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Haushaltsgeräte mit Solarstrom betreiben: Welche Geräte wann laufen sollten

Für 18 Haushaltsgeräte auf einen Blick: wie viel Strom sie brauchen, wann sie laufen sollten und wie viel davon ein Balkonkraftwerk oder eine Dachanlage deckt. Dazu die typischen Fehler und wann sich ein Speicher lohnt.

⏱️ 19 Lesezeit📅 Oktober 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 04. Oktober 2026
Zwei Solarmodule eines Balkonkraftwerks an der Brüstung eines Balkons an einem Wohnhaus, von der Sonne beschienen.

Foto: Michael32710 · CC BY-SA 4.0 · via Wikimedia Commons

Inhaltsverzeichnis · 12 Abschnitte
  1. 1.Alle Geräte im Überblick: Leistung, Laufzeit, Eignung
  2. 2.Was über alle Geräte hinweg zählt
  3. 3.Waschen, Trocknen, Spülen und Kochen mit Solarstrom
  4. 4.Kühlen und Entfeuchten
  5. 5.Heizen mit Solarstrom: Infrarotheizung und Wasserbett
  6. 6.Technik und Dauerläufer im Haushalt
  7. 7.Akkus laden: E-Bike und Mähroboter
  8. 8.Garten, Teich und Gewächshaus
  9. 9.Speicher: Wann er sich für Geräte lohnt
  10. 10.So legst du deine Geräte in die Sonnenstunden
  11. 11.Häufige Fragen
  12. 12.Quellen

Diese Seite hilft dir, wenn du eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk hast und wissen willst, welche Haushaltsgeräte du wann laufen lassen solltest. Die wichtigste Erkenntnis über alle 18 Geräte hinweg: Am meisten Solarstrom bekommen Geräte mit wenig Leistung, die du in die Stunden zwischen 9 und 17 Uhr legen kannst, etwa Mähroboter, Luftentfeuchter oder ein Wasserbett mit Zeitschaltuhr. Dauerläufer wie Gefriertruhe oder Teichpumpe bleiben ohne Speicher bei rund 40 Prozent, und Heizen im Winter läuft überwiegend mit Netzstrom.

Alle Geräte im Überblick: Leistung, Laufzeit, Eignung

Die Tabelle zeigt für jedes Gerät den Verbrauch, die beste Laufzeit und den Anteil Solarstrom an einem Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp und an einer größeren Anlage.

GerätLeistung / VerbrauchBeste LaufzeitBalkonkraftwerkGrößere Anlage
GeschirrspülerEco 0,84 kWh, Heizen bis 2.200 WStart 9 bis 12 Uhr37,4 bis 66,7 % (Start 11 Uhr)80,6 % (8 kWp)
Waschmaschineeco 40-60: 0,484 kWh, Heizen bis 2.300 WStart 10 bis 12 Uhr28,7 bis 79,0 % (Start 11 Uhr)im eigenen Ratgeber
Trockner1,47 kWh mit 401 W oder 1,91 kWh mit 1.169 WStart 10 bis 12 Uhr58,1 % (401 W), 23,2 % (1.169 W)80,3 bis 93,5 % (8 kWp)
Induktionskochfeld417 kWh im Jahr, 1.500 W angesetztmittags ab 12 Uhr19,4 % mittags, 4,8 % ab 18 Uhr77,8 % (8 kWp)
Gefriertruhe162 bis 201 kWh im Jahr, Dauerlastrund um die Uhr42,7 %, mit 1.000 Wh Speicher 95,6 %44,9 % (2 kWp)
KlimaanlageSplitgerät 781 W, 391 kWh in 500 hmittags bis früher Nachmittagkeine Angabe87,6 % der Kühlstunden mit Ertrag (10 kWp)
Luftentfeuchter245 bis 500 W9 bis 17 Uhr, Mai bis September87,0 % (245 W), rund um die Uhr 37,8 %99,4 % (5 kWp)
Infrarotheizung10.080 kWh im Jahr (100 m²)nur als Zusatzheizungkeine AngabeWinter höchstens 24,2 % (10 kWp)
Wasserbett360 kWh im Jahr, Heizung 240 WHeizung 9 bis 17 Uhr75,0 %, tagsüber aus 7,3 %86,9 % (2 kWp)
SaunaOfen 9 kW, 9 kWh je StundeSommerhalbjahr, nachmittags800 VA gegen 9 kW168 Tage mit 9 kWh von 14 bis 17 Uhr (10 kWp)
Durchlauferhitzer21 kWkeine, besser Warmwasser speichern1,39 % (Dusche 12 Uhr)13,88 % (8 kWp, mittags)
Heimserver / NAS18,6 W Dauerlast, 162,9 kWhnachts Ruhezustand, Backups mittags43,4 %, mit 1.000 Wh Speicher 98,0 %45,2 % (2 kWp)
Aquarium 100 l289,1 kWh im JahrLicht 10 bis 18 Uhr53,7 %58,1 % (2 kWp)
E-Bike-AkkuLadegerät 72 bis 216 W, 375 Wh je LadungStart 10 bis 12 Uhr77,6 % (4 A), 87,0 % (2 A)keine Angabe
Mähroboter2,1 bis 23 kWh im MonatMo bis Sa, 7 bis 20 Uhr, nicht nachts93,6 % (12 kWh im Monat)99,0 % (5 kWp)
Gartenpumpe800 bis 1.400 Wsonnige Mittage, Mai bis September1 kWp: nur 8 Stunden im Jahr mit 850 W2 kWp: 698 Stunden mit 850 W
Teichpumpe25 bis 60 W Dauerlastrund um die Uhr, Speicher für die Nacht37,6 % (60 W), mit 1.000 Wh 76,7 %42,5 % (2 kWp)
Gewächshausheizung135 bis 2.800 WFrostschutz nachts, PV nur am Tag3,5 % (1.000 W), 13,9 % (135 W)12,9 % (5 kWp, 1.000 W)

Alle Anteile gelten für Kassel im Wetterjahr 2023, für das jeweilige Gerät allein und für den Fall, dass es nicht von anderen Verbrauchern ausgebremst wird. Sie sind deshalb Obergrenzen. Strompreis überall: 37,0 ct/kWh. Stand: September 2026.

Faustregel: Je kleiner die Leistung und je leichter sich ein Gerät in die Stunden zwischen 9 und 17 Uhr legen lässt, desto mehr Solarstrom bekommt es. Mehr Module helfen vor allem Geräten mit hoher Leistung am Tag, kaum aber Dauerläufern in der Nacht.
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Was über alle Geräte hinweg zählt

Die Anteile auf dieser Seite stammen aus Modellrechnungen mit der Stundenreihe von PVGIS für Kassel 2023, Module 35 Grad nach Süden, 14 Prozent Systemverluste. Den Strompreis von 37,0 ct/kWh nennt die BDEW-Strompreisanalyse August 2026 als Durchschnitt für Haushalte.

Die erste Grenze ist die Leistung. Ein Stecker-Solargerät darf nach § 8 Abs. 5a EEG höchstens 800 VA einspeisen. Mit 0,8 kWp lieferte es in Kassel im Juni zwischen 12 und 13 Uhr im Mittel 474 W, im Dezember 67 W. Was ein Gerät darüber hinaus zieht, kommt aus dem Netz, auch bei Sonne.

Die zweite Grenze sind andere Verbraucher. Wird eine Grundlast von 150 W zuerst versorgt, sinkt der Anteil des Geschirrspülers am Balkonkraftwerk von 37,4 auf 23,9 Prozent, der des langsamen Trocknerprogramms von 58,1 auf 39,8 Prozent. Eine Dachanlage mit 8 kWp verliert dabei nur 3,9 bis 4,6 Punkte.

Die dritte Grenze ist die Nacht. Beim NAS hob die zweieinhalbfache Modulleistung den Anteil nur von 43,4 auf 45,2 Prozent, bei der Gefriertruhe von 42,7 auf 44,9 Prozent. Für Dauerläufer hilft ein Speicher oder ein sparsameres Gerät, nicht ein weiteres Modul.

Typischer Fehler: Anschlussleistung als Verbrauch rechnen. Wer 7 kW Herd-Anschlussleistung mal eine Stunde am Tag rechnet, kommt auf 2.555 kWh im Jahr, gut das Sechsfache der 417 kWh aus dem Warentest-Beispiel. Bei einer Wasserbettheizung mit 240 W ergeben 24 Stunden täglich 2.102 kWh statt der gemessenen 360 kWh. Miss den echten Verbrauch mit einem Zwischenstecker.
Klein rechnen: Energie eines Programms in Wh geteilt durch die Laufzeit in Stunden ergibt die mittlere Leistung. 1,47 kWh in 3,67 Stunden sind 401 W. Liegt der Wert unter dem, was deine Module mittags liefern, lohnt der Start in den Ertragsstunden besonders. Mehr Ideen sammelt der Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.

Waschen, Trocknen, Spülen und Kochen mit Solarstrom

Diese Geräte ziehen beim Heizen kurz viel Leistung. Am Balkonkraftwerk entscheidet deshalb nicht nur die Uhrzeit, sondern auch das Programm. Die Waschmaschine hat einen eigenen Ratgeber: Beim Programm eco 40-60 und Start um 11 Uhr deckt ein Balkonkraftwerk dort je nach Heizanteil 28,7 bis 79,0 Prozent, mehr dazu unter Waschmaschine mit Solarstrom.

Geschirrspüler: Zeitvorwahl auf den Vormittag

Das Eco-Programm läuft lange, heizt aber in kurzen Phasen. Das Datenblatt des Miele G 6365 SCVI XXL nennt 0,84 kWh in 190 Minuten bei 2.200 W Anschlusswert. Bei 280 Spülgängen sind das 235,2 kWh oder 87,02 Euro im Jahr. Wie lange die Heizphasen dauern, nennt kein Hersteller, deshalb gibt es zwei Werte.

Startet das Programm um 11 Uhr, deckt ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp 37,4 Prozent, wenn die Maschine in zwei kurzen Phasen mit 2.200 W heizt, und 66,7 Prozent, wenn sie gleichmäßig 265 W zieht. Um 19 Uhr sind es 3,3 Prozent, um 21 Uhr nichts. Eine Dachanlage mit 8 kWp kommt mittags auf 80,6 Prozent. Das Balkonkraftwerk spart beim Start um 11 Uhr 32,55 Euro im Jahr, beim Start um 19 Uhr 2,87 Euro.

Die Folgerung: abends einräumen und die Zeitvorwahl auf einen Start zwischen 9 und 12 Uhr stellen. Laut HEA darf das Gerät beim Warten höchstens 4 W aufnehmen, 14 Stunden kosten also höchstens 56 Wh. Mit Warmwasseranschluss braucht das Eco-Programm bei Miele nur 0,29 kWh. Das lohnt sich nur, wenn das Warmwasser selbst aus Solarstrom kommt, etwa über einen Heizstab mit PV-Überschuss.

Trockner: Das langsame Programm gewinnt

Beim Trockner zählt die Leistung des Programms mehr als die Kilowattstunden. Das Datenblatt des Miele TCR 790 WP nennt 1,47 kWh in 220 Minuten, im Mittel 401 W. Ein neueres Miele-Gerät braucht im ECO-Programm laut Gebrauchsanweisung 1,91 kWh in 98 Minuten, im Mittel 1.169 W. Das ist mehr, als ein Stecker-Solargerät einspeisen darf.

Beim Start um 11 Uhr deckte das Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp das langsame Programm zu 58,1 Prozent, das schnelle nur zu 23,2 Prozent. Um 18 Uhr waren es 6,8 und 4,5 Prozent. Eine Dachanlage mit 8 kWp liefert auch die 1.169 W und kam auf 80,3 Prozent, beim langen Programm auf 93,5 Prozent. Bei 160 Trockengängen im Jahr, wie sie das Umweltbundesamt ansetzt, spart das Balkonkraftwerk 50,56 Euro beim langen und 26,23 Euro beim kurzen Programm.

Praktisch heißt das: Energie aus der Programmtabelle durch die Laufzeit teilen und am Balkonkraftwerk das Programm mit der kleineren mittleren Leistung wählen. Start zwischen 10 und 12 Uhr. Höher schleudern hilft ebenfalls: Nach 1.600 statt 1.200 U/min braucht der TCR 790 WP für 9 kg Baumwolle 1,10 statt 1,30 kWh.

Typischer Fehler: alles gleichzeitig mittags. Starten Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner zur selben Stunde, teilen sie sich am Balkonkraftwerk dieselben rund 474 W, die ein Gerät mit 0,8 kWp im Juni mittags im Mittel liefert. Lege die Geräte hintereinander in die Ertragsstunden.

Induktionskochfeld: mittags kochen oder Dachanlage

Ein Haushalt, der viel kocht, braucht mit Induktion laut Stiftung Warentest rund 8 kWh pro Woche, aufs Jahr 417 kWh oder 154,29 Euro. Ein Herd hat laut co2online meist 4 bis 13 kW Anschlussleistung und hängt am Herdanschluss. Der Solarstrom fließt dorthin, wo gerade verbraucht wird.

Mit 1.500 W Kochleistung deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp beim Kochen ab 12 Uhr 19,4 Prozent, ab 18 Uhr 4,8 Prozent und ab 19 Uhr 1,5 Prozent. Eine Dachanlage mit 8 kWp kam mittags auf 77,8 Prozent, das sind 120,02 Euro im Jahr. Eine Leistungsbegrenzung auf 1.000 W, wie sie eine BSH-Gebrauchsanleitung beschreibt, hob den Mittagsanteil am Balkonkraftwerk auf 29,1 Prozent, wenn der Verbrauch bei längerer Kochzeit gleich bleibt. Gemessen ist das nicht, und der Nachteil liegt auf der Hand: Ankochen und Braten dauern mit 1.000 W spürbar länger.

Die Folgerung: Gerichte mit langer Garzeit, wenn möglich, auf Mittag oder Wochenende legen und mittags eine mittlere Stufe statt Booster nutzen. Ein Speicher mit 1.000 Wh hob das Abendessen ab 18 Uhr von 4,8 auf 54,2 Prozent. Mit 2.000 Wh waren es nur 55,6 Prozent, weil die Entladeleistung von 800 W begrenzt. Wer abends kocht, findet eine Alternative im Ratgeber Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik.

Kühlen und Entfeuchten

Die Gefriertruhe braucht ihren Strom auch nachts, Klimaanlage und Luftentfeuchter vor allem bei Sonne.

Gefriertruhe: Dauerlast mit Grenze bei rund 43 Prozent

Eine Gefriertruhe ist eine Dauerlast. Die Bomann GT 7338 braucht laut Händlerangabe 201 kWh im Jahr, im Mittel 22,9 W oder 74,37 Euro. Die Liebherr CFd 2085 kommt auf 162 kWh.

Ohne Speicher deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp die Truhe mit 201 kWh zu 42,7 Prozent, eine Anlage mit 2,0 kWp nur zu 44,9 Prozent, weil nachts keine Modulgröße hilft. Mit einem Speicher von 1.000 Wh stieg der Anteil auf 95,6 Prozent. Der Solarstrom war damit ohne Speicher 31,76 Euro im Jahr wert, mit Speicher 71,10 Euro.

Wer neu kauft, spart mit der sparsameren Truhe mehr als mit mehr Modulen: Die 39 kWh Unterschied zwischen beiden Geräten sind 14,43 Euro jedes Jahr. Vor dem Aufstellen in der Garage die Klimaklasse prüfen. Klasse N ist nach Verordnung (EU) 2019/2016 erst ab 16 °C Umgebungstemperatur bestimmt, Klasse SN ab 10 °C.

Klimaanlage: Hitze und Ertrag fallen zusammen

Die Klimaanlage ist einer der wenigen großen Verbraucher, deren Bedarf mit dem Solarertrag zusammenfällt. Nach den Kühlgradstunden des Deutschen Wetterdienstes fallen bei Kassel 80,9 Prozent auf Juni bis August. In der PVGIS-Stundenreihe 2023 lagen 87,6 Prozent der Kühlgradstunden in Stunden, in denen eine 10-kWp-Anlage Strom erzeugte.

Zum Verbrauch gibt es nur ältere Zahlen. Das Öko-Institut nennt mit Stand 2012 für 500 Betriebsstunden 391 kWh bei einem Splitgerät mit 781 W und 481 kWh bei einem mobilen Gerät mit 962 W.

Aus dem Netz kosten 391 kWh rund 145 Euro. Als eigener Solarstrom fehlt nur die Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh laut Bundesnetzagentur, rund 30 Euro.

Daraus folgt: Splitgerät mit hohem SEER-Wert statt Monoblock, und an heißen Tagen schon mittags einschalten statt abends herunterkühlen. Beim Kauf auf das Kältemittel achten: Nach der Verordnung (EU) 2024/573 dürfen steckerfertige Monoblockgeräte bis 12 kW mit F-Gasen ab GWP 150 ab 2027 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden, Splitgeräte dieser Art ab 2029.

Luftentfeuchter im Keller: Zeitschaltuhr statt Modul

Ein feuchter Keller fällt in den Sommer, und dann liefert die Anlage am meisten. Die Trotec-Datenblätter nennen höchstens 245 W für den TTK 30 E und 0,5 kW für den TTK 95 E. Von Mai bis September rund um die Uhr kommt das kleine Gerät auf bis zu 899,6 kWh.

Rund um die Uhr deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp das 245-W-Gerät zu 37,8 Prozent. Mit Zeitschaltuhr von 9 bis 17 Uhr stieg der Anteil auf 87,0 Prozent, beim 500-W-Gerät auf 67,7 Prozent. Die Kosten sinken von 332,85 Euro rund um die Uhr auf 110,96 Euro im Tagesfenster, jeweils als Obergrenze ohne Pausen durch den Hygrostat.

Die Folgerung: ein kleines Gerät mit Hygrostat tagsüber bei geschlossenen Fenstern laufen lassen und mit dem Hygrometer prüfen, ob das Zeitfenster reicht. Gelüftet wird laut Verband Wohneigentum NRW früh morgens oder abends, die Verbraucherzentrale Hessen nennt die absolute Luftfeuchte als Maßstab. Unter 12 °C kann der Verdampfer des TTK 95 E vereisen.

Heizen mit Solarstrom: Infrarotheizung und Wasserbett

Wärme mit Strom passt nur dann zur PV-Anlage, wenn sie sich speichern oder in den Tag legen lässt. Zwei weitere Wärmeverbraucher haben eigene Ratgeber: Ein Saunaofen mit 9 kW bekam an einer 10-kWp-Anlage an 168 Tagen im Jahr zwischen 14 und 17 Uhr genug Strom, siehe Sauna mit Solarstrom. Ein Durchlauferhitzer mit 21 kW geht an keiner privaten Anlage auf, siehe Durchlauferhitzer mit Solarstrom.

Infrarotheizung: Im Winter liefert das Dach ein Viertel

Eine Infrarotheizung setzt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme um. Der ADAC rechnet für 100 m² mit 10.080 kWh im Jahr, bei 37,0 ct/kWh rund 3.730 Euro aus dem Netz. Nach den DWD-Gradtagzahlen fallen bei Kassel 44,2 Prozent des Heizbedarfs auf Dezember bis Februar. In diesen Monaten liefert eine 10-kWp-Anlage laut PVGIS nur 10,6 Prozent ihres Jahresertrags.

Selbst wenn jede Kilowattstunde vom Dach in die Heizung ginge, deckt die Anlage im Winter höchstens 24,2 Prozent und übers Jahr höchstens 52,8 Prozent. Ein Heimspeicher verschiebt Strom vom Mittag in den Abend, nicht vom Juli in den Januar.

Eine Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme deutlich weniger Strom: Das Fraunhofer ISE maß im Bestand Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 5,4. Mehr dazu unter PV mit Wärmepumpe kombinieren.

Sinnvoll ist die Infrarotheizung für kleine, selten genutzte Räume. Ein Paneel mit 600 W im Bad, eine Stunde an 150 Tagen, braucht rund 90 kWh oder 33 Euro im Jahr. Vor dem Einbau in ein bestehendes Gebäude mit mehr als zwei Wohnungen gilt die Dämmhürde nach § 46 GModG.

Wasserbett: tagsüber heizen statt tagsüber aus

Die Heizung eines Wasserbetts läuft das ganze Jahr. Aqua Comfort, ein Anbieter von Wasserbetten, hat an einem Doppelbett über ein Jahr 360 kWh gemessen, die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt 400 kWh und mehr. Die Keramikheizung Delta K hat laut Händler 240 W, im Mittel braucht das Bett aber nur 41,1 W.

Lief die Heizung gleichmäßig, deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp 39,9 Prozent. Heizte sie nur von 9 bis 17 Uhr, waren es 75,0 Prozent, war sie tagsüber aus, nur 7,3 Prozent. Der Zeitplan brachte gegenüber der gleichmäßigen Heizung 46,81 Euro im Jahr. Das setzt voraus, dass der Tagesverbrauch durch das Verschieben nicht steigt; gemessen hat das keine der Quellen.

Daraus folgt: Der verbreitete Rat, die Heizung tagsüber abzuschalten, passt nicht zum Balkonkraftwerk. Stell die Zeitschaltuhr auf die Ertragsstunden, deck das Bett mit einer Tagesdecke ab und prüf, ob die Temperatur bis zum Schlafengehen reicht. Der Hersteller TASSO empfiehlt mindestens 28 °C Wassertemperatur.

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Technik und Dauerläufer im Haushalt

Server und Aquarium laufen rund um die Uhr. Ihr Solaranteil hängt daran, welchen Teil des Verbrauchs du in den Tag schieben kannst.

Heimserver und NAS: nachts schlafen lassen

Ein NAS läuft meist Tag und Nacht. ComputerBase maß an der Synology DS224+ im Leerlauf 18,6 W, das Datenblatt nennt 14,69 W im Zugriff. Rund um die Uhr sind 18,6 W genau 162,9 kWh oder 60,29 Euro im Jahr.

Ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp deckte davon 43,4 Prozent, mit 2,0 kWp nur 45,2 Prozent. Ein Ruhezustand von 23 bis 7 Uhr hob den Anteil auf 59,1 Prozent, die Menge an Solarstrom blieb aber fast gleich. Gespart wird am Nachtverbrauch: Schaltet das Gerät nachts ab, sinkt der Verbrauch um 54,3 kWh oder 20,09 Euro, auch ganz ohne PV. Ein Speicher mit 1.000 Wh brachte den Server auf 98,0 Prozent.

Die Folgerung: Zeitplan und Ruhezustand nach eingesparten Kilowattstunden bewerten, nicht nach dem Prozentwert in der App. Datensicherungen in den Mittag legen. Wer neu kauft, spart mit sparsamer Hardware dauerhaft: Ein Raspberry Pi 4B zieht laut Dokumentation im Leerlauf 0,6 A bei 5,1 V, also 3,06 W.

Aquarium: Das Licht ist die Stellschraube

Ein 100-Liter-Aquarium braucht laut Bund der Energieverbraucher 289 kWh im Jahr: Pumpe mit 15 W und Heizung mit 8 W rund um die Uhr, Licht mit 30 W für 8 Stunden. Bei 37,0 ct/kWh sind das 106,96 Euro.

Brennt das Licht von 10 bis 18 Uhr, deckt ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp 53,7 Prozent. Brennt es von 14 bis 22 Uhr, sind es bei gleichem Verbrauch nur 43,6 Prozent. Die Verschiebung bringt 29,3 kWh oder 10,84 Euro im Jahr, mehr als die zweieinhalbfache Modulleistung mit 4,65 Euro. Mit 1.000 Wh Speicher kam das Becken auf 90,3 Prozent.

Daraus folgt: die Zeitschaltuhr der Beleuchtung auf die Ertragsstunden stellen, das kostet nichts. Pumpe und Heizung lassen sich kaum verschieben. Bei der Heizung hilft eine niedrigere Wassertemperatur: Reichen 24 statt 26 Grad bei 21 Grad Raumtemperatur, sinkt die mittlere Heizleistung laut Energietipp von 8 auf 4,8 W.

Akkus laden: E-Bike und Mähroboter

Akkus brauchen wenig Leistung, und ihr Laden lässt sich gut in die hellen Stunden legen.

E-Bike-Akku: vormittags und mit dem kleinen Ladegerät

Ein E-Bike-Akku lädt je nach Ladegerät mit 72 bis 216 W, berechnet aus den Händlerangaben, etwa beim Bosch Compact Charger. Eine Ladung von 375 Wh mit dem 4-A-Ladegerät deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp zu 77,6 Prozent, wenn sie um 10 Uhr begann, und zu 23,0 Prozent ab 18 Uhr. Im Januar und Dezember kam um 18 Uhr nichts mehr vom Dach.

Das kleinere Ladegerät mit 2 A hob die Vormittagsladung auf 87,0 Prozent, das 6-A-Schnellladegerät kam nur auf 69,9 Prozent. In Euro bleibt es klein: 1.000 Kilometer kosten bei 7,5 Wh je Kilometer rund 2,78 Euro Strom.

Die Folgerung: den Akku nach der Fahrt abnehmen und zwischen 10 und 12 Uhr laden, mit dem langsameren Ladegerät und in Reichweite. Laut IFS entstehen die meisten Akkubrände in der Ladephase. Ein Schnellladegerät eigens für die Solarladung zu kaufen, ist ein typischer Fehler.

Mähroboter: Der Zeitplan bringt mehr als das Modul

Die Hersteller nennen bei maximalem Einsatz 2,1 kWh im Monat für den GARDENA SILENO minimo bis 23 kWh für den Husqvarna Automower 450X. Fährt ein Gerät mit 12 kWh im Monat rund um die Uhr, deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp von April bis Oktober 52,2 Prozent. Hält es die Ruhezeit von 7 bis 20 Uhr und ein Nachtfahrverbot ein, waren es 93,6 Prozent, mit zwei Stunden Nachladen 84,5 Prozent.

Die ganze Saison kostet bei 12 kWh im Monat rund 31,08 Euro Strom, der Solaranteil spart davon rund 26,27 Euro. Mit 5,0 kWp waren es 99,0 Prozent, also kaum mehr.

Praktisch heißt das: Fahrzeiten auf Montag bis Samstag tagsüber legen. Die Stadt Wuppertal ordnet Mähroboter in einem Merkblatt als Rasenmäher nach der 32. BImSchV ein. Damit sind sie im Wohngebiet sonntags und werktags von 20 bis 7 Uhr tabu.

Köln, Leipzig, Freiburg und der Landkreis Göttingen verbieten den Betrieb zusätzlich ab einer halben Stunde vor Sonnenuntergang.

Garten, Teich und Gewächshaus

Die Bewässerungspumpe läuft kurz und tagsüber, die Teichpumpe ständig, die Gewächshausheizung vor allem in Frostnächten.

Gartenbewässerung: Ab 2 kWp läuft die Pumpe mittags mit

Eine Tiefbrunnenpumpe von Gardena nimmt laut Betriebsanleitung 850 bis 950 W auf. Ob sie mit Solarstrom läuft, entscheidet die Leistung in derselben Stunde. Eine Anlage mit 1 kWp erreichte in Kassel im Juli mittags im Mittel rund 430 W und lieferte im ganzen Jahr nur in 8 Stunden mindestens 850 W. Eine 2-kWp-Anlage schaffte das von Mai bis September in 698 Stunden.

Der Pumpenstrom selbst ist klein. Für 100 m² Rasen ergibt sich mit den DWD-Werten der Station Fritzlar im Juli 2026 eine Obergrenze von 13.400 Litern. Eine Pumpe mit 5.500 l/h braucht dafür rund 2,4 Stunden und bei 850 W rund 2,1 kWh.

Die Folgerung: Ab etwa 2 kWp die Pumpe per Zeitschaltuhr oder smarter Steckdose in die Mittagsstunden legen und in der App prüfen, ab wann die Anlage mehr als die Nennleistung der Pumpe liefert. Eine unbeaufsichtigte Steuerung braucht einen Trockenlaufschutz.

Teichpumpe: Im Dauerbetrieb entscheidet die Nacht

Kleine Filter- und Bachlaufpumpen von Pontec, etwa die PondoMax Eco 5000, nehmen laut Hersteller 25 bis 60 W auf. Im Dauerbetrieb sind das 219,0 bis 525,6 kWh im Jahr, bei 60 W rund 194 Euro. Ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp deckte die 60-W-Pumpe zu 37,6 Prozent, eine Anlage mit 2 kWp zu 42,5 Prozent. Selbst im Juni waren es nur 53,4 Prozent, weil die Pumpe auch nachts läuft.

Mit 1.000 Wh Speicher stieg die Deckung auf 76,7 Prozent. Von April bis September lief die Pumpe dann fast vollständig vom eigenen Dach, im Dezember zu 32,7 Prozent. Ein Solarpumpen-Set ohne Akku von Heissner mit zwei 30-W-Modulen bekam in Kassel 2023 nur in 789 Stunden die vollen 30 W. Für ein Wasserspiel reicht das, für eine Filterpumpe ist es zu wenig.

Die Folgerung: zuerst die kleinste Pumpe wählen, die die nötige Wassersäule schafft. Zwischen 25 und 60 W liegen im Dauerbetrieb 113 Euro im Jahr. Ein Speicher muss die Nacht überbrücken: 60 W mal zwölf Stunden sind 720 Wh.

Gewächshaus: Frostschutz lebt vom Netz

Frost kommt nachts. In Kassel lag die Außenluft 2023 in 1.273 Stunden unter 2 °C, nur in 353 davon lieferten die Module überhaupt Strom. Eine Heizung mit 1.000 W, die in diesen Stunden läuft, deckte ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp zu 3,5 Prozent, eine Anlage mit 5,0 kWp zu 12,9 Prozent.

Ein kleiner Frostwächter von Bio Green mit 135 W kam am Balkonkraftwerk auf 13,9 Prozent, weil schon ein trüber Wintervormittag diese Leistung liefern kann. Als Obergrenze kostet er 63,60 Euro im Jahr, die 1.000-W-Heizung 471,01 Euro. Ein Speicher hilft kaum: Das Balkonkraftwerk erzeugte von November bis Februar 102,4 kWh, genug für gut sieben Frostnächte mit je 14 kWh.

Die Folgerung: die kleinste Heizleistung wählen, die deine Pflanzen brauchen, und das Thermostat niedrig stellen. Solarstrom passt im Gewächshaus zu Lüftern, Bewässerungspumpe und Anzuchtheizung am Tag. Gebäude bis 10 m² Grundfläche sind nach der Musterbauordnung außerhalb des Außenbereichs verfahrensfrei, maßgeblich ist die Landesbauordnung.

Speicher: Wann er sich für Geräte lohnt

Ein Speicher hilft genau den Geräten, die nachts laufen. Alle Werte gelten für 1.000 Wh nutzbare Kapazität am Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp und 90 Prozent Ladewirkungsgrad:

Gerätohne Speichermit 1.000 Wh
Heimserver / NAS (18,6 W)43,4 %98,0 %
Gefriertruhe (201 kWh)42,7 %95,6 %
Aquarium (289 kWh)53,7 %90,3 %
Wasserbett, gleichmäßig39,9 %84,9 %
Teichpumpe (60 W)37,6 %76,7 %
Kochen ab 18 Uhr4,8 %54,2 %

Zwei Schwächen bleiben. Beim Kochfeld begrenzt die Entladeleistung von 800 W, nicht die Kapazität. Und im Winter wird schon der kleine Speicher nicht voll: Die Teichpumpe kam im Dezember auch mit Speicher nur auf 32,7 Prozent.

Für den Haushalt planen, nicht für ein Gerät: Die Werte gelten jeweils für ein Gerät allein. Im echten Haushalt teilen sich Truhe, Router, Kühlschrank und Server denselben Speicher. Welche Größe passt, zeigen die Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher und Speichergröße berechnen.

So legst du deine Geräte in die Sonnenstunden

1 Schritt für Schritt:
  1. Miss Leistung und Verbrauch deiner wichtigsten Geräte eine Woche lang mit einem Zwischenstecker.
  2. Teile bei Programmen die Energie durch die Laufzeit, um die mittlere Leistung zu kennen.
  3. Lies in der App des Wechselrichters ab, was deine Module an einem typischen Tag mittags liefern.
  4. Stelle Zeitvorwahl oder Zeitschaltuhr so, dass Geräte zwischen 9 und 17 Uhr laufen.
  5. Lass Geräte mit hoher Leistung nacheinander statt gleichzeitig laufen.
  6. Vergleiche nach einem Monat den Netzbezug mit einem Monat ohne Zeitplan.
Vor der Planung klären:
  • Leistung des Balkonkraftwerks oder der Dachanlage in kWp
  • Verbrauch und Laufzeit je Gerät laut Datenblatt oder Messung
  • Welche Geräte sich zeitlich verschieben lassen und welche rund um die Uhr laufen
  • Timer, Zeitvorwahl oder App-Steuerung an den Geräten
  • Andere Verbraucher in den Mittagsstunden
  • Vorhandener Speicher mit Kapazität und Entladeleistung
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

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Häufige Fragen

Welche Haushaltsgeräte eignen sich am besten für Solarstrom? +
Geräte mit wenig Leistung, die sich in den Tag legen lassen. Am Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp kam der Mähroboter mit Tagesfahrplan auf 93,6 Prozent, ein Luftentfeuchter mit 245 W von 9 bis 17 Uhr auf 87,0 Prozent, das Wasserbett mit Zeitplan auf 75,0 Prozent.
Welche Geräte passen schlecht zum Balkonkraftwerk? +
Geräte mit sehr hoher Leistung oder mit Bedarf in der Nacht. Ein Durchlauferhitzer mit 21 kW kam mittags auf 1,39 Prozent, eine Gewächshausheizung mit 1.000 W auf 3,5 Prozent, Kochen ab 18 Uhr auf 4,8 Prozent.
Wann sollten Geschirrspüler und Trockner mit Solarstrom starten? +
Am späten Vormittag. Der Geschirrspüler am besten zwischen 9 und 12 Uhr, der Trockner zwischen 10 und 12 Uhr. Um 18 oder 19 Uhr lag der Anteil am Balkonkraftwerk bei beiden Geräten unter 7 Prozent.
Bringen mehr Module für Dauerverbraucher etwas? +
Kaum. Von 0,8 auf 2,0 kWp stieg der Anteil beim NAS nur von 43,4 auf 45,2 Prozent, bei der Gefriertruhe von 42,7 auf 44,9 Prozent. Nachts liefert keine Anlage Strom.
Lohnt sich ein Speicher für einzelne Geräte? +
Er hebt Dauerläufer stark an, etwa die Gefriertruhe von 42,7 auf 95,6 Prozent. Ein Speicher rechnet sich aber selten für ein einzelnes Gerät, sondern für die gesamte Grundlast des Haushalts.
Kostet die Zeitvorwahl Strom? +
Wenig. Laut HEA dürfen Geschirrspüler und Trockner mit gewählter Zeitvorwahl höchstens 4 W aufnehmen. 14 Stunden Warten sind höchstens 56 Wh.
Kann ich mit Photovoltaik im Winter elektrisch heizen? +
Nur zu einem kleinen Teil. Eine 10-kWp-Anlage deckt den Heizstrom einer Infrarotheizung von Dezember bis Februar höchstens zu 24,2 Prozent, und einen Frostwächter mit 1.000 W im Gewächshaus deckt ein Balkonkraftwerk zu 3,5 Prozent.

Quellen