PV-Rendite richtig rechnen: Kapitalwert und interner Zinsfuss statt Amortisationszeit
Die Amortisationszeit beantwortet die falsche Frage. Dieser Ratgeber rechnet dieselbe Anlage mit Kapitalwert, internem Zinsfuss und diskontierter Amortisation durch — und zeigt, warum die uebliche Rechnung drei Jahre zu guenstig aussieht.
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Inhaltsverzeichnis · 16 Abschnitte
- 1.Warum die Amortisationszeit die falsche Kennzahl ist
- 2.Drei Kennzahlen, drei verschiedene Fragen
- 3.Der Zeitwert des Geldes: 1.000 Euro in 20 Jahren sind keine 1.000 Euro
- 4.Welchen Zinssatz du ansetzen musst
- 5.Der Kapitalwert: die einzige Kennzahl mit einer Ja-Nein-Antwort
- 6.Die diskontierte Amortisation: drei Jahre später als gedacht
- 7.Der interne Zinsfuß: die Zahl, mit der Verkäufer arbeiten
- 8.Die drei Schwächen des internen Zinsfußes
- 9.Die Zahlungsreihe aufstellen: was hineingehört
- 10.Die Einnahmeseite: was das Gesetz garantiert
- 11.Die Degression nach § 49 EEG trifft nicht dich, sondern den Zeitpunkt
- 12.Steuern: warum die Zahlungsreihe bei kleinen Anlagen einfach bleibt
- 13.Die Degradation gehört in die Zahlungsreihe
- 14.So prüfst du ein Renditeversprechen in fünf Minuten
- 15.Was dieser Ratgeber offen lässt
- 16.Häufige Fragen
„Diese Anlage bringt Ihnen acht Prozent Rendite." Der Satz fällt in fast jedem Verkaufsgespräch, und er ist praktisch nie nachprüfbar. Acht Prozent wovon, über welchen Zeitraum, mit welchem Zinssatz gerechnet? Wer nachfragt, bekommt meistens die Amortisationszeit als Antwort — und die beantwortet eine völlig andere Frage.
Dieser Ratgeber erklärt die drei Kennzahlen, mit denen sich eine PV-Investition wirklich bewerten lässt: Amortisationszeit, Kapitalwert und interner Zinsfuß. Er zeigt, welchen Diskontierungssatz das Fraunhofer ISE für kleine Dachanlagen ansetzt, warum die Amortisationszeit systematisch zu günstig aussieht — und wie du ein Renditeversprechen in fünf Minuten auseinandernehmen kannst.
Warum die Amortisationszeit die falsche Kennzahl ist
Die Amortisationszeit beantwortet genau eine Frage: Wann habe ich mein Geld zurück? Das ist eine Sicherheitsfrage, keine Renditefrage. Sie sagt nichts darüber, was nach diesem Zeitpunkt passiert — und bei einer PV-Anlage passiert danach das Meiste.
Zwei Anlagen mit identischer Amortisationszeit können völlig verschieden gut sein: Läuft die eine danach noch fünfzehn Jahre und die andere noch fünf, hat die erste dreimal so viel Ertrag. Die Kennzahl unterscheidet sie nicht.
Der zweite Fehler ist schwerwiegender. Die übliche Amortisationsrechnung addiert Euro aus dem Jahr 1 und Euro aus dem Jahr 20, als wären sie gleich viel wert. Sind sie nicht.
Drei Kennzahlen, drei verschiedene Fragen
| Kennzahl | Beantwortet | Berücksichtigt Zinsen? |
|---|---|---|
| Amortisationszeit | Wann habe ich mein Geld zurück? | nein |
| Diskontierte Amortisationszeit | Wann habe ich mein Geld zurück, Zins eingerechnet? | ja |
| Kapitalwert (NPV) | Wie viel Vermögen schafft die Anlage insgesamt? | ja |
| Interner Zinsfuß (IRR) | Welche Verzinsung leistet das eingesetzte Geld? | ja |
Alle drei gehören zusammen. Der Kapitalwert sagt dir, ob sich die Investition lohnt. Der interne Zinsfuß sagt dir, wie gut sie im Vergleich zu anderen Anlagen ist. Die Amortisationszeit sagt dir, wie lange du das Geld nicht brauchen darfst.
Der Zeitwert des Geldes: 1.000 Euro in 20 Jahren sind keine 1.000 Euro
Geld, das erst in Zukunft fließt, ist heute weniger wert — weil du es bis dahin nicht verwenden, nicht anlegen und nicht zur Schuldentilgung nutzen kannst. Die Rechnung, die das abbildet, heißt Diskontierung.
Mit dem Satz von 3,2 Prozent, den das Fraunhofer ISE für kleine Dachanlagen real ansetzt, sind 1.000 Euro künftiger Ertrag heute wert:
| Zahlung fällt an in | Barwert heute |
|---|---|
| 5 Jahren | 854 Euro |
| 10 Jahren | 730 Euro |
| 15 Jahren | 623 Euro |
| 20 Jahren | 533 Euro |
| 25 Jahren | 455 Euro |
| 30 Jahren | 389 Euro |
Welchen Zinssatz du ansetzen musst
Der Diskontierungssatz ist die einzige Stellschraube, mit der sich jedes Ergebnis herbeirechnen lässt. Deshalb lohnt der Blick darauf, was eine seriöse Quelle ansetzt. Das Fraunhofer ISE schreibt in seiner Studie zu den Stromgestehungskosten ausdrücklich, dass einheitliche Sätze für alle Technologien zu Abweichungen von den tatsächlichen Kosten führen. Es rechnet stattdessen mit den marktüblichen Kapitalkosten der jeweiligen Investition.
Für „PV Dach klein" — dachinstallierte Anlagen bis 30 Kilowatt peak — nennt die Studie diese Annahmen:
| Annahme | PV Dach klein (bis 30 kWp) |
|---|---|
| Lebensdauer | 30 Jahre |
| Anteil Fremdkapital | 80 % |
| Anteil Eigenkapital | 20 % |
| Zinssatz Fremdkapital | 5,0 % |
| Rendite Eigenkapital | 5,0 % |
| WACC nominal | 5,0 % |
| WACC real | 3,2 % |
| Betriebskosten | 26 Euro je Kilowatt und Jahr |
| Jährlicher Wirkungsgradverlust | 0,25 % |
Die Umrechnung von nominal auf real nimmt die Studie mit einer angenommenen Inflationsrate von 1,8 Prozent pro Jahr vor. Größere Anlagen rechnen in derselben Tabelle mit 6,5 Prozent Eigenkapitalrendite und 5,3 Prozent WACC nominal — die kleine Dachanlage ist also die mit den niedrigsten unterstellten Kapitalkosten.
Der Kapitalwert: die einzige Kennzahl mit einer Ja-Nein-Antwort
Der Kapitalwert, englisch Net Present Value, ist die Summe aller diskontierten Zahlungen minus der Investition. Ist er positiv, schafft die Anlage mehr Wert, als das Geld anderswo zu dem gewählten Zinssatz bringen würde. Ist er negativ, nicht.
Investition 12.000 Euro, jährlicher Überschuss aus Eigenverbrauch und Einspeisung 1.100 Euro, Laufzeit 25 Jahre, diskontiert mit dem realen Satz von 3,2 Prozent.
Ergebnis: Kapitalwert plus 6.735 Euro. Die Investition ist vorteilhaft.
Die beiden Beträge sind gesetzte Beispielwerte, keine Erhebung — belegt ist nur der Zinssatz, mit dem gerechnet wird.
Der Kapitalwert hat eine Eigenschaft, die ihn von der Rendite unterscheidet: Er ist in Euro angegeben und damit vergleichbar mit dem, was die Anlage kostet. Eine Anlage mit 6.735 Euro Kapitalwert bei 12.000 Euro Einsatz ist wirtschaftlich klar besser als eine mit 2.000 Euro Kapitalwert bei 8.000 Euro Einsatz — auch wenn die zweite prozentual besser aussehen kann.

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Die diskontierte Amortisation: drei Jahre später als gedacht
Dasselbe Beispiel, andere Kennzahl. Nominal gerechnet ist die Anlage nach 10,9 Jahren bezahlt — 12.000 geteilt durch 1.100. Rechnet man die Jahresüberschüsse dagegen einzeln auf heute zurück, erreicht die Summe der Barwerte die 12.000 Euro erst im 14. Jahr.
Über drei Jahre Unterschied, allein durch das Einrechnen des Zinses. In der Praxis wird diese Differenz fast immer unterschlagen, weil die einfache Division schneller geht und besser aussieht.
Der interne Zinsfuß: die Zahl, mit der Verkäufer arbeiten
Der interne Zinsfuß ist derjenige Diskontierungssatz, bei dem der Kapitalwert genau null wird. Er ist die Antwort auf die Frage: Welche Verzinsung leistet das Geld, das in dieser Anlage steckt?
Für das Beispiel oben liegt er bei 7,7 Prozent. Das ist die Zahl, die im Verkaufsgespräch fällt — und sie ist in diesem Fall sogar korrekt gerechnet. Nur sagt sie weniger, als sie zu sagen scheint.
Sichtbar wird der Zusammenhang, wenn man denselben Kapitalwert mit verschiedenen Zinssätzen rechnet (eigene Rechnung, gleiches Beispiel):
| Diskontierungssatz | Kapitalwert |
|---|---|
| 3 % | 7.154 Euro |
| 5 % | 3.503 Euro |
| 7 % | 819 Euro |
| 7,7 % | 0 Euro |
| 8 % | -258 Euro |
Der interne Zinsfuß ist genau die Stelle, an der die Kurve die Nulllinie kreuzt. Alles darunter ist vorteilhaft, alles darüber nicht.
Die drei Schwächen des internen Zinsfußes
Erfahrungsgemäß wird der interne Zinsfuß genau deshalb zitiert, weil er die größte Zahl liefert. Drei Einschränkungen gehören dazu.
Erstens die Wiederanlageprämisse. Die Rechnung unterstellt stillschweigend, dass jeder Jahresüberschuss sofort wieder zu 7,7 Prozent angelegt wird. Wer die 1.100 Euro aufs Girokonto legt, erreicht diese Verzinsung nicht — die tatsächliche Rendite liegt dann darunter.
Zweitens die Mehrdeutigkeit. Wechselt die Zahlungsreihe mehrfach das Vorzeichen — etwa weil im Jahr 12 der Wechselrichter getauscht wird und im Jahr 20 der Speicher — kann es rechnerisch mehrere interne Zinsfüße geben. Welcher davon der richtige ist, lässt sich nicht sagen.
Drittens sagt er nichts über die Größe. Zehn Prozent auf 3.000 Euro sind 300 Euro. Sechs Prozent auf 15.000 Euro sind 900 Euro. Der interne Zinsfuß allein führt hier zur falschen Entscheidung; der Kapitalwert nicht.
Die Zahlungsreihe aufstellen: was hineingehört
Beide Kennzahlen stehen und fallen mit der Zahlungsreihe. Sie ist eine simple Liste: ein Betrag je Jahr, Ausgaben negativ, Einnahmen positiv.
Jahre 1 bis 25 — die laufenden Einnahmen: vermiedener Strombezug plus Einspeisevergütung.
Jahre 1 bis 25 — die laufenden Ausgaben: Versicherung, Wartung, Zählermiete, Rücklage für den Wechselrichtertausch.
Ein Sonderjahr: der Wechselrichtertausch, üblicherweise zwischen Jahr 12 und 15. Er gehört als eigener negativer Betrag in das Jahr, in dem er anfällt — nicht als Jahresdurchschnitt verteilt.
Wie lange die Technik überhaupt hält, die diese Zahlungsreihe trägt, behandelt der Ratgeber zur energetischen Amortisation aus einem anderen Blickwinkel. Die Betriebskosten sind der Posten, der in Eigenrechnungen am häufigsten fehlt. Das Fraunhofer ISE setzt für kleine Dachanlagen 26 Euro je Kilowatt und Jahr an. Bei einer 10-kWp-Anlage sind das 260 Euro jährlich — über 25 Jahre 6.500 Euro nominal. Wer diesen Posten weglässt, rechnet sich die halbe Rendite dazu.
Die Einnahmeseite: was das Gesetz garantiert
Die Einspeisevergütung ist der einzige Teil der Zahlungsreihe, der gesetzlich festgelegt ist. § 48 EEG nennt für Gebäudeanlagen in der Überschusseinspeisung:
| Anlagengröße | Überschusseinspeisung | Zuschlag Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kW | 8,51 ct/kWh | plus 4,8 ct/kWh |
| bis 40 kW | 7,43 ct/kWh | plus 3,8 ct/kWh |
| bis 1 MW | 7,64 ct/kWh | plus 1,9 ct/kWh |
Der zweite Teil der Einnahmeseite ist der vermiedene Strombezug, und er ist der größere. Eurostat weist für Haushalte mit 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch für Deutschland 0,3869 Euro je Kilowattstunde, also 38,69 Cent (Stand: zweite Jahreshälfte 2025) — der zweithöchste Wert der EU nach Irland und deutlich über dem EU-Durchschnitt von 0,2896 Euro oder 28,96 Cent.
Das Verhältnis ist der Kern jeder PV-Rechnung: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist rund viereinhalbmal so viel wert wie eine eingespeiste. Deshalb entscheidet die Eigenverbrauchsquote über die Rendite — mehr als Modulpreis oder Ausrichtung. Wie du sie realistisch ansetzt, steht im Ratgeber zum Prüfen von Amortisationsrechnern.
Die Degression nach § 49 EEG trifft nicht dich, sondern den Zeitpunkt
§ 49 EEG senkt die anzulegenden Werte ab dem 1. Februar 2024 alle sechs Monate um 1 Prozent, gerundet auf zwei Nachkommastellen. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Inbetriebnahme.
Für deine Zahlungsreihe heißt das zweierlei. Der Satz, der bei Inbetriebnahme gilt, bleibt für die gesamte Vergütungsdauer fest — in der Reihe steht also eine konstante Zahl, keine sinkende. Aber ein halbes Jahr später gebaut heißt ein Prozent weniger, und das über zwanzig Jahre.
Steuern: warum die Zahlungsreihe bei kleinen Anlagen einfach bleibt
Bei größeren Investitionen müsste man Einnahmen nach Steuern ansetzen. Bei kleinen Dachanlagen entfällt dieser Schritt. § 3 Nummer 72 EStG stellt Einnahmen und Entnahmen aus Photovoltaikanlagen auf, an oder in Gebäuden steuerfrei, wenn die Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister bis zu 30 Kilowatt peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit und insgesamt höchstens 100 Kilowatt peak je Steuerpflichtigem beträgt. Satz 2 der Vorschrift ist der praktisch wichtige: Sind die Einnahmen insgesamt steuerfrei, ist kein Gewinn zu ermitteln.
Auf der Investitionsseite wirkt § 12 Absatz 3 UStG: Die Steuer ermäßigt sich auf 0 Prozent für die Lieferung und Installation von Solarmodulen. Der Angebotspreis ist damit gleichzeitig der Betrag, der in Jahr 0 der Zahlungsreihe steht — keine Umsatzsteuer, keine Vorsteuererstattung, keine Korrekturposten.
Die Degradation gehört in die Zahlungsreihe
Das Fraunhofer ISE rechnet mit einer jährlichen Reduktion des Wirkungsgrads von 0,25 Prozent. Über 25 Jahre summiert sich das auf gut 6 Prozent weniger Ertrag im letzten Jahr gegenüber dem ersten.
In der Zahlungsreihe ist das ein kleiner, aber systematischer Abschlag auf jede Jahreszeile. Wer mit konstantem Ertrag rechnet, überschätzt das Ergebnis leicht — deutlich weniger stark allerdings als durch das Weglassen der Betriebskosten. Vergleiche im Zweifel beide Varianten: Der Unterschied zeigt dir, welcher Posten dein Ergebnis wirklich trägt.
So prüfst du ein Renditeversprechen in fünf Minuten
✅ Ihre Checkliste für: So prüfst du ein Renditeversprechen in fünf Minuten
Wer das durchgeht, braucht keinen Finanzrechner. Die Unterschiede zwischen zwei Angeboten liegen fast nie in der dritten Nachkommastelle der Rendite, sondern in einer weggelassenen Zeile der Zahlungsreihe. Wie du die Anlagengröße festlegst, die dieser Rechnung zugrunde liegt, steht im Ratgeber zur Berechnung der Anlagengröße; die Kostenseite behandelt der Ratgeber zu den Kosten beim Einfamilienhaus. Ob sich die Investition unter den Bedingungen von 2026 überhaupt noch trägt, ordnet der Ratgeber zur Wirtschaftlichkeit ein.

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Was dieser Ratgeber offen lässt
Erstens: Es gibt keine belastbare Erhebung darüber, welche Renditen deutsche Aufdachanlagen tatsächlich erzielt haben. Die 7,7 Prozent in diesem Ratgeber sind das Ergebnis eines gekennzeichneten Beispiels, keine Marktbeobachtung. Wer eine Zahl liest, die als Durchschnitt ausgegeben wird, sollte nach der Quelle fragen.
Zweitens: Für den risikolosen Vergleichszins — also die Frage, was dein Geld ohne PV-Anlage bringen würde — nennt dieser Ratgeber bewusst keine Zahl. Die abgerufenen Bundesbank-Seiten zu Umlaufsrenditen und Basiszinssatz enthielten keine auswertbare Reihe. Der Vergleich bleibt damit bei den Annahmen der ISE-Studie stehen.
Drittens: Die Methodik hier stützt sich auf die Rechenwege selbst, nicht auf eine Norm. Die einschlägigen VDI-Richtlinien zur Wirtschaftlichkeitsrechnung sind kostenpflichtig und wurden nicht gelesen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Amortisationszeit und Rendite?
Die Amortisationszeit sagt, wann das eingesetzte Geld zurückgeflossen ist. Die Rendite sagt, wie stark sich das Geld über die gesamte Laufzeit verzinst hat. Eine Anlage kann sich schnell amortisieren und trotzdem eine schlechte Rendite haben, wenn sie danach nur noch kurz läuft — und umgekehrt.
Mit welchem Zinssatz soll ich meine PV-Anlage rechnen?
Das Fraunhofer ISE setzt für dachinstallierte Kleinanlagen bis 30 Kilowatt peak einen gewichteten Kapitalkostensatz von 5,0 Prozent nominal beziehungsweise 3,2 Prozent real an, bei 80 Prozent Fremdkapital zu 5,0 Prozent Zins und 20 Prozent Eigenkapital mit 5,0 Prozent Renditeerwartung. Wer in heutigen Euro rechnet und die Einnahmen konstant hält, nimmt den realen Satz.
Was bedeutet ein Kapitalwert von 6.735 Euro?
Er bedeutet, dass die Anlage über die gerechnete Laufzeit 6.735 Euro mehr erwirtschaftet, als das gleiche Geld zum angesetzten Zinssatz von 3,2 Prozent gebracht hätte — ausgedrückt in heutigen Euro. Ein positiver Kapitalwert heißt: vorteilhaft. Die Zahl stammt aus einem gekennzeichneten Beispiel mit 12.000 Euro Investition und 1.100 Euro Jahresüberschuss über 25 Jahre.
Warum ist der interne Zinsfuß kritisch zu sehen?
Aus drei Gründen: Er unterstellt, dass jeder Jahresüberschuss sofort wieder zum selben Satz angelegt wird. Er kann bei mehrfachem Vorzeichenwechsel in der Zahlungsreihe mehrdeutig werden. Und er sagt nichts über die absolute Höhe des Gewinns — zehn Prozent auf 3.000 Euro sind weniger wert als sechs Prozent auf 15.000 Euro.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Nach § 48 Absatz 2 EEG beträgt der anzulegende Wert für Gebäudeanlagen in der Überschusseinspeisung 8,51 Cent je Kilowattstunde bis 10 Kilowatt, 7,43 Cent bis 40 Kilowatt und 7,64 Cent bis 1 Megawatt. Bei Volleinspeisung kommen nach Absatz 2a 4,8 beziehungsweise 3,8 Cent hinzu. § 49 EEG senkt diese Werte alle sechs Monate um ein Prozent — für Anlagen, die danach in Betrieb gehen.
Muss ich Steuern in die Renditerechnung einbauen?
Bei Anlagen bis 30 Kilowatt peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 Kilowatt peak je Steuerpflichtigem nicht: § 3 Nummer 72 EStG stellt die Einnahmen steuerfrei, und nach Satz 2 ist dann kein Gewinn zu ermitteln. Auf der Anschaffungsseite gilt nach § 12 Absatz 3 UStG der Nullsteuersatz, der Angebotspreis ist also der Betrag für Jahr 0.
Welche laufenden Kosten muss ich ansetzen?
Das Fraunhofer ISE rechnet für kleine Dachanlagen mit 26 Euro je Kilowatt und Jahr. Bei einer 10-kWp-Anlage sind das 260 Euro pro Jahr für Versicherung, Wartung, Zählermiete und Rücklagen. Hinzu kommt der Wechselrichtertausch als einmaliger Betrag, üblicherweise zwischen Jahr 12 und 15.
Wie stark mindert die Degradation die Rendite?
Mit dem ISE-Ansatz von 0,25 Prozent Wirkungsgradverlust pro Jahr liefert die Anlage im 25. Jahr gut sechs Prozent weniger als im ersten. In der Zahlungsreihe ist das ein spürbarer, aber nicht dominierender Effekt — deutlich kleiner als der Fehler, der durch weggelassene Betriebskosten entsteht.
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