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Technik & Störungen

Rundsteuerempfänger und Wechselrichter: wenn das Tonfrequenzsignal gestört wird

Die Tonfrequenz-Rundsteuerung schaltet Tarifzählwerke, Heizungen und die Leistungsvorgabe deiner Anlage — über ein Signal, das der Netzspannung überlagert ist. Wechselrichter können es schlucken oder übertönen. Was die Netzbetreiber dazu wirklich verlangen.

⏱️ 9 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 11. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
  1. 1.Was die Tonfrequenz-Rundsteuerung tut
  2. 2.Jedes Netzgebiet hat seine eigene Steuerfrequenz
  3. 3.Zwei Pegel, die deine Anlage einhalten muss
  4. 4.Warum ausgerechnet Wechselrichter stören
  5. 5.Wann eine Verdrosselung verlangt wird
  6. 6.Der Rundsteuerempfänger in der eigenen Anlage
  7. 7.Was sich durch § 14a EnWG ändert — und was nicht
  8. 8.Wenn der Netzbetreiber eine Störung meldet
  9. 9.Was dieser Ratgeber nicht belegen kann
  10. 10.Häufige Fragen zur Rundsteuerung und zur Störung durch Wechselrichter

Die Waschmaschine läuft plötzlich zur falschen Zeit, der Nachtspeicher schaltet nicht mehr, oder der Netzbetreiber meldet sich mit dem Satz, deine Anlage störe die Rundsteuerung. Dahinter steckt eine Technik, die älter ist als jede Photovoltaikanlage und in vielen Netzen weiter läuft: die Tonfrequenz-Rundsteuerung.

Sie legt der 50-Hertz-Spannung ein Steuersignal auf, mit dem der Netzbetreiber Tarifzählwerke, Straßenbeleuchtung, Nachtspeicherheizungen und die Leistungsvorgabe für Erzeugungsanlagen schaltet. Wechselrichter erzeugen Frequenzanteile im selben Bereich — und genau dort beginnt der Konflikt.

Was die Tonfrequenz-Rundsteuerung tut

Die Energienetze Mittelrhein beschreiben die Funktion in ihren Ergänzenden Hinweisen zur Tonfrequenz-Rundsteuerung (Abruf am 11. September 2026) knapp: Mit Tonfrequenz-Rundsteueranlagen werden Steuersignale an Tonfrequenz-Rundsteuerempfänger gesendet, die daraufhin Tarifzählwerke, Beleuchtungseinrichtungen, Nachtstromspeicher-Heizungen und die Leistungssollwertvorgabe für das Einspeise- und Netzsicherheitsmanagement schalten.

Achte auf den Unterschied zur Abregelung über die Einspeisung: Das Signal ist ein kurzes Impulstelegramm, das der Netzspannung überlagert wird. Bei den Energienetzen Mittelrhein dauert eine Sendung 6,6 Sekunden. In dieser Zeit muss der Empfänger im Zählerschrank das Signal sauber erkennen — sonst schaltet er nicht.

Schema mit der 50-Hz-Netzspannung, dem darüber gelegten Impulstelegramm mit 316 2/3 Hz und einer Sendedauer von 6,6 Sekunden sowie dem Rundsteuerempfänger, der daraufhin Tarifzählwerk, Heizung und Leistungsvorgabe schaltet.
Das Steuersignal reist auf der Netzspannung mit — sichtbar wird es nur für den Empfänger. · Foto: Eigene Grafik

Jedes Netzgebiet hat seine eigene Steuerfrequenz

Die wichtigste Erkenntnis für jeden, der eine Anlage plant: Es gibt keine bundesweite Rundsteuerfrequenz. Drei per Direktabruf gelesene Netzbetreiber-Dokumente nennen fünf verschiedene Werte.

NetzgebietSteuerfrequenzVerdrosselung
Mark-E Aktiengesellschaft168 Hz13,5 %
vorgelagertes Netz bei Energienetze Mittelrhein216 2/3 Hzkeine Angabe
Energienetze Mittelrhein316 2/3 Hzmindestens 7 %
Stadtwerke Lüdenscheid316,7 Hz7 %
Stadtwerke Konstanz724 HzVorgabe im Einzelfall

Die ersten beiden Werte stehen in einem Dokument: Die Ergänzenden Technischen Richtlinien von ENERVIE Vernetzt nennen in Abschnitt 2.4.7 für den Netzbereich der Mark-E 168 Hz bei 13,5 Prozent Verdrosselung und „davon abweichend" für den Netzbereich der Stadtwerke Lüdenscheid 316,7 Hz bei 7 Prozent. Zwei Netzbereiche desselben Richtlinientexts, zwei Frequenzen.

Die TAB Mittelspannung der Stadtwerke Konstanz (Stand 12. Oktober 2021) liegt mit 724 Hz noch einmal deutlich höher. Erfahrungsgemäß ist das der Punkt, an dem Planungen aus einer anderen Region scheitern: Ein Filterkonzept, das bei 168 Hz funktioniert, passt bei 724 Hz nicht.

Frag die Steuerfrequenz schriftlich beim Netzbetreiber ab, bevor Kompensation oder Filter geplant werden. Sie steht in den Technischen Anschlussbedingungen oder in einem eigenen Merkblatt zur Tonfrequenz-Rundsteuerung. Ein Wert aus dem Nachbarnetz ist wertlos — und ein Wert ohne Netzgebiet erst recht.

Zwei Pegel, die deine Anlage einhalten muss

Die Anforderungen sind zweiseitig: Deine Anlage darf das Signal weder schlucken noch übertönen.

Nicht schlucken. Die Energienetze Mittelrhein verlangen, dass Planungen hinter dem Netzanschluss die Tonfrequenzspannung auf der Niederspannungsseite nicht unter 2 Volt (Phase gegen Neutralleiter) und auf der Mittelspannungsseite nicht unter 200 Volt (Phase gegen Phase) absenken. Kondensatoren in Kompensationsanlagen wirken für hohe Frequenzen wie ein Kurzschluss und sind der klassische Grund für einen zu niedrigen Pegel. Was der Netzbetreiber daneben an Blindleistung vorgeben darf, steht im Ratgeber zu den Blindleistungs- und cos-phi-Vorgaben.

Nicht übertönen. Umgekehrt darf die von der Kundenanlage verursachte Störspannung auf der Steuerfrequenz oder dicht daneben 0,1 Prozent der Nennspannung am Verknüpfungspunkt nicht übersteigen; auf den Nebenfrequenzen von 100 Hz zu 316 2/3 Hz sind es höchstens 0,3 Prozent. Beide Werte zitieren die Energienetze Mittelrhein aus der VDEW-Empfehlung zur Vermeidung unzulässiger Rückwirkungen.

Entscheidend ist der Bezugspunkt: Beurteilt wird laut demselben Merkblatt „nicht das einzelne Betriebsmittel, sondern die Kundenanlage in ihrer Gesamtheit am Verknüpfungspunkt". Der einzelne Wechselrichter mag die Norm einhalten — sechs davon plus Speicher und Wallbox tun es womöglich nicht mehr.

AnforderungWertBezugspunkt
Mindestpegel Niederspannung2 V (Phase gegen Neutralleiter)hinter dem Netzanschluss
Mindestpegel Mittelspannung200 V (Phase gegen Phase)hinter dem Netzanschluss
Störspannung auf der Steuerfrequenzhöchstens 0,1 % UnVerknüpfungspunkt
Störspannung auf den Nebenfrequenzenhöchstens 0,3 % UnVerknüpfungspunkt
Gegenüberstellung der beiden Anforderungen: links die Untergrenzen von 2 V in der Niederspannung und 200 V in der Mittelspannung, rechts die Obergrenzen der Störspannung von 0,1 Prozent auf der Steuerfrequenz und 0,3 Prozent auf den Nebenfrequenzen am Verknüpfungspunkt.
Zwei gegenläufige Anforderungen: Das Signal darf weder geschluckt noch übertönt werden. · Foto: Eigene Grafik
Der Verknüpfungspunkt ist der Bezugspunkt, nicht die Gerätesteckdose. Eine Messung in der Unterverteilung beweist nichts, wenn die Grenzwerte am Verknüpfungspunkt gelten. Wer im Streitfall mit dem falschen Messort argumentiert, verliert die Diskussion, bevor sie über Technik geht.

Warum ausgerechnet Wechselrichter stören

Die Stadtwerke Konstanz benennen die Ursache in ihrer TAB Mittelspannung direkt: Umrichter erzeugen „auch Zwischenharmonische" — also Frequenzanteile, die nicht auf ganzzahligen Vielfachen der 50 Hertz liegen. Fallen diese Anteile mit der Steuerfrequenz der Rundsteueranlage zusammen, ist der Störfall da.

Wie sich Wechselrichter darüber hinaus elektromagnetisch bemerkbar machen und was dabei rechtlich gilt, steht im Ratgeber zur Funkstörung und EMV beim Wechselrichter.

Das ist der Unterschied zur klassischen Oberschwingung. Ein Anteil bei 250 oder 350 Hertz ist ein Vielfaches der Netzfrequenz und in jeder Netzberechnung vorgesehen. Ein Zwischenharmonischer bei 316 Hertz ist es nicht — und er trifft genau die Frequenz, auf der das Netz seine Befehle sendet. Typischer Fehler in der Planung ist deshalb, die Prüfung auf die Oberschwingungstabelle des Datenblatts zu stützen, in der Zwischenharmonische gar nicht auftauchen.

Vorsicht bei Tonfrequenz-Sperrkreisen als Schnelllösung. Die Stadtwerke Konstanz weisen ausdrücklich darauf hin, dass Sperrkreise innerhalb von Kundenanlagen keine unzulässigen Auswirkungen auf den Tonfrequenzpegel im Mittelspannungsnetz haben dürfen. Ein Sperrkreis, der die eigene Anlage schützt, kann dem Nachbarn das Signal wegnehmen — deshalb gehört er abgestimmt, nicht nachgerüstet.

Wann eine Verdrosselung verlangt wird

Bei Kompensationsanlagen — in gewerblichen Anlagen der Normalfall — nennen die Energienetze Mittelrhein drei Auslöser für eine Verdrosselung: Rundsteuerfrequenzen größer 250 Hz, ein hoher Oberschwingungspegel oder eine Kompensationsleistung größer 35 Prozent der Vertragsleistung. Bei einer Tonfrequenz von 316 2/3 Hz ist ein Verdrosselungsgrad von mindestens 7 Prozent anzusetzen.

Bemerkenswert ist der Nachsatz im selben Papier: Der Netzbetreiber verlangt zurzeit keine Verdrosselung, behält sich aber vor, sie zu fordern, wenn die Tonfrequenz unverhältnismäßig gestört wird. In der Praxis heißt das: Die Nachrüstpflicht kann Jahre nach der Inbetriebnahme kommen — und zwar dann, wenn jemand misst.

Lass dir den Verdrosselungsgrad in die Anlagendokumentation schreiben. Wenn später gemessen wird, ist die entscheidende Frage, ob nach der damals gültigen Vorgabe geplant wurde. Ein Wert ohne Beleg im Ordner ist im Streitfall kein Wert.
Bei Anlagen an der Mittelspannung gehört die Frage in die Planung der Übergabestation. Die Stadtwerke Konstanz verlangen dort Messwandler als Breitbandwandler bis mindestens 9 kHz — eine Anforderung, die auffällt, wenn die Station schon steht. Was in einer solchen Station sonst noch verlangt wird, steht im Ratgeber zur Übergabestation in der Mittelspannung.

Der Rundsteuerempfänger in der eigenen Anlage

Viele Netzbetreiber steuern die Leistungsreduzierung von Erzeugungsanlagen weiter über einen Tonfrequenz-Rundsteuerempfänger. Netze Hochfranken lässt sich das mit einer Erklärung zum Netzsicherheitsmanagement bestätigen. Darin wird nicht nur der Empfang des Signals quittiert, sondern ausdrücklich auch „die Funktionalität der Regelstrecke (Verbindung zwischen TRE und Wechselrichter/Generator)". Beides ist „jederzeit vom Anlagenbetreiber sicherzustellen", die Seriennummer des Empfängers wird eingetragen, und die Kosten trägt der Anlagenbetreiber.

Prüfe nach jedem Eingriff, ob die Steuerleitung wieder aufliegt — bei einem Stringwechselrichter sitzt der Eingang meist auf der Klemmleiste unter der Abdeckung, und im Datenblatt steht, welcher Kontakt welcher Abregelungsstufe entspricht.

Das ist eine Dauerpflicht, keine Abnahmeformalie. Aus meiner Erfahrung fällt sie erst auf, wenn nach einem Wechselrichtertausch die Steuerleitung nicht wieder aufgelegt wurde — und der Netzbetreiber Monate später Nachweise für die Funktionstüchtigkeit verlangt.

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Was sich durch § 14a EnWG ändert — und was nicht

Auf der Verbrauchsseite verschiebt sich die Technik. Nach § 14a Absatz 3 EnWG (Abruf am 11. September 2026) gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen insbesondere Wärmepumpen, nicht öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektromobile, Anlagen zur Erzeugung von Kälte oder zur Speicherung elektrischer Energie sowie Nachtstromspeicherheizungen. Absatz 2 knüpft daran ein reduziertes Netzentgelt im Gegenzug für die netzorientierte Steuerung.

Was dort nicht steht: dass die Steuerung über ein Smart-Meter-Gateway laufen muss. In vielen Netzgebieten läuft sie weiterhin über den Rundsteuerempfänger, weil die Infrastruktur vorhanden ist. Für dich heißt das: Der Rundsteuerempfänger ist kein Auslaufmodell, sondern Bestandteil der Anlage — und die Störfrage bleibt aktuell, solange die Sendeanlage sendet. Wie die Steuerung und die Netzentgeltreduzierung im Detail zusammenhängen, steht im Ratgeber zu § 14a EnWG und den Netzentgelten.

Balkendiagramm mit fünf Steuerfrequenzen: Mark-E 168 Hz, vorgelagertes Netz 216 2/3 Hz, Energienetze Mittelrhein 316 2/3 Hz, Stadtwerke Lüdenscheid 316,7 Hz und Stadtwerke Konstanz 724 Hz.
Zwischen 168 und 724 Hertz: Die Steuerfrequenz ist eine Eigenschaft des Netzgebiets, nicht des Landes. · Foto: Eigene Grafik

Wenn der Netzbetreiber eine Störung meldet

1 In fünf Schritten durch den Störungsfall
  1. Lass dir schriftlich geben, welche Steuerfrequenz betroffen ist und an welchem Punkt gemessen wurde — Verknüpfungspunkt oder Verteilung.
  2. Kläre, ob der Pegel zu niedrig ist (Anlage schluckt das Signal) oder die Störspannung zu hoch (Anlage sendet selbst). Die Gegenmaßnahmen sind gegenläufig.
  3. Prüfe die Kompensationsanlage zuerst. Über 250 Hz Steuerfrequenz ist eine Verdrosselung nach dem Merkblatt der Energienetze Mittelrhein der Regelfall, nicht die Ausnahme.
  4. Lass die Zwischenharmonischen der Wechselrichter messen, nicht nur die Oberschwingungen aus dem Datenblatt.
  5. Stimme jeden Sperrkreis mit dem Netzbetreiber ab, bevor er eingebaut wird.
  • Steht die Steuerfrequenz deines Netzgebiets in den Planungsunterlagen — mit Netzbetreiber und Datum?
  • Ist der Verdrosselungsgrad der Kompensation dokumentiert?
  • Wurde die Anlage in ihrer Gesamtheit am Verknüpfungspunkt beurteilt oder nur ein einzelnes Gerät?
  • Ist die Regelstrecke vom Rundsteuerempfänger zum Wechselrichter nach jedem Gerätetausch geprüft worden?
  • Liegt die Seriennummer des Rundsteuerempfängers in der Anlagendokumentation?
  • Gibt es einen Messbericht, der auch Zwischenharmonische ausweist?
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Was dieser Ratgeber nicht belegen kann

Drei Grenzen. Erstens: Die VDEW-Empfehlung zur Vermeidung unzulässiger Rückwirkungen wurde nicht im Original gelesen; die Grenzwerte von 0,1 und 0,3 Prozent stammen aus dem Merkblatt der Energienetze Mittelrhein, das sie zitiert, und sind diesem zugeschrieben.

Zweitens: Es gibt keine belastbare, veröffentlichte Liste aller Steuerfrequenzen in Deutschland. Die fünf Werte hier stammen aus drei gelesenen Netzbetreiber-Dokumenten und sind Beispiele für die Streuung, keine Landkarte. Anbieterlisten im Netz wurden bewusst nicht übernommen, weil sie ihre Werte nicht je Netzgebiet mit Stand belegen.

Drittens: Zu den Kosten einer Verdrosselung oder eines Sperrkreises nennt keine der gelesenen Quellen eine Zahl. Ein Nachteil dieser Quellengattung: Netzbetreiber schreiben, was verlangt wird, nicht was es kostet.

Häufige Fragen zur Rundsteuerung und zur Störung durch Wechselrichter

Welche Steuerfrequenz gilt bei mir? +
Das hängt am Netzgebiet, nicht am Bundesland. Belegt sind hier 168 Hz (Mark-E), 216 2/3 Hz (vorgelagertes Netz bei den Energienetzen Mittelrhein), 316 2/3 Hz (Energienetze Mittelrhein), 316,7 Hz (Stadtwerke Lüdenscheid) und 724 Hz (Stadtwerke Konstanz). Den für dich gültigen Wert nennt dein Netzbetreiber in den Technischen Anschlussbedingungen oder in einem Merkblatt zur Tonfrequenz-Rundsteuerung. Wo der Empfänger im Zählerschrank sitzt und was dort sonst Platz braucht, zeigt der Ratgeber zum Messkonzept und den Zählern.
Kann meine PV-Anlage die Rundsteuerung wirklich stören? +
Ja, auf zwei Wegen. Sie kann den Signalpegel absenken — die Energienetze Mittelrhein verlangen mindestens 2 Volt auf der Niederspannungs- und 200 Volt auf der Mittelspannungsseite. Und sie kann selbst auf der Steuerfrequenz senden; dort liegt die Grenze bei 0,1 Prozent der Nennspannung am Verknüpfungspunkt, auf den Nebenfrequenzen bei 0,3 Prozent.
Was sind Zwischenharmonische? +
Frequenzanteile, die nicht auf ganzzahligen Vielfachen der Netzfrequenz von 50 Hertz liegen. Die Stadtwerke Konstanz nennen sie in ihrer TAB Mittelspannung ausdrücklich als Ursache: Fallen sie mit der Steuerfrequenz zusammen, entsteht die Störung. In der üblichen Oberschwingungstabelle eines Datenblatts tauchen sie nicht auf.
Brauche ich eine Verdrosselung? +
Wenn du eine Kompensationsanlage hast, nennen die Energienetze Mittelrhein drei Auslöser: Rundsteuerfrequenz größer 250 Hz, hoher Oberschwingungspegel oder Kompensationsleistung größer 35 Prozent der Vertragsleistung. Bei 316 2/3 Hz sind mindestens 7 Prozent Verdrosselungsgrad anzusetzen. Ohne Kompensationsanlage stellt sich die Frage in dieser Form nicht.
Wer zahlt den Rundsteuerempfänger? +
Laut der Erklärung zum Netzsicherheitsmanagement von Netze Hochfranken trägt die Kosten der Anlagenbetreiber. Er muss zusätzlich jederzeit sicherstellen, dass Empfang und Regelstrecke zwischen Empfänger und Wechselrichter funktionieren, und auf Anforderung Nachweise vorlegen.
Verschwindet die Rundsteuerung durch den Smart Meter? +
Nicht automatisch. § 14a Absatz 3 EnWG benennt die steuerbaren Verbrauchseinrichtungen — Wärmepumpen, private Ladepunkte, Kälte- und Speicheranlagen, Nachtstromspeicherheizungen —, schreibt aber keinen Übertragungsweg vor. Solange die Sendeanlage im Netzgebiet arbeitet, bleibt die Tonfrequenz-Rundsteuerung im Einsatz.
Wie lange dauert ein Steuersignal? +
Bei den Energienetzen Mittelrhein beträgt die Dauer einer Sendung 6,6 Sekunden. Das Signal ist also kein Dauerton, sondern ein kurzes Impulstelegramm — was erklärt, warum eine Störung sporadisch auftritt und schwer zu greifen ist.
Mein Sperrkreis löst das Problem — reicht das? +
Nicht ohne Abstimmung. Die Stadtwerke Konstanz verlangen, dass Tonfrequenz-Sperrkreise in Kundenanlagen keine unzulässigen Auswirkungen auf den Tonfrequenzpegel im Mittelspannungsnetz haben. Ein Sperrkreis verändert die Impedanz an deinem Anschluss — und damit auch das, was beim Nachbarn ankommt.