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Geschirrspüler mit Solarstrom: Warum die Heizphasen am Balkonkraftwerk den Ausschlag geben

Das Eco-Programm läuft über drei Stunden, heizt aber in kurzen Phasen mit bis zu 2.200 W. Unsere Rechnung mit einer PVGIS-Stundenreihe zeigt, wie viel Solarstrom beim Geschirrspüler ankommt und was Startzeit, Zeitvorwahl und Warmwasseranschluss ändern.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 11 Abschnitte
  1. 1.Geschirrspüler mit Solarstrom: das Wichtigste in drei Sätzen
  2. 2.Wie viel Strom ein Spülgang braucht
  3. 3.Warum die Heizphasen den Solaranteil bestimmen
  4. 4.So haben wir gerechnet
  5. 5.Solaranteil nach Startzeit
  6. 6.Zeitvorwahl: Was die Wartezeit kostet
  7. 7.Andere Verbraucher teilen sich die Mittagsleistung
  8. 8.Monate: Winterstart bringt wenig
  9. 9.Warmwasseranschluss: nur mit dem richtigen Warmwasser
  10. 10.Checkliste: mehr Solarstrom für den Geschirrspüler
  11. 11.Häufige Fragen

Ein Geschirrspüler mit Solarstrom: Das Eco-Programm läuft mehr als drei Stunden und scheint wie gemacht für die Mittagssonne. Das Aufheizen des Wassers erledigt die Maschine aber in kurzen Phasen mit bis zu 2.200 W, und die liefert kein Balkonkraftwerk. Wir haben ein Eco-Programm mit 0,84 kWh gegen eine PVGIS-Stundenreihe für Kassel gerechnet, einmal mit gleichmäßiger Leistung und einmal mit Heizphasen. Beim Start um 11 Uhr liegt der Solaranteil am Balkonkraftwerk zwischen 37,4 und 66,7 Prozent. Stand: 13.09.2026.

Geschirrspüler mit Solarstrom: das Wichtigste in drei Sätzen

Wer den Geschirrspüler abends um 19 Uhr startet, deckt mit einem Stecker-Solargerät von 0,8 kWp in unserer Rechnung 3,3 Prozent, um 21 Uhr nichts mehr. Startet das Eco-Programm um 11 Uhr, sind es 37,4 Prozent, wenn die Maschine ihr Wasser in zwei kurzen Phasen mit 2.200 W aufheizt, und 66,7 Prozent, wenn sie gleichmäßig 265 W zieht. Den echten Leistungsverlauf nennt kein Hersteller, deshalb geben wir beide Werte an.

Kurz gesagt: Stelle die Zeitvorwahl abends so ein, dass der Geschirrspüler am späten Vormittag startet. Das kostet in der Wartezeit höchstens 4 W und bringt ein Mehrfaches an Solarstrom.

Wie viel Strom ein Spülgang braucht

Für das Eco-Programm nennen die Quellen Werte zwischen 0,5 und 0,93 kWh je Spülgang:

QuelleAngabeEnergie je SpülgangDauer
bewusst-haushalten.atSpar/Eco, Orientierungswert0,82 bis 0,93 kWh3:15 bis 5:00 h
Datenblatt Miele G 6365 SCVI XXLECO, altes Label, Stand 01/110,84 kWh190 min
Datenblatt Bosch ActiveWater Eco A++Eco 50, altes Label0,92 kWh185 min
Bosch SchweizEco 50°, je nach Modell0,73 kWhkeine Angabe
MieleEco-Programm allgemeincirca 0,5 bis 0,8 kWhunter vier Stunden
MieleEco mit Warmwasseranschluss0,29 kWhkeine Angabe

Andere Programme brauchen mehr. Laut bewusst-haushalten.at liegt das Normalprogramm bei 1,10 bis 1,35 kWh und dauert 1:20 bis 2:00 Stunden, Intensiv bei 1,40 bis 1,60 kWh. Wir rechnen mit den 0,84 kWh und 190 Minuten aus dem Miele-Datenblatt, weil es als einzige Quelle Energie, Dauer und Anschlusswert für dasselbe Gerät nennt.

Das Datenblatt legt dem Jahresverbrauch 280 Spülgänge zugrunde. Das sind 235,2 kWh und bei 37,0 ct/kWh laut BDEW-Strompreisanalyse August 2026 87,02 Euro im Jahr. Seit März 2021 gilt laut HEA das neue Label mit den Klassen A bis G nach Verordnung (EU) 2019/2017. Es nennt den Verbrauch je 100 Zyklen im eco-Programm und dessen Dauer; eine Höchstdauer schreibt die Ökodesign-Verordnung beim Geschirrspüler nicht vor.

Balkendiagramm: Energie je Eco-Spülgang – bewusst-haushalten.at bis 0,93 kWh, Bosch ActiveWater Eco 0,92, Miele G 6365 SCVI XXL 0,84, Miele allgemein bis 0,80, Bosch Schweiz 0,73, Miele mit Warmwasser 0,29 kWh.
Ohne Aufheizen braucht das Eco-Programm nur rund ein Drittel. · Foto: Eigene Grafik

Warum die Heizphasen den Solaranteil bestimmen

Ein Geschirrspüler braucht die meiste Energie, um Wasser aufzuheizen. Das Eco-Programm des Siemens SN53ES02AE läuft laut Gebrauchsanleitung in fünf Schritten: Vorspülen, Reinigen mit 50 °C, Zwischenspülen, Klarspülen mit 48 °C und Trocknen. Der Anschlusswert liegt dort bei 2.000 bis 2.400 W, beim Miele G 6365 bei 2.200 W. Miele schreibt, das Eco-Programm ersetze das energieintensive Aufheizen durch mehr Zeit.

Ein Stecker-Solargerät darf nach § 8 Abs. 5a EEG höchstens 800 VA einspeisen. Mit 0,8 kWp lieferte es in der PVGIS-Stundenreihe für Kassel 2023 zwischen 12 und 13 Uhr im Juni im Mittel 474 W. Während der Heizphasen kommt der größte Teil also aus dem Netz, auch mittags im Sommer.

Wie lange die Heizphasen dauern und wie viel Energie in ihnen steckt, steht in keinem der Dokumente. Einen Anhaltspunkt gibt Miele: Mit Warmwasseranschluss braucht das Eco-Programm eines Miele-Geräts nur 0,29 kWh. Wir haben daraus abgeleitet, dass rund 0,55 kWh aufs Aufheizen entfallen. Das ist eine Annahme, gewonnen aus zwei verschiedenen Geräten desselben Herstellers.

Mittelwert täuscht: 0,84 kWh auf 190 Minuten ergeben rechnerisch 265 W. Das passt scheinbar gut unter ein Balkonkraftwerk. Beim Heizen zieht die Maschine laut Anschlusswert ein Vielfaches davon. In unserer Rechnung lag der Solaranteil mit dem Mittelwert fast doppelt so hoch wie mit Heizphasen, 66,7 statt 37,4 Prozent beim Start um 11 Uhr.
Liniendiagramm: angenommener Leistungsverlauf eines Eco-Programms über 190 Minuten mit zwei Heizphasen von 2.200 W, gleichmäßige Variante mit 265 W, Grenze 800 VA und Solarleistung 474 W im Juni mittags.
Die Heizphasen liegen weit über dem, was ein Balkonkraftwerk liefert. · Foto: Eigene Grafik
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So haben wir gerechnet

Grundlage ist die Stundenreihe von PVGIS für Kassel 2023 mit 35 Grad Neigung, Südausrichtung und 14 Prozent Systemverlusten, umgerechnet in Ortszeit mit Sommerzeit.

  • Jeden Tag startet ein Eco-Programm mit 0,84 kWh und 190 Minuten zur vollen Stunde.
  • Variante gleichmäßig: Die Maschine zieht die ganze Zeit 265 W.
  • Variante Heizphasen: 0,55 kWh mit 2.200 W in zwei gleich langen Phasen ab Minute 10 und ab Minute 120, zusammen 15 Minuten. Die übrigen 0,29 kWh verteilen sich gleichmäßig.
  • Die Solarleistung ist innerhalb einer Stunde konstant, beim Stecker-Solargerät höchstens 800 W.
  • Im Grundfall läuft nichts anderes. Zur Kontrolle haben wir 150 W Grundlast zuerst versorgt.

Die Lage der Heizphasen ist nicht belegt, sie folgt nur der Reihenfolge Reinigen und Klarspülen aus der Siemens-Anleitung. Die Rechnung zeigt die Spanne, in der der echte Wert liegen dürfte, keine Messung.

Solaranteil nach Startzeit

Start0,8 kWp, Heizphasen0,8 kWp, gleichmäßig2 kWp, HeizphasenDach 8 kWp, Heizphasen
7 Uhr17,5 %26,7 %25,5 %43,2 %
9 Uhr33,2 %59,3 %44,2 %74,5 %
11 Uhr37,4 %66,7 %48,2 %80,6 %
15 Uhr28,3 %51,5 %37,5 %64,1 %
19 Uhr3,3 %3,3 %6,3 %11,4 %
21 Uhr0,0 %0,0 %0,0 %0,1 %

Auf 280 Spülgänge im Jahr gerechnet, spart das Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp beim Start um 11 Uhr 88,0 kWh und 32,55 Euro, wenn die Maschine in Heizphasen arbeitet. Beim Start um 19 Uhr sind es 7,8 kWh und 2,87 Euro. Die Dachanlage mit 8 kWp kommt mittags auf 70,14 Euro.

Zwischen 11 und 12 Uhr unterscheiden sich die Werte kaum, 37,4 und 37,5 Prozent. Die drei Stunden Laufzeit decken beide Male die Mittagsstunden ab.

Balkendiagramm: Solaranteil am Eco-Spülgang mit 0,8 kWp – mit Heizphasen 7 Uhr 17,5, 9 Uhr 33,2, 11 Uhr 37,4, 15 Uhr 28,3, 19 Uhr 3,3 Prozent; gleichmäßig 7 Uhr 26,7, 11 Uhr 66,7, 19 Uhr 3,3 Prozent.
Abends hilft das Balkonkraftwerk fast gar nicht. · Foto: Eigene Grafik

Zeitvorwahl: Was die Wartezeit kostet

Beide Anleitungen beschreiben eine Zeitvorwahl, der Siemens SN53ES02AE zusätzlich die Steuerung per Home Connect App. Laut HEA darf ein Geschirrspüler mit gewählter Zeitvorwahl höchstens 4 W aufnehmen, für höchstens 24 Stunden; die Miele-Anleitung nennt ebenfalls maximal 4,00 W.

Wer um 21 Uhr einräumt und die Maschine um 11 Uhr starten lässt, wartet 14 Stunden. Das sind höchstens 56 Wh. Dem stehen beim Balkonkraftwerk rechnerisch 314 Wh Solarstrom je Spülgang gegenüber, 37,4 Prozent von 840 Wh. Der Nachteil liegt woanders: Das Geschirr steht über Nacht in der Maschine. Die Siemens-Anleitung nennt für Eco 50° leicht angetrocknete Speisereste, stark angetrocknete und eingebrannte Reste gehören dort ins Intensivprogramm.

In der Praxis: Prüfe im Display oder in der App, ob die Zeitvorwahl eine Start- oder eine Endzeit einstellt. Für den Solarstrom zählt der Start, bei einer Endzeit rechnest du die Programmdauer zurück.

Andere Verbraucher teilen sich die Mittagsleistung

Laufen gleichzeitig Geräte mit zusammen 150 W, fiel der Anteil beim Start um 11 Uhr am Balkonkraftwerk von 37,4 auf 23,9 Prozent, in der gleichmäßigen Variante von 66,7 auf 46,7 Prozent. Die Dachanlage verlor nur 3,9 Punkte, von 80,6 auf 76,7 Prozent.

Typischer Fehler: alles gleichzeitig mittags. Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner zur selben Stunde zu starten, lässt am Balkonkraftwerk jedes Gerät nur einen kleinen Teil abbekommen. Lege die Geräte hintereinander. Wie stark das Programm des Trockners dabei zählt, zeigt der Ratgeber Trockner mit Solarstrom.
Säulendiagramm: Solaranteil je Monat bei Start um 11 Uhr mit 0,8 kWp – mit Heizphasen Januar 23,8, Juni 47,6, Dezember 19,7 Prozent; gleichmäßig Januar 33,0, Juni 91,6, Dezember 28,5 Prozent.
Im Sommer entscheidet der Leistungsverlauf am meisten. · Foto: Eigene Grafik

Monate: Winterstart bringt wenig

Beim Start um 11 Uhr deckte das Balkonkraftwerk in der Variante mit Heizphasen im Januar 23,8 Prozent, im Juni 47,6 Prozent und im Dezember 19,7 Prozent. Gleichmäßig verteilt waren es 33,0, 91,6 und 28,5 Prozent. Die Dachanlage kam mit Heizphasen im Dezember auf 57,3 Prozent, im Juni auf 94,6 Prozent.

Die Schwäche der Rechnung ist der unbekannte Leistungsverlauf. Im Juni liegen die beiden Varianten um 44 Punkte auseinander. Eine Messung am eigenen Gerät mit einem Zwischenstecker, der die Leistung sekündlich aufzeichnet, würde die Spanne schließen.

Warmwasseranschluss: nur mit dem richtigen Warmwasser

Miele bietet bei Warmwasseranschluss das Programm SolarSpar an. Laut Miele-Gebrauchsanweisung wird dabei das Spülwasser nicht aufgeheizt. Das Datenblatt des G 6365 nennt einen Warmwasseranschluss bis 60 °C. Mit Warmwasser braucht das Eco-Programm laut Miele nur noch 0,29 kWh.

Ob das Solarstrom spart, hängt davon ab, womit das Warmwasser erzeugt wird. Kommt es aus einem Heizstab, der PV-Überschuss nutzt, verschiebt sich das Aufheizen in den Warmwasserspeicher. Wie das funktioniert, beschreibt der Ratgeber Heizstab mit PV-Überschuss. Kommt das Warmwasser aus einem Gaskessel, verlagert der Anschluss nur Energie vom Strom aufs Gas.

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Checkliste: mehr Solarstrom für den Geschirrspüler

1 Schritt für Schritt:
  1. Schau im Datenblatt nach Energie und Programmdauer des Eco-Programms.
  2. Lies den Anschlusswert auf dem Typenschild ab. Er zeigt, wie hoch die Heizleistung ungefähr ist.
  3. Stelle abends die Zeitvorwahl so ein, dass die Maschine zwischen 9 und 12 Uhr startet.
  4. Starte Waschmaschine und Trockner an denselben Tagen zu anderen Stunden.
  5. Miss mit einem Zwischenstecker einen Spülgang, wenn du wissen willst, wann die Heizphasen kommen.
  6. Vergleiche nach einem Monat den Netzbezug mit einem Monat ohne Zeitvorwahl.
Vor der Rechnung klären:
  • Energie und Dauer des Eco-Programms laut Datenblatt
  • Anschlusswert laut Typenschild
  • Zeitvorwahl als Start- oder Endzeit
  • Warmwasseranschluss vorhanden und womit das Warmwasser erzeugt wird
  • Leistung des Stecker-Solargeräts oder der Dachanlage in kWp
  • Andere Verbraucher am Vormittag
Klein rechnen: Energie des Eco-Programms mal Spülgänge im Jahr ergibt den Jahresverbrauch, bei 0,84 kWh und 280 Gängen 235,2 kWh. Mehr zum Verschieben von Verbrauchern steht im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren. Wer abends spülen muss, findet im Ratgeber Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik eine Alternative, ein Gerät mit ähnlich kurzen Lastspitzen im Ratgeber Induktionskochfeld und Solarstrom.

Häufige Fragen

Kann ich den Geschirrspüler mit einem Balkonkraftwerk betreiben? +
Teilweise. Beim Start um 11 Uhr deckte ein Stecker-Solargerät mit 0,8 kWp in unserer Rechnung 37,4 Prozent eines Eco-Programms mit Heizphasen, bei gleichmäßiger Leistung 66,7 Prozent. Abends um 19 Uhr waren es 3,3 Prozent.
Wie viel Strom braucht ein Geschirrspüler im Eco-Programm? +
Laut bewusst-haushalten.at 0,82 bis 0,93 kWh, laut Miele circa 0,5 bis 0,8 kWh. Das Datenblatt des Miele G 6365 SCVI XXL nennt 0,84 kWh in 190 Minuten, das eines Bosch ActiveWater Eco A++ 0,92 kWh in 185 Minuten.
Wann sollte der Geschirrspüler mit Solarstrom starten? +
Zwischen 9 und 12 Uhr. Beim Start um 11 und 12 Uhr lag der Anteil am Balkonkraftwerk mit Heizphasen bei 37,4 und 37,5 Prozent, um 7 Uhr bei 17,5 Prozent.
Wie viel Leistung zieht ein Geschirrspüler beim Heizen? +
Den genauen Wert nennen die Anleitungen nicht. Der Anschlusswert liegt beim Siemens SN53ES02AE bei 2.000 bis 2.400 W, beim Miele G 6365 SCVI XXL bei 2.200 W.
Kostet die Zeitvorwahl Strom? +
Wenig. Laut HEA sind mit Zeitvorwahl höchstens 4 W erlaubt. 14 Stunden Warten sind höchstens 56 Wh.
Lohnt sich ein Warmwasseranschluss am Geschirrspüler? +
Nur wenn das Warmwasser selbst günstig oder aus Solarstrom erzeugt wird. Mit Warmwasser braucht das Eco-Programm eines Miele-Geräts laut Hersteller 0,29 kWh Strom.
Wie viel spart ein Balkonkraftwerk beim Geschirrspüler im Jahr? +
Bei 280 Spülgängen, Start um 11 Uhr und 37,0 ct/kWh waren es in der Variante mit Heizphasen 32,55 Euro, beim Start um 19 Uhr 2,87 Euro.