PV-Speicher Wirkungsgrad: was von der geladenen Kilowattstunde wirklich zurückkommt
Das Datenblatt nennt 96 Prozent, gemessen an den Batterieklemmen bei 0,2 C. Am Netzanschlusspunkt liegen die Systeme zwischen 89,3 und 97 Prozent — und 200 Euro im Jahr auseinander. Welche vier Verluste entstehen und wie du deinen eigenen Wert nachrechnest.
Foto: Eigene Grafik
Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
- 1.Warum der Wirkungsgrad im Datenblatt nicht der Wirkungsgrad im Haus ist
- 2.Die vier Verluste, die zwischen Dach und Steckdose entstehen
- 3.Umwandlungsverluste: warum AC- und DC-Kopplung verschieden zählen
- 4.Bereitschaftsverluste: 4 Watt oder 64 Watt, 8.760 Stunden im Jahr
- 5.Regelungsverluste: Totzeit, Einschwingzeit und ein Toleranzband von 5 Prozent
- 6.Der SPI: eine Zahl, die den Wirkungsgrad des ganzen Systems misst
- 7.Was die Stromspeicher-Inspektion 2026 gemessen hat
- 8.Warum 7,7 Prozentpunkte in Wahrheit der Faktor 3,5 sind
- 9.Kapazität in kWh, Leistung in kW: zwei Zahlen, die oft verwechselt werden
- 10.So rechnest du den Wirkungsgrad deines Speichers selbst nach
- 11.Was im Datenblatt fehlt und wonach du fragen solltest
- 12.Wie viel der Wirkungsgrad wirklich entscheidet
- 13.Häufige Fragen
Du lädst 10 Kilowattstunden Solarstrom in den Speicher. Am Abend nimmst du wieder heraus, was du kannst. Die Frage, die kein Prospekt beantwortet: Wie viel ist das?
Die Antwort steht nicht im Datenblatt. Dort findest du einen Wirkungsgrad, der unter Laborbedingungen an den Batterieklemmen gemessen wurde — und der mit dem, was dein Zähler sieht, wenig zu tun hat. Zwischen der besten und der schlechtesten Anlage im aktuellen Labortest liegen 200 Euro im Jahr, bei identischem Nutzen.
Dieser Ratgeber erklärt, welche vier Verluste in einem Heimspeicher entstehen, warum der Datenblattwert regelmäßig zu gut aussieht, was die Kennzahl SPI misst und wie du die Effizienz deiner eigenen Anlage mit dem Zähler nachrechnest.
Warum der Wirkungsgrad im Datenblatt nicht der Wirkungsgrad im Haus ist
Nimm ein konkretes Datenblatt. Die BYD Battery-Box Premium HVS nennt einen Wirkungsgrad bei Be- und Entladung von mindestens 96 Prozent. Eine gute Zahl — aber lies die Fußnote.
Dort steht die Testbedingung: 100 Prozent Entladetiefe, 0,2 C Ladung und Entladung, bei 25 Grad Celsius. Übersetzt heißt 0,2 C: Der Speicher wird mit einem Fünftel seiner Kapazität je Stunde beladen. Bei der HVS 5.1 mit 5,12 Kilowattstunden sind das gut 1 Kilowatt — ein sehr gemächliches Laden bei Zimmertemperatur.
Vor allem misst diese Zahl nur die Batterie. Sie wird an den Anschlussklemmen der Batterie erfasst, nicht am Hausanschluss. Alles, was zwischen Dach und Steckdose noch passiert, ist darin nicht enthalten.
Die vier Verluste, die zwischen Dach und Steckdose entstehen
Die HTW Berlin sortiert die Verluste eines Heimspeichers in ihrem Fachartikel Ein Auswahlkriterium: Speichereffizienz in vier Gruppen. Zwei davon dominieren, zwei kommen hinzu.
Dominierend sind die Umwandlungsverluste — jede Wandlung zwischen Gleich- und Wechselstrom kostet — und die Bereitschaftsverluste, also der Strom, den das System zieht, wenn es gar nichts tut.
Dazu kommen Regelungsverluste, wenn das System einer Verbrauchsänderung zu langsam folgt, und Verluste durch die begrenzte Leistungsabgabe des Wechselrichters, wenn der Verbrauch über dem liegt, was das Gerät liefern kann.
Diese Aufteilung ist kein Marketing, sondern die Grundlage eines Prüfverfahrens. Der Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme der Verbände BVES und BSW-Solar beschreibt sich selbst als Prüfleitfaden zur Charakterisierung der Wirkungsgrade, des Standby-Verbrauchs und der Regelungseffizienz.
Herausgeber ist unter anderem der Bundesverband Energiespeicher Systeme, der das Dokument seit dem 15. April 2019 frei zum Download stellt. In der Praxis kennt kaum ein Käufer diesen Leitfaden — und genau deshalb wird im Verkaufsgespräch fast immer die falsche Zahl genannt.
| Verlustart | Woran sie hängt | Gemessen als |
|---|---|---|
| Umwandlung | Zahl der Wandlungen zwischen Gleich- und Wechselstrom | Pfadwirkungsgrade PV2AC, PV2BAT, BAT2AC |
| Bereitschaft | Eigenverbrauch von Elektronik und Batteriemanagement | Leistungsaufnahme im Standby in Watt |
| Regelung | Reaktionszeit auf Lastwechsel | Totzeit und Einschwingzeit in Sekunden |
| Leistungsgrenze | Verbrauch über der Nennleistung des Wechselrichters | nominale AC-Entladeleistung BAT2AC |
Einteilung nach HTW Berlin; Messgrößen nach dem Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme, Version 2.0.

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Umwandlungsverluste: warum AC- und DC-Kopplung verschieden zählen
Solarstrom kommt als Gleichstrom vom Dach. Deine Steckdose braucht Wechselstrom. Die Batterie speichert wieder Gleichstrom. Wie oft auf diesem Weg gewandelt wird, hängt an der Bauart deines Systems.
Der Effizienzleitfaden misst deshalb nicht einen Wirkungsgrad, sondern Pfadwirkungsgrade — getrennt für AC-gekoppelte, DC-gekoppelte und PV-generatorgekoppelte Systeme. Die Pfade heißen PV2AC (vom Dach ins Netz), PV2BAT (vom Dach in die Batterie) und BAT2AC (von der Batterie ins Haus).
Bei DC-gekoppelten Systemen entfällt eine Wandlung, weil der Solarstrom die Batterie erreicht, ohne vorher Wechselstrom geworden zu sein. Dafür hängt bei ihnen alles an einem Gerät. Welche Bauart in deinem Fall passt, erklärt der Ratgeber zum Nachrüsten eines Speichers.
Für die Netzstromladung nennt die HTW eine einfache Abschätzung: Man multipliziert die mittleren Wirkungsgrade von Wechselrichter und Batteriespeicher im Lade- und im Entladebetrieb. Vier Zahlen, ein Produkt — mehr braucht es für die Größenordnung nicht.
Bereitschaftsverluste: 4 Watt oder 64 Watt, 8.760 Stunden im Jahr
Ein Speicher steht nie still. Batteriemanagement, Kommunikation und Wechselrichter ziehen auch dann Strom, wenn weder geladen noch entladen wird. Diese Leistung wirkt klein und läuft dauerhaft.
Die Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin und von aquu hat hier die größte Spreizung des gesamten Tests gemessen: Das Schlusslicht zieht 64 W im Bereitschaftsbetrieb, die Systeme von SAX Power und Fox ESS nur 4 W.
Das ist der Faktor 16 bei einer Leistung, die 8.760 Stunden im Jahr anliegt. Bei den 64 W kommen so rund 561 kWh im Jahr zusammen, bei den 4 W rund 35 kWh. Das ist eine eigene Rechnung aus den beiden gemessenen Werten, keine Messung der HTW — die Stundenzahl des Jahres ist die einzige Zutat.
Zum Einordnen: 561 kWh sind etwa so viel, wie eine sparsame vierköpfige Familie im Jahr für Kühlschrank und Gefriertruhe zusammen aufwendet. Nur dass dieser Verbrauch nirgends auftaucht, weil er im Speicher entsteht, den du gekauft hast, um Strom zu sparen.
Regelungsverluste: Totzeit, Einschwingzeit und ein Toleranzband von 5 Prozent
Wenn der Wasserkocher angeht, steigt der Verbrauch schlagartig um 2 Kilowatt. Der Speicher muss das bemerken und nachliefern. Tut er es zu langsam, kommt die Differenz aus dem Netz — und die hast du bezahlt.
Der Effizienzleitfaden misst dieses Verhalten mit einem Sprungantworttest und trennt zwei Größen. Die Totzeit ist die Dauer, bis das System auf eine Leistungsänderung überhaupt reagiert. Die Einschwingzeit ist die Dauer, bis die Änderung ausgeregelt ist.
Als ausgeregelt gilt sie, wenn die Batterieleistung endgültig in ein Toleranzband eintritt, das mit 5 Prozent der Differenz zwischen den beiden Signalpegeln definiert ist. Gemessen wird mit einer zeitlichen Auflösung von maximal 200 ms, das Stufenprofil S1 bis S14 wird zehnmal nahtlos durchfahren.
Die Bandbreite im Test 2026 ist groß: Die Unterschiede in der Einschwingzeit liegen bei mehr als 13 s. Die Systeme von Energy Depot und RCT Power gleichen Verbrauchsschwankungen in 0,2 s aus.
13 Sekunden klingen nach nichts. Sie fallen aber bei jedem Schaltvorgang an, und in einem Haushalt sind das je nach Ausstattung Hunderte am Tag.
Der SPI: eine Zahl, die den Wirkungsgrad des ganzen Systems misst
Weil sich diese vier Verluste nicht sinnvoll addieren lassen, hat die HTW Berlin den System Performance Index entwickelt, kurz SPI. Er beantwortet nicht die Frage „wie effizient ist das Gerät", sondern „wie viel Geld kostet dich seine Ineffizienz".
Die im pv magazine beschriebene Methodik: Als Vergleichsgröße dient für jeden Speicher sein baugleiches, aber verlustfreies Gegenstück. Ideales und reales Betriebsverhalten werden mit einer Auflösung von einer Sekunde über ein Jahr simuliert, gefüttert mit Messwerten unabhängiger Prüfinstitute nach dem Effizienzleitfaden.
Entscheidend ist der Messort: der Netzanschlusspunkt. Nur dort lassen sich bei AC- und bei DC-gekoppelten Systemen sämtliche Verlustmechanismen erfassen — an jeder Stelle davor fällt ein Teil unter den Tisch.
Seit 2018 hat die Forschungsgruppe nach eigenen Angaben 71 Systeme von 25 Herstellern mit dem SPI bewertet. Ein SPI von 100 Prozent wäre der verlustfreie Speicher; erreicht wird er von keinem Gerät.
Der Nachteil dieser Kennzahl gehört dazu: Sie beruht auf einem simulierten Standardhaushalt, nicht auf deinem. Wer nachts kaum Strom braucht oder eine Wärmepumpe betreibt, belastet den Speicher anders — die Rangfolge bleibt, der Eurobetrag verschiebt sich. In der Praxis ist der SPI deshalb eine Vergleichszahl zwischen Geräten und keine Prognose für deine Stromrechnung.
Was die Stromspeicher-Inspektion 2026 gemessen hat
Die Ergebnisse der im März 2026 veröffentlichten Ausgabe zeigen, wie weit die Geräte auseinanderliegen. In der 10-Kilowatt-Leistungsklasse erreicht Fox ESS einen SPI von 97 % und damit Effizienzklasse A — nach Angabe der Studie ein neuer Rekord.
Auf den Plätzen folgen der Hybridwechselrichter Power Storage DC 10.0 von RCT Power und der Centurio 10 von Energy Depot, jeweils mit Hochvoltbatterien desselben Herstellers. Ebenfalls Klasse A und über 95 % erreichen Systeme von Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD.
Das Schlusslicht kommt auf einen SPI von 89,3 % und landet in Effizienzklasse G. Die Differenz sieht mit 7,7 Prozentpunkten überschaubar aus — entscheidend ist aber die andere Lesart.
| Kennzahl (10-kW-Klasse) | Bestwert | Schlusslicht |
|---|---|---|
| SPI | 97 % | 89,3 % |
| Batteriewirkungsgrad | 97,1 % | über 9 Prozentpunkte darunter |
| Bereitschaftsverbrauch | 4 W | 64 W |
| Einschwingzeit | 0,2 s | Bandbreite über 13 s |
Quelle: HTW Berlin und aquu, Stromspeicher-Inspektion 2026, veröffentlicht im März 2026.
Warum 7,7 Prozentpunkte in Wahrheit der Faktor 3,5 sind
Wer 97 % und 89,3 % nebeneinanderstellt, sieht einen kleinen Abstand. Wer stattdessen die Verluste betrachtet — also 3 gegenüber 10,7 Prozentpunkten —, sieht etwas anderes.
Die Studie formuliert es so: Die SPI-Verluste des Schlusslichts fallen um den Faktor 3,5 höher aus als beim Testsieger. Das ist derselbe Sachverhalt, nur von der richtigen Seite betrachtet.
In Euro beziffert die HTW den jährlichen Kostenvorteil des Testsiegers gegenüber dem ineffizientesten Gerät mit 200 Euro. Über eine Speicherlebensdauer von 15 Jahren sind das 3.000 Euro — eine eigene Hochrechnung des jährlichen Werts, ohne Preissteigerung und ohne Abzinsung.
Kapazität in kWh, Leistung in kW: zwei Zahlen, die oft verwechselt werden
Ein Speicher hat zwei Größen, und sie beschreiben Verschiedenes. Die Kapazität in Kilowattstunden sagt, wie viel hineinpasst. Die Leistung in Kilowatt sagt, wie schnell es hinein- und wieder herauskommt.
Im Datenblatt der Battery-Box Premium HVS steht dafür der maximale Ausgangsstrom von 25 A, kurzzeitig 50 A für 3 s. Bei der HVS 5.1 mit einer nominalen Spannung von 204,8 V entspricht das rund 5 kW Dauerleistung, bei der HVS 12.8 mit 512 V rund 12,8 kW — beides sind eigene Rechnungen aus Strom und Spannung des Datenblatts.
Praktisch heißt das: Ein großer Speicher kann schneller entladen als ein kleiner derselben Baureihe, weil die Module in Reihe geschaltet sind und die Spannung mitwächst. Wer nur auf die Kilowattstunden schaut, übersieht das. Wie du die Kapazität richtig ansetzt, steht im Ratgeber zur Speichergröße.
So rechnest du den Wirkungsgrad deines Speichers selbst nach
Du brauchst dafür keine Messtechnik, sondern nur die Zähler deines Wechselrichters — die meisten Portale zeigen Ladung und Entladung getrennt an. Welche Werte dein System ausgibt, erklärt der Ratgeber zum Monitoring.
- Nimm einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen, damit einzelne Tage nicht durchschlagen.
- Lies die in den Speicher geladene Energie in kWh ab und die aus dem Speicher entnommene Energie in kWh.
- Teile die Entnahme durch die Ladung. Das Ergebnis ist dein Rundwirkungsgrad im Betrieb.
- Vergleiche ihn mit dem Datenblattwert. Liegt er mehr als 10 Prozentpunkte darunter, lohnt der Blick auf den Bereitschaftsverbrauch.
Ein Vorbehalt gehört dazu: Je nachdem, wo dein System misst, ist der Bereitschaftsverbrauch in diesen Zahlen enthalten oder nicht. Der Wert ist deshalb eine Hausnummer und kein SPI — für den Vergleich mit dem Vorjahr oder nach einem Firmware-Update reicht er trotzdem.
Bleibt der Wert unter 80 Prozent, ist das ein Hinweis auf ein Problem und kein Effizienzthema mehr. Die Suchreihenfolge steht im Ratgeber dazu, wenn der Speicher nicht voll lädt.
Was im Datenblatt fehlt und wonach du fragen solltest
Beim Abruf des BYD-Datenblatts am 10. September 2026 war der Befund eindeutig: Ein Bereitschaftsverbrauch wird dort nicht genannt. Angegeben sind Kapazität, Ströme, Spannungen, Temperaturbereich, Schutzklasse IP55 und 10 Jahre Garantie — die Zahl, die 8.760 Stunden im Jahr anliegt, fehlt.
Das ist kein Vorwurf an einen einzelnen Hersteller, sondern die Regel. Der Effizienzleitfaden verlangt ausdrücklich, dass Standby-Werte je Komponente getrennt dokumentiert und die Übergangsbedingungen vom Hersteller angegeben und vom Prüfinstitut bestätigt werden. Auf zwei Datenblattseiten steht davon typischerweise nichts.
- SPI und Effizienzklasse — die eine Zahl, die alle vier Verluste zusammenfasst.
- Leistungsaufnahme im Standby in Watt, getrennt für jede Systemkomponente.
- Pfadwirkungsgrade PV2BAT und BAT2AC, jeweils über mehrere Leistungsniveaus.
- Totzeit und Einschwingzeit aus dem Sprungantworttest.
- Batteriewirkungsgrad an den Klemmen — die Zahl, die auch im Datenblatt steht.

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Wie viel der Wirkungsgrad wirklich entscheidet
Zum Schluss die Einordnung, die in Effizienzdebatten gern fehlt. Die Spreizung von 200 Euro im Jahr ist relevant, aber sie ist nicht der größte Hebel deiner Anlage.
Nach den Aktuellen Fakten zur Photovoltaik des Fraunhofer ISE in der Fassung vom 20. August 2026 erreichen Haushalte je nach Anlagengröße 20 bis 40 % Eigenverbrauch bezogen auf den erzeugten Strom. Zwischen diesen beiden Werten liegt ein Vielfaches dessen, was die Effizienzklasse ausmacht.
Auch die HTW schreibt, die Energieeffizienz sei wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium sein. Sie hat deshalb 2026 erstmals die Garantiebedingungen von 20 Herstellern ausgewertet und dabei garantierte Restkapazitäten zwischen 60 % und 85 % des Anfangswerts gefunden.
Diese Spanne entscheidet über mehr Geld als jeder Prozentpunkt Wirkungsgrad. Was in solchen Bedingungen steht, behandelt der Ratgeber zu Lebensdauer und Garantie.
Häufige Fragen
Was ist ein guter Wirkungsgrad für einen PV-Speicher?
Als Systemkennzahl gemessen: Die Stromspeicher-Inspektion 2026 sieht ab einem SPI von 95 % die Effizienzklasse A, der beste Wert in der 10-Kilowatt-Klasse liegt bei 97 %, der schlechteste bei 89,3 %. Ein Datenblattwert von 96 % für die Batterie allein sagt darüber wenig aus, weil er an den Batterieklemmen und bei 0,2 C gemessen wird.
Was bedeutet SPI beim Batteriespeicher?
Der System Performance Index ist eine an der HTW Berlin entwickelte Kennzahl. Sie vergleicht jeden Speicher mit seinem baugleichen, aber verlustfreien Gegenstück und bewertet die Verluste danach, wie stark sie Netzbezug und Netzeinspeisung verändern. Gemessen wird am Netzanschlusspunkt, simuliert wird über ein Jahr mit einer Auflösung von einer Sekunde.
Wie viel Strom verbraucht ein Speicher im Leerlauf?
Zwischen 4 W und 64 W, je nach Gerät — das ist die Spreizung der Stromspeicher-Inspektion 2026. Hochgerechnet auf 8.760 Stunden im Jahr sind das rund 35 kWh gegenüber rund 561 kWh. Die Hochrechnung ist unsere eigene; gemessen sind die beiden Leistungswerte.
Was heißt 0,2 C beim Laden?
Die C-Rate setzt die Lade- oder Entladeleistung ins Verhältnis zur Kapazität. 0,2 C bedeutet ein Fünftel der Kapazität je Stunde, ein voller Zyklus dauert damit fünf Stunden. Datenblattwirkungsgrade werden meist bei dieser gemächlichen Rate angegeben — bei höheren Leistungen fällt der Wirkungsgrad ab.
Ist ein DC-gekoppelter Speicher effizienter als ein AC-gekoppelter?
Auf dem Papier spart die DC-Kopplung eine Wandlung beim Laden mit Solarstrom. Der Effizienzleitfaden misst beide Bauarten deshalb mit eigenen Pfadwirkungsgraden. In der Stromspeicher-Inspektion 2026 stehen auf den vorderen Plätzen Hybridwechselrichter mit Hochvoltbatterien — die Bauart allein entscheidet aber nicht, die Umsetzung tut es.
Kann ich den Wirkungsgrad meiner Anlage selbst messen?
Näherungsweise ja: Entnommene Energie geteilt durch geladene Energie über mindestens 30 Tage. Ob der Bereitschaftsverbrauch darin steckt, hängt vom Messpunkt deines Systems ab. Für den Vergleich mit dem Vorjahr oder nach einem Firmware-Update ist der Wert brauchbar, für den Vergleich mit einem Prüfbericht nicht.
Warum steht der Standby-Verbrauch nicht im Datenblatt?
Weil ihn niemand vorschreibt. Der Effizienzleitfaden verlangt die getrennte Dokumentation für den Prüfbericht, nicht für das zweiseitige Verkaufsdatenblatt. Beim Abruf des BYD-HVS-Datenblatts am 10. September 2026 war kein Wert angegeben. Frag ausdrücklich danach.
Lohnt es sich, wegen 200 Euro im Jahr das teurere Gerät zu nehmen?
Das hängt am Aufpreis. 200 Euro im Jahr sind die von der HTW berechnete Spanne zwischen dem besten und dem schlechtesten Gerät des Tests, nicht zwischen zwei konkreten Angeboten. Rechne mit deinem tatsächlichen Aufpreis und der erwarteten Laufzeit — und prüfe vorher die Garantiebedingungen, dort liegen die 60 bis 85 % Restkapazität.