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PV auf Schiefer- und Biberschwanzdach: was die Montageanleitungen verlangen

Kleinformatige Deckungen sind machbar, aber nicht wie ein Ziegeldach. Was Blechziegel, Titanzinkbleche und drei unterschiedliche Schraubenangaben fuer dein Angebot bedeuten.

⏱️ 10 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 11. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 10 Abschnitte
  1. 1.Warum der Haken beim Biberschwanz nicht einfach unter den Ziegel darf
  2. 2.Schiefer: Hier dichtet nicht der Haken, sondern ein Blech, das nicht mitgeliefert wird
  3. 3.Die Schraube im Sparren: drei Herstellerangaben, drei Zahlen
  4. 4.Die Unterkonstruktion entscheidet mit
  5. 5.Was die Systemgrenzen hergeben — und wo sie enden
  6. 6.Schneelastzone: der Punkt, an dem aus einer Empfehlung eine Notwendigkeit wird
  7. 7.Wer darf dein Schieferdach überhaupt öffnen
  8. 8.Was im Angebot stehen muss, bevor du unterschreibst
  9. 9.Was dieser Ratgeber nicht belegen kann
  10. 10.Häufige Fragen zu Schiefer- und Biberschwanzdächern

Es gibt Dächer, bei denen der Solarteur am Telefon merklich langsamer wird. Schiefer gehört dazu, Biberschwanz auch. Beides sind kleinformatige Deckungen: Statt 10 bis 12 großen Betondachsteinen liegen auf dem Quadratmeter Dutzende kleiner Elemente, die sich gegenseitig überdecken. Genau diese Überdeckung ist die Dichtung des Daches — und genau sie muss man aufmachen, um einen Dachhaken auf den Sparren zu schrauben.

Dieser Ratgeber zeigt, was die Montageanleitungen der Gestellhersteller für Schiefer und Biberschwanz konkret vorschreiben, welche Zusatzteile dabei entstehen, die in vielen Angeboten fehlen, und wer diese Arbeit handwerksrechtlich überhaupt ausführen darf. Für Metalldächer gilt ein anderer Weg — der steht im Ratgeber zur Montage auf Trapezblech und Stehfalz. Wenn dein Dach mit Faserzement gedeckt ist, führt der Weg über den Ratgeber zum Asbestdach, nicht über diesen hier.

Schematischer Schnitt durch eine Biberschwanz-Doppeldeckung: Sparren, Dachlatte, zwei Ziegellagen und der gegen einen Blechziegel getauschte Ziegel unter dem Dachhaken.
Unter dem Haken liegt Blech, nicht Ton — im Regelfall, nicht als Ausnahme. · Foto: Eigene Grafik

Warum der Haken beim Biberschwanz nicht einfach unter den Ziegel darf

Biberschwanzziegel liegen in der Regel in Doppeldeckung: Über jeder Fuge liegt ein weiterer Ziegel, sodass an jeder Stelle des Daches zwei Lagen übereinander liegen. S:FLEX nennt die Doppeldeckung in der Montageanleitung „Schrägdachmontage AK" vom Stand: 04/2024 die „am häufigsten anzutreffen[de]" Variante; die Alternative ist die Kronendeckung, bei der zwei Ziegel direkt aufeinanderliegen.

Der entscheidende Satz für dein Dach steht bei S:FLEX im Abschnitt zur Biberschwanz-Anbindung: Der unter dem Dachhaken liegende Ziegel wird gegen eine Metalldachplatte ausgetauscht, „so dass der Dachhaken nicht auf die Eindeckung drückt". Im Merkkasten daneben steht es noch kürzer: „Metalldachplatte immer verwenden." Das ist keine Empfehlung für Zweifelsfälle, sondern der Normalfall.

ALTEC beschreibt in den „Montagehinweisen Biberschwanz-Dachhaken" vom Stand 4/2024 denselben Weg mit anderen Worten: Der entfernte Ziegel wird durch einen Blechziegel ersetzt, dieser mit zwei Senkkopf-Spanplattenschrauben 4 × 25 mm an der Dachlatte befestigt, und am oberen Ende des Blechziegels wird ein Quellband auf die volle Breite aufgeklebt. Erst danach kommt der Haken.

Der Grund ist mechanisch, nicht ästhetisch. Ein Tonziegel ist ein sprödes Bauteil. Liegt ein Stahlhaken direkt darauf und drückt die Modulfläche bei Wind oder Schnee, entsteht eine punktförmige Last auf einer Fläche, die dafür nie gedacht war. In der Praxis bricht der Ziegel nicht am Montagetag, sondern im dritten Winter — und der Schaden zeigt sich als Feuchtefleck an der Innenschalung, nicht als sichtbarer Riss von außen.

Der Punkt, an dem viele Angebote unvollständig sind. Metalldachplatten und Blechziegel sind Teile, die es je Dachhaken einmal braucht. Bei 20 Modulen sind das schnell 40 bis 60 Stück. Wenn im Angebot nur „Dachhaken" als Position steht, ohne Blechziegel oder Metalldachplatte, fehlt entweder Material oder es taucht später als Nachtrag auf. Wie du mit einem solchen Nachtrag umgehst, steht im Ratgeber zu Mehrkosten nach § 650b BGB.

Schiefer: Hier dichtet nicht der Haken, sondern ein Blech, das nicht mitgeliefert wird

Beim Schiefer ist die Lage grundsätzlich anders. Schieferplatten werden auf eine Vollschalung genagelt oder geschraubt; sie sind kleiner, dünner und lassen sich nicht wie ein Ziegel kurz anheben. S:FLEX schreibt deshalb in derselben Anleitung: Die Montage der Schieferdachhaken „sollte während der Dachdeckung (Neubau) erfolgen". Für ein bestehendes Dach müssen Platten entnommen und teils ausgespart werden.

Der eigentliche Dichtungsaufbau besteht dann aus Blech, nicht aus Schiefer. Je nach Plattengröße sind laut S:FLEX 1 bis 2 Schieferplatten durch ein Titanzinkblech zu ersetzen, das an der Schalung befestigt wird. Oberhalb des Hakens kommt ein zweites Titanzinkblech dazu, verbleibende Freiräume werden mit Dichtband geschlossen. Und dann folgt der Satz, den man im Angebot wiederfinden sollte: „Die benötigten Bleche sind nicht Bestandteil der S:FLEX Lieferung."

Übersetzt heißt das: Das Bauteil, das dein Dach an dieser Stelle dicht hält, steht nicht auf der Packliste des Gestellherstellers. Es muss bauseits beschafft, zugeschnitten und eingepasst werden — Klempnerarbeit am Dach, nicht Modulmontage.

Schematischer Schnitt der Schieferanbindung mit einem Titanzinkblech unterhalb und einem zweiten oberhalb des Dachhakens sowie Dichtband in den Freiraeumen.
Bei Schiefer stellt der Gestellhersteller den Haken — die Bleche nicht. · Foto: Eigene Grafik

Die Frage, die im Angebotsgespräch Klarheit schafft. Nicht „können Sie auch Schiefer?", sondern: „Wer stellt die Titanzinkbleche, wer setzt sie ein, und steht das als eigene Position im Angebot?" Wer darauf eine konkrete Antwort gibt, hat die Anleitung gelesen. Wer ausweicht, plant das Dach wie ein Ziegeldach.

So erkennst du deine Deckungsart von unten. Schau vom Dachboden aus gegen das Licht: Liegen an jeder Stelle zwei Ziegellagen übereinander, ist es eine Doppeldeckung. Liegen jeweils zwei Ziegel direkt aufeinander und darüber folgt die nächste Reihe, ist es eine Kronendeckung. Diese Unterscheidung entscheidet über den Hakentyp und gehört in jede Anfrage.

Die Schraube im Sparren: drei Herstellerangaben, drei Zahlen

Die Verbindung zum Tragwerk ist bei kleinformatigen Deckungen dieselbe wie überall — der Haken geht in den Sparren, nicht in die Lattung. Die Hersteller geben dafür unterschiedliche, jeweils konkrete Werte an — beim Biberschwanz zwei Schrauben 8 × 80 mm, beim Schiefer drei Schrauben 6 × 80 mm:

QuelleAnwendungsfallBefestigung am Sparren
S:FLEX, Stand 04/2024Biberschwanz, Doppeldeckung2 Holzschrauben Tellerkopf 8 × 80 mm
S:FLEX, Stand 04/2024Schiefer, Universaldeckung3 Senkkopfschrauben 6 × 80 mm
ALTEC, Stand 4/2024Biberschwanz, Doppel- und Kronendeckung2 Tellerkopfschrauben M8

Bei einer Aufsparrendämmung kommen laut S:FLEX „entsprechend längere Holzschrauben" zum Einsatz — die Schraube muss durch die Dämmebene hindurch und trotzdem mit voller Einschraubtiefe im Holz sitzen. ALTEC verweist für Einschraubtiefe und Randabstände ausdrücklich auf die bauaufsichtliche Zulassung des Verbindungsmittels und auf die Holzbau-Norm DIN EN 1995-1-1.

Ein zweiter ALTEC-Wert betrifft die Ebene, in der die Schienen später liegen: Bei Biberschwanz sitzen die Haken selten alle exakt gleich hoch, weil die Ziegel selbst Maßtoleranzen haben. Ausgleichsscheiben fangen das ab, aber nur begrenzt — der Höhenausgleich über Scheiben „darf 5 mm nicht überschreiten". Darüber gehört ein höhenverstellbarer Haken hin. Die Flachrundschraube am Verstellwinkel ist laut ALTEC mit 15 bis 20 Newtonmetern anzuziehen, auch wenn gar nicht verstellt wird.

IBC SOLAR wird in der Montageanleitung zum TopFix 200 (Version 17.01, Stand 27.06.2017) an einem Punkt deutlicher als die anderen: „Spanplatten-Schrauben sind aufgrund des geringeren Querschnittes am Kopf nicht geeignet." Das ist eine Aussage über die Stelle, an der die Last tatsächlich ankommt — nicht das Gewinde im Holz versagt zuerst, sondern der Schraubenkopf, durch den der Haken hängt.

Der Schlagschrauber ist ausdrücklich unzulässig. S:FLEX schreibt es zweimal in dieselbe Anleitung: Der Einsatz eines Schlagschraubers zur Befestigung der Holzschrauben „ist nicht zulässig", er kann „zu einer Vorschädigung des Verbindungsmittels und dem Ausreißen des Gewindes aus dem Holz führen". Wenn du am Montagetag auf dem Dach das typische Rattern hörst, ist das kein Detail für Spezialisten — es ist eine dokumentierte Abweichung von der Montageanleitung, und die ist beim späteren Streit über einen gelockerten Haken das entscheidende Argument.

Die Unterkonstruktion entscheidet mit

Bevor irgendein Haken gesetzt wird, gilt bei S:FLEX ein Satz, der in der Anleitung als eigener Warnhinweis steht: Vor der Montage sind Gebäudestatik sowie Aufbau und Zustand der Dachunterkonstruktion zu überprüfen. Bei kleinformatigen Deckungen ist das mehr als eine Formalie. Schieferdächer liegen auf einer Vollschalung, die je nach Alter durchfeuchtet oder von Nagellöchern durchsetzt sein kann; Biberschwanzdächer tragen zwei Ziegellagen und damit von vornherein ein höheres Eigengewicht als eine einlagige Deckung. Wer hier ohne Blick auf den Dachstuhl plant, plant auf gut Glück.

Zum Abschluss der Arbeiten gehört deshalb auch, die geöffneten Dachbereiche ausdrücklich in die Abnahme aufzunehmen — nicht nur die elektrische Inbetriebnahme. Wie eine Abnahme rechtlich funktioniert und warum sie der entscheidende Schalter ist, steht im Ratgeber zum Abnahmeprotokoll nach § 640 BGB.

Was die Systemgrenzen hergeben — und wo sie enden

Die Eckwerte des S:FLEX-Schrägdachsystems für Ziegel, Biberschwanz und Schiefer stehen in der Anleitung unter „Systemeigenschaften":

ParameterWert laut Hersteller
Dachneigungmax. 75 Grad
Zusammenhängende Modulfeldlängemax. 13,20 Meter
Maximale Belastung5,4 Kilonewton je Quadratmeter
WerkstoffeAluminium EN AW-6063 T6 und EN AW-6082 T6, Edelstahl A2

Die 75 Grad sind für Schiefer relevanter, als sie klingen: Schiefergedeckte Dächer in Mittelgebirgslagen sind häufig sehr steil, und bei alten Fachwerkhäusern kommen Neigungen über 60 Grad regelmäßig vor. Die 13,20 Meter Feldlänge begrenzen dagegen, wie lang eine durchgehende Modulreihe sein darf, bevor eine thermische Trennung eingeplant werden muss.

Für den Haken selbst nennt IBC SOLAR beim Schieferdachhaken „Schiefer S+" den Werkstoff Edelstahl 1.4301 mit einer Streckgrenze von 460 Newton je Quadratmillimeter und eine Grundplatte von 280 × 30 × 6 mm. Die lange, flache Grundplatte ist der Unterschied zum Ziegelhaken: Sie verteilt die Last über mehrere Befestigungspunkte in die Schalung, statt sie an einer Kante abzustützen.

Was keiner der drei Hersteller liefert, ist eine fertige Zahl für den Hakenabstand. ALTEC formuliert das unmissverständlich: Der Abstand der Dachhaken „hängt von den statischen Anforderungen ab und muss projektbezogen ermittelt werden". Wie Schnee- und Windlast diese Rechnung bestimmen, steht in den Ratgebern zur Schneelast und Dachstatik und zur Windlast am Dachrand.

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Schneelastzone: der Punkt, an dem aus einer Empfehlung eine Notwendigkeit wird

IBC SOLAR nennt in der TopFix-200-Anleitung einen zweiten Auslöser für Blechunterlagen, der nichts mit der Deckungsart zu tun hat: Bei alten Ziegeln sowie bei Biberschwanz- und Schiefer-Eindeckung empfehle sich die Verwendung von Blechunterlagen oder Blechziegeln, „ebenso bei einer hohen Schneelastzone am Montageort".

Ein typischer Fehler bei der Angebotsprüfung ist, die beiden Auslöser getrennt zu betrachten. Beim Schieferdach treffen sie nämlich meist zusammen. Schiefergebiete in Deutschland liegen überwiegend in Mittelgebirgen — dort, wo auch die Schneelastzonen höher sind. Die Deckung ist empfindlich, und die Last ist hoch. Wer in einer solchen Lage ein Angebot bekommt, in dem weder Blechunterlagen noch ein statischer Nachweis auftauchen, hat ein Angebot für ein anderes Dach in der Hand.

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Wer darf dein Schieferdach überhaupt öffnen

Die Montageanleitungen beantworten diese Frage selbst, und zwar auffallend deutlich. S:FLEX schreibt sowohl im Biberschwanz- als auch im Schiefer-Abschnitt, dass die beschriebene Montage nur als „exemplarischer Hinweis" dient und für eine fachlich korrekte Ausführung „ein Fachbetrieb des Dachdeckerhandwerks zu kontaktieren" ist. Beim Schiefer steht unter der Schemazeichnung zusätzlich, die Haken sollten „auf Grund der Vielfalt bei den Schiefereindeckungen … immer durch einen Fachbetrieb des Dachdeckerhandwerks montiert werden".

Handwerksrechtlich steht dahinter die Handwerksordnung. Das Dachdeckerhandwerk ist in der Anlage A zur Handwerksordnung unter Nummer 4 aufgeführt, also zulassungspflichtig. Nach § 1 Absatz 1 HwO ist der selbständige Betrieb eines solchen Handwerks nur den in der Handwerksrolle eingetragenen Personen und Gesellschaften gestattet.

Damit ist die Sache aber nicht erledigt, denn dieselbe Norm kennt eine Gegenrichtung. Nach § 1 Absatz 2 Satz 2 HwO sind keine wesentlichen Tätigkeiten insbesondere solche, die in bis zu 3 Monaten erlernt werden können, die für das Gesamtbild des Handwerks nebensächlich sind, oder die nicht aus einem zulassungspflichtigen Handwerk entstanden sind. Und § 5 HwO erlaubt einem eingetragenen Betrieb ausdrücklich, „auch Arbeiten in anderen Handwerken … auszuführen, wenn sie mit dem Leistungsangebot seines Gewerbes technisch oder fachlich zusammenhängen oder es wirtschaftlich ergänzen".

Für die Praxis heißt das: Ein Elektro- oder Dachdeckerbetrieb mit Handwerksrolleneintrag darf die für die PV-Montage nötigen Arbeiten am Dach über § 5 HwO mit abdecken. Die Frage ist nicht, ob der Solarteur formal darf — sondern ob der Betrieb, der auf dein Schieferdach steigt, überhaupt einen Eintrag hat und ob jemand dabei ist, der eine Schieferdeckung wieder schließen kann. Welche Gewerke bei einer PV-Anlage zusammenkommen, ordnet der Ratgeber Solarteur oder Elektriker ein.

Tabellarischer Vergleich der Befestigungsangaben von S:FLEX und ALTEC fuer Biberschwanz und Schiefer mit Angabe von Anzahl und Groesse der Schrauben.
Drei Anleitungen, drei Angaben — und keine pauschale Zahl für den Hakenabstand. · Foto: Eigene Grafik

Was im Angebot stehen muss, bevor du unterschreibst

Die drei hier ausgewerteten Montageanleitungen sind frei abrufbar; Abruf und Volltextprüfung erfolgten am 11.09.2026. Aus ihnen ergibt sich eine kurze Liste von Positionen, die bei einer kleinformatigen Deckung nicht fehlen dürfen. Gehe sie mit dem Angebot in der Hand durch:

  • Prüfe im Angebot, ob Blechziegel oder Metalldachplatten als eigene Position mit Stückzahl stehen — bei Biberschwanz einer je Dachhaken.
  • Schau nach, wer bei Schiefer die Titanzinkbleche stellt; der Gestellhersteller liefert sie nicht mit.
  • Notiere, welcher Hakentyp angeboten wird, und vergleiche ihn mit deiner Deckungsart: Doppeldeckung, Kronendeckung oder Schiefer.
  • Frage nach der Schraubengröße — laut S:FLEX 8 × 80 mm beim Biberschwanz und 6 × 80 mm beim Schiefer — und danach, ob eine Aufsparrendämmung berücksichtigt ist.
  • Lass dir sagen, wie der Hakenabstand ermittelt wurde — projektbezogen oder pauschal.
  • Fotografiere vor Montagebeginn den Dachbereich, in dem gearbeitet wird, einschließlich der Innenseite unter der Deckung, sofern zugänglich.
  • Kläre schriftlich, wer die Deckung wieder schließt und wer für die Dichtigkeit einsteht.
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Vier Schritte, wenn dein Dach Schiefer oder Biberschwanz trägt

  1. Deckungsart bestimmen: Zwei Lagen an jeder Stelle deutet auf Doppeldeckung, zwei direkt aufeinanderliegende Ziegel auf Kronendeckung. Bei Schiefer entscheidet die Plattengröße darüber, wie viele Platten je Haken weichen müssen.
  2. Vor dem Angebotstermin klären, ob der Betrieb einen Dachdecker im Haus hat oder als Nachunternehmer einbindet.
  3. Das Angebot gegen die Checkliste oben halten und fehlende Positionen schriftlich nachfordern, bevor unterschrieben wird.
  4. Nach der Montage die geöffneten Stellen von innen kontrollieren — trockene Schalung nach dem ersten Starkregen ist der einzige Beleg, der zählt.

Ein Satz, den du in den Vertrag aufnehmen lassen solltest. „Das Öffnen und fachgerechte Schließen der Dacheindeckung ist Bestandteil der Leistung; für die Dichtigkeit der geöffneten Flächen haftet der Auftragnehmer." Ohne diesen Punkt streiten sich Solarteur und Dachdecker im Schadensfall darüber, wessen Gewerk die undichte Stelle verursacht hat.

Was dieser Ratgeber nicht belegen kann

Zwei Dinge bleiben hier bewusst offen, weil die Quellen dafür nicht frei prüfbar sind. Der Nachteil dieser Offenheit ist, dass du an zwei Stellen selbst nachfassen musst — das ist uns lieber als eine Zahl, die niemand gegenprüfen kann.

Das Regelwerk des Dachdeckerhandwerks. Die Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks — darunter eigene Fachregeln für Dachdeckungen mit Schiefer und mit Dachziegeln — sind kostenpflichtig und nicht frei abrufbar. Sie sind der anerkannte Stand der Technik, an dem sich die Ausführung messen lassen muss; dieser Ratgeber nennt sie deshalb, zitiert aber keinen Inhalt daraus. Wenn im Angebot steht, die Arbeiten erfolgten „nach den Fachregeln des ZVDH", ist das ein gutes Zeichen — überprüfen kannst du es ohne Zugang zum Regelwerk allerdings nicht selbst.

Reetdächer. Sie sind ebenfalls kleinformatig gedeckt, folgen aber einer völlig anderen Logik: Hier entscheidet der Brandschutz, und die maßgeblichen Abstandsregeln stehen in den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer. Diese sind über die Landes-Rechtsportale nicht im Volltext direkt abrufbar, weshalb hier keine Zahlen dazu stehen. Wer ein Reetdach hat, sollte die Frage vor jeder Angebotseinholung mit der unteren Bauaufsichtsbehörde klären, nicht mit dem Solarteur.

Offen bleibt außerdem der Preisaufschlag. Dass eine kleinformatige Deckung mehr Arbeitszeit und mehr Kleinteile kostet, folgt aus den Montageschritten oben — eine belastbare Prozentzahl dafür gibt keine der drei Anleitungen her, und eine geschätzte wäre hier fehl am Platz. Die Struktur eines PV-Angebots erklärt der Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Häufige Fragen zu Schiefer- und Biberschwanzdächern

Kann ich auf ein Biberschwanzdach überhaupt eine PV-Anlage bauen? +
Ja. Sowohl S:FLEX als auch ALTEC bieten in ihren Anleitungen vom Stand 04/2024 beziehungsweise 4/2024 ausdrücklich Dachhaken für Biberschwanz an, und zwar für Doppel- wie für Kronendeckung. Der Unterschied zum Betondachstein liegt nicht in der Machbarkeit, sondern im Aufwand: Je Haken wird ein Ziegel durch eine Metalldachplatte oder einen Blechziegel ersetzt.
Warum muss beim Biberschwanz ein Ziegel gegen Blech getauscht werden? +
Damit der Haken nicht auf der Deckung aufliegt. S:FLEX formuliert den Zweck direkt: Die Metalldachplatte wird eingesetzt, „so dass der Dachhaken nicht auf die Eindeckung drückt". Ein Tonziegel unter punktueller Last aus einer Modulfläche ist eine Bruchstelle auf Zeit.
Was kostet die Montage auf Schiefer mehr als auf Ziegel? +
Eine belastbare Zahl dazu liefert keine der ausgewerteten Herstelleranleitungen, und eine geschätzte Prozentangabe wäre unseriös. Belegbar ist nur, woraus der Mehraufwand entsteht: bauseits zu beschaffende Titanzinkbleche, 3 Senkkopfschrauben 6 × 80 mm je Haken statt 2 Tellerkopfschrauben 8 × 80 mm, das Aussparen von Platten und die Beteiligung eines Dachdeckerbetriebs.
Darf der Solarteur mein Schieferdach selbst öffnen? +
Das Dachdeckerhandwerk steht als Nummer 4 in der Anlage A zur Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig. § 5 HwO erlaubt einem in der Handwerksrolle eingetragenen Betrieb aber Arbeiten in anderen Handwerken, wenn sie mit seinem Leistungsangebot technisch oder fachlich zusammenhängen. Entscheidend ist deshalb weniger die Gewerkebezeichnung als die Frage, ob jemand dabei ist, der eine Schieferdeckung fachgerecht wieder schließt.
Ist ein Schlagschrauber bei der Hakenmontage erlaubt? +
Nein. S:FLEX bezeichnet den Einsatz eines Schlagschraubers zur Befestigung der Holzschrauben des Dachhakens ausdrücklich als „nicht zulässig" und begründet das mit der Vorschädigung des Verbindungsmittels und dem Ausreißen des Gewindes aus dem Holz.
Wie viele Dachhaken braucht meine Anlage? +
Das lässt sich nicht pauschal sagen, und die Hersteller verweigern die Pauschalzahl bewusst. ALTEC schreibt, der Abstand hänge von den statischen Anforderungen ab und müsse projektbezogen ermittelt werden. Wer dir ohne Angaben zu Schneelastzone, Gebäudehöhe und Sparrenabstand eine Stückzahl nennt, hat nicht gerechnet.
Gilt für Reetdächer dasselbe? +
Nein. Beim Reetdach entscheidet nicht die Befestigungstechnik, sondern der Brandschutz, und die maßgeblichen Abstände regeln die Landesbauordnungen. Kläre das vor der Angebotseinholung mit der unteren Bauaufsichtsbehörde.
Welche Belastung hält das Montagesystem aus? +
S:FLEX gibt für das Schrägdachsystem AK eine maximale Belastung von 5,4 Kilonewton je Quadratmeter an, eine maximale Dachneigung von 75 Grad und eine zusammenhängende Modulfeldlänge von höchstens 13,20 Metern. Ob dein Dach diese Lasten überhaupt aufnimmt, ist eine davon getrennte Frage an die Statik.