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Thermografie und Drohnenbefliegung der PV-Anlage: Kosten, Nutzen, Grenzen

Was eine Thermografie der PV-Anlage wirklich sichtbar macht, wo neutrale Preisanker liegen, ab welchem Minderertrag sich eine Befliegung traegt und welche Drohnenregeln der Dienstleister einhalten muss.

⏱️ 14 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 03. September 2026
Schema mit drei Spalten: Kennlinienmessung beziffert den Leistungsverlust, Thermografie zeigt Hot Spots unter Last, Elektrolumineszenz macht den Zellriss sichtbar - je mit Grenze und Messbedingung.

Foto: Eigene Grafik nach IEA-PVPS, Review on IR and EL Imaging for PV Field Applications (Direktabruf iea-pvps.org, 03.09.2026)

Wer nach dem Preis einer Thermografie für die eigene PV-Anlage sucht, landet auf den Seiten von Dienstleistern, die genau diese Befliegung verkaufen. Eine neutrale Einordnung fehlt. Dieser Artikel liefert sie: was das Verfahren sichtbar macht, welche belegbaren Preisanker es gibt, ab welchem Minderertrag sich die Sache trägt und welche Regeln für die Drohne über deinem Dach gelten. Stand 03.09.2026.

Was die Thermografie an einer PV-Anlage sichtbar macht

Eine Wärmebildkamera misst keine Defekte, sondern Temperaturen. Sichtbar wird deshalb nur, was sich unter Last anders erwärmt als seine Nachbarschaft. Genau das passiert, wenn eine Zelle keinen Strom mehr liefert: Sie wird vom Rest des Strings weiter durchflossen und setzt die Energie in Wärme um statt in Strom. Dieser Hot Spot leuchtet im Wärmebild als heller Fleck.

Dasselbe gilt für ganze Modulflächen, für abgeschattete Zellstränge, für einen durchgebrannten Bypass-Diodenkreis und für schlechte Steckverbindungen in der Anschlussdose. Die IEA-PVPS-Übersicht zu IR- und EL-Bildgebung nennt als Spannweite der erkennbaren Fehler ausdrücklich alles von Hot Spots über Mismatch-Verluste bis zu Installationsfehlern.

Und was nicht sichtbar wird: ein Riss, der noch keinen Leistungsausfall verursacht. Ein Mikroriss in der Zelle, dessen Fingerkontakte weiter tragen, erzeugt keine messbare Übertemperatur. Er ist im Wärmebild schlicht nicht da. Erst wenn der Riss einen Zellbereich elektrisch abtrennt, entsteht die Signatur, die die Kamera findet.

⚠️ Ein Nachteil, den kein Anbieter erwähnt. Viele Angebote werben mit „Thermografie nach IEC 62446-3“, als sei das eine bindende Norm. Belegbar ist etwas anderes: DIN IEC/TS 62446-3:2018-04 (zugleich VDE V 0126-23-3) wird beim Herausgeber ausdrücklich als Vornorm geführt – das „V“ in „VDE V“ steht genau dafür. Sie umfasst 36 Seiten und kostet 86,37 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Abruf 03.09.2026).

Das mindert den fachlichen Wert des Dokuments nicht, wohl aber das Gewicht, das ein Anbieter dem Verweis gibt. Praktisch folgenreicher ist der Preis: Die Messbedingungen stehen in einem kostenpflichtigen Papier, das du als Auftraggeber normalerweise nicht einsiehst.

Daraus folgt die einzig sinnvolle Konsequenz. Verlange, dass der Prüfbericht die Messbedingungen selbst ausweist: Einstrahlung, Umgebungstemperatur, Windgeschwindigkeit, Betriebspunkt der Anlage und Kameratyp. Ein Bericht ohne diese Angaben ist nicht nachprüfbar – egal, auf welche Nummer er sich beruft.

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Kennlinienmessung, Elektrolumineszenz, Thermografie: drei Verfahren, drei Antworten

Die drei gängigen Messverfahren beantworten unterschiedliche Fragen, und wer das verwechselt, kauft die falsche Leistung ein. Häufigster Fehler bei der Beauftragung: eine Thermografie bestellen, obwohl die eigentliche Frage lautet „Wie viel Leistung fehlt?“.

VerfahrenBeantwortetBeantwortet nichtBedingung
Kennlinienmessung (I-U-Kennlinie)Wie viel Leistung fehlt, beziffert in Watt und ProzentWelches Bauteil die Ursache istAusreichende Einstrahlung, Zugang zum String
Thermografie (Infrarot)Wo im Feld sich etwas auffällig erwärmtWie groß der Ertragsverlust in Kilowattstunden istAnlage unter Last, also Sonne
Elektrolumineszenz (EL)Ob und wo die Zelle selbst gerissen istOb der Riss Ertrag kostetDunkelheit, Fremdeinspeisung ins Modul

Die Elektrolumineszenz dreht die Solarzelle um: Statt aus Licht Strom zu machen, erzeugt sie aus eingespeistem Strom Licht. Die IEA-PVPS-Übersicht beschreibt genau dieses Prinzip und hält fest, dass EL den Blick auf Mikrorisse und andere Defekte im Zellmaterial öffnet. Der Preis dafür ist die Nachtarbeit im Feld.

Zur Größenordnung des Zeitaufwands nennt dieselbe Quelle eine Zahl, die sich gut übertragen lässt: Für eine 4-MWp-Anlage veranschlagt sie etwa 5 bis 10 Stunden Infrarot-Inspektion unter sonst idealen Bedingungen. Ein Einfamilienhausdach mit 10 kWp ist davon der vierhundertste Teil der Fläche – der überwiegende Teil einer Rechnung entfällt hier also nicht auf die Messung selbst, sondern auf Anfahrt, Aufbau und Bericht.

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Was eine Thermografie kostet: die belegbaren Anker

Für Sachverständigenleistungen an Photovoltaikanlagen existiert keine Gebührenordnung wie bei Architekten. Ein belastbarer Anker steht trotzdem im Gesetz. Anlage 1 zum JVEG weist unter Sachgebiet 24.1 „Photovoltaikanlagen“ einen Stundensatz von 120 Euro aus (Direktabruf 03.09.2026). Zum Vergleich aus derselben Tabelle: Windkraftanlagen 131 Euro, Solarthermieanlagen 120 Euro, Elektrotechnische Anlagen und Geräte 125 Euro.

Dieser Satz gilt für Sachverständige, die ein Gericht beauftragt. Er ist kein Marktpreis. Er sagt dir aber, in welcher Größenordnung der Staat qualifizierte Arbeit an genau dieser Anlagenart bewertet – und das ist mehr, als jede Anbieterseite hergibt.

💡 Verlange die Kalkulationsgrundlage, nicht nur die Endsumme. Messdienstleistungen an Modulen werden häufig nach Modulzahl abgerechnet, Sachverständigenarbeit nach Stunden. Beides ist legitim. Vergleichen kannst du zwei Angebote aber erst, wenn beide dieselbe Größe nennen – Stunden inklusive Anfahrt und Bericht, oder Preis je Modul. Eine nackte Pauschale lässt sich gegen nichts prüfen. Prüfe im Angebot außerdem, ob die Auswertung und der schriftliche Bericht enthalten sind oder separat berechnet werden.
⚠️ Vorsicht bei Preisspannen aus dem Netz. Sämtliche im Umlauf befindlichen Spannen für Drohnenthermografie an Wohnhausanlagen stammen von Unternehmen, die die Leistung selbst verkaufen. Eine neutrale Erhebung zu Marktpreisen speziell für dieses Verfahren war am 03.09.2026 nicht auffindbar. Diese Lücke wird hier offen benannt statt mit einer geschätzten Zahl gefüllt – wer dir eine „übliche“ Spanne nennt, sollte die Quelle dazu nennen können.

Wie sich Honorare für PV-Gutachten insgesamt zusammensetzen, welche Nebenkosten dazukommen und welche Perzentile aus der Marktanalyse zum JVEG vorliegen, steht ausführlich in unserem Ratgeber zu den Kosten eines PV-Gutachters bei Minderertrag. Dieser Artikel hier beschränkt sich auf die Messdienstleistung selbst.

Ab welchem Minderertrag sich eine Befliegung trägt

Rechnen wir es durch. Angenommene Anlage: 9,8 kWp, rund 950 Kilowattstunden Ertrag je Kilowatt und Jahr, also etwa 9.300 Kilowattstunden im Jahr. Die Erlösseite steht fest: Für eine Inbetriebnahme zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 bis 10 kW nennt die Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh in der Überschusseinspeisung (Abruf 03.09.2026).

Eine im Eigenverbrauch genutzte Kilowattstunde ist deutlich mehr wert, weil sie eine zugekaufte ersetzt. Die BDEW-Strompreisanalyse weist für Haushalte 2026 bisher durchschnittlich 37,0 ct/kWh aus. Das ist fast das Fünffache des Einspeisesatzes.

Setzen wir zur Veranschaulichung eine Untersuchung mit drei Stunden zum JVEG-Satz an, also 360 Euro. Das ist ein konstruierter Rechenwert aus dem Gesetz, kein erhobener Marktpreis. Er zeigt aber, welche Verlustgrößen überhaupt in Frage kommen.

Verwertung der fehlenden kWhWert je kWhJahresverlust, der 360 € in 1 Jahr trägt… in 5 Jahren
Einspeisung (7,70 ct)0,077 €rund 4.675 kWh (etwa 50 % des Jahresertrags)rund 935 kWh (etwa 10 %)
Eigenverbrauch (37,0 ct)0,370 €rund 973 kWh (etwa 10 %)rund 195 kWh (etwa 2 %)

Daraus folgt eine unbequeme Erkenntnis. Wer den Strom überwiegend einspeist, holt eine Messung aus dem entgangenen Ertrag allein praktisch nie herein – ein Verlust von der Hälfte des Jahresertrags fällt im Monitoring längst vorher auf. Bei hohem Eigenverbrauch dreht sich das Bild: Dort trägt sich die Untersuchung schon ab etwa zwei Prozent dauerhaftem Minderertrag über fünf Jahre.

Diese Rechnung ist eine reine Amortisation der Messkosten – sie sagt nichts darüber, ob die Anlage insgesamt trägt. Wie sich Investition, Rendite und Betriebskosten über die Laufzeit verhalten, steht im Ratgeber zur Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Wer eine Finanzierung bedient, sollte den Messtermin ohnehin vor Ablauf der Gewährleistung legen: Danach zahlt jeden Modultausch das eigene Budget.

💡 Der wirtschaftliche Nutzen liegt meist woanders. Eine Thermografie zahlt sich erfahrungsgemäß nicht über den zurückgewonnenen Ertrag aus, sondern über das, was sie beweist: einen Mangel innerhalb der Gewährleistung, einen Versicherungsfall, oder eine Brandgefahr an einer heißen Klemmstelle. Der Ertragsrechnung fehlt genau diese Seite.

Wenn dein Verdacht auf einem Ertragsknick beruht, prüfe zuerst die einfachen Ursachen: Bevor du eine Befliegung beauftragst, lohnt der Blick auf Abschaltungen wegen zu hoher Netzspannung und auf die Abrechnung des Netzbetreibers. Beides erklärt fehlende Kilowattstunden häufiger als ein defektes Modul.

Drohne über dem eigenen Dach: welche Regeln der Dienstleister einhalten muss

Die Befliegung fällt unter europäisches Recht. Nach Artikel 4 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 gilt der Betrieb nur dann als „offen“, wenn das Fluggerät unter 25 kg Startmasse bleibt, der Fernpilot ständig direkten Sichtkontakt hält und das Gerät höchstens 120 m über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche fliegt. Für ein Wohnhausdach ist das unkritisch.

Registrierungspflichtig ist der Betreiber nach Artikel 14 Absatz 5 der Verordnung unter anderem dann, wenn das Gerät einen Sensor trägt, der personenbezogene Daten erfassen kann. Eine Wärmebildkamera erfüllt das. Die Registrierung kostet nach dem Gebührenverzeichnis zur LuftKostV einmalig 20 Euro für natürliche und 50 Euro für juristische Personen.

Der Fernpilot braucht einen Kompetenznachweis. Das Luftfahrt-Bundesamt stellt den EU-Kompetenznachweis A1/A3 nach einem Online-Training und einer Online-Theorieprüfung aus: 40 Multiple-Choice-Fragen aus neun Fachgebieten, bestanden ab 75 Prozent richtigen Antworten. Die Prüfungsabnahme und Ausstellung kostet nach dem Gebührenverzeichnis 25 Euro, das weitergehende Fernpiloten-Zeugnis A2 dreißig Euro.

Welches Zertifikat nötig ist, hängt an der Geräteklasse. Die Übersicht des Luftfahrt-Bundesamts ordnet C0 und C1 der Unterkategorie A1 zu, C2 der A2 und C3/C4 der A3. Die Nachweise sind bei jedem Flug mitzuführen, elektronisch oder ausgedruckt.

💡 Lass dir den Nachweis vor dem Termin schicken. Kompetenznachweis und Betreiber-Registrierungsnummer sind zwei verschiedene Dokumente. Beide sind fünf Jahre gültig beziehungsweise dauerhaft vergeben. Ein seriöser Dienstleister schickt sie auf Nachfrage ohne Zögern.

Versichert sein muss die Drohne ebenfalls. § 43 Absatz 2 des Luftverkehrsgesetzes verpflichtet den Halter eines Luftfahrzeugs, zur Deckung seiner Haftung eine Haftpflichtversicherung in gesetzlich bestimmter Höhe zu unterhalten. Eine private Haustierhaftpflicht oder Privathaftpflicht deckt gewerbliche Drohnenflüge nicht ab. Wie sich das zur Absicherung deiner eigenen Anlage verhält, steht im Ratgeber zur Photovoltaik-Versicherung.

Nachbarschaft und fremde Grundstücke: der Teil, den Anbieterseiten auslassen

Über Wohngrundstücke darf nicht einfach geflogen werden. § 21h Absatz 3 Nummer 7 der Luftverkehrs-Ordnung lässt den Betrieb dort nur zu, wenn der betroffene Eigentümer oder Nutzungsberechtigte dem Überflug ausdrücklich zugestimmt hat – oder wenn die Startmasse bis 0,25 Kilogramm beträgt und das Gerät weder optisch noch akustisch aufzeichnen kann.

Die zweite Ausnahme scheidet bei einer Thermografie aus, denn das Aufzeichnen ist der Zweck der Übung. Bleibt der Weg über eine Flughöhe von mindestens 100 Metern, an den die Vorschrift eine Reihe weiterer Bedingungen knüpft – unter anderem, dass öffentliche Flächen für den Überflug nicht genutzt werden können. Für ein Reihenhausdach ist das keine praktikable Option.

⚠️ Dein eigenes Dach ist nicht das Problem – der Anflug ist es. Bei Doppelhaushälften, Reihenhäusern und dicht bebauten Grundstücken führt der Weg zur Dachfläche fast zwangsläufig über Nachbargrund. Kläre die Zustimmung schriftlich, bevor der Termin steht. Für die generelle Rechtslage zwischen Nachbarn hilft unser Ratgeber zum Nachbarschaftsrecht bei Photovoltaik.

Dazu kommt das Strafrecht. § 201a Absatz 1 StGB stellt Bildaufnahmen von Personen, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befinden, unter Strafe, wenn dadurch der höchstpersönliche Lebensbereich verletzt wird – Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Ein umzäunter Garten kann ein solcher Raum sein.

Praktisch heißt das: Der Dienstleister soll die Kamera auf die Dachfläche richten und den Flugweg so legen, dass Terrassen und Fenster der Nachbarn nicht im Bild landen. Wärmebilder sind zwar grob aufgelöst, viele Drohnen zeichnen aber parallel im sichtbaren Licht auf.

Ablauf am Messtag und was im Bericht stehen muss

1 Schritt 1: Wetterfenster

Die Anlage muss unter Last laufen, sonst entsteht kein Temperaturunterschied. Klarer Himmel mittags, wenig Wind. Bewölkung, die während der Aufnahme wechselt, macht die Bilder unbrauchbar.

2 Schritt 2: Referenzdaten sichern

Wechselrichter-Daten des Messtags, Strangzuordnung, Modultyp und Stückzahl. Ohne die Zuordnung von Bild zu String lässt sich ein Befund später niemandem zuordnen.

3 Schritt 3: Befliegung

Bei einem Einfamilienhausdach eine Sache von Minuten in der Luft. Der Zeitaufwand steckt in Anfahrt, Aufbau und Auswertung – zur Einordnung: Die IEA-PVPS-Übersicht veranschlagt für 4 MWp rund 5 bis 10 Stunden reine Inspektionszeit.

4 Schritt 4: Bericht

Jedes auffällige Modul mit Position, Wärmebild, Temperaturdifferenz und einer Einordnung, was der Befund bedeutet. Ein Bilderordner ohne Bewertung ist kein Bericht.

Ein Befund allein ist noch kein Anspruch. Ob ein Hot Spot ein Garantiefall ist, entscheidet sich an der Garantiezusage des Herstellers – die Unterschiede zwischen Produkt-, Leistungs- und Gewährleistungsansprüchen erklärt der Ratgeber zur Photovoltaik-Garantie. Geht es um einen Sturm- oder Hagelschaden, gelten wieder andere Nachweisregeln; die stehen im Artikel zum Hagelschaden an der PV-Anlage.

Vor der Beauftragung klären

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Wenn du parallel Zweifel an der Montage hast, prüfe die mechanische Seite gleich mit: Welche Fehler du an der Unterkonstruktion selbst erkennst, zeigt der Ratgeber zu falsch montierten Dachhaken.

Häufige Fragen

Brauche ich für eine Thermografie überhaupt eine Drohne? +
Nein. Vom Boden oder aus einem Nachbarfenster lassen sich flach geneigte Dächer nicht sinnvoll aufnehmen, steile Dächer teilweise schon. Die Drohne verkürzt die Aufnahmezeit und liefert eine gleichmäßige Perspektive. Bei einem Einfamilienhausdach ist der Zeitgewinn gering – der Aufwand steckt ohnehin in Anfahrt und Auswertung.
Was kostet eine Drohnenthermografie für ein Einfamilienhaus? +
Eine neutrale Erhebung dazu existiert nicht. Die im Netz kursierenden Spannen stammen von Anbietern der Leistung selbst. Als Anker taugt der gesetzliche Stundensatz für gerichtlich beauftragte PV-Sachverständige: 120 Euro je Stunde nach JVEG Anlage 1, Sachgebiet 24.1. Verlange deshalb ein Angebot mit Stundenansatz, nicht nur eine Pauschale.
Findet die Thermografie Mikrorisse? +
Nur, wenn der Riss bereits Zellfläche elektrisch abgetrennt hat. Ein Riss ohne Leistungsausfall bleibt im Wärmebild unsichtbar. Dafür ist die Elektrolumineszenz das Verfahren der Wahl – die braucht im Feld allerdings Dunkelheit und eine Fremdeinspeisung ins Modul.
Wann im Jahr sollte gemessen werden? +
An einem klaren Tag um die Mittagszeit, wenn die Anlage unter deutlicher Last läuft. Ohne ausreichende Einstrahlung fließt zu wenig Strom, und der Temperaturunterschied zwischen intakter und defekter Zelle bleibt zu klein.
Zahlt die Versicherung die Untersuchung? +
Nicht ohne Weiteres. Kosten für einen selbst beauftragten Sachverständigen trägst du grundsätzlich zunächst selbst, sofern der Versicherer dich nicht ausdrücklich dazu aufgefordert hat. Die Einzelheiten dazu stehen im Ratgeber zum Hagelschaden an der PV-Anlage.
Darf der Dienstleister über das Grundstück meines Nachbarn fliegen? +
Nur mit dessen ausdrücklicher Zustimmung, wenn es sich um ein Wohngrundstück handelt. Das ergibt sich aus § 21h Absatz 3 Nummer 7 LuftVO. Die dort genannte Ausnahme für Geräte bis 0,25 Kilogramm ohne Aufnahmefähigkeit greift bei einer Wärmebildkamera nicht.
Rechnet sich das bei einer 10-kWp-Anlage überhaupt? +
Über den zurückgewonnenen Ertrag allein selten. Bei 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung müsste ein dauerhafter Verlust von rund zehn Prozent des Jahresertrags vorliegen, damit sich eine Untersuchung für 360 Euro über fünf Jahre trägt. Bei hohem Eigenverbrauch und 37,0 ct/kWh Bezugspreis reichen dafür rund zwei Prozent. Der eigentliche Wert liegt meist im Nachweis für Gewährleistung, Versicherung oder Brandschutz.
Was unterscheidet die Thermografie von einer Kennlinienmessung? +
Die Kennlinienmessung beziffert, wie viel Leistung fehlt, sagt aber nichts über die Ursache. Die Thermografie zeigt, wo im Feld sich etwas auffällig erwärmt, beziffert aber den Verlust nicht. Für einen belastbaren Nachweis gegenüber Hersteller oder Versicherer brauchst du beides – wie man daraus ein verwertbares Gutachten macht, steht im Ratgeber zu den Gutachterkosten bei Minderertrag.

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