslast statt Spielplan
Kinoabends plus Grundlast42 % Autarkie in VilsbiburgSpeicher nach Abendlast
StadthalleVeranstaltungen am Abend49,9 % bei 20 kWpTagesnutzung als Hebel
Sporthallevormittags Schule, abends Verein43,3 % bei 10 kWp mit halber Schulnutzungwer die Halle wann nutzt
Sportplatzabends, Winterhalbjahr49,5 % bei 5 kWperst LED-Flutlicht
TennishalleOktober bis Mitte April, abends56,0 % bei 5 kWpLED vor Modulen
Kletterhalleganzjährig, Stoßzeit 16 bis 20 Uhr87,0 % bei 34 kWprund 0,3 kWp je 1.000 kWh
TrampolinhalleNachmittag, Wochenende, Ferien68,0 bis 68,5 % bei halber DeckungSchulgruppen am Vormittag
Fitnessstudio6 bis 23 Uhr, Spitze 18 Uhr51,0 % bei 20 kWpÖffnungszeit schlägt Stoßzeit
Tanzschuleab 18 Uhr, Kinder ab Nachmittag37,6 %, mit Kinderkursen 56,0 %Kursplan statt G2
FreibadMai bis September, tagsüberüber 86 % in Langenselboldauf die Saison auslegen
Hallenbadrund um die Uhr, Revision im August94,4 % bei 20 kWpRevision bestimmt die Größe
EishalleEnde August bis April45,2 % des Ertrags in der EiszeitAbnehmer für den Sommerstrom
SkiliftDezember bis März, tagsüber10,1 bis 12,1 % bei 20 kWpSommerabnehmer oder Einspeisung
PflegeheimTag und Nacht30 kWp decken 11,3 % des BedarfsSteuerarten einzeln prüfen

Die Kernzahl ist meist der Eigenverbrauch, also der Anteil des Solarstroms, den das Gebäude selbst nutzt. Die Werte stammen aus Modellrechnungen mit PVGIS oder aus Angaben der Betreiber, Details im jeweiligen Abschnitt.

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Verwaltung, Bauhof, Feuerwehr und Friedhof

Verwaltungen arbeiten tagsüber, Bauhof, Feuerwehr und Friedhof haben Nacht-, Abend- oder Winterlast.

Rathaus und Verwaltung

Ein Rathaus braucht Strom zur Bürozeit, wenn die Sonne scheint. Laut Energiebericht 2024 der Stadt Weinheim verbrauchte das Rathaus Weinheim 2024 154.296 kWh auf 3.880,40 m². Der Winter liegt nur wenig höher: Der Januar kam auf das 1,36-Fache des Junis.

Im Modell mit PVGIS (Weinheim, Süd, 35 Grad) und 50 % Grundlast nutzt eine Anlage mit 30 kWp 85,6 % ihres Stroms selbst, mit 60 kWp 72,7 %. Eine Anlage für den ganzen Jahresverbrauch hätte 139,6 kWp und käme nur auf 43,3 %. Der Grund ist die Uhr: 42,5 % des Solarstroms entstehen außerhalb der Bürozeit, 31,3 % am Wochenende und an Feiertagen.

In der Praxis passt das: In Ilmenau nutzt das Rathaus mit 16,1 kW nach dem Testbetrieb zwischen 85 und 100 % selbst. Für Weinheim heißt das: eher 45 kWp als 139,6 kWp. Frag im Angebot nach Lastgang und angenommener Bürozeit.

Bauhof

Der Bauhof arbeitet werktags ab 7 Uhr, im Winterdienst der Samtgemeinde Nenndorf beginnt die Rufbereitschaft schon um 4.00 Uhr. Laut Energiebericht Weinheim verbrauchte der Baubetriebshof Weinheim 2024 46.838 kWh, im Januar 5.830 kWh, im Juni 2.741 kWh.

Im Modell mit 50 % Grundlast nutzt der Bauhof 63,3 % bei 20 kWp, 50,4 % bei 30 kWp und 40,3 % bei 42 kWp. 49,2 % des Ertrags fallen außerhalb der Dienstzeit an. November bis März bringen 50,3 % des Jahresstroms, aber nur 24,7 % des Ertrags. Ein Speicher mit 20 kWh hebt 30 kWp von 50,4 auf 63,9 %, den Überschuss vom Wochenende trägt er aber nicht bis Montag.

Folgerung: Die Anlage bis etwa 20 kWp auslegen, nicht auf den Jahresverbrauch. Bei gemeinsamem Zähler mit Kläranlage oder Wertstoffhof zählt die gemeinsame Last.

Feuerwehrhaus

Ein Gerätehaus braucht wenig Strom und den größten Teil zur falschen Zeit. Sieben Gerätehäuser verbrauchten 2022 laut Energiebericht 2022 der Samtgemeinde Nenndorf zwischen 591 und 4.721 kWh, im Median 2.480 kWh. Dauernd läuft die Ladeerhaltung der Fahrzeuge.

Im Modell mit 2.500 kWh, 3 kWp und 50 % Grundlast fallen 64,6 % des Stroms ab 17 Uhr an, die Anlage liefert dann nur 9,3 % ihres Ertrags. Der Eigenverbrauch liegt bei 16,7 %. Das Standardprofil G1 ergibt 41,4 % und überschätzt das. Mit 5 kWh Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 41,4 %, die Ersparnis liegt bei 24,3 Cent je kWh aber nur bei etwa 320 Euro im Jahr.

Die Hauptfeuerwache Bad Hersfeld mit 30,38 kWp und zwei Speichern je 13,8 kWh erwartet 84,7 % Eigenverbrauch. Folgerung: Zuerst klären, ob der Betrieb durchläuft und wie viele Dienststunden vor 17 Uhr liegen.

Tipp zum Jahresverbrauch: Nimm den Mittelwert aus mindestens drei Jahren. Ein Jahr mit Fest oder Sanierung verzerrt den Wert.

Friedhof und Trauerhalle

Friedhöfe brauchen Strom vor allem im Winter. Am Hauptfriedhof Weinheim fallen laut Energiebericht 44,5 % des Jahresverbrauchs von 11.374 kWh in die Monate November bis Februar, in Oberflockenbach sogar 75,7 %. Die Anlage liefert dann nur 15,4 % ihres Ertrags.

Im Modell mit 50 % Grundlast nutzt der Hauptfriedhof 66,4 % bei 5 kWp, 43,8 % bei 10 kWp und 20,6 % bei 27 kWp. Kleine Ortsfriedhöfe verbrauchen so wenig, dass in Oberflockenbach schon 1 kWp nur 14,0 % selbst nutzt, rund 51 Euro im Jahr.

Für solche Dächer ist die Verpachtung besser. In Hofheim am Taunus baut eine Energiegenossenschaft 27 kWp auf die Trauerhalle Marxheim, die Stadt erhält eine kleine jährliche Miete.

In Hochspeyer erlöst die Ortsgemeinde laut Energieatlas Rheinland-Pfalz etwa 230 Euro im Jahr. Kläre vor dem Vertrag, wer bei einer Dachsanierung Abbau und Wiederaufbau zahlt, siehe Dach verpachten.

Ver- und Entsorgung: Kläranlage und Wasserwerk

Beide laufen rund um die Uhr. Das Wasserwerk kann aber Last verschieben, und steuerlich gelten andere Regeln.

Kläranlage

Die Kläranlage ist der Idealfall. Laut 37. DWA-Leistungsnachweis verbrauchen deutsche Kläranlagen 31,0 kWh je Einwohnerwert im Jahr. Eine Anlage für 10.000 Einwohnerwerte braucht damit 310.000 kWh, das sind 35,3 kW Dauerlast.

Im Modell mit konstanter Last (PVGIS Nordhessen) liegt der Eigenverbrauch bei 100 % bis 35 kWp, bei 98,5 % mit 50 kWp und bei 72,8 % mit 100 kWp je 10.000 EW. Ein Klärgas-BHKW, das die Hälfte der Last deckt, drückt 100 kWp auf 45,8 %. In Zweibrücken decken BHKW und rund 100.000 kWh Solarstrom zusammen 80 Prozent des Bedarfs von rund 1,1 Millionen kWh.

Steuerlich ist die Abwasserbeseitigung hoheitlich nach § 2b UStG, der Stromverkauf ins Netz nach dem Wortlaut nicht.

Die Richtlinie (EU) 2024/3019 verlangt für Anlagen ab 10.000 EW national 70 Prozent erneuerbare Energie bis Ende 2040 und 100 Prozent bis Ende 2045. Folgerung: Viertelstundenwerte beim Netzbetreiber anfordern, die BHKW-Erzeugung abziehen und die Anlage an der verbleibenden Mittagslast ausrichten.

Wasserwerk und Trinkwasserversorgung

Ein Wasserwerk pumpt Tag und Nacht, kann Pumparbeit aber über den Hochbehälter in die Sonnenstunden verschieben. Laut energieforschung.de braucht die Wasserversorgung rund 0,5 kWh je Kubikmeter, bei großen Höhenunterschieden über 1 kWh.

Ein Musterwasserwerk mit 1 Mio. m³ braucht 500.000 kWh. Bei konstanter Last decken 200 kWp im Modell 26,8 % des Verbrauchs, der Eigenverbrauch liegt bei 63,7 %. Verschiebt der Betrieb die Pumpen in den Tag, steigt die Deckung auf 38,9 bis 42,1 %, ganz ohne Batterie. Die Stadtwerke Traunreut versorgen ihre Brunnengalerie so mit einer 215-kWp-Anlage ohne Batteriespeicher.

Steuerlich unterscheidet sich das Wasserwerk von der Kläranlage: Es ist nach § 4 Abs. 3 KStG ein Betrieb gewerblicher Art, und die Kommune ist beim Wasser nach § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG stets Unternehmer. Folgerung: Erst die Pumpen optimieren, dann mit dem Wassermeister den Tagesfahrplan festlegen und die Anlage dagegen rechnen.

Bildung und Betreuung: Kita, Schule, Kurse und Jugend

Hier entscheidet der Kalender: Ferien, Wochenenden und Kurszeiten bestimmen, wie viel Solarstrom im Haus bleibt.

Kita und Kindergarten

Eine Kita braucht wenig Strom und nur tagsüber. Die Kolping-Kita in Gersthofen verbraucht laut solarserver.de 18.000 kWh im Jahr. In Börnecke erzeugen 39,3 kWp laut Solarbetrieb rund 40.000 kWh, etwa zehnmal so viel, wie die Kita selbst verbraucht.

Börnecke hat die Anlage geteilt: 29,5 kWp speisen voll ein, 9,8 kWp versorgen die Kita. Bei viel Einspeisung wird die Steuer wichtiger als die Ersparnis, und die hängt am Betreiber.

Ein gemeinnütziger Träger bleibt frei von Körperschaft- und Gewerbesteuer, solange die Einnahmen aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben 50.000 Euro im Jahr nicht übersteigen (§ 64 Abs. 3 AO). Für eine Gemeinde gelten § 2b UStG und die Regeln zum Betrieb gewerblicher Art. Folgerung: Betreiber vor der Bestellung festlegen, den Verbrauch der letzten zwei Jahre neben den Ertrag im Angebot legen und prüfen, ob das Gebäude bei 30 kW (peak) je Einheit bleibt.

Schule und Schuldach

An Unterrichtstagen nutzt die Schule Solarstrom gut, Ferien und Wochenenden kosten viel. Im Modell mit 30 kWp (PVGIS, Mitte Deutschlands) fallen 14,9 % (Nordrhein-Westfalen) bis 17,6 % (Berlin und Brandenburg) des Jahresertrags in die Sommerferien 2027 nach dem KMK-Ferienkalender. Mit allen Ferien und Wochenenden sind es 44,7 % in NRW bis 50,2 % in Bayern.

Ein Speicher überbrückt Stunden, keine sechs Wochen. Für den Vergleich des eigenen Verbrauchs hilft der Klimarechner von Greenpeace: Das Mittel aus 337 Schulbilanzen liegt bei 19,79 kWh Strom je m² und Jahr.

Steuerlich zählt das Schulgebäude laut BMF-Schreiben vom 27.02.2023 zu den Gemeinwohl-Gebäuden für den Nullsteuersatz, bis 30 kW (peak) ohne weitere Prüfung.

Folgerung: Ferientermine des Landes neben die Monatserträge legen, Wochenenden abziehen und die Einspeisung in den Ferien im Angebot getrennt ausweisen lassen.

Musikschule

Musikschulen unterrichten am Nachmittag und frühen Abend, in Eisenach etwa in der Kernzeit von 13 bis 20 Uhr, und machen in den Ferien Pause. Der Verbrauch ist klein: Die Musikschule Delmenhorst brauchte 2022 laut Energiebericht der Stadt 2.750 kWh Strom auf 999 m².

Im Modell (PVGIS Hannover) nutzt eine Anlage mit 3 kWp 32,1 % selbst. Ferien und Feiertage nehmen 29,4 % des Solarertrags, aber nur 6,6 % des Stroms. Die BDEW-Liste M-24 ordnet Musikschulen dem Profil G1 zu, das keine Ferien kennt und 44,1 % ergibt. Mit 3 kWh Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 49,6 %.

Folgerung: Klein anfangen, bei 2.750 kWh etwa in der Größe einer Einfamilienhausanlage. Lass im Angebot den Eigenverbrauch mit Ferien und mit G1 getrennt ausweisen.

Volkshochschule

In der Volkshochschule entscheidet das Kursprogramm. Bundesweit waren laut Volkshochschul-Statistik des DIE 2013 45,5 % der Kurse Abendkurse und 39,4 % Tageskurse. Die VHS Weinheim verbrauchte 2024 laut Energiebericht 18.284 kWh auf 685,36 m².

Im Modell mit dieser Kursverteilung nutzt die VHS 80,5 % bei 5 kWp und 57,2 % bei 10 kWp. Liegen 70 % der Kurse am Abend, sind es bei 10 kWp 43,5 %, bei 70 % Tageskursen 68,2 %. Ein Speicher mit 10 kWh hebt 10 kWp von 57,2 auf 74,8 %.

Folgerung: Die Anlage deutlich unter dem Jahresverbrauch halten, die 16,5 kWp für den ganzen Jahresstrom wären zu groß. Wer Computer- oder Sprachkurse in den Vormittag legt, hebt den Eigenverbrauch ohne zusätzliche Module. Frag im Angebot, welche Kurszeiten angenommen wurden.

Bibliothek

Bibliotheken haben Tagesbetrieb und damit ein günstiges Profil. Die Stadtbibliothek Weinheim verbrauchte 2024 laut Energiebericht 32.528 kWh auf 1.952 m², im Winter mehr als im Sommer: im Januar 3.328 kWh, im Juni 2.190 kWh.

Im Modell mit 50 % Grundlast nutzt die Bibliothek 80,0 % bei 10 kWp, 61,1 % bei 20 kWp und 46,0 % bei 30 kWp. 39,9 % des Ertrags fallen in die Schließzeiten. Ein Speicher lohnt erst bei großen Anlagen: 30 kWp mit 20 kWh kommen auf 59,9 % statt 46,0 %.

Ein Praxisbeispiel ist die Stadtbücherei Münster mit 29 kWp und rund 30.000 kWh im Jahr, das Land NRW förderte mit knapp 55.000 Euro. Folgerung: Bis rund 10 kWp braucht die Bibliothek keinen Speicher.

Jugendzentrum

Ein Jugendzentrum öffnet meist erst am Nachmittag, bundesweit laut Deutschem Jugendinstitut im Median von 14 bis 20 Uhr. Das Jugendzentrum Penzberg verbrauchte 2021 laut Energiebericht 2021 der Stadt Penzberg 5.047 kWh auf 390 m².

Im Modell (PVGIS Penzberg) fallen nur 25,9 % des Solarertrags in die Öffnungszeiten, 42,5 % liegen werktags davor. Ohne Speicher nutzt 1 kWp 57,2 %, 5 kWp nur 31,4 %. Mit 10 kWh Speicher verdoppelt sich der Wert bei 5 kWp auf 62,6 %, weil der Strom nur von mittags bis zum Nachmittag gehalten werden muss.

Folgerung: Ohne Speicher 1 bis 3 kWp, mit Speicher 3 bis 5 kWp bei rund 5.000 kWh Verbrauch. Größere Dächer passen zur Pacht, wie in Waghäusel, wo acht Pachtanlagen, darunter eine auf dem Jugendzentrum, zusammen rund 630.000 kWh erzeugen.

Jugendherberge

Eine Jugendherberge braucht Strom morgens, mittags und abends. Frühstück, Abendessen und Abendprogramm liegen außerhalb der Sonnenstunden.

Im Modell (PVGIS Hannover, 35 % Grundlast) nutzt ein Haus mit vielen Schulklassen 58,0 % selbst, wenn die Anlage die Hälfte des Jahresbedarfs deckt, mit vielen Familien 58,7 %. Die Standardprofile G2 und G6 rechnen 62,7 und 65,2 % und liegen zu hoch.

Viele Häuser haben schon Anlagen, das DJH Bayern nennt zwölf Häuser mit PV. Folgerung: Mit den Viertelstundenwerten des eigenen Zählers rechnen lassen, nicht mit G6. Ein Speicher passt gut, weil der Abend der zweite Schwerpunkt ist.

Tipp für alle Bildungshäuser: Lege Angebote, die tagsüber stattfinden können, in den Vormittag. In der Trampolinhalle heben Schulgruppen den Eigenverbrauch im Modell von 68,0 auf 77,6 %, in der Volkshochschule bringen 70 % Tageskurse bei 10 kWp 68,2 % statt 43,5 %.

Kultur und Veranstaltungen: Museum, Theater, Kino, Stadthalle

Kultur findet abends statt, die Haustechnik läuft tagsüber. Entscheidend ist deshalb die Grundlast, nicht der Spielplan.

Museum

Museen haben wenige Öffnungsstunden, aber Grundlast für das Raumklima. Das Museum der Stadt Weinheim verbrauchte 2024 laut Energiebericht 15.221 kWh auf 1.051 m², fast gleichmäßig über das Jahr. Mai bis August bringen 35,8 % des Verbrauchs.

Im Modell mit 50 % Grundlast nutzt das Museum 80,6 % bei 3 kWp, 53,5 % bei 10 kWp und 46,0 % bei 14 kWp. Nur 28,3 % des Ertrags fallen in die Öffnungsstunden. Ein Speicher mit 10 kWh hebt 10 kWp auf 75,7 %, weil die Grundlast nachts weiterläuft.

Größer plant das Museum Lüneburg: etwa 70 kWp mit rund 65.000 kWh im Jahr, vor allem für die Klimaanlage. Folgerung: Die ersten Kilowatt sind die wertvollsten, das Dach also nicht voll belegen. Bei Denkmalschutz die Genehmigung vor dem Angebotsvergleich klären, siehe Denkmalschutz und Photovoltaik.

Theater

Im Theater läuft die Haustechnik tagsüber. In der Alten Oper Frankfurt lag die Grundlast laut Energiekonzept der Stadt bei ca. 220 kW, ab Betriebsbeginn um 6 bis 7 Uhr bei 800 bis 1.000 kW.

Im Modell (PVGIS Frankfurt, 99,9 kWp) fallen 86,8 % des Jahresertrags zwischen 9 und 17 Uhr an, nach 18 Uhr nur 4,3 %. Die Spielzeitpause in Meiningen vom 18.07. bis 16.08. trifft 12,1 % des Ertrags, die längere Pause in Regensburg 17,1 %.

Das Stadttheater Klagenfurt spart mit 185 Paneelen rund 60.000 kWh bei 520.000 kWh Jahresverbrauch.

Theater öffentlich-rechtlicher Träger sind nach § 4 Nr. 20 UStG steuerfrei, der Nullsteuersatz gilt laut Abschnitt 12.18 UStAE auch über 30 kW. Folgerung: Viertelstundenwerte anfordern, die Anlage an der Tageslast im Sommer ausrichten und den Ertrag der Sommerpause im Angebot getrennt zeigen lassen.

Kino

Ein Kino hat Abendlast plus Grundlast. Das Cineplex Vilsbiburg mit 160,6 kWp auf Flachdach und Ostfassade nennt 42 % Autarkie im Jahresdurchschnitt und 58 % an einem Sommertag, bei 150.000 kWh Strom im Jahr 2025. Die Batterie wurde 2026 von 162 auf 242 kWh erweitert.

Im Modell mit 7 kW Grundlast und Vorstellungen von 14 bis 23 Uhr deckt die Anlage ohne Speicher 31,7 bis 41,4 % des Bedarfs. Mit Speicher liegt das Modell bei 63,4 bis 70,6 % und damit darüber. Eine mögliche Erklärung sind die Wärmepumpen, die Last in den Winter schieben.

Folgerung: Mit Wärmepumpen nicht nach dem Jahresverbrauch auslegen, sondern nach Monatswerten. Lies die Grundlast nach der letzten und vor der ersten Vorstellung ab und bemiss den Speicher nach der Abendlast und der Dauerleistung des Wechselrichters.

Stadthalle und Veranstaltungshalle

Stadthallen leben vom Abend. In Weinheim begannen laut Vorverkaufsliste alle acht Veranstaltungen im Herbst 2026 um 19:30 oder 20 Uhr. Die Stadthalle verbrauchte 2024 laut Energiebericht 70.175 kWh, 54,8 % davon von Oktober bis März. Nach 19 Uhr entstehen nur 1,2 % des Ertrags.

Im Abendmodell mit 50 % Grundlast nutzt die Halle 74,9 % bei 10 kWp, 49,9 % bei 20 kWp und 24,2 % bei 64 kWp. Kommt Tagesnutzung dazu, erreichen 20 kWp 75,8 %. Das Profil G2 ergibt 85,4 % und ist für Abendhallen zu optimistisch. Ein Speicher mit 20 kWh hebt 20 kWp auf 69,5 %.

Die Mehrzweckhalle Ötigheim erzeugt mit 30 kWp 28.500 kWh bei 30.000 kWh Verbrauch. Folgerung: Tagungen, Proben oder Schulsport tagsüber sind der größte Hebel. Bei reinem Abendbetrieb bringt ein Speicher mehr als zusätzliche Module.

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Sport und Freizeit: Hallen, Plätze und Studios

Sport findet oft statt, wenn die Sonne tief steht. Den Unterschied macht, ob vormittags Schulsport, Kurse oder Gruppen laufen.

Sporthalle und Turnhalle

Eine Sporthalle hat zwei Nutzer: vormittags die Schule, abends den Verein. In Ulm gehört die Halle laut Benutzungsordnung werktags von 7:30 bis 17 Uhr vorrangig dem Schulsport, von 17 bis 22 Uhr den Vereinen.

Die Keltensteinhalle in Weinheim verbrauchte 2024 laut Energiebericht 14.560 kWh.

Im Modell mit halber Schulnutzung nutzt die Halle 63,0 % bei 5 kWp und 43,3 % bei 10 kWp. Als reine Vereinshalle sind es 30,9 % und 20,3 %, denn zwischen 17 und 22 Uhr entstehen werktags nur 6,9 % des Ertrags. Ein Speicher mit 10 kWh verdoppelt den Wert der Vereinshalle bei 10 kWp auf 41,8 %.

Folgerung: Belegungsplan und Ferienschließzeiten klären, die Anlage kleiner als den Jahresverbrauch auslegen und in der Vereinshalle zuerst den Speicher prüfen. Für Steuerfragen hilft PV auf dem Vereinsheim.

Sportplatz und Flutlicht

Ein Sportplatz verbraucht abends und im Winter. Das Sepp-Herberger-Stadion in Weinheim brauchte 2024 laut Energiebericht 17.135 kWh, 76,7 % davon von Oktober bis März. In diesen Monaten liefert eine Solaranlage nur 29,3 % ihres Jahresertrags, werktags zwischen 17 und 21 Uhr nur 7,2 %.

Im Modell mit 40 % Grundlast nutzt das Stadion 61,0 % bei 3 kWp, 49,5 % bei 5 kWp und 35,3 % bei 10 kWp. Bei Training von 17:30 bis 21 Uhr steht die Sonne in 483,5 Stunden unter 5 Grad. Mit 10 kWh Speicher erreichen 10 kWp 51,5 %.

Der größte Hebel ist das Flutlicht. In Ober-Abtsteinach hatte die alte Anlage 17.920 W, die LED-Umrüstung soll 6.286 kWh im Jahr sparen. Folgerung: Erst LED, dann die Monatswerte neu ablesen, dann die Anlage auslegen.

Tennishalle

Die Tennishalle hat Saison von Oktober bis Mitte April, werktags vor allem abends. Die Tennisabteilung des TSV Waldenbuch verbraucht rund 17.500 kWh im Jahr. 88,5 % des Verbrauchs fallen in die Hallensaison, aber nur 40,4 % des Solarertrags.

Ohne Speicher nutzt eine reine Winterhalle 56,0 % bei 5 kWp, 41,2 % bei 10 kWp und 19,0 % bei 30 kWp. Mit 30 kWh Speicher deckt eine Anlage mit 30 kWp 63,9 % des Verbrauchs.

Oft spart LED mehr als Module: Der TC Geisenfeld senkte den Verbrauch seiner Hallenbeleuchtung von 42.559 auf 11.849 kWh im Jahr. Folgerung: Erst die Beleuchtung umstellen, dann für eine reine Winterhalle etwa 5 bis 10 kWp planen. 30 kWp passen nur mit Speicher oder Sommerlast, wie in Waldenbuch mit 30 kWh Speicher.

Tipp vor jeder Auslegung: Rüste Hallenlicht und Flutlicht zuerst auf LED um. Licht brennt abends, wenn die Anlage nichts liefert. In Geisenfeld sank der Verbrauch der Hallenbeleuchtung um 72 %.

Kletterhalle und Boulderhalle

Eine Kletterhalle nutzt Solarstrom besser als die meisten Vereinsgebäude, weil sie ganzjährig von mittags bis spät abends offen ist. Laut Kletterhallenumfrage des DAV sind die Hallen werktags ab 16 Uhr voll, die meisten Gäste checken nach 18 Uhr ein.

Das Kletterzentrum Freiburg verbraucht etwa 10.000 kWh im Monat.

Im Modell mit 120.000 kWh Jahresverbrauch (PVGIS Freiburg) nutzt die Halle 96,1 % bei 20 kWp und 87,0 % bei 34 kWp. 193 kWp erzeugen rund 234.000 kWh, decken zur gleichen Stunde aber nur 54,0 % des Bedarfs, weil 40,0 % des Verbrauchs zwischen 18 und 6 Uhr anfallen. Ein Speicher mit 100 kWh hebt die Deckung auf 77,1 %.

Folgerung: Ohne Speicher bleibt bis rund 0,3 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch fast der ganze Strom im Haus.

Trampolinhalle

Trampolinhallen öffnen werktags ab dem frühen Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien schon vormittags. Die Schwäche ist der Schulvormittag: An Schultagen vor 14 Uhr entstehen 31,0 % des Jahresertrags einer Südanlage.

Im Modell (PVGIS Hannover) nutzt eine Anlage, die den halben Jahresbedarf deckt, 68,0 bis 68,5 % selbst, gleich ob die Halle bis 19 oder 22 Uhr öffnet. Mit Schulgruppen am Vormittag sind es 77,6 %. Eine Westanlage erhöht den Eigenverbrauch um 3,8 Prozentpunkte, erzeugt aber 18,4 % weniger Strom je kWp.

Den Verbrauch schätzen die amtlichen Vergleichswerte für Nichtwohngebäude: Sporthallen 19,4 kWh, Fitnessstudios 53,5 kWh Strom je m² und Jahr. Folgerung: Vormittagsangebote für Schulklassen, Kitas oder Vereine füllen die sonnenreichsten Stunden. Der Planer soll mit den eigenen Öffnungszeiten rechnen, nicht mit G2.

Fitnessstudio

Ein Fitnessstudio ist bis zu 17 Stunden offen, Licht und Lüftung laufen durchgehend. Die Stoßzeit liegt laut Gym-Rush-Hour-Report von Fitness First werktags um 18 Uhr, zwischen 10 und 11 Uhr gibt es einen stabilen Besucherstrom. Kleinere Studios verbrauchen laut Verivox 20.000 bis 30.000 kWh im Jahr.

Im Modell mit 25.000 kWh (PVGIS Wallenhorst) nutzt das Studio 79,4 % bei 10 kWp, 51,0 % bei 20 kWp nach Süden und 60,2 % bei 20 kWp Ost-West. Das Standardprofil G2 ergibt 44,1 % und unterschätzt den Eigenverbrauch hier. Ein Speicher mit 20 kWh hebt die Autarkie von 41,9 auf 59,3 %.

Kunden in die Mittagszeit zu locken bringt kaum etwas, nur 1,5 Prozentpunkte. Folgerung: Den echten Lastgang beim Messstellenbetreiber anfragen und LED sowie Präsenzmelder vor der Auslegung klären.

Tanzschule

Tanzschulen unterrichten Erwachsene ab 18 Uhr, Kinder oft schon am Nachmittag. Bei TanzZwiEt in Berlin sind 60 von 74 Wochenkursen für Kinder und Jugendliche, 42,3 % der Kursminuten liegen vor 17 Uhr. Eine Solaranlage liefert 72,7 % ihres Ertrags zwischen 10 und 16 Uhr, nach 18 Uhr nur 3,9 %.

Im Modell mit einer Anlage für 30 % des Jahresbedarfs nutzt eine reine Abendschule 37,6 % selbst, eine Schule mit Kinderkursen 56,0 %. Das Profil G2 ergibt 87,0 % und liegt fast 50 Prozentpunkte zu hoch. Für 30 % Deckung reichen je 10.000 kWh Jahresverbrauch 2,8 kWp. Ein Speicher hebt die Abendschule bei halber Deckung von 27,3 auf 52,4 %.

Folgerung: Kinderkurse oder Seniorentanz in den frühen Nachmittag legen und Sommerkurse am Vormittag anbieten. Der Planer soll mit dem Kursplan rechnen.

Bäder und Wintersport: Freibad, Hallenbad, Eishalle, Skilift

Das Freibad verbraucht bei stärkster Sonne, Eishalle und Skilift bei schwächster, das Hallenbad hat Dauerlast.

Freibad

Beim Freibad deckt sich die Saison mit den ertragsstarken Monaten. Bei einer Saison vom 1. Mai bis 13. September wie in Tübingen fallen im Modell 57,5 % des Jahresertrags an nur 37,3 % der Tage an.

Das Freibad Langenselbold meldet mit 52,07 kWp eine Eigenverbrauchsquote von über 86 %.

In Bayreuth soll eine Anlage mit rund 240.000 kWh etwa die Hälfte des Bedarfs von etwa 275.000 kWh decken. Langenselbold nutzt ein Mietmodell über 20 Jahre: Die Stadt zahlt eine feste Monatsmiete und bezieht den Strom vergünstigt.

Steuerlich ist der Nullsteuersatz über 30 kW für kommunale Freibäder nicht ausdrücklich geregelt. Einen steuerlichen Querverbund begründet nach dem BMF-Schreiben vom 10. Oktober 2025 nur eine hybride PV-Anlage mit mindestens 50 kW elektrisch, die mindestens 10 Prozent des Wärmebedarfs des Bades deckt.

Folgerung: Saisonertrag gegen Saisonverbrauch rechnen und vor einem Mietmodell die Miete über 20 Jahre gegen Kaufpreis und Ersparnis stellen.

Hallenbad und Schwimmhalle

Ein Hallenbad hat Dauerlast. Die Mehrzweckhalle Hohensachsen mit Hallenbad verbrauchte 2023 laut Energiebericht Weinheim 115.911 kWh. Die Ausnahme ist der August mit der Revision: Er hat 1,9 % des Jahresverbrauchs, aber 10,3 % des Solarertrags.

Im Modell mit Nachtabsenkung nutzt das Bad 94,4 % bei 20 kWp, 84,3 % bei 30 kWp und 63,0 % bei 50 kWp auf einem Süddach. Deckt die Anlage den ganzen Jahresverbrauch, sind es 37,4 %. Eine Ost-West-Anlage mit 50 kWp kommt auf 71,3 %. Ein Speicher bringt wenig, denn den Überschuss der Sommerrevision löst er nicht.

Große Dächer lassen sich teilen: In Weinstadt nutzen die Stadtwerke 170 kWp für die Bad-Technik, 80 kWp Ost-West speist eine Genossenschaft voll ein. Folgerung: Bis etwa 0,17 kWp je MWh Jahresverbrauch bleibt fast der ganze Strom im Haus. Vergleiche die selbst genutzten kWh, nicht nur die Quote.

Eishalle und Eissporthalle

Die Eishalle verbraucht im Winter, die Solaranlage erzeugt im Sommer. Mit dem Kalender der Eissporthalle Frankfurt vom 29. August bis 11. April fallen im Modell 45,2 % des Jahresertrags in die Eiszeit, an 62,0 % der Tage. Im Dezember liefern 99,9 kWp 2.327 kWh, eine kleine Eisbahn mit 420 m² braucht im selben Monat rund 15.035 kWh.

Frankfurt hat das Dach verpachtet: Laut stadt+werk versorgt eine Anlage mit 99,9 kWp eines Energiedienstleisters seit April 2026 das ganzjährig genutzte Funktionsgebäude. Strom an Letztverbraucher im räumlichen Zusammenhang ist bei Anlagen bis 2 Megawatt nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG befreit.

Anders als beim Schwimmbad gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG nicht für die Eishalle. Folgerung: Die Anlage am Sommerverbrauch von April bis August ausrichten und einen Abnehmer suchen, etwa Bad, Funktionsgebäude oder Nachbarliegenschaft.

Skilift und Beschneiung

Ein Schlepplift braucht erstaunlich wenig Strom. Der Solarskilift Tenna in Graubünden, 450 m lang mit 35 kW Antrieb, hat 2019 laut Betreiber 7.580 kWh verbraucht und mit 60 kWp 91.894 kWh erzeugt, etwa zwölfmal so viel.

Für den Feldberg zeigt das Modell (PVGIS, Wetterjahre 2020 bis 2023), dass 20 kWp bei 35 Grad nur 27,6 bis 36,4 % des Liftstroms zur selben Stunde decken. Der Eigenverbrauch liegt bei 10,1 bis 12,1 %. Für die Beschneiung bringt PV fast nichts: Nur 9,6 bis 17,5 % der Beschneiungsstunden liegen zwischen 9 und 16 Uhr.

Laut Verband Deutscher Seilbahnen braucht eine mittlere Beschneiungsanlage mit 20 Hektar 250.000 kWh im Jahr. Folgerung: Den Winterverbrauch an der Talstation ablesen, die Anlage klein halten und für den Sommer einen Abnehmer wie Hotel oder Hütte oder die Einspeisung einplanen.

Gesundheit und Pflege

Pflegeheime haben eine gleichmäßige Last. Die Hürde liegt bei den Steuerfragen, weil Pflegeleistungen steuerfrei sind.

Pflegeheim und Pflegedienst

Ein Pflegeheim braucht Tag und Nacht Strom, eine Anlage auf dem Dach wird deshalb überwiegend selbst verbraucht. Laut Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium lag der Verbrauch 2022 bei 2.900 kWh je Bewohnerin oder Bewohner und 54 kWh je m².

Für ein Modellheim mit 97 Plätzen ergibt das 281.300 kWh. Eine Anlage mit 30 kWp erzeugt in der Mitte Deutschlands 31.861 kWh und deckt damit 11,3 % des Verbrauchs, im Juni 17 %. Sozialhilfeträger lehnen laut Gutachten Investitionen in PV regelmäßig als nicht betriebsnotwendig ab.

Pflegeleistungen sind nach § 4 Nr. 16 UStG steuerfrei, ein Heim kann deshalb für die PV-Anlage Kleinunternehmer sein.

Die Gewerbesteuerbefreiung nach § 3 Nr. 20 GewStG erfasst laut BFH III R 20/19 nur Gewinne aus dem Betrieb der Einrichtung selbst. Folgerung: Jahresstrom durch belegte Plätze teilen und mit 2.900 kWh vergleichen. Die Anlage muss sich aus Ersparnis und Einspeisung bezahlen, nicht über Pflegesätze.

Was für alle 29 Gebäude gilt

Über alle Fälle wiederholen sich vier Muster.

Die vier Muster in Zahlen
  • Kleiner als der Jahresverbrauch: Ein typischer Fehler ist die Auslegung auf den Jahresstrom. Am Rathaus Weinheim käme die Anlage für den ganzen Jahresstrom nur auf 43,3 %.
  • Standardprofile täuschen: G2 ergibt an der Tanzschule 87,0 % statt 37,6 %.
  • Speicher helfen bei Abendlast: im Jugendzentrum von 31,4 auf 62,6 %, nicht aber gegen Ferien.
  • Erst Verbrauch senken: Mit LED sank der Verbrauch der Hallenbeleuchtung in Geisenfeld um 72 %.
Vorsicht beim Standardlastprofil: Viele Angebote rechnen mit G1 oder G2 aus der BDEW-Liste M-24. Diese Liste stammt vom 14.08.2000 und hat ausschließlich Vorschlagscharakter. Sie kennt weder Schulferien noch Abendtraining. Frag deshalb nach, mit welchem Profil gerechnet wurde, und leg deine Monatswerte daneben.
1 So prüfst du ein öffentliches Gebäude in fünf Schritten:
  1. Zählerwerte der letzten drei Jahre besorgen, am besten Viertelstundenwerte.
  2. Nutzungszeiten aufschreiben: Belegungsplan, Kursplan, Ferien, Saison.
  3. Erst den Verbrauch senken, vor allem beim Licht.
  4. Mehrere Größen mit und ohne Speicher rechnen lassen, Eigenverbrauch und Einspeisung getrennt.
  5. Betreiber, Steuer und Vergabe klären, siehe Schwellenwerten im Vergaberecht.

Steuern und Recht für Gemeinden, Vereine und Träger

Wer die Anlage betreibt, bestimmt die Steuerfolgen. Die Regeln aus den einzelnen Fällen im Überblick:

FallRegelFundstelle
Gemeinde allgemeinUnternehmerfrage, Betrieb gewerblicher Art möglich§ 2b UStG, § 4 KStG
KläranlageAbwasser hoheitlich, Einspeisung nach Wortlaut nicht§ 2b Abs. 1 UStG
WasserwerkBetrieb gewerblicher Art, Kommune stets Unternehmer§ 4 Abs. 3 KStG, § 2b Abs. 4 Nr. 5 UStG
Gemeinnütziger Träger oder Vereinfrei bis 50.000 Euro Einnahmen aller wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe§ 64 Abs. 3 AO
Anlage bis 30 kW (peak) je Einheitertragsteuerfrei, höchstens 100 kW je Steuerpflichtigem§ 3 Nr. 72 EStG
Schule, TheaterGemeinwohl-Gebäude für den NullsteuersatzAbschnitt 12.18 UStAE
Freibad mit Querverbundnur hybride PV ab 50 kW elektrisch, mindestens 10 % WärmeBMF-Schreiben 10.10.2025
Dachpacht an Dienstleisterstromsteuerfrei bis 2 MW im räumlichen Zusammenhang§ 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG
Offene Lesarten: Zwei Fragen entscheidet keine veröffentlichte Verwaltungsauffassung. Ob der Nullsteuersatz über 30 kW für kommunale Freibäder gilt, ist nicht ausdrücklich geregelt. Ob die Gewerbesteuerbefreiung eines Pflegeheims auch die Einspeisung erfasst, ist offen. Kläre beides mit der Steuerberatung, bevor du die Anlage größer als 30 kWp planst.
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Häufige Fragen

Welche öffentlichen Gebäude nutzen Solarstrom am besten selbst? +
Gebäude mit Dauerlast oder Tagesbetrieb. Im Modell nutzt eine Kläranlage 98,5 % bei 50 kWp je 10.000 Einwohnerwerte, ein Hallenbad 94,4 % bei 20 kWp und das Rathaus Weinheim 85,6 % bei 30 kWp. Schwach sind Gebäude mit Abend- oder Winterlast wie Feuerwehrhaus, Sportplatz oder Eishalle.
Wie groß sollte eine Solaranlage auf einem kommunalen Gebäude sein? +
Kleiner als der Jahresverbrauch. Am Rathaus Weinheim hätte die Anlage für den ganzen Jahresstrom 139,6 kWp und käme nur auf 43,3 % Eigenverbrauch, 60 kWp erreichen 72,7 %. Lass mehrere Größen rechnen und vergleiche die selbst genutzten kWh.
Lohnt sich ein Batteriespeicher? +
Bei Abendlast ja. In der reinen Vereinshalle steigt der Eigenverbrauch mit 10 kWp und 10 kWh von 20,3 auf 41,8 %, im Jugendzentrum mit 5 kWp und 10 kWh von 31,4 auf 62,6 %. Gegen lange Lücken wie Sommerferien oder die Revision im Hallenbad hilft ein Speicher nicht.
Wie viel Solarstrom fällt in die Sommerferien einer Schule? +
Im Modell mit 30 kWp 14,9 % in Nordrhein-Westfalen bis 17,6 % in Berlin und Brandenburg. Mit allen Ferien und Wochenenden sind es 44,7 % in NRW bis 50,2 % in Bayern.
Muss ein gemeinnütziger Verein oder Träger die Einspeisung versteuern? +
Nicht, solange die Einnahmen aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben einschließlich Umsatzsteuer 50.000 Euro im Jahr nicht übersteigen (§ 64 Abs. 3 AO). Dazu kommt die Befreiung nach § 3 Nr. 72 EStG für Anlagen bis 30 kW (peak) je Einheit.
Kann die Gemeinde das Dach verpachten statt selbst zu bauen? +
Ja. In Hofheim am Taunus baut eine Energiegenossenschaft 27 kWp auf eine Trauerhalle, die Stadt erhält eine kleine Miete. Die Eissporthalle Frankfurt hat ihr Dach an einen Energiedienstleister verpachtet, das Freibad Langenselbold nutzt ein Mietmodell über 20 Jahre.

Quellen

Stand: 04.10.2026.