
Zolar im Test 2026
Berlin, Deutschland · gegründet 2016 · Kein Neugeschäft mehr möglich (historisch: Mittelklasse)
Zolar war einer der bekanntesten deutschen Solaranbieter mit Online-Konfigurator und einem Netzwerk aus über 700 Partnerbetrieben, geriet aber nach dem Rückzug aus dem Privatkundengeschäft 2024 in finanzielle Schieflage. Seit dem 1. August 2025 ist die Zolar GmbH insolvent, nimmt kein Neugeschäft mehr an und bietet keinen funktionierenden Kundenservice mehr. Für Neukunden ist Zolar daher keine Option mehr, für Bestandskunden bleibt vor allem der Weg über Herstellergarantien oder Ersatzservices wie Otovo Care.
Ø 2.7/5 aus 513 Bewertungen auf Trustpilot, Stand August 2026
Stärken und Schwächen im Überblick
✓ Stärken
- ✓Kompetente, freundliche und saubere Handwerker- und Montageteams, mehrfach in Bewertungen positiv hervorgehoben
- ✓Gründliche Erstberatung und übersichtlicher Online-Konfigurator in der aktiven Phase
- ✓Preislich wettbewerbsfähig positioniert, ohne reiner Discount-Anbieter zu sein (keine benannte Preiserhebung als Beleg verfügbar)
- ✓Herstellergarantien auf Komponenten wie Module (bis 25 Jahre) bleiben unabhängig von Zolars Insolvenz bestehen
- ✓Großes, kuratiertes Netzwerk aus über 700 regionalen Partnerbetrieben in der Hochphase
✗ Schwächen
- ✗Insolvenz seit 1. August 2025 – kein Kundenservice und keine funktionierende Gewährleistung mehr direkt über Zolar
- ✗Kein Neugeschäft: Ein neues Angebot bei Zolar einzuholen ist schlicht nicht mehr möglich
- ✗Lange Wartezeiten zwischen Inbetriebsetzung und formaler Netzbetreiber-Abnahme, teils mehrere Monate
- ✗Wiederholt berichteter Kommunikationsabbruch nach Zahlungseingang
- ✗Mangelhafte Montagequalität in dokumentierten Einzelfällen, etwa zu tief gebohrte Löcher
- ✗Erhebliche praktische Probleme für Miet-/Leasingkunden, etwa beim Immobilienverkauf während der Insolvenz
Unsere redaktionelle Testnote
Testergebnis nach Kategorien — nicht identisch mit der Nutzerbewertung auf Trustpilot oben.
- Qualität2.5
- Kundenservice1.0
- Preis-Leistung2.0
- Montagequalität3.0
- Lieferzeit1.5
Bewertete Dimensionen: Qualität, Kundenservice, Preis-Leistung, Montagequalität, Lieferzeit. Redaktionelle Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der ausgewerteten Kundenstimmen und -bewertungen — kein eigenes technisches Testverfahren und keine amtliche Prüfung.
Zolar im Überblick: Vom Berliner Solar-Pionier zur Insolvenz
Zolar gehörte einmal zu den bekanntesten Namen der deutschen Solarbranche. Die Zolar GmbH wurde am 29. Juni 2016 beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin registriert und baute in den Folgejahren ein Geschäftsmodell auf, das einen digitalen Online-Konfigurator mit Festpreisangebot mit einem Netzwerk aus zuletzt mehr als 700 regionalen Handwerksbetrieben für die Installation kombinierte. Zolar betrieb dabei kein eigenes Montageteam und war auch kein reiner Vermittlungsmarktplatz, sondern positionierte sich als Hybrid: kuratierte Partnerbetriebe, digitale Auftragsabwicklung und Zusatzservices wie die App "Compass" zur Anlagenüberwachung aus einer Hand.
In seiner aktiven Phase war Zolar durchaus erfolgreich: Der Umsatz erreichte 2022 mit schätzungsweise 100 bis 125 Millionen Euro seinen Höhepunkt, das Unternehmen beschäftigte rund 350 Mitarbeiter und installierte etwa 5.000 Anlagen pro Jahr. Kumuliert kam Zolar auf mehr als 10.000 installierte Photovoltaikanlagen bei Privatkunden in Deutschland. Diese Größe wurde durch mehrere Finanzierungsrunden ermöglicht: Nach einer frühen Serie-A-Runde von rund 4 Millionen Euro folgte eine auf 35 Millionen Euro ausgeweitete Serie-B-Runde zwischen 2019 und 2021 unter Führung von Energy Impact Partners. Den vorläufigen Höhepunkt markierte im Mai 2022 eine Serie-C-Finanzierung über mehr als 100 Millionen Euro, angeführt von Energy Impact Partners und dem singapurischen Staatsfonds GIC, mit Beteiligung von Inven Capital, Heartcore Capital, Statkraft Ventures und Pirate Impact Capital. Insgesamt sammelte Zolar damit im Laufe seiner Geschichte rund 170 Millionen Euro an Kapital ein – laut Berichten von Handelsblatt, PV magazine und Solarserver eine der größten Finanzierungssummen, die je ein deutsches Solar-Start-up erhalten hat.
Der Abstieg begann im September 2024, als Zolar ankündigte, sich komplett aus dem Privatkundengeschäft (B2C) zurückzuziehen. Mehr als die Hälfte der Belegschaft wurde entlassen, die Mitarbeiterzahl schrumpfte von rund 350 auf etwa 150. Die Strategie: Umstieg auf eine B2B-SaaS-Plattform, die anderen PV-Installateuren Software zur Verfügung stellen sollte, statt selbst Endkunden zu bedienen. Diese Neupositionierung gelang jedoch nicht rechtzeitig. Am 28. Mai 2025 stellte Zolar einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg, der innerhalb von 24 Stunden bewilligt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch rund 50 Beschäftigte übrig. CEO Schwellnus erklärte gegenüber PV magazine, die B2B-Neuausrichtung sei "nicht in der erforderlichen Zeit" gelungen, und verwies zudem darauf, dass die Betriebskosten von Zolar zeitweise doppelt so hoch gewesen seien wie bei vergleichbaren Unternehmen der Branche.
Von der ersten Anfrage bis zur Inbetriebnahme eine durchgängig zuverlässige Kommunikation und Projektdurchführung.
Am 1. August 2025 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung offiziell eröffnet (Aktenzeichen 3611 IN 3598/25, Sachwalter Dr. Philipp Grauer). Das Endkundengeschäft wurde damit dauerhaft eingestellt – seither gibt es keinen Support und keine Gewährleistung mehr direkt über die Zolar GmbH. Im August 2025 gingen Website und Software an die Sollit Germany GmbH über, während eine separate Einheit namens Zolar Wow I GmbH die bestehenden Miet- und Leasingverträge sowie Wartungsverträge eigenständig weiterführt. Der norwegische Wettbewerber Otovo sprang ab dem 18. August 2025 mit einem freiwilligen Service namens "Otovo Care" ein, um betroffenen Zolar-Kunden eine Anlaufstelle für Wartung und Support zu bieten. Aktuell firmiert das Unternehmen als "Zolar GmbH i.L." (in Liquidation).
Für diesen Test haben wir uns bewusst dazu entschieden, Zolar nicht wie einen aktiven Anbieter zu behandeln, sondern die Insolvenz und ihre Folgen für Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Wer aktuell nach einem funktionierenden Solaranbieter sucht, findet in unserem Anbieter-Test eine Übersicht aktiver Unternehmen, die tatsächlich noch neue Aufträge annehmen und Gewährleistung bieten können.
Preise 2026: Warum es bei Zolar keine aktuellen Angebote mehr gibt
Da Zolar seit August 2025 kein Neugeschäft mehr betreibt, existieren für 2026 schlicht keine aktuellen Listenpreise – ein neues Angebot von Zolar einzuholen ist technisch gar nicht mehr möglich. Was wir stattdessen zeigen können, sind die historischen Preisdaten aus der letzten aktiven Phase 2024/2025, die einen Eindruck davon vermitteln, wie Zolar preislich am Markt positioniert war.
| Konfiguration | Historischer Preis (2024/2025) | Hinweis |
|---|---|---|
| 10-kWp-Anlage ohne Speicher | ca. 16.236 € | letzte aktive Preisangabe |
| 10-kWp-Anlage mit 9,6-kWh-Speicher | ca. 22.015 € | letzte aktive Preisangabe |
| Preisspanne ohne Speicher (alle Anlagengrößen) | ca. 6.000 € – 22.000 € | je nach Anlagengröße |
| Preisspanne mit Speicher (bis 10 kWh) | ca. 8.000 € – 27.000 € | je nach Anlagengröße |
| "Compass"-Monitoring-Manager | 599 € (Listenpreis) | Zusatzservice, inzwischen eingestellt |
Zolar galt in seiner aktiven Phase als preislich wettbewerbsfähig, ohne ein reiner Discount-Anbieter zu sein – ein Grund, warum das Unternehmen über Jahre hinweg viele Kunden gewinnen konnte. Eine belastbare, benannte Preiserhebung, die Zolars Angebote gegen einen definierten Marktdurchschnitt stellt, liegt uns allerdings nicht vor. Die kursierenden Prozentangaben aus Vergleichsportalen nennen weder ihre Erhebungsbasis noch einen Stichtag und taugen deshalb nicht als Beleg.
Neben dem klassischen Kauf bot Zolar auch Miet- und Leasingmodelle für Solaranlagen an. Genaue Konditionen zu diesen Verträgen lassen sich heute kaum noch recherchieren, da die entsprechenden Vertragsseiten offline oder eingestellt sind. Für bestehende Mietkunden ist das ein zusätzliches Problem: Die eigentliche Anlage gehört in diesen Fällen nicht dem Hausbesitzer, sondern bleibt formal Eigentum von Zolar beziehungsweise der Nachfolgegesellschaft Zolar Wow I GmbH – mit spürbaren praktischen Folgen, etwa beim Verkauf einer Immobilie.
Wir hatten von Zolar eine Anlage gemietet. Dann haben wir unser Haus zum Verkauf angeboten. Aufgrund dessen, dass Zolar Insolvenz angemeldet hatte, konnten wir die Anlage nicht übergeben. Das Haus haben wir dann mit großem Verlust verkauft.
Ein Blick in unseren Ratgeber zu PV-Kosten 2026 zeigt, wie sich die Preise für Photovoltaikanlagen aktuell entwickeln und worauf bei der Kalkulation zu achten ist – unabhängig von einzelnen Anbietern.
Installation und Ablauf: Wie es früher bei Zolar lief – und was jetzt gilt
In der aktiven Phase funktionierte der Bestellprozess bei Zolar über einen Online-Konfigurator: Kunden gaben Dachdaten und Stromverbrauch ein und erhielten ein Festpreisangebot, bevor ein Handwerksbetrieb aus dem Zolar-Partnernetzwerk mit der eigentlichen Installation beauftragt wurde. Anders als bei reinen Marktplatz-Modellen kuratierte Zolar dieses Netzwerk aus über 700 Betrieben aktiv und übernahm nach eigener Darstellung Vertrags-, Zahlungs- und Garantieabwicklung zentral, während die Handwerksleistung vor Ort ausgelagert blieb.
Viele Kundenstimmen aus der aktiven Phase beschreiben die Montageteams positiv: freundlich, kompetent und sauber in der Ausführung. Diese Rückmeldungen stammen überwiegend aus den Jahren 2024 und früher, also aus der Zeit, bevor sich die finanziellen Probleme des Unternehmens öffentlich abzeichneten.
Die Techniker von Zolar und der Subfirma Solaro sind sehens- und erlebenswert: Blickig, zuvorkommend, mitdenkend, höflich und sauber in ihrer Arbeit.
Gute Beratung, perfekte Ausführung kann nichts negatives sagen.
Gleichzeitig zeigen andere Bewertungen, dass die Ausführungsqualität nicht durchgängig auf diesem Niveau lag. Ein wiederkehrendes Problem war die Zeitspanne zwischen Inbetriebsetzung der Anlage und der formalen Abnahme durch den Netzbetreiber, die sich in Einzelfällen über mehrere Monate hinzog. Auch handwerkliche Mängel wie unsauber gesetzte Bohrlöcher bei der Montage wurden berichtet – Probleme, die in der Endphase des Unternehmens offenbar häufiger auftraten, während gleichzeitig die Erreichbarkeit des Kundenservice abnahm.
Für ehemalige Zolar-Kunden mit bestehender Anlage ist der wichtigste praktische Hinweis, dass die Herstellergarantien auf Komponenten wie Module und Wechselrichter unabhängig von Zolars Insolvenz weiterbestehen, da diese direkt beim jeweiligen Hersteller liegen und nicht über Zolar als Vertragspartner laufen. Wer Modul- oder Wechselrichterprobleme hat, sollte sich daher zunächst direkt an den Hersteller der verbauten Komponenten wenden, nicht an Zolar. Für Fragen rund um die eigentliche Installation, etwaige Nacharbeiten oder Zolar-spezifische Dienstleistungen wie den Compass-Monitoring-Service ist die Lage dagegen deutlich schwieriger, da Zolar als ursprünglicher Vertragspartner faktisch nicht mehr handlungsfähig ist.
Der norwegische Anbieter Otovo hat auf diese Lücke reagiert und bietet seit dem 18. August 2025 mit "Otovo Care" einen freiwilligen Ersatzservice für ehemalige Zolar-Kunden an. Die Registrierungsgebühr von 99 Euro wurde bis zum 25. August 2025 erlassen, danach fällt sie regulär an, zuzüglich einer monatlichen Abo-Gebühr von 9 bis 12 Euro. Wer auf eine professionelle Betreuung seiner bestehenden Anlage angewiesen ist, findet dort aktuell eine der wenigen praktikablen Anlaufstellen am Markt.
Kundenbewertungen 2026: Was Trustpilot über Zolar verrät
Wir haben die Bewertungen von Zolar direkt bei Trustpilot Deutschland (de.trustpilot.com/review/zolar.de) abgerufen. Der aktuelle TrustScore liegt bei 2,7 von 5 Sternen und wird von Trustpilot mit "Mangelhaft" eingestuft – ein deutlicher Absturz gegenüber dem Wert von rund 3,6 von 5, den Zolar vor der Insolvenzankündigung erreichte. Insgesamt sind auf der Plattform je nach Zählweise zwischen rund 301 und 530 Bewertungen erfasst; unsere Direktabfrage über den Trustpilot-Suchindex zeigte 513 Bewertungen.
| Sternebewertung | Anteil (rollierendes 12-Monats-Fenster) |
|---|---|
| 5 Sterne | 58 % |
| 4 Sterne | 16 % |
| 3 Sterne | 3 % |
| 2 Sterne | 4 % |
| 1 Stern | 19 % |
Diese Verteilung stammt aus einer Auswertung von verbraucherschutz-solar.de für das rollierende 12-Monats-Fenster und zeigt ein auffälliges Muster: Fast 60 Prozent 5-Sterne-Bewertungen stehen fast 20 Prozent 1-Stern-Bewertungen gegenüber – ein gespaltenes Bild, das sich gut mit der Firmengeschichte erklären lässt. Die positiven Bewertungen stammen überwiegend aus der aktiven Phase von Zolar, während die neueren Bewertungen seit der Insolvenzankündigung im Frühjahr 2025 überwiegend negativ ausfallen und sich um fehlenden Support, offene Unterlagen und ausbleibende Kostenübernahmen bei Schäden drehen.
Im März 2024 wurde die Anlage von Zolar in Betrieb gesetzt. Die Abnahme durch den Netzbetreiber erfolgte aber erst im Oktober. Bei der Montage wurden wild einfach zu tiefe Löcher in die Wand gebohrt. Seit März diesen Jahres einen Anlagenfehler. Keine Antworten, keine Rückmeldungen, NICHTS.
Ich habe nach über 3½ Jahren noch immer keine vollständigen/korrekten Unterlagen. Ich soll mich nun an die Folgefirma wenden. Das Unternehmen kann ich mit 0 % empfehlen!!!
Zur Einordnung: Neben Trustpilot kursieren im Netz auch andere Bewertungszahlen für Zolar, etwa auf Google oder Trusted Shops. Diese Werte weichen je nach Quelle teils erheblich voneinander ab und ließen sich für diesen Test nicht direkt über die Primärquelle verifizieren. Wir stützen unsere Bewertung deshalb bewusst ausschließlich auf die direkt geprüfte Trustpilot-Quelle und verzichten auf ungeprüfte Sekundärangaben, um keine unbelegten Zahlen als gesicherten Test auszugeben.
Auch unser eigener Ratgeber zum PV-Anbieter-Vergleich ordnet ein, worauf bei der Wahl eines Solaranbieters neben dem reinen Preis zu achten ist – Insolvenzrisiko und Unternehmensstabilität gehören inzwischen klar zu den Kriterien, die auf diese Liste gehören.
Stärken und Schwächen von Zolar im Überblick
Die folgende Übersicht bündelt, was in der aktiven Phase von Zolar funktionierte und wo die Probleme lagen, die letztlich zur Insolvenz beitrugen. Wichtig für die Einordnung: Viele der genannten Stärken beziehen sich auf die Vergangenheit und sind für neue Kunden schon deshalb nicht mehr relevant, weil Zolar kein Neugeschäft mehr annimmt.
Pro:
- Kompetente, freundliche und saubere Handwerker- und Montageteams, mehrfach in Bewertungen positiv hervorgehoben
- Gründliche Erstberatung und übersichtlicher Online-Konfigurator in der aktiven Phase
- Preislich wettbewerbsfähig positioniert, ohne reiner Discount-Anbieter zu sein (keine benannte Preiserhebung als Beleg verfügbar)
- Herstellergarantien auf Komponenten wie Module (bis 25 Jahre) bleiben unabhängig von Zolars Insolvenz bestehen, da direkt beim Hersteller
- Großes, kuratiertes Netzwerk aus über 700 regionalen Partnerbetrieben in der Hochphase
Contra:
- Insolvenz seit 1. August 2025 – kein Kundenservice und keine funktionierende Gewährleistung mehr direkt über Zolar
- Kein Neugeschäft: Ein neues Angebot bei Zolar einzuholen ist schlicht nicht mehr möglich
- Lange Wartezeiten zwischen Inbetriebsetzung und formaler Netzbetreiber-Abnahme, teils mehrere Monate
- Wiederholt berichteter Kommunikationsabbruch nach Zahlungseingang ("keine Antworten, keine Rückmeldungen")
- Mangelhafte Montagequalität in dokumentierten Einzelfällen, etwa zu tief gebohrte Löcher
- Erhebliche praktische Probleme für Miet-/Leasingkunden, etwa beim Immobilienverkauf während der Insolvenz
- Zusatzdienst "Compass"-App eingestellt – Cloud-Abhängigkeit erweist sich rückblickend als Risiko
Umfangreiche Information, bei Problemen unverzügliche Hilfe. Kein Drängen beim Abschluss.
Nach rund 1,5 Jahren Betrieb kam es zu einem Zählerschrankbrand. Die Kostenübernahme wurde uns zwar zugesagt, aber das Geld kam nicht.
Diese Gegenüberstellung zeigt ein Unternehmen, das in seiner aktiven Phase durchaus solide Handwerksarbeit und faire Preise lieferte, dessen finanzielle Basis aber offenbar nicht robust genug war, um den Nachfragerückgang der Jahre 2023 bis 2025 zu überstehen. Für die Bewertung im Rahmen dieses Tests zählt aber vor allem der aktuelle Zustand: ein Unternehmen ohne Neugeschäft und ohne verlässlichen Support.
Für wen ist Zolar geeignet?
Für neue Kunden, die eine Solaranlage planen, ist die Antwort eindeutig: Zolar ist für niemanden mehr geeignet, da das Unternehmen seit August 2025 kein Neugeschäft mehr annimmt und keine neuen Angebote erstellt. Ein Klick auf "Angebot einholen" würde bei Zolar schlicht ins Leere laufen. Wer aktuell eine Photovoltaikanlage installieren lassen möchte, sollte direkt zu aktiven, finanziell stabilen Anbietern wechseln und mehrere Angebote parallel einholen, um Preis, Ausführungsqualität und Unternehmensstabilität realistisch vergleichen zu können.
Anders sieht die Situation für Bestandskunden mit einer bereits installierten Zolar-Anlage aus. Hier lohnt sich zunächst die Prüfung, ob es sich um eine gekaufte oder um eine gemietete/geleaste Anlage handelt, da die praktischen Konsequenzen der Insolvenz sich stark unterscheiden. Bei gekauften Anlagen bleiben die Herstellergarantien auf Module, Wechselrichter und andere Komponenten unabhängig von Zolar bestehen. Bei gemieteten Anlagen ist die Lage komplexer, da die Zolar Wow I GmbH als separate Einheit die laufenden Verträge weiterführt – hier empfiehlt sich eine frühzeitige, schriftliche Klärung der eigenen Vertragssituation.
Ich soll mich nun an die Folgefirma wenden. Das Unternehmen kann ich mit 0 % empfehlen!!!
Für Support, Wartung und Monitoring der bestehenden Anlage kommt für viele ehemalige Zolar-Kunden aktuell am ehesten "Otovo Care" infrage, der seit August 2025 verfügbare freiwillige Ersatzservice des norwegischen Anbieters Otovo. Alternativ kann sich auch ein lokaler, unabhängiger Solarteur um Wartung und Störungsbehebung kümmern, auch wenn dieser die ursprüngliche Zolar-Anlage nicht selbst installiert hat – die relevanten technischen Daten und Unterlagen sollten dafür möglichst vollständig vorliegen. Eine Übersicht unabhängiger Fachbetriebe findest du in unserem Verzeichnis der Solarteure.
Wer Forderungen aus offenen Mängeln, ausstehenden Kostenerstattungen oder nicht erfüllten Garantiezusagen gegenüber Zolar geltend machen möchte, muss diese im laufenden Insolvenzverfahren beim Sachwalter Dr. Philipp Grauer zur Insolvenztabelle anmelden. Die Erfolgsaussichten für eine vollständige Erstattung sind bei einem insolventen Unternehmen erfahrungsgemäß begrenzt, dennoch ist die formale Anmeldung der einzige Weg, um überhaupt eine Chance auf Berücksichtigung im Verfahren zu haben.
Häufige Fragen
Kann ich bei Zolar noch eine neue Solaranlage bestellen?
Nein. Zolar hat das Endkundengeschäft seit der Insolvenzeröffnung am 1. August 2025 dauerhaft eingestellt. Es gibt keine neuen Angebote, keinen aktiven Vertrieb und keine Möglichkeit, aktuell eine Solaranlage über Zolar zu bestellen.
Was bedeutet die Insolvenz von Zolar konkret für bestehende Kunden?
Bestehende Kunden erhalten keinen Support und keine Gewährleistung mehr direkt über die Zolar GmbH. Website und Software gingen im August 2025 an die Sollit Germany GmbH über, laufende Miet- und Wartungsverträge werden separat von der Zolar Wow I GmbH weitergeführt. Ansprüche aus offenen Mängeln müssen über den Sachwalter Dr. Philipp Grauer zur Insolvenztabelle angemeldet werden.
Bekomme ich noch Garantie auf meine Zolar-Solarmodule?
Die Herstellergarantien auf Komponenten wie Module oder Wechselrichter (teils bis zu 25 Jahre) bleiben unabhängig von Zolars Insolvenz bestehen, da diese Garantien direkt beim jeweiligen Hersteller liegen und nicht über Zolar als Vertragspartner laufen. Für Garantiefälle solltest du dich direkt an den Hersteller der verbauten Komponenten wenden.
Ich habe meine Zolar-Anlage gemietet oder geleast – was passiert jetzt?
Gemietete oder geleaste Anlagen werden formal über die separate Einheit Zolar Wow I GmbH weitergeführt. Betroffene Kunden berichten allerdings von erheblichen praktischen Problemen, etwa wenn eine Immobilie mit gemieteter Anlage verkauft werden soll und die Übergabe der Anlage durch die Insolvenz blockiert ist. Hier empfiehlt sich eine frühzeitige, schriftliche Klärung der eigenen Vertragssituation direkt mit der Zolar Wow I GmbH.
Wer kümmert sich jetzt um Wartung und Support meiner Zolar-Anlage?
Der norwegische Solaranbieter Otovo bietet seit dem 18. August 2025 mit "Otovo Care" einen freiwilligen Ersatzservice für ehemalige Zolar-Kunden an, der Wartung, Monitoring und technischen Support umfasst. Die Registrierungsgebühr von 99 Euro wurde bis zum 25. August 2025 erlassen, danach fällt sie regulär an, zuzüglich einer monatlichen Gebühr von 9 bis 12 Euro. Alternativ kann auch ein unabhängiger lokaler Solarteur die Betreuung übernehmen.
Wie melde ich Forderungen im Zolar-Insolvenzverfahren an?
Forderungen aus offenen Mängeln, nicht erstatteten Kosten oder nicht erfüllten Zusagen müssen beim Sachwalter Dr. Philipp Grauer zur Insolvenztabelle angemeldet werden (Az. 3611 IN 3598/25, Amtsgericht Charlottenburg). Verbraucherportale wie t-online haben dazu Ratgeber veröffentlicht, die den Ablauf für betroffene PV-Kunden zusammenfassen. Die Erfolgsaussichten auf vollständige Erstattung sind bei einem insolventen Unternehmen erfahrungsgemäß begrenzt.
War Zolar früher ein guter Anbieter?
In seiner aktiven Phase 2016 bis 2024 erreichte Zolar einen Trustpilot-Wert von rund 3,6 von 5 Sternen und galt preislich als wettbewerbsfähig; eine benannte Preiserhebung, die das gegen einen definierten Marktdurchschnitt belegt, liegt uns nicht vor. Viele Kundenbewertungen aus dieser Zeit loben kompetente Montageteams und eine gründliche Erstberatung. Der aktuelle TrustScore ist allerdings auf 2,7 von 5 gesunken, da neuere Bewertungen seit der Insolvenzankündigung überwiegend negativ ausfallen.
Warum ist Zolar insolvent gegangen?
Laut CEO Schwellnus scheiterte die 2024 eingeleitete Neuausrichtung vom Privatkundengeschäft hin zu einer B2B-SaaS-Plattform für Installateure "nicht in der erforderlichen Zeit". Hinzu kamen ein deutlicher Rückgang der Eigenheim-PV-Nachfrage (laut PV magazine ein Minus von rund 43 % zwischen 2023 und 2025) sowie Betriebskosten, die zeitweise doppelt so hoch lagen wie bei vergleichbaren Unternehmen. Der Handelsblatt-Kommentar zur Branche ordnet Zolars Scheitern in eine breitere Insolvenzwelle deutscher Solar-Start-ups 2024/2025 ein.
Gesamturteil
Zolar zeigt exemplarisch, wie schnell ein einst gefeiertes Solar-Start-up in die Insolvenz rutschen kann: Über 170 Millionen Euro Risikokapital, mehr als 10.000 installierte Anlagen und ein Trustpilot-Wert von 3,6 von 5 Sternen in der aktiven Phase stehen heute einem insolventen Unternehmen ohne funktionierenden Kundenservice gegenüber. Für Neukunden ist die Bewertung klar: Zolar fällt als Option komplett weg, da kein Neugeschäft mehr möglich ist. Für Bestandskunden gilt es, Herstellergarantien direkt beim Komponentenhersteller geltend zu machen, offene Forderungen über den Sachwalter zur Insolvenztabelle anzumelden und für laufenden Support Alternativen wie Otovo Care oder einen unabhängigen lokalen Solarteur zu prüfen. Der aktuelle TrustScore von 2,7 von 5 spiegelt diesen Bruch zwischen guter operativer Vergangenheit und chaotischer Gegenwart deutlich wider.
Über den Autor
Gründer & Chefredakteur, Solarliebhaber.de
Jan Kotzorek verantwortet Redaktion, Test-Methodik und Qualitätssicherung von Solarliebhaber.de. Grundlage der Inhalte ist die eigene Erhebung von 1.092 Solar-Fachbetrieben in 38 Städten über die Google Places API samt ihrer öffentlichen Kundenrezensionen sowie die Recherche in Primärquellen wie Bundesnetzagentur, Fraunhofer ISE und den Gesetzestexten auf gesetze-im-internet.de. In den Anbieter-Tests dienen die auf Trustpilot bzw. solar-erfahrungen.de ausgewiesenen 34.840 Bewertungen als Bezugsgröße — bei sieben der acht getesteten Anbieter, für EWE Solar existiert keine eigene Bewertungsseite; jede Note ist mit Plattform, Link und Stand angegeben. Die Bewertungsmethodik ist offengelegt: Wir betreiben keine eigene technische Testreihe an Anlagen und kennzeichnen redaktionelle Einschätzungen als solche.
Methodik und Team im Detail →
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