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Wechselrichter-Datenblatt lesen: welcher Wirkungsgrad zählt

98,2 Prozent stehen auf fast jedem Datenblatt — der europäische Wirkungsgrad daneben unterscheidet sich um bis zu 1,4 Punkte. Und die Zeile, die wirklich Geld kostet, ist eine andere.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 09. September 2026

Auf dem Angebot steht eine Zahl: 98,2 Prozent Wirkungsgrad. Auf dem Datenblatt desselben Geräts stehen zwei — und die zweite ist kleiner. Wer wissen will, welcher Wechselrichter im eigenen Haus mehr Strom liefert, muss verstehen, warum das so ist und welche der beiden Zahlen etwas mit dem eigenen Dach zu tun hat.

Die Antwort ist unbequemer als erwartet. Der meistzitierte Wert, der europäische Wirkungsgrad, beruht auf einer Gewichtung, die aus Strahlungsdaten eines einzigen Standorts stammt — gemessen von 1951 bis 1970. Und die Zeile, die auf dem Datenblatt tatsächlich über Euro entscheidet, steht ganz woanders.

💡 Kurzfassung für Eilige. Der Unterschied zwischen maximalem und europäischem Wirkungsgrad ist bei kleinen Geräten am größten — beim Fronius Symo GEN24 3.0 Plus sind es 1,4 Prozentpunkte, beim 8.0 Plus nur 0,4. Und: 0,5 Prozentpunkte Wirkungsgrad sind an einer Zehn-Kilowatt-Anlage rund 14 Euro im Jahr wert. Der Nachtverbrauch, den kaum jemand vergleicht, macht zwischen zwei Marktgeräten das Vierfache aus.

Drei Wirkungsgrade, die auf dem Datenblatt durcheinandergehen

„Wirkungsgrad" ist beim Wechselrichter kein einzelner Wert, sondern drei. Die technische Referenz pv-wissen.de der HTW Berlin (Stand: Juni 2024) trennt sie sauber:

  • Umwandlungswirkungsgrad. Die AC-Ausgangsleistung geteilt durch die DC-Eingangsleistung. Das ist der Teil, den das Gerät bei der Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom verliert.
  • MPPT-Wirkungsgrad. Die tatsächlich abgerufene DC-Leistung geteilt durch die theoretisch mögliche Leistung im Punkt maximaler Leistung. Er misst, wie gut der Regler den optimalen Arbeitspunkt des Modulfelds trifft.
  • Gesamtwirkungsgrad. Das Produkt aus beiden. Nur dieser Wert beschreibt, was vom Dach am Zähler ankommt.

Die Verluste im Gerät haben drei Quellen: Leerlaufverluste der Steuerelektronik, die unabhängig von der Auslastung anfallen, leistungsproportionale Schaltverluste der Leistungshalbleiter und ohmsche Verluste in Spulen, Leitungen und Verbindern, die quadratisch mit dem Strom steigen. Diese Aufteilung erklärt den gesamten Rest dieses Artikels.

Kurvendiagramm des Wirkungsgrads über der Auslastung für drei Eingangsspannungen, 330, 600 und 800 Volt
Der Wirkungsgrad bricht bei wenig Sonne ein — und hängt zusätzlich an der Strangspannung. · Foto: Eigene Grafik nach den Messwerten des STP8.0-3SE-40 in der Technischen Information Wirkungsgrade und Derating, SMA Solar Technology AG

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Warum der Wirkungsgrad bei wenig Sonne einbricht

Die Leerlaufverluste sind konstant. Wenn ein Wechselrichter nur zehn Prozent seiner Nennleistung liefert, verteilt sich derselbe Grundverbrauch auf ein Zehntel der Ausbeute — der Wirkungsgrad fällt. Genau deshalb ist ein einzelner Maximalwert wertlos: Er beschreibt einen Betriebspunkt, den die Anlage an den meisten Tagen nie erreicht.

Die Größenordnung nennt dieselbe Quelle an einem Beispielgerät: Ein 6-Kilowatt-Wechselrichter hat bei Nennleistung eine Verlustleistung von 155 Watt, was einem Umwandlungswirkungsgrad von 97,5 Prozent entspricht. Vier verschiedene Geräte mit je 10 Kilowatt AC-Nennleistung liegen bei ihrer Bemessungsleistung zwischen 96,5 und 98 Prozent — und erreichen ihren Maximalwirkungsgrad in unterschiedlichen Leistungsbereichen, mit unterschiedlich verlaufender Kennlinie.

⚠️ Zwei Geräte mit demselben Maximalwert können verschieden viel liefern. Wenn Gerät A sein Optimum bei 60 Prozent Auslastung hat und Gerät B bei 90 Prozent, gewinnt an einem deutschen Standort in aller Regel Gerät A — dort steht die Anlage die meiste Zeit. Der Maximalwert auf dem Angebotsblatt sagt darüber nichts.

Der europäische Wirkungsgrad: eine Formel mit sechs Stützstellen

Weil ein einzelner Punkt nicht reicht, gibt es den europäischen Wirkungsgrad. Er misst den Wirkungsgrad an sechs Teillastpunkten und gewichtet sie:

AuslastungGewichtWas das bedeutet
5 %3 %Dämmerung, tiefer Winter
10 %6 %bedeckter Himmel
20 %13 %diffuse Strahlung
30 %10 %wechselnde Bewölkung
50 %48 %der mit Abstand schwerste Punkt
100 %20 %klarer Sommertag, Mittag

Fast die Hälfte des Werts entscheidet sich also bei halber Nennleistung. Die Nennleistung selbst geht mit 20 Prozent ein. Wer die Formel kennt, weiß: Der europäische Wirkungsgrad belohnt Geräte, die im mittleren Bereich gut sind — und das ist grundsätzlich sinnvoll.

Balkendiagramm der sechs Gewichte des europäischen Wirkungsgrads, der 50-Prozent-Punkt dominiert mit 48 Prozent
Fast die Hälfte des Werts entscheidet sich bei halber Nennleistung. · Foto: Eigene Grafik nach der Formel des europäischen Wirkungsgrads, pv-wissen.de (HTW Berlin)

Woher die Gewichtung stammt — und warum das ein Problem ist

Hier wird es interessant, und dieser Punkt steht in keinem Herstellerprospekt — er wird in der Beratung häufig unterschätzt. Grundlage der Wichtung sind laut pv-wissen.de mittlere Stundenwerte der Globalstrahlung der Jahre 1951 bis 1970 am Standort Trier.

Zwei Einschränkungen folgen daraus, und beide benennt die Quelle selbst.

Erstens die zeitliche Auflösung. Wer Strahlung über eine volle Stunde mittelt, glättet die Sprünge an wechselnd bewölkten Tagen weg. An einer Berliner Messreihe von 2019 — Südausrichtung, 35 Grad Neigung — zeigt sich der Effekt: Gegenüber sekündlich aufgelösten Daten werden bei Stundenwerten die Bestrahlungsstärkeklassen zwischen 350 und 850 Watt je Quadratmeter überbewertet und Werte oberhalb von 1.000 Watt je Quadratmeter unterschätzt. Der am stärksten gewichtete Lastpunkt — die halbe Nennleistung — profitiert genau von dieser Verzerrung.

Zweitens der Standort und der Zeitraum. Eine Messreihe, die 1970 endete, an einem einzigen Ort in der Westeifel, trägt die Gewichtung eines Werts, der heute auf jedem Datenblatt von Flensburg bis Garmisch steht.

💡 Das entwertet die Zahl nicht, es benennt ihren Nachteil. Der europäische Wirkungsgrad bleibt der beste vergleichbare Wert, den Datenblätter hergeben — alle Hersteller rechnen mit derselben Gewichtung, also sind die Zahlen untereinander fair. Als absolute Vorhersage für dein Dach taugt er nicht. Benutz ihn zum Vergleichen, nicht zum Rechnen.

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Was zwei echte Datenblätter zeigen

Genug Theorie. Zwei Hybrid-Wechselrichter, wie sie im Einfamilienhaus verbaut werden, jeweils aus dem Herstellerdatenblatt:

GerätMax. WirkungsgradEurop. WirkungsgradAbstand
Fronius Symo GEN24 3.0 Plus98,1 %96,7 %1,4 Punkte
Fronius Symo GEN24 5.0 Plus98,2 %97,5 %0,7 Punkte
Fronius Symo GEN24 8.0 Plus98,2 %97,8 %0,4 Punkte
SMA Sunny Tripower 5.0 Smart Energy98,2 %97,3 %0,9 Punkte
SMA Sunny Tripower 8.0 Smart Energy98,2 %97,8 %0,4 Punkte
SMA Sunny Tripower 10.0 Smart Energy98,1 %97,5 %0,6 Punkte

Quellen: Datenblatt Fronius Symo GEN24 Plus und Datenblatt SMA Sunny Tripower Smart Energy, beide im Direktabruf am 9. September 2026.

Drei Beobachtungen, die man erst im Nebeneinander sieht.

Der Maximalwert unterscheidet die Geräte praktisch nicht. Fünf von sechs Zeilen zeigen 98,1 oder 98,2 Prozent. Wer danach auswählt, wählt zwischen identischen Zahlen.

Der Abstand zwischen beiden Werten ist bei kleinen Geräten am größten. Beim Fronius 3.0 Plus sind es 1,4 Prozentpunkte, beim 8.0 Plus nur 0,4. Der Grund steht oben: Die konstanten Leerlaufverluste wiegen bei einem kleinen Gerät im Teillastbetrieb relativ schwerer.

Größer ist nicht automatisch besser. Beim SMA schneidet das 10.0er mit 97,5 Prozent schlechter ab als das 8.0er mit 97,8 Prozent — bei gleichem Maximalwert-Niveau. Wer nach Leistungsklasse statt nach Datenblatt kauft, greift hier daneben. Welche Größe überhaupt zu deinem Modulfeld passt, steht unter Wechselrichter richtig dimensionieren.

Dieselbe Zahl, drei Werte: warum die Strangspannung mehr entscheidet als die Marke

Und jetzt der Punkt, an dem der ganze Markenvergleich zweitrangig wird. Die Technische Information „Wirkungsgrade und Derating" von SMA erklärt, worauf sich die Datenblattzahl überhaupt bezieht: Der maximale Wirkungsgrad ist der höchste Wirkungsgrad bei Bemessungseingangsspannung. Dasselbe Dokument nennt die Formel des europäischen Wirkungsgrads mit denselben sechs Gewichten — die Angabe von pv-wissen.de ist damit von einem Hersteller unabhängig bestätigt.

Interessanter ist, dass dieselbe Quelle den Wirkungsgrad für drei Spannungen ausweist: minimale MPP-Spannung, Bemessungseingangsspannung und maximale MPP-Spannung. Für den Sunny Tripower 8.0 Smart Energy sieht das so aus:

Auslastungbei 330 V (min. MPP)bei 600 V (Bemessung)bei 800 V (max. MPP)
5 %89,5 %92,4 %90,0 %
10 %93,2 %95,5 %94,3 %
20 %95,2 %97,2 %96,6 %
30 %96,0 %97,7 %97,3 %
50 %96,5 %98,1 %97,8 %
100 %96,8 %98,2 %97,8 %

Dasselbe Gerät, dieselbe Auslastung, 1,4 Prozentpunkte Unterschied — allein weil das Modulfeld an der Untergrenze des MPP-Fensters arbeitet statt bei Bemessungsspannung. Der Datenblattwert 98,2 Prozent gilt für 600 Volt. Bei 330 Volt sind es 96,8 Prozent.

1 Eigene Rechnung: was die Strangspannung wert ist
  1. Anlage: dieselben 9.500 Kilowattstunden im Jahr.
  2. 1,4 Prozentpunkte: rund 133 Kilowattstunden.
  3. Bei 30 Cent: rund 40 Euro im Jahr — fast das Dreifache dessen, was 0,5 Prozentpunkte Gerätevorteil bringen.
💡 Die praktische Folge. Ob der Solarteur zwei kurze Stränge auf getrennte Tracker legt oder einen langen Strang näher an die Bemessungsspannung führt, ist wichtiger als die Frage, welches der beiden Fabrikate im Angebot steht. Frag nach dem geplanten Stringplan und nach der Spannung, bei der die Anlage im Sommer arbeitet — nicht nach dem Wirkungsgrad auf dem Deckblatt.
⚠️ Die Tabelle gilt für ein Gerät, nicht für alle. Die Werte oben stammen aus dem Kapitel zum STP8.0-3SE-40. Andere Geräte haben andere Kennlinien und andere MPP-Fenster, und die Spreizung kann kleiner oder größer sein. Wir rechnen sie hier bewusst nicht auf andere Modelle hoch — das Muster ist übertragbar, die Zahl nicht.

Was ein halber Prozentpunkt tatsächlich einbringt

Rechnen wir den Unterschied in Euro um. Die Annahmen sind unsere und stehen hier offen.

1 Eigene Rechnung: 0,5 Prozentpunkte europäischer Wirkungsgrad
  1. Anlage: 10 Kilowatt Peak, angenommener Jahresertrag 9.500 Kilowattstunden.
  2. 0,5 Prozentpunkte davon: rund 48 Kilowattstunden im Jahr.
  3. Bei angenommenen 30 Cent verdrängtem Netzstrom: rund 14 Euro im Jahr.
  4. Bei angenommenen 8 Cent Einspeisevergütung: rund 4 Euro im Jahr.
  5. Über 20 Jahre: 80 bis 290 Euro.

Erfahrungsgemäß ist das der Punkt, an dem Angebote auseinanderfallen: Zwei Anbieter streiten über einen Zehntelprozentpunkt, während die Strangplanung im Anhang niemand liest. Das ist der ehrliche Maßstab. Ein halber Prozentpunkt ist kein Grund, ein Gerät gegen ein anderes zu tauschen, das 300 Euro mehr kostet. Er ist auch kein Grund, ein Angebot abzulehnen. Er ist ein Tiebreaker, wenn sonst alles gleich ist.

Die Zeile, die niemand vergleicht — und die mehr ausmacht

Beide Datenblätter enthalten eine Angabe, die in keinem Verkaufsgespräch vorkommt: was das Gerät nachts verbraucht, wenn es keinen Strom erzeugt.

  • SMA Sunny Tripower Smart Energy: Eigenverbrauch (Nacht) 44 Watt.
  • Fronius Symo GEN24 Plus: Nachtverbrauch unter 10 Watt.
1 Eigene Rechnung: was der Nachtverbrauch kostet
  1. Annahme dunkle Stunden: 4.380 Stunden im Jahr, also die Hälfte des Jahres.
  2. 44 Watt: rund 193 Kilowattstunden im Jahr, bei 30 Cent rund 58 Euro.
  3. Unter 10 Watt: rund 44 Kilowattstunden im Jahr, bei 30 Cent rund 13 Euro.
  4. Differenz: rund 45 Euro im Jahr — das Dreifache dessen, was ein halber Prozentpunkt Wirkungsgrad wert ist.
Zwei Balken für den Nachtverbrauch zweier Wechselrichter, 44 Watt gegen unter 10 Watt, mit Jahreskosten
Die Zeile, die niemand vergleicht — und die mehr bewegt als der Wirkungsgrad. · Foto: Eigene Rechnung nach den Datenblättern SMA Sunny Tripower Smart Energy und Fronius Symo GEN24 Plus
⚠️ Der Vergleich hat zwei Einschränkungen, und wir benennen sie. Erstens ist „unter 10 Watt" eine Obergrenze, keine gemessene Zahl; der reale Wert kann darunter liegen, der SMA-Wert ist dagegen konkret angegeben. Zweitens sind beide Geräte Hybrid-Wechselrichter — ihr Nachtverbrauch enthält die Bereitschaft der Batterieanbindung, und wie viel davon anfällt, hängt vom Betriebsmodus ab. Die Zahlen sind darum nicht auf die Nachkommastelle vergleichbar. Die Größenordnung des Unterschieds ist es.

Der Nachteil dieser Rechnung liegt offen: Sie steht und fällt mit der Annahme von 4.380 dunklen Stunden und einem Strompreis von 30 Cent. Wer weniger Eigenverbrauch hat, kommt auf kleinere Beträge. Der Punkt bleibt trotzdem: Eine Zeile, die niemand liest, bewegt hier mehr Geld als die Zahl, um die alle streiten. Wenn dein Speicher ohnehin nachts liefert, verschiebt sich die Rechnung — dann zahlst du den Nachtverbrauch aus dem eigenen Akku statt aus dem Netz, verlierst aber Speicherinhalt. Wie sich das auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt, steht unter Eigenverbrauch gegen Volleinspeisung.

Die Zeile, die auf dem Datenblatt fehlt

Der MPPT-Wirkungsgrad steht auf beiden Datenblättern — beim Fronius als „MPP-Anpassungswirkungsgrad größer 99,9 Prozent". Das ist der statische Wert, gemessen bei gleichbleibenden Bedingungen.

Wie gut ein Regler bei Sprüngen arbeitet — bei durchziehenden Wolken, dem Alltag eines deutschen Aprils —, beschreibt der dynamische MPPT-Wirkungsgrad. Für ihn gibt es sogar ein genormtes Prüfverfahren: DIN EN 50530 (VDE 0126-12):2013-12 mit dem Titel „Gesamtwirkungsgrad von Photovoltaik-Wechselrichtern" definiert Testprozeduren mit rampenförmigen Strahlungsänderungen sowie Ein- und Ausschaltprozeduren. Der Normtext selbst ist kostenpflichtig; der VDE-Verlag führt die Ausgabe 2013-12 als deutsche Fassung von EN 50530:2010 + A1:2013.

Und trotzdem, so pv-wissen.de wörtlich: Der dynamische MPPT-Wirkungsgrad wird auf den Datenblättern in der Regel nicht angegeben. Genau die Eigenschaft, die an wechselhaften Tagen über den Ertrag entscheidet, fehlt also in dem Dokument, mit dem verglichen wird.

💡 Was du stattdessen tun kannst. Frag den Anbieter nach einem Prüfbericht nach EN 50530 statt nach dem Datenblatt. Bekommst du keinen, ist das keine Katastrophe — aber du weißt dann, dass die Auswahl auf dem statischen Wert beruht. Ein zweiter, praktikablerer Weg: Achte auf die Zahl der MPP-Tracker und darauf, ob deine Teildächer getrennt geführt werden. Bei Teilverschattung bringt das mehr als jeder Nachkommawert.

MPP-Spannungsbereich: die Zeile, die über die Strangplanung entscheidet

Eine weitere Angabe wird regelmäßig übersehen, obwohl sie hart begrenzt, was montierbar ist. Der SMA Sunny Tripower Smart Energy hat je nach Größe einen MPP-Spannungsbereich von 210 bis 800 Volt (5.0), 330 bis 800 Volt (8.0) oder 280 bis 800 Volt (10.0); die Start-Eingangsspannung liegt bei 180 Volt. Der Fronius Symo GEN24 Plus nennt 80 bis 800 Volt.

Wer einen kurzen Strang auf einer Gaube plant, muss die Modulspannung bei winterlicher Kälte und sommerlicher Hitze gegen diese Grenzen halten. Ein Gerät mit Untergrenze 330 Volt schließt Stranglängen aus, die ein Gerät mit 80 Volt problemlos verarbeitet. Der europäische Wirkungsgrad hilft an dieser Stelle gar nicht.

⚠️ Auch die Höhenlage steht im Datenblatt. Das Fronius-Datenblatt nennt 3.000 Meter über dem Meeresspiegel für den uneingeschränkten und 4.000 Meter für den eingeschränkten Spannungsbereich. Für die meisten Dächer irrelevant, für Alpenlagen nicht — und es ist ein gutes Beispiel dafür, dass die interessanten Angaben unter der großen Zahl stehen.

Sieben Zeilen, die du im Angebot vergleichst

  • Europäischer Wirkungsgrad — nicht der maximale. Und für die konkrete Gerätegröße, nicht für die Baureihe.
  • Nachtverbrauch beziehungsweise Eigenverbrauch (Nacht) — in Watt. Zwischen 10 und 44 Watt liegen rund 45 Euro im Jahr.
  • MPP-Spannungsbereich und Start-Eingangsspannung — gegen deine geplanten Stranglängen halten.
  • Anzahl der MPP-Tracker und Strings je Tracker — entscheidend, wenn das Dach in Teilflächen zerfällt.
  • Max. nutzbare DC-Leistung je Eingang — nicht nur die Summe. Der Fronius 8.0 Plus nennt 8.260 Watt am ersten und 6.000 Watt am zweiten Eingang.
  • Geräuschemission in dB(A) — beim Fronius je nach Größe unter 36 oder unter 47 dB(A). Relevant, wenn das Gerät neben einem Schlafzimmer hängt.
  • Umgebungstemperaturbereich — beim Fronius minus 25 bis plus 60 Grad Celsius. Ein Dachboden im August testet die Obergrenze.

Wo das Gerät hängt, verändert übrigens den Wirkungsgrad, den du tatsächlich bekommst — dazu Aufstellort und Derating. Und wenn ein Gerät nach Jahren ausfällt, entscheidet nicht der Wirkungsgrad, sondern der Preis des Nachfolgers: Was ein Austausch kostet.

Häufige Fragen zum Wechselrichter-Datenblatt

Maximaler oder europäischer Wirkungsgrad — welcher zählt? +
Der europäische. Er gewichtet sechs Teillastpunkte und bildet damit ab, dass eine Anlage die meiste Zeit nicht unter Volllast läuft. Der Maximalwert beschreibt einen einzelnen Betriebspunkt und liegt bei Marktgeräten fast überall bei 98,1 oder 98,2 Prozent — er unterscheidet also gar nichts.
Wie wird der europäische Wirkungsgrad berechnet? +
Als gewichtete Summe der Wirkungsgrade bei 5, 10, 20, 30, 50 und 100 Prozent der Nennleistung, mit den Gewichten 3, 6, 13, 10, 48 und 20 Prozent. Die halbe Nennleistung dominiert das Ergebnis mit 48 Prozent Gewicht.
Ist die Gewichtung noch aktuell? +
Sie beruht auf mittleren Stundenwerten der Globalstrahlung von 1951 bis 1970 am Standort Trier. Für den Vergleich zweier Geräte ist das unschädlich, weil alle Hersteller dieselbe Gewichtung verwenden. Als absolute Ertragsprognose für einen konkreten Standort taugt der Wert nicht.
Warum ist der europäische Wirkungsgrad bei kleinen Geräten schlechter? +
Weil die Leerlaufverluste der Steuerelektronik konstant sind und im Teillastbetrieb eines kleinen Geräts relativ stärker ins Gewicht fallen. Beim Fronius Symo GEN24 3.0 Plus liegen 1,4 Prozentpunkte zwischen Maximal- und europäischem Wirkungsgrad, beim 8.0 Plus nur 0,4.
Was ist der MPPT-Wirkungsgrad? +
Das Verhältnis der tatsächlich abgerufenen zur theoretisch möglichen Leistung des Modulfelds. Datenblätter nennen den statischen Wert, oft über 99,9 Prozent. Der dynamische Wert, der das Verhalten bei Einstrahlungssprüngen beschreibt, ist in DIN EN 50530 genormt, steht aber in der Regel nicht auf dem Datenblatt.
Lohnt es sich, für 0,5 Prozentpunkte mehr zu zahlen? +
Nach unserer Rechnung bringen 0,5 Prozentpunkte an einer Anlage mit 9.500 Kilowattstunden Jahresertrag rund 48 Kilowattstunden, also etwa 14 Euro bei 30 Cent Eigenverbrauch oder 4 Euro bei 8 Cent Einspeisung. Über 20 Jahre sind das 80 bis 290 Euro — ein Tiebreaker, kein Kaufargument.
Was ist wichtiger als der Wirkungsgrad? +
Der Nachtverbrauch, der MPP-Spannungsbereich und die Zahl der MPP-Tracker. Zwischen 44 Watt und unter 10 Watt Nachtverbrauch liegen nach unserer Rechnung rund 45 Euro im Jahr — mehr als der Wirkungsgradunterschied zwischen zwei Marktgeräten.
Wo finde ich das vollständige Datenblatt? +
Auf den Downloadseiten der Hersteller, nicht auf der Produktseite. Die Produktseiten nennen häufig nur Maximalwerte; die Tabelle mit Nachtverbrauch, MPP-Spannungsbereich und Temperaturbereich steht im PDF. Verlange sie zum konkret angebotenen Modell, nicht zur Baureihe.
Gilt das auch für Modulwechselrichter und Optimierer? +
Die Kennzahlen heißen dort gleich, die Vergleichbarkeit ist aber eine andere, weil sich die Leistung auf viele kleine Einheiten verteilt. Wir haben für diesen Artikel nur Strangwechselrichter ausgewertet und rechnen die Ergebnisse bewusst nicht hoch — dazu Leistungsoptimierer und Modulwechselrichter.

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