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Induktionskochfeld und Solarstrom: Warum beim Kochen die Uhrzeit mehr zählt als das Balkonkraftwerk

Ein Induktionskochfeld zieht mehr Leistung, als ein Balkonkraftwerk liefert. Unsere Rechnung mit einer PVGIS-Stundenreihe zeigt, wie stark der Solaranteil beim Kochen von Uhrzeit, Anlagengröße, Leistungsbegrenzung und Grundlast abhängt.

⏱️ 11 Lesezeit📅 September 2026
JK
Jan Kotzorek·Redaktion Solarliebhaber.de·Veröffentlicht und zuletzt geprüft am 13. September 2026
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
  1. 1.Kochen mit Solarstrom: das Wichtigste in drei Sätzen
  2. 2.Wie viel Strom das Kochen im Jahr braucht
  3. 3.Wie viel Induktion gegenüber Ceran und Gusseisen spart
  4. 4.Welche Leistung ein Kochfeld zieht und was ein Balkonkraftwerk liefert
  5. 5.So haben wir gerechnet
  6. 6.Wann gekocht wird, entscheidet über den Solaranteil
  7. 7.Warum eine Leistungsbegrenzung den Anteil erhöht
  8. 8.Andere Verbraucher teilen sich den Solarstrom
  9. 9.Monate: Im Winter hilft auch das Mittagessen wenig
  10. 10.Lohnt sich ein Speicher fürs Kochen?
  11. 11.Backofen, Wasserkocher und Mikrowelle
  12. 12.Checkliste: mehr Solarstrom beim Kochen
  13. 13.Häufige Fragen

Ein Induktionskochfeld braucht beim Kochen kurz viel Leistung, ein Balkonkraftwerk liefert höchstens 800 VA. Was davon beim Kochen mit Solarstrom ankommt, hängt deshalb weniger vom Kochfeld ab als von der Uhrzeit. Wir haben einen Haushalt mit 417 kWh Kochstrom im Jahr gegen eine PVGIS-Stundenreihe für Kassel gerechnet: Der Solaranteil liegt zwischen 1,5 und 19,4 Prozent beim Balkonkraftwerk und bis 77,8 Prozent bei einer Dachanlage. Stand: 13.09.2026.

Kochen mit Solarstrom: das Wichtigste in drei Sätzen

Wer abends um 18 Uhr eine Dreiviertelstunde am Induktionskochfeld steht, deckt mit einem Stecker-Solargerät von 0,8 kWp in unserer Rechnung 4,8 Prozent des Kochstroms, beim Kochen um 12 Uhr sind es 19,4 Prozent. Eine Dachanlage mit 8 kWp kommt mittags auf 77,8 Prozent, weil sie die Leistung des Kochfelds auch wirklich liefern kann. Laufen gleichzeitig andere Geräte mit 150 W, sinkt der Mittagswert am Balkonkraftwerk auf 11,7 Prozent.

Kurz gesagt: Ein Balkonkraftwerk ist zum Kochen zu schwach, es verringert nur den Netzbezug in dieser Zeit. Einen spürbaren Anteil gibt es mittags, mit einer Dachanlage oder mit einem Speicher, der den Tagesüberschuss in den Abend trägt.

Wie viel Strom das Kochen im Jahr braucht

Die Quellen nennen keine einheitliche Zahl, sie rechnen mit unterschiedlichen Haushalten:

QuelleAngabeBezugUmgerechnet auf ein Jahr
Stiftung Warentest (26.09.2013)herkömmliche Kochfelder 10 kWh pro WocheHaushalt, der viel kocht521 kWh
Stiftung Warentest (26.09.2013)mit Induktion rund 8 kWh pro Wochederselbe Haushalt417 kWh
co2online, Rechenbeispiel1,5 kW eine Stunde an 336 TagenHerdplatte, vierköpfige Familie504 kWh
co2onlineknapp zehn Prozent des StromverbrauchsKochen und Backen, Durchschnittshaushaltabhängig vom Gesamtverbrauch

Wir rechnen im Folgenden mit den 417 kWh aus dem Warentest-Beispiel für Induktion. Das sind 1,14 kWh am Tag. Bei 37,0 ct/kWh laut BDEW-Strompreisanalyse August 2026 kostet der Kochstrom damit 154,29 Euro im Jahr. Wer seltener kocht, setzt seinen eigenen Wert ein. Die Anteile in Prozent bleiben in unserer Rechnung gleich, nur die Euro-Beträge schrumpfen: Mit 300 kWh kam das Balkonkraftwerk mittags ebenfalls auf 19,4 Prozent.

Das Warentest-Beispiel ist von 2013 und nennt einen Strompreis von 27 Cent. Die Wochenmengen sind trotzdem die einzige zitierbare Gegenüberstellung von Induktion und herkömmlichem Kochfeld mit Zahlen für einen ganzen Haushalt, die wir gefunden haben.

Balkendiagramm: Kochstrom im Jahr – Stiftung Warentest herkömmliche Kochfelder 521 kWh, Induktion 417 kWh, co2online Rechenbeispiel 504 kWh.
Aufs Jahr umgerechnet liegen die Beispiele zwischen 417 und 521 kWh. · Foto: Eigene Grafik

Wie viel Induktion gegenüber Ceran und Gusseisen spart

Hier widersprechen sich die Quellen scheinbar. Die Stiftung Warentest rechnet mit 10 kWh gegen rund 8 kWh pro Woche, also etwa 20 Prozent weniger mit Induktion, und schreibt, die Ersparnis sei gering. co2online nennt „bis zu 40 Prozent“ weniger Stromverbrauch. Der Unterschied liegt im Vergleich: co2online bezieht sich auf gusseiserne Platten, Warentest auf herkömmliche Kochfelder allgemein. Wer ein Ceranfeld ersetzt, sollte eher mit dem kleineren Wert rechnen.

Seit der Verordnung (EU) Nr. 66/2014 gibt es für elektrische Kochmulden einen Grenzwert: Der normierte Energieverbrauch musste ein Jahr nach Inkrafttreten unter 210 Wh/kg liegen, nach drei Jahren unter 200 Wh/kg und nach fünf Jahren unter 195 Wh/kg. Gemessen wird unter standardisierten Prüfbedingungen.

Das Produktdatenblatt des Induktionskochfelds BH7ITF33BNL-DE nennt zum Beispiel 182,0 Wh/kg für alle vier Kochzonen. Einen Wert für den Jahresverbrauch im Alltag gibt die Verordnung nicht vor.

Für den Solaranteil ist das zweitrangig. Ein sparsameres Kochfeld senkt die Kilowattstunden, ändert aber nichts daran, dass es beim Ankochen mehr Leistung zieht, als ein Balkonkraftwerk liefert.

Welche Leistung ein Kochfeld zieht und was ein Balkonkraftwerk liefert

Ein Herd hat laut co2online üblicherweise eine Anschlussleistung von 4 bis 13 kW und gehört an einen eigenen Herdanschluss, nicht an eine Schukosteckdose. Ein Liter Wasser kocht laut Warentest auf einer Induktionsplatte mit Booster nach viereinhalb Minuten. Ein Stecker-Solargerät darf nach § 8 Abs. 5a EEG höchstens 2 kW Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung haben.

Was die Module tatsächlich liefern, liegt meist deutlich darunter. Ein Stecker-Solargerät mit 0,8 kWp brachte in der PVGIS-Stundenreihe für Kassel 2023 zwischen 12 und 13 Uhr im Juni im Mittel 474 W, im Dezember 67 W. Welche Leistung dein Kochfeld höchstens hat, steht auf dem Typenschild.

Für die Rechnung haben wir angenommen, dass das Kochfeld 1.500 W zieht. Die 1,14 kWh am Tag sind damit nach 46 Minuten verbraucht. Das liegt in der Größenordnung der 41 Minuten, die laut Statistischem Bundesamt Menschen in Deutschland im Schnitt täglich mit dem Zubereiten von Mahlzeiten verbringen. Ein Beleg für die Kochleistung ist das nicht, nur eine Plausibilitätsprüfung.

Kein Kochfeld am Balkonkraftwerk: Das Stecker-Solargerät speist in den Hausstromkreis ein, das Kochfeld hängt am Herdanschluss. Der Solarstrom fließt dorthin, wo gerade verbraucht wird. Ein Umbau des Kochfelds auf einen Stecker, damit es „am Balkonkraftwerk“ hängt, bringt nichts und ist bei 4 bis 13 kW Anschlussleistung nicht zulässig.
Typischer Fehler: Anschlussleistung als Verbrauch rechnen. Wer 7 kW Anschlussleistung mal eine Stunde Kochen am Tag rechnet, kommt auf 2.555 kWh im Jahr, gut das Sechsfache der 417 kWh aus dem Warentest-Beispiel. Die Anschlussleistung ist die Höchstleistung, für die der Anschluss ausgelegt sein muss, kein Verbrauch. Miss den Kochstrom lieber eine Woche lang am Zähler.
Balkendiagramm: Kochfeld 1.500 W, Leistungsbegrenzung 1.000 W, Grenze Stecker-Solargerät 800 VA, Solarleistung 0,8 kWp zwischen 12 und 13 Uhr im Juni 474 W und im Dezember 67 W.
Selbst mittags im Juni liefert das Stecker-Solargerät weniger, als das Kochfeld zieht. · Foto: Eigene Grafik
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So haben wir gerechnet

Grundlage ist die Stundenreihe von PVGIS für Kassel 2023 mit 35 Grad Neigung, Südausrichtung und 14 Prozent Systemverlusten. Ein kWp brachte darin 1.012 kWh im Jahr. Die Zeitstempel haben wir in Ortszeit mit Sommerzeit umgerechnet.

  • Kochstrom 417 kWh im Jahr, gleich viel an jedem Tag.
  • Das Kochfeld zieht 1.500 W ab der vollen Stunde, bis die Tagesmenge verbraucht ist.
  • Die Solarleistung ist innerhalb der Stunde konstant und entspricht dem Stundenmittel. Beim Stecker-Solargerät ist sie auf 800 W begrenzt.
  • Direkt gedeckt ist der kleinere Wert aus Kochleistung und Solarleistung, mal Kochdauer.
  • Andere Verbraucher laufen im Grundfall nicht gleichzeitig. Zur Kontrolle haben wir eine Grundlast von 150 W abgezogen.

Die Rechnung bildet nicht ab, dass Wolken die Leistung innerhalb von Minuten ändern und dass ein Induktionskochfeld auf niedrigen Stufen taktet. Sie zeigt die Größenordnung, keine Messung an einem echten Haushalt.

Wann gekocht wird, entscheidet über den Solaranteil

Bei gleichem Verbrauch und gleichem Kochfeld ergeben sich sehr unterschiedliche Anteile:

Kochzeit0,8 kWp, 800 VA2 kWp, 800 VADach 8 kWp
ab 19 Uhr1,5 %3,8 %15,2 %
ab 18 Uhr4,8 %11,9 %40,1 %
halb mittags, halb ab 18 Uhr12,1 %23,0 %58,9 %
ab 12 Uhr19,4 %34,0 %77,8 %

In Euro bedeutet das beim Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp: Kochen ab 18 Uhr spart 7,35 Euro im Jahr, Kochen ab 12 Uhr 29,98 Euro. Die Dachanlage spart mittags 120,02 Euro von 154,29 Euro Kochstromkosten. Wer nur am Wochenende mittags kocht, liegt irgendwo dazwischen.

Die Uhrzeit, zu der Haushalte kochen, haben wir nicht aus einer Statistik übernommen. Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts nennt die Dauer, nicht die Tageszeit. Die Zeitpunkte in der Tabelle sind deshalb Beispiele, keine Durchschnittswerte. Wer abends kocht und keinen Speicher hat, kann statt auf Solarstrom auf den Strompreis zur Kochzeit achten; wie das geht, steht im Ratgeber Dynamischer Stromtarif mit Photovoltaik.

Balkendiagramm: Solaranteil am Kochstrom – 0,8 kWp ab 19 Uhr 1,5 Prozent, ab 18 Uhr 4,8, ab 12 Uhr 19,4, mit 1.000 W 29,1; 2 kWp ab 12 Uhr 34,0; Dach 8 kWp ab 12 Uhr 77,8 Prozent.
Gleicher Verbrauch, andere Uhrzeit: Der Anteil steigt um ein Vielfaches. · Foto: Eigene Grafik

Warum eine Leistungsbegrenzung den Anteil erhöht

Viele Induktionskochfelder lassen sich in der Leistung begrenzen. In der Gebrauchsanleitung eines BSH-Induktionskochfelds steht die Einstellung „Leistungsbegrenzung“ mit Stufen ab 1.000 W als niedrigster Leistung und 3.000 W als Empfehlung für 13 Ampere. Ist die Grenze erreicht, lässt sich keine höhere Leistungsstufe wählen. Gedacht ist die Funktion laut Anleitung für die Gegebenheiten der Elektroinstallation, nicht für Solarstrom.

Rechnerisch hilft sie trotzdem. Mit 1.000 W statt 1.500 W dauert das Kochen länger, und das Balkonkraftwerk speist in dieser Zeit mehr ein. Der Anteil stieg in unserer Rechnung mittags von 19,4 auf 29,1 Prozent, ab 18 Uhr von 4,8 auf 7,1 Prozent. Beim Stecker-Solargerät mit 2 kWp waren es mittags 51,0 statt 34,0 Prozent.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Wir haben angenommen, dass der Verbrauch bei längerer Kochzeit gleich bleibt; das ist nicht gemessen, und längeres Köcheln kann mehr Wärme an die Küche abgeben. Der zweite Nachteil: Ankochen oder Braten dauert mit 1.000 W spürbar länger. In der Praxis ist die Grundeinstellung deshalb eher etwas für Mittagessen mit Zeit als für den Alltag unter Zeitdruck. Welche Stufen dein Kochfeld anbietet, hängt laut Anleitung von der Maximalleistung auf dem Typenschild ab.

Einfacher als die Grundeinstellung: Wähle mittags eine kleinere Kochzone und eine mittlere Stufe statt Booster. Das begrenzt die Leistung ebenfalls, ohne dass du das Menü des Kochfelds ändern musst.

Andere Verbraucher teilen sich den Solarstrom

Die Werte oben gelten, wenn während des Kochens nichts anderes läuft. In einer Küche laufen aber Kühlschrank, Dunstabzug und Licht mit. Mit einer Grundlast von 150 W, die zuerst versorgt wird, fiel der Mittagsanteil beim Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp von 19,4 auf 11,7 Prozent, ab 18 Uhr von 4,8 auf 0,8 Prozent. Bei 2 kWp sank er mittags von 34,0 auf 24,8 Prozent. Die Dachanlage mit 8 kWp verlor nur 4 Punkte, von 77,8 auf 73,8 Prozent.

Die 150 W sind eine Annahme, keine Messung. Wer wissen will, was bei ihm mittags läuft, liest vor dem Kochen am Zähler ab, wie viel Leistung gerade bezogen wird, oder schaut in der App des Wechselrichters nach.

Balkendiagramm: Solaranteil beim Kochen ab 12 Uhr ohne und mit 150 W Grundlast – 0,8 kWp 19,4 und 11,7 Prozent, 2 kWp 34,0 und 24,8, Dach 8 kWp 77,8 und 73,8 Prozent.
Beim Balkonkraftwerk frisst die Grundlast einen großen Teil, bei der Dachanlage kaum. · Foto: Eigene Grafik

Monate: Im Winter hilft auch das Mittagessen wenig

Beim Kochen ab 12 Uhr deckte das Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp im Januar 7,4 Prozent, im April 23,1 Prozent, im Juni 31,6 Prozent, im Oktober 13,3 Prozent und im Dezember 4,5 Prozent. Die Dachanlage mit 8 kWp kam in denselben Monaten auf 52,8, 86,9, 96,1, 67,9 und 34,6 Prozent. Abends ab 18 Uhr lag das Balkonkraftwerk von Oktober bis Januar bei 0,0 bis 0,3 Prozent: Um diese Uhrzeit ist es dann dunkel.

Lohnt sich ein Speicher fürs Kochen?

Ein Speicher verschiebt den Überschuss des Tages in den Abend. Mit 1.000 Wh Kapazität, 90 Prozent Ladewirkungsgrad und 800 W Entladeleistung stieg der Anteil beim Kochen ab 18 Uhr in unserer Rechnung von 4,8 auf 54,2 Prozent. Das sind 83,68 Euro im Jahr. Mit 2.000 Wh waren es 55,6 Prozent, also kaum mehr.

Der Grund ist die Entladeleistung. Das Kochfeld zieht 1.500 W, der Speicher gibt in der Rechnung höchstens 800 W ab. Den Rest liefert das Netz, egal wie voll der Speicher ist.

Außerdem ist der Wert eine Obergrenze: In der Rechnung lädt der Speicher den gesamten Überschuss und versorgt nur das Kochfeld. Im echten Haushalt nutzen Kühlschrank, Fernseher und Licht denselben Speicher. Wie du die Größe für den ganzen Haushalt bestimmst, steht im Ratgeber Speichergröße berechnen, zum Speicher am Stecker-Solargerät im Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher.

Backofen, Wasserkocher und Mikrowelle

Beim Backofen nennt co2online 0,8 bis 1,6 kWh je Backgang und bei 100 Backgängen 80 bis 160 kWh im Jahr, bei einer Anschlussleistung von 3 bis 4 kW. Für den Solaranteil gilt dasselbe wie beim Kochfeld: Die Leistung übersteigt die eines Balkonkraftwerks, der Anteil hängt an der Uhrzeit. Ein Kuchen am Samstagmittag nutzt mehr Solarstrom als eine Pizza am Abend.

Zum Wasserkocher schreibt Warentest nur, dass ein Liter Wasser auf der Induktionsplatte mit Booster nicht viel langsamer kocht. Werte zum Solaranteil von Wasserkocher oder Mikrowelle haben wir nicht gerechnet, weil wir für beide keine belastbare Angabe zur Nutzungsdauer gefunden haben. Die Rechenlogik ist dieselbe: kurze, hohe Leistung, der Solaranteil hängt an Uhrzeit und Anlagengröße.

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Checkliste: mehr Solarstrom beim Kochen

1 Schritt für Schritt:
  1. Lies die Leistung des Stecker-Solargeräts in der App ab, bevor du kochst.
  2. Verlege Gerichte mit langer Garzeit, wenn möglich, auf die Mittagsstunden oder das Wochenende.
  3. Nutze mittags eine mittlere Stufe statt Booster, wenn es nicht eilt.
  4. Koche mit Deckel und wähle die Kochzone passend zur Topfgröße, wie Warentest und die BSH-Anleitung raten.
  5. Schalte Geräte ab, die mittags ohne Nutzen laufen, damit der Solarstrom beim Kochfeld ankommt.
  6. Prüfe nach einem Monat mit dem Zähler, ob sich der Netzbezug in den Kochzeiten verändert hat.
Vor der Rechnung klären:
  • Kochstrom im Jahr, notfalls grob über die Wochenmenge
  • Übliche Kochzeiten an Werktagen und am Wochenende
  • Maximalleistung und mögliche Leistungsbegrenzung laut Typenschild und Anleitung
  • Leistung des Stecker-Solargeräts oder der Dachanlage in kWp
  • Andere Verbraucher, die während des Kochens laufen
  • Entladeleistung eines vorhandenen Speichers in Watt
Klein rechnen: Kochstrom im Jahr geteilt durch 365 ergibt die Tagesmenge. Bei 417 kWh sind das 1,14 kWh, mit 1.500 W also 46 Minuten Kochzeit. Mehr zum Steuern von Verbrauchern nach dem Ertrag steht im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren, einen Dauerverbraucher mit ganz anderem Profil zeigt der Ratgeber Wasserbett mit Solarstrom.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem Balkonkraftwerk kochen? +
Nur teilweise. Das Kochfeld zieht mehr Leistung, als ein Stecker-Solargerät mit höchstens 800 VA liefert. In unserer Rechnung deckte ein Gerät mit 0,8 kWp beim Kochen ab 12 Uhr 19,4 Prozent, ab 18 Uhr 4,8 Prozent des Kochstroms.
Wie viel Strom braucht ein Induktionskochfeld im Jahr? +
Stiftung Warentest nennt für einen Haushalt, der viel kocht, rund 8 kWh pro Woche mit Induktion, gegen 10 kWh mit herkömmlichen Kochfeldern. Aufs Jahr gerechnet sind das 417 und 521 kWh.
Spart Induktion 40 Prozent Strom? +
Gegenüber gusseisernen Platten laut co2online bis zu 40 Prozent. Gegenüber herkömmlichen Kochfeldern allgemein rechnet Stiftung Warentest mit etwa 20 Prozent.
Hilft die Leistungsbegrenzung des Kochfelds beim Solarstrom? +
Rechnerisch ja. Mit 1.000 W statt 1.500 W stieg der Anteil beim Balkonkraftwerk mittags von 19,4 auf 29,1 Prozent. Gedacht ist die Funktion laut BSH-Anleitung für die Elektroinstallation, und ob die längere Kochzeit mehr Energie kostet, ist nicht gemessen.
Wie viel spart eine Dachanlage beim Kochen? +
Mit 8 kWp und Kochen ab 12 Uhr deckte sie in unserer Rechnung 77,8 Prozent von 417 kWh. Bei 37,0 ct/kWh sind das 120,02 Euro im Jahr.
Lohnt sich ein Speicher fürs Abendessen? +
Mit 1.000 Wh stieg der Anteil ab 18 Uhr von 4,8 auf 54,2 Prozent, mit 2.000 Wh nur auf 55,6 Prozent. Die Entladeleistung von 800 W begrenzt, nicht die Kapazität. Weil andere Geräte den Speicher mitnutzen, ist das eine Obergrenze.
Darf ich das Kochfeld an eine Steckdose hängen? +
Nein. Ein Herd hat laut co2online meist 4 bis 13 kW Anschlussleistung und gehört an einen Herdanschluss, eine Schukosteckdose ist in der Regel für höchstens 3,6 kW ausgelegt.